Die Wettbewerbssaison 2026 steht in den Startlöchern und wir berichten wie gewohnt live von nationalen und internationalen Gleitschirm-Wettbewerben. Tägliche Zusammenfassungen von den besten Pilotinnen und Piloten mit spannenden Geschichten und lehrreichen Reflexionen lassen dich teilhaben und erklären so manche unerwartete Situation beim Livetracking.
Die Deutsche Gleitschirmliga tritt zum zweiten Durchgang der Saison an.
Vom 03.-07.06. findet der Schmittenpokal in Zell am See (AUT) statt. 50 deutsche Pilotinnen und Piloten nehmen teil.
Nachdem uns das Wetter gestern nicht hold war und der Task wegen Regen gestoppt werden musste, ging es heute besser. Obwohl es anfangs als wir oben angekommen waren gar nicht so gut aussah. Basis unterhalb vom Startplatz und insgesamt recht feucht. Es sollte evtl auch wieder schon im 14-15 Schauern. Aber die Luft war labil und es ging schon recht früh thermisch.
Im Prinzip sind wir heute eine ähnliche Aufgabe wir gestern geflogen, allerdings etwas kürzer um vor dem vorhergesagten Regen fertig zu sein. Die Steigwerte waren dann sehr gut und zum Teil mit recht anspruchsvollen Böllern durchsetzt. Letztendlich sind wir die 55km Aufgabe sehr schnell geflogen und waren mit einem 43km/h Schnitt schneller als die nominal Time. Vollgasfest in turbulenter Luftmasse mit starkem Sreigem zu sein war heute von Vorteil.
Entscheidend war genug Höhe für den Sprung ins Glemmtal mitzunehmen, was leider nicht allen aus der Führungsgruppe gelang. Ich konnte heute den Task souverän wie gestern wieder für mich entscheiden und gewinne damit auch die Austrian Open/ den Schmittenpokal.
Das Podium werde ich mit Markus (2.) und Johannes (3.) teilen. Bester Österreicher und AT-Meister wird Heli auf Platz 8.
Herzliche Grüße - Daniel
Nach unserem gestrigen Ruhetag wegen Regen war heute früh alle topmotiviert bei Sonnenschein beim morning briefing um 8:45. Um 9 machte die Bahn (nur) für uns auf und oben auf der Schmittenhöhe war dann schon weniger Sonne. Wir sollten ein recht kurzes Fenster haben. Das pessimistischste Wettermodell sagte schon um 14 Uhr Regen an. Das optimistischste ab 16 Uhr.
So entschieden wir (ich darf meinen Beitrag im Task Komitee leisten) uns für eine 61km Aufgabe die recht schnell zu absolvieren sein sollte. Die Luft war nach dem Frontdurchgang recht labil und um 11 zeigten Freiflieger erste Thermik an. Also zackig die SSS auf 12:30 gelegt und das Fenster um 11:15 geöffnet.
Ich bin dann auch gleich mal gestartet um mich kurze Zeit später tief auf 1500m an wenigen Thermikblubbern festzuhalten. Während die später gestarteten schon unter der Wolke über der Schmittenhöhe hingen. Zum Glück zog auch meine Thermik irgendwann an und ich konnte mit vernünftiger Höhe das Rennen fast pünktlich beginnen.
Der Weg nach Mittersil ging dann schnell. Sonne Thermik labile Luft. Aber dann kam der Schatten und Hamdbremse war angesagt. Zurück zur Schmitten war es dann tricky. Aber sobald man mal wieder geduldig Höhe gemacht hatte ging es dann ganz gut unter den immer dunkler werdenden Wolken dahin.
Der 2. Weg Richtung Westen war dann zügig, unter immer dunkler werdenden Wolken. Am Pass Thurn schon der erste Schauer. Ich konnte den Wendepunkt als erster noch gut nehmen und direkt in den Endanflug gehen. 1. Tropfen auf dem Visier aber ok. Dann wieder trocken. Vollgas Richtung letzten WP und Ziel. Die Meute hinter mir. Im Pinzgau wurde der Regen mehr und so wurde der Task gestoppt und ohne das wir ihn fertig fliegen konnten.
Hoffen wir das morgen das Wetter länger hält. Gruß nach Hause - Daniel
Der heutige Tag beim Schmittenpokal hatte sich gestern Abend schon ein bisschen angekündigt. Einige schauten auf die Wettermodelle, überlegten - und fuhren vorsorglich heim. Wetterpoker - ohne Karten, aber mit Regenradar.
Ganz daneben lagen sie damit nicht: Am Morgen wurde der Tag offiziell gecancelt. Kein Task, kein Startplatzbetrieb, kein Rudeltrieb. Stattdessen blieb erstmal nur die Frage, ob die Entscheidung gestern Abend mutig oder gebietskundig war.
Die Piloten, die vor Ort geblieben waren, nahmen es entspannt. Einige schliefen aus, andere nutzten den Vormittag für Homeoffice oder sonstige Dinge, die man an einem Regentag eben macht, wenn der Schirm im Packsack bleiben muss.
Bis etwa 11:00 Uhr regnete es noch, danach wurde es langsam besser. Am Nachmittag reichte das Wetter dann immerhin für ein bisschen Bewegung: Einige Piloten starteten noch zu einem kleinen Hike&Fly und holten sich zumindest ihre Tagesdosis Bergluft ab.
Jetzt geht der Blick auf morgen. Die Spannung steigt, die Wettermodelle werden befragt und einzig Interessant ist: Gibt es endlich wieder einen Task, oder verlieren wir die nächste Runde im Wetterpoker?
Grüße von hier - Adrian
Einen Tag später als geplant wurde der Schmittenpokal 2026 eröffnet.
Trotz durchwachsener Wetterprognose sind wieder 130 motivierte WettkampfpilotInnen vor Ort. Nach der Einschreibung und einem kurzen Briefing an der Talstation ging es mit der Bahn Richtung Schmittenhöhe. Dort angekommen stand schon guter Südwind an und die zuerst eher verhaltenen Erwartungen stiegen.
Eine 78,3 km Aufgabe wurde ausgeschrieben, die nach und nach gekürzt und schlussendlich zu einer 46,6 km elapsed time Aufgabe wurde.
Anmerkung der Redaktion: Bei “Elapsed Time” startet das Rennen nicht für alle gleichzeitig in der Luft, sondern die Zeitnahme startet individuell beim Überfliegen des Startzylinders. Als erste/r über die Ziellinie fliegen bedeutet also in diesem Fall nicht unbedingt den Tagessieg. Daher wird diese Art des Starts nur verwendet, wenn sonst kein faires Rennen möglich ist.
Soaren war möglich, jedoch machte eine hohe Schichtbewölkung es der Thermik schwer. Nach dem die ersten Piloten in der Luft waren und auch anfingen thermisch zu steigen, entschied ich mich auch zu starten um in der luft zu warten. Relativ rasch bildete sich eine erste Gruppe die nach dem ersten Höhe machen auch direkt losflog. Jetz die Frage - mit und Leadingpoints sammeln oder warten und von vielen Vorfliegern profitieren?
Ich entschied mich für die zweite Option und ließ noch zwei Gruppen ziehen bevor ich mir meine finale Startzeit holte. Mit glücklichem Timing und gut markierten Thermiken konnte ich kurz vor dem letzten Zick-Zack des Tasks auf die erste Gruppe aufschließen. Danach ging es noch einmal auf die anderen Talseite ins Lee, dort ausgegraben war es auch schon Zeit für den Endanflug.
Mit 1:8,2 flog ich relativ entspannt ins Ziel. Am Ende konnte ich den Task mit 1:12h gewinnen. Jetz gibt es noch was zu essen und wir hoffen auf fliegbares Wetter für weitere Tasks.
Liebe Grüße - Samu
Vom 12.-23.05. trifft sich die Elite des Gleitschirmsports zum Superfinal in Pegalajar (ESP).
Für Team Germany vor Ort: Martin Petz, Daniel Tyrkas, Stephan Schöpe, Ernesto Hinestroza, Markus Anders
weiterführende Informationen
Videos von Martin Scheel
Der Tag schien zunächst alles andere als vielversprechend, da starke Rückenwindbedingungen am Startplatz bis nach Mittag anhielten und wir uns erstmal in der Paralleldisziplin des „Parawaiting“ übten.
Nachdem der Wind dann endlich drehte, wurde eine 120 km lange Dreiecksaufgabe ausgeschrieben. Wohl in der Hoffnung, dass sich die Bedingungen später am Tag verbessern würden – und wir den Kurs wieder im Turbospeed absolvieren würden.
