Die Wettbewerbssaison 2026 steht in den Startlöchern und wir berichten wie gewohnt live von nationalen und internationalen Gleitschirm-Wettbewerben. Tägliche Zusammenfassungen von den besten Pilotinnen und Piloten mit spannenden Geschichten und lehrreichen Reflexionen lassen dich teilhaben und erklären so manche unerwartete Situation beim Livetracking.
Vom 01.-06.04. findet wieder traditionell die Montegrappa Trophy in Bassano (IT) statt.
Für Team Germany vor Ort: Elisa Deutschmann, Celine Lorenz, Daniel Tyrkas, Stephan Schöpe, Kilian Hallweger, Ferdinand Vogel, Markus Anders, Daniel Fischer, Marc Wensauer, Matthis Nedele, Samuel Tanner, Adrian Gebhart, Martin Petz, Ernesto Hinestroza, Peter Nägele, Michael Gunsilius, Stefan Berhard, Johannes Baumgarten
Vom 14.-21.02. fand die nächste Ausgabe des PWC im Panchgani (IND) statt. Für Team Germany war Bernd Hohlmeier vor Ort und berichtete live vom Wettbewerb.
Gestern war der fünfte Task – und laut Vorhersage der bisher windigste Tag. In der Höhe waren rund 25 km/h angesagt, die gegen Nachmittag etwas nachlassen sollten. Der Wind kam aus Süden. Ungewöhnlich, dass man dann an der Nordostseite startet, aber hier funktioniert das lokal trotzdem.
Gesetzt wurde ein 78-Kilometer-Task, im Prinzip ein schönes Viereck: erst mit Rückenwind nach Nordwesten, dann ein Schenkel nach Osten, anschließend rund 20 Kilometer direkt gegen den Wind nach Süden und schließlich nach Westen ins Goal.
Am Start wurde es dann richtig windig. Als die ersten begonnen haben zu starten, hat man einige Piloten über den Startplatz fliegen sehen – allerdings mit noch nicht wirklich sauber fliegenden Schirmen. Es war ordentlich Druck drauf und es hat die Leute teils gut rumgeschmissen. Mir hat das Ganze zunächst nicht gefallen, also habe ich das Schauspiel aus sicherer Beobachterperspektive verfolgt. Irgendwann ließ der Wind etwas nach und ich habe gesagt: gut, jetzt starte ich.
Das war dann allerdings erst etwa eine halbe Stunde vor Racestart. Es war extrem suppig und zäh, sodass ich zum Startzeitpunkt rund 1000 Meter unter dem Feld war. Also hieß es: alleine arbeiten. Anfangs war noch einer bei mir, wir haben uns langsam in die nächste Ridge reingearbeitet, bis das Ganze endlich mal zu 5 Metern wurde. Rauf auf 2500 Meter und hinter dem Pulk her.
Direkt rein in die nächste Südflanke – aber dort ging es wieder nur mit 2 bis 2,5 Metern hoch. Hinter der Flanke lag ein großer Kessel und dahinter noch eine weitere Südflanke. Über dem Kessel stand allerdings eine große Wolke, die sich bis über die hintere Flanke zog. Wir waren ein paar hundert Meter über Grad der vorderen Flanke, also dachte ich mir: wenn es hier nicht geht, dann muss es dahinter gehen – und notfalls kann man immer noch am Prallhang soaren.
Also rübergeglitten. Alles gestiegen. Und dann stand er da – ein sauberer 4- bis 5-Meter-Schlauch. Den habe ich erwischt und bin zur Basis hoch. Mein Kollege war etwas zögerlicher, hat den Einstieg nicht mehr richtig gefunden und blieb leider unten hängen.
Von dort ging es relativ unspektakulär nach Osten. Viel Vollgas, gutes Vorankommen. Interessant war, dass wir in tieferen Lagen zuvor deutlichen Ostwind hatten. Unter mir brannten wieder Felder, die Rauchfahne zeigte plötzlich starken Westwind an der Ridge. Hier dreht der Wind offenbar ständig und lokal sehr unterschiedlich.
In die östliche Wende reingeglitten, drehen nach Süden – und direkt gute 20 km/h Gegenwind. Also im Vollgas weiter auf die Ost-West-Ridge zu. Immer noch 20 km/h auf der Nase. Dann ein starker Schlauch, aber der hat mich ordentlich nach hinten geblasen und entsprechend Zeit gekostet. Später haben wir Tracks verglichen: 20 Minuten früher hatten einige in genau dem Bereich 20 km/h Nordostwind. Also komplett andere Richtung.
