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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Vor-WM 2014 - Valle de Bravo/Mexiko

Sektspritze vom Sieger
Die drei besten Frauen
Das beste Team kommt aus Italien
festlicher Abschluss
schützende Wolkenhand
German Team
Die Sieger (Antoine, Christian, Zac)
Die Siegerinnen (Sasha, Corinna, Franzoise)
Deutsche Männer im Ziel
Monarca-Falter als Glücksbringer am Helm
Achim: Ein Hundeflüsterer??
kurz vor Sonnenuntergang
Idylle am Goal
die heutige Aufgabe??
große Landeplätze auf großer Höhe
große Höhen
es gibt auch andere Transportmittel in Mexiko
Aufbauplatz zwischen Bäumen
Briefing am Start
beim Auswerten im Headquarter
viel Betrieb auf der Zielwiese
die deutschen Goalies..Jörg, Corinna, Gerd
Zac Major aus USA
die Franzosen...
Das Ziel von oben!
Jörgi auf dem Weg ins Ziel
die Wende
riesiges, aber tückisches Landefeld auf 2.900 m
Briefing
Parade
Team Russia
Aufstellung der Nationen
Trommelwirbel
starke Aufführungen
Team D auf der Eröffnungsfeier
die Germans
vielleicht nehmen die Esel auch Drachen mit
ziemlich junges und begeistertes Publikum
Jörgi und Gerd mit Abbauhelfern
Jörgi beim Probetask
Corinna bei der Ankunft in Mexico mit Jonny Durand
Funkcheck im Bett
Marathon-Funkreperatur-Abend
passiver Diebstahl- und Einbruchschutz bei Gerd und Christian
Gerd beim Drachenaufbauen
ob die Landebahn ausreicht...?
Drachen-Flughafen
Racket Tipps von Icaro
Der Hafen von Valle
ein etwas anderer Landeplatz für Drachen
Gerd kümmert sich um einen neuen Aufbauplatz
schöne Schmetterlinge
Valle von oben
Flugplanung
vergitterter Ausblick
Hier wohnen die Reichen
wer will da mit Gerds Drachen wegfliegen?
Racket Tipp von Wills Wing
Sasha aus Russland
Achim - neu in Team D
Christian hat kleine Helfer
Gerds bekannt kritischer Blick :)
Unser Taxi
Christians Fans
Tandemfliegen
schöne Aussicht
die Flugarena
Jörgi unser Luftpaparazzi
Racket Tipp von Moyes
Ein Startplatz vom Feinsten
Christian fliegt Sportklasse :)
Aufbauplatz mit Schattenspendern

NEWS OF THE DAY:

Folgende deutsche Piloten sind in Valle de Bravo um die Vor-WM mitzufliegen:
Gerd Dönhuber, Christian Zehetmair, Jörg Bajewski, Achim Vollmer und Corinna Schwiegershausen.

Ergebnisse

1. Christian Ciech (ITA)
2. Zac Major (USA)
3. Antoine Boisselier (FRA)

deutsche Plazierungen
8. Gerd Dönhuber
17. Jörg Bajewski
37. Corinna Schwiegershausen
42. Achim Vollmer

Der etwas andere Comp

Die Erleichterung nach dem 7. Durchgang im Goal stand ausnahmslos allen ins Gesicht geschrieben. Man beglückwünschte und umarmte sich, hatte man doch diesen außergewöhnlichen Comp ohne nennenswerten Blessuren an Körper und Gerät irgendwie überlebt. Dieser Comp war einfach anders als die Norm, nicht zuletzt durch das Hochplateau im Vulkangebiet des Nevade de Toluca mit  seinen stattlichen 4.680 m NN.

Team D tat gut daran, dieses Höhentraining rechtzeitig zu beginnen. 1 Woche vor dem Start der Vor-WM erkundeten wir vorsichtig die Fluggegebenheiten um den Hauptstartplatz auf 2310 m. So wirklich klare Gebirgszüge mit markanten Abrisskanten fand man hier ehr selten vor. Im Osten schlängelten sich gar tiefe und breite Canyons durch die Landschaft. Die ehr hügeligen Waldflecken im Wettkampfareal mit einer wie ein Schweizer Uhrwerk tagsüber auftretenden Konvergenzlinie der beiden Windsysteme machten die Thermiksuche zu einem technisch schwierigen Unterfangen.

Und noch eine Gefahrenquelle; zu den Landungen in dieser dünnen Höhenluft wurden wir besonders im Bereich der geostationären Konvergenzlinie wegen der ad hoc wechselnden Windrichtungen täglich gewarnt. Gegen Abend - mit einschlafender Thermik - beruhigte sich das Hochplateau wieder.

