Die Wettbewerbssaison 2026 steht in den Startlöchern und wir berichten wie gewohnt live von nationalen und internationalen Gleitschirm-Wettbewerben. Tägliche Zusammenfassungen von den besten Pilotinnen und Piloten mit spannenden Geschichten und lehrreichen Reflexionen lassen dich teilhaben und erklären so manche unerwartete Situation beim Livetracking.
Vom 08. bis 19. August trifft sich in Kruševo (Nordmazedonien) die europäische Gleitschirm-Elite zur diesjährigen Europameisterschaft. Rund 130 Pilotinnen und Piloten aus 38 Nationen kämpfen in einem der bekanntesten Streckenfluggebiete Europas um den Europameistertitel.
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Pressemitteilung vom 05.08.
Was soll man sagen: Die Geheimrezepte von Team Germany scheinen zu funktionieren. Und weil wir natürlich keine Geheimnisse vor euch haben, hat Kili heute seines verraten. Die Grundlage bildet offenbar ein ausgewogenes Sportlerfrühstück – Pancakes mit einer ordentlichen Portion Nutella. Unmittelbar nach dem Task folgt dann das geheime Dopingmittel: Eis. Wer sich für den nächsten Wettkampf noch etwas abschauen möchte, findet Beweisfotos weiter unten.
Dazwischen wurde übrigens auch geflogen. Und heute musste alles ein bisschen flotter gehen, denn so ganz sicher war am Morgen nicht, wie lange uns das Wetter ein brauchbares Fenster lassen würde. Rund um Kruševo waren Überentwicklungen vorhergesagt, entsprechend zügig liefen die Vorbereitungen am Startplatz.
Die Briten ließen sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und entwickelten beim Taskbriefing ihre ganz eigene Methode, um sich für das Rennen warmzuspielen: eine Runde Mario Kart. Bananenschalen wurden später in der Luft zum Glück keine gesichtet. Wie das Rennen stattdessen ablief, erzählt euch Ferdi weiter unten.
Und das Ergebnis kann sich aus deutscher Sicht wieder sehen lassen: Tilen Ceglar aus Slowenien gewinnt den vierten Task vor Victor Aguilera Lozano aus Spanien und Petr Kostrhun aus Tschechien. Direkt dahinter landen Kili auf Platz vier und Ferdi auf Platz fünf, Stephan fliegt auf Rang zehn. Bei den Frauen gibt es erneut einen deutschen Tasksieg: Elisa gewinnt vor Anna Berger aus Nordmazedonien und Silvia Buzzi Ferraris aus Italien. Auch in der Nationenwertung geht der Tagessieg wieder an Deutschland, diesmal vor Slowenien und Spanien.
Damit wird es nach vier Tasks langsam richtig spannend. In der Gesamtwertung führt Tilen Ceglar vor Victor Aguilera Lozano. Kili liegt nur knapp fünf Punkte dahinter auf Rang drei – und Ferdi wiederum gerade einmal 0,1 Punkte hinter Kili auf Platz vier. Bei den Frauen führt Elisa mit drei Punkten Vorsprung auf Anna Berger. Und auch in der Nationenwertung geht es eng zu: Deutschland liegt aktuell nur rund 14 Punkte vor Slowenien. Kopf an Kopf also, wohin man schaut. Und noch jede Menge Wettbewerbstage übrig.
Nach der Landung wartete auf Team Germany dann noch die Entscheidung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Nachmittagsprogrammen. Die einen wählten die gemütliche Variante und ließen sich beim Eiskaffee nieder. Die anderen entschieden sich für ein kleines Wanderabenteuer zurück nach Kruševo – wobei sich „Wandern“ spätestens in dem Moment als großzügige Beschreibung herausstellte, als kein Weg mehr zu finden war und es kurzerhand durchs Gelände weiterging.
Ob Pancakes, Eis und Offroad-Wanderungen tatsächlich Teil der deutschen Erfolgsstrategie sind, bleibt also vorerst offen. Was heute zwischen Start und Landung passiert ist, erzählt euch jetzt Ferdi.
Liebe Grüße aus Kruševo - Nina
Kürzester Lauf bisher
Wegen drohender Überentwicklungen wurde heute nur eine kleinräumige, kurze Aufgabe über 68 km gestellt. Für den Zickzack-Kurs vor Krushevo brauchten wir etwas mehr als 1,5 Stunden, mit rund 45 km/h Durchschnitt.
Wieder konnten wir den Tagessieg in der Nationenwertung holen und unseren Vorsprung etwas ausbauen. In der Einzelwertung mussten Kili und ich dagegen Abstriche machen. Wie eng und auf welchem Niveau es hier zur Sache geht, sieht man gut an den Streichern: Heute landeten Kili und ich auf Platz 4. Kili war etwas schneller, ich hatte dafür mehr Leading Points gesammelt. Dieser vierte Platz mit 984 Punkten ist nun mein Streicher – und trotzdem sind wir nach vier Tasks auf die Plätze drei (Kili) und vier (Ferdi) overall abgerutscht. Die Streicher funktionieren vereinfacht so, dass nach vier Tasks die Punkte des individuell schlechtesten Tasks (relativ zum Sieger des jeweiligen Tasks) nicht mehr in die Wertung eingehen. FTV ist leider etwas komplizierter und manchmal eine kleine Wunderbox, wenn man nicht damit rechnet. Die Berechnung ist komplex, bietet dafür aber eine sehr faire Wertung.
Im Süden standen bereits Gewitter, als wir uns startfertig machten. Der starke Wind von gestern schwächte langsam ab, trotzdem wurden manche Starts wieder spannend. Auf dem Weg zur Start of Speed Section störte höhere Schichtbewölkung, deutlich dichter als klassische Zirren. Dennoch bildeten sich darunter schöne Thermikwölkchen und immer mehr Piloten versammelten sich draußen im Flachland.
Der NO-Wind verblies uns regelmäßig und die Thermikzyklen mussten zusätzlich gut getimt werden. Daniel und ich hatten uns etwas zu weit nach Süden abtreiben lassen, kamen tief, und dann war auch noch der Ofen aus. Im Vollgas schossen wir unter den Hauptpulk. Noch sieben Minuten zum Aufdrehen und um uns besser zu positionieren. Unnötiger Stress, bevor es überhaupt losgeht. Aber auch Stephan und Kili waren später dran als gewünscht. Würde es heute schiefgehen? Nach den ersten paar Thermiken dann aber das gewohnte Bild. „Die Deutschen sind zu stark“, heißt es inzwischen von den anderen Nationen. Fast das gesamte Team war wieder vorne dabei. Auch Elisa wagte nach etwa der Hälfte des Tasks einen Alleingang voraus, wurde aber im richtigen Moment von Kili zurückgerufen, als hinter ihr der Pulk das Drehen anfing.
Die Spanier, besonders die Jungen, zeigen uns immer wieder, wie tief man hier weiterfliegen kann. Während alle anderen noch die Thermiktops auskurbeln, sind sie schon wieder eine Thermik weiter voraus. Wenn man dann vermeintlich in Führung oben losfliegt, merkt man irgendwann: Oh weh, sind die tief. Kurz darauf: Oh, die haben was! Und dann steigen sie vor den Augen aller wieder nach oben. Heute gab es durchaus Potenzial für einen Ausreißer, also jemanden, der sich von der Gruppe lösen und mit Abstand allein voraus ins Ziel fliegen kann. Doch immer wieder fand der Pulk noch stärkeres Steigen und konnte die Lücke schließen.
Der Endanflug war wieder bestens vorbereitet. Wir bekamen die Windentwicklung vom Landeplatz schon früh durchgegeben (danke Harry und Jenny) und leiteten im Teamfunk gemeinsam den Endanflug mit einer prognostizierten Ankunftshöhe von -600 m ein. Die Schnellsten gewannen. Die Langsamen trimmen heute wieder ihre Schirme.
Liebe Grüße - Ferdi
Wäre die Europameisterschaft heute zu Ende, dürfte zu Hause wohl schon mal der Champagner kaltgestellt werden. Team Germany hat heute ordentlich geliefert. Aber bevor wir über Ergebnisse sprechen, zurück zum Anfang.
Beim Meteobriefing musste man heute schon ziemlich genau die Ohren spitzen, um zu verstehen, was uns da eigentlich erwartet. Überentwicklung, viel Wind, Gegenwind, Rückenwind und dann waren da auch noch Feuer, die großräumig umflogen werden sollten. Am Startplatz erinnerte zunächst noch einiges an den gestrigen Tag. Der Wind war deutlich spürbar, die Bedingungen böig und anspruchsvoll. Trotzdem schafften es unsere Pilotin und Piloten gut in die Luft und dann ging es nach einem kleinen Schlenker über Osten in Richtung Süden. Fast bis nach Griechenland, denn das heutige Goal lag nur wenige Kilometer vor der griechischen Grenze.
Jenny und ich machten uns währenddessen ebenfalls auf den Weg dorthin und nahmen die Sache mit der deutschen Pünktlichkeit : Wir erreichten das Goal noch vor dem Orga-Team. Immerhin konnten wir so schon einmal die Luft am Landeplatz für unser Team inspizieren. Und dann kamen sie: erst die ersten Schirme am Horizont, wenig später die ersten Piloten im Goal. Und mittendrin ziemlich viel Team Germany.
Kili gewinnt den heutigen Task in der Gesamtwertung. Hinter ihm fliegt Stephan auf Platz zwei, Vit Pekaret (CZE) macht als Dritter das Podium komplett. Auch Elisa landet bei den Frauen auf dem Podest: Platz eins vor Silvia Buzzi Ferrari (ITA) und Anna Berger (MKD). In der Teamwertung geht der Tagessieg ebenfalls an Deutschland, vor Italien und der Schweiz.
Und damit wird der Blick auf den Zwischenstand nach drei Tasks langsam ziemlich schön: Kili führt die Gesamtwertung an, Ferdi liegt auf Platz drei. Elisa steht aktuell auf Rang drei der Frauenwertung und Team Germany führt weiterhin die Nationenwertung.
Also doch schon mal Champagner kaufen? Lieber noch nicht. Die Europameisterschaft ist noch lang und wir haben in den vergangenen Tagen gesehen, wie schnell so ein Klassement neu gemischt werden kann. Aber diesen Tag darf das Team jetzt trotzdem erst einmal genießen.
Wie das Rennen heute aus der Luft aussah, erzählt euch unten Stephan.
Liebe Grüße aus Kruševo zu euch – Nina
Heute war es besonders spannend. Schon beim Zusammensitzen des Task- und Safety-Komitees hatte jeder einen Wetterbericht mit unterschiedlichen Vorhersagen für den Tag. Unser griechischer Wetterfrosch hatte wiederum eine ganz andere Interpretation. So, als hätte man alle Wetterberichte in einen Mixer gesteckt, gerührt - nicht geschüttelt - und anschließend in die Pelagonischen Ebene gekippt. Am Ende kam jedoch alles genau so, wie er es vorhergesagt hatte, und der Task war nahezu perfekt auf den Tag zugeschnitten.
Damit es nicht langweilig wird, gab es heute zunächst den spannenderen Ping-Pong-Teil, bevor es - wie so oft hier - in den Süden ging. Nach den Startperformances der ersten beiden Tage hatte ich eher Bedenken, ob überhaupt alle in die Luft kommen würden. Glücklicherweise gibt es eine Cobra-Startreihe und mit knapp 50% X-Pyr/X-Alps-Quote im deutschen Team schlängelten wir uns relativ entspannt schon knapp eine Stunde vor Rennbeginn in der Luft. Durch die hohe Bewölkung war es wichtig, sich früh hoch Richtung Startposition zu platzieren, und die Zeit haben wir auch gebraucht. Ferdi war bei Rennstart ein gutes Stück niedriger, konnte das aber durch gute Linienwahl und feinfühliges Kurbeln über die ersten Kilometer schnell wieder aufholen. Generell war unser Team den ganzen Tag dicht beieinander und die Teamfunkarbeit hat hervorragend funktioniert.
Immer wieder mussten wir Wald- und Wiesenbränden ausweichen, die gestern noch nicht da waren, bevor wir dann relativ früh in den Endanflug gingen. Die letzten 45 km wurden hauptsächlich mit guter Linienwahl und nicht mehr als zwei Thermen bewältigt. Die Konvergenz aus dem Nordostwind und dem aus Griechenland kommenden Südwind ließ uns Thermiken unter der Endzeitstimmung hervorrufenden Wolke Richtung Ziel gleiten. Auf dem Weg dorthin wurden wir noch von einem Schwarm Störche begleitet, die sogar mit uns an der Wende umgedreht haben. Vermutlich hielten sie uns für dumm. Ging in die andere Richtung doch viel besser.
Gegen Ende zog Kili dann noch an mir vorbei und holte sich mit zwei Sekunden Vorsprung den Tagessieg. Gut so, denn er punktet ja für die Nationenwertung.
Ob es Stallorder war, sein Schirm einfach schneller ging oder ich in Gedanken schon wieder bei den Hundewelpen war - wir werden es nie erfahren. What happens im Endanflug, stays im Endanflug.
Gute Teamleistung von allen heute, so kann’s gerne weitergehen, auch wenn Markus sich im Endanflug den ESS-Göttern opfern musste.
Steph
Heute Morgen war zunächst noch nicht ganz klar, ob uns der Wind eine Chance auf den heutigen Task lassen würde. Nach dem Teamleaderbriefing fiel dann aber die Entscheidung: Heute bleiben wir am Boden. Ein kurzer Abstecher zum Startplatz bestätigte ziemlich schnell, warum. Dort wurden wir von einer ordentlichen Portion mazedonischem Wind begrüßt und waren ganz froh, dass die Organisation bei solchen Bedingungen die richtige Entscheidung trifft. Vor allem, wenn noch einige potenziell fliegbare Tage vor uns liegen.
Langweilig wurde Team Germany trotzdem nicht. Die inzwischen liebgewonnenen Welpen bekamen Besuch und auch die Wander-Motivierten kamen auf ihre Kosten. Zumindest teilweise. Während die einen tatsächlich die Wanderschuhe ausführten, wurde aus den ambitionierten Plänen der anderen kurzerhand ein etwas verlängerter Fußmarsch zu Kaffee und Kuchen. Bewegung ist schließlich Bewegung.
Auch international wurden heute Beziehungen gepflegt. Beim Siedler spielen saß unter anderem die italienische Konkurrenz mit am Tisch, die selbstverständlich nicht gewinnen durfte. Und weil Teamarbeit bei uns offenbar nicht mit dem Landeplatz endet, spielten Elisa, Kili und Stephan auch hier äußerst erfolgreich zusammen.
Wer weder wandern noch taktische Verhandlungen am Spieltisch führen wollte, fand spätestens am Pool eine ziemlich gute Alternative. Und zwischendrin wurden unsere Piloten natürlich auch heute nicht von den nie müden und stets motivierten PR-Damen verschont und für das ein oder andere Interview vor die Kamera geholt.
Jetzt geht es gleich gemeinsam zum Abendessen und danach vermutlich etwas früher ins Bett. Morgen sieht es wieder nach einem fliegbaren Tag aus. Am Startplatz könnte der Wind zwar noch die ein oder andere gute Portion Schirmkontrolle verlangen, für einen Task stehen die Chancen aber deutlich besser.
Liebe Grüße aus Kruševo und bis morgen – Nina
Ein paar Worte von Harry
Wir führen die Europameisterschaft aktuell mit wenigen Punkten an. Das Team ist hoch motiviert, fliegt stark und will bis zum Schluss um die vorderen Plätze kämpfen.
Jetzt heißt es: konzentriert bleiben, als Team zusammenhalten und jeden Flug genießen. Sicherheit und die Freude am Fliegen stehen dabei immer an erster Stelle. Die Strategie ist klar, weiterhin so konstant zu bleiben und den Vorsprung auszubauen. Das wird nicht einfach, aber vielleicht hilft uns auch das Daumen Drücken unserer Fan Gemeinde.
Wir geben weiter alles!
Eigentlich war das Fliegen heute fast Nebensache. Elisa, Jenny und ich haben nämlich zwei heiße Anwärter auf den Titel „Team-Germany-Maskottchen“ gefunden. Zwei kleine Hundewelpen, die nach dem Task mindestens genauso erledigt waren von der Hitze wie wir und kurzerhand auf unseren Armen eingeschlafen sind.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Der zweite Task der Europameisterschaft führte heute über knapp 97 Kilometer aus der Pelagonischen Ebene hinaus in die Berge Westmazedoniens und sorgte schon auf den ersten Kilometern für ordentlich Bewegung im Feld. Auf dem Weg zur ersten Wende teilte sich der Pulk in drei Gruppen. Ein Teil nahm einen kleinen Umweg über die Berge, während unsere Piloten wie zuvor besprochen gemeinsam durchs Flachland zogen. Eine dritte Gruppe musste sich aufgrund geringerer Ausgangshöhe noch etwas weiter südlich halten. An der ersten Wende zeigte sich dann, wer zunächst die besseren Karten gezogen hatte: Die „Bergausflügler“ kamen mit deutlich mehr Höhe an und konnten sich erst einmal ziemlich komfortabel über den Rest des Feldes setzen.
Wie sich das Rennen von dort aus weiterentwickelte, überlasse ich heute aber Ferdi. Er nimmt euch weiter unten mit auf die Reise bis zum Prespasee – inklusive Dunstglocken, einer kniffligen Entscheidung am letzten Pass und einem Endanflug, bei dem bis kurz vor Schluss nicht ganz klar war, ob die Rechnung wirklich aufgeht.
Währenddessen bekamen Jenny, Harry und ich unsere ganz eigene Sightseeing-Tour durch Westmazedonien. Rund 1,5 Stunden Überlandfahrt, reichlich Landschaft und allerlei mazedonische Eindrücke später erreichten wir das Goal. Gerade einmal 20 Minuten vor den ersten Piloten. Und das hatte heute durchaus Unterhaltungswert: Zur Landung wartete eine Wiese mit etwas höherem Gras als gewöhnlich..
Sportlich wurde heute tatsächlich ein bisschen neu gemischt. Den Task gewinnt Marcos Sancho Fernández aus Spanien vor seinem Teamkollegen Victor Aguilera Lozano und Ceri Brown aus Großbritannien. Ferdi landet direkt dahinter auf Platz vier. Bei den Frauen gewinnt Anna Berger aus Nordmazedonien vor Sarah Zimmermann aus der Schweiz und Joanna Kocot aus Polen.
Nach zwei Tasks führt Deutschland die Nationenwertung vor Spanien und Slowenien an. Ferdi liegt aktuell auf Rang drei der Gesamtwertung, bei den Frauen führt Anna Berger vor Sarah Zimmermann und Silvia Buzzi Ferraris.
Gerade sitzt das Team beim Debriefing und schaut sich den heutigen Flug noch einmal gemeinsam an. Für morgen ist ähnlich viel Wind vorhergesagt wie heute, wodurch es vielleicht die nächste Sightseeing-Tour durch Nordmazedonien gibt. Die griechische Grenze wäre jedenfalls auch nicht mehr weit.
Wie der heutige Ausflug aus der Luft aussah, erzählt euch jetzt Ferdi. Und da Jenny neben dem Job der Teamassistentin nun auch noch den Job der PR-Assistentin übernommen hat, war sie heute als rasende Reporterin für Team Germany unterwegs. Sie hat unsere Pilotin und Piloten vor die Kamera geholt. Wer hören möchte, wie der gestrige und heutige Tag aus verschiedenen Perspektiven aussah, findet die Interviews auf unserem Instagram-Kanal.
Liebe Grüße aus Kruševo - Nina
Wir erkunden Westmazedonien
Heute ging es auf Sightseeing-Tour. Nur etwas schneller. Nach dem üblichen Flachland-Ballern führte uns die Aufgabe aus unserem Hochtal in die Berge Westmazedoniens bis zum zweitgrößten See des Landes. 97 Kilometer, ordentlich Rückenwind und ziemlich genau zwei Stunden später kamen wir am wunderschönen See an. Knapp. Aber dazu später mehr.
Für unsere Titelfavoritin bei den Damen begann das Rennen leider schon vor der eigentlichen Startzeit. Kräftiger Nordwind, eine ordentliche Inversion auf etwa 1800 Metern und darunter eher stabile Luft machten den Weg hoch zum Startpulk auf 3100m heute alles andere als trivial. Elisa kämpfte, riskierte und scheiterte schließlich wegen weniger Höhenmeter am großen Kreuz, wo uns früher die riesige mazedonische Flagge immer zuverlässig den Wind angezeigt hatte. Der Nordwind produzierte dort ein ziemlich markantes Abwindband. Einmal drin, war an schnelles Entkommen nicht mehr zu denken. Elisa blieb nur der Rückzug zu den schwachen Bärten unterhalb und vor Kruševo. Leider lief ihr dabei die Zeit davon. Den Kampf gegen den Nordwind zur ersten Wende verlor sie schließlich. Bitter. Aber in der Einzelwertung gibt es Streicher. Noch ist gar nichts verloren!
Für den Rest des deutschen Teams lief es dagegen wieder fast unverschämt gut. Zumindest, wenn man die anderen Nationen fragt. Kili, Samu, Markus, Stephan, Daniel und ich schafften es immer wieder nach ganz vorne oder zumindest in die beliebte Chiller-Position oben auf dem Pulk. Andere dürfen arbeiten, wir schauen von oben zu. Kann man schon mal machen.
