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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Volles Haus bei der JHV
Akrobatische Showeinlage des Münchner Sporttheaters
Hommage an Francis Rogallo
Gleitschirm-Urväter, Brüder Strasilla, mit dem DHV-Vorsitzenden Charlie Jöst
Micheal Serner berichtet über die Probleme, die Drachenflieger in der DDR hatten
Gleitschirmkünstler der ersten Stunde Andrea Kuhn
SHV-Präsident Dr. Daniel Riner gratuliert zum 30jährigen Geburtstag
Drachenweltmeister Alex Ploner: „Viel fliegen und vor allem Spaß am Fliegen haben“
DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler freut sich über 34.000 Mitglieder
Neuer Sportvorstand Ralph Schlöffel
Ehemaliger Sportvorstand Axel Stuckenberger
Finanzvorstand Dr. Dirk Aue
Sicherheitsvorstand Uli Schmottermeyer
Ausbildungsvorstand Waldemar Obergfell
Technikvorstand Jürgen Rüdinger
2. Vorsitzender Frank Herr

Jahrestagung 2009- der DHV hat Geburtstag

Text und Fotos Benedikt Liebermeister

Zum Sportlertag

Fotogallery am Ende des Textes

30 Jahre DHV galt es zu feiern. 1979 gründeten engagierte Drachenpiloten den Deutschen Hängegleiterverband (DHV). Das Drachenfliegen erhielt eine solide Grundlage. 1987 nahm der Verband die junge Sportart Gleitschirmfliegen mit auf. Das idyllische Samerberg zu Füßen der Hochries bot den Rahmen für das außergewöhnliche Jubiläum, dem sich die jährliche Jahrestagung anschloss. Ausgerichtet von den Gleitschirm- und Drachenfliegern Hochries-Samerberg, dem GSC Inntal und den Brannenburger Bergdohlen. Der Samerberger Bürgermeister Huber und der DHV-Vorsitzende Charlie Jöst eröffneten die Feierstunde.

Charlie Jöst erinnerte an den amerikanischen Luftfahrtpionier Francis Rogallo. Beim 10-jährigen Jubiläum war er Ehrengast, erinnerte auf Vorbehalte wegen der Gefährlichkeit des Flugsports an Otto Lilienthals Worte: „Hätte Gott gewollt, dass der Mensch nicht fliegt, hätte er ihm keinen Verstand gegeben.“ Charlie Jöst kannte den Erfinder moderner Gleitschirme und Lenkdrachen gut und drehte einen Film über ihn. Der auf Aerodynamik spezialisierte Ingenieur patentierte 1948 eine nur aus Stoff und Schnüren bestehende Tragfläche. Diese ermöglichte es erstmals, ohne andere Antriebe durch die Luft zu gleiten. Im Unterschied zu damaligen Rundkappenfallschirmen war sie dreieckig geformt und wurde als "Rogallo"-Dreiecksform berühmt. Rogallo starb im September im Alter von von 97 Jahren in Southern Shores im US-Bundesstaat North Carolina.
Zum Jubiläum waren eine Reihe Ehrengäste geladen.

Speedflying ist ein alter Hut. Die Brüder Strasilla meldeten den Skywing bereits 1979 zum Patent an. Udo war als Professor bei der NASA in den USA beschäftigt. Ausgemusterte Flächenfallschirme ließ er Bruder Dieter zukommen. Der entwickelte daraus einen Schirm mit dem er den Monte Rosa Gletscher rauf segelte und runter flog. „Mir wird Angst und Bange, wenn ich heute an den Flug vom Jungfraujoch denke, 2000 Höhenmeter unter mir und nicht mal einen Notschirm dabei. Doch eines ist geblieben. Ich hatte damals eine so eine große Freude am Fliegen und habe diese Freude heute noch.“
Die Strasillas trafen mit Andrea Kuhn zusammen. Unglaublich welche Vorstellung der Schweizer in einem 20 Jahre alten Filmbeitrag unter einem Gleitschirm hängend auf einem Snow-Wakeboard bot. Die Begeisterung der Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt hielt sich damals in Grenzen.

30 Jahre DHV – 20 Jahre Mauerfall. Ein Blick zurück. Drachenfliegen war verboten in der DDR. Zu spüren bekam das Michael Serner. Er bezahlte seine Leidenschaft mit einem Gefängnisaufenthalt. Schon 1983 hatte die Stasi Bilder von ihm gemacht. Seine Wohnung war komplett verwanzt. „Kurz vorm Mauerfall bot mir die DDR-Führung an, einen Drachenflugverein in Cottbus zu gründen. Sie erhofften, durch kleine Zugeständnisse den Zerfall aufhalten. Doch das Schiff war bereits gesunken“. Michael ist heute Vorsitzender des 1. Cottbuser Drachen- und Gleitschirmvereins.