Gleich im ersten Task erwischte es einige Piloten in Richtung Vulkan und zwangen sie zu Landungen auf über 3000m. Leider traf es hierbei auch Christian, den eine Daumenverletzung zur Komplettaufgabe zwang.

Gute Landemöglichkeiten gilt es hier vorher zu erkunden. Mangels Auto blieb uns nur der skeptisch prüfende Blick aus der Luft während der 6 Trainingstage, was uns nicht selten ein beklemmendes Gefühl bescherte und im Team thematisiert wurde. Der Bremsschirm kann sich hier bei den abschüssigen Feldern zum begehrtesten Equipment entfalten. 

Bisher was das australische Flachland in punkto Flugwettergarantie unschlagbar, muss diesen Titel jedoch nun neidlos an Mexiko abtreten. Einheimische Piloten aus Valle sprachen gar von 4-5 nicht fliegbaren Tagen im Jahr. Auch wir hatten mit insgesamt 13 Flugtagen, einem bewusst eingelegten Restday, ca. 1100 km und 60 Flugstunden auf der Uhr unsere Aha-Erlebnisse.

Ein Nachteil dieses Höhenlandzuges ist der Temperaturunterschied von 2000 auf 4800m. Eine bereits mitgebrachte Erkältung meinerseits ließ sich trotz massiver Medikamentencocktails über 2 Wochen lang nicht auskurrieren, sehr zum Leidtragen meines Zimmerkollegen Achim.

Auch die Tüftler unter den Piloten hatten ihre Bühne: Gleich 4 Variationen an "RakedTips", "Wingtips", "Fläpplies" und "Schlabberohren" für Randbogengeräte galt es zu bestaunen und zu erproben. In wieweit diese Hingucker im nächsten Jahr bei der WM zugelassen sind, mochte Dennis Pagen als FAI-Obmann nicht prophezeien. Jedenfalls erfreuten sich die Dinger größter Beliebtheit.
Dennoch, eine weitere Superlative wäre noch zu vermelden; die uneingeschränkt herzliche Gastfreundlichkeit der Bevölkerung! Diese wurde gleich bei der Eröffnungsfeier unter anderem mit einer fantastischen Azteken-Tanzdarbietung unterstrichen. Ein Marktplatzfüllender Kinderfanfarenzug verabschiedete die Drachenpiloten aus aller Welt für 11 Monate, bevor die Spiele neu beginnen. Von der Organisation her wird den weltbesten Piloten ein Rundum-Sorglos-Paket geboten, das ist Fakt. Wie sicher die WM wird, hängt von jedem Nationalteam selber ab, je nachdem,  wie sie sich auf diesen besonderen Comp mental und sicherheitsrelevant vorbereiten.

- Primär gilt es Landeplätze zu erkunden. Diese sollten auch im WM-Kartenmaterial mit Koordinaten verzeichnet sein, um bei tief zu nehmenden Wenden nicht ganz überrascht zu werden.

- Die Piloten wären gut beraten, in heimischen Gefilden Bremsschirmöffnungen zu üben.

- Die Ernährung hier wird ein Thema sein, da die mexikanischen Essgewohnheiten augenscheinlich ungesund sind.

Ich persönlich bereite mich schon jetzt vor, mit einem Spanisch-Sprachkurs, um mich im nächsten Jahr - sofern ich nominiert wäre - bei meinen freundlichen Gastgebern artig "Muchas Gracias" sagen kann.

Ein abschließender Dank geht an unsere Sponsoren für diese Erprobungsreise, allen voran der DHV, der uns bei der Suche nach Flügen mit Drachentransport sehr geholfen hat. Und natürlich an unsere Leser des Live-Blocks mit ihren morgendlichen netten Statements an jeden einzelnen von uns. Dankeschön dafür!

