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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Montecucco Open (04.- 09.08.2014) Sigillo

Roland in den Top Ten
Die Sieger
Jörg über Umbrien

Ergebnisse

Tag 6 - Finale
 

Kurzum: Finalcharakter hatte dieser letzte Durchgang nicht. Dafür ist die Dominanz von Alex Ploner zu groß. Auch das gleich mal sechs Italiener Top platziert sind - kaum verwunderlich. Auch sie hatten hier die letzte Ausscheidung für die Ticketvergabe nach Mexiko, dementsprechend motiviert ging es zur Sache.
Am letzten Tag machte der Cucco seiner Legende mal wieder alle Ehre: viel Wind. 40 Klamotten haben zumindest mich skeptisch gestimmt für einen Wettbewerbsdurchgang, aber es ist eben ein besonderes Gelände. Einmal in der Luft, gab es überraschend ruhige Bärte und so gut wie keine Turbulenzen. Und wenn dann 90% der gestarteten Teilnehmer ins Ziel segeln - fantastico!
Tagesaufgabe waren 96 km über drei Wenden, immer auf der Luv Seite der Cucco Ridge. Die erste Gleitstrecke aus dem Startgate nach Süden hinüber zu den Windrädern war dermassen ruhig. Für mich als hauptsächlichen Schwarzwaldflieger, wo wir bei deutlich weniger Wind schon gar nicht mehr an Fliegen denken, völlig unerwartet. An den flach ansteigenden Flanken der Ridge bildete sich ein Hangaufwind, darin eingelagert schön zentrierbare Bärte. Mit zunehmendem Tagesverlauf verbreiterte sich dieses Aufwindband weiter Richtung Tal mit großflächigem Steigen. Die Top drei des Tages flogen einen über 30 km langen "Endanflug"!
Zum Taktieren gab es kaum Gelegenheit. Wer sich hoch hielt, konnte sich die besten Bärte aussuchen, wer tiefer kam, musste sich mit dem zufrieden geben, was geboten war. Die Kunst des Vorsprungs lag in der guten Spur. Ich war mit Anton Moroder lange gemeinsam unterwegs, wir flogen verschiedene Spuren mit teils grossen vertikalen Unterschieden. Das uns im Ziel gerademal 12sec trennten, war wohl eher der mathematischen Wahrscheinlichkeit geschuldet als der individuellen Spürnase.
Mit fünf von möglichen sechs Tasks hatten wir eine für europäische Verhältnisse super Ausbeute. Der Cucco kann auch anders, siehe WM 2011. Mit der frühen Absage des zweiten Tages lagen die Organisatoren richtig. Eine kürzere Aufgabe wäre zwar möglich gewesen, aber wenig sinnvoll. Die Länge der Tasks den Verhältnissen gut angepasst, kritische Wendepunkte mit ausreichend grossen Radien versehen.
Mit meinem siebten Platz bin ich sehr zufrieden, wurde als bester "Ausländer" geehrt. Mit Teilnehmern aus 12 Nationen zeigte sich ein breites Feld, der Cucco mit seinen nicht zuletzt kulinarischen Köstlichkeiten scheint beliebt.
Achim hat sich mit seinem 20. Gesamtrang für das WM Team in Mexiko durch konstant gute Durchgänge nachdrücklich empfohlen.
 
Mir hat es einen Riesenspass gemacht und ich freue mich schon auf den nächsten Wettbewerb in der Nähe dieser unwiederstehlichen, verlockenden, .....na was wohl..... Eisdiele! 
 
Bis bald
Roland  

Tag 5 - Cappuccino und Pizza Paradies
 
Gestern hatte ich ja in der Tat einen wenig entspannten Endanflug. Sah mich stark an die WM in Brasilia erinnert, als es wenige Meter vor dem Ziellinienüberflug  galt, eine stark befahrene sechsspurige Stasse zu überfliegen. Meine Hoffnung damals wurde erfüllt, die Ampel möge auf Rot schalten ;-)
Der Tag heute war der bisher schönste. Kaum Wind, Basis immerhin bei 2300m, Steigwerte an die 3 bis 4m bei 2/8 Cumuli. Mit 115 km über drei Wenden somit auch die weiteste der bisherigen Aufgaben. Etwas tricky heute das Startgate. Drei Minuten vor Beginn des Rennens lies unser Bart, direkt an der Startlinie aus. Achim und ich sahen uns gezwungen zwei Kilometer zurück zu fliegen, wo ein weiterer Pulk Höhe machte. Sehr ärgerlich, ein Blick zurück zeigte unser Bart hatte wohl nur eine kurze schöpferische Pause eingelegt. Alex Ploner war bei den Ahnenden - oder sollte ich sagen - Wissenden! Diesen Vorsprung gab er gegenüber seinem offensichtlich einzigen ernsthaften Gegner Christian Ciech heute nicht mehr ab und dürfte seine Führung deutlich ausgebaut haben.
Die Aufgabe heute war sehr schön zu fliegen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer stand im Ziel. Von uns Tedescos fehlte dann nur Uli (jedenfalls war er bei Redaktionsschluss noch nicht gesehen). Ein anderer Uli, nähmlich unser Teamchef für die WM in Mexico, ist heute eingetroffen. Hat gleich mal "klar schiff" gemacht und uns im Ziel erwartet! Heute abend erwarten wir noch Regina und Tobi. Somit dürfte zum finalen Durchgang morgen nichts mehr anbrennen ;-)
 
