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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Der rote Kontinent ganz grün

Die Billabongs randvoll, die Landschaft grün – so empfing uns Australien zur Vor WM der Drachenflieger. Vom 5. - 14.1.2012, ausgerichtet von Moyes Gliders, trafen sich 105 Piloten aus 16 Ländern zu den Forbes Flatlands, wo ein Australier nach acht geflogenen Durchgängen die Nase vorne hatte: Rohan Holtkam aus Newcastle ist der Sieger!

Forbes heisst der Ort der nächsten Drachenflug Weltmeisterschaft 2013 und liegt im gemässigten Outback Australiens in New South Wales... Gleich sieben deutsche Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zur Vorbereitung – und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Drei Piloten flogen unter die Top Ten, unsere Damen erzielten Platz 1 und 3!

Die Tage begannen mit dem Briefing im Headquarter beim örtlichen Bowling Club. Unter der charismatischen Leitung von Vicki Moyes als Meetdirektor wurden die Sieger des Vortages geehrt, Davis Straub gab einen präzisen Wetterüberblick. Daraus resultierten die einzelnen Tagesaufgaben zwischen 128 und 217 km. Die Tasksetter Attila Bertok, Gerolf Heinrichs und Lukas Bader machten einen hervorragenden Job!

Zehn Kilometer außerhalb Forbes auf dem örtl. Flugplatz lag das Schleppgelände.  Aufgeteilt in zwei Reihen wurden die Drachen aufgebaut. Vorneweg jeweils zehn Early Birds, danach richtete sich die Reihenfolge nach der Platzierung des Vortages. Stressfrei und ohne Hektik – so wurden wir von neun Dragonfly´s und einem Trike in die Thermik geschleppt. Zahlreiche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Geschleppt wurde ab 13 Uhr, die Aufgaben begannen meist ab 14:15 Uhr aus einem 10-15km Exitzirkel. Individuelle Startzeitnahme innerhalb eines 30-45 minütigen Fensters funktionierten hervorragend. Das nervenaufreibende Warten am Gate in großen Pulks entfiel fast gänzlich. Die Auswerteformel OZ Gap mit hoher Bewertung von Führungs- und Ankunftszeiten sorgten außerdem für frühes Abfliegen. Das war auch nötig, ging für das Hauptfeld doch an manchen Tagen die Zeit aus. Z.B. Tag sieben über 175 km und zwei Wenden. Die Cirren verdichteten sich im Tagesverlauf immer mehr, so dass nur sieben Piloten die Ziellinie überquerten, manche quasi mit dem letzten Hemd. Viele standen wenige km zu kurz.

Wenig Wind gibt es in Australien selten. Deswegen waren die meisten Aufgaben sogenannte Doglegs, Zielflüge auf geknickter Bahn. Mit Rückenwindunterstützung  lässt es sich schön segeln, und wenn man sich im Gaggle aufhalten kann, steigen auch die Chancen auf´s Goal. Wer aber den Tag gewinnen will, der musste sich vom Feld lösen und seine eigene Spur suchen. Bescheidene Basishöhen selten über 2000 m, meist Blauthermik und auch nicht das gewohnte Hammersteigen produzierten viele „Low Saves“. Sehr oft bescherte ein dunkler Acker die ersehnte Thermik in letzter Höhe. Attila Bertok aus Ungarn zeigte dieses Vorausfliegen nahezu in Perfektion.

Rohan Holtkam allerdings war der ausgeglichenste und damit sicherer Sieger. Souverän auch die deutschen Teilehmer. Ehepaar Hans Kiefinger und Christine Aichner krönten ihre Hochzeitsreise als Fünfter bzw. Dritte. Roland Wöhrle wurde Siebter, Lukas Bader Zehnter und Jörg Bajewski nicht weniger erfolgreich auf dem 14. Rang. Konrad Schwab entdeckte in den letzten beiden Durchgängen wie es am besten funktioniert im Flachland und Corinna Schwiegershausen gewann die Damenwertung.

Ein unfallfreier und hervorragend organisierter Wettbewerb macht Laune auf 2013. 