Hasta luego Jö

7. März - letzter Durchgang - 112km mit 4 Wendepunkten

Es ist immer angenehmer zu fliegen in Valle, wenn es Wolken gibt, und zum Glück haben sich heute einige davon schon früh gezeigt, entsprechend gut war die Laune für den letzten Tag der Vor-WM. Ich war am Vortag ins schöne Ziel nach Cuatepec gesegelt und hab vor allem die letzten 30 km des Fluges sehr genossen. Direkt vor mir hat sich eine Woken-Autobahn aufgebaut, auf der ich im Delfinflug nur noch geradeaus entlanggeschossen bin! Endlich mal ganz oben, ohne Landestress, konnte ich die wunderschöne Landschaft geniessen, die Achim sehr treffend beschrieben hat. Im Ziel wurden wir überrascht von einer Abordnung des Ortes, man hat vor unseren Augen einen frischen Obstsalat gezaubert aus den schönsten Früchten, einen grossen Becher voll für jeden Piloten - die Gastfreundschaft der Mexikaner ist einfach unschlagbar! Im letzten Jahr gab es dort ein Barbecue, aber es waren mehr Offizielle als Piloten im Ziel, dieses Jahr kamen etwa 30 Piloten an, ein ungewohntes Bild für die Einwohner, die sich sehr über unsere Ankunft gefreut haben!
Heute ging es wieder nach Amanalco, wo es das grösste, ebenste Ziel des ganzen Wettbewerbes gibt, allerdings auf 2300m mit viel Wind. Wenigstens gut zum Landen, aber die letzte Wende im Norden und zurück durch ein Lee mit Gegenwind ist schon unangenehm. 33 Piloten kamen trotz aller Schwierigkeiten ins Ziel. Gerd und ich nahmen die zweite Startzeit, weil wir spekulierten, dass die Thermik und Konvergenz später besser ausgeprägt wäre - allerdings war der Top-Pulk doch schneller unterwegs als wir. Trotzdem hatten wir einen tollen Flug, mal ohne die ganze Meute in der Luft. Es war klasse, dass zum Abschluss nochmal unser ganzes Team im Ziel gelandet ist, auch Francoise und Sascha sind angekommen, ein schönes Ergebnis! Gerd hat am besten von uns abgeschnitten und ist in den Top Ten gut platziert, Jörg ist in den Top 20, Achim und ich in den 30ern, und unser Team auf Platz 4.
Gleich gehts zur Siegerehrung, vorher wurden noch nicht das Gesamtergebnis veröffentlicht.

Lieber Gruss aus dem sonnigen Valle de Bravo,
Corinna

6. März - 6. Durchgang

Heute gab es einen 120 km Task. Mit drei Wenden auf ein Airfield weit ausserhalb von Toluca.  Die erste Wende im Flachen bot durch einen großen Startzylinder mehrere Möglichkeiten zum Abflug. Taktische Positionierungsmöglichkeiten waren aber für Corinna und mich aufgrund unserer späten Startreihenfolge nicht mehr möglich. An der Wende trafen wir jedoch fast alle wieder. Die Wege trennten sich dann gleich wieder, da der nächste Schenkel mit 75 km einige Routen-Möglichkeiten bot. Die Schwierigkeit dabei war, dass Überwinden einer Hochebene bei sehr wenig Wolken und unzuverlässiger Thermik.
Danach konnte ich durch zwei gute Bärte wieder zu Gerd aufschließen und zusammen machten wir uns auf den Weg zur letzten Wende. Die beiden kurzen Seitenwindschenkel waren dann doch einfacher als erwartet.
In komplett unbekannter Gegend, und auch häufiger anzutreffende Sinkgebiete wollte ich nichts mehr riskieren und kurbelte dann doch etwas zu viel für eine schnellere Zeit. Ein Endanflug über eine beeindruckende vulkanisch geformte Landschaft mit tiefen Gräben und weiten Ackerflächen war heute auf jedenfall das Highlight.
Das Team Germany war heute komplett im Goal und momentan sind wir immer noch auf dem Rückweg. Nach ungefähr 2,5 Stunden Fahrzeit sollten wir dann auch wieder in Valle sein.
Gruß Achim

5. März - 5. Durchgang - Los Alemanes - die Briefing-Killer

 
Blauthermik und die auch noch schwächelnd in einigen Regionen. Gleich beim ersten Pilotenbriefing torpedierte Team D mal den vorgestellten Task wegen Überflug von unlandbarem Gelände. Achim stellte unmissverständlich da, dass er diese Gegend einschließlich rarer Landemöglichkeiten nur zu gut durch die Trainingsflüge kennt. Er erhielt Zuspruch von den Mexikanern und den Franzosen. Der Task wurde entschärft.
Leider war die Thermik zu Beginn noch schlechter als  befürchtet, so dass ich gleich einmal aus dem Orbit fiel und die Landung drohte. Wie ich hinterher erfuhr, erwischte es sehr viele in dieser Art. Im Gaggle war die eingebremste Aufgabe dann recht amüsant zu fliegen. Niemand konnte sich so wirklich aus den Pulks lösen. Eine der Schlüsselstellen war dann die letzte Wende. Sehr hoch und gegen den Wind gelegen. Da ging es für mich auch erst einmal runter... und keine halbwegs gerade Landewiese in Sicht. Ich hab dann einfach nicht ans Landen gedacht und Geduld bewiesen. Sonnenstand, Windrichtung, alles passte und so ging es aus aussichtsloser Position wieder in die rettende Höhe.
Mittlerweile schon ein Dauerbrenner; man dreht nach dem Zieleinflug wieder auf...! Sitze ich doch in der nächsten Woche schon wieder am Schreibtisch und würde mich an diese verpasste Flugchance zähneknirschend erinnern ;o) Also noch 1-2 Stunden an den Task drangehangen, jawoll!
Hasta Luego! Jorge ;o)