Airstart um 16:15 Uhr. Taskdeadline um 20:30 Uhr. D. h. mindestens ein 30er-Schnitt, um den Task zu schaffen. Kein Problem, oder? Der Beginn des Rennens sah zunächst auch vielversprechend aus.
Es ging zum ersten Wendepunkt auch recht zügig, allerdings waren die Thermiken schon schwächer als bei den bisherigen Tasks und die Basis auch nicht ganz so hoch. Der zweite Schenkel gestaltete sich schon zäher und die ersten Piloten mussten vorzeitig landen. Vom letzten WP Richtung ESS wurde es dann richtig zäh.
Die Sonne tief, die Thermik schwach und kaum mehr Basishöhe. Martin und ich mit einem Low-Save. Jetzt hieß es: Geduld haben, alles mitnehmen und nichts abreißen lassen. Survival-Game der verbleibenden fliegenden Piloten gegen das Absaufen.
Irgendwie schafften wir es noch, die ESS zu erreichen, aber das Goal war keinem Piloten vergönnt. Bis auf einen, der hinten dran am letzten WP geduldig maximal aufdrehte und so alles mitnehmend alle überflog – und damit quasi allen einen weiteren Streicher verpasste.
So endete der Tag und das Superfinale mit einem Massenbombout in den Olivenhainen für die Piloten und einer Retrieve-Challenge für die Organisation.
Ich entschied mich statt Punktmaximierung und gegebenenfalls feindlicher Bekanntschaft mit Olivenbäumen für eine lichtere Olivenplantage, auf der schon Martin stand. Für unseren Retrieve mussten wir dann noch Dornengestrüpp und einen „Canyon“ überwinden. Zum Glück aber nicht katastrophal – und so schafften wir es noch vor der Dunkelheit zurück.
Die Siegerehrung wurde aufgrund der Ereignisse auf 23 Uhr verschoben und trotz des dramatischen Finales blieb das Gesamtpodium unverändert. Andy Tallia sicherte sich den Sieg im 15. Paragliding-Superfinale, während Constance Mettetal nach einer konstanten Rennwoche die Damenwertung gewann.
Spannende, eindrucksvolle Tage mit einer Top-Organisation und strategisch-taktischem Racing auf höchstem Niveau mit über 900 geflogenen Kilometern inklusive knapp 4000 m Ausblick auf die Sierra Nevada bleiben in Erinnerung.
I’ll be back. Saludos – Daniel
Aufgrund von weiter anhaltenden Süd-Wind (=Rückenwind am Startplatz von Pegalajar) sind wir heute an einen Startplatz bei Granada gefahren worden. Blick in die Ebene von Granada in die andere Richtung die Sierra Nevada. Schneebedeckt. Irgendwie skurril bei der Bullenhitze am Startplatz. Kaum ein Lüftchen und ziemlich stabile Suppe. So wurde der Start auch nochmal um 30min auf 15:30 verschoben.
Dann gings zuerst zäh aber alle waren angezogen von den hohen schneebedeckten Bergen. Wo es dann auch auf fast 4000m zum aufdrehen ging. Beeindruckende Aussicht. Zum Startzylinder wieder raus Richtung stumpfe Ebene. Und wieder zurück zur Sierra. Dort haben alle in top Steigen nochmals maximal aufgedreht bevor wor dann Richtung Norden in die nächste stabile und windige Ebene abgebogen sind und die meisten recht tief kamen.
Ich hab die Hamdbremse reingehen und n windigen lowsafe hingelegt. Dabei den Martin getroffen und gemeinsam wieder gut aufholen können. Zum Schluss raus war ich dann gut positioniert und konnte mit den ersten die End of Speed queren. Wobei der erste 13!min vorher schon in der ESS war es aber leider nicht ins Goal geschafft hat.
Deshalb hat Maxime auch nur 900 statt 1000 pkt für seinen Sieg bekommen. Die 140km haben wir wieder mit einem ca 40er Schnitt absolviert. Ein spannender vielseitiger Task mit Höhen und Tiefen.
Morgen das grande Finale. Die ersten 2 trennen nur 0.1 Punkte
Saludos - Daniel
Es war gutes Marketing, uns gestern zwei Sterneköche vorzustellen. Mangels Task haben sich eine Handvoll Italiener und Deutsche das Restaurant eines dieser Köche ganz genau angesehen - 17 sensationelle Gänge lang, um genau zu sein. (Es gab genau drei Tische.) Das dauert, und somit war der Tag eigentlich schon rum. Wer trotz der Nahrungslast noch bewegungsfähig war, hat sich noch mal in die Berge begeben, der Rest hat gearbeitet.
Morgen sieht es wieder besser aus. Nicht perfekt (immer noch etwas zu viel Wind und wir sind eigentlich skeptisch, dass das passen wird), aber es gäbe durchaus die Chance, einen Task von einem anderen Startplatz zu fliegen. Daher geht’s morgen “schon” um 9:30 Uhr zu den Shuttles. Daumen drücken!
Gestern begann der Tag erst sehr spät, da es ungewöhnlicherweise Südwind am Start hatte. Manche Modelle zeigten allerdings, dass der Wind am Nachmittag wieder auf eine startbare nördliche Richtung drehen sollte. Die Auffahrt wurde daher auf 13:30 Uhr nach hinten verschoben und der Racestart für die potenzielle 72-km-Aufgabe auf 17 Uhr gelegt. Um 16:30 Uhr glaubte allerdings niemand mehr daran, dass der immer noch sehr deutlich falsche Wind drehen würde, und der Task wurde zum Restday erklärt. Später flog es zwar noch, aber für eine Aufgabe hätte es nicht gereicht.
Abends stand das Pilot Dinner auf dem Programm. Zwei Sterneköche verwöhnten uns mit einem Gruß nach dem anderen aus der Küche. Eine kluge Wahl, denn jeder weiß, was passiert, wenn man Wettbewerbspiloten auf ein Buffet loslassen würde. Wilde Raubtiere sind Schoßhunde dagegen. Und so eröffnete Íñigo, unser Wettbewerbsleiter, den Abend mit: „Schön, dass ihr da seid. Ihr könnt schon reingehen, aber niemand fasst etwas an.“ (Oliven, Brot und Getränke standen schon bereit.) Und tatsächlich schaffte es die Wettbewerbsherde, den Raum gesittet zu betreten, um dann erst nach den einführenden Willkommensworten (bei absoluter Stille!) der zwei Köche immer noch einigermaßen gesittet über die mittlerweile angekommenen ersten Häppchen, die vier verschiedenen Olivenöle sowie den guten Wein, mit dem wir den Abend auch beenden sollten, herzufallen.
Heute (21.05.) ist der Wind leider wieder wie gestern (eher noch falscher), daher wurde der Tag schon heute Morgen abgesagt.
Grüße aus Spanien - Steph
Hallo aus dem Bus auf dem langen retrieve aus Yelmo. Langsam mutiert das Superfinal zum Ausdauersport. Die Tasks sind lang. Und die Heimfahrt aus dem Goal auch. Gestern waren wir erst um 22 Uhr zurück und heute wir es wohl nicht viel früher.
Die Bedingungen werden langsam stabiler. Und so waren heute die Steigwerte vor allem unten raus nicht so stark wie gewohnt und die Thermiken standen weiter auseinander und waren nicht so leicht zu finden da wir auch keine Wolken hatten. Gemeinsam im Rudel ging es dann aber doch sehr gut und es wurde ordentlich gepusht. Bloß nicht zögern und immer schön mitziehen war die Devise was heute gut geklappt hat.
Im Endgame war ich dann wieder etwas zu konservativ und hab noch ein paar Kreise mehr gemacht was mich knapp 1:30 min auf den ersten gekostet hat (ca 3-4 Kreise zu viel). Aber nachdem ich gestern zu viel gepusht habe und das Ziel nicht gesehen habe wollte ich lieber safe im Ziel sein
Unglaublich wie eng das Feld hier ist. Es geht tatsächlich auch nach so einem langen Task um Sekunden. Heute gab es sogar 2 schnellste, die auf die Sekunde gleich die End of Speed Section gequert haben.
Morgen nochmal. Am Donnerstag könnte aufgrund von Wind ggf Restday sein. Wir werden sehen.
Saludos - Daniel
Nach dem vielen Regen gestern erwarteten wir eher schwächere Bedingungen als die Tage vorher. Der Task führte uns zunächst durchs Flachland, und später mit höherer Basis über ein paar hohe Berge, mit einem kleinen Zickzack auf einem Hochplateau zum Schluss.
Bis zu den Bergen war es dann auch eher schwach, und nach einerunde weile fanden sich alle in einem großen Pulk zusammen. Da die Berge auch nicht so recht funktionieren wollten, war der Schlüssel zum Erfolg mit genügend Höhe an die Berge zu fliegen um dann dort eine Blase zu erwischen die einem genügend Höhe gab.