See you Down Under!

Roland Wöhrle 

Vor-WM in Forbes-Australien (5. - 14. Januar 2012)

Die besten Piloten der Vor-WM
unterwegs ins Ziel
letzter Flugtag in Forbes
Jörg ist gut unterwegs!
Roland wärmt sich auf :)
Sonnenuntergang in Forbes
am Paddock
Roland total relaxed
alle Teilnehmer und Helfer
Task 6???
kritischer Blick in den Himmel
Christa...schnellste deutsche im Ziel
Jörg und Jürgen
Briefing
Team Germany beim Wakeboarden (im Bild Olli Barthelmes)
....macht anscheinend Spaß :)
und manche könnens richtig gut
Die Tagessieger...
Sonnenschutz ist wichtig
Goalfield
Startplatz von oben
Primoz im Goal
Wendepunkt
Roland im Goal
Tasksieger Nr.1
perfekte Landung im Niemandsland
bester Deutscher im 1. Durchgang - Lukas Bader
Es kann losgehen...
Jörg über dem Outback
Hoch über Forbes
Christa und Corinna
Christa sucht Schatten
German Camp
Fette Wolke im Abendlicht
Hans Kiefinger
Roland Wöhrle beim Relaxen
Next Stop Sydney
Rückholaktion

Vom 5. - 14. Januar 2012 finden die Vor-Weltmeisterschaften in Forbes/Australien statt. Mit dabei auch viele deutsche Piloten. Roland Wöhrle, Jörg Bajewski, Hans Kiefinger, Lukas Bader, Konrad Schwab. Von den Mädels sind Corinna Schwiegershausen und Christine Aichner vor Ort. Täglich werden sie uns aus Forbes berichten.
Fotos: Jörg Bajewski, Corinna Schwiegershausen, Olli Barthelmes, Ashanta Carniletto.

Endstand:
1. Rohan Holtkamp (AUS)
2. Attila Bertok (HUN)
3. Scott Barrett (AUS)
5. Hans Kiefinger (GER)
7. Roland Wöhrle (GER)
10. Lukas Bader (GER)
14. Jörg Bajewski (GER)
34. Corinna Schwiegershausen (GER)
51. Christa Aichner (GER)
68. Konrad Schwab (GER)

Frauenwertung:1. Corinna Schwiegershausen (GER)2. Francoise Dieuzeide-Banet (FRA)3. Christa Aichner (GER)Gratulation ans deutsche Team mit 3 Top-Ten Plätzen und Platz 1 und 3 in der Frauenwertung.Regina

14. Januar 2012 - 158 km 

Gerolf Heinrichs gewinnt vor Attila Bertok und Jonas Lobitz. Roland 14ter, Hans 15ter, Lukas 17ter.   

Verdammt, was bin ich platt! Pre-Worlds, it´s done! Das war heute am letzten Tag nochmal eine Glanznummer der Tasksetter Attila, Gerolf und Lukas, die in den letzten 10 Tagen überhaupt einen grandiosen Job abgeliefert haben.

Ein 160er FAI-Dreieck als krönender Abschluss galt es zu bewältigen, damit das abschließende BBQ und die Siegerehrung alsbald starten konnte.

 

Sind zu den großen Sümpfen um den Lake Cowal in den Südwesten geschickt worden, wo es für den ein oder anderen gleich ein thermikloses Ende gab. Trotz 5km Entry-Zylinder in dieser sumpfigen Gegend, war es äußerst beschwerlich, hier den Anschluss an den zweiten Schenkel zu finden.

Doch damit nicht genug. Ab hier flog es sich nur noch im Sägezahn-Flugstil bei starkem Seitenwind über den Wilbertroy State Forest und verstärkt aufkommenden  Lowlowlowsafe bis zum 2. Wegpunkt Yarrabandai, bevor auf dem letzten Schenkel die 0,2 Steigwerte ausgereizt werden mussten.

Und in diesen hektisch wechselnden Thermikzentren sammelten sich wirklich alle noch übrig gebliebenen Piloten, … teilweise Drehrichtungsgerangel pur!