4. März - 4. Durchgang - Gerd auf Rang 4

Angesagt ist zur Abwechslung wieder mal ein blauer Tag. Das ist in Valle de Bravo der Hauptunterschied in der möglichen Wetterlage - blauer Himmel oder Cumuli. Tagesablauf wie immer: Zum Frühstück unseren grünen Wundersaft aus Orange, gehäckseltem Kaktus und ein paar Zutaten, die bei uns daheim als Kräuter gelten.  Dann Auffahrt zum Start und warten auf den Task. Die Aufgabe geht über ca 100 km in verschiedenste Richtungen. Die letzte Wende wurde aus Sicherheitsgründen nochmal geändert, der letzte Schenkel führt aber trotzdem einige Kilometer über unlandbares Gelände. Überhaupt wäre das Gelände vom Wetter das perfekte Fluggebiet, einziges aber großes Manko ist das oft großflächige Fehlen von Landeplätzen.
Am Start war die Thermik noch nicht richtig wach aber einmal auf Kurs ging's gut ab.
Der meiste Teil der Aufgabe war kein großes Problem aber der Weg zur letzten Wende und zurück sollte viele Piloten abschrecken. Jörg und ich schafften die Aufgabe, wenn auch jeder mit seinen gemachten Fehlern haderte. Achim probierte es 1 Stunde die Querung zu machen, gab aber leider dann auf. Ergebnisse sind noch nicht da aber Christian Ciech hat wohl den Tag gewonnen. Wir werden sehen was das Wetter morgen macht: Blau oder Cumuli?
Aus Valle de Bravo,
Gerd

3. März 2014 - 3. Durchgang

Wie jeden Tag sind wir um kurz vor 9 am Headquarter und waren neugierig über die Entscheidung zum Task von gestern. Es wurde viel diskutiert, aber noch ist nicht klar, ob der Tag gewertet wird, und wie der Tag gewertet wird. Es gab ein Ziel mit Ziellinie, und die Ansage im Briefing war, dass man die Linie überfliegen müsse, und dann gab es die Zielkoordinaten, die noch 2,3 km weiter waren. Etwa 20 Piloten standen in jedem „Ziel“. Es erinnert an die Geschichte von der WM in Hay... morgen wird sich zeigen, wie die Organisatoren damit umgehen.

Heute wurde eine 125 km Aufgabe um  5 Wenden gestellt. Obwohl das Wetter gar nicht so gut aussah, hat Mario Alonzi, der im Task Komitee ist, die lange Strecke durchgedrückt. Schon früh waren Zirren zu sehen, was den Tag noch mal verlangsamte. Es ging die ersten beiden Stunden in der Luft "nur" bis auf 3.300 m, was auf unserer Höhe nicht weit über Grund ist. Vom Divisadero ging es über die Hochebene der Startridge zu den Schmetterlingen "Monarca", dann 25 km weit in den Süden, wieder rauf in den Norden, um dann in Amanalco im Ziel zu landen.

Nach Monarca traf ich Jörg und hoffte, dass wir zusammen vielleicht eine Chance haben, den südlichsten Wendepunkt zu erreichen. Wir machten maximale Höhe und glitten gegen den Wind los. Das Gelände vor uns war durch Zirren abgeschattet, es stieg stark an, der Gegenwind war deutlich - und es gab keine Landeplätze weit und breit! Da ich keine Drachen vor mir sehen konnte, die deutlich stiegen, hab ich an diesem Punkt den Task für mich aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Gestern war ich auf grosser Höhe in einem kleinen Feld gelandet, was nicht einfach war, und ich wollte mein Glück nicht nochmal herausfordern. Es schien mir unter diesen Bedingungen einfach zu riskant, in den Schatten auf gut Glück zu gleiten. Stattdessen drehte ich über dem Plateau vor Monarca wieder auf und flog direkt ins Ziel.