Die Entscheidung fiel auf den letzten Kilometern. Von der letzten Wolke ging es mit Rückenwind Richtung Ziel. Noch 25 km! Ab jetzt gab es keine Wolken mehr, nur noch sogenannte Dunstglocken. Sie entstehen dort, wo Thermiken von unten gegen die Inversion drücken und die eigentlich glatte Schicht etwas ausbeulen. Gegen die Sonne kann man diese Unebenheiten als gräuliche Stellen erkennen. Oder anders gesagt: Man starrt in grauen Dunst und versucht darin Thermiken zu lesen. Mir war klar, dass es auf diesem langen Abgleiter nicht nur darum ging, schnell zu sein. Ich wollte vor allem einer der Höchsten werden.
Kurz vor dem großen Pass überflogen wir noch einmal so eine Beule und tatsächlich erwischte unsere Gruppe schwaches Steigen. Im Zentrum ging ich komplett aus dem Gas, stellte die Kappe 90 Grad zur Kurslinie und ließ mich mit dem Wind durch die langgezogene Thermik treiben. Ein paar Sekunden länger im schwachen Steigen reichten und plötzlich war ich einer der Höchsten. Perfekt für den Endanflug.
Nur lag da noch dieser Pass vor uns. Und plötzlich wusste keiner so richtig, was schlau ist. Mittig drüber? Links im Luv? Oder rechts ins Lee? Davide Sassudelli, bekannt von den Red Bull X-Alps, machte den Versuchspiloten und zog mutig auf die Luvseite. Local Martin Jovanoski hielt zunächst ziemlich genau auf die Mitte. Als sich der Hauptpulk schließlich doch für die Leeseite entschied, zog auch Martin nach rechts. Damit war meine Entscheidung gefallen: ab nach rechts in die leeigere Seite des Passes.
Ich nahm das Gas komplett raus und schaute mir erst einmal an, was mit den deutlich tieferen Piloten vor mir passierte. Direkt am Pass drehten plötzlich ein paar ein. Daniel verpasste diese letzte Thermik und wurde hinter dem Pass ordentlich heruntergewaschen. Ein Lee muss nicht immer turbulent sein. Manchmal wird die warme Luft einfach den Hang hinuntergedrückt, bis sie irgendwo an einer Kante schlagartig ablöst.
Und genau so ein Ding erwischte Daniel. Knackig eng stellte er seinen Schirm auf den Stabi und biss sich fest. Wir schauten ihm von oben beim Kämpfen zu und klärten währenddessen noch kurz am Funk, wo unsere anderen Team-Piloten waren. Für die Nationenwertung zählen bei uns nur die besten zwei aus unserem vorher bestimmten Punkte-Team: Daniel, Kili, Elisa und ich. Kili war knapp unter mir. Also hatte ich plötzlich wenig Interesse daran, dass die ganze Spitzengruppe früh ins Ziel losfliegt. Ich versuchte noch ein bisschen, den Abflug hinauszuzögern. Doch dann schossen die ersten knapp unter mir los. "Mist. Ich musste mit."
Der Rechner zeigte eine benötigte Gleitzahl von 1:10 bis ins Goal. Und vor uns lag noch das große Lee hinter dem Pass. "Könnte knapp werden." Mit rund 80 km/h über Grund ließen wir uns Richtung See waschen. Das Goal kam langsam in Sicht, gleichzeitig wurde die benötigte Gleitzahl immer schlechter.
Kurz vor der End of Speed Section war ich mir tatsächlich nicht mehr sicher, ob das aufgeht. Also raus aus dem Gas und im Trimm weiter. Wir hatten 15 bis 20 km/h Rückenwind und trotzdem blieb es bis zuletzt spannend.
Dann die Ziellinie. Als Zweiter im Goal! Und direkt dahinter plötzlich nur noch tragende Luft. Am Ende hatte ich mit rund 200 Metern über Grund sogar viel zu viel Reserve übrig.
Normalerweise ärgert man sich darüber. Heute nicht. Denn diese Information durfte direkt per Funk an die Teamkollegen hinter uns weitergegeben werden: Nach der ESS gehts!
Nach dem zweiten Lauf führt Deutschland damit die Nationenwertung und ich liege in der Einzelwertung auf Platz 3. Klingt gut. Ist aber noch ziemlich wertlos. Vermutlich sieben Tasks liegen noch vor uns und wir wissen alle, wie schnell sich bei einer EM alles wieder umdrehen kann.
Also weiter Daumen drücken! Liebe Grüße - Ferdi
Heute wurde es zum ersten Mal ernst: Zum Auftakt der Europameisterschaft wartete ein knapp 81 Kilometer langer Task kreuz und quer durch das Becken vor Kruševo. Und auch am Startplatz war zu spüren, dass es nun um die ersten Punkte geht. Die Stimmung war konzentrierter als noch beim gestrigen Probetask. Zu lachen gab es bei uns trotzdem genug. Entsprechend entspannt und gut gelaunt kamen unsere Pilotin und Piloten schließlich in die Luft.
Und dort entwickelte sich ein Rennen, das aus deutscher Sicht gleich mehrere Geschichten zu erzählen hat: Während Ferdi im Hauptpulk um die vorderen Plätze kämpfte, entschieden sich Stephan und Daniel zwischenzeitlich für einen kleinen Ausflug abseits der großen Gruppe. Wie sich beide Varianten angefühlt haben und wohin sie am Ende führten, erzählen euch Ferdi und Stephan weiter unten selbst.
Auch die Ergebnisse sorgen für einen ziemlich schönen Auftakt: Roger Aeschbacher aus der Schweiz gewinnt den ersten Task vor Tilen Ceglar aus Slowenien und Juan Sebastian Ospina Restrepo aus Großbritannien. Direkt dahinter fliegen Ferdi auf Platz vier und Kili auf Platz fünf. Und auch bei den Frauen gibt es Grund zur Freude: Elisa gewinnt den ersten Task vor Anna Berger aus Nordmazedonien und Silvia Vanda Angela Buzzi Ferraris aus Italien.
Liebe Grüße aus Kruševo – Nina
Routine läuft. Für Deutschland läuft es auch.
Alles fühlte sich heute verdächtig ähnlich wie gestern an. Wir sind offenbar bereits im EM-Alltag angekommen: Frühstück, Fußmarsch zum Startplatz, vorbereiten, fliegen. Wenn sich bei den Platzierungen ebenfalls eine gewisse Routine einstellt, hätte ich nichts dagegen.
Team Deutschland liegt nach dem heutigen Tag auf Platz 3, nur wenige Punkte hinter den Schweizern und Briten. Kann man mal so anfangen.
Und Fliegen ohne Franzosen fühlt sich ein bisschen an wie früher. Der Pulk fliegt nicht mehr geschlossen und stumpf den Ozone-Testpiloten hinterher. Stattdessen wird wieder selbst gedacht. Die Führungsarbeit wurde heute ziemlich demokratisch verteilt. Roger aus der Schweiz war oft vorne, Elisa nach der ersten Wende sogar mal alleine voraus. Kili und ich durften ebenfalls regelmäßig vorne raus und schauen, ob die Luft für die anderen auch wirklich funktioniert. Führungsarbeit, die durch Leadingpoints belohnt wird.
Am Anfang war allerdings erst einmal der Wurm drin. Am Startpulk kamen wir nicht sauber hoch und das gesamte deutsche Team ging irgendwo aus dem Mittelfeld ins Rennen. Gestern konnten wir das schnell reparieren. Heute nicht.
Nach der ersten Wende hing eine größere Führungsgruppe gemütlich oben herum, ließ andere die Arbeit machen und setzte sich anschließend wieder oben drauf. Clever. Aber nervig, wenn man selbst unten hängt.
Also Plan B: pushen. Nach der ersten Wende zog ich an Elisa vorbei und flog vorne raus, bis es langsam unangenehm tief wurde. Die Wolken sahen hervorragend aus. Die Luft darunter hatte diese Information leider nicht bekommen. Hinter mir bog der Pulk ab und fand etwas. Also kapitulieren. Umdrehen, als Führender zurück zum Pulk und dabei zuschauen, wie aus „Ich greife jetzt vorne an“ innerhalb weniger Minuten „Hallo zusammen, darf ich wieder mitspielen?“ wird. Tut weh, ist aber manchmal die schnellste Variante.
Ab da hieß es aufholen. Vollgas im Sinken, mittlerer Speed im Steigen und an den richtigen Stellen im Zickzack die beste markierte Linie nutzen. Langsam arbeiteten wir uns wieder an die hohe Chiller-Gruppe heran.
Daniel und Stephan probierten währenddessen die im deutschen Briefing besprochene nördliche Linie. Auf der Karte sah die gut aus. In echt war sie blau. Dazu sorgte der Ostwind im Lee der höheren Berge für ordentlich drückende Luft. Schwache Bärte und zunehmend wenig euphorische Funksprüche machten relativ schnell klar: Der Expresszug fährt heute woanders.
Nach der südlichen Wende ging es dann mit Elisa wieder tief voraus Richtung Norden. Riskant, aber diesmal hatte die Luft unsere Planung gelesen. Im Endanflug schloss ich endlich fast zur hohen Spitzengruppe auf. Und plötzlich entdeckte ich leicht vor mir eine bekannte Kappe. Kili. Eine Kappenhöhe über mir und ebenfalls Vollgas Richtung Ziel.
Gemeinsam schossen wir weit vorne über die Linie. Platz 4 und 5 für Deutschland. Direkt dahinter Elisa, Samu und Markus. Kann gerne zur Routine werden.
Liebe Grüße - Ferdi
Daniel und Stephan in geheimer Mission
Der kleine Hügel im Norden geht nie! Da fliegen wir nicht hin! So hieß es gestern nach dem Trainingstask. (Ich war gestern hingeflogen und kann bestätigen: Geht nicht.)
Heute beim internen Briefing war der Plan also: Wir bleiben nördlich der Straße und natürlich weg von dem Hügel. Zwei Stunden später: Alle fliegen zu dem Hügel. Außer Daniel.
Bei EM und WM gibt es Teamwertungen und jede Nation kann vier Piloten oder Pilotinnen auswählen, die für das Team punkten. Davon zählen jeden Tag die beiden besten Ergebnisse, Streicher gibt es aber keine. Das sind bei uns Ferdi, Elisa, Kili und Daniel. Daher dachte ich mir, ich lasse Daniel nicht allein und bin mit ihm nördlich der Straße geblieben. Ein bisschen vielleicht auch, weil der Hügel ja nie geht.
Wir hatten eine gute Linie und schauten den anderen 128 Schirmen dabei zu, wie sie immer tiefer kamen.
Der Pulk hat aber immer recht. Und heute ging der Dreckshügel. Fünf Minuten später schauten wir also dabei zu, wie es den Rest in den Orbit schoss, während wir Richtung Wende bei Gleitzahl 1:3 eher einer Karriere als Pflug auf dem nächsten Acker anstrebten.
Wir hangelten uns dann von einem Nullschieber zum nächsten, während der Rest der Meute mitleidig von oben auf uns herabschaute, bis wir endlich wieder gutes Steigen gefunden haben. Danach wurde es allerdings eher unspektakulär. Am Funk durften wir uns anhören, welche Steigwerte die Teamkollegen und Kolleginnen zwölf Kilometer weiter vorne hatten, und rechneten aus, welche Steigwerte wir bräuchten, um das wieder aufzuholen. Dafür wären dann eher zwei bis drei kleinere Nuklearexplosionen nötig gewesen.
Zum Glück unrealistisch, also blieb uns nur Linienwahl. Das ging mal besser und mal schlechter, sodass wir uns mit mehr als zehn Minuten Rückstand irgendwo ab Platz 80 auf der Rangliste wiederfanden.
Macht ja nix. Ein weiterer Streicher fürs Panini-Sammelheft.
Liebe Grüße - Steph
Bevor heute der Trainingstask auf dem Programm stand, wurde am Morgen zunächst eine inzwischen liebgewonnene Tradition gepflegt: der Fußmarsch vom Hotel zum Startplatz. Ein bisschen Bewegung muss schließlich sein. Vor allem, wenn die mazedonische Küche uns jeden Abend aufs Neue verwöhnt.
Oben angekommen, wurde dann erst einmal das „deutsche Handtuch“ ausgelegt. Unsere ziemlich großzügig dimensionierte Plane hält im Schatten des Waldes Schirme und Ausrüstung sauber – und sorgte bei den anderen Nationen für einen großen Lacher.
Das Task Briefing war schnell erledigt und während sich der Startplatz langsam mit Schirmen, Pilotinnen, Piloten und den verschiedenen Nationen füllte, rückte dann auch der eigentliche Grund für unseren Ausflug nach oben in den Mittelpunkt. Auf dem Programm: ein knapp 58 Kilometer langer Klassiker durch die Pelagonische Ebene. Wenig später füllte sich auch der Himmel über dem Startplatz. Höhe machen, sammeln und los ging's.
Und Team Germany absolvierte die Generalprobe mit Bravour: Ferdi flog als Erster ins Ziel, hinter dem Schweizer Roger Aeschenbacher wurde Daniel Dritter. Auch Elisa zeigte einen starken Flug und belegte bei den Frauen Rang zwei hinter Sarah Zimmermann aus der Schweiz und vor Joanna Kocot aus Polen.
Punkte gibt es heute zwar noch keine, aber die Stimmung nach der Landung war entsprechend ausgelassen. Fast noch schöner als die Platzierungen war allerdings zu hören, wie viel Spaß die Piloten in der Luft hatten. Schöne Flüge, zufriedene Gesichter und die Vorfreude auf morgen ist inzwischen deutlich zu spüren.
Gleich geht es zur offiziellen Eröffnungsfeier ins Zentrum von Kruševo, danach gibt es noch Fotos für euch. Und wer wissen möchte, wie sich die 58 Kilometer heute aus Pilotensicht angefühlt haben, sollte später ebenfalls nochmal vorbeischauen: Ferdi erzählt euch noch ein bisschen von seinem Flug.
Morgen zählt's dann zum ersten Mal. Der erste offizielle Task der Europameisterschaft steht an.
Liebe Grüße aus Kruševo und bis morgen – Nina
Ferdis Blick auf den Tag
Mit wunderbaren Bedingungen zeigte sich dieses beeindruckende Hochtal zur Eröffnung von seiner besten Seite: Wolken, hohe Basis, viel Sonne – Gleitschirmfliegen kann schon ziemlich einfach aussehen.
Team Deutschland war bestens vorbereitet. Wir besprachen ausführlich die Optionen der Trainingsaufgabe, schmiedeten Pläne und analysierten die drei möglichen Wartepositionen im Startzylinder. Trotz aller Absprachen wartete anschließend fast das gesamte Team geschlossen über Krushevo. Zehn Minuten vor Race Start stellten wir fest: Das war ziemlich sicher die schlechteste der drei Optionen. Immerhin waren wir uns einig.
Also ging es mittelgut positioniert ins Rennen. Auf dem ersten Schenkel konnten wir unseren kleinen taktischen Totalausfall aber schnell wieder reparieren. An der ersten Wende waren Markus Anders, Daniel Tyrkas und ich schließlich hoch über dem Pulk.
Dies erreichten wir durch: Vollgas im Sinken, langsam im Nullschieber. Und wenn es irgendwo kurz stieg, machten wir sogar kleine Schlänker in die Richtung, in die es uns zog. Thermiken saugen einen schließlich etwas an – und wer sich ansaugen lässt, verbringt länger im Steigen. So entwickelt man die besten Linien.
Trotz viel Schatten im Norden standen vereinzelt richtig kräftige Bärte herum. Trotzdem gelang es uns zwischendurch, die gute Ausgangslage wieder etwas zu verbasteln. Auf dem Weg zur zweiten Wende kam dann auch noch Gegenwind dazu. Die Sinkbereiche wurden stärker und die Schweizer Bergliebhaber führten die Spitzengruppe mit Stephan Schöpe konsequent zu einem nördlichen Hügel mitten im Flachen. Problem: Der geht selbst mit Sonne selten.
Entsprechend teilte sich die Gruppe auf. Die Vordersten kämpften sich tief am Hügel vorbei Richtung Sonne. Low safe – aber dann mit 4 m/s wieder hoch. Alles gut.
Auf dem letzten Schenkel schlug dann die Minute von Team Deutschland. Der Pulk schoss unter die Wolke. Wir flogen stattdessen auf die Luvseite, wo alles in der Sonne lag. Der Wind schob die warme Luft Richtung Schattenkante und: BUM – der letzte Bart gehörte uns.
Kili kam dabei von ganz hinten angeschossen und ging als Erster von uns ins Ziel. Daniel und ich konnten ihm von oben beim Endanflug zuschauen. Viel Luft war unter seinen Füßen nicht mehr – aber genug ist genug. Am Ende kam das ganze deutsche Team vorne rein. Generalprobe bestanden. So kann es weitergehen.
Ab morgen zählt’s! Liebe Grüße vom Tagessieger Overall - Ferdi
Nach unserer Ankunft gestern Abend wurden wir von der mazedonischen Küche begrüßt. Und die meinte es ziemlich gut mit uns: Bei reichlich Schopska-Salat und allerlei anderen Köstlichkeiten wurde aus dem geplanten Abendessen schnell ein längerer Abend. Entsprechend gemütlich starteten wir heute Morgen in den Tag.
Nach dem Frühstück ging es zur offiziellen Einschreibung und anschließend direkt weiter zum Fotoshooting für Teamfoto und Pilotenportraits. Am Nachmittag rückte dann das Material in den Mittelpunkt. Gemeinsam wurden Funkgeräte getestet, die letzten Schirme vermessen und Trimmungen durchgeführt – eben all die Kleinigkeiten, die erledigt sein wollen, bevor der Wettbewerb beginnt.
Daniel und Samu zog es anschließend noch in die Luft. Beide kennen Kruševo bereits von früheren Wettbewerben und nutzten den Nachmittag für einen entspannten Flug, um nach der Anreise wieder ein Gefühl für die Luft über Kruševo zu bekommen.
Was heute neben all den organisatorischen Dingen besonders schön zu beobachten war: Das Team hat schnell einen gemeinsamen Rhythmus gefunden. Auch bei den Gesprächen über Strategie und Ausrichtung für die kommenden Wettkampftage zeigt sich, dass in vielen Punkten ähnliche Vorstellungen herrschen. Eine gute Basis für die kommenden zwei Wochen.
Heute Abend stehen das Safety Briefing und anschließend der offizielle Willkommensumtrunk auf dem Programm. Morgen folgt mit dem Probetask dann die Generalprobe: Die Pilotinnen und Piloten können sich noch einmal mit den Abläufen unter Wettbewerbsbedingungen vertraut machen, bevor am Montag der erste gewertete Task auf dem Programm steht.
Liebe Grüße aus Kruševo und bis morgen – Nina
Während ich diese Zeilen auf dem Beifahrersitz schreibe, schlängelt sich die Straße durch die hügelige Landschaft Nordmazedoniens.
Eigentlich war heute einer dieser klassischen Reisetage: früh aufstehen, Koffer verladen, einchecken, warten und schließlich ab über die Wolken. Das Wichtigste: Alle Schirme haben den Flug genauso gut überstanden wie wir.
Stephan kam als einziger aus Bonn und streunt schon seit ein paar Stunden durch die Gassen Kruševos. Während wir noch im Auto sitzen, hat er sich längst unter die anderen Nationen gemischt. Ob dabei mehr über die bevorstehende EM oder doch eher über das mazedonische Bier gefachsimpelt wird, werden wir gleich herausfinden.
Morgen beginnt mit der Einschreibung der offizielle Teil der Europameisterschaft. Für einen ersten Akklimatisierungsflug ist’s wohl zu viel Wind - langweilig wird uns aber sicherlich trotzdem nicht.
Ich freue mich darauf, euch in den nächsten Tagen von hier aus mitzunehmen. Liebe Grüße nach Deutschland und bis morgen - Nina
Auf geht's in den nächsten Liga-Durchgang der Saison. Nach einem erfolgreichen Alpen Cup findet nun vom 12.-16.08. die Ikarus Open in Werfenweng (AUT) statt. 39 deutschen Pilotinnen und Piloten sind vor Ort.
Dritter Wettbewerbstag und wieder mega Flugwetter in der Vorhersage. Zum dritten Mal in Folge eine 100+ km Aufgabe, klasse. Nachdem wir schon zweimal das Pinzgau vermessen haben und heute der Wind etwas schwächer sein soll, schickt uns das Task Komitee mal in die andere Richtung nach Osten zur Dachstein-Panoramatour. Start am Bischling, dann über die Hügel nördlich des Rossbrands nach Osten zum Bischofskopf, weiter nach Nordosten, dann nach Westen Richtung Abtenau, zurück zum Dachstein, Wende im Enstal und dann über Dachstein oder Rossbrand zur ESS nach Bischofshofen. Ein grosses Zickzack und keiner kennt sich aus. Die wenigen Lokals, die dort schon unterwegs waren, kratzen sich auch am Kopf und warnen uns vor Wind und überspülten Bergrücken. Hmm…
Es wird viel diskutiert, und am Ende bleiben doch noch einige Fragezeichen, wie die Aufgabe wohl am besten zu bewältigen sein wird. Also rein ins Submarine, damit man nich so friert, und Start vom Oststartplatz. Der Bischling funktioniert wie immer und wir kommen zügig auf Basishöhe. Einige sind zum Tennengebierge geflogen, wo die Basis gut über 3000m ist. Auch ich entschließe mich zu wechseln, obwohl der Weg zum optimalen Startpunkt von dort etwas länger ist. Aber heute ist Blauthermik und das grosse Unbekannte wartet auf mich, da ich noch nie im Nordosten unterwegs war. Ich will eine grosse Gruppe bei mir haben und erst mal mitschwimmen, um mir ein Bild vom Tag zu machen.