Das ganze trug sich 18km  vor der Goallinie im Forbes Airfield zu.

Jedem Ausreißer aus dem stark belasteten Kreisverkehr folgte nervös die Konkurrenz.

Die , die noch die Extrameterchen mühsam sammelten,  überflogen dieses erneut eingeparkte Ausreißergaggle ca. 10km vor dem Goal komfortabel.

GEDULD hieß auch bei diesem Task das Zauberwort. Überhaupt steht GEDULD als Synonym für die gesamte Vor-WM in Forbes.

Recht viele Piloten kamen heute auch zu kurz und rutschten höchst ärgerlich noch beim letzten Task raus aus den TOP TEN-Platzierungen.

„The game is over!“, das Endergebnis der Germanen kann sich sehen lassen, Jawollja!

LG in den Norden

Jörg

13. Januar 2012 - 174 km

Es gewinnt Curt Warren vor Attila Bertok und Gerolf Heinrichs. Roland wird 6ter und Hans 10ter. Corinna 21te und beste Frau.

12. Januar 2012 - 208 km

Task 6, 208km über einen Wendepunkt Richtung Nordosten nach Collies.

It´s ELVIS-Festival in der Nachbarstadt Parkes. So wurde auch gleich das Tasksetting heute früh von Vicki und Attila im Elviskostüm abgehalten. Ein wirklicher Brüller :o) Auf dem Paddock begrüßte uns auch ad hoc der erste Dusty. Weitere sollten nervend folgen. Einer hielt sich provokant im Aufbausektor Rot. Rolands Schwalbe hat es da gleich mal umgedreht. Alles aber zum Glück in Ordnung. Die Starts, recht heftig wie immer und recht fix Anschluss an die erste Thermik.Es gab heut kaum Zweitstarter!
Bei maximaler Thermik bis 1900mNN formierte sich pünktlich zur ersten Startzeit ein 30er-Pulk, wollte man doch die verbleibenden 190km vor Sunset erreicht haben.
Dieser Pulk splittete sich bereits nach 10km, eine Truppe hielt weiter gen Westen vor, eine andere, der wir - Corinna, Roland und ich angehörten schlugen uns mehr leeseitig der Kurslinie durch. Das ging auch prima auf. Etwas langsam nach Rolands Geschmack, aber dennoch trafen sich die beiden Pulks nach 130km am ersten Turnpoint. Und DANN gab es den Startschuss für die verbleibenden 77km bei komfortabler Rückenwindkomponente. Alle Heißsporne waren on the run. Attila, Rohan (Leader of the Pack), Luki, Didu, Anton, Jonas, Curt, Roland und meine Wenigkeit.
Sogleich wurden da mal alle Gleit-Register gezogen und ich bekam eine Gratis-Lehrstunde vom aller Feinsten. Roland, bestens positioniert für den FinalGlide, folgte Attila und Luki. Ich konnte mich von dem nachfolgenden Gaggle gut lösen und glitt die letzten 15km so dahin. Sodann folgte die Kuriosität des Tages. Die Luft trug sehr gut, wollte es aber nicht unbedingt überreizen, als ich zu meinem Erstaunen schon 2km früher die Ziellinie überflog. Rob, der Goalmeister, hatte sie irritierenderweise nicht an der Zielkoordinate ausgelegt. Bei einer WM hätte es hier nur so Proteste gehagelt. Musste gleich an einen durch Protest der Österreicher gecancelten Durchgang bei der WM in Hay 2005 denken... Na, bin dann mal gespannt, wie das hier gelöst wird..