Gerd landete nach grandioser Leistung unter den Top 10 des Tages im Ziel, ich hab mich gefreut, seine perfekte Landung beobachten zu können. Auch Jörg kam ins Ziel, aber er hat ebenso wie ich die südliche Wende nicht gemacht, sondern sich auch entschlossen, direkt ins Ziel zu fliegen. Achim ist mutig zur dritten Wende geflogen, aber irgendwo recht weit oben auf der einzig möglichen Wiese, die er gestern schon gesehen hatte, gelandet. Wir haben den Organisatoren deutliches Feedback gegeben, dass die Aufgabe nicht sicher war aus unserer Sicht. Es hat wohl auf der Strecke auch tatsächlich wieder einige Verletzungen und definitiv viele zerstörte Steuerbügel gegeben.
Ich hoffe, dass wir die kommenden Tage mal mit Wolken fliegen können, das würde den Wettbewerb für uns alle angenehmer machen. Die Organisatoren um Miguel Gutierrez geben sich alle Mühe, und die Leute sind glücklich, endlich mal wieder so viele Drachen in Valle zu sehen. Alle Piloten berichten begeistert von der mexikanischen Gastfreundschaft. Nach jeder Landung ist man umringt von Kindern, die gerne helfen möchten, und man bekommt meistens noch Früchte geschenkt und Wasser gereicht. Die nette Frau, bei der ich gelandet war gestern, hat gleich einige "Limas" vom Baum geholt, weil ich die Frucht nicht kannte. Riecht wie Zitrone, schmeckt aber süsslich, eher wie Orange.
Warten wir also gespannt auf die verbleibenden vier Tage - hoffentlich landet Team Germany geschlossen im Ziel!
Corinna

2. März 2014 - 2. Durchgang 

To be a task, or not to be

Es gab leider durch einen Organisationsfehler 2 Goals, ein Koordinaten-Goal und ein Airfield-Goal mit einer Linie. Sie lagen 2,15 km auseinander. Die ersten Piloten - so auch ich - flogen auf die Koordinate zu und erwarteten dort vergeblich eine Ziellinie. Zudem war es ein ringsherum eingemauertes Feld, was sehr viel Landegeschick verlangte.

Erst über´m Goal sah ich, dass einige wieder gegen den starken Wind zurückflogen, um das Airfield mit der Linie zu erreichen. Mein Versuch scheiterte bis 1 km vorm Platz. Hab dann den Rest unter Polizeieskorte versucht zu tragen. Eine 2 Meter breiter und tiefer Jauchekanal versperrte mir jedoch den Weg. Konfusion herrschte bei den ca. 40 Goalis, war es doch ein wunderbarer Dog-Leg-Flug südlich entlang des Vulkanes mit Basishöhen von 4800 m. Und keiner wusste, wer nun im richtigen Goal war, was den Meetdirektor Karl zumindest eine unruhige Nacht bescherte. Es heißt, man versuche den Task zu retten, da man sich nicht bei einer regelverseuchten WM befinde. 78 Piloten hoffen auf eine faire Entscheidung.

LG nach Deutschland, Jörg

Bemerkung von Regina: Task wurde gewertet!

1. März 2014 - 1. Durchgang


Der angekündigte Zeitplan mit Abfahrt um 9 Uhr wurde wirklich übergenau eingehalten.- also vom Veranstalter, nicht von uns. Deshalb haben wir auch den Truck mit unseren Drachen verpasst und mussten hinterherfahren. Der Vorteil an der Sache war, dass die Geräte schon an den Aufbauplätzen lagen als wir ankamen. Also fertigmachen und auf die Aufgabe warten. Nominal 125 km über 4 Wenden sollten geflogen werden. Schon am Startbart stellte sich heraus, dass die Thermik heute gnädig mit uns sein sollte. Ruhig und mit wenig Wind aber guten Steigwerten ging's aufwärts. Der erste Teil der Aufgabe führte uns an einer Ridge entlang und war recht unspektakulär. Raus ins Flache und wieder zurück an unsere Heimatkette ließ noch wenig Variation in der Routenwahl und das Feld zusammenbleiben. Der Weg zur 3. Wende führte 40 km über stetig ansteigendes Gelände Richtung hoher Berge. Hier sollte es sich auszahlen auf dem Hin- und Rückweg nicht zu tief zu kommen. Leider forderte genau dieser Rückweg 2 Außenlandungen von unserem Team. Christian und Achim mussten auf einem Hochplateau auf knapp 3.000 m landen. Christian verletzte sich aufgrund der erhöhten Stallgeschwindigkeit in der großen Höhe und wechselnder Winde bei der Landung an der Hand und wird morgen deshalb nicht starten können. Wir hoffen, dass er vielleicht doch noch einen Teil des Wettbewerbs mitfliegen kann und wünschen ihm gute Besserung.
Die Linie, die von den meisten Piloten zurück geflogen wurde, war nicht die beste Wahl und kostete Zeit. Einzig Christian Ciech flog eine andere Route und wurde damit mit großem Abstand Tagessieger. Gratulation!
Ins Goal kamen von uns Jörg, Corinna und ich.
Ergebnisse sind noch nicht fertig aber wir haben uns nicht so schlecht positioniert. Es sind ja noch viele Tage zu fliegen! Vielleicht hätten wir den Tequila doch nicht streichen sollen??
Aus Valle de Bravo,
Gerd