Danach eine richtig schöne Wolkenstraße. Im Vollgas rund 35 Kilometer geglitten – erst nach Süden in die Wende, dann weiter Richtung Westen zum Goalzug. Kurz vor Schluss habe ich noch einen kleinen Schlenker nach Süden eingelegt. Dort war nochmal ne kleine ridge, der ich für das bisschen höhe das ich noch fürs goal brauchte, mehr traute als dem inxwischen ziemlich toten flachland auf direkter Linie.An einer Flanke habe ich dann noch in ganz schwachem Steigen ein paar Höhenmeter gesammelt, um sicher ins Goal zu kommen.
Viele Punkte waren es nicht – etwa eine Stunde nach dem Ersten im Ziel, als Letzter im Goal. Aber Hauptsache angekommen. Es haben gar nicht so viele das Ziel erreicht, sodass ich trotz nur rund 500 Punkten am Ende noch um Platz 32 oder 33 lag.
Schon beeindruckend, hier sechs gute Tasks hintereinander zu fliegen – und heute steht bereits der siebte an. Laut Vorhersage einer der besten Tage der Woche, mit kaum Wind. Viele Flugstunden, viel Rennfliegen – macht richtig Spaß hier.
Heute ging es wieder an den typischen Ost-Nordost-Start. In der Höhe war deutlicher Süd mit rund 15 km/h vorhergesagt, lokal funktioniert der Start durch das bekannte Windsystem hier aber trotzdem erstaunlich gut.
Das Komitee setzte zunächst einen 73-Kilometer-Task: weit nach Norden raus und dann zurück nach Südosten ins Ziel. Das Safety-Komitee meldete jedoch Bedenken an, weil der Final Glide tief über eine Ost-West-Ridge geführt hätte. Mit dem angesagten Südwind wäre man im Endanflug schnell ins Lee auf der Nordseite geraten – nicht ganz unkritisch. Also wurde umgesteckt. Die Distanz blieb bei 73 Kilometern, die Linienführung änderte sich: erst nach Norden, dann zurück Richtung Startplatz, von dort ein langer Schenkel nach Nordosten und schließlich ein kurzes finales Leg nach Südwesten ins Goal.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet. Am Anfang ging es bei mir erstaunlich schlecht. Es hat wirklich eine gute Stunde gedauert, bis ich sauber positioniert war. Kurz vor dem Start standen wir dann bei rund 2500–2600 Metern, Thermik beim Warten eher schwach. Kaum ging es über die Linie, stand natürlich ein 4–4,5-Meter-Schlauch, der uns alle wieder auf 3000 Meter hochgehoben hat.
Dann Vollgas nach Norden – mit ordentlichem Rückenwind. 80 km/h über Grund waren da schon auf dem Tacho. Vor uns die breite Nordridge mit flachem Plateau oben drauf, wo der Wind ordentlich drübersteht. Da dachten wir schon: Das Zurückfliegen könnte spannend werden. Die Ridge hat aber einen Nord-Süd-Ausläufer, über den wir drüber sind und dann im Prinzip fast ohne richtiges Kurbeln weiter nach Norden gefloatet sind. Immer wieder 4–5 Meter angerissen, kaum Kreise gedreht, einfach mit der Gruppe dahinziehen lassen.
Wende im Norden gesetzt und wieder im Vollgas zurück. Interessanterweise kam einem der Gegenwind gar nicht so dramatisch vor, obwohl ich beim Kurbeln zuvor über 20 km/h Wind angezeigt bekommen hatte. Gefühlt eher 15 km/h, gut fliegbar.
Nach Süden rausgeglitten, dann eine längere Talquerung mit Gegenwind. Da war ich noch relativ nah am Führungspulk. Wir entschieden uns, etwas direkter zu fliegen, um noch an eine kleine Ridge zu kommen. Der hintere Teil unseres Pulks sah aber frühzeitig eine Entwicklung an der Ostflanke nahe des Startplatzes und zog dorthin. Dort ging es sofort mit vier Metern hoch. Einige kamen minimal besser raus als ich und sind früher abgeflogen. Ich habe etwas länger gekurbelt – und genau das hat mir den Anschluss gekostet.