Liebe Grüße an die Nordhalbkugel
besonders nach Kassel ;o)
LG Jörg

Schon um 11.30 ist der erste Dust Devil durch die Drachen gefetzt und hat Verwirrung gestiftet - Steve Blenkinsops Drachen ist hochgerissen worden und auf meinem Segel gelandet. Seinem Drachen ist nichts passiert, dafür hat es mir eine Segellatte zerquetscht... Carbon-Splitter. Wo ist Theo Klafsky? Zum Glück eilte mir Scott Barrett zur Hilfe, steckte ein Stück Stahl in die kaputte Carbonhülle und wickelte jede Menge Tape darum. Klar, so sollte es gehen!
Aber noch war die Aufregung für mich nicht zu Ende. Als nächstes brach mein Reissverschluss am Gurtzeug entzwei. Das ist mir noch nie passiert... bin ich so dick geworden ;) ? Die Starterei hatte schon angefangen, zum Glück war ich erst als 30. an der Reihe. Wieder eilte mir Scott zur Hilfe, er hatte einen Ersatz dabei, der genau paßte. Also schnell das untere Ende aufgetrennt, ein Zipper raus, der neue rein, in den Gurt steigen, alles vorbereiten für den Flug - und vor allem Nerven bewahren!
Ich hatte 208 km Zeit, um mich wieder zu beruhigen. Dabei halfen mir Jörg und Roland, mit denen ich den größten Teil der Strecke zusammen geflogen bin. Hat einfach nur Spaß gemacht. Es ging zwar nur bis 1900 m rauf (und war ziemlich schattig da oben) und zwischen den Bärten auch extrem stark runter, aber zusammen haben wir die Strecke gut im Griff gehabt.
Im Ziel gab es eine schöne Überraschung. Attila hat den Tag vor Curt und Jonas gewonnen (was keine Überraschung war), und auf dem 4. Platz ist Julia gelandet. Danach kamen noch ich, Carole, Francoise, Christa, Tove und Zhenya ins Ziel, 7 der 12 teilnehmenden Frauen!
Spät nachts haben mich Oli und die anderen an meiner bleibe abgesetzt, heute geht es weiter. Weniger Wind verspricht eine hoffentlich etwas geschlossenere Aufgabe, die nicht ganz so weite Rückholung erfordert!

Liebe Grüße
Corinna


wenig Wind, südwestliche Strömung, Man schickt uns auf eine 208 km-Aufgabe Richtung Nordost über einen Wendepunkt, um die CTAFs zu umkurven.
Der Tag wird komplett blau bleiben.
Auf geht´s :o)

LG Jörg

11. Januar 2012 - Ruhetag wegen zuviel Wind


10. Januar 2012 - 5. Task - 221 km

Gleich drei Piloten haben über den letzten Task geschrieben. Von Deutschland aus mal einen lieben Gruß und viel Lob nach Australien. Mädels und Jungs macht weiter so. Ich freue mich, wenn ich Eure begeisterten Berichte online stellen darf. Good luck und happy landings für die restlichen Tage. Gebt Vollgas!!

Lieben Gruß von Regina

vorläufiges Ergebnis nach 5. Durchgängen:

1. Rohan Holtkamp (AUS)
2. Scott Barrett (AUS)
3. Attila Bertok (HUN)
7. Hans Kiefinger (GER)
13. Lukas Bader (GER)
16. Jörg Bajewski (GER)
18. Roland Wöhrle (GER)
32. Corinna Schwiegershausen (GER) 1. Platz Damen
48. Christa Aichner (GER) 2. Platz Damen
80. Konrad Schwab (GER)


Hallo Flieger und Nichtflieger,

8/8 mittelhohe Bewölkung,wenig Wind, so gut wie keine thermische Bewegung am Boden. Bob Baier schaut skeptisch drein - da wird der Goalie wohl vergeblich ins 221 km entfernte Ziel fahren, um die Ziellinie auszulegen!
Die Aufgabe bleibt, die Bewölkung auch und die ersten Drachen steigen. That´s Australia! Thermik ohne Sonne! Bis zur Wende Toming liegt das Gelände völlig im Schatten. Danach reisst es auf und die mittleren Steigwerte verbessern sich kurzzeitig von 1.5 auf 2.5m/sec. Ich habe mich inzwischen in den Führungspulk vorgearbeitet, wurden allerdings bald vom Verfolgungsgaggle überflogen. Hart, aber die Retoure kommt 50 km vor dem Ziel. Die Vorausfliegenden geraten tief, wir können weiter ziehen in besseres Steigen. Welch Ausgleich der Gerechtigkeit! 30 km vor dem Ziel Dunedo gehen wir in den Endanflug. Drei Sekunden nach Scott Barett jage ich als zweiter über die Linie. Abflugzeitpunkt und Führungspunkte werden über die Tagesplatzierung entscheiden.