Der erste Task aus der Sicht deren, mit dem höchsten Landefeld.
Angefangen hat es für mich mit einem Start als "early bird". Da der Aufbauplatz für die Anzahl der Piloten sehr begrenzt ist, wird hier als "ordered launch" gestartet. Für die, die nicht mit ihrer Reihenfolge zufrieden sind, können jeden Tag bis zu 10 Piloten schon vor dem offiziellen Startgate starten. Diese Piloten müssen dann innerhalb 15 Minuten in der Luft sein, sonst geht es bis ganz ans Ende der Startreihenfolge.
Das ganze Feld war schnell in der Nähe des Startzylinders. Zum Glück war es heute am "crazy" Bart eher etwas gemütlicher, was aber wegen der Anzahl der Drachen  am Startgate auch so schon genügend Aufmerksamkeit erforderte.
Über den genauen Taskverlauf können wahrscheinlich andere besser berichten. Was sich für Christian und mich heute als Hürde heraus stellte, war eine Hochebene auf 2.900 m. Diese ist noch umgeben von höheren Bergen. So mussten wir, nachdem wir nicht mehr wegsteigen konnten, zusammen mit ein paar anderen da oben einlanden.
Die Größe des Landeplatzes spielte hier ausnahmsweise keine Rolle. Landungen auf fast 3.000 m stellen sich jedoch hier schon als eine Herausforderung dar. Dazu kommen dann meistens noch wechselnde Winde, da das ganze Wettbewerbsgebiet in einer überregionalen Konvergenz liegt.
Ich hatte neulich schon eine Landung ein bisschen außerhalb der Zivilisation. Hier war wieder kein Netz und Funkkontakt möglich, jedoch ging es heute Dank der guten Organisation recht schnell wieder zurück nach Valle.

Grüße aus Mexiko
Achim

28. Februar 2014 - Eröffnungsfeier

Der straffe Zeitplan des Trainingstages wurde schlußendlich dann doch etwas "mexikanisiert", so dass uns nach dem Beladen des Trucks dann doch noch genug Zeit blieb, um unser Frühstück in Ruhe ausklingen zu lassen. Aus der geplanten Abfahrt um 9 wurde dann doch halb 10 und wir waren trotzdem als erste- noch vor der Organisation- am Startplatz. Die angegebenen Aufbauplätze wurden auch gleich gekonnt ignoriert. Das ist ein Luxus den wir uns wohl ab morgen, wenn alle Piloten starten, nicht mehr leisten können. Der Flug selbst wurde individuell empfunden: Von "des is ja so turbulent, da fliag i ja glei zum landen nach der ersten Wende" bis "ja, is ned so wild, solang ma ned aus da Thermik fällt" war alles vertreten. Manche haben dann auch den Task fertig geflogen, andere sind bald zum landen gegangen. Wir waren uns allerdings einig, dass wir auf dem vorgesehenen Landeplatz, der mitten in einem thermisch sehr aktiven Gebiet liegt um 14.30 Uhr garantiert nicht landen wollten. Der Endanflug wurde also statt in Grasnarbenhöhe in 1.000m AGL (was hier also über 3.000m Meereshöhe entspricht) beendet und die Landung dann auf unseren gewohnten Flugplatz verlegt, wo der Wind berechenbarer ist. Zu unserer Überraschung war der Rückholer auch sofort da und wir wurden ruckzuck nach Hause gebracht. Was uns aber nicht davon abhalten konnte, zum Start der Parade doch nicht pünktlich zu kommen. Die Eröffnungsfeier übertraf alle Erwartungen und alle waren begeistert und das obwohl es dort nichts zu essen gab.
Die Höhenanpassung ist abgeschlossen, die Darmflora ist noch im grünen Bereich, alle technischen Klarheiten wurden beseitigt, ab heute herrscht Tequilaverbot und die Sperrstunde wurde extrem vorverlegt: Ab morgen wird's ernst.