Wir starten mit guter Höhe zur ersten Wende Richtung Osten und kommen immer tiefer, bis wir unten im Talwind sind und uns gerade noch nach der Wende auf die Luvseite einer Ridge retten können. Irgendwie haben wir geschickt alle Thermiken auf dem Weg zur Wende umflogen. Wir finden wir dann doch noch eine zerrissenen Aufwind und jetzt wird auch dem letzten klar, dass die direkte Linie nach Nordosten nicht funktionieren wird. Zuviel Wind, alles überspült, Sch…
Manu ist der erste, der schräg nach Osten zum Bischofskopf abfliegt, ich und ein paar andere ziehen gleich mit. Es ist der einzige logische Weg. Die Ridge entlang, und dann mit Wind und Thermik an die Felsen schieben lassen und Höhe machen. Aber der Kessel davor ist ein Hexenkessel. Lehrbuch-Lee, richtig schlechte Luft und sehr viel Wind. Wir probieren ein- zweimal über die nächste Kante zu kommen, aber es gelingt uns nicht. Gegenwind, Downwash, Turbulenzen, Klapper und es werden immer mehr von uns im Kessel. Volle Konzentration ist angesagt, den Schirm offen zu halten und uns nicht gegenseitig aus dem Himmel zu rammen. Dabei hilft es nicht, dass ich mir beim Start eine Bremsleine abgerissen habe. Wenn die anderen wüssten, dass ich über meine rechte Schirmseite nur 80% Kontrolle habe, würden sie wahrscheinlich etwas mehr Abstand halten.
Es sind keine angenehmen Momente und ich bin mir nicht sicher, ob wir aus diesem Kessle wieder rauskommen. Wir drehen um und versuchen unser Glück jetzt auf Baumwipfelhöhe auf der Luvseite der Ridge vom Hinweg. Und endlich ein einigermaßen sortierter Bart, der uns langsam höher bringt. Ich beiße mich fest und will sicher sein, dass ich auf dem Weg durchs Lee gegen den Wind hoch genug bin, um über die nächste höhere Ridge endlich auf die Luvseite an die Felsen zu kommen. Als ich endlich rum bin, sind einige schon an der Felswand am steigen, andere weiter im Tal auf der Westseite Richtung Norden unterwegs. Die Kulisse ist atemberaubend. Senkrechte Felswände, steile Grate und alpines Klettergelände. Leider immer noch etwas im Lee, der Wind scheint immer aus der falschen Richtung zu kommen. Ich habe einige gute Marker um mich herum und finde endlich den ersten richtig guten Bart seit dem Rennstart. Ein Kreis genügt und ich bin im core eines soliden 4m Bartes. Endlich. Einige fliegen schon wieder weiter, für mich ist klar, dass ich ab jetzt nicht mehr tief fliegen will, sondern ein Stockwerk höher. Schließlich ist die Basis auf mehr als 3.500m. Dort gibts keine Talwinde, kein Lee und direkte Linien. Also konzentiere ich mich und wechsele nach ein paar Minuten zum Grat, wo es nochmal stärker nach oben zieht. Mit guter Überhöhung entscheide ich mich dann nach Norden direkt zur nächsten Wende zu fliegen. Vor mir sehe ich 3 Piloten, die die gleiche Idee hatten, mit mir kommen meine Kollegen aus dem letzten Bart. Die Linie ist gut, aus der Höhe kann man die Täler gut erkennen und sich den Wind sehr gut vorstellen, wie er die Täler entlangfliesst und wo sich Konvergenzen bilden könnten. Die kleine Gruppe vor mir macht einen Umweg Richtung Osten, um einen Trigger anzufliegen, der mir aber zu weit ist. Sie finden einen guten starken Bart, ich entschließe mich aber, die Wende zu nehmen und Richtung Norden abzudrehen, um auf die nächste Südseite mit guter Höhe zu gelangen und dort Anschluss nach Westen zur Wende bei Abtenau zu bekommen. Der Plan geht auf und ich finde eine tragende Linie, die mich direkt zu einem 4m Bart bringt. Es stoßen einige weitere Piloten dazu, wir sortieren uns und machen Höhe. Vor uns sind nur noch 3 Piloten, da aber immer tiefer kommen. Keiner von uns will das mitmachen. Mit über 3000m sind wir sehr gut im Rennen und müssen aufpassen, dass wir den Luftraum an der Wende, der bei 2960m anfängt, nicht zu verletzten. Wir drehen noch einmal einen guten Bart bis Martin Gas gibt und uns zum Dachstein zieht. Jetzt mit Rückenwind und viel Höhe ist es ein Genuss im Vollgas über diese erhabene Landschaft zu fliegen. Der Grat trägt, einige starke Bärte auf dem Weg werden, wenn überhaupt, nur kurz angedreht bis wir am höchsten Punkt angelangt sind. Wir lassen uns an der senkrechten Wand vom Wind um die Ecke schieben, wo ein weiterer starker Leebart auf uns wartet. Direkt zur Wende im Enstal will keiner und so fliegen wir noch ein Stück am Dachstein entlang und drehen einen letzten starken Bart. Bei 3.500m gehen bei mir die Alarmglocken wegen des Luftraums über 3.700m an und ich fliege los, während die meisten der anderen immer noch weiter drehen - und sich penalties wegen Luftraumverletzung einfangen. Ärgerlich, da unnötig. Man hätte nicht so hoch aufdrehen müssen. Aber jetzt raus zur Wende. Danach gibt es zwei Optionen. Direkte Linie über Rossbrand zur ESS oder zurück zum Dachstein und nördlich zum Bischling nach Bischofshofen. Da der Dochstein on fire ist und der Rossbrand verschlafen ohne Wolke im Dunst liegt, ist für mich klar, dass ich die Dachsteinoption nehmen werde. Und wir sind uns alle einig. Martin wieder voraus zurück an die Felsen, wo wir wieder einen starken Bart finden. Knapp über 3000m gehts dann schon weiter Richtung Westen. Die Gruppe wird unruhiger, das end game hat begonnen. Martin pusht und findet keine gute Linie, wir halten uns etwas nördlicher und drehen einen weiteren guten Bart, der erst einmal der letzt sein wird. Marc will es jetzt wissen und drückt nach vorne, aber über den Hügeln bis kurz vorm Bischling finden wir kein Steigen mehr. Im letzen Tal blubbert es nur ein wenig und wir retten uns auf die nördliche Luvseite einen Hügel vor dem Bischling, wo wir aufsoaren. 2 Achten, dann weiter, noch eine Acht und dann den engen Bart zentriert. Ich erwische es gut, Marc gesellt sich zu mir und wie immer bin ich zu konservativ, um loszufliegen. Der Weg zur ESS ist immer noch fast 10km weit und ich habe Bedenken, vom Talwind gefressen zu werden - kurz vorm Goal. Marc fliegt los, ich kurz danach, unter mir der Rest. Wieder finde ich eine sehr gute Linie, über dem Bischling hebt es mich noch ein letztes Mal, und dann bin ich nur noch im Vollgas mit Rückenwind Richtung ESS unterwegs. Etwas höher scheint der Wind auch etwas besser zu drücken und ich kann mich ganz nach vorne schieben. Nach Zeit vierter im Ziel, mit den leading points reicht es dann für den Tagessieg. Ein intensiver und spannender Task heute, der all meine Aufmerksamkeit nötig hatte, um sicher und schnell ins Ziel zu kommen. Ich freu mich schon auf morgen und einen weitern 100+ km task.
Gebt alles - Burn.
Heute gab es einen ähnlichen Task wie gestern. Start am Bischling, Wende in der Flachau, Zell am See, nochmal ein kleines Zickzack und dann ab ins Ziel. Knappe 100 km.
Heute gab es weniger Wolken als gestern, und so war es wichtig, das Gelände und den Wind richtig zu lesen. Mir gelang das heute gut und so konnte ich immer wieder mit ein paar anderen das Tempo angeben. Entscheidend war es, an den richtigen Stellen gute Thermiken zu treffen und diese auch zu nutzen. Die letzte Thermik vor dem Endanflug erwischte ich heute besser, aber nach dem knappen Ziel von gestern drehte ich zur Sicherheit zwei Kreise mehr, um nicht wieder nach der ess soaren zu müssen.
Heute gewann Gerhard Neuhold den Task. Er hatte das Endgame ein bißchen besser gemeistert und sich einen Vorsprung von einer halben Minute herausgeflogen.
Hallo von den Ikarus Open 2026!
Da die Wetterprognosen für diesen Wettbewerb außerordentlich gut aussahen, wurde heute direkt eine 106 km lange Aufgabe gestellt: Zwei Zickzack-Wenden in der Nähe des Startberges, dann Richtung Südosten nach Flachau, von dort aus 38 km Richtung Westen bis nach Zell am See und dann über eine kleine Sicherheitswende, die uns vom Hochkönig fernhalten sollte, ins Ziel.
Heute durfte man vor dem Startzylinder maximal 2600 m hoch fliegen, um den Startpulk von den Wolken fernzuhalten. Dies hat mir die 30 Minuten vor dem Start schon ein bisschen Nervenkitzel bereitet: Wenn man zu tief fliegt, hat man Panik, dass man eventuell durch einen schlechten Zyklus nicht mehr hochkommt und am Start nicht gut positioniert ist. Hielt man sich wiederum immer hoch, kam man durch die starke Thermik der Marke 2600 m manchmal ungewollt nahe. Schlussendlich hat es aber gut funktioniert und so flog ich um 13:30 Uhr sehr pünktlich und mit 2550 m in einer guten Position in den Startzylinder.
Da es überall – auch von unten heraus – sehr gute Thermik gab, war meine Taktik klar: Von Anfang an stark pushen und nur die besten Thermiken drehen. Dieser Flugstil verschaffte mir zusammen mit ein paar anderen einen kleinen Vorsprung. So konnte ich gemeinsam mit Martin Petz die ersten 30 km bis zum Wendepunkt Flachau das Feld anführen. Dort verlangsamte ich meinen Flugstil ein wenig, da ich bei den teilweise von Nordwind überspülten, flachen Bergen nicht zu tief kommen wollte.
Die 38 km Richtung Westen flog ich zusammen mit 20 anderen im Führungspulk. Die Thermik war stark und wir konnten schnell, hoch und effektiv fliegen. Auf dem Rückweg flogen wir Führenden an der Basis Richtung Sicherheitswende ab, über der die Gegend eher blau aussah. Nach einer 20 km langen Gleitstrecke waren wir alle nicht mehr in ganz so komfortabler Höhe wie zuvor und mussten auf Grathöhe eines sonnenbeschienenen Berges nach der letzten Thermik vor dem Endanflug suchen. Der Einstieg auf Grathöhe mischte das Feld kurzzeitig noch einmal ein wenig durch. Ich kam als Führender mit den Höchsten an und konnte gleich Höhe machen. Kurze Zeit später entwickelte sich das Steigen zu einem 4,5-Meter-Bart, der mich zusammen mit zehn anderen schnell auf die Höhe für den noch 18 km langen Endanflug beförderte. Eine Gleitzahl von 8 ins Ziel sollte mit zwei thermisch aktiven Bergflanken vor uns doch reichen! So hieß es nur noch Vollgas, und ich beendete nach 2:28:24 Stunden die 106 km lange Aufgabe.
Die nächsten vier Tage schauen weiterhin nach Top-Flugwetter aus. Wir freuen uns! Grüße und viel Glück an die Nationalmannschaft, die in Nordmazedonien Deutschland vertritt.
Manu
Vom 25.07.-01.08. findet in Gemona (IT) der nächste PWC statt.
Elisa Deutschmann, Kilian Hallweger, Daniel Tyrkas, Andreas Malecki, Samuel Tanner, Markus Anders, Jonas Prüssing, Heinrich Bretz, Matthis Nedele, Ferdinand Vogel, Stefan Berhard, Manfred Zenker und Michael Gunsilius sind vor Ort und berichten live vom Geschehen.
Gesamt
Damen
Ein Tasksieg auf einem so hochkarätigen World Cup ist schon was besonderes. Zumal mit einem so ordentlichen Vorsprung wie heute. Die Hauptgruppe hatte 8 min Rückstand. Wie das möglich wurde erzähle ich euch nun gerne.
Die Hitze macht uns zu schaffen. Gestern hatte ich glatt meinen Packsack einfach unten am HQ liegen gelassen und heute erzählten mehrere, dass ihre Hüllen nicht mehr sauber stehen würden. Die heiße Luft im Inneren bereitet uns nicht nur schweißtreibende Tage, sie ist auch dünner und so manches Heck fängt an zu streiken.
Daniel wurde im starken Aufwind heute vom Boden gerissen und einer Bremsleine wurde es zu viel. Toplanden, knoten und noch mals raus. Mit mehr Verzögerung als mir lieb war, kurbelte ich mich unter die hohen Wolken. Die Basis war enorm hoch. Das morgentliche Gewitter hatte nicht wirklich Einfluss auf unsere Bedingungen gehabt.
Zu Beginn war es typisches Pulk fliegen. Ich versuchte so gut wie möglich "aufzuschwimmen", also in steigender Luftmasse länger zu verweilen und in sinkender kürzer. Man ist also ständig am Speed anpassen. Da die Luft um einen herum gut visualisiert ist, kann man dadurch im Geradeausflug relative Höhe zu den anderen gewinnen. Natürlich auch durch die passenden Zickzack-Moves, welche selbstverständlich dazu gehören.
Der Magic Move war eigentlich ein versehen. Ich hatte mich gut nach den ersten 10km positioniert, wurde mutiger und dachte, es ist der World Cup, also fliegen eh wieder viele der optimierten Route folgend. Aber der Hauptpulk flog heute mehrfach wilde Umwege und entschied sich auch für Thermiken, die 90 Grad zum Kurs standen. Erste Wende im Flachen, zurück in die Hügel und dann? Auf der optimierten waren keine Bärte markiert aber vor den Hügeln stand eine größere Wolke und versprach gute Luftmassen. Der Pulk traute dem Flachland und der Wolke aber nicht und bog abermals ab zu drehenden Piloten. Da war es aber gefühlt schon zu spät. Michal Gierlach schoss vor mir zur Wolke am Übergang zum Flachland. Optimistisch folgte ich. Doch dann kein Zappeln, die Wolke hielt nicht was sie uns versprochen hatte. Und jetzt ohne Höhe ins Flachland? Ich überlegte klein Bei zu geben und tief wieder zurück zu fliegen, doch Michal flog einfach auf der optimierten Route weiter. Also entschied ich mich für alles oder nichts. Der Pulk drehte hinter uns langsam weiter auf und wir? Die Luftmasse wurde schlecht, es sank und der Boden kam näher. Ich orientierte mich, wie weit wir noch von Gemona entfernt waren und überlegte schon, dass es ein langer Retrieve im Shuttle werden würde. Doch dann zupfelte es und plötzlich schob es mich zu Michal seitlich weg. Auch er merkte etwas und wir änderten unseren Kurs auf einander zu. Und dann Boom!
Ein über 30 Sek integrierter 5.8 m/s Bart von unten bis zur Basis. Teils 8 m/s Steigen. Als der Bart zentriert war, ging der Blick zu den anderen. Sie wurden kleiner, aber kamen auf unseren Bart zu. Wir freuten uns, als wir sahen wie sie mehrmals noch schwaches Steigen kurbelten, bis sie erst unter uns einstiegen. Zeit die wir auf sie gewonnen hatten.
Irgendwann wurde der Bart schwächer. Aber der Kontrollblick aufs integrierte Steigen zeigte, immer noch 3 m/s.
Mit riesen Reserven ging es zur Flachlandwende und direkt zurück zur nächsten Hügelwende. Kurz vor dieser wieder eine starke Thermik. Mit 1:11 flogen wir ab in Richtung Goal. Auf dem Weg dahin wurden manche von unseren Mini-Gruppe ungeduldig und manche zu vorsichtig. Die goldene Mitte hatte ich getroffen und segelte mit Reserven entspannt ins Ziel.
Ein schöner Abschluss, dieses stark abwechslungsreichen Wettbewerbs. Gratulation an unsere beiden Stärksten, Daniel und Elisa haben erfolgreich abgeräumt.
Am Freitag geht es für uns schon zur EM nach Mazedonien. Ich würde sagen, wir sind gut "warm" geflogen!
Liebe Grüße - Ferdi
Und täglich grüßt das Murmeltier
9:30 pünktlich Abfahrt zum Startplatz. Parat machen, plauschen, 80km Task in die Instrumente laden. Optionen besprechen, derer es gar nicht so viele gab heute, da die Radien um die Wendepunkte eher klein waren.
Die Bedingungen waren heute recht ansprechend, wenn auch bißchen windig ins Flache raus. Ein CB Richtung Lienzer Dolomiten sah imposant aus, war aber zum Glück auch weit weg. Schnelle Entscheidungen waren essentiell, um ja nicht den Anschluss zu verlieren.
Zum Schluss konnte ich mich mit eigener Linie ganz vorne positionieren, wenn auch knapp. Im Fullspeed final glide habe ich mir dann leider einen Klapper eingefangen, der mich wertvolle Sekunden gekostet hat.
Ich bin trotzdem happy mit meinem 3. Platz heute. 9s nach dem ersten. Morgen nochmal zum grande finale. Daumen drücken.
Liebe Grüße nach Hause - Daniel
Die Strecke ging im Zickzack zweimal abwechselnd hoch in die Berge und wieder zurück in die flachen Vorhügel rund um Gemona.
Schon vor dem Start wurde fleißig diskutiert, ob die Aufgabe nicht etwas zu anspruchsvoll wäre. Grund dafür waren die vielen Abschnitte in sehr windigen Tälern, unlandbare Gegenden und zahlreiche Leeseiten, die umflogen werden mussten. Insgesamt wurden wir im Briefing aber gut darauf vorbereitet und wussten dadurch genau, wo wir besser nicht hinfliegen sollten.
Trotz aller vorherigen Bedenken ließ sich der Task super fliegen, auch wenn es heute etwas turbulenter war als an den vergangenen Tagen. Bei mir lief es heute insgesamt richtig gut. Endlich konnte ich mal wieder etwas vorausfliegen und meine Position auch halten. Nach der Querung über den See nordwestlich von Gemona bekam ein Pilot vor mir einen hangnahen Klapper mit anschließender Retterauslösung. Während ich geschaut habe, ob alles in Ordnung ist, sind die anderen weitergefräst und ich habe dadurch meine Position verloren - und ich würde es jedes Mal wieder genauso machen. (Anmerkung der Redaktion: Der Pilot, der seinen Retter ausgelöst hat, ist wohlauf.)
Am Ende packte Honorin mal wieder einen aus. Er war der Einzige, der an der Wende im Westen an eine vorgelagerte Ridge gegangen ist, während alle anderen auf demselben Weg zurückflogen, von dem wir gekommen waren. Es war knapp, aber es hat sich ausgezahlt: Mit gerade einmal zwei Sekunden Vorsprung vor Baptiste holte er sich heute den ersten Platz.
Grüße - Kilian
Heute hieß es wieder PÜNKTLICH ("we will not wait for you") um 9 Uhr: "boarding" der Shuttles auf den Startplatz. Oben angekommen, hatten wir bisher immer gut Zeit zum Fachsimpeln und Socializing, obwohl die Bedingungen schon gut waren. Letztendlich stand ein knapp 100 km Task auf dem Taskboard, mit interessanten Optionen, Flachland oder Berge oder ein Mix daraus inklusive der vorgelagerten Hügel.
So gab es zum Racestart auch 2 Gruppen, 1 die vorgelagert näher am optimierten Punkt wartete bzw. das Rennen startete und eine weitere an der hinteren Ridge, etwas höher. Gleich nach dem Start teilte sich die letztere in 2 Gruppen, so dass es gleich nach der Start-Speedsection 3 Gruppen waren. Die, die vorne an den vorgelagerten Hügeln den 1. Wendepunkt in Angriff nahm, eine, die sich entschied, an der Ridge hinten den Wendepunkt zu nehmen, was aber auch länger war, und eine 3., die von hinten auf der direkten Route zum Wendepunkt flog. Ich war in der 3. Gruppe und konnte den 1. WP gut und hoch nehmen. Ab dann hieß es immer schön vorne bleiben, was mir ganz gut gelang.
Die vorletzte Wende war dann wieder draußen im Flachen und man musste sich wieder entscheiden: den direkten Weg durchs Flachland oder den Umweg über die Berge. Nach etwas Warten, wer nun jetzt was macht (in einem zu schwachen Bart, der es einigen Nachzüglern wieder erlaubte, aufzuschließen), entschied sich die Schwarmintelligenz für die Bergroute, welche allerdings auf dem Rückweg zur letzten Wende erforderte, einen Vogelschutz-Luftraum zu überfliegen. Das war gestern kein Problem, aber heute zog der Bart nicht ganz so hoch durch, was einige Luftraumverletzungen zur Folge hatte, da die, die nicht ausreichend Höhe hatten, beim Überfliegen in den Luftraum sanken, was Punktabzüge zur Folge hatte. Ich kam mit 100 m "Luft" bequem drüber und ab da hieß es dann auch schon Endanflug. Ich war ganz vorne dabei und konnte mir in diesem Task den 2. Platz sichern.