Lukas als bisheriger Zweiter in der Gesamtwertung musste leider vorzeitig landen. Hans dürfte sich heute in die Top 10 vorarbeiten, auch unsere zwei Frauen Christa und Corinna fliegen beeindruckend gut. Jörg ist inzwischen fester Bestandteil im Ziel. Konrad als "Australien Neuling" tut sich bisher noch etwas schwer. Bei mir greifen langsam Steve Moyes Sessions "How to get a world master". Interessant allemal mit den Erklärungen von Attila und Gerolf. Nur mit dem Umsetzungen, das ist halt so eine Sache...

Viele Grüsse nach Zuhause

Roland

Mit viel Wind im Rücken wurde wieder eine Aufgabe Richtung Nordosten gesetzt, mit einer Wende, die uns vorsichtig um die für uns gesperrten Lufträume von Parkes und Dubbo führen sollte. Der Wind am Boden blies mit etwa 20 km/h, in der Höhe mit bis zu 30 km/h, entsprechend anspruchsvoll waren die Schlepps. Das erste Mal, dass es mir hier draußen eine Sollbruchstelle zerrissen hat. Zum Glück konnte ich mich aus 300m über Grund hocharbeiten und mußte nicht wieder einlanden.
Die Vorhersage war sehr gut, es sollte jede Menge 3m-Bärte geben, sogar einige Wolken. Wir sahen allerdings mehr Wolken, als uns lieb war - hohe Stratuswolken schatteten uns die ersten 100 km fast völlig ab!
Dennoch war es möglich, mit so vielen Top Piloten zusammen im Pulk, sich von Thermik zu Thermik zu arbeiten, langsam und mit viel Vorsicht und Geduld. Erst kurz vor der Wende Tomingly hatten wir das erste Mal die Sonne auf dem Segel. Endlich auch stärkere Thermik. Doch wir wurden verfolgt vom Schatten, also mußte man sich sputen.
Der Führungspulk von fast 30 Leuten warf immer mal wieder den ein oder anderen ab. Klar, nach den beiden starken Bärten nach der Wende hatten alle auf Speed to Goal umgeschaltet, es fiel ihnen schwer, wieder einzubremsen. Leider mußte Christa etwa 30 km vorm Ziel landen, sie setzte sich damit aber in der Gesamtwertung der Frauen auf Platz 2 hinter Corinna. Lukas und Konrad kamen leider auch nicht in Dunedoo an, der Tag war wirklich schwierig.
Dafür schafften es Roland, Hans, Corinna und Jörg ins Ziel und hätten gut gepunktet für Team Germany! Die Landewiese war wohl die größte und ebenste aller Zeiten. Auf dem Rückweg legten die meisten einen Stop in Dubbo ein, um im Thai Restaurant was zu essen. Durch die langen Rückwege aus dem Ziel ist es sonst unmöglich, offene Restaurants in der australischen Einöde zu finden, die scheinen alle ab spätestens 20.00 Uhr zu schliessen, wie wir am Vortag feststellen konnten. Aber aus Texas-Erfahrung hab ich eh immer mein Abendessen vorgekocht in der Kühlbox mit dabei.
Um 0.30 Uhr liefen wir in Forbes ein und gaben unsere Tracklogs bei Wes und Grace, den beiden Scorern, ab. Die scheinen rund um die Uhr zu arbeiten!
Nach der langen Tour waren die meisten Piloten glücklich, dass heute wegen des starken Windes, in der Höhe bis 80 km/h, der Tag abgesagt wurde. Ein letzter Ruhetag, bevor wir noch drei weitere Runden fliegen werden!