Es folgte eine lange, etwas zähe Querung nach Nordosten. Anschluss halten war schwierig, immer wieder kleinere Verzögerungen. Richtung letzter Boje ging es dann in einen großen Kessel hinein, nach Süden offen, hufeisenförmig, sicher fünf Kilometer im Durchmesser. An den Windrädern auf der Ostflanke konnte man schön sehen, wie der Ost-Südost-Wind darüber gespült wurde.
Und witzigerweise stand genau in der Mitte des Kessels, im vermeintlichen Lee-Bereich, eine saubere Thermik. Dort noch einmal aufgedreht und dann gegen den Wind ins Ziel geflogen.
Insgesamt wieder knapp vier Stunden in der Luft inklusive Positionierung. Am Ende nur 14 Minuten nach dem Ersten im Goal. Mit der Positionierung war ich diesmal ziemlich zufrieden, auch wenn ich durch das etwas zu lange Kurbeln zwischendrin den Anschluss verloren habe.
Der Wind war heute schon wieder spürbar bockig, ähnlich wie gestern. Für Samstag ist noch einmal ein Traumtag mit weniger Wind angesagt. Mal schauen, was das noch bringt.
Aufgrund des stärker vorhergesagten Südwinds sind wir heute zum Südstart gefahren. Ziemlich spannende Geschichte dort oben: eine große Wiesenfläche, die nach Süden über eine Kante abfällt – und die war vor ein paar Tagen komplett abgebrannt. Alles schwarz. Die Organisatoren haben gestern aber wohl 10, 15 Leute organisiert, die das ganze Gelände sauber gekehrt und mit Matten ausgelegt haben. Sonst wären die Schirme nach dem Auslegen vermutlich pechschwarz gewesen vom verbrannten Stroh. So hatten wir tatsächlich einen richtig guten, sauberen Startplatz.
Der Task: 74 Kilometer. Zuerst nach Südosten gegen den Wind in die erste Wende, dann zurück nach Nordwesten. Von dort eine lange Linie nach Osten, mit der Option entweder die nördliche Ridge zu nehmen oder wieder zurück an die südliche zu gehen, um im Osten den Wendepunkt zu erreichen. Danach ein kurzes Leg nach Norden und schließlich nach Westen ins Ziel.
Gestartet wurde heute in nur zwei Startreihen, was es teilweise etwas zäh gemacht hat. Der Wind kam aber schön von vorne, sodass man wieder gut früh raus konnte. Ich bin etwa eine Stunde zwanzig vor Racestart gestartet. Racestart war für 14 Uhr angesetzt.
Nach dem Start aufgedreht und direkt alleine nach Süden zur nächsten Kante versetzt, wo ein paar schöne Wolken standen. Dort unter der Wolke positioniert und kurz vor Racestart sammelte sich gut die Hälfte des Feldes bei mir. Ich hatte eine ziemlich gute Startposition – ganz oben und weit vorne.
Über die Linie und im Vollgas Richtung erster Wende. Einige sind noch nach rechts abgebogen zu einer schönen Wolke, um Maximalhöhe zu machen, bevor sie in die Wende gehen. Ich bin direkt an die Wende, dann etwas tiefer zurück nach Norden an die Südflanke und dort Höhe gemacht. Von dort abgeflogen und wieder mit dem Führungspulk über dem Plateau zusammengekommen.
Weiter Richtung West-Nordwest zur nächsten Wende, den See gequert, entlang der Berghänge. Dort habe ich gesehen, dass die Führung etwas nach links von der optimalen Linie abweicht, offenbar um die Wende anders zu nehmen und anschließend auf gleicher Linie zurück über das Plateau zu fliegen. Ich habe mir gedacht: direkte Linie zur normalerweise sehr gut gehenden Nordridge. Also rausgezogen – und ziemlich allein unterwegs gewesen.
An der Ridge zunächst etwas tiefer gekommen. Hinter mir war noch einer aus dem Feld. Dann ein schöner Schlauch, der sich richtig gut anfühlte. Ich dachte schon: läuft. Aber bei rund 2000 Metern, bei einer Basis von etwa 3000, war Schluss. Also wieder tief weiter. An einem kleinen Ausläufer nach Süden rausgeflogen, unter einer Wolke nochmal Maximalhöhe bis 3000 Meter gemacht.