Ernesto und mir gelang das recht gut, und so konnten wir bald das Gebirge queren. Viele andere hatten eher Schwierigkeiten und so ließen hier einige Zeit liegen. Im Flachen war es dann komplett blau und kurz nach der vorletzten Wende worden wir vom zweiten Pulk, angeführt von Daniel überflogen. Siegessicher zogen sie Richtung letzte Wende davon, nur um kurz darauf knapp über dem Boden gegen das Absaufen zu kämpfen. Gewonnen hat heute Guy Anderson aus GB.
Grüße aus Spanien - Martin
Fliegen oder nicht fliegen? Das wurde gestern bereits in der Chat-Gruppe heiß diskutiert. Denn wenn wir ab jetzt jeden Tag fliegbares Wetter haben, müssen wir an einem fliegbaren Tag einen Pausentag machen. Und heute sah es - je nach Wetterbericht - eher grenzwertig feucht aus, mit Überentwicklungsgefahr.
Nächste Woche könnte es aber auch mal zu windig sein, daher entschied die Organisation heute Morgen, dass wir einen Task versuchen. Wie schon am ersten Tag war es mehr oder weniger eine gerade Linie Richtung Nordosten, mit einem weiteren Wendepunkt, um uns aus sicherer Richtung ins 72 km entfernte Ziel zu bringen.
Und man kann sagen, dass der Task sehr gut gesetzt war, denn auf der optimierten Linie hatten wir eher das Problem, dass es zwischenzeitlich sehr blau war, während sich rechts und links in 40 km Entfernung die Wolken türmten. Dabei war es egal, in welcher Gruppe man war, denn bereits am Start teilte sich das Feld zwischen zwei Wolken zum Warten auf und flog dann mit etwa 6 km horizontaler Distanz parallel auf die erste und letzte Wende zu.
Wie schon öfter diese Woche war es am Ende so, dass die hintere Gruppe der beiden gegen Ende gut gelaunt über die andere hinwegflog und in den Endanflug ging. Wettertechnisch ging es sich perfekt aus. In Richtung letzter Wende sah es zwar aus, als würden wir nach Mordor fliegen, allerdings war die graue Wand stationär und noch weit genug entfernt. Im Ziel schien weiterhin die Sonne, und die ersten Tropfen hatten wir erst auf der Rückfahrt auf der Windschutzscheibe. Perfekt gesetzt also für den Tag.
Weiterhin ist das Feld unfassbar komprimiert zusammen im Ziel. Ein Kreis zu viel und man wird zehn Plätze nach hinten geworfen.
Schnellster Deutscher war heute Martin, aber der wurde leider vom italienischen Team gekidnappt. Im besten Fall wird er morgen wieder Schnellster von uns und kann alles noch mal völlig anders aus seiner Sicht erzählen.
Ansonsten nichts Neues hier. Kamin an, Thunfisch rein. Gute Nacht.
Steph
Es war ein Rennen, ein Rennen über 124 Kilometer. Wir starteten in der Ebene, direkt vor dem Startplatz, und wir mussten über die höchsten Berge fliegen.
Über den Bergen gab es starke Thermiken, sechs Meter, ein bisschen turbulent, die Bedingungen waren sehr hart. Es war wichtig, diese starken Thermiken zu finden, um gut positioniert zu bleiben und bequem der Route zu folgen, die hinter dem Startplatz zum zweiten Wendepunkt führte. Es war sehr wichtig an diesem Tag, schnell zu fliegen und diese Aufwinde und die besten Linien entlang der ganzen Strecke zu bekommen, damit wir, wenn wir wieder in die Ebene zurückfliegen mussten, gut positioniert waren. Zum Glück gab es ein paar Wolken, nicht viele, aber wir konnten ein bisschen lesen, wo die besten Linien waren. Es war sehr wichtig, wieder in die Ebene zu kommen, in einer guten Position. Dann, das Niveau im Wettbewerb ist sehr, sehr stark, alle Piloten sind sehr gut. Man muss sehr konzentriert sein und auf alles achten, was um einen herum passiert. Als wir wieder in die Ebene kamen, gehörten wir zu den Ersten. Es teilte sich in zwei Gruppen, und ich war in der Gruppe, die weiter oben war. Dann griffen wir an Richtung des Wendepunkts in der Ebene, und die Gruppe kam dann etwas höher und überholte uns. Aber ich entschied mich, ruhig zu bleiben, und zum Glück fanden wir Thermik von ganz unten, stiegen sehr schnell auf und konnten uns wieder mit der ganzen Gruppe verbinden, in einer guten Position. Am Ende mussten wir zurückfliegen und den vorletzten Wendepunkt nahe dem Berg machen. Und es hat sehr gut funktioniert, die Aussicht genießend mit all den Olivenbäumen in Andalusien.
Das Ziel war nahe Mancha Real, ein sehr schöner Ort, umgeben von Oliven. Ich bin sehr glücklich, dass die Bedingungen uns helfen, der erste Deutsche im Ziel zu sein, und ich hoffe, dass mir noch viele solcher Tage bevorstehen. Es bleiben noch sieben Tage.
Grüße aus Spanien - Ernesto
Heute hatten wir zum Glück keinen Task, denn wir wären ziemlich sicher beim Versuch zu starten hinter den Startplatz in die Stierkampfarena von Pegalajar verweht worden.
Stattdessen gab’s gegen Mittag Paella für alle an der Bar neben dem Startplatz. Wer nicht remote arbeitet, hat ansonsten entweder seinen Schirm vermessen (vermutlich auch Stäbchen geschnibbelt) oder ist auf Umwegen durch die Berge zur Paella gepilgert.
Der in der Höhlenwohnung lebende Teil von Team Deutschland (etwa drei Fünftel) ist wie jeden Tag der Sucht nach Baguette mit Thunfisch, Tomate und Avocado nachgegangen. Aktuell liegen wir nach drei Tagen bei etwa 2 kg und in der Küche stapeln sich noch weitere zwei. Wenn man sich das Blei einverleibt, muss man es nicht im Gurtzeug verstauen. Eigentlich klug, macht aber dumm. Aber auch Spaß. Mist.
Mangels Sonne war der Kamin heute schon um 16 Uhr an. Zum einen, um gegen die ungewöhnlich kühlen Temperaturen anzukämpfen, die wir hier haben (nachts auch gerne einstellig), zum anderen, um die Feuchte aus der Höhle zu heizen.
Morgen schaut es wieder gut zum Fliegen aus! Ich muss weg, die nächste Dose öffnen. Meine Mitbewohner schauen schon extrem hungrig, und Snickers ist aus. Das wird mir zu heikel.
Liebe Grüße - Steph
Heute haben wir bei bestem Wetter einen längeren Task serviert bekommen. Weil morgen ist wohl zu viel Wind (30kt) und dann haben wir Gelegenheit zum ausruhen... :D hieß es beim Task Briefing.
Der optimierte Startpunkt war recht weit weg (13km vom Startplatz) und so machten wir uns zeitig startklar um früh zu starten.
Pünktlich zum Start waren aber auch alle draußen an der Wolke geklebt und los ging die Hatz. Erstmal gegen den Wind, dann um die großen Berge rum mit Wind von der Seite und dann den letzten Schenkel mit Rückenwind ins Goal. Die Linienwahl ist hier besonders kritisch. Man kann gern mal förmlich aus dem Himmel fallen wenn man ne schlechte Linie erwischt.
Das Niveau hier beim Superfinal ist enorm hoch und das Feld super eng zusammen. Kleine Fehler oder ein verpasster Zyklus und schon ist man hinten dran und bekommt weniger Leadingpoints.
Und die sind hier durchaus entscheidend da wir auch heute trotz Aufteilung des Feldes in Gruppen und trotz des langen Tasks im Sekundentakt ins Ziel kommen.
Heute knapp 70 Piloten innerhalb der ersten 3 Minuten. Entsprechend klein sind auch die Punktabstände. Alles in allem ein sehr schöner Task den wir so ähnlich auch schon vor 2 Jahren bei der EM geflogen sind. Der Endanflug war recht bockig und im Ziel gingen ordentliche Böen durch so das Aufmerksamkeit gefordert war. Die schnellsten Piloten haben die 132 km in 3h absolviert, was einem Schnitt von gut 41km/h entspricht.
Racing pur. Ich freue mich auf mehr.
Saludos aus Spanien - Daniel
Hier geht es sehr gemütlich kurz vor Mittag zum 10 Minuten entfernten Startplatz. Dort gibt's dann ein lecker Lunchpaket für jeden. Heute waren viele Zuschauer da und zur Eröffnung gab's eine Fallschirm Show von der Spanischen Airforce.