Herzliche Grüße aus Forbes,
Eure
Corinna.


Mann-o-mann, was war DAS für ein Task! Bei bedecktem Himmel, im Gaggle-Work diesen Aufgabe zuende gebracht. Niemand hätte darauf gewettet, dass das für 29 Piloten (und ich war natürlich der Bummelant im Feld ;o) ) aufgehen würde. Mit der Rest-Fitzel-Pupthermik noch über die Felder ins Ziel geschrubbt. Die Sonne sahen wir erst auf den letzten 30km. Doch da half sie auch nicht viel. Eine laaaaaange Rückreise stand uns dann bevor, die Olli, unser Exquisit-Driver, bravorös meisterte ;o) Dass er noch keinen Koller bekommen hat, grenzt an ein Wunder :o) Heute sieht es nach einem Restday aus. Zu starker Wind in Forbes. LG besonders an SauerlandAir. Die Clubjacke wird hier richtig nett bestaunt, besonders, als es hier in Forbes unerwartet kälter wurde (27 Grad)  :o)

Jörg


9. Januar 2012 - 144 km

Hallo liebe am Wettbewerbssport interessierten Piloten in Deutschland. 

Der 4. Task sollte uns erst 51 km nach Norden zu der Wende Mines führen und anschließend nach NO in 157 km entfernte Ziel Bodang. Die Wende Mines wurde vom Taskkomitee mit unserem Lukas Bader in die Aufgabe gesetzt, um den Luftraum Parkes zu umfliegen. Dadurch wurden wir gleich im Startgate vor große Probleme gestellt. 30 km/h Westwind wollten uns nämlich auf der falschen Seite aus dem 15 km Zylinder schieben. Gegen diesen Westwind mußten wir lange ankämpfen, um uns eine gute Startposition zu erarbeiten. Bald danach trafen Jörg, Corinna und ich aufeinander. Nach der Wende Mines verloren wir aber auch schon wieder, weil die beiden mehr nach Norden vorhielten, ich aber auf Kurs bleiben wollte. Etwa 30 km weiter trafen kamen Piloten aus verschiedenen Richtungen an einer Ridge zusammen und es bildete sich ein großes Gaggle von tief unten bis 2000 m. Dort traf ich auch Roland, der 50 m über mir war und den Bart super erwischte. Durch die gute Position oben auf dem Pulk mußte er früher abfliegen, was ihm dann fast zum Verhängnis wurde. Allein mit einem anderen Piloten kam er tief und mußte mit offenem Gurtzeug in 200 m über Grund 10km über die Landschaft driften, bevor er wieder eine gute Thermik erwischte und aufdrehen konnte. Bei mir ging es in komfortabler Höhe zügig voran. Zwischendurch wurde am Funk mit Christa Position und Infos ausgetauscht. Sie war mittlerweile nur noch wenige km hinter mir. Unglaublich, was sie hier zeigt.
Bei mir ging es jetzt darum, den Endanflug richtig anzusetzen. 32 km hatte ich noch ins Ziel und 1900 m Höhe. Der Rechner war der Meinung, daß ich mit 150 m ankommen sollte, was aber nicht allzuviel bedeutet. Auch in Australien gibt es Sinkgebiete mit 3 m über viele Kilometer. Vorgestern wäre mit so eines fast zum Verhängnis geworden. Und tatsächlich: einige Kilometer später ging es schon los. Schnell wechselte der Endanflugrechner auf -350 m und es waren auch noch einige Hügel zu überfliegen. Da verließ mich der Mut und ich biß mich in einen eher schlechten Nullschieber, der dann doch irgendwann kam. Etwas später kamen 100 m tiefer noch zwei Drachen an und leisteten mir Gesellschaft. Es war ein mühsamer Kampf. Aber nach 20 Minuten hatten wir die fehlenden Meter gemacht und glitten ins Ziel. Dort war kurz vor mir auch schon Christa angekommen, die keinen Hänger hatte. Etwas später kamen auch noch Jörg, Lukas und Roland an, von denen sich auch jeder einen „Beinahe-Absaufer“ leistete. Corinna und Konrad kamen heute leider nicht ins Ziel. Die vorderen Plätze werden heute wohl wieder durchgemischt werden, weil sich einige der führenden Piloten Patzer leisteten. Wir sind gespannt.