Dann die lange Querung übers Flache. Relativ tief, aber gerade so auf Gradhöhe an der Hügelkette bei der östlichen Wende angekommen. Zwischendrin sah es sogar richtig gut aus: Der Führungspulk war weiter südlich unterwegs gewesen, musste mehr Strecke fliegen und kam tiefer an – hatte allerdings mehr Rückenwind. Und weil sie viele waren, haben sie schneller einen Schlauch gefunden.
Bei mir leider nicht. Kein sauberer Schlauch, also hart an den Buckeln entlanggekämpft, viel Zeit verloren, bevor ich endlich wieder bis Basis aufdrehen konnte. Von dort dann ins Ziel geglitten.
Die Attacke hat also nicht wirklich funktioniert, aber am Ende war die Platzierung wieder ähnlich wie die letzten Tage. Ich glaube 38. Platz diesmal, von den Punkten her auch ungefähr auf dem Niveau der Vortage.
Bemerkenswert heute waren die Bedingungen: extrem diesig. An der Basis war kaum noch Kontrast zu erkennen, Boden teilweise gerade noch sichtbar. Nicht in der Wolke, aber es fühlte sich fast so an, weil einfach alles grau in grau war. Sehr spezielle Atmosphäre dort oben.
Unterm Strich wieder ein solider Tag, auch wenn die direkte Linie diesmal nicht belohnt wurde.
Wie üblich ging es los mit einem typischen Ost-Nordost-Start. Die Vorhersage hatte eigentlich Südwind angesagt, aber hier gibt es offenbar dieses lokale Phänomen, dass der Oststart trotzdem funktioniert. Beim Task-Briefing wurde schon klar gesagt: möglichst früh starten, lieber in der Luft warten – es könne gut sein, dass der Wind später schlechter wird und nicht mehr sauber von vorne kommt.
Also bin ich knapp eineinhalb Stunden vor Racestart raus. Ging gleich ordentlich mit gut drei Metern Steigen nach oben und von dort übers Plateau in die Warteposition. Oben wurde es dann etwas schwächer, aber fast das gesamte Feld hat sich dort gesammelt. Basis knapp unter 3000 Meter, ein paar Wolken standen, aber unter den Wolken nur noch sehr schwaches Steigen. Kurz vor Racestart um 13 Uhr habe ich es nicht ganz bis ganz oben geschafft und bin rund 200 Meter unter den Höchsten über die Linie – also erstmal leicht hinterher.
Der 77-Kilometer-Task führte zunächst nach Westen über das breite Plateau, das nach Süden und Norden abfällt. Relativ kurzes erstes Leg, aber die Linie hat dort überhaupt nicht gut getragen. Die Führungsgruppe hielt etwas weiter links Richtung Südflanken, kam aber zunehmend tiefer und musste unten in den Überlebensmodus. Ich habe mich etwas weiter rechts orientiert, konnte mich damit ein Stück weit rausschieben und ein paar Höhenmeter sichern. In die erste Wende rein, zurück in eine Thermik, in der wir kurz zuvor schon gedreht hatten, und dann mit etwa 3500 Metern die Querung nach Nordosten über den See zum nächsten Berg begonnen.
Ab da wurde es spektakulär. Die gesamte Linie hat gestanden. Vollgas, geradeaus, 4- bis 5-Meter-Thermik einfach im Beschleuniger durchflogen. Zweimal kurz angesetzt zu kurbeln, aber im Prinzip ging es im Vollgas immer weiter hoch. Wende genommen und weiter. Von dort aus gings rund 30 Kilometer ohne Kurbeln. Einfach nur Vollgas. Anfangs noch entlang einer tragenden Ridge, dann läuft sie niedrig aus und es geht ins Flache. Der Führungspulk war etwas höher und konnte dort noch einmal Thermik mitnehmen. Bei uns weiter hinten stand nichts mehr, also tief in die lange Querung ins Flache.