Wir bekamen zum warm werden eine 86km oneway Aufgabe serviert, bei der lediglich ein Wegpunkt kurz vor Ende des Rennens zu nehmen war.
Ich habe vorsichtshalber mein Ego zuhause gelassen und ich werde versuchen hier brav mit der Gruppe zu fliegen. Das hat zwei Gründe. Zum einen fände ich es schön, nach zwanzig Jahren Wettbewerbsfliegerei mal ein gutes Ergebnis auf so einem starken Wettbewerb zu erfliegen, zum anderen ist die Absauferei hier kein Spaß. Freie Wiesen sind selten und die besten Möglichkeiten sind Olivenplantagen mit etwas breiteren Reihenabständen.
Heute gelang es mir auf jeden Fall schon mal recht gut meine Vorsätze umzusetzen und so konnte ich mir beim Masseneinlauf im Ziel eine sehr schöne Top10 Position sichern.
Schauen wir mal wie es weitergeht, nicht das mein Ego noch spontan einen Last Minute Flug gebucht hat...
Grüße nach Hause,
Martin
Nach einer langen Saison mit insgesamt 7 Events erfliegen wir hier in den nächsten elf Tagen den Gesamtsieger und/oder die Gesamtsiegerin. Das Gebiet ist nicht unerprobt für hochkarätige Wettbewerbe. Erst vor zwei Jahren fand die EM hier statt, und manch einer aus unserem Team war schon deutlich öfter hier in seiner Wettkampfkarriere. Pegalajar liegt am Rand der Sierra Mágina, einem der größten Naturparks Andalusiens, umgeben von endlosen Olivenhainen und bekannt für kräftige, oft sehr trockene Thermikbedingungen.
Im Gegensatz zu den Vorjahren ist es dieses Jahr allerdings weniger trocken und die Thermik weniger kanonisch. Das wussten zumindest die Teilnehmer:innen der Niviuk Open zu berichten, die hier letzte Woche bereits stattfand.
Heute wäre eigentlich unser Trainingstag gewesen. Der wurde aber leider wegen deutlich zu starken Winds abgesagt, und so hat sich Team Germany am Morgen zu Fuß auf in die „Berge“ gemacht. Nur Daniel blieb in der Unterkunft, um den Schirm regelkonform zu trimmen (mehr dazu später). „Berge“ deshalb, da der Startplatz mit seinen 150 Metern Höhendifferenz zum direkten Landeplatz nicht viel höher liegt als das Dorf.
Der Rest des Nachmittags wurde mit Materialchecks und Inspektion von neuem Equipment oder noch mehr Sport verbracht, bevor es aufging zum obligatorischen Eröffnungsbriefing. Das wurde diesmal mit besonders viel Spannung erwartet, da die Anfang des Jahres neu eingeführte Reduzierung der Trimmtoleranz von ±20 mm auf ±10 mm im Vorfeld für viel Diskussion emotionalen Meinungsaustausch gesorgt hatte.
Wir waren auf alles vorbereitet - von Massenschlägerei bis Scheiterhaufen. Am Ende blieb es aber ruhig. Fast verdächtig ruhig.
Danach zog der Wettbewerbspulk noch gemeinsam mit einer Schar Kinder als Fahnenträger unter Applaus durch das Dorf, vorbei an der berühmten „La Charca“, dem historischen Wasserbecken im Zentrum von Pegalajar, bevor wir mit Tapas und Freigetränken in die Nacht entlassen wurden.
Morgen schaut es gut fliegbar aus, und wir sind gespannt, was Pegalajar mit seinen vielen Olivenbäumen und der dazu antiproportional kleinen Anzahl an Landeplätzen zu bieten hat.
Drückt uns die Daumen!
Ernesto, Daniel, Markus, Martin und Stephan
Vom 06.-10.05. findet der NRW Cup, welcher die diesjährige NRW-Landesmeisterschaft darstellt, statt. 67 deutsche Pilotinnen und Piloten kämpfen um den Titel.
Stüppel-Time. Wie schon im Vorjahr ging es für den letzten Task zum Nordwest-Startplatz von SauerlandAir. Die ersten Vorflieger weckten jedoch wenig Begeisterung, da sie kaum über verlängerte Abgleiter hinauskamen. Weit weg schien der fast perfekte Vortag.
Pünktlich um 12 Uhr mittags hielten sich dann aber die ersten Comp-Flieger am Hang und es dauerte nicht lange, dann zog die erste Thermik durch. Die Motivation stieg so wie die erreichbare Basishöhe. Vor den 87 Pilotinnen und Piloten lag ein Zickzack-Kurs nach Westen, dann zurück und schließlich mit Zieleinlauf am Headquater in Elpe. Auch wenn der Task mit 37 Kilometern machbar erschien, war das Sauerland zwischendurch wieder einmal so abgeschattet, dass viele schon beim Start Probleme hatten, überhaupt ausreichend Höhe zu machen, sie zu halten und dann auch auf Kurs zu gehen. Am Ende schafften es genau acht Piloten ins Ziel, der schnellste Tomas Drnec aus Tschechien nach 1:52 Stunden.
Jonas Prüssig wurde 7., konnte sich damit aber trotzdem den Gesamtsieg holen. Beste Fliegerin des NRW CUP 2026 war Zoé Vanhersecke aus Großbritannien. Der letzte Task sorgte dann noch einmal für Schlagzeilen, weil ein Pilot von der Höhenrettung der Bergwacht Willingen vom Baum geholt werden musste. Die Profis sorgten dafür, dass der Gleitschirmflieger unverletzt wieder runter kam.
Gesamt
Damen
Das Sauerland und das Wetter, manche meinen, der Name sei Programm. Der zweite Wettbewerbstag des NRW CUPs war der Beweis dafür, dass die Meteo durchaus auch mal positiv ausschlagen kann. Mit einer Basis von 2000 Metern und 4/8 Bewölkung waren zwei Zutaten für ein vielversprechendes Rennen vorhanden. Allerdings fehlte für den Startplatz Wenholthausen noch eine dritte wichtige Komponente: Der Wind. Während er am Vortag mit Abwesenheit glänzte und viele Piloten an die Grenzen ihrer Startfähigkeiten brachte, stand er jetzt an.
Kaum gestartet, erlebten viele Pilotinnen und Piloten völlig neue Töne ihres Varios. Es katapultierte sie förmlich nach oben. Der Start war für die meisten dadurch ein leichtes Spiel. Allerdings standen die ersten kurz danach schon wieder am Boden. Das Sauerland sind eben nicht die Alpen. Der weitere Verlauf des Tasks hatte alles zu bieten. Von Wolkenstraßen mit Wohlfühlfliegen bis zu Low-Safes und Abstehen unter Abschattungen. Es war insgesamt ein runder Tag für die meisten, allerdings mit krönendem Abschluss für nur ganz wenige.
Vier der 95 gestarteten Piloten landeten am Ende unter Applaus auf dem Sportplatz des Cup-Headquaters. Bester Pilot war Jonas Prüssing, beste Pilotin des Tages Zoe Vanhersecke. Für den dritten und letzten Tag könnte es heißen: Festhalten, es geht abwärts. Die meteorologische Achterbahnfahrt geht weiter.
Es war ein Pokern bis zuletzt. Absagen oder nicht? Das Team um Manuel Moreno und Martin Risse entschied sich für ein “all-in”. Am ersten geplanten Wettbewerbstag des NRW Cup 3. Edition regnete es noch, doch der Freitag glänzte dann mit Sonne und kaum Wind. Beste Aussichten? Scheinbar.
95 Piloten wollten es wissen, der Task war gesetzt in Wenholthausen, dem Südwest-Startplatz von SauerlandAir. Mit fast null Wind und Sonne sollte es funktionieren. Doch Wolken und einige Schwächen beim Vorwärtsstart machten schon den Startvorgang zum Abenteuer. Für viele hieß es direkt unterhalb der Graskante nächster Halt: Ginsterbüsche.
Den gesetzten Task von 45 Kilometern schaffte keiner der Piloten. Das Sauerlandwetter bewies sich mal wieder als launisch und so war die Region am Nachmittag abgeschattet. Am weitesten kam am ersten Tag Konrad Görg, beste Pilotin und 7. in der Gesamtwertung wurde Julia Menzel. Die Aussichten für die nächsten Tage sind vielversprechend.
Die Deutsche Gleitschirmliga startet in die Wettbewerbssaison 2026.
Als erster von insgesamt sieben Ligadurchgängen findet vom 16.-19.04. der Staufen Cup in Bezau (AUT) statt. Insgesamt 62 deutsche Pilotinnen und Piloten nehmen am Saisonauftakt teil.