Grüsse nach zuhause
Roland

Tag 4 - Cucco Nord

Mt.Cucco der zweite Nordwindtag:
Bisher hab ich und wahrscheinlich die meisten anderen,  mit dem Monte Cucco  eine schöne, trockene Hügellandschaft zum Toplanden in Verbindung gebracht. Empfangen wurden wir hier jedoch mit dem Satz: „Dieses Jahr ist alles anders“. Durch den vielen Regen diesen Sommer, ist es hier nun eine schöne grüne Landschaft. Bedauernswerteweise auch mit den negativen Auswirkungen, dass die Thermik ein bisschen ruhiger ist.  An unserem zweiten Tag mit viel Nordwind  und unserer Meinung nach einem Start auf der falschen Seite des Berges, haben wir die schwächeren Steigwerte wieder deutlich zu spüren bekommen. Steigen ist meistens leichter in Meter pro Kreis anzugeben als in m/s. Heute kam dann auch wieder ein 25 km/h Nordwind dazu. Mit einem ein 30 km Gegenwindschenkel haben sich die Tasksetter eine hochkarätige Herausforderung überlegt. Nachdem bei einem ähnlichen Gegenwindschenkel gestern nur 5 im Ziel waren, war eigentlich allen klar was auf uns zum kommt.
Die Windgeschwindigkeiten sind hier noch ohne große Turbulenz zu fliegen, jedoch stehen immer flach auslaufende Bergrippen im Weg. Diese erzeugen nicht genügend Aufwind, um gegen den Wind anzukommen. Jedoch genügend Lee um ein Flug schnell zu beenden. Ein Auge auf eine Landemöglichkeit ist bei diesen Flughöhen auch geboten.
Mein Vorsatz aus dem gestrigen Tag, in diesen Rippen nicht zu tief zu kommen, konnte ich jedoch nicht einmal bis zur ersten Wende durchhalten. Zusammen mit Roland suchten wir uns ein Weg gegen den Wind. Teilweise über den Hügeln oder im Flachland erreichte ich 100m tiefer als Roland die nördlichste Wende. Für mich war daher erst nochmal  Höhe nötig, um über ein nicht landbares Hügelgebiet zu kommen.  Durch die schon nachlassende Thermik benötigte ich viel Zeit und Glück  an einem Kieswerk um überhaupt nochmal Höhe zu bekommen. Als dann das Ziel im Gleitwinkel war, und ich kaum mehr Hoffnung auf weitere Thermik hatte, war klar das eine Landung ohne Rückholaufwand das Ende für den heutigen Flug für mich sein sollte.
So ähnlich ging es auch Jörg. Er versuchte es auf verschiedene Wegen sich dieser Wende zu nähern, fand jedoch nicht den Weg gegen den Wind. Als wir beide gerade am Airfield gelandet waren, kam auch freudeschreiend Roland um den Hangar geflogen. Er hat als einziger von uns die letzte südliche  Wende noch erreicht und kann nun von einem sehr spannenden Endanflug berichten.
Wer also mal Umbrien grün sehen will, sollte sich beeilen und her kommen, aber  vielleicht nicht die normalerweise übliche Thermik und Basishöhe erwarten. 
Grüsse  Achim