An der gegenüberliegenden Hügelkette kamen wir relativ niedrig an. Dort stand ein ordentlicher 20er Wind drauf, aus Südost, wir sind in die Südwestflanke rein – also alles andere als gemütlich. Die Führenden kamen etwas höher an, wurden direkt hochgekorkt und konnten weiterziehen. Bei uns war es deutlich spannender. Lange gesucht, immer wieder versetzt, bis dann endlich etwas durchgezogen hat. Wir hatten Glück – ein paar, die nur minimal tiefer ankamen, mussten unten landen. Von dort ging es dann wieder deutlich entspannter weiter. Entlang der Ridges, eine saubere Thermik mitgenommen, hoch bis knapp 3000 Meter. Ab da war es fast schon Endanflug mit kleiner Zwischenthermik. Vorletzte Wende genommen, noch einmal kurz gedreht, dann nach Nordwesten zur letzten Wende und von dort im Vollgas ins End of Speed abgeglitten. Auf den langen Gleitstrecken merkt man natürlich schon, dass ich mit dem Zeno gegenüber den Enzos etwas verliere – aber nicht dramatisch. Am Ende wieder irgendwo in den Mitte 30ern ins Ziel geflogen, ähnlich wie die letzten Tage.
Insgesamt ein erfolgreicher Tag hier in Indien: ca 50 von rund 75 Piloten im Goal, also ein fairer Task, aber mit einer klaren Schlüsselstelle bei der flachen Querung. Alles in allem wieder ein guter Wettkampftag – viel Vollgas, lange Gleitphasen und einmal richtig spannend kurz vor der Hügelkette.
Wie üblich ging es heute um 9.30 Uhr mit den Bussen Richtung Startplatz, derselbe wie gestern. Am Morgen war der Wind noch moderat, zwischendrin hat er dann aber deutlich zugelegt. Das Taskkomitee setzte erneut 73 Kilometer – diesmal allerdings deutlich einfacher gestrickt: vom Startplatz direkt nach Südosten, unten eine Wende, dann zurück nach Norden und von dort nach Westen ins End of Speed und weiter ins Goal. Der Racestart war ursprünglich für 13.30 Uhr angesetzt, wurde dann aber wegen des starken Winds am Startplatz auf 14.00 Uhr verschoben. Hier lässt der Wind im Tagesverlauf meist etwas nach – also Geduld angesagt.
Ich bin etwa eine Stunde 15 vor Racestart gestartet und konnte am Startplatz gut Höhe machen, allerdings zunächst nur bis rund 2200 Meter. Mit ein paar anderen habe ich mich dann über das Hochplateau nach Süden versetzen lassen. In der Warteposition ging es bis kurz vor dem Start auf etwa 2700 Meter hoch – solide Ausgangsbasis. Um 14 Uhr dann über die Linie und sofort Vollgas. Rolle auf Rolle, über die nächste Ridge hinweg. Dort kamen wir auf rund 2000 Metern an – und direkt standen wieder 4,5 bis 5 Meter Steigen. Erst etwas Chaos im Pulk, jeder dreht irgendwo, aber das sortiert sich ja bekanntlich recht schnell. Hoch bis auf 2700, 2800 Meter und weiter Richtung Südosten zur ersten Wende. Bis dahin konnte ich eigentlich gut mithalten. Klar, der Führungspulk war etwas vor mir, aber es war ein angenehmes Dahinfliegen, kein Überlebenskampf.
Nach der südöstlichen Wende ging es nach Norden. Der Führungspulk flog die nördliche Ridge ganz außen auf der Ostseite an, wo sie ins Flache ausläuft und in so einen Kessel übergeht. Ich war leicht hinten dran, hatte das Gefühl, dass die Linie nicht optimal ist, und bin mit zwei, drei anderen etwas weiter links geflogen – minimaler Umweg, dafür früher wieder am Berg. Dort ging es im schwachen Steigen mehr oder weniger im Geradeausflug hoch, hier mal ein Kreis, da mal ein Kreis, aber nichts, was wirklich durchgerissen hätte. Kurzzeitig waren wir mit unserer kleinen Gruppe sogar in einer guten Position, der Führungspulk etwas tiefer, Distanz zum Goal leicht hinter uns. Leider haben wir an der Ridge kein starkes Steigen gefunden und mussten einen schwachen Schlauch ausdrehen, während der Führungspulk wieder an uns vorbeizog.