Ein schöner Task mit vielen Entscheidungen und taktischen Überlegungen und auch mit einer ansprechenden Länge. Morgen nochmal. Jetzt geht's erstmal zum Pilots-Dinner.
Viele Grüße nach Hause - Daniel
Statt pures Flachland gab es endlich einen Task in den Bergen. Da die Kursstrecke nur dem Bergrücken Richtung Westen folgte, wurde viel geradeaus geflogen und das meist im Vollgas. Immer wieder waren starke Bärte darunter. Die Entscheidungen des Tages waren in der Regel: drehen oder direkt weiter. Als wir am Rückweg wieder an Meduno vorbei waren, schob sich das gesamte Feld wieder zusammen. Es fühlte sich an, als wenn der Task gerade erst losgegangen wäre und wir uns im Startpulk befinden würden. Alle auf einer Höhe, am selben Fleck. Nicht viele hatten wir auf dem Weg bis hierhin (65% Taskdistanz) verloren. Die letzten Thermiken waren stark umkämpft. Jeder Meter, den man vor dem Flachland machen konnte, würde den Tagessieg bedeuten. Das Flachland blubberte nur leicht, aber auf dem Weg ins Ziel schossen wir mit Rückenwind dahin. Schnelles Berg-Race!
Abermals wird fleißig diskutiert, wie die großen Pulks vermieden werden können. Aber die Leistungsdichte hat so sehr zugenommen, dass wir regelmäßig alle am selben Fleck sind. Leichte Kollisionen werden üblicher. Letztlich sind wir uns eigentlich einig, die Aufgaben müssen taktisch anspruchsvoller gestellt werden. Nur im Flachland, da versuchen alle im Pulk zu bleiben, da die Luft bunt visualisiert wird und man immer optisch sieht, wo es am besten geht um einen herum. Effizienter geht es gerade an schwächeren Tagen alleine fast nie. Am Berg hingegen verteilt es sich mehr. Die Leistung des Equipments wird ebenfalls weniger relevant, da die Linien über den Gipfeln relevanter sind als ein Schirm, der 0.1 m/s besser steigt, oder ein 10tel bessere Gleitzahl im Gas aufzeigt. Nur das Ridgefliegen, also im Gas hangnah soaren, das bleibt eine Gefahr und auch heute war es bei einem Teilnehmer am westlichsten Wendepunkt durch viel Glück gut ausgegangen. Aber man hat heute schön gesehen, dass es auch mit Sicherheitsreserven wunderbar funktioniert. Der Einstieg nach der Meduno-Querung westlich war ein perfektes Beispiel: Wer weiter am Hang mit Gasfuß unterwegs war, hatte Probleme sauber beim Soaren Höhe zu machen. Nur wer regelmäßig aus dem Beschleuniger gegangen war, erreichte den oberen Teil der Ridge rascher und erreichte damit die besseren Steigwerte. Die Schere der unterschiedlichen Flugstile ging dort heute markant auseinander.
Wir sind gespannt, wie es die nächsten Tage weitergeht und welche Aufgaben uns die Tasksetter noch so stellen werden.
Liebe Grüße - Ferdi
Heute stand ein 87,5 km Task an, der uns erst über die kleinen Hügel Richtung Osten schickte und dann ins Flachland.
Der Forecast war nicht schlecht. Keine extrem hohe Basis, aber trotzdem gut und thermisch. Man konnte den Start heute hinten an den hohen Bergen oder auch vorne nehmen. Wir waren uns alle sehr unsicher, wo wir den Start nehmen. Sind dann erst vorne über den Startplatz gedreht, dann nach hinten rein in die hohen Berge gesprungen. Aber die Basis war einfach zu niedrig, gerade mal so Kammhöhe. 15 Minuten vor Start wieder nach vorne zum Startplatz gesprungen und haben uns da das Massaker mit den ganzen anderen Piloten gegeben.
Dann ging es auch los Richtung Osten. Wir hatten den ersten Teil Gegenwind und die Hügel vorne haben wirklich nicht gut funktioniert. Maximale Steigwerte irgendwie so eineinhalb Meter, total zerrissen. Da hat man schon gemerkt: Wenn es so weitergeht, dann wird das ein richtig anstrengender Tag. Nach dem ersten Turnpoint hätte es dann zwei Möglichkeiten gegeben. Einmal direkt rüber ins Flachland oder einen Riesenumweg über die Berge. Wir haben uns alle für das Flachland entschieden. Und da war auch die erste Schlüsselstelle, dass man eine gute Gruppe hatte und im Pulk fliegen konnte. Ohne eine Gruppe war es da wirklich sehr schwierig, weil wir keine Wolken und die Basis ungefähr auf 1.100 Metern lag.
Heute war es wirklich ein komplettes Durchgewürfle und es war auch viel Geduld und Glück dabei. Auf dem Weg zu Turnpoint 4 kam eine Riesenabschattung rein. Und dann hieß es für mich: Okay, ab jetzt muss alles mitgenommen werden, was geht. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal nur noch etwa 150 Meter über Grund hatte und wir sind alle im Nullschieber, teilweise sogar im Minusschieben, rumgedreht.
Am Ende ist die Sonne nochmal rausgekommen, was den Weg ins Goal etwas vereinfacht hat. Zusammengefasst: Es ein Kampf heute, aber ich bin super happy im Goal zu sein. Overall 20 - 1 Frau.
Liebe Grüße - Elisa
(Anmerkung der Redaktion: Der Schirm im Grünzeug ist nicht Elisas, sondern gehört einem anderen deutschen Piloten, der ihn natürlich allein aus Gründen der Bildkomposition dort abgelegt hat.)
Obwohl alle Piloten heute eher skeptisch waren, hieß es extra früh rauf (der Weg hoch zum Startplatz zieeehhht sich), um ggf. noch einen schnellen kurzen Task vor den vor den Gewittern zu fliegen.
Die Nacht war kurz, da wir früh raus mussten und an unserem Camp die Italiener bis 5 Uhr morgens eine Technoparty abgehalten haben, während wir versuchten zu schlafen.
Der Task mit knapp 50 km konnte dann doch nicht so früh gestartet werden, da der Wind von schräg hinten kam. Dann aber doch und es gab gleich mal ein Race vor dem Race, da der beste Startpunkt ganz auf der anderen Seite des Zylinders war.
Mit diversen Airspaces und Vogelschutzonen auch nicht ganz leicht zu erreichen. Mit Glück gelang mir das gut und ich war mit Honorin und 2 weiteren Piloten ganz gut positioniert. Während die anderen das Rennen sehr verspätet starten mussten, da sie nicht rechtzeitig da waren. So hatten wir einen schönen Vorsprung, bis das Rennen nach 18 min wegen besagter Überentwicklungen gestoppt wurde.
Hono an 1. ich an 2. was uns aber nix bringt da der Task wohl wegen zu kurzer Dauer und zu weniger Punkte nicht zählen wird.
Ab morgen sieht das Wetter besser aus. Daumen drücken und viele Grüße nach Hause - Daniel
Man schickt den wohl unbegabtesten Texter vor, der nur 5er und 6er in Deutsch im Zeugnis hatte. Deswegen kurz und schmerzlos:
Mittlerweile sind wir alle in Gemona angekommen, mehr oder weniger pünktlich. Für mich ist es die erste Teilnahme an einem PWC, aber bis jetzt ist alles wie immer - Jeder freut sich, die alt bekannten Gesichter wiederzusehen und im Anschluss das verspätete Briefing.
Es erwartet uns insgesamt (außer morgen) scheinbar eine Woche mit super Flugwetter. Für den morgigen Tag sind am frühen Nachmittag bereits Gewitter gemeldet, eventuell reicht die Zeit davor aber für einen Task - also werden wir um 8 Uhr vom HQ in Bordano losfahren und unser Glück versuchen.
Jetzt geht für alle früh ins Bett, um morgen fit zu sein. Gruß - Kilian
Die Schirme (samt Pilotinnen und Piloten) konnten nach der Palz-Alsace-Open gerade eben ein wenig durchschnaufen, schon geht es in den nächsten Liga-Durchgang der Saison. Nachdem der Alpen Cup die letzten beiden Jahre wortwörtlich ins Wasser gefallen ist, ging der Wanderpokal in die Hände der Italiener, welche nun vom 15.-19.07. den Alpen Cup in Feltre ausrichten. 30 deutschen Pilotinnen und Piloten sind vor Ort.
Ein weiterer Tag mit unklaren Wetterprognosen erwartete uns(Überentwicklugn mehr oder weniger früh) , und so schrieb der Meet Director am Vorabend, dass alle drei Varianten zur Option standen: Entweder nach Bassano fahren, ein kürzerer Task in Feltre oder gleich canceln. Morgens um 7:40 Uhr wurde dann die Entscheidung bekannt gegeben. Die Wetterprognosen hatten sich verbessert und sollten einen kurzen Task um Feltre möglich machen.
So ging es gegen 9:30 Uhr Richtung Startplatz, wo wir noch gemütlich bis zum Briefing um 12 Uhr warten konnten. Beim Briefing wurde ein sehr lokaler, 45 km langer Task bekannt gegeben, der zweimal ein kleines FAI mit ca. 20 km abbildete und den langen Schenkel immer durchs Flachland führte. Dieses sah wie so oft durch die tägliche Inversionssuppe sehr stabil aus. Der Umweg über die Berge war aber durch die Routenführung extrem groß. Wir hatten nach dem Briefing eine gute Stunde Zeit, um uns direkt in der Startplatz-Region im Startzylinder zu platzieren. Um 13:10 Uhr öffnete dann die SSS.
Da ich die Competition zu dem Zeitpunkt mit zwei guten und einem sehr guten Task in der Overall-Wertung anführte, war mir klar, dass ich mich nur durch ein sehr gutes Ergebnis (über 940 Pkt.) verbessern konnte. Es gab aber noch ein paar Piloten, die noch einen Tick stärkere Top-Ergebnisse hatten, aber auch einen Streicher, und heute dringend einen vollen, guten Task benötigten, um ihr Streichergebnis zu neutralisieren. Somit war es noch mal richtig spannend, da der Tag theoretisch noch mal viel ändern könnte. Aus diesem Grund habe ich mich am Startzylinder beim Losgleiten zum ersten Zylinder bewusst hinten platziert, um diese Piloten beobachten zu können. Dort wurde nämlich entschieden, ob man die Route direkt über das Flachland fliegt oder den Umweg über die Berge nimmt.
Obwohl 80 % der Piloten vor mir wieder zum Berg geflogen sind, habe ich mich entschieden, die direkte Route zu dem 9 km entfernten Zylinder über das Flachland zu wählen. Mit 2200 m Abflughöhe habe ich mir ausgerechnet, dass es eigentlich bei normalem Gleiten reichen sollte, um den Anschluss an den steilen Hangfuß wiederzubekommen. Ich wusste von den Vortagen durch die Beobachtung anderer Piloten, dass dieser oft auch sehr tiefe Wiedereinstiege in die Thermik ermöglichte. Zum Glück hat sich vor und hinter mir auch eine Handvoll Piloten für diese Route entschieden.
Mit leichtem Rückenwind und guter Luft gleiteten wir gut die 9 km zur Wende und 4 km zurück zum Hangfuß, wo der Hauptpulk gerade erst die Thermik drehte, um Abflughöhe zum Herausgleiten zu machen. Als wir dann den Anschluss am Hang hatten, wusste ich, dass unser Vorsprung zum Hauptpulk groß war und ich nun einfach nur noch Safe mit dem Führungspulk ins Ziel fliegen musste – da alle meine direkten Konkurrenten auf den 1. Platz im anderen Pulk waren.
Die Thermik war gut und wir konnten unseren ca. 5 bis 10-minütigen Vorsprung gut halten. Leider wurden in diesem Moment auch die Wolken über den Dolomiten immer größer und sorgten kurzfristig für Abschattungen, die unseren Speed ein wenig verlangsamten. Kurze Zeit später waren dann auch schon Regenschauer zu sehen. Da die Wolken immer größer wurden, wurde der Task gestoppt, als ich gerade die Höhe hatte, um als Höchster in den Endanflug zu gehen. So ging neben der Overall-Wertung auch noch dieser Task an mich. Läuft!
Ich kann es noch gar nicht richtig glauben und bin mega glücklich. Zum einen über das Ergebnis und zum anderen, dass mir das Wettkampffliegen aktuell einfach so uneingeschränkt Spaß macht. Vielleicht kommen deshalb die Ergebnisse von ganz allein.
Wettkampf-People, see you soon!
Liebe Grüße - Manuel
Heute wurden wir wegen des hohen Gewitterrisikos an einen Startplatz in der Nähe von Bassano gefahren. Es wurde ein kurzer 50-km-Task im Flachland, immer in Sichtdistanz zum Goal ausgeschrieben.
Vor dem Start gab es zwei Möglichkeiten, sich zu positionieren. Ich entschied mich mit 10 anderen Piloten für den Oststartplatz, da wir von dort etwas weniger Strecke zu fliegen hatten. Der Plan ging auf, und als sich die Pulks trafen, waren wir ca. 250 m über den anderen. Jetzt war es wichtig, das Gleiten zu optimieren und den Vorsprung nicht zu verschenken. Zusammen mit Michal Gierlach gelang mir das von unserer Gruppe am besten. Wir konnten uns einen kleinen Vorsprung erfliegen und bis zum Schluss halten. Gegen Ende des Rennens bildeten sich zwei große Wolken und bevor es anfing gefährlich zu werden, wurde der Task gestoppt.
Liebe Grüße - Martin
(Anmerkung des Autors: Berichtlänge heute proportional zur Tasklänge)
Nachdem die Prognosen für den ganzen Comp ja eher durchwachsen aussahen und morgens noch kräftige Gewitter durchgezogen waren, ging es, nachdem der Regen durchgezogen war, gemütlich um 10:30 Uhr auf zum Startplatz. Dort oben kam auch schon bald die Sonne raus, aber trotzdem mussten wir noch lange warten, bis die Thermik zuverlässig einsetzte.
So wurde um 13:45 Uhr beim Briefing die 55-km-Aufgabe mit Start der Speedsection um 15:30 Uhr verkündet. Die Aufgabe führte an der Ridge zunächst nach Osten und danach wieder an der Ridge entlang nach Westen über den Startplatz und dann über eine Wende ins Ziel. Ich erwartete, dass sie kaum taktische Spielchen zuließ und an der gut gehenden Ridge sehr schnell zu fliegen war.
Die Piloten waren alle recht zügig in der Luft und standen danach mit noch sehr viel Zeit bis zum Rennbeginn im starken S/SW-Wind. Als das Rennen losging, durften wir zunächst von diesem Rückenwind profitieren, und so ging es sehr flott Richtung Osten. Kurz vor der Wende drehte ich eine Thermik, die der Führungspulk tiefer verließ, noch weiter aus. Das ermöglichte mir, so alleine die östliche Wende direkt zu nehmen und erst danach an den Hang zu fliegen. Dies verschaffte mir einen kleinen Vorsprung zum Führungspulk, den ich auch die komplette Strecke Richtung Westen halten konnte.
Die letzte Thermik vor dem Startplatz schwächelte ein wenig, und so flog ich tiefer in das sonnenbeschienene Plateau. Dort fand ich eine 2- bis 3-Meter-Thermik, die mir die Höhe verschaffte, um mit 10:1 in den Endanflug zu gehen. Leider wurde es dann durch plötzlich aufkommenden Ostwind nochmal spannender als gedacht, und ich musste vor der Speedsection nochmal einen 1-Meter-Sicherheitsbart drehen. Als die Verfolger in großer Höhe ankamen, verließ ich diesen und flog eine Sekunde hinter Ferdinand Vogel sehr tief in die ESS. Durch die hohen Leading Points ging der Tasksieg aber an mich.
Auf den Wetterbericht ist aktuell eh kein Verlass, von daher schauen wir einfach von Tag zu Tag, wie das Wetter ist und wie viele Tage wir noch fliegen können. Mir macht das Racen auf jeden Fall sehr viel Spaß.
Liebe Grüße - Manu
Ein Tag ohne Gewitter. Die Motivation ist hoch. Strahlende Gesichter, voller Freude auf den bevorstehenden Wettbewerb. Gemeinsames effektives Streckenfliegen ist purer Spaß und immer zu lehrreich für die eigenen Flugskills und die mentale Stärke.
Die Aufgabe wurde erst spät entwickelt, obwohl wir schon auf 8 Uhr das erste Briefing hatten, waren alle Piloten verhalten beim Anblick der tiefen Restbewölkung durch Gewitter am Vortag und der extrem ausgeprägten Inversion, typisch Feltre.
Unsere Tasksetter blieben optimistisch und wir hatten eine spannende und lehrreiche 65km lange Aufgabe. In Wirklichkeit flogen wir deutlich weiter, da das flache Tal thermisch inaktiv war und wir immer direkt zurück an den Hang ballerten, statt der optimierten Route zu folgen.
Hoch bleiben war wichtig. Die sommerlichen Temperaturen lassen die Temperaturgradienten häufig unten raus nicht sonderlich groß werden. Vor allem wenn es so feucht ist, braucht die Luftmasse lang, um einen Temperaturvorsprung zu erreichen. Dafür geht es dann oben raus wie Feuerwehr! Denn dort wirkt der Feuchtigkeitsvorsprung, der von unten sehr langsam aufgestiegenen Luftmasse. Sie ist feuchter und leichter als die Umgebungstemperatur. An feucht-labilen Tagen im Sommer ist also hoch fliegen angesagt.
Das Tasksetting belohnte zusätzlich alle hoch fliegenden. Nach knappen 2h waren die ersten im Ziel.
Wir hoffen auf nices Wetter für die kommenden Tage und viel Airtime.
Lg
Ferdi
Die Deutsche Gleitschirmliga tritt - nachdem die OGO wetterbedingt ausgefallen ist - den vierten Durchgang der Saison an.
Vom 08.-12.07. findet die Palz-Alsace-Open in Fellering statt. 43 deutschen Piloten sind vor Ort.
Gesamt
Reynolds Klasse
Sportklasse
Der letzte Task der diesjährigen Palz Open hatte noch einmal alles zu bieten, was das Streckenfliegerherz höherschlagen lässt. Am Morgen zogen zwar noch einige Zirren über den Himmel und der Tag ließ zunächst etwas auf sich warten, doch spätestens mit dem Start war klar: Das wird ein besonderer Flugtag.
Die Aufgabe führte uns auf einer rund 75 Kilometer langen Dreiecksaufgabe durch die Vogesen. Der Wind war deutlich schwächer als an den vergangenen Tagen und die Thermik entwickelte sich zu einem echten Hammer, Steigwerte bis 6 m/s waren keine Seltenheit. Rückblickend war es mit Abstand der beste Flugtag des gesamten Wettbewerbs.
Besonders spannend war, dass sich das Rennen gefühlt auf zwei Stockwerken abgespielt hat. Die einen schraubten sich auf über 3.000 Meter hinauf und flogen direkt an der Wolkenbasis von Bart zu Bart. Die anderen kämpften deutlich tiefer, im klassischen Zickzackkurs durch die Täler der Vogesen, immer auf der Suche nach dem nächsten rettenden Steigen. Zwei völlig unterschiedliche Rennverläufe und trotzdem führte am Ende alles wieder zusammen.
Kurz vor dem Endanflug traf sich das Feld erneut über dem Startplatz. Noch einmal die letzte Thermik sauber auskurbeln, dann der Blick auf den Endanflugrechner: Reicht es? Mit dem heute eingesetzten Elevated Goal war die Ausgangslage etwas entspannter, doch einfach wurde es trotzdem nicht. Viele gingen mit ausreichender Höhe auf den Endanflug, ehe kurz vor der Ziellinie kräftiges Sinken wartete. Ohne die Elevated-Goal-Regel hätten heute mit Sicherheit einige Piloten die letzten Meter nicht mehr geschafft und wären kurz vor dem Ziel gelandet.
Auch abseits der Luft war die Stimmung hervorragend. Gestern Abend konnten wir bei der traditionellen Lasagne-Party noch einmal gemütlich zusammensitzen, Erfahrungen austauschen und die gemeinsame Woche ausklingen lassen. Heute folgte die Siegerehrung und damit der offizielle Abschluss einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Die Palz Open haben auch dieses Jahr wieder gezeigt, warum sie zu den schönsten Wettbewerben der Saison gehören. Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Organisationsteam, den Race Director und die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die mit unglaublich viel Engagement für einen reibungslosen und sicheren Wettbewerb gesorgt haben.
Damit geht ein super lässiges Event zu Ende mit großartigen Flügen, spannenden Rennen und vielen schönen Begegnungen. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Ausgabe der Palz Open. Bis nächstes Jahr!
Gut gestärkt vom gestrigen Pilots Dinner durften wir heute einen One Way Task von 50 km Richtung Westen fliegen. Am Startplatz haben wir alle sehr geduldig in der Sonne geschmort, bis endlich die Thermik stark genug war, dass wir gegen 13 Uhr starten konnten. Ein kurzes, aber knackiges Rennen, Richtung Westen mit Rückenwind in seichten Thermiken, dann raus ins Flachland am Waldbrand vorbei. Am Schluss noch einen Low Safe für meine Gruppe und dann als Fünfter ins Goal geflogen. Manche sind den Task mit solider Höhe sicher ins Flachland abgeflogen, andere haben dagegen Lowrider mäßig sich über den Baumwipfeln gehalten. Die meisten Piloten sind nur mit recht kurzem Zeitversatz nacheinander ins Goal geflogen, also ein Kopf an Kopf Rennen! Die Landung wieder in der Hitze, wo unser Liga Chef uns mit kühlen Getränken empfangen hat. Schön war es, aus den Vogesen heraus zu fliegen, dafür allerdings eine recht lange Rückfahrt, welche sicherlich allen Hunger auf die Lasagne Party heut Abend gemacht hat.