Der heutige 79km Task ging vom Startplatz in Bezau zu dem westlichen Ausleger des hohen Ifen Massives, dann nach Norden Richtung Immenstadt mit einem Radius am Stuben der Nagelfluhkette, dann Richtung Westen zuerst weiter entlang der Nagelfluhkette mit Option über einen kleinen Umweg über die Andelsbucher Berge den westlichen Wendepunkt zu erreichen und dann über ein kurzen Abstecher nach Süden und wieder zurück ins Alpenvorland zum Standart Ziel hier mit Landeoption in Bezau oder Andelsbuch.
Ich selber war im Taskcommittee bei der Gestaltung der Aufgabe beteiligt. Wir wollten sie weitgehend im Nördlichen Gelände setzen, da in den hohen Bergen Wolken Ausbreitungen gemeldet waren. Dazu sollte er abwechslungsreich sein, was wir mit dem Schenkel Richtung Mittag angedacht haben, einige Schenkel waren so gelegt, dass sie mehrere Routenwahlen offen ließen. Zudem sollte er mit 79km nicht zu lange gestaltet werden, da am Abend die Siegerehrung anstand (morgige Tag wurde schon wegen schlechtem Wetter abgesagt)
Nach dem Start spürte man gute Thermik ohne Sperrschichten und eine Basis auf ca. 2500m. Der Weg bis kurz vor die Nagelfluhkette konnte gut und effizient geflogen werden. Dort machte sich aber der erstaunlich starke Westwind in Form von zerrissener Thermik und Turbulenzen bemerkbar. Leider war ich, als wir dies bemerkten, eher vorne tief platziert und musste mich nervenaufreibend sehr tief um den Pass südlich des Hochgrat kämpfen. Zum Glück war das für mich nicht das erste Mal an diesem Pass und da ich wusste, dass das Gebiet immer weiter abfällt und somit meine Chancen auf Thermik immer besser werden, flog ich weiter in Kursrichtung. Bis ich schließlich auf ein 3m Bart und kurz darauf auf einen geilen 5m Bart traf, der mich mit Raketenspeed wieder hoch an die Basis beförderte. Dort kam gerade der Spitzen Pulk an und ich war wieder Back im Business. Von dort flog ich eine Weile mit dem Pulk, diese passive newschool Pulk-Fliegerei (immer Vorflieger haben und bloß nicht voraus fliegen) war dann aber nicht so meins und Ich entschied mich mit der Andelsbucher Ridge in Reichweite weniger passiv wie der Pulk und mit viel Gas vorne raus zu fliegen. So erreichte ich die Ridge mit einem kleinen Vorsprung. Diesen Vorsprung konnte ich die letzten 25km halten und bin mit den ersten als höchster in den Endanflug gegangen. Zwei Piloten die tiefer losflogen kamen früher in den schiebende Talwind und flogen somit ein paar Sekunden früher über die Ziellinie. Durch die hart erkämpften Leadingpoints ging der Tagessieg aber glücklicherweise trotzdem an mich. Hat Spass gemacht. Bis bald mal wieder.
Manu (Dieser Bericht ist ohne KI entstanden ;))
Landesmeisterschaft Baden-Württemberg
Gesamt
Damen
Sportklasse
Serienklasse
Der zweite Task des Staufen Cups wurde mit vielversprechenden Bedingungen angesetzt. Die Vorhersage zeigte eine Basis von über 2000 m an der Niederen, inneralpin sogar bis etwa 3000 m – also eigentlich beste Voraussetzungen für einen guten Tag.
Die Aufgabe führte über insgesamt 99 km: erste Wende am Hochtannbergpass, weiter ins Große Walsertal, zurück Richtung Balderschwang und schließlich mit einem Abstecher nach Norden ins die gewohnte ESS mit Landung in Andelsbuch oder Bezau.
Zu Beginn gab es noch kurze Unklarheiten bezüglich der Startzeit. Als dann jedoch 13:00 Uhr bestätigt wurde, blieb ausreichend Zeit, sich für die zweite Startvariante im Großen Walsertal zu positionieren. Der Weg dorthin gestaltete sich allerdings alles andere als einfach. Trotz blauem Himmel war die Thermik schwach und zerrissen, was das Hochkommen deutlich erschwerte.
Der Kampf zahlte sich aus: Kili und ich konnten der Wolkenstraße folgend zügig die erste wende nehmen, während sich die Piloten, die an der Niederen gestartet waren, weiterhin mit den schwierigen Bedingungen abmühten.
Im Großen Walsertal wurde es dann nochmals kritisch. Das Tal sollte eigentlich hoch abgeflogen werden, doch wir gerieten fast zu tief. Gerade noch rechtzeitig fanden wir einen rettenden Bart. Danach war deutlich mehr Geduld gefragt. Zunehmende Cirren sowie ein auffrischender bayerischer Wind bremsten das Vorankommen Richtung balderschwang und weiter nördlich spürbar.
Inzwischen war auch Manu zu uns aufgeschlossen, im Dreierpack ging der Abschnitt dann doch besser als befürchtet und so konnten wir uns über einen schönen Flugtag freuen.
Überschattet wurde der Tag leider von zwei Unfällen*. Sie haben einmal mehr gezeigt, wie schnell sich die Situation ändern kann und dass der bayerische Wind, insbesondere auf den Südseiten, ein nicht zu unterschätzendes Lee erzeugt.
Wir wünschen allen nur das Beste und hoffen morgen auf einen neuen schönen Flugtag - Grüße, Christian
* Anmerkung der Redaktion: Einer der Unfälle ereignete sich im Rahmen des Wettbewerbs vor dem Rennstart in der Nähe des Startplatzes. Der andere wurde unabhängig vom Wettbewerb (Freiflieger) im Rennverlauf beobachtet und versorgt.
Nach einer eher kalten Nacht am Camp begrüßte uns am Morgen erstmal grauer Himmel. Die Vorhersagen waren aber gut und so bestiegen alle Piloten um 9 Uhr frohen Mutes die Gondel auf den Berg.
Im Bergrestaurant nahm dann der eine oder andere noch ein 2. Frühstück zu sich um sich gestärkt dem Briefing zu widmen. Noch schnell das Lunchpack gegriffen und die letzten Meter zu Fuß zum Startplatz.
Die Sonne begann sich auch zu zeigen und auf dem Taskboard wurden 84km angeschrieben. Ein Zickzack im Norden der Andelsbuch Ridge in den flacheren Hügeln, da die Basis für die Berge doch noch eher niedrig war. Manche schien das nicht sehr zu stören, da ist sicher noch Optimierungsbedarf bei dem einen oder anderen bezüglich sportlich fairen Verhalten. Reizthema Wolkenflug.
Ansonsten war es ein schöner Task mit Mix aus Bergen und Flachland. Durchaus auch mal tricky mit ausgedehntem Schatten.
Für die nächsten 2 Tage ist super Wetter vorhergesagt und ich freue mich auf weitere schöne Tasks. Jetzt geht es erstmal zum Pilots Dinner.
Herzliche Grüße aus Bezau vom hungrigen Daniel
Vom 01.-06.04. findet wieder traditionell die Montegrappa Trophy in Bassano (IT) statt.
Für Team Germany vor Ort: Elisa Deutschmann, Celine Lorenz, Daniel Tyrkas, Stephan Schöpe, Kilian Hallweger, Ferdinand Vogel, Markus Anders, Daniel Fischer, Marc Wensauer, Matthis Nedele, Samuel Tanner, Adrian Gebhart, Martin Petz, Ernesto Hinestroza, Peter Nägele, Michael Gunsilius, Stefan Berhard, Johannes Baumgarten
Nach fünf Tasks in fünf Tagen ging die Trofeo Montegrappa heute ohne Regen und große Zwischenfälle zu Ende. Es waren ungewöhnliche Bedingungen für Bassano, und die Luftmasse wurde von Tag zu Tag stabiler.
Heute hat es sich angefühlt, als würde man mit einem textilen Teigschaber durch gradientenschwach geschichtete Teigmasse fliegen. Am Hang ging es mal und mal wieder nicht. Im Flachen ging es mal besser als erhofft und mal gar nicht. Umso technisch anspruchsvoller wurden die Tasks über die Dauer des Wettbewerbs.
Die Rangliste wurde täglich durchgemischt, und nicht wenige Favoriten landeten eher auf den Plätzen „unter ferner liefen“.
Für uns war es ein toller Einstieg in die Wettbewerbssaison, und wir freuen uns alle schon auf den ersten Liga-Durchgang beim Staufen Cup in Bezau in knapp zwei Wochen.