Wende im Nordosten genommen und zurück Richtung Westen. Die Jungs neben mir sind leicht von der Tracklinie nach Süden gepusht, um in die Südflanke der Ridge zu kommen. Dort stand etwa 15 km/h Wind drüber – im Vollgas hat es uns gerade so drüber gedrückt, dahinter begann es dann zu steigen. Allerdings nicht mehr mit den 5 Metern wie zuvor, sondern eher 2,5 bis 3 Meter. An der Ridge entlang, Hügel für Hügel, Höhe aufgebaut, bis wir wieder genügend Polster hatten, um im Vollgas Richtung End of Speed zu ziehen. Das war dann relativ unspektakulär – End of Speed genommen und irgendwo in den mitte 30ern ins Goal geflogen.
Unterm Strich 120 bis 130 Punkte mehr als gestern, keine groben Fehler gemacht und einmal die Attacke probiert. Die hat zwar nicht ganz funktioniert, aber ein paar Plätze konnte ich damit gutmachen. Im Goal dann entspannte Stimmung: schönes Landefeld, Busse standen bereit, Matten zum Packen ausgelegt, Landebier gab es natürlich auch. Von dort ging es wieder per Bus zurück nach Panchgani.
Alles in allem ein solider Wettkampftag ohne Drama – und mit klarer Tendenz nach oben.
Servus und schöne Grüße aus Indien!
Zum ersten Mal findet dieses Jahr ein PWC in Panchgani statt. Nach zwei Jahren in Folge mit einem Pre-PWC nun also mal ein „richtiger“. Beim Trainingstask gestern haben alle Piloten eine gute Übersicht bekommen, wie hier die Bedingungen sind, und konnten sich schon mal in bockigen 5–6-Meter-Thermiken einfliegen. Heute gab es dann erst mal eine ziemlich indische Eröffnungszeremonie am Startplatz – mit roten Punkten für die Stirn, Trommeln, schief klingenden Trompeten und einigen Lokalpolitikern. Dann wurde ein 73-km-Dreieckstask gesetzt, der verschiedene Routenoptionen offenließ: Aufdrehen an den gut steigenden Ridges und dann entweder die „straight line“ oder die konservativere Linie, die zwar länger war, aber dafür entlang der optimalen Thermikstrecken führte.
Ziemlich schwacher Wind heute am Startplatz, sodass das Warten in der Schlange teils etwas länger dauerte. 45 Minuten vor Racestart kam ich dann in die Luft – und finde ... erst mal nur Saufen. Mit den Beinen schon aus dem Beinsack bekomme ich dann doch noch meinen rettenden Schlauch, und mit gut 3 m Steigen geht’s 1500 m nach oben. Zum Start dann gute Position, und ich verliere mit meinem Zeno auf den ersten 10 km Gleiten in toter Luft über dem Flachland gar nicht mal so viel gegenüber den Enzos und X1s. An der nächsten Ridge angekommen, der erste Fehler: Rechts fangen sie an zu drehen, auf dem Weg dorthin fliegen dann aber alle ab in den guten Schlauch, der links steht. Also mit deutlichem Abstand hinter dem Führungspulk her zur Wende. Von dort wieder zurück zur Ridge – als ich mit einigen anderen dort aufdrehe, fliegt der Führungspulk 600 m höher schon ab. Jetzt, ohne wirklichen Pulk, fliege ich schließlich hinterher und kann an der vorletzten Wende wieder zu ein paar anderen aufschließen.
Zusammen geht’s dann zur letzten Wende, wo nun einfach mal gar nichts Richtiges steht. Auf der direkten Linie Richtung Goal kurbeln ein paar; ich traue dem Schlauch dort aber nicht und suche an dem kleinen Hügel Aufwind. Großer Fehler Nummer zwei. Nichts geht anständig hoch, und wir gehen mit 10:1 in den 15 km langen Endanflug. Die Linie trägt nicht gut, und ich lasse mich langsam nach Süden von der optimalen Linie wegschieben, um dann am Hangfuß der Startridge noch etwas Höhe zu machen. Glück gehabt – der größte Teil meiner Gruppe steht kurz. Mit genügend Höhe geht’s dann für mich, irgendwo im Mittelfeld des Wettbewerbs, ins Goal.
Alles in allem ein guter Tag heute: wenig Wind, erstaunlich wenig Turbulenz – das macht Vorfreude auf die nächsten Tage.
Dich interessiert, was in den vergangenen Jahren auf den Gleitschirm-Wettbewerben passiert ist? Viel Spaß beim Schmökern.