Langsam fangen die Tasks an, mir richtig Spaß zu machen! Ich freue mich auf einen guten Abschluss Task morgen!
Grüße - Chris
Ein entspannter 72-km-Task sollte es werden – weniger Cumulus, dafür auch weniger Wind. I love it.
Startplatz: Gusti
Am Startzylinder war's zunächst ein ziemliches Hin und Her. Keiner wusste so recht, welche Position die beste sein würde. Am Ende war's dann aber gar nicht so entscheidend – das Rennen ging los und viele waren gut mit dabei.
Nach der ersten Wende stand die Option im Raum, das Tal zu queren und den ersten Schenkel am Treh entlang zu fliegen. Außer Michel waren sich aber eigentlich alle einig, dass das eher eine Schnapsidee wäre.
Also ging's auf der Westseite nach Norden – langsam, krebsend, nichts zog so richtig durch.
Geduld war angesagt. Oder eben vor Gasen, tief werden und hoffen, dass doch noch was geht. Alles war möglich, nichts sicher.
Dadurch konnten auch von hinten einige Piloten – unter anderem Marc und ich – kurz nach der zweiten Wende im Nordosten wieder zur Spitzengruppe aufschließen.
Der Führungspulk war entsprechend groß und so richtig konnte sich niemand absetzen.
Flavio, unser heutiger Taskwinner, probierte es zwar immer wieder, sammelte fleißig Führungspunkte und genau die brachten ihm am Ende auch den Sieg. Trotzdem wurde er vom Pulk jedes Mal wieder eingeholt.
Besondere Taktiken gab es heute eigentlich nicht. Dafür wurde in den Bärten etwas aggressiver gekurbelt. Es gab einige Beinahe-Crashs und leider auch einen Zusammenstoß. Zum Glück blieben alle unverletzt und stehen wieder entspannt am Boden.
Spannend wurde es dann nochmal im Endanflug – allerdings nicht, weil es knapp ins Ziel ging, sondern weil wir zum ersten Mal ein Elevated Goal getestet haben. Das Ziel lag diesmal 300 Meter über Grund und wer zu tief ankam, kassierte Punkteabzug. Entsprechend wurde zum Schluss nochmal ordentlich taktiert.
Meine persönliche Meinung: Lieber etwas früher und ein bisschen niedriger ankommen, als für den perfekten Endanflug noch einen langsamen Bart auszudrehen.
Alles in allem war's ein richtig geiles Rennen. Die Bedingungen waren top und ich freue mich auf weitere starke Tasks hier bei der Palz Open.
Jetzt freue ich mich aber erstmal aufs Pilots Dinner – und vielleicht gibt's später noch einen schönen Sunset-Abgleiter. :)
Glückwunsch an Samu, der nach dem Top-Ergebnis von gestern heute noch immer führt.
Liebe Grüße, Jonas
Auch dieses Jahr sind wieder viele bekannte und ein paar neue Gesichter zur Palz Open in die Vogesen angereist. Nach einem schnellen Briefing am Morgen wurden die Shuttles beladen, doch es ging nicht wie gewohnt auf den Treh, sondern auf den Ballon d’Alsace. Grund dafür war der relativ stark vorhergesagte Nordwestwind.
Am Startplatz angekommen, wurden die Schirme vorbereitet, und nach ein wenig Parawaiting wurde eine 71,7 km lange Aufgabe mit Ziel in Fellering ausgeschrieben. Gegen 12:30 Uhr startete ich, um für den Start um 13:30 Uhr gut positioniert zu sein. Mit viel Windversatz ging es zur Basis, und das Rennen begann.
Ich entschied mich zusammen mit einigen wenigen dafür, vorerst auf der Westseite des Tals zu bleiben. Die Hauptgruppe flog den Ridge in Richtung der ersten Wende im Luv, während Pepe und ich es im Lee versuchten. Sehr tief traf Pepe dann auch etwas, und ich flog zu ihm. Gemeinsam machten wir wieder Basishöhe. So konnten wir entspannt die erste Wende – zeitgleich mit der Hauptgruppe, aber einige hundert Meter höher – nehmen.
Etwas unentschlossen flog ich anschließend die optimierte Linie und fand mich schnell wieder bei der Führungsgruppe, die eine bessere Linie gewählt hatte. So ging es bis zur nördlichen Wende, wo ich mich etwas weiter mit dem Wind versetzen ließ und einen guten Bart bis zur Wolkenbasis fand. Während sich die Gruppe im Schatten einparken musste, ging es für mich unter der Wolkenstraße in Richtung der letzten beiden Wenden. Zwei Thermiken später befand ich mich im Endanflug und konnte den heutigen Task mit zwölf Minuten Vorsprung gewinnen.
Nach diesem sicherlich schwierigen Tag hoffen wir auf weitere gute Tasks mit etwas weniger Wind.
Samu
Vom 25.-28.06. steht die Hessenmeisterschaft ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Zum 50. Mal treffen sich Pilotinnen und Piloten aus Deutschland und der ganzen Welt zu diesem traditionsreichen Wettbewerb. Als international ausgeschriebene Veranstaltung bringt die Hessenmeisterschaft erneut ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zusammen – mit bereits bestätigten Piloten aus Deutschland, Österreich, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Italien, Polen, Brasilien, Bulgarien, Slowakei, Belgien, den Niederlanden, den USA und China.
Auch 2026 wird die Hessenmeisterschaft in Kombination mit der NCC (NewComer Challenge) ausgetragen. Dadurch bietet der Wettbewerb nicht nur die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen im internationalen Umfeld zu sammeln, sondern auch Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Liga zu erfliegen. Gleichzeitig bleiben Einsteigerinnen und Einsteiger bestens eingebunden: Regelmäßige Newcomer- Briefings und Debriefings ermöglichen einen einfachen Einstieg in das Wettkampffliegen und fördern den gemeinsamen Erfahrungsaustausch.
Ein weiteres Highlight ist die erneute gemeinsame Austragung mit der Hessenmeisterschaft der Drachenflieger. Damit erwartet die Teilnehmer und Zuschauer ein einzigartiges Flugsport-Event, bei dem Gleitschirm- und Drachenpilotinnen und -piloten gemeinsam die Thermik der Alpen nutzen und die Faszination des Streckenfliegens erleben.
Wir freuen uns auf ein spannendes Jubiläumsjahr, faire Wettkämpfe, viele unvergessliche Flüge und eine großartige internationale Flugsportgemeinschaft. Bis bald in Greifenburg!
Gesamt
Gesamt Damen
Newcomer Challenge
Hessenmeisterschaft
Leider war uns das Wetter am letzten Tag nicht mehr wohl gesonnen. Unsere Aufgabe musste wegen Überentwicklungen und Regen auf Kurslinie gestoppt werden. Nach nur wenigen Kilometern und auch nur wenigen Minuten war das Fliegen beendet. Durch die neuen FAI-Regeln gab es dennoch eine Wertung, und zumindest ein paar Punkte konnten noch gewonnen werden.
Unsere Siegerehrung wurde von schwarzen Wolken und grollendem Himmel begleitet.
Bis nächstes Jahr - Ferdi
Neuer Tag, neues Glück.
Wieder ein Tag in Greifenburg, wieder gute Prognosen. Schon der dritte Tag in Folge, fast schon untypisch für Greifenburg, wie ich es kenne. Normalerweise stehen hier eher Elapsed-Time-Abgleiter-Tasks auf dem Programm, zumindest aus meinen bisherigen NCC-Erfahrungen.
Also erst mal hoch auf den Berg. Mittlerweile war alles gut heißgekocht, und der Hike vom Thermiktreff zum oberen Startplatz wurde schon zur ersten schweißtreibenden Aufgabe des Tages. Oben angekommen, ausgepackt und direkt mit Michel und Ferdi ins Tasksetting. Unser Plan: ein langer, aber etwas einfacherer Task. Nicht einfach, aber einfacher, ohne ganz so große Talsprünge.
Irgendwann waren wir zufrieden, und dann hallte auch schon das bekannte „BRIEEEEFING“ über den Startplatz. Ferdi erklärte alles sauber und detailliert für die Newcomer, danach waren keine Fragen mehr offen.
Um 11:45 ging’s für mich in die Luft. Erst mal aufkurbeln, Basis machen und an der SSS sauber für den Start positionieren. Das klappte gut, also ging’s mit Vollgas Richtung Mockarspitze. Dort markierten schon ein paar Freiflieger die Bärte, und so hangelten wir uns Stück für Stück weiter, bis es in die Lienzer Dolomiten ging. Erst etwas zäh, dann wieder an der Basis, flogen Michel, Thomas und ich gemeinsam zum Turnpoint.
Danach war erst mal Autobahn angesagt, schön unter der Basis den Wolken entlang. Leider kam länger nichts mehr, und so standen wir vor dem nächsten Turnpoint recht tief da. Eigentlich hatten wir im Tal mehr Wind erwartet, aber dann ging es doch erstaunlich gut wieder rauf.
Ab hier trennten sich die Wege. Einige flogen direkt zur Emberger, ich wollte noch etwas länger unter der Wolkenstraße bleiben und später rüber. Meine Route war langsamer, und so waren Michel und ich am Ende wieder gleichzeitig am Startplatz.
Dort sahen wir dann eine riesige Staubwolke. Feuer? Ein fetter Dustie? Nope, leider ein Heli. Wie sich herausstellte, war das auch der Grund, warum der Task kurz darauf gestoppt wurde.
Michel, Thomas, Antun und ich waren zu dem Zeitpunkt schon weiter und haben indirekt beschlossen, den Task trotzdem noch fertig zu fliegen.
Alles in allem ein gelungener Task, leider mit unschönem Stop. Wir drücken dem verunglückten Drachenpiloten die Daumen für eine schnelle Genesung.
Liebe Grüße - Adrian
Bericht von Michel
Die frühe Auffahrt hat sich wieder einmal gelohnt. Das Task-Komitee musste heute gut abwägen, wie die Gewitterlage einzuschätzen ist. Die ersten Zellen im nahegelegenen italienischen Flachland konnten wir vom Startplatz aus am Horizont erkennen. Unsere Motivation nach dem sehr gelungenen Vortag war hoch, eine große Aufgabe zu fliegen. Wer sich auf die pessimistischen Prognosen verlassen wollte, muss jedoch mit Regenschauern und Gewittertendenz am frühen Nachmittag rechnen - keine leichte Abwägung.
Nachdem wir alle Wettermodelle verglichen haben, konnte sich das Task-Trio auf eine 80,6-km lange Aufgabe einigen. Das Risiko, den Task im Zweifelsfall abbrechen zu müssen, haben wir gerne in Kauf genommen, damit wir im Falle des guten Wetters auf unsere Kosten kommen.
Der heutige Task war deutlich anspruchsvoller als gestern: viel mehr Optionen, verschiedene Routen, mehr potenzielle Bastelstellen.
Nach dem doch recht Nordwind durchsetzten Startbart ging es ziemlich schnell in die erste relevante Entscheidung: Die ersten Wenden waren am Eingang vom Drautal gesetzt, die nächste folgende am anderen Ende des etwas südlicher liegenden Gailtal. Es blieb also die Option, früh zum Weißensee zu kreuzen und die südliche Rippe zur Wende abzufliegen, oder über das Drautal Richtung West und dann später an die felsigen Flanken im Süden zu wechseln. Beides wurde als Option wahrgenommen, schneller war am Ende die südliche Route, auf welcher der Weg zur Wende komplett geradeaus geflogen werden konnte.
Bis hierher ging es sehr schnell voraus. Ab dem Sprung an die südlich vom Weißensee liegende Rippe Richtung Wende am Spitzegel wurde der Führungspulk langsam. Starker Gegenwind und super turbulente Luftmassen mit undefinierter zerrupfter Thermik haben uns stark eingebremst. Nur wer sich hier rausboxen konnte, wurde mit einem 20-km langen Abgleiter ins Ziel belohnt.
Super spannender Tag und erneut eine überragende Leistung von allen Teilnehmern der Newcomer Challenge. Glückwunsch an alle, die es ins Ziel geschafft haben!
Wir freuen uns auf die kommenden Tage. Viele Grüße an alle Leser!
Bericht von Jonas
Zunächst sahen die Prognosen noch nach einem frühen Ende wegen Überentwicklung aus. Doch als wir schließlich am Startplatz standen, keimte wieder Hoffnung auf einen längeren Task auf. Und tatsächlich: Am Ende wurde es ein 80,9-km-Run mit traumhaftem Panorama und einigen richtig anspruchsvollen Herausforderungen.
Der Start war spannend gesetzt und ließ viele Möglichkeiten offen. Der Startzylinder lag um den Stagor, sodass man am Gaugen warten, direkt vom Stagor starten oder sogar ganz verrückt vom Latschur auf der anderen Talseite ins Rennen gehen konnte – letzteres traute sich dann aber doch niemand.
Während die meisten den Start vom Gaugen nahmen, pushte ein kleiner Pulk direkt vom Stagor in Richtung erster Wende und verschaffte sich damit zunächst einen entscheidenden Vorteil. Bernhard übernahm die Führung und erreichte als Erster das wunderschöne Weißensee-Panorama. Erst nach dem Sprung auf die felsige Rippe Richtung Westen konnte Ferdi zu ihm aufschließen. Von dort an führten die beiden das Rennen gemeinsam an.
Ich entschied mich, das Rennen etwas konservativer anzugehen und das Geschehen von oben, aber immer in Schlagdistanz, zu verfolgen. Nachdem ich mir gestern bereits meinen Streicher eingehandelt hatte, wollte ich heute nichts mehr riskieren.
Die Taktik ging auf. So konnte ich den durchaus anspruchsvollen und turbulenten Schenkel Richtung Osten zum Spitzeck etwas entspannter angehen und beobachten, wie die Führenden ordentlich durchgeschüttelt wurden. Michel hatte irgendwann genug von tief und schnell und entschied sich endlich zum Aufdrehen. Damit animierte er auch fast alle anderen – bis auf Ferdi und Manfred –, den sicheren Weg nach oben zu wählen.
Raus aus der Suppe, endlich wieder in ruhiger Luft – und dann hieß es nur noch: Vollgas Richtung Ziel.
Dort kam ich direkt hinter Michel an. Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Tagessieg! Und keine Ahnung, wie er das gemacht hat, aber nur ganz kurz nach mir flog auch Ferdi über die Ziellinie.
Es bleibt spannend – und wir freuen uns auf die nächsten Tasks!
Sommerlich heiß, auch unter den Wolken!
Der erste Task war erfolgreich. Beinahe alle haben die Aufgabe gemeistert. Viele strahlende Gesichter sind eine Belohnung für alle Helferlein!
Die Junioren der Liga werden hier ins Tasksetzen eingelehrt und bastelten eine fast klassische, aber doch untypische Greifenburg-Aufgabe über 70 km. Der Schnellste war heute Michel Siebel, der mit 1:32 h eine wahnsinnig hohe Durchschnittsgeschwindigkeit hinlegte.
Die Hitze im Tal war durchwegs ab mittags durchmischt und selbst tiefe Lowsafes wurden möglich. Untypisch für solch heiße Sommertage! Zurück am Boden waren Jacken und Handschuhe schnell wieder trocken, alles am Körper wurde weiterhin immer nasser. Flucht in den See und Schatten waren die nächsten Goals!
Gleich geht es weiter mit ausführlichem Debriefing, damit alle bestens für morgen vorbereitet sind.
Liebe Grüße - Ferdi
8 Uhr, Auffahrt: Die Stimmung ist super, die Motivation mindestens so hoch wie die Invasion, die am Morgen noch sichtbar ausgeprägt war.
11 Uhr, Briefing: Die Invasion hat sich schnell rausgebrannt, die ersten Wolken bilden sich, der Task ist mit 68,4 km optimierter Route gesetzt. Der Nordwind noch deutlich stärker ausgeprägt als erhofft, bleibt die Route vorerst im windgeschützten Bereich rund um die Emberger Alm, bevor es dann nach Süden zum Weißensee und von dort wieder retour zum Eingang Drautal in den Endanflug ging.
13 Uhr, Rennstart: Der Wetterbericht hat nicht zu viel versprochen und so ziemlich alle konnten sich gut unter den schönen, großen Wolken positionieren. Nach der ersten Wende, die schnell erreicht war, ging es Richtung Osten, von wo uns auch schon die ersten Drachen begegnet sind (die Hessenmeisterschaft der Drachenflieger ist heuer zeitgleich mit uns „Tütenfliegern“). Sich von Anfang an hoch zu positionieren war heute wichtig, um die immer wieder auf der Strecke entstandenen Schattengebiete gut überbrücken zu können.
Die Schlüsselstelle war dann kurz vor der Querung zum Weißensee. Das große Schattengebiet am See hat sich zwar pünktlich zu unserer Ankunft aufgelöst, doch stand die Sonne noch zu kurz drin, um effiziente Thermik zu generieren. Wer vorher richtig Höhe gemacht hat, konnte die führenden Piloten überfliegen und direkt in den Endanflug übergehen.
Fast alle Piloten im Ziel, starke Leistung! Mal sehen, was uns die Tage erwartet.
Liebe Grüße - Michel
Die Deutsche Gleitschirmliga tritt zum zweiten Durchgang der Saison an.
Vom 03.-07.06. findet der Schmittenpokal in Zell am See (AUT) statt. 50 deutsche Pilotinnen und Piloten nehmen teil.
Nachdem uns das Wetter gestern nicht hold war und der Task wegen Regen gestoppt werden musste, ging es heute besser. Obwohl es anfangs als wir oben angekommen waren gar nicht so gut aussah. Basis unterhalb vom Startplatz und insgesamt recht feucht. Es sollte evtl auch wieder schon im 14-15 Schauern. Aber die Luft war labil und es ging schon recht früh thermisch.
Im Prinzip sind wir heute eine ähnliche Aufgabe wir gestern geflogen, allerdings etwas kürzer um vor dem vorhergesagten Regen fertig zu sein. Die Steigwerte waren dann sehr gut und zum Teil mit recht anspruchsvollen Böllern durchsetzt. Letztendlich sind wir die 55km Aufgabe sehr schnell geflogen und waren mit einem 43km/h Schnitt schneller als die nominal Time. Vollgasfest in turbulenter Luftmasse mit starkem Sreigem zu sein war heute von Vorteil.
Entscheidend war genug Höhe für den Sprung ins Glemmtal mitzunehmen, was leider nicht allen aus der Führungsgruppe gelang. Ich konnte heute den Task souverän wie gestern wieder für mich entscheiden und gewinne damit auch die Austrian Open/ den Schmittenpokal.
Das Podium werde ich mit Markus (2.) und Johannes (3.) teilen. Bester Österreicher und AT-Meister wird Heli auf Platz 8.
Herzliche Grüße - Daniel
Daniel Tyrkas (GER)
Markus Anders (GER)
Johannes Baumgarten (GER)
Samuel Tanner (GER)
Matthis Nedele (GER)
Michael Gunsilius (GER)
Martin Petz (GER)
Helmut Eichholzer (AUT)
Krzysztof Maciejczuk (POL)
Alexander Schalber (AUT)
Nach unserem gestrigen Ruhetag wegen Regen war heute früh alle topmotiviert bei Sonnenschein beim morning briefing um 8:45. Um 9 machte die Bahn (nur) für uns auf und oben auf der Schmittenhöhe war dann schon weniger Sonne. Wir sollten ein recht kurzes Fenster haben. Das pessimistischste Wettermodell sagte schon um 14 Uhr Regen an. Das optimistischste ab 16 Uhr.
So entschieden wir (ich darf meinen Beitrag im Task Komitee leisten) uns für eine 61km Aufgabe die recht schnell zu absolvieren sein sollte. Die Luft war nach dem Frontdurchgang recht labil und um 11 zeigten Freiflieger erste Thermik an. Also zackig die SSS auf 12:30 gelegt und das Fenster um 11:15 geöffnet.
Ich bin dann auch gleich mal gestartet um mich kurze Zeit später tief auf 1500m an wenigen Thermikblubbern festzuhalten. Während die später gestarteten schon unter der Wolke über der Schmittenhöhe hingen. Zum Glück zog auch meine Thermik irgendwann an und ich konnte mit vernünftiger Höhe das Rennen fast pünktlich beginnen.
Der Weg nach Mittersil ging dann schnell. Sonne Thermik labile Luft. Aber dann kam der Schatten und Hamdbremse war angesagt. Zurück zur Schmitten war es dann tricky. Aber sobald man mal wieder geduldig Höhe gemacht hatte ging es dann ganz gut unter den immer dunkler werdenden Wolken dahin.
Der 2. Weg Richtung Westen war dann zügig, unter immer dunkler werdenden Wolken. Am Pass Thurn schon der erste Schauer. Ich konnte den Wendepunkt als erster noch gut nehmen und direkt in den Endanflug gehen. 1. Tropfen auf dem Visier aber ok. Dann wieder trocken. Vollgas Richtung letzten WP und Ziel. Die Meute hinter mir. Im Pinzgau wurde der Regen mehr und so wurde der Task gestoppt und ohne das wir ihn fertig fliegen konnten.