Bester Deutscher: Ernesto Hinestroza (16)
Beste Deutsche: Elisa Deutschmann (44)
Endlich wieder Saisoneröffnung in Bassano. Nachdem die Trofeo in den letzten zwei Jahren wetterbedingt abgesagt wurde, waren uns die Wettergötter dieses Jahr gnädig. Der Wetterbericht sagt durchgängig Sonne (oder zumindest sonnig) und von Regen keine Spur. Vom heutigen Nordföhn haben wir auch kaum was gemerkt. Bassano eben.
Abgesehen vom hohen Niveau ist die Trofeo auch dadurch besonders, dass sie die meisten Wettbewerbspiloten (wenn sie nicht in Kolumbien oder Indien waren) aus dem Winterschlaf holt. Man trifft Freunde, die man lange nicht gesehen hat, tauscht sich aus über Neues aus der Gleitschirmwelt und darüber hinaus und freut sich gemeinsam auf die kommende Saison.
Der heutige Tag hat schon mal spannend angefangen. Statt schnell und kurz wurde es eher laaangsam und kurz – mit Umwegen. Flachland? Berge? Dazwischen? Gewissermaßen Lotterie. Komisch, dass aber wieder mal dieselben Glück hatten. Zumindest vorne. Dahinter wurde bunt gewürfelt und beim abendlichen Debriefing wurde nicht schlecht gestaunt über manch extra gute oder auch extrem schlechte Linie.
Team Deutschland ist vereint gut drauf und die Stimmung im Camp hervorragend. Hoffen wir, dass es so bleibt. Für viele unserer Pilot*innen ist es die erste Trofeo. Die Nachwuchsförderung scheint zu funktionieren. Für tägliche Updates vor und hinter den Kulissen schaut auf unserem neuen Instakanal vorbei.
Oder hier zum Abschlussbericht am Montag.
Beste Grüße aus Bassano:)
Vom 14.-21.02. fand die nächste Ausgabe des PWC im Panchgani (IND) statt. Für Team Germany war Bernd Hohlmeier vor Ort und berichtete live vom Wettbewerb.
Gestern war der fünfte Task – und laut Vorhersage der bisher windigste Tag. In der Höhe waren rund 25 km/h angesagt, die gegen Nachmittag etwas nachlassen sollten. Der Wind kam aus Süden. Ungewöhnlich, dass man dann an der Nordostseite startet, aber hier funktioniert das lokal trotzdem.
Gesetzt wurde ein 78-Kilometer-Task, im Prinzip ein schönes Viereck: erst mit Rückenwind nach Nordwesten, dann ein Schenkel nach Osten, anschließend rund 20 Kilometer direkt gegen den Wind nach Süden und schließlich nach Westen ins Goal.
Am Start wurde es dann richtig windig. Als die ersten begonnen haben zu starten, hat man einige Piloten über den Startplatz fliegen sehen – allerdings mit noch nicht wirklich sauber fliegenden Schirmen. Es war ordentlich Druck drauf und es hat die Leute teils gut rumgeschmissen. Mir hat das Ganze zunächst nicht gefallen, also habe ich das Schauspiel aus sicherer Beobachterperspektive verfolgt. Irgendwann ließ der Wind etwas nach und ich habe gesagt: gut, jetzt starte ich.
Das war dann allerdings erst etwa eine halbe Stunde vor Racestart. Es war extrem suppig und zäh, sodass ich zum Startzeitpunkt rund 1000 Meter unter dem Feld war. Also hieß es: alleine arbeiten. Anfangs war noch einer bei mir, wir haben uns langsam in die nächste Ridge reingearbeitet, bis das Ganze endlich mal zu 5 Metern wurde. Rauf auf 2500 Meter und hinter dem Pulk her.
Direkt rein in die nächste Südflanke – aber dort ging es wieder nur mit 2 bis 2,5 Metern hoch. Hinter der Flanke lag ein großer Kessel und dahinter noch eine weitere Südflanke. Über dem Kessel stand allerdings eine große Wolke, die sich bis über die hintere Flanke zog. Wir waren ein paar hundert Meter über Grad der vorderen Flanke, also dachte ich mir: wenn es hier nicht geht, dann muss es dahinter gehen – und notfalls kann man immer noch am Prallhang soaren.
Also rübergeglitten. Alles gestiegen. Und dann stand er da – ein sauberer 4- bis 5-Meter-Schlauch. Den habe ich erwischt und bin zur Basis hoch. Mein Kollege war etwas zögerlicher, hat den Einstieg nicht mehr richtig gefunden und blieb leider unten hängen.
Von dort ging es relativ unspektakulär nach Osten. Viel Vollgas, gutes Vorankommen. Interessant war, dass wir in tieferen Lagen zuvor deutlichen Ostwind hatten. Unter mir brannten wieder Felder, die Rauchfahne zeigte plötzlich starken Westwind an der Ridge. Hier dreht der Wind offenbar ständig und lokal sehr unterschiedlich.
In die östliche Wende reingeglitten, drehen nach Süden – und direkt gute 20 km/h Gegenwind. Also im Vollgas weiter auf die Ost-West-Ridge zu. Immer noch 20 km/h auf der Nase. Dann ein starker Schlauch, aber der hat mich ordentlich nach hinten geblasen und entsprechend Zeit gekostet. Später haben wir Tracks verglichen: 20 Minuten früher hatten einige in genau dem Bereich 20 km/h Nordostwind. Also komplett andere Richtung.
Danach eine richtig schöne Wolkenstraße. Im Vollgas rund 35 Kilometer geglitten – erst nach Süden in die Wende, dann weiter Richtung Westen zum Goalzug. Kurz vor Schluss habe ich noch einen kleinen Schlenker nach Süden eingelegt. Dort war nochmal ne kleine ridge, der ich für das bisschen höhe das ich noch fürs goal brauchte, mehr traute als dem inxwischen ziemlich toten flachland auf direkter Linie.An einer Flanke habe ich dann noch in ganz schwachem Steigen ein paar Höhenmeter gesammelt, um sicher ins Goal zu kommen.
Viele Punkte waren es nicht – etwa eine Stunde nach dem Ersten im Ziel, als Letzter im Goal. Aber Hauptsache angekommen. Es haben gar nicht so viele das Ziel erreicht, sodass ich trotz nur rund 500 Punkten am Ende noch um Platz 32 oder 33 lag.
Schon beeindruckend, hier sechs gute Tasks hintereinander zu fliegen – und heute steht bereits der siebte an. Laut Vorhersage einer der besten Tage der Woche, mit kaum Wind. Viele Flugstunden, viel Rennfliegen – macht richtig Spaß hier.
Heute ging es wieder an den typischen Ost-Nordost-Start. In der Höhe war deutlicher Süd mit rund 15 km/h vorhergesagt, lokal funktioniert der Start durch das bekannte Windsystem hier aber trotzdem erstaunlich gut.
Das Komitee setzte zunächst einen 73-Kilometer-Task: weit nach Norden raus und dann zurück nach Südosten ins Ziel. Das Safety-Komitee meldete jedoch Bedenken an, weil der Final Glide tief über eine Ost-West-Ridge geführt hätte. Mit dem angesagten Südwind wäre man im Endanflug schnell ins Lee auf der Nordseite geraten – nicht ganz unkritisch. Also wurde umgesteckt. Die Distanz blieb bei 73 Kilometern, die Linienführung änderte sich: erst nach Norden, dann zurück Richtung Startplatz, von dort ein langer Schenkel nach Nordosten und schließlich ein kurzes finales Leg nach Südwesten ins Goal.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet. Am Anfang ging es bei mir erstaunlich schlecht. Es hat wirklich eine gute Stunde gedauert, bis ich sauber positioniert war. Kurz vor dem Start standen wir dann bei rund 2500–2600 Metern, Thermik beim Warten eher schwach. Kaum ging es über die Linie, stand natürlich ein 4–4,5-Meter-Schlauch, der uns alle wieder auf 3000 Meter hochgehoben hat.
Dann Vollgas nach Norden – mit ordentlichem Rückenwind. 80 km/h über Grund waren da schon auf dem Tacho. Vor uns die breite Nordridge mit flachem Plateau oben drauf, wo der Wind ordentlich drübersteht. Da dachten wir schon: Das Zurückfliegen könnte spannend werden. Die Ridge hat aber einen Nord-Süd-Ausläufer, über den wir drüber sind und dann im Prinzip fast ohne richtiges Kurbeln weiter nach Norden gefloatet sind. Immer wieder 4–5 Meter angerissen, kaum Kreise gedreht, einfach mit der Gruppe dahinziehen lassen.
Wende im Norden gesetzt und wieder im Vollgas zurück. Interessanterweise kam einem der Gegenwind gar nicht so dramatisch vor, obwohl ich beim Kurbeln zuvor über 20 km/h Wind angezeigt bekommen hatte. Gefühlt eher 15 km/h, gut fliegbar.