Aus Valle,
Gerd

28. Februar 2014 - Training


Heute gibt es einen Trainingstask. Das genaue Ziel ist dabei eher zu testen wieviel Drachen denn eigentlich am Startplatz aufgebaut werden können. Auch der Transport zum Start und zurück soll heute geübt werden.  Im Safety-Briefing hat die Organisation einen sehr guten Eindruck hinterlassen, deshalb sind jetzt alle mal gespannt ob dies in der Praxis auch so funktioniert.

So sieht der Plan für heute aus:
8.30 Frühstück
9.00 Abfahrt
10.00 erstes Briefing
12.00 Starten
14.00 Landen
15.00 Rückfahrt
16.00 Treffpunkt Parade
17.00 Eröffnungsveranstaltung

Was ist aus dem entspannten Mexiko der letzten Tage passiert :)

Gruß Achim

27. Februar 2014 - Einschreibung


Hallo aus Valle von Corinna!

Mit meiner Ankunft ist Team D nun komplett aufgestellt für die Vor-WM. Heute werden wir uns einschreiben, und ich hoffe, ich kann meinen Drachen testfliegen. Die Jungs hatten schon gute Trainingstage, während ich etwas kurzfristiger angereist bin, aber dafür hatte ich im letzten Jahr den Wettbewerb mitfliegen können und kenne die Gegend recht gut. Die Organisatoren haben viele Sponsoren aufgetan und ich bin gespannt auf die Eröffnungsfeierlichkeiten, auf die hier in Mexico immer besonders viel Wert gelegt wird. Es sind sehr viele internationale Piloten hergekommen, noch nie vorher waren wir so zahlreich, und ich bin gespannt, wie wir uns oben am Start zwischen den Bäumen aufreihen werden. Wenigstens Schatten genug!
Der Landeplatz am See ist leider sehr klein geworden im Vergleich zum letzten Jahr, als wir ihn als Ziel benutzt haben. Das Wasser steht sehr viel höher, so dass man nicht viel Platz zum Landen hat und es keine Möglichkeit gibt, ihn für den Wettbewerb zu nutzen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht! Es sieht nach zuverlässig gutem Wetter aus, so dass wir wohl alle 8 Tage fliegen werden!

Herzliche Grüße aus Mexiko,
Corinna

Hallo nach Deutschland

Unsere Wahl für die Frühstücksbar führte uns dieses Mal unmittelbar an die Plaza. Um 8 Uhr Morgens herrscht hier schon buntes Treiben, während sich hier hunderte von Taxen durch die engen Gassen drängen.
Auffällig hier ist die hohe Militärpräsenz. Einmal um die Ecke gebogen und spätestens dann, wenn Dich 10 schwer bewaffnete, vermummte Soldaten mit ernstem Blick inspizieren, ist man hellwach.
Das passt nicht ganz in das Bild mit den - wie ich finde - äußerst freundlichen einheimischen Menschen. Auch der sehr katholische Glaube hat mich überrascht. Die Kirchen platzen während der Messen aus allen Nähten und die Leute bekreuzigen sich beim Vorbeigehen am Kirchenportal. Es wirkt alles noch sehr ursprünglich, man sieht kaum europäische Gesichter oder Aussteiger.
An die morgendliche Symphonie der Hunde und Gockeln gewöhnen wir uns sicherlich auch noch. Ansonsten sind die Mexikaner hier nicht aus der Ruhe zu bringen. Auch wir passen uns  gerne an die angenehme Art an.
 
Liebe Grüße von Christian


Erste Eindrücke in Mexiko

Kurz nach der Absage der EM, formierte sich eine Gruppe reisewilliger Drachenflieger für die Vor-WM 2014. Jedoch war keiner wirklich ausserordentlich motiviert, die organisatoriischen Aufgaben zu übernehmen. So entwickelte sich eine Organisationform, die auch noch beim Treffen in Frankfurt am Flughafen einige offene Fragen hinterließ. Nach nun 48h in Mexico und zwei schönen Flügen, sieht es so aus, als würde doch einiges so funktionieren wie erhofft.