Schöne Grüße,
Hans

8. Januar 2012 - Restday - Durchgang abgesagt wegen zuviel Wind!

Team Germany beim Wakeboarden :)

3. Durchgang (7. Januar 2012)

Task 3: 186 km Richtung Süden

Hello  from Down Under  to „Good Old Germany“

Ich habe die Ehre und das große Vergnügen, über den gestrigen Task zu berichten. Die bisher längste Strecke dieses Wettbewerbes führt über zwei Wenden (sie dienen hauptsächlich dazu, Lufträume zu umgehen) zunächst übers Flachland in hügeliges Gelände in Richtung Süden. Der Schlepp ist extrem turbulent; gestern km ich erst beim 3. Versuch weg, dieses Mal beiße ich die Zähne richtig zusammen und lasse mich nicht mehr abschütteln. Das Startgate hat einen 25km Radius und ich komme gerade noch zum Ende des Open Window um 15:00 Uhr mit 1700m an und fliege gleich weiter,  denn auf Kurs stehen richtig schöne Wolken. Der Weg zur ersten Wende ist richtig easy, vor der zweiten muß ich mich mal aus 500 m über Grund wieder hochkämpfen – da wird es einem wieder richtig warm! Der Kurs führt weiter an einer Ridge entlang, den Tipp für beste Thermik des Tages hole ich mir von Hans: 5m/s tragen mich hoch auf frische 2600m.
Richtung Ziel bedecken Cirren den Himmel – also runter vom Gas und mit schwachem Steigen Richtung Ziel schieben lassen. Mein Endanflugrechner funktioniert nicht und weil ich mich nicht allein auf meine Rechenkünste verlassen will, die  schon am Boden eher dürftig sind, frage ich nochmal bei Hans nach: reichen 2.200 m Höhe für 20km mit Rückenwindunterstützung  und Goal auf 500m Höhe? Die Antwort: „Ja, aber bitte piano“. Das Ziel ist schwer zu identifizieren und ist ein Hügel mit einem Zaun auf der einen und einer Leitung auf der anderen Seite. Zum Landen ist es dank des Windes trotzdem gut.
45 Piloten kommen an,  darunter Lukas, Hans, Jörg und Corinna. Ein schöner Task mit geschickt gelegten Wendepunkten! Weite Strecken mit viel Wind – ich will mehr davon!
Gesamtwertung nach 3 Tasks: Lukas 2., Hans 18, Jörg 21, Corinna 28, Roland 31,  Christa 58, Konrad 69.

LG Christa

2. Durchgang (6. Januar 2012)


Heute gab es einen komplett blauen Tag. Südöstliche Windrichtung mit etwas kühlerer Luftmasse. Bedenke, hier sind wir auf der Südhalbkugel und da kommt die kühle Luft aus dem Süden (Stichwort: Antarktis ;o) ) Eine 134km-Aufgabe wurde gesetzt über 3 Wenden ins Goal. Ruckzuck war das 100-Piloten starke Feld in der Luft, wenngleich es den ein oder anderen Weaklink bei der früh einsetzenden Thermikaktivität hinterm Drangonfly zerfetzte. Von Beginn an sammelte sich ein deutsches Geschwader mit Roland, Corinna, Konrad, Hans und mir und wir ergänzten uns perfekt. Mit Basishöhen unter 2000m NN ging es flott voran. Konrad musste leider vor der 2. Wende aufgeben. Olli war auch schnell zur Stelle und gab uns die Goal-Info, dass eine Ziellinie nicht ausgelegt werden kann (eine Baumreihe versperrte den Anflug der Koordinate). Wenn die Tasksetter schon ein Goal ausgucken, sollten sie diesen Ort vielleicht vorher mal inspizieren! Wir fanden ein Stoppelfeld mit fast 50cm Pinnen vor. Man bekam kaum den Drachen aus dem Paddock. Ca. 25 Piloten erreichte das Ziel, Swiss-Nick war der Daywinner, Lukas wieder bester German!! Attila, Primoz und Franz Hermann kamen spät. So wird es die Wertung wohl wieder etwas durcheinander werfen :o)