Nach Süden rausgeglitten, dann eine längere Talquerung mit Gegenwind. Da war ich noch relativ nah am Führungspulk. Wir entschieden uns, etwas direkter zu fliegen, um noch an eine kleine Ridge zu kommen. Der hintere Teil unseres Pulks sah aber frühzeitig eine Entwicklung an der Ostflanke nahe des Startplatzes und zog dorthin. Dort ging es sofort mit vier Metern hoch. Einige kamen minimal besser raus als ich und sind früher abgeflogen. Ich habe etwas länger gekurbelt – und genau das hat mir den Anschluss gekostet.
Es folgte eine lange, etwas zähe Querung nach Nordosten. Anschluss halten war schwierig, immer wieder kleinere Verzögerungen. Richtung letzter Boje ging es dann in einen großen Kessel hinein, nach Süden offen, hufeisenförmig, sicher fünf Kilometer im Durchmesser. An den Windrädern auf der Ostflanke konnte man schön sehen, wie der Ost-Südost-Wind darüber gespült wurde.
Und witzigerweise stand genau in der Mitte des Kessels, im vermeintlichen Lee-Bereich, eine saubere Thermik. Dort noch einmal aufgedreht und dann gegen den Wind ins Ziel geflogen.
Insgesamt wieder knapp vier Stunden in der Luft inklusive Positionierung. Am Ende nur 14 Minuten nach dem Ersten im Goal. Mit der Positionierung war ich diesmal ziemlich zufrieden, auch wenn ich durch das etwas zu lange Kurbeln zwischendrin den Anschluss verloren habe.
Der Wind war heute schon wieder spürbar bockig, ähnlich wie gestern. Für Samstag ist noch einmal ein Traumtag mit weniger Wind angesagt. Mal schauen, was das noch bringt.
Aufgrund des stärker vorhergesagten Südwinds sind wir heute zum Südstart gefahren. Ziemlich spannende Geschichte dort oben: eine große Wiesenfläche, die nach Süden über eine Kante abfällt – und die war vor ein paar Tagen komplett abgebrannt. Alles schwarz. Die Organisatoren haben gestern aber wohl 10, 15 Leute organisiert, die das ganze Gelände sauber gekehrt und mit Matten ausgelegt haben. Sonst wären die Schirme nach dem Auslegen vermutlich pechschwarz gewesen vom verbrannten Stroh. So hatten wir tatsächlich einen richtig guten, sauberen Startplatz.
Der Task: 74 Kilometer. Zuerst nach Südosten gegen den Wind in die erste Wende, dann zurück nach Nordwesten. Von dort eine lange Linie nach Osten, mit der Option entweder die nördliche Ridge zu nehmen oder wieder zurück an die südliche zu gehen, um im Osten den Wendepunkt zu erreichen. Danach ein kurzes Leg nach Norden und schließlich nach Westen ins Ziel.
Gestartet wurde heute in nur zwei Startreihen, was es teilweise etwas zäh gemacht hat. Der Wind kam aber schön von vorne, sodass man wieder gut früh raus konnte. Ich bin etwa eine Stunde zwanzig vor Racestart gestartet. Racestart war für 14 Uhr angesetzt.
Nach dem Start aufgedreht und direkt alleine nach Süden zur nächsten Kante versetzt, wo ein paar schöne Wolken standen. Dort unter der Wolke positioniert und kurz vor Racestart sammelte sich gut die Hälfte des Feldes bei mir. Ich hatte eine ziemlich gute Startposition – ganz oben und weit vorne.
Über die Linie und im Vollgas Richtung erster Wende. Einige sind noch nach rechts abgebogen zu einer schönen Wolke, um Maximalhöhe zu machen, bevor sie in die Wende gehen. Ich bin direkt an die Wende, dann etwas tiefer zurück nach Norden an die Südflanke und dort Höhe gemacht. Von dort abgeflogen und wieder mit dem Führungspulk über dem Plateau zusammengekommen.
Weiter Richtung West-Nordwest zur nächsten Wende, den See gequert, entlang der Berghänge. Dort habe ich gesehen, dass die Führung etwas nach links von der optimalen Linie abweicht, offenbar um die Wende anders zu nehmen und anschließend auf gleicher Linie zurück über das Plateau zu fliegen. Ich habe mir gedacht: direkte Linie zur normalerweise sehr gut gehenden Nordridge. Also rausgezogen – und ziemlich allein unterwegs gewesen.
An der Ridge zunächst etwas tiefer gekommen. Hinter mir war noch einer aus dem Feld. Dann ein schöner Schlauch, der sich richtig gut anfühlte. Ich dachte schon: läuft. Aber bei rund 2000 Metern, bei einer Basis von etwa 3000, war Schluss. Also wieder tief weiter. An einem kleinen Ausläufer nach Süden rausgeflogen, unter einer Wolke nochmal Maximalhöhe bis 3000 Meter gemacht.
Dann die lange Querung übers Flache. Relativ tief, aber gerade so auf Gradhöhe an der Hügelkette bei der östlichen Wende angekommen. Zwischendrin sah es sogar richtig gut aus: Der Führungspulk war weiter südlich unterwegs gewesen, musste mehr Strecke fliegen und kam tiefer an – hatte allerdings mehr Rückenwind. Und weil sie viele waren, haben sie schneller einen Schlauch gefunden.
Bei mir leider nicht. Kein sauberer Schlauch, also hart an den Buckeln entlanggekämpft, viel Zeit verloren, bevor ich endlich wieder bis Basis aufdrehen konnte. Von dort dann ins Ziel geglitten.
Die Attacke hat also nicht wirklich funktioniert, aber am Ende war die Platzierung wieder ähnlich wie die letzten Tage. Ich glaube 38. Platz diesmal, von den Punkten her auch ungefähr auf dem Niveau der Vortage.
Bemerkenswert heute waren die Bedingungen: extrem diesig. An der Basis war kaum noch Kontrast zu erkennen, Boden teilweise gerade noch sichtbar. Nicht in der Wolke, aber es fühlte sich fast so an, weil einfach alles grau in grau war. Sehr spezielle Atmosphäre dort oben.
Unterm Strich wieder ein solider Tag, auch wenn die direkte Linie diesmal nicht belohnt wurde.
Wie üblich ging es los mit einem typischen Ost-Nordost-Start. Die Vorhersage hatte eigentlich Südwind angesagt, aber hier gibt es offenbar dieses lokale Phänomen, dass der Oststart trotzdem funktioniert. Beim Task-Briefing wurde schon klar gesagt: möglichst früh starten, lieber in der Luft warten – es könne gut sein, dass der Wind später schlechter wird und nicht mehr sauber von vorne kommt.
Also bin ich knapp eineinhalb Stunden vor Racestart raus. Ging gleich ordentlich mit gut drei Metern Steigen nach oben und von dort übers Plateau in die Warteposition. Oben wurde es dann etwas schwächer, aber fast das gesamte Feld hat sich dort gesammelt. Basis knapp unter 3000 Meter, ein paar Wolken standen, aber unter den Wolken nur noch sehr schwaches Steigen. Kurz vor Racestart um 13 Uhr habe ich es nicht ganz bis ganz oben geschafft und bin rund 200 Meter unter den Höchsten über die Linie – also erstmal leicht hinterher.
Der 77-Kilometer-Task führte zunächst nach Westen über das breite Plateau, das nach Süden und Norden abfällt. Relativ kurzes erstes Leg, aber die Linie hat dort überhaupt nicht gut getragen. Die Führungsgruppe hielt etwas weiter links Richtung Südflanken, kam aber zunehmend tiefer und musste unten in den Überlebensmodus. Ich habe mich etwas weiter rechts orientiert, konnte mich damit ein Stück weit rausschieben und ein paar Höhenmeter sichern. In die erste Wende rein, zurück in eine Thermik, in der wir kurz zuvor schon gedreht hatten, und dann mit etwa 3500 Metern die Querung nach Nordosten über den See zum nächsten Berg begonnen.
Ab da wurde es spektakulär. Die gesamte Linie hat gestanden. Vollgas, geradeaus, 4- bis 5-Meter-Thermik einfach im Beschleuniger durchflogen. Zweimal kurz angesetzt zu kurbeln, aber im Prinzip ging es im Vollgas immer weiter hoch. Wende genommen und weiter. Von dort aus gings rund 30 Kilometer ohne Kurbeln. Einfach nur Vollgas. Anfangs noch entlang einer tragenden Ridge, dann läuft sie niedrig aus und es geht ins Flache. Der Führungspulk war etwas höher und konnte dort noch einmal Thermik mitnehmen. Bei uns weiter hinten stand nichts mehr, also tief in die lange Querung ins Flache.