Winter kann auch ganz schön warm sein:

Wegen den Berichten und Bildern aus Valle, hat jeder von uns sich mit ausreichend warmer Kleidung fürs Fliegen auf den Weg gemacht. Von Heat Packs bis auf ganz frische Mützen war alles vorbereitet. Jedoch spielt bis jetzt das Wetter noch nicht ganz mit. Selbst am Start auf 2.200 Meter sind eher kurze Hose und T-Shirt angebracht. Wir warten aber alle noch gespannt, um die neue Teamkleidung ohne Hitze schlag zu präsentieren.

Auch Höhe ist relativ:

Es macht durchaus Sinn, schon bei 3.600 m nach Landemöglichkeiten zu schauen.  Es kann schnell passieren, dass man sich in einem Hochtal ohne Landemöglichkeiten einsperrt.  Die Windbedingungen tragen auch noch dazu bei, dass man selbst bei schönsten Wolken und Flughöhen bis 4.000 m fast immer nach Landeplätzen Ausschau hält.

Sportklasse der neue Trend in der Wettkampfvorbereitung:

Am Flughafen wurden alle von den Franzosen nach Annecy zur Turmdrachen-WM eingeladen. In den darauffolgenden Stunden hatten wir genügend Zeit über dies zu diskutieren. Ist es eine interessante Alternative, Wettbewerbe mit weniger leistungsstarken Geräten anzubieten? Sollte doch auch mal mit Turmdrachen richtig Strecke geflogen werden….?? Der Flug nach Mexiko hat jedoch nicht ausgereicht, um alle Möglichkeiten zu bereden.

Christian hat allerdings für eine schnellere Realisierung gesorgt als jeder erwartet hat, denn sein Drachen wurde per Cargo von der Schweiz aus nach Mexiko geschickt. Da sein Drachen noch immer beim Zoll liegt, ist er nun ein neuer Anhänger der Sportklasse im Drachenfliegen geworden ;)

Essen in Tüten:

Die gute Nachricht ist: Es gibt zwar in Mexiko überall Lebensmittelläden, aber die Auswahl ist sehr begrenzt. Süß oder salzig heißt die Devise. Cola und Chips gelten als Grundnahrungsmittel. Gerd wäre gerne wieder in der Türkei, weil da die Grundbedürfnisse durch MC oder Kebab befriedigt wurden. Insgesamt sehen die meisten Mexikaner aber eher nicht unterernährt aus. Deshalb sehen wir sehr zuversichtlich den nächsten zwei Wochen entgegen.

Gruß Achim

Erschreckend reibungslose Anreise der vier "Mexikanos"
 
Die lange Vorplanungsphase "Projekt Mexiko" hat endlich ein Ende. Um einen halbwegs gesicherten Drachentransport zu gewährleisten, fiel die Entscheidung auf die Direktmitnahme als Sportgepäck auf dem Lufthansa-Direktflug Frankfurt - Mexiko City. Die Teamsport-Transport-Agentur war uns dabei behilflich, hatten sie doch ausreichend Erfahrung im Umgang mit dem Mordsgepäck der Olympioniken nach Sotschi. Also waren unsere "Zahnstocher" ehr ein Klacks. Beim Gepäckabladen in Frankfurt erweckten wir erst einmal besonderes Interesse bei Til Schweiger, der langsam an uns vorbeischlenderte. Oder waren es gar die buntschillernden Nationalteam-Strickmützen, die uns Regina in winterlicher Heimarbeit für Mexiko gehäkelt hatte ;o)
Nach dem Einchecken waren unsere Vögel ruck zuck an der Verladerampe verschwunden. Gleiches geschah mit den 6 Drachen der Équipe France.
Zusammengezurrt auf einer Palette ging die Ladung dann in den neuen Jumbo 747-800. Auf diesem Flieger sollte Corinna uns ursprünglich per Dienstflug begleiten. Die Jungs schlossen aber schnell Freundschaft mit ihrer befreundeten Kollegin ;o)
Auch in Mexiko ein fast schon erschreckend reibungsloser Ablauf. Drachen kamen ohne einen Kratzer über das Gepäckband, kein Zolltheater und unserer Fahrer von "Fly Mexiko" stand ebenfalls parat. Dann noch die Fahrt durch die 30-Millionen-City über einen Pass mit Höhe 3.130 m, der uns nochmal den kopfschmerztechnischen Rest gab, bevor es wieder "hinunter" auf 2.200 m nach Valle de Bravo ging. Hotel, ... Bett, ... fertig! So soll es sein...
Hasta Luego!
Jörg



Bildergallery (Fotos: Jörg Bajewski)

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