Militärischer Tiefflug Frankreich: RTBA-Gebiete vor dem Flug prüfen

Foto: Bundeswehr/Petersen

Vogesenflieger aufgepasst: Wie auch in Deutschland gibt es in Frankreich ein Netz militärischer Tieffluggebiete, in denen Flüge unterhalb von 500 ft AGL durchgeführt werden. Die Flugzeuge fliegen dabei überwiegend im automatischen Geländefolgemodus (Terrain Following). Die Besatzung konzentriert sich hauptsächlich auf die Überwachung des Systems sowie das Vermeiden von Gelände- und festen Hindernissen. Für das Ausweichen vor beweglichen Luftfahrzeugen, etwa Gleitschirmen, bleibt dabei kaum Kapazität. Flugzeuge, die sich in der Nähe dieser sogenannten RTBA-Gebiete bewegen, sollten ihren Transponder eingeschaltet haben. Ein Einflug in aktive RTBA-Bereiche ist für Gleitschirme und Hängegleiter nicht zulässig.

Wie auch hierzulande werden die meisten Tiefflüge in Formation durchgeführt. Zudem können militärische Tiefflüge in Einzelfällen kurzfristig auch außerhalb der veröffentlichten RTBA-Gebiete stattfinden. Es lohnt sich daher, vor dem Flug die aktuelle Aktivierung zu prüfen. Am einfachsten geschieht dies über die Homepage der SIA.

Die französische Luftwaffe weist ausdrücklich darauf hin, dass die Besatzungen bei diesen Einsätzen nur keine oder nur eingeschränkt Rücksicht auf anderen Luftverkehr nehmen können. Ein Ausweichen auf Sicht ist aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der geringen Flughöhen oft nicht möglich. Die bekannten Möglichkeiten wie ein Funkanruf bei Flight Information oder das die Nutzung von Transpondern stehen Gleitschirm- und Hängegleiterpiloten naturgemäß nicht zur Verfügung. Flarm oder FANET oder OGN Daten werden von den Flugzeugen und der Leitstelle nicht empfangen.

Achtung: In der Praxis kann einem Gleitschirmpiloten durchaus einmal eine Mirage in Baumwipfelhöhe mit rund 900 km/h entgegenkommen. Laut wird es dabei meist erst, wenn das Flugzeug bereits vorbei ist.

Infoblatt Tiefflug in Frankreich zum Download