Hoffen wir das morgen das Wetter länger hält. Gruß nach Hause - Daniel
Der heutige Tag beim Schmittenpokal hatte sich gestern Abend schon ein bisschen angekündigt. Einige schauten auf die Wettermodelle, überlegten - und fuhren vorsorglich heim. Wetterpoker - ohne Karten, aber mit Regenradar.
Ganz daneben lagen sie damit nicht: Am Morgen wurde der Tag offiziell gecancelt. Kein Task, kein Startplatzbetrieb, kein Rudeltrieb. Stattdessen blieb erstmal nur die Frage, ob die Entscheidung gestern Abend mutig oder gebietskundig war.
Die Piloten, die vor Ort geblieben waren, nahmen es entspannt. Einige schliefen aus, andere nutzten den Vormittag für Homeoffice oder sonstige Dinge, die man an einem Regentag eben macht, wenn der Schirm im Packsack bleiben muss.
Bis etwa 11:00 Uhr regnete es noch, danach wurde es langsam besser. Am Nachmittag reichte das Wetter dann immerhin für ein bisschen Bewegung: Einige Piloten starteten noch zu einem kleinen Hike&Fly und holten sich zumindest ihre Tagesdosis Bergluft ab.
Jetzt geht der Blick auf morgen. Die Spannung steigt, die Wettermodelle werden befragt und einzig Interessant ist: Gibt es endlich wieder einen Task, oder verlieren wir die nächste Runde im Wetterpoker?
Grüße von hier - Adrian
Einen Tag später als geplant wurde der Schmittenpokal 2026 eröffnet.
Trotz durchwachsener Wetterprognose sind wieder 130 motivierte WettkampfpilotInnen vor Ort. Nach der Einschreibung und einem kurzen Briefing an der Talstation ging es mit der Bahn Richtung Schmittenhöhe. Dort angekommen stand schon guter Südwind an und die zuerst eher verhaltenen Erwartungen stiegen.
Eine 78,3 km Aufgabe wurde ausgeschrieben, die nach und nach gekürzt und schlussendlich zu einer 46,6 km elapsed time Aufgabe wurde.
Anmerkung der Redaktion: Bei “Elapsed Time” startet das Rennen nicht für alle gleichzeitig in der Luft, sondern die Zeitnahme startet individuell beim Überfliegen des Startzylinders. Als erste/r über die Ziellinie fliegen bedeutet also in diesem Fall nicht unbedingt den Tagessieg. Daher wird diese Art des Starts nur verwendet, wenn sonst kein faires Rennen möglich ist.
Soaren war möglich, jedoch machte eine hohe Schichtbewölkung es der Thermik schwer. Nach dem die ersten Piloten in der Luft waren und auch anfingen thermisch zu steigen, entschied ich mich auch zu starten um in der luft zu warten. Relativ rasch bildete sich eine erste Gruppe die nach dem ersten Höhe machen auch direkt losflog. Jetz die Frage - mit und Leadingpoints sammeln oder warten und von vielen Vorfliegern profitieren?
Ich entschied mich für die zweite Option und ließ noch zwei Gruppen ziehen bevor ich mir meine finale Startzeit holte. Mit glücklichem Timing und gut markierten Thermiken konnte ich kurz vor dem letzten Zick-Zack des Tasks auf die erste Gruppe aufschließen. Danach ging es noch einmal auf die anderen Talseite ins Lee, dort ausgegraben war es auch schon Zeit für den Endanflug.
Mit 1:8,2 flog ich relativ entspannt ins Ziel. Am Ende konnte ich den Task mit 1:12h gewinnen. Jetz gibt es noch was zu essen und wir hoffen auf fliegbares Wetter für weitere Tasks.
Liebe Grüße - Samu
Vom 12.-23.05. trifft sich die Elite des Gleitschirmsports zum Superfinal in Pegalajar (ESP).
Für Team Germany vor Ort: Martin Petz, Daniel Tyrkas, Stephan Schöpe, Ernesto Hinestroza, Markus Anders
weiterführende Informationen
Videos von Martin Scheel
Der Tag schien zunächst alles andere als vielversprechend, da starke Rückenwindbedingungen am Startplatz bis nach Mittag anhielten und wir uns erstmal in der Paralleldisziplin des „Parawaiting“ übten.
Nachdem der Wind dann endlich drehte, wurde eine 120 km lange Dreiecksaufgabe ausgeschrieben. Wohl in der Hoffnung, dass sich die Bedingungen später am Tag verbessern würden – und wir den Kurs wieder im Turbospeed absolvieren würden.
Airstart um 16:15 Uhr. Taskdeadline um 20:30 Uhr. D. h. mindestens ein 30er-Schnitt, um den Task zu schaffen. Kein Problem, oder? Der Beginn des Rennens sah zunächst auch vielversprechend aus.
Es ging zum ersten Wendepunkt auch recht zügig, allerdings waren die Thermiken schon schwächer als bei den bisherigen Tasks und die Basis auch nicht ganz so hoch. Der zweite Schenkel gestaltete sich schon zäher und die ersten Piloten mussten vorzeitig landen. Vom letzten WP Richtung ESS wurde es dann richtig zäh.
Die Sonne tief, die Thermik schwach und kaum mehr Basishöhe. Martin und ich mit einem Low-Save. Jetzt hieß es: Geduld haben, alles mitnehmen und nichts abreißen lassen. Survival-Game der verbleibenden fliegenden Piloten gegen das Absaufen.
Irgendwie schafften wir es noch, die ESS zu erreichen, aber das Goal war keinem Piloten vergönnt. Bis auf einen, der hinten dran am letzten WP geduldig maximal aufdrehte und so alles mitnehmend alle überflog – und damit quasi allen einen weiteren Streicher verpasste.
So endete der Tag und das Superfinale mit einem Massenbombout in den Olivenhainen für die Piloten und einer Retrieve-Challenge für die Organisation.
Ich entschied mich statt Punktmaximierung und gegebenenfalls feindlicher Bekanntschaft mit Olivenbäumen für eine lichtere Olivenplantage, auf der schon Martin stand. Für unseren Retrieve mussten wir dann noch Dornengestrüpp und einen „Canyon“ überwinden. Zum Glück aber nicht katastrophal – und so schafften wir es noch vor der Dunkelheit zurück.
Die Siegerehrung wurde aufgrund der Ereignisse auf 23 Uhr verschoben und trotz des dramatischen Finales blieb das Gesamtpodium unverändert. Andy Tallia sicherte sich den Sieg im 15. Paragliding-Superfinale, während Constance Mettetal nach einer konstanten Rennwoche die Damenwertung gewann.
Spannende, eindrucksvolle Tage mit einer Top-Organisation und strategisch-taktischem Racing auf höchstem Niveau mit über 900 geflogenen Kilometern inklusive knapp 4000 m Ausblick auf die Sierra Nevada bleiben in Erinnerung.
I’ll be back. Saludos – Daniel
Aufgrund von weiter anhaltenden Süd-Wind (=Rückenwind am Startplatz von Pegalajar) sind wir heute an einen Startplatz bei Granada gefahren worden. Blick in die Ebene von Granada in die andere Richtung die Sierra Nevada. Schneebedeckt. Irgendwie skurril bei der Bullenhitze am Startplatz. Kaum ein Lüftchen und ziemlich stabile Suppe. So wurde der Start auch nochmal um 30min auf 15:30 verschoben.
Dann gings zuerst zäh aber alle waren angezogen von den hohen schneebedeckten Bergen. Wo es dann auch auf fast 4000m zum aufdrehen ging. Beeindruckende Aussicht. Zum Startzylinder wieder raus Richtung stumpfe Ebene. Und wieder zurück zur Sierra. Dort haben alle in top Steigen nochmals maximal aufgedreht bevor wor dann Richtung Norden in die nächste stabile und windige Ebene abgebogen sind und die meisten recht tief kamen.
Ich hab die Hamdbremse reingehen und n windigen lowsafe hingelegt. Dabei den Martin getroffen und gemeinsam wieder gut aufholen können. Zum Schluss raus war ich dann gut positioniert und konnte mit den ersten die End of Speed queren. Wobei der erste 13!min vorher schon in der ESS war es aber leider nicht ins Goal geschafft hat.
Deshalb hat Maxime auch nur 900 statt 1000 pkt für seinen Sieg bekommen. Die 140km haben wir wieder mit einem ca 40er Schnitt absolviert. Ein spannender vielseitiger Task mit Höhen und Tiefen.
Morgen das grande Finale. Die ersten 2 trennen nur 0.1 Punkte
Saludos - Daniel
Es war gutes Marketing, uns gestern zwei Sterneköche vorzustellen. Mangels Task haben sich eine Handvoll Italiener und Deutsche das Restaurant eines dieser Köche ganz genau angesehen - 17 sensationelle Gänge lang, um genau zu sein. (Es gab genau drei Tische.) Das dauert, und somit war der Tag eigentlich schon rum. Wer trotz der Nahrungslast noch bewegungsfähig war, hat sich noch mal in die Berge begeben, der Rest hat gearbeitet.
Morgen sieht es wieder besser aus. Nicht perfekt (immer noch etwas zu viel Wind und wir sind eigentlich skeptisch, dass das passen wird), aber es gäbe durchaus die Chance, einen Task von einem anderen Startplatz zu fliegen. Daher geht’s morgen “schon” um 9:30 Uhr zu den Shuttles. Daumen drücken!
Gestern begann der Tag erst sehr spät, da es ungewöhnlicherweise Südwind am Start hatte. Manche Modelle zeigten allerdings, dass der Wind am Nachmittag wieder auf eine startbare nördliche Richtung drehen sollte. Die Auffahrt wurde daher auf 13:30 Uhr nach hinten verschoben und der Racestart für die potenzielle 72-km-Aufgabe auf 17 Uhr gelegt. Um 16:30 Uhr glaubte allerdings niemand mehr daran, dass der immer noch sehr deutlich falsche Wind drehen würde, und der Task wurde zum Restday erklärt. Später flog es zwar noch, aber für eine Aufgabe hätte es nicht gereicht.
Abends stand das Pilot Dinner auf dem Programm. Zwei Sterneköche verwöhnten uns mit einem Gruß nach dem anderen aus der Küche. Eine kluge Wahl, denn jeder weiß, was passiert, wenn man Wettbewerbspiloten auf ein Buffet loslassen würde. Wilde Raubtiere sind Schoßhunde dagegen. Und so eröffnete Íñigo, unser Wettbewerbsleiter, den Abend mit: „Schön, dass ihr da seid. Ihr könnt schon reingehen, aber niemand fasst etwas an.“ (Oliven, Brot und Getränke standen schon bereit.) Und tatsächlich schaffte es die Wettbewerbsherde, den Raum gesittet zu betreten, um dann erst nach den einführenden Willkommensworten (bei absoluter Stille!) der zwei Köche immer noch einigermaßen gesittet über die mittlerweile angekommenen ersten Häppchen, die vier verschiedenen Olivenöle sowie den guten Wein, mit dem wir den Abend auch beenden sollten, herzufallen.
Heute (21.05.) ist der Wind leider wieder wie gestern (eher noch falscher), daher wurde der Tag schon heute Morgen abgesagt.
Grüße aus Spanien - Steph
Hallo aus dem Bus auf dem langen retrieve aus Yelmo. Langsam mutiert das Superfinal zum Ausdauersport. Die Tasks sind lang. Und die Heimfahrt aus dem Goal auch. Gestern waren wir erst um 22 Uhr zurück und heute wir es wohl nicht viel früher.
Die Bedingungen werden langsam stabiler. Und so waren heute die Steigwerte vor allem unten raus nicht so stark wie gewohnt und die Thermiken standen weiter auseinander und waren nicht so leicht zu finden da wir auch keine Wolken hatten. Gemeinsam im Rudel ging es dann aber doch sehr gut und es wurde ordentlich gepusht. Bloß nicht zögern und immer schön mitziehen war die Devise was heute gut geklappt hat.
Im Endgame war ich dann wieder etwas zu konservativ und hab noch ein paar Kreise mehr gemacht was mich knapp 1:30 min auf den ersten gekostet hat (ca 3-4 Kreise zu viel). Aber nachdem ich gestern zu viel gepusht habe und das Ziel nicht gesehen habe wollte ich lieber safe im Ziel sein
Unglaublich wie eng das Feld hier ist. Es geht tatsächlich auch nach so einem langen Task um Sekunden. Heute gab es sogar 2 schnellste, die auf die Sekunde gleich die End of Speed Section gequert haben.
Morgen nochmal. Am Donnerstag könnte aufgrund von Wind ggf Restday sein. Wir werden sehen.
Saludos - Daniel
Nach dem vielen Regen gestern erwarteten wir eher schwächere Bedingungen als die Tage vorher. Der Task führte uns zunächst durchs Flachland, und später mit höherer Basis über ein paar hohe Berge, mit einem kleinen Zickzack auf einem Hochplateau zum Schluss.
Bis zu den Bergen war es dann auch eher schwach, und nach einerunde weile fanden sich alle in einem großen Pulk zusammen. Da die Berge auch nicht so recht funktionieren wollten, war der Schlüssel zum Erfolg mit genügend Höhe an die Berge zu fliegen um dann dort eine Blase zu erwischen die einem genügend Höhe gab.
Ernesto und mir gelang das recht gut, und so konnten wir bald das Gebirge queren. Viele andere hatten eher Schwierigkeiten und so ließen hier einige Zeit liegen. Im Flachen war es dann komplett blau und kurz nach der vorletzten Wende worden wir vom zweiten Pulk, angeführt von Daniel überflogen. Siegessicher zogen sie Richtung letzte Wende davon, nur um kurz darauf knapp über dem Boden gegen das Absaufen zu kämpfen. Gewonnen hat heute Guy Anderson aus GB.
Grüße aus Spanien - Martin
Fliegen oder nicht fliegen? Das wurde gestern bereits in der Chat-Gruppe heiß diskutiert. Denn wenn wir ab jetzt jeden Tag fliegbares Wetter haben, müssen wir an einem fliegbaren Tag einen Pausentag machen. Und heute sah es - je nach Wetterbericht - eher grenzwertig feucht aus, mit Überentwicklungsgefahr.
Nächste Woche könnte es aber auch mal zu windig sein, daher entschied die Organisation heute Morgen, dass wir einen Task versuchen. Wie schon am ersten Tag war es mehr oder weniger eine gerade Linie Richtung Nordosten, mit einem weiteren Wendepunkt, um uns aus sicherer Richtung ins 72 km entfernte Ziel zu bringen.
Und man kann sagen, dass der Task sehr gut gesetzt war, denn auf der optimierten Linie hatten wir eher das Problem, dass es zwischenzeitlich sehr blau war, während sich rechts und links in 40 km Entfernung die Wolken türmten. Dabei war es egal, in welcher Gruppe man war, denn bereits am Start teilte sich das Feld zwischen zwei Wolken zum Warten auf und flog dann mit etwa 6 km horizontaler Distanz parallel auf die erste und letzte Wende zu.
Wie schon öfter diese Woche war es am Ende so, dass die hintere Gruppe der beiden gegen Ende gut gelaunt über die andere hinwegflog und in den Endanflug ging. Wettertechnisch ging es sich perfekt aus. In Richtung letzter Wende sah es zwar aus, als würden wir nach Mordor fliegen, allerdings war die graue Wand stationär und noch weit genug entfernt. Im Ziel schien weiterhin die Sonne, und die ersten Tropfen hatten wir erst auf der Rückfahrt auf der Windschutzscheibe. Perfekt gesetzt also für den Tag.
Weiterhin ist das Feld unfassbar komprimiert zusammen im Ziel. Ein Kreis zu viel und man wird zehn Plätze nach hinten geworfen.
Schnellster Deutscher war heute Martin, aber der wurde leider vom italienischen Team gekidnappt. Im besten Fall wird er morgen wieder Schnellster von uns und kann alles noch mal völlig anders aus seiner Sicht erzählen.
Ansonsten nichts Neues hier. Kamin an, Thunfisch rein. Gute Nacht.
Steph
Es war ein Rennen, ein Rennen über 124 Kilometer. Wir starteten in der Ebene, direkt vor dem Startplatz, und wir mussten über die höchsten Berge fliegen.
Über den Bergen gab es starke Thermiken, sechs Meter, ein bisschen turbulent, die Bedingungen waren sehr hart. Es war wichtig, diese starken Thermiken zu finden, um gut positioniert zu bleiben und bequem der Route zu folgen, die hinter dem Startplatz zum zweiten Wendepunkt führte. Es war sehr wichtig an diesem Tag, schnell zu fliegen und diese Aufwinde und die besten Linien entlang der ganzen Strecke zu bekommen, damit wir, wenn wir wieder in die Ebene zurückfliegen mussten, gut positioniert waren. Zum Glück gab es ein paar Wolken, nicht viele, aber wir konnten ein bisschen lesen, wo die besten Linien waren. Es war sehr wichtig, wieder in die Ebene zu kommen, in einer guten Position. Dann, das Niveau im Wettbewerb ist sehr, sehr stark, alle Piloten sind sehr gut. Man muss sehr konzentriert sein und auf alles achten, was um einen herum passiert. Als wir wieder in die Ebene kamen, gehörten wir zu den Ersten. Es teilte sich in zwei Gruppen, und ich war in der Gruppe, die weiter oben war. Dann griffen wir an Richtung des Wendepunkts in der Ebene, und die Gruppe kam dann etwas höher und überholte uns. Aber ich entschied mich, ruhig zu bleiben, und zum Glück fanden wir Thermik von ganz unten, stiegen sehr schnell auf und konnten uns wieder mit der ganzen Gruppe verbinden, in einer guten Position. Am Ende mussten wir zurückfliegen und den vorletzten Wendepunkt nahe dem Berg machen. Und es hat sehr gut funktioniert, die Aussicht genießend mit all den Olivenbäumen in Andalusien.
Das Ziel war nahe Mancha Real, ein sehr schöner Ort, umgeben von Oliven. Ich bin sehr glücklich, dass die Bedingungen uns helfen, der erste Deutsche im Ziel zu sein, und ich hoffe, dass mir noch viele solcher Tage bevorstehen. Es bleiben noch sieben Tage.
Grüße aus Spanien - Ernesto
Heute hatten wir zum Glück keinen Task, denn wir wären ziemlich sicher beim Versuch zu starten hinter den Startplatz in die Stierkampfarena von Pegalajar verweht worden.
Stattdessen gab’s gegen Mittag Paella für alle an der Bar neben dem Startplatz. Wer nicht remote arbeitet, hat ansonsten entweder seinen Schirm vermessen (vermutlich auch Stäbchen geschnibbelt) oder ist auf Umwegen durch die Berge zur Paella gepilgert.
Der in der Höhlenwohnung lebende Teil von Team Deutschland (etwa drei Fünftel) ist wie jeden Tag der Sucht nach Baguette mit Thunfisch, Tomate und Avocado nachgegangen. Aktuell liegen wir nach drei Tagen bei etwa 2 kg und in der Küche stapeln sich noch weitere zwei. Wenn man sich das Blei einverleibt, muss man es nicht im Gurtzeug verstauen. Eigentlich klug, macht aber dumm. Aber auch Spaß. Mist.
Mangels Sonne war der Kamin heute schon um 16 Uhr an. Zum einen, um gegen die ungewöhnlich kühlen Temperaturen anzukämpfen, die wir hier haben (nachts auch gerne einstellig), zum anderen, um die Feuchte aus der Höhle zu heizen.
Morgen schaut es wieder gut zum Fliegen aus! Ich muss weg, die nächste Dose öffnen. Meine Mitbewohner schauen schon extrem hungrig, und Snickers ist aus. Das wird mir zu heikel.
Liebe Grüße - Steph
Heute haben wir bei bestem Wetter einen längeren Task serviert bekommen. Weil morgen ist wohl zu viel Wind (30kt) und dann haben wir Gelegenheit zum ausruhen... :D hieß es beim Task Briefing.
Der optimierte Startpunkt war recht weit weg (13km vom Startplatz) und so machten wir uns zeitig startklar um früh zu starten.
Pünktlich zum Start waren aber auch alle draußen an der Wolke geklebt und los ging die Hatz. Erstmal gegen den Wind, dann um die großen Berge rum mit Wind von der Seite und dann den letzten Schenkel mit Rückenwind ins Goal. Die Linienwahl ist hier besonders kritisch. Man kann gern mal förmlich aus dem Himmel fallen wenn man ne schlechte Linie erwischt.
Das Niveau hier beim Superfinal ist enorm hoch und das Feld super eng zusammen. Kleine Fehler oder ein verpasster Zyklus und schon ist man hinten dran und bekommt weniger Leadingpoints.
Und die sind hier durchaus entscheidend da wir auch heute trotz Aufteilung des Feldes in Gruppen und trotz des langen Tasks im Sekundentakt ins Ziel kommen.
Heute knapp 70 Piloten innerhalb der ersten 3 Minuten. Entsprechend klein sind auch die Punktabstände. Alles in allem ein sehr schöner Task den wir so ähnlich auch schon vor 2 Jahren bei der EM geflogen sind. Der Endanflug war recht bockig und im Ziel gingen ordentliche Böen durch so das Aufmerksamkeit gefordert war. Die schnellsten Piloten haben die 132 km in 3h absolviert, was einem Schnitt von gut 41km/h entspricht.
Racing pur. Ich freue mich auf mehr.
Saludos aus Spanien - Daniel
Hier geht es sehr gemütlich kurz vor Mittag zum 10 Minuten entfernten Startplatz. Dort gibt's dann ein lecker Lunchpaket für jeden. Heute waren viele Zuschauer da und zur Eröffnung gab's eine Fallschirm Show von der Spanischen Airforce.