An der gegenüberliegenden Hügelkette kamen wir relativ niedrig an. Dort stand ein ordentlicher 20er Wind drauf, aus Südost, wir sind in die Südwestflanke rein – also alles andere als gemütlich. Die Führenden kamen etwas höher an, wurden direkt hochgekorkt und konnten weiterziehen. Bei uns war es deutlich spannender. Lange gesucht, immer wieder versetzt, bis dann endlich etwas durchgezogen hat. Wir hatten Glück – ein paar, die nur minimal tiefer ankamen, mussten unten landen. Von dort ging es dann wieder deutlich entspannter weiter. Entlang der Ridges, eine saubere Thermik mitgenommen, hoch bis knapp 3000 Meter. Ab da war es fast schon Endanflug mit kleiner Zwischenthermik. Vorletzte Wende genommen, noch einmal kurz gedreht, dann nach Nordwesten zur letzten Wende und von dort im Vollgas ins End of Speed abgeglitten. Auf den langen Gleitstrecken merkt man natürlich schon, dass ich mit dem Zeno gegenüber den Enzos etwas verliere – aber nicht dramatisch. Am Ende wieder irgendwo in den Mitte 30ern ins Ziel geflogen, ähnlich wie die letzten Tage.
Insgesamt ein erfolgreicher Tag hier in Indien: ca 50 von rund 75 Piloten im Goal, also ein fairer Task, aber mit einer klaren Schlüsselstelle bei der flachen Querung. Alles in allem wieder ein guter Wettkampftag – viel Vollgas, lange Gleitphasen und einmal richtig spannend kurz vor der Hügelkette.
Wie üblich ging es heute um 9.30 Uhr mit den Bussen Richtung Startplatz, derselbe wie gestern. Am Morgen war der Wind noch moderat, zwischendrin hat er dann aber deutlich zugelegt. Das Taskkomitee setzte erneut 73 Kilometer – diesmal allerdings deutlich einfacher gestrickt: vom Startplatz direkt nach Südosten, unten eine Wende, dann zurück nach Norden und von dort nach Westen ins End of Speed und weiter ins Goal. Der Racestart war ursprünglich für 13.30 Uhr angesetzt, wurde dann aber wegen des starken Winds am Startplatz auf 14.00 Uhr verschoben. Hier lässt der Wind im Tagesverlauf meist etwas nach – also Geduld angesagt.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet und konnte am Startplatz gut Höhe machen, allerdings zunächst nur bis rund 2200 Meter. Mit ein paar anderen habe ich mich dann über das Hochplateau nach Süden versetzen lassen. In der Warteposition ging es bis kurz vor dem Start auf etwa 2700 Meter hoch – solide Ausgangsbasis. Um 14 Uhr dann über die Linie und sofort Vollgas. Rolle auf Rolle, über die nächste Ridge hinweg. Dort kamen wir auf rund 2000 Metern an – und direkt standen wieder 4,5 bis 5 Meter Steigen. Erst etwas Chaos im Pulk, jeder dreht irgendwo, aber das sortiert sich ja bekanntlich recht schnell. Hoch bis auf 2700, 2800 Meter und weiter Richtung Südosten zur ersten Wende. Bis dahin konnte ich eigentlich gut mithalten. Klar, der Führungspulk war etwas vor mir, aber es war ein angenehmes Dahinfliegen, kein Überlebenskampf.
Nach der südöstlichen Wende ging es nach Norden. Der Führungspulk flog die nördliche Ridge ganz außen auf der Ostseite an, wo sie ins Flache ausläuft und in so einen Kessel übergeht. Ich war leicht hinten dran, hatte das Gefühl, dass die Linie nicht optimal ist, und bin mit zwei, drei anderen etwas weiter links geflogen – minimaler Umweg, dafür früher wieder am Berg. Dort ging es im schwachen Steigen mehr oder weniger im Geradeausflug hoch, hier mal ein Kreis, da mal ein Kreis, aber nichts, was wirklich durchgerissen hätte. Kurzzeitig waren wir mit unserer kleinen Gruppe sogar in einer guten Position, der Führungspulk etwas tiefer, Distanz zum Goal leicht hinter uns. Leider haben wir an der Ridge kein starkes Steigen gefunden und mussten einen schwachen Schlauch ausdrehen, während der Führungspulk wieder an uns vorbeizog.
Wende im Nordosten genommen und zurück Richtung Westen. Die Jungs neben mir sind leicht von der Tracklinie nach Süden gepusht, um in die Südflanke der Ridge zu kommen. Dort stand etwa 15 km/h Wind drüber – im Vollgas hat es uns gerade so drüber gedrückt, dahinter begann es dann zu steigen. Allerdings nicht mehr mit den 5 Metern wie zuvor, sondern eher 2,5 bis 3 Meter. An der Ridge entlang, Hügel für Hügel, Höhe aufgebaut, bis wir wieder genügend Polster hatten, um im Vollgas Richtung End of Speed zu ziehen. Das war dann relativ unspektakulär – End of Speed genommen und irgendwo in den mitte 30ern ins Goal geflogen.
Unterm Strich 120 bis 130 Punkte mehr als gestern, keine groben Fehler gemacht und einmal die Attacke probiert. Die hat zwar nicht ganz funktioniert, aber ein paar Plätze konnte ich damit gutmachen. Im Goal dann entspannte Stimmung: schönes Landefeld, Busse standen bereit, Matten zum Packen ausgelegt, Landebier gab es natürlich auch. Von dort ging es wieder per Bus zurück nach Panchgani.
Alles in allem ein solider Wettkampftag ohne Drama – und mit klarer Tendenz nach oben.
Servus und schöne Grüße aus Indien!
Zum ersten Mal findet dieses Jahr ein PWC in Panchgani statt. Nach zwei Jahren in Folge mit einem Pre-PWC nun also mal ein „richtiger“. Beim Trainingstask gestern haben alle Piloten eine gute Übersicht bekommen, wie hier die Bedingungen sind, und konnten sich schon mal in bockigen 5–6-Meter-Thermiken einfliegen. Heute gab es dann erst mal eine ziemlich indische Eröffnungszeremonie am Startplatz – mit roten Punkten für die Stirn, Trommeln, schief klingenden Trompeten und einigen Lokalpolitikern. Dann wurde ein 73-km-Dreieckstask gesetzt, der verschiedene Routenoptionen offenließ: Aufdrehen an den gut steigenden Ridges und dann entweder die „straight line“ oder die konservativere Linie, die zwar länger war, aber dafür entlang der optimalen Thermikstrecken führte.
Ziemlich schwacher Wind heute am Startplatz, sodass das Warten in der Schlange teils etwas länger dauerte. 45 Minuten vor Racestart kam ich dann in die Luft – und finde ... erst mal nur Saufen. Mit den Beinen schon aus dem Beinsack bekomme ich dann doch noch meinen rettenden Schlauch, und mit gut 3 m Steigen geht’s 1500 m nach oben. Zum Start dann gute Position, und ich verliere mit meinem Zeno auf den ersten 10 km Gleiten in toter Luft über dem Flachland gar nicht mal so viel gegenüber den Enzos und X1s. An der nächsten Ridge angekommen, der erste Fehler: Rechts fangen sie an zu drehen, auf dem Weg dorthin fliegen dann aber alle ab in den guten Schlauch, der links steht. Also mit deutlichem Abstand hinter dem Führungspulk her zur Wende. Von dort wieder zurück zur Ridge – als ich mit einigen anderen dort aufdrehe, fliegt der Führungspulk 600 m höher schon ab. Jetzt, ohne wirklichen Pulk, fliege ich schließlich hinterher und kann an der vorletzten Wende wieder zu ein paar anderen aufschließen.
Zusammen geht’s dann zur letzten Wende, wo nun einfach mal gar nichts Richtiges steht. Auf der direkten Linie Richtung Goal kurbeln ein paar; ich traue dem Schlauch dort aber nicht und suche an dem kleinen Hügel Aufwind. Großer Fehler Nummer zwei. Nichts geht anständig hoch, und wir gehen mit 10:1 in den 15 km langen Endanflug. Die Linie trägt nicht gut, und ich lasse mich langsam nach Süden von der optimalen Linie wegschieben, um dann am Hangfuß der Startridge noch etwas Höhe zu machen. Glück gehabt – der größte Teil meiner Gruppe steht kurz. Mit genügend Höhe geht’s dann für mich, irgendwo im Mittelfeld des Wettbewerbs, ins Goal.
Alles in allem ein guter Tag heute: wenig Wind, erstaunlich wenig Turbulenz – das macht Vorfreude auf die nächsten Tage.
Dich interessiert, was in den vergangenen Jahren auf den Gleitschirm-Wettbewerben passiert ist? Viel Spaß beim Schmökern.