Grüße besonders ins Sauerland
Jörg


Task 2-Briefing: Forbes - (1.TP) Mines- (2.TP) Skulls - (3.TP) Leafy - Bogan (Ziel)
132,5 km ein fast geschlossenes Dreieck, erst Richtung Norden, dann Richtung Westen, dann Richtung Südost und die letzten 15 km Richtung Osten.

Wird ein sehr blauer Tag, mit wenig Wind.

LG Jörg


1. Durchgang (5. Januar 2012)


132 km um 2 Wendepunkte. Zerrissene Thermik und starker Seitenwind auf dem ersten Schenkel machten uns das Leben heute nicht gerade leicht. Für nur 30 geflogene Kilometer hab ich über 3 Stunden in der Luft verbracht. Aber ich war dankbar, dass ich nicht wieder landen mußte und dann erneut in der langen Startschlange anstehen konnte... 25km/h von der Seite mit Tendenz leicht von vorne sind recht bitter, vor allem wenn es nicht höher als 1400 m gehen will. Einige begabtere Piloten wie Lukas haben es dennoch fast ins Ziel geschafft. Allerdings wurde kurz vorher die Aufgabe gestoppt, da sich große CBs über dem Ziel entwickelt haben, Hagel vorhergesagt war und außerdem eine Böenwalze aus Richtung Ziel auf die führenden Piloten zurollte. Primoz wurde 4., Eduardo Guidiceandrea hat den Durchgang gewonnen, Carole Tobler wurde beste Frau (Platz 46, ich wurde 2.beste auf dem 48.), Curt Warren wurde 2. und Jonny Durand 3. Allerdings erhielt der Tagessieger nur 600 Punkte, da sehr viele Piloten schon vor der ersten Wende abgesessen sind, also bleibt alles offen für den weiteren Wettbewerb. Eduardo ist bei seiner Rückenwindlandung einspiralt und hat sein Trapez zerstört, zum Glück ist ihm selbst nichts passiert.

Corinna


Einschreibung (4. Januar 2012):

Heute ist Einschreibung für die Vor-WM in Forbes. Etwa 105 Piloten aus aller Welt haben sich im Outback versammelt, darunter diesmal 12 Frauen! Aus dem deutschen Team sind Roland Wöhrle, Lukas Bader, Jörg Bajewski, Konrad Schwab, Hans Kiefinger, Christa Aichner und Corinna Schwiegershausen mit dabei, mit Oli Barthelmes als Ground Crew.
Nachdem alle Geräte angekommen, aufgebaut und im Stanwell testgeflogen waren, brachen nach und nach alle internationalen Piloten auf nach Forbes. Italiener, Schweizer, Franzosen, Brasilianer, Amerikaner und jede Menge Neuseeländer sind hier, auch Ex-Weltmeister Attila Bertok (Ungarn). Steve Moyes wird als Coach für eine Gruppe ambitionierte Piloten dabeisein und sein Wissen weitergeben.
Zwei schöne Flüge hab ich hier schon gehabt seit meiner Ankunft am 31.12., gestern sogar über 100 km. Fünf Stunden in der Luft, es ging bis 2400 m, wo die Temperatur viel angenehmer war als am Boden.
Für Forbes ist es erstaunlich grün, es hat viel geregnet, viele Felder sind überschwemmt. Dadurch wird die sonst brutale Thermik etwas gedämpft, trotzdem ist die Basis vielversprechend hoch. Der Wetterbericht sieht gut aus, es werden sicher lange Tage werden. Morgen ist die Generalprobe, am 5. geht es dann los mit dem Wettbewerb. Bis zum 14. werden wir täglich für Euch aus Forbes berichten!

Frohes Neues,
Corinna.

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