Wir bekamen zum warm werden eine 86km oneway Aufgabe serviert, bei der lediglich ein Wegpunkt kurz vor Ende des Rennens zu nehmen war.
Ich habe vorsichtshalber mein Ego zuhause gelassen und ich werde versuchen hier brav mit der Gruppe zu fliegen. Das hat zwei Gründe. Zum einen fände ich es schön, nach zwanzig Jahren Wettbewerbsfliegerei mal ein gutes Ergebnis auf so einem starken Wettbewerb zu erfliegen, zum anderen ist die Absauferei hier kein Spaß. Freie Wiesen sind selten und die besten Möglichkeiten sind Olivenplantagen mit etwas breiteren Reihenabständen.
Heute gelang es mir auf jeden Fall schon mal recht gut meine Vorsätze umzusetzen und so konnte ich mir beim Masseneinlauf im Ziel eine sehr schöne Top10 Position sichern.
Schauen wir mal wie es weitergeht, nicht das mein Ego noch spontan einen Last Minute Flug gebucht hat...
Grüße nach Hause,
Martin
Nach einer langen Saison mit insgesamt 7 Events erfliegen wir hier in den nächsten elf Tagen den Gesamtsieger und/oder die Gesamtsiegerin. Das Gebiet ist nicht unerprobt für hochkarätige Wettbewerbe. Erst vor zwei Jahren fand die EM hier statt, und manch einer aus unserem Team war schon deutlich öfter hier in seiner Wettkampfkarriere. Pegalajar liegt am Rand der Sierra Mágina, einem der größten Naturparks Andalusiens, umgeben von endlosen Olivenhainen und bekannt für kräftige, oft sehr trockene Thermikbedingungen.
Im Gegensatz zu den Vorjahren ist es dieses Jahr allerdings weniger trocken und die Thermik weniger kanonisch. Das wussten zumindest die Teilnehmer:innen der Niviuk Open zu berichten, die hier letzte Woche bereits stattfand.
Heute wäre eigentlich unser Trainingstag gewesen. Der wurde aber leider wegen deutlich zu starken Winds abgesagt, und so hat sich Team Germany am Morgen zu Fuß auf in die „Berge“ gemacht. Nur Daniel blieb in der Unterkunft, um den Schirm regelkonform zu trimmen (mehr dazu später). „Berge“ deshalb, da der Startplatz mit seinen 150 Metern Höhendifferenz zum direkten Landeplatz nicht viel höher liegt als das Dorf.
Der Rest des Nachmittags wurde mit Materialchecks und Inspektion von neuem Equipment oder noch mehr Sport verbracht, bevor es aufging zum obligatorischen Eröffnungsbriefing. Das wurde diesmal mit besonders viel Spannung erwartet, da die Anfang des Jahres neu eingeführte Reduzierung der Trimmtoleranz von ±20 mm auf ±10 mm im Vorfeld für viel Diskussion emotionalen Meinungsaustausch gesorgt hatte.
Wir waren auf alles vorbereitet - von Massenschlägerei bis Scheiterhaufen. Am Ende blieb es aber ruhig. Fast verdächtig ruhig.
Danach zog der Wettbewerbspulk noch gemeinsam mit einer Schar Kinder als Fahnenträger unter Applaus durch das Dorf, vorbei an der berühmten „La Charca“, dem historischen Wasserbecken im Zentrum von Pegalajar, bevor wir mit Tapas und Freigetränken in die Nacht entlassen wurden.
Morgen schaut es gut fliegbar aus, und wir sind gespannt, was Pegalajar mit seinen vielen Olivenbäumen und der dazu antiproportional kleinen Anzahl an Landeplätzen zu bieten hat.
Drückt uns die Daumen!
Ernesto, Daniel, Markus, Martin und Stephan
Vom 06.-10.05. findet der NRW Cup, welcher die diesjährige NRW-Landesmeisterschaft darstellt, statt. 67 deutsche Pilotinnen und Piloten kämpfen um den Titel.
Stüppel-Time. Wie schon im Vorjahr ging es für den letzten Task zum Nordwest-Startplatz von SauerlandAir. Die ersten Vorflieger weckten jedoch wenig Begeisterung, da sie kaum über verlängerte Abgleiter hinauskamen. Weit weg schien der fast perfekte Vortag.
Pünktlich um 12 Uhr mittags hielten sich dann aber die ersten Comp-Flieger am Hang und es dauerte nicht lange, dann zog die erste Thermik durch. Die Motivation stieg so wie die erreichbare Basishöhe. Vor den 87 Pilotinnen und Piloten lag ein Zickzack-Kurs nach Westen, dann zurück und schließlich mit Zieleinlauf am Headquater in Elpe. Auch wenn der Task mit 37 Kilometern machbar erschien, war das Sauerland zwischendurch wieder einmal so abgeschattet, dass viele schon beim Start Probleme hatten, überhaupt ausreichend Höhe zu machen, sie zu halten und dann auch auf Kurs zu gehen. Am Ende schafften es genau acht Piloten ins Ziel, der schnellste Tomas Drnec aus Tschechien nach 1:52 Stunden.
Jonas Prüssig wurde 7., konnte sich damit aber trotzdem den Gesamtsieg holen. Beste Fliegerin des NRW CUP 2026 war Zoé Vanhersecke aus Großbritannien. Der letzte Task sorgte dann noch einmal für Schlagzeilen, weil ein Pilot von der Höhenrettung der Bergwacht Willingen vom Baum geholt werden musste. Die Profis sorgten dafür, dass der Gleitschirmflieger unverletzt wieder runter kam.
Gesamt
Damen
Das Sauerland und das Wetter, manche meinen, der Name sei Programm. Der zweite Wettbewerbstag des NRW CUPs war der Beweis dafür, dass die Meteo durchaus auch mal positiv ausschlagen kann. Mit einer Basis von 2000 Metern und 4/8 Bewölkung waren zwei Zutaten für ein vielversprechendes Rennen vorhanden. Allerdings fehlte für den Startplatz Wenholthausen noch eine dritte wichtige Komponente: Der Wind. Während er am Vortag mit Abwesenheit glänzte und viele Piloten an die Grenzen ihrer Startfähigkeiten brachte, stand er jetzt an.
Kaum gestartet, erlebten viele Pilotinnen und Piloten völlig neue Töne ihres Varios. Es katapultierte sie förmlich nach oben. Der Start war für die meisten dadurch ein leichtes Spiel. Allerdings standen die ersten kurz danach schon wieder am Boden. Das Sauerland sind eben nicht die Alpen. Der weitere Verlauf des Tasks hatte alles zu bieten. Von Wolkenstraßen mit Wohlfühlfliegen bis zu Low-Safes und Abstehen unter Abschattungen. Es war insgesamt ein runder Tag für die meisten, allerdings mit krönendem Abschluss für nur ganz wenige.
Vier der 95 gestarteten Piloten landeten am Ende unter Applaus auf dem Sportplatz des Cup-Headquaters. Bester Pilot war Jonas Prüssing, beste Pilotin des Tages Zoe Vanhersecke. Für den dritten und letzten Tag könnte es heißen: Festhalten, es geht abwärts. Die meteorologische Achterbahnfahrt geht weiter.
Es war ein Pokern bis zuletzt. Absagen oder nicht? Das Team um Manuel Moreno und Martin Risse entschied sich für ein “all-in”. Am ersten geplanten Wettbewerbstag des NRW Cup 3. Edition regnete es noch, doch der Freitag glänzte dann mit Sonne und kaum Wind. Beste Aussichten? Scheinbar.
95 Piloten wollten es wissen, der Task war gesetzt in Wenholthausen, dem Südwest-Startplatz von SauerlandAir. Mit fast null Wind und Sonne sollte es funktionieren. Doch Wolken und einige Schwächen beim Vorwärtsstart machten schon den Startvorgang zum Abenteuer. Für viele hieß es direkt unterhalb der Graskante nächster Halt: Ginsterbüsche.
Den gesetzten Task von 45 Kilometern schaffte keiner der Piloten. Das Sauerlandwetter bewies sich mal wieder als launisch und so war die Region am Nachmittag abgeschattet. Am weitesten kam am ersten Tag Konrad Görg, beste Pilotin und 7. in der Gesamtwertung wurde Julia Menzel. Die Aussichten für die nächsten Tage sind vielversprechend.
Die Deutsche Gleitschirmliga startet in die Wettbewerbssaison 2026.
Als erster von insgesamt sieben Ligadurchgängen findet vom 16.-19.04. der Staufen Cup in Bezau (AUT) statt. Insgesamt 62 deutsche Pilotinnen und Piloten nehmen am Saisonauftakt teil.
Der heutige 79km Task ging vom Startplatz in Bezau zu dem westlichen Ausleger des hohen Ifen Massives, dann nach Norden Richtung Immenstadt mit einem Radius am Stuben der Nagelfluhkette, dann Richtung Westen zuerst weiter entlang der Nagelfluhkette mit Option über einen kleinen Umweg über die Andelsbucher Berge den westlichen Wendepunkt zu erreichen und dann über ein kurzen Abstecher nach Süden und wieder zurück ins Alpenvorland zum Standart Ziel hier mit Landeoption in Bezau oder Andelsbuch.
Ich selber war im Taskcommittee bei der Gestaltung der Aufgabe beteiligt. Wir wollten sie weitgehend im Nördlichen Gelände setzen, da in den hohen Bergen Wolken Ausbreitungen gemeldet waren. Dazu sollte er abwechslungsreich sein, was wir mit dem Schenkel Richtung Mittag angedacht haben, einige Schenkel waren so gelegt, dass sie mehrere Routenwahlen offen ließen. Zudem sollte er mit 79km nicht zu lange gestaltet werden, da am Abend die Siegerehrung anstand (morgige Tag wurde schon wegen schlechtem Wetter abgesagt)
Nach dem Start spürte man gute Thermik ohne Sperrschichten und eine Basis auf ca. 2500m. Der Weg bis kurz vor die Nagelfluhkette konnte gut und effizient geflogen werden. Dort machte sich aber der erstaunlich starke Westwind in Form von zerrissener Thermik und Turbulenzen bemerkbar. Leider war ich, als wir dies bemerkten, eher vorne tief platziert und musste mich nervenaufreibend sehr tief um den Pass südlich des Hochgrat kämpfen. Zum Glück war das für mich nicht das erste Mal an diesem Pass und da ich wusste, dass das Gebiet immer weiter abfällt und somit meine Chancen auf Thermik immer besser werden, flog ich weiter in Kursrichtung. Bis ich schließlich auf ein 3m Bart und kurz darauf auf einen geilen 5m Bart traf, der mich mit Raketenspeed wieder hoch an die Basis beförderte. Dort kam gerade der Spitzen Pulk an und ich war wieder Back im Business. Von dort flog ich eine Weile mit dem Pulk, diese passive newschool Pulk-Fliegerei (immer Vorflieger haben und bloß nicht voraus fliegen) war dann aber nicht so meins und Ich entschied mich mit der Andelsbucher Ridge in Reichweite weniger passiv wie der Pulk und mit viel Gas vorne raus zu fliegen. So erreichte ich die Ridge mit einem kleinen Vorsprung. Diesen Vorsprung konnte ich die letzten 25km halten und bin mit den ersten als höchster in den Endanflug gegangen. Zwei Piloten die tiefer losflogen kamen früher in den schiebende Talwind und flogen somit ein paar Sekunden früher über die Ziellinie. Durch die hart erkämpften Leadingpoints ging der Tagessieg aber glücklicherweise trotzdem an mich. Hat Spass gemacht. Bis bald mal wieder.
Manu (Dieser Bericht ist ohne KI entstanden ;))
Landesmeisterschaft Baden-Württemberg
Gesamt
Damen
Sportklasse
Serienklasse
Der zweite Task des Staufen Cups wurde mit vielversprechenden Bedingungen angesetzt. Die Vorhersage zeigte eine Basis von über 2000 m an der Niederen, inneralpin sogar bis etwa 3000 m – also eigentlich beste Voraussetzungen für einen guten Tag.
Die Aufgabe führte über insgesamt 99 km: erste Wende am Hochtannbergpass, weiter ins Große Walsertal, zurück Richtung Balderschwang und schließlich mit einem Abstecher nach Norden ins die gewohnte ESS mit Landung in Andelsbuch oder Bezau.
Zu Beginn gab es noch kurze Unklarheiten bezüglich der Startzeit. Als dann jedoch 13:00 Uhr bestätigt wurde, blieb ausreichend Zeit, sich für die zweite Startvariante im Großen Walsertal zu positionieren. Der Weg dorthin gestaltete sich allerdings alles andere als einfach. Trotz blauem Himmel war die Thermik schwach und zerrissen, was das Hochkommen deutlich erschwerte.
Der Kampf zahlte sich aus: Kili und ich konnten der Wolkenstraße folgend zügig die erste wende nehmen, während sich die Piloten, die an der Niederen gestartet waren, weiterhin mit den schwierigen Bedingungen abmühten.
Im Großen Walsertal wurde es dann nochmals kritisch. Das Tal sollte eigentlich hoch abgeflogen werden, doch wir gerieten fast zu tief. Gerade noch rechtzeitig fanden wir einen rettenden Bart. Danach war deutlich mehr Geduld gefragt. Zunehmende Cirren sowie ein auffrischender bayerischer Wind bremsten das Vorankommen Richtung balderschwang und weiter nördlich spürbar.
Inzwischen war auch Manu zu uns aufgeschlossen, im Dreierpack ging der Abschnitt dann doch besser als befürchtet und so konnten wir uns über einen schönen Flugtag freuen.
Überschattet wurde der Tag leider von zwei Unfällen*. Sie haben einmal mehr gezeigt, wie schnell sich die Situation ändern kann und dass der bayerische Wind, insbesondere auf den Südseiten, ein nicht zu unterschätzendes Lee erzeugt.
Wir wünschen allen nur das Beste und hoffen morgen auf einen neuen schönen Flugtag - Grüße, Christian
* Anmerkung der Redaktion: Einer der Unfälle ereignete sich im Rahmen des Wettbewerbs vor dem Rennstart in der Nähe des Startplatzes. Der andere wurde unabhängig vom Wettbewerb (Freiflieger) im Rennverlauf beobachtet und versorgt.
Nach einer eher kalten Nacht am Camp begrüßte uns am Morgen erstmal grauer Himmel. Die Vorhersagen waren aber gut und so bestiegen alle Piloten um 9 Uhr frohen Mutes die Gondel auf den Berg.
Im Bergrestaurant nahm dann der eine oder andere noch ein 2. Frühstück zu sich um sich gestärkt dem Briefing zu widmen. Noch schnell das Lunchpack gegriffen und die letzten Meter zu Fuß zum Startplatz.
Die Sonne begann sich auch zu zeigen und auf dem Taskboard wurden 84km angeschrieben. Ein Zickzack im Norden der Andelsbuch Ridge in den flacheren Hügeln, da die Basis für die Berge doch noch eher niedrig war. Manche schien das nicht sehr zu stören, da ist sicher noch Optimierungsbedarf bei dem einen oder anderen bezüglich sportlich fairen Verhalten. Reizthema Wolkenflug.
Ansonsten war es ein schöner Task mit Mix aus Bergen und Flachland. Durchaus auch mal tricky mit ausgedehntem Schatten.
Für die nächsten 2 Tage ist super Wetter vorhergesagt und ich freue mich auf weitere schöne Tasks. Jetzt geht es erstmal zum Pilots Dinner.
Herzliche Grüße aus Bezau vom hungrigen Daniel
Vom 01.-06.04. findet wieder traditionell die Montegrappa Trophy in Bassano (IT) statt.
Für Team Germany vor Ort: Elisa Deutschmann, Celine Lorenz, Daniel Tyrkas, Stephan Schöpe, Kilian Hallweger, Ferdinand Vogel, Markus Anders, Daniel Fischer, Marc Wensauer, Matthis Nedele, Samuel Tanner, Adrian Gebhart, Martin Petz, Ernesto Hinestroza, Peter Nägele, Michael Gunsilius, Stefan Berhard, Johannes Baumgarten
Nach fünf Tasks in fünf Tagen ging die Trofeo Montegrappa heute ohne Regen und große Zwischenfälle zu Ende. Es waren ungewöhnliche Bedingungen für Bassano, und die Luftmasse wurde von Tag zu Tag stabiler.
Heute hat es sich angefühlt, als würde man mit einem textilen Teigschaber durch gradientenschwach geschichtete Teigmasse fliegen. Am Hang ging es mal und mal wieder nicht. Im Flachen ging es mal besser als erhofft und mal gar nicht. Umso technisch anspruchsvoller wurden die Tasks über die Dauer des Wettbewerbs.
Die Rangliste wurde täglich durchgemischt, und nicht wenige Favoriten landeten eher auf den Plätzen „unter ferner liefen“.
Für uns war es ein toller Einstieg in die Wettbewerbssaison, und wir freuen uns alle schon auf den ersten Liga-Durchgang beim Staufen Cup in Bezau in knapp zwei Wochen.
Bester Deutscher: Ernesto Hinestroza (16)
Beste Deutsche: Elisa Deutschmann (44)
Endlich wieder Saisoneröffnung in Bassano. Nachdem die Trofeo in den letzten zwei Jahren wetterbedingt abgesagt wurde, waren uns die Wettergötter dieses Jahr gnädig. Der Wetterbericht sagt durchgängig Sonne (oder zumindest sonnig) und von Regen keine Spur. Vom heutigen Nordföhn haben wir auch kaum was gemerkt. Bassano eben.
Abgesehen vom hohen Niveau ist die Trofeo auch dadurch besonders, dass sie die meisten Wettbewerbspiloten (wenn sie nicht in Kolumbien oder Indien waren) aus dem Winterschlaf holt. Man trifft Freunde, die man lange nicht gesehen hat, tauscht sich aus über Neues aus der Gleitschirmwelt und darüber hinaus und freut sich gemeinsam auf die kommende Saison.
Der heutige Tag hat schon mal spannend angefangen. Statt schnell und kurz wurde es eher laaangsam und kurz – mit Umwegen. Flachland? Berge? Dazwischen? Gewissermaßen Lotterie. Komisch, dass aber wieder mal dieselben Glück hatten. Zumindest vorne. Dahinter wurde bunt gewürfelt und beim abendlichen Debriefing wurde nicht schlecht gestaunt über manch extra gute oder auch extrem schlechte Linie.
Team Deutschland ist vereint gut drauf und die Stimmung im Camp hervorragend. Hoffen wir, dass es so bleibt. Für viele unserer Pilot*innen ist es die erste Trofeo. Die Nachwuchsförderung scheint zu funktionieren. Für tägliche Updates vor und hinter den Kulissen schaut auf unserem neuen Instakanal vorbei.
Oder hier zum Abschlussbericht am Montag.
Beste Grüße aus Bassano:)
Vom 14.-21.02. fand die nächste Ausgabe des PWC im Panchgani (IND) statt. Für Team Germany war Bernd Hohlmeier vor Ort und berichtete live vom Wettbewerb.
Gestern war der fünfte Task – und laut Vorhersage der bisher windigste Tag. In der Höhe waren rund 25 km/h angesagt, die gegen Nachmittag etwas nachlassen sollten. Der Wind kam aus Süden. Ungewöhnlich, dass man dann an der Nordostseite startet, aber hier funktioniert das lokal trotzdem.
Gesetzt wurde ein 78-Kilometer-Task, im Prinzip ein schönes Viereck: erst mit Rückenwind nach Nordwesten, dann ein Schenkel nach Osten, anschließend rund 20 Kilometer direkt gegen den Wind nach Süden und schließlich nach Westen ins Goal.
Am Start wurde es dann richtig windig. Als die ersten begonnen haben zu starten, hat man einige Piloten über den Startplatz fliegen sehen – allerdings mit noch nicht wirklich sauber fliegenden Schirmen. Es war ordentlich Druck drauf und es hat die Leute teils gut rumgeschmissen. Mir hat das Ganze zunächst nicht gefallen, also habe ich das Schauspiel aus sicherer Beobachterperspektive verfolgt. Irgendwann ließ der Wind etwas nach und ich habe gesagt: gut, jetzt starte ich.
Das war dann allerdings erst etwa eine halbe Stunde vor Racestart. Es war extrem suppig und zäh, sodass ich zum Startzeitpunkt rund 1000 Meter unter dem Feld war. Also hieß es: alleine arbeiten. Anfangs war noch einer bei mir, wir haben uns langsam in die nächste Ridge reingearbeitet, bis das Ganze endlich mal zu 5 Metern wurde. Rauf auf 2500 Meter und hinter dem Pulk her.
Direkt rein in die nächste Südflanke – aber dort ging es wieder nur mit 2 bis 2,5 Metern hoch. Hinter der Flanke lag ein großer Kessel und dahinter noch eine weitere Südflanke. Über dem Kessel stand allerdings eine große Wolke, die sich bis über die hintere Flanke zog. Wir waren ein paar hundert Meter über Grad der vorderen Flanke, also dachte ich mir: wenn es hier nicht geht, dann muss es dahinter gehen – und notfalls kann man immer noch am Prallhang soaren.
Also rübergeglitten. Alles gestiegen. Und dann stand er da – ein sauberer 4- bis 5-Meter-Schlauch. Den habe ich erwischt und bin zur Basis hoch. Mein Kollege war etwas zögerlicher, hat den Einstieg nicht mehr richtig gefunden und blieb leider unten hängen.