Tag 3 - Trepizzi alias Strapazzi

Trepizzi, ein Graus fuer alle Autofahrer und wehe dem, der seinen Drachen auf einem Ferrari daher brachte. Roland's V 70 als Cross Country-Version sollte sich als beste Option erweisen. Geschafft! Der Wind blies ordentlich Nord und ich fühlte mich an Lanzarote Startbedingungen erinnert. Nachlassender Wind wurde vorhergesagt. Aller Skepsis zum Trotze startete Alex Ploner den Task. Die erste Wende war im Massenpulk mit Rückenwind schnell erreicht. Doch dann begann auf der Rücktour das hektische Gebastele. Alles leider auf engstem Raum in Dorfhöhe mit dem ständig prüfenden Blick zu einem erreichbaren Landefeld. Die ersten schluckte das Gewirr auch gleich. Stefan hatte es in dieser Gruppe erwischt. Wir konnte nach einer langen Schattenphase endlich aufsoaren. Den Gipfel erreicht, glitten wir an die rettenden Startbergridge, die aber alles andere als zuverlässig pulsierte. Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich sah weitere landen gehen. Achim funkte mir die Warnung zu, bloß hoch zu bleiben. Am Startberg brachte eine neue schnell daher ziehende Wolke die ersehnte Thermik und man konnte an die nächste Querrippe springen. Hier kam mir dann schon Alex und Suan von der vorletzten Wende entgegen. Ihr Vorsprung hier schon 35km! Mittels einer ziemlich schwarzen Wolke erreichte auch ich die nördliche Wende. Dich anschließend ging es nicht mehr richtig hoch. Konnte mich noch an den ersten Prallhang retten, wo ich mit dem uneffektiven Hangsoaring den Flugtag pünktlich zur 7 Uhr Deadline ausklingen lies. 5 Piloten erreichten das Ziel, Alex, Suan und Christian vorne Weg! Morgen hoffentlich Startberg Cucco -Nord:)
Liebe Grüße
Joerg

Tag 2 - Durchgang abgesagt wegen Gewitter

Gewitter!
 
Tag zwei am Cucco wurde heute kurz nach dem Briefing wegen Gewittergefahr abgesagt. Konnte man in Blickrichtung Adria schon erste Regenschauer erkennen, sah es in unserem Flugbereich Richtung Westen doch ganz brauchbar aus. Das veranlasste uns dann doch zu Sightseeing Flügen. Wie es sich an solchen Tagen gehört, landeten Stefan und Achim am offiziellen Landeplatz. Mich hat es auf dem Rückweg von der Gubbio Ridge erwischt und ich durfte an unserer herrlichen Unterkunft von der WM 2011 landen. Jörg wollte sich Gubbio mit seinen Landeplätzen aus der Luft ansehen und hat dann gleich einen ausprobiert :)
Um 16 Uhr wurde es dann rappeldunkel und kurze Zeit später gab es äusserst beeindruckende Blitze.
 
Morgen sollte es wieder werden.
 
Roland

Tag 1 - 1. Durchgang

Ciao Italia!
Italienische Meisterschaft am Monte Cucco, für fünf Tedescos eine verlockende Sache. Uli Eysel, Jörg Bajewski, Stefan Boller, Achim Vollmer, Roland Wöhrle und Special Guest Monique konnten den (kulinarischen?)Verlockungen nicht wiederstehen.
Mit dem heutigen Task hatten wir für hiesige Verhältnisse eine eher kleine Aufgabe über 93 km zu bewältigen. Auch in dieser Region hatte es viel geregnet, die ungewohnt grünen Wiesen sind offensichtlich. Daraus resultierend wurden schon beim Eröffnungsbriefing schwächere Steigwerte und niedrigere Wolkenbasen als üblich für diese Region angekündigt.
Das Rennen startete um 13.40 Uhr an einem fünf Kilometer Radius, völlig relaxt, weil das Feld sich extrem weitläufig verteilen konnte. Die Basis war wie angekündigt  bescheiden hoch, konnte im Tagesverlauf die 2000er Marke nicht überschreiten. Erste Wende war ca. 20km im Süden, der Ridge entlang mit anschliessender Talquerung auf dem Rückweg Richtung Gubbio. Trotz schöner Wolkenverteilung über dem Flachland zog ich die vermeintlich sichere Variante am Startplatz Cucco vor. Die Steigwerte waren hier etwas besser, der Umweg kostete allerdings auch etwas mehr Zeit. In Gubbio konnte ich dann wieder auf den vordersten Pulk aufschliessen, die Wende im Nordwesten am Ende des Tales nehmen. Den nächsten Wendepunkt, gleichfalls der trickreichste, konnte Jörg zweimal sehen. Einmal von oben, einmal von innen. Er hat Karl Bloder in einer Spätschicht ins Krankenhaus gefahren, nachdem sich dieser bei einer verunglückten Landung eine Wunde zugezogen hatte, die genäht werden musste. Dieses Krankenhaus lag sozusagen im Blauen, hier galt es irgendwie genug Höhe zu machen, für die Querung Richtung Landeplatz und um die dahinterliegenden Hügel ausreichend hoch zu erreichen. Glück und Pech lagen hier manchmal nur 20 Höhenmeter auseinander. Wer wieder aufdrehen konnte, hatte mit der letzten Wende Scheggia keine Probleme.
Was das Ergebnis anbelangt, könnte man sagen: "und täglich grüsst das Murmeltier"! Weltmeister Alex Ploner vor Christian Ciech. Wir Tedescos waren mit Achim und mir zu zweit. Mal schauen wie´s weitergeht, jetzt gibt´s erstmal Pizza und Cappuccino!
 
Viele Grüsse in die Heimat
 
Roland