Von dort ging es relativ unspektakulär nach Osten. Viel Vollgas, gutes Vorankommen. Interessant war, dass wir in tieferen Lagen zuvor deutlichen Ostwind hatten. Unter mir brannten wieder Felder, die Rauchfahne zeigte plötzlich starken Westwind an der Ridge. Hier dreht der Wind offenbar ständig und lokal sehr unterschiedlich.
In die östliche Wende reingeglitten, drehen nach Süden – und direkt gute 20 km/h Gegenwind. Also im Vollgas weiter auf die Ost-West-Ridge zu. Immer noch 20 km/h auf der Nase. Dann ein starker Schlauch, aber der hat mich ordentlich nach hinten geblasen und entsprechend Zeit gekostet. Später haben wir Tracks verglichen: 20 Minuten früher hatten einige in genau dem Bereich 20 km/h Nordostwind. Also komplett andere Richtung.
Danach eine richtig schöne Wolkenstraße. Im Vollgas rund 35 Kilometer geglitten – erst nach Süden in die Wende, dann weiter Richtung Westen zum Goalzug. Kurz vor Schluss habe ich noch einen kleinen Schlenker nach Süden eingelegt. Dort war nochmal ne kleine ridge, der ich für das bisschen höhe das ich noch fürs goal brauchte, mehr traute als dem inxwischen ziemlich toten flachland auf direkter Linie.An einer Flanke habe ich dann noch in ganz schwachem Steigen ein paar Höhenmeter gesammelt, um sicher ins Goal zu kommen.
Viele Punkte waren es nicht – etwa eine Stunde nach dem Ersten im Ziel, als Letzter im Goal. Aber Hauptsache angekommen. Es haben gar nicht so viele das Ziel erreicht, sodass ich trotz nur rund 500 Punkten am Ende noch um Platz 32 oder 33 lag.
Schon beeindruckend, hier sechs gute Tasks hintereinander zu fliegen – und heute steht bereits der siebte an. Laut Vorhersage einer der besten Tage der Woche, mit kaum Wind. Viele Flugstunden, viel Rennfliegen – macht richtig Spaß hier.
Heute ging es wieder an den typischen Ost-Nordost-Start. In der Höhe war deutlicher Süd mit rund 15 km/h vorhergesagt, lokal funktioniert der Start durch das bekannte Windsystem hier aber trotzdem erstaunlich gut.
Das Komitee setzte zunächst einen 73-Kilometer-Task: weit nach Norden raus und dann zurück nach Südosten ins Ziel. Das Safety-Komitee meldete jedoch Bedenken an, weil der Final Glide tief über eine Ost-West-Ridge geführt hätte. Mit dem angesagten Südwind wäre man im Endanflug schnell ins Lee auf der Nordseite geraten – nicht ganz unkritisch. Also wurde umgesteckt. Die Distanz blieb bei 73 Kilometern, die Linienführung änderte sich: erst nach Norden, dann zurück Richtung Startplatz, von dort ein langer Schenkel nach Nordosten und schließlich ein kurzes finales Leg nach Südwesten ins Goal.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet. Am Anfang ging es bei mir erstaunlich schlecht. Es hat wirklich eine gute Stunde gedauert, bis ich sauber positioniert war. Kurz vor dem Start standen wir dann bei rund 2500–2600 Metern, Thermik beim Warten eher schwach. Kaum ging es über die Linie, stand natürlich ein 4–4,5-Meter-Schlauch, der uns alle wieder auf 3000 Meter hochgehoben hat.
Dann Vollgas nach Norden – mit ordentlichem Rückenwind. 80 km/h über Grund waren da schon auf dem Tacho. Vor uns die breite Nordridge mit flachem Plateau oben drauf, wo der Wind ordentlich drübersteht. Da dachten wir schon: Das Zurückfliegen könnte spannend werden. Die Ridge hat aber einen Nord-Süd-Ausläufer, über den wir drüber sind und dann im Prinzip fast ohne richtiges Kurbeln weiter nach Norden gefloatet sind. Immer wieder 4–5 Meter angerissen, kaum Kreise gedreht, einfach mit der Gruppe dahinziehen lassen.
Wende im Norden gesetzt und wieder im Vollgas zurück. Interessanterweise kam einem der Gegenwind gar nicht so dramatisch vor, obwohl ich beim Kurbeln zuvor über 20 km/h Wind angezeigt bekommen hatte. Gefühlt eher 15 km/h, gut fliegbar.
Nach Süden rausgeglitten, dann eine längere Talquerung mit Gegenwind. Da war ich noch relativ nah am Führungspulk. Wir entschieden uns, etwas direkter zu fliegen, um noch an eine kleine Ridge zu kommen. Der hintere Teil unseres Pulks sah aber frühzeitig eine Entwicklung an der Ostflanke nahe des Startplatzes und zog dorthin. Dort ging es sofort mit vier Metern hoch. Einige kamen minimal besser raus als ich und sind früher abgeflogen. Ich habe etwas länger gekurbelt – und genau das hat mir den Anschluss gekostet.
Es folgte eine lange, etwas zähe Querung nach Nordosten. Anschluss halten war schwierig, immer wieder kleinere Verzögerungen. Richtung letzter Boje ging es dann in einen großen Kessel hinein, nach Süden offen, hufeisenförmig, sicher fünf Kilometer im Durchmesser. An den Windrädern auf der Ostflanke konnte man schön sehen, wie der Ost-Südost-Wind darüber gespült wurde.
Und witzigerweise stand genau in der Mitte des Kessels, im vermeintlichen Lee-Bereich, eine saubere Thermik. Dort noch einmal aufgedreht und dann gegen den Wind ins Ziel geflogen.
Insgesamt wieder knapp vier Stunden in der Luft inklusive Positionierung. Am Ende nur 14 Minuten nach dem Ersten im Goal. Mit der Positionierung war ich diesmal ziemlich zufrieden, auch wenn ich durch das etwas zu lange Kurbeln zwischendrin den Anschluss verloren habe.
Der Wind war heute schon wieder spürbar bockig, ähnlich wie gestern. Für Samstag ist noch einmal ein Traumtag mit weniger Wind angesagt. Mal schauen, was das noch bringt.
Aufgrund des stärker vorhergesagten Südwinds sind wir heute zum Südstart gefahren. Ziemlich spannende Geschichte dort oben: eine große Wiesenfläche, die nach Süden über eine Kante abfällt – und die war vor ein paar Tagen komplett abgebrannt. Alles schwarz. Die Organisatoren haben gestern aber wohl 10, 15 Leute organisiert, die das ganze Gelände sauber gekehrt und mit Matten ausgelegt haben. Sonst wären die Schirme nach dem Auslegen vermutlich pechschwarz gewesen vom verbrannten Stroh. So hatten wir tatsächlich einen richtig guten, sauberen Startplatz.
Der Task: 74 Kilometer. Zuerst nach Südosten gegen den Wind in die erste Wende, dann zurück nach Nordwesten. Von dort eine lange Linie nach Osten, mit der Option entweder die nördliche Ridge zu nehmen oder wieder zurück an die südliche zu gehen, um im Osten den Wendepunkt zu erreichen. Danach ein kurzes Leg nach Norden und schließlich nach Westen ins Ziel.
Gestartet wurde heute in nur zwei Startreihen, was es teilweise etwas zäh gemacht hat. Der Wind kam aber schön von vorne, sodass man wieder gut früh raus konnte. Ich bin etwa eine Stunde zwanzig vor Racestart gestartet. Racestart war für 14 Uhr angesetzt.
Nach dem Start aufgedreht und direkt alleine nach Süden zur nächsten Kante versetzt, wo ein paar schöne Wolken standen. Dort unter der Wolke positioniert und kurz vor Racestart sammelte sich gut die Hälfte des Feldes bei mir. Ich hatte eine ziemlich gute Startposition – ganz oben und weit vorne.
Über die Linie und im Vollgas Richtung erster Wende. Einige sind noch nach rechts abgebogen zu einer schönen Wolke, um Maximalhöhe zu machen, bevor sie in die Wende gehen. Ich bin direkt an die Wende, dann etwas tiefer zurück nach Norden an die Südflanke und dort Höhe gemacht. Von dort abgeflogen und wieder mit dem Führungspulk über dem Plateau zusammengekommen.
Weiter Richtung West-Nordwest zur nächsten Wende, den See gequert, entlang der Berghänge. Dort habe ich gesehen, dass die Führung etwas nach links von der optimalen Linie abweicht, offenbar um die Wende anders zu nehmen und anschließend auf gleicher Linie zurück über das Plateau zu fliegen. Ich habe mir gedacht: direkte Linie zur normalerweise sehr gut gehenden Nordridge. Also rausgezogen – und ziemlich allein unterwegs gewesen.
An der Ridge zunächst etwas tiefer gekommen. Hinter mir war noch einer aus dem Feld. Dann ein schöner Schlauch, der sich richtig gut anfühlte. Ich dachte schon: läuft. Aber bei rund 2000 Metern, bei einer Basis von etwa 3000, war Schluss. Also wieder tief weiter. An einem kleinen Ausläufer nach Süden rausgeflogen, unter einer Wolke nochmal Maximalhöhe bis 3000 Meter gemacht.
Dann die lange Querung übers Flache. Relativ tief, aber gerade so auf Gradhöhe an der Hügelkette bei der östlichen Wende angekommen. Zwischendrin sah es sogar richtig gut aus: Der Führungspulk war weiter südlich unterwegs gewesen, musste mehr Strecke fliegen und kam tiefer an – hatte allerdings mehr Rückenwind. Und weil sie viele waren, haben sie schneller einen Schlauch gefunden.
Bei mir leider nicht. Kein sauberer Schlauch, also hart an den Buckeln entlanggekämpft, viel Zeit verloren, bevor ich endlich wieder bis Basis aufdrehen konnte. Von dort dann ins Ziel geglitten.
Die Attacke hat also nicht wirklich funktioniert, aber am Ende war die Platzierung wieder ähnlich wie die letzten Tage. Ich glaube 38. Platz diesmal, von den Punkten her auch ungefähr auf dem Niveau der Vortage.
Bemerkenswert heute waren die Bedingungen: extrem diesig. An der Basis war kaum noch Kontrast zu erkennen, Boden teilweise gerade noch sichtbar. Nicht in der Wolke, aber es fühlte sich fast so an, weil einfach alles grau in grau war. Sehr spezielle Atmosphäre dort oben.
Unterm Strich wieder ein solider Tag, auch wenn die direkte Linie diesmal nicht belohnt wurde.
Wie üblich ging es los mit einem typischen Ost-Nordost-Start. Die Vorhersage hatte eigentlich Südwind angesagt, aber hier gibt es offenbar dieses lokale Phänomen, dass der Oststart trotzdem funktioniert. Beim Task-Briefing wurde schon klar gesagt: möglichst früh starten, lieber in der Luft warten – es könne gut sein, dass der Wind später schlechter wird und nicht mehr sauber von vorne kommt.
Also bin ich knapp eineinhalb Stunden vor Racestart raus. Ging gleich ordentlich mit gut drei Metern Steigen nach oben und von dort übers Plateau in die Warteposition. Oben wurde es dann etwas schwächer, aber fast das gesamte Feld hat sich dort gesammelt. Basis knapp unter 3000 Meter, ein paar Wolken standen, aber unter den Wolken nur noch sehr schwaches Steigen. Kurz vor Racestart um 13 Uhr habe ich es nicht ganz bis ganz oben geschafft und bin rund 200 Meter unter den Höchsten über die Linie – also erstmal leicht hinterher.
Der 77-Kilometer-Task führte zunächst nach Westen über das breite Plateau, das nach Süden und Norden abfällt. Relativ kurzes erstes Leg, aber die Linie hat dort überhaupt nicht gut getragen. Die Führungsgruppe hielt etwas weiter links Richtung Südflanken, kam aber zunehmend tiefer und musste unten in den Überlebensmodus. Ich habe mich etwas weiter rechts orientiert, konnte mich damit ein Stück weit rausschieben und ein paar Höhenmeter sichern. In die erste Wende rein, zurück in eine Thermik, in der wir kurz zuvor schon gedreht hatten, und dann mit etwa 3500 Metern die Querung nach Nordosten über den See zum nächsten Berg begonnen.
Ab da wurde es spektakulär. Die gesamte Linie hat gestanden. Vollgas, geradeaus, 4- bis 5-Meter-Thermik einfach im Beschleuniger durchflogen. Zweimal kurz angesetzt zu kurbeln, aber im Prinzip ging es im Vollgas immer weiter hoch. Wende genommen und weiter. Von dort aus gings rund 30 Kilometer ohne Kurbeln. Einfach nur Vollgas. Anfangs noch entlang einer tragenden Ridge, dann läuft sie niedrig aus und es geht ins Flache. Der Führungspulk war etwas höher und konnte dort noch einmal Thermik mitnehmen. Bei uns weiter hinten stand nichts mehr, also tief in die lange Querung ins Flache.
An der gegenüberliegenden Hügelkette kamen wir relativ niedrig an. Dort stand ein ordentlicher 20er Wind drauf, aus Südost, wir sind in die Südwestflanke rein – also alles andere als gemütlich. Die Führenden kamen etwas höher an, wurden direkt hochgekorkt und konnten weiterziehen. Bei uns war es deutlich spannender. Lange gesucht, immer wieder versetzt, bis dann endlich etwas durchgezogen hat. Wir hatten Glück – ein paar, die nur minimal tiefer ankamen, mussten unten landen. Von dort ging es dann wieder deutlich entspannter weiter. Entlang der Ridges, eine saubere Thermik mitgenommen, hoch bis knapp 3000 Meter. Ab da war es fast schon Endanflug mit kleiner Zwischenthermik. Vorletzte Wende genommen, noch einmal kurz gedreht, dann nach Nordwesten zur letzten Wende und von dort im Vollgas ins End of Speed abgeglitten. Auf den langen Gleitstrecken merkt man natürlich schon, dass ich mit dem Zeno gegenüber den Enzos etwas verliere – aber nicht dramatisch. Am Ende wieder irgendwo in den Mitte 30ern ins Ziel geflogen, ähnlich wie die letzten Tage.
Insgesamt ein erfolgreicher Tag hier in Indien: ca 50 von rund 75 Piloten im Goal, also ein fairer Task, aber mit einer klaren Schlüsselstelle bei der flachen Querung. Alles in allem wieder ein guter Wettkampftag – viel Vollgas, lange Gleitphasen und einmal richtig spannend kurz vor der Hügelkette.
Wie üblich ging es heute um 9.30 Uhr mit den Bussen Richtung Startplatz, derselbe wie gestern. Am Morgen war der Wind noch moderat, zwischendrin hat er dann aber deutlich zugelegt. Das Taskkomitee setzte erneut 73 Kilometer – diesmal allerdings deutlich einfacher gestrickt: vom Startplatz direkt nach Südosten, unten eine Wende, dann zurück nach Norden und von dort nach Westen ins End of Speed und weiter ins Goal. Der Racestart war ursprünglich für 13.30 Uhr angesetzt, wurde dann aber wegen des starken Winds am Startplatz auf 14.00 Uhr verschoben. Hier lässt der Wind im Tagesverlauf meist etwas nach – also Geduld angesagt.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet und konnte am Startplatz gut Höhe machen, allerdings zunächst nur bis rund 2200 Meter. Mit ein paar anderen habe ich mich dann über das Hochplateau nach Süden versetzen lassen. In der Warteposition ging es bis kurz vor dem Start auf etwa 2700 Meter hoch – solide Ausgangsbasis. Um 14 Uhr dann über die Linie und sofort Vollgas. Rolle auf Rolle, über die nächste Ridge hinweg. Dort kamen wir auf rund 2000 Metern an – und direkt standen wieder 4,5 bis 5 Meter Steigen. Erst etwas Chaos im Pulk, jeder dreht irgendwo, aber das sortiert sich ja bekanntlich recht schnell. Hoch bis auf 2700, 2800 Meter und weiter Richtung Südosten zur ersten Wende. Bis dahin konnte ich eigentlich gut mithalten. Klar, der Führungspulk war etwas vor mir, aber es war ein angenehmes Dahinfliegen, kein Überlebenskampf.
Nach der südöstlichen Wende ging es nach Norden. Der Führungspulk flog die nördliche Ridge ganz außen auf der Ostseite an, wo sie ins Flache ausläuft und in so einen Kessel übergeht. Ich war leicht hinten dran, hatte das Gefühl, dass die Linie nicht optimal ist, und bin mit zwei, drei anderen etwas weiter links geflogen – minimaler Umweg, dafür früher wieder am Berg. Dort ging es im schwachen Steigen mehr oder weniger im Geradeausflug hoch, hier mal ein Kreis, da mal ein Kreis, aber nichts, was wirklich durchgerissen hätte. Kurzzeitig waren wir mit unserer kleinen Gruppe sogar in einer guten Position, der Führungspulk etwas tiefer, Distanz zum Goal leicht hinter uns. Leider haben wir an der Ridge kein starkes Steigen gefunden und mussten einen schwachen Schlauch ausdrehen, während der Führungspulk wieder an uns vorbeizog.
Wende im Nordosten genommen und zurück Richtung Westen. Die Jungs neben mir sind leicht von der Tracklinie nach Süden gepusht, um in die Südflanke der Ridge zu kommen. Dort stand etwa 15 km/h Wind drüber – im Vollgas hat es uns gerade so drüber gedrückt, dahinter begann es dann zu steigen. Allerdings nicht mehr mit den 5 Metern wie zuvor, sondern eher 2,5 bis 3 Meter. An der Ridge entlang, Hügel für Hügel, Höhe aufgebaut, bis wir wieder genügend Polster hatten, um im Vollgas Richtung End of Speed zu ziehen. Das war dann relativ unspektakulär – End of Speed genommen und irgendwo in den mitte 30ern ins Goal geflogen.
Unterm Strich 120 bis 130 Punkte mehr als gestern, keine groben Fehler gemacht und einmal die Attacke probiert. Die hat zwar nicht ganz funktioniert, aber ein paar Plätze konnte ich damit gutmachen. Im Goal dann entspannte Stimmung: schönes Landefeld, Busse standen bereit, Matten zum Packen ausgelegt, Landebier gab es natürlich auch. Von dort ging es wieder per Bus zurück nach Panchgani.
Alles in allem ein solider Wettkampftag ohne Drama – und mit klarer Tendenz nach oben.
Servus und schöne Grüße aus Indien!
Zum ersten Mal findet dieses Jahr ein PWC in Panchgani statt. Nach zwei Jahren in Folge mit einem Pre-PWC nun also mal ein „richtiger“. Beim Trainingstask gestern haben alle Piloten eine gute Übersicht bekommen, wie hier die Bedingungen sind, und konnten sich schon mal in bockigen 5–6-Meter-Thermiken einfliegen. Heute gab es dann erst mal eine ziemlich indische Eröffnungszeremonie am Startplatz – mit roten Punkten für die Stirn, Trommeln, schief klingenden Trompeten und einigen Lokalpolitikern. Dann wurde ein 73-km-Dreieckstask gesetzt, der verschiedene Routenoptionen offenließ: Aufdrehen an den gut steigenden Ridges und dann entweder die „straight line“ oder die konservativere Linie, die zwar länger war, aber dafür entlang der optimalen Thermikstrecken führte.
Ziemlich schwacher Wind heute am Startplatz, sodass das Warten in der Schlange teils etwas länger dauerte. 45 Minuten vor Racestart kam ich dann in die Luft – und finde ... erst mal nur Saufen. Mit den Beinen schon aus dem Beinsack bekomme ich dann doch noch meinen rettenden Schlauch, und mit gut 3 m Steigen geht’s 1500 m nach oben. Zum Start dann gute Position, und ich verliere mit meinem Zeno auf den ersten 10 km Gleiten in toter Luft über dem Flachland gar nicht mal so viel gegenüber den Enzos und X1s. An der nächsten Ridge angekommen, der erste Fehler: Rechts fangen sie an zu drehen, auf dem Weg dorthin fliegen dann aber alle ab in den guten Schlauch, der links steht. Also mit deutlichem Abstand hinter dem Führungspulk her zur Wende. Von dort wieder zurück zur Ridge – als ich mit einigen anderen dort aufdrehe, fliegt der Führungspulk 600 m höher schon ab. Jetzt, ohne wirklichen Pulk, fliege ich schließlich hinterher und kann an der vorletzten Wende wieder zu ein paar anderen aufschließen.
Zusammen geht’s dann zur letzten Wende, wo nun einfach mal gar nichts Richtiges steht. Auf der direkten Linie Richtung Goal kurbeln ein paar; ich traue dem Schlauch dort aber nicht und suche an dem kleinen Hügel Aufwind. Großer Fehler Nummer zwei. Nichts geht anständig hoch, und wir gehen mit 10:1 in den 15 km langen Endanflug. Die Linie trägt nicht gut, und ich lasse mich langsam nach Süden von der optimalen Linie wegschieben, um dann am Hangfuß der Startridge noch etwas Höhe zu machen. Glück gehabt – der größte Teil meiner Gruppe steht kurz. Mit genügend Höhe geht’s dann für mich, irgendwo im Mittelfeld des Wettbewerbs, ins Goal.
Alles in allem ein guter Tag heute: wenig Wind, erstaunlich wenig Turbulenz – das macht Vorfreude auf die nächsten Tage.
Dich interessiert, was in den vergangenen Jahren auf den Gleitschirm-Wettbewerben passiert ist? Viel Spaß beim Schmökern.