Weltmeister in drei Klassen. Ein Rekord, den so schnell kein Pilot toppen wird. Champion Alex Ploner arbeitete am neuen Thermikflug-Lehrfilm des DHV mit. Wie wird man Weltmeister? „Viel fliegen und vor allem Spaß am Fliegen haben“, rät der bodenständige Südtiroler.

Der DHV hat einen älteren kleinen Bruder. Den SHV (Schweizer Hängegleiterverband), 35 Jahre alt. Präsident Dr. Daniel Riner und Geschäftsführer Hans-Peter Denzler gratulierten gern zum Verbandsgeburtstag. Im Gedächtnis geblieben ist ihnen Heiner Geislers Feststellung: „Leichtathletik ist Maloche, Fußball Arbeit, doch Fliegen ist Kunst, hohe Kunst.“ Dem DHV bescheinigten sie eine Vorreiter- und Vorbildrolle im motorlosen Flugsport.

„Take care and have fun, gab uns Francis Rogallo mit auf dem Weg“, hebt DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler in seiner Rede hervor. Weg vom Motto der Anfangsjahre „Opfer müssen gebracht werden“ war die Triebfeder des jungen Verbandes. Prüfung der Fluggerät und Regulierung der Ausbildung waren Meilensteine in der 30jährigen Erfolggeschichte. Sichtlich erfreut präsentiert Klaus Tänzler den aktuellen Mitgliederstand: 34.000, die höchste Mitgliederzahl seit Gründung. Nicht zuletzt ein Verdienst der Vereine, das ehrenamtliche Rückgrat des DHV.

Licht aus, Spot an! „I believe, I can fly“, eine ästhetische und akrobatische Choreografie der anmutigen Mädchen des Münchner Sporttheaters. Mit anhaltendem Beifall quittierten die Delegierten die faszinierende Vorstellung. Ein gelungener Abschluss der Feierlichkeiten!

Der offizielle Teil der JHV begann mit der Feststellung der Regularien. Die Versammlung war beschlussfähig, die Tagesordnung wurde angenommen und das Protokoll 2008 genehmigt.
„Das BMV (Bundesministerium für Verkehr) hat der Erprobung des E-Lifts als Aufstiegshilfe für ein Jahr zugestimmt“, begann der DHV-Vorsitzende seinen Bericht. Zur überfälligen Reform durchgerungen hat sich der DAeC. Die neue Satzung ist verabschiedet, der DHV als ordentliches Mitglied stimmberechtigt.
Zeit für Abschied. Dank an Noldi Schmid, das dienstälteste Kommissionsmitglied gibt den Stab weiter an Gerhard Peter, neugewählter Regionalbeirat Südost. Dank an Rudl Bürger, Axel Stuckenberger und Matthias von Necker. Rüdl Bürger war als Teamchef Motor der beispiellosen Erfolggeschichte des Damen-Drachennationalteams. Peter Achmüller übernimmt das Steuer. Auf drei ereignisreiche Jahre als Sportvorstand blickt Axel Stuckenberger zurück Detailliert geht er auf die sportlichen Erfolge 2009 ein. Erneuter Nachwuchs steht vor der Tür, deshalb steht er nicht mehr zu Wahl.
Seit 2005 organisiert  Matthias von Necker die DHV-Jugendarbeit. Nikolaus Kurcz führt die erfolgreiche Arbeit weiter. Viel Unterstützung sichert ihm der zweite Vorstand Frank Herr zu.
Zu Sicherheit und Flugbetrieb nimmt Vorstand Uli Schmottermeyer Stellung. Vorbildlich ist die Analyse der Unfälle auf der DHV-Homepage. „Geländezulassung ist moderne Sklavenarbeit“, würdigt er das außerordentliche Engagement der Vereine.
„Die neuen LTF (Lufttüchtigkeitsforderungen) sind vom LBA genehmigt worden und treten demnächst in Kraft“, stellt Technikvorstand Jürgen Rüdiger zufrieden fest. Die Forderungen des DHV sind im wesentlichen umgesetzt. Mittlerweile gibt es drei zugelassene Musterprüfstellen. Der DHV lässt nur noch ein Drittel der Gleitschirme zu.
Trotz Wirtschaftskrise sind die Ausbildungszahlen gleichbleibend hoch. „Zufrieden bin ich, dass wir in den letzten Jahren keinen tödlichen Unfall in der Ausbildung zu verzeichnen hatten“, berichtet Waldemar Obergfell, Ausbildungsvorstand. Der Fortbildungsgedanke trägt Früchte.

Das zweite Jahr in Folge schließt der DHV mit einem deutlichen Minus (2008: - 189.000 Euro, Hochrechnung 2009: - 206.500 Euro) ab. Der Einbruch in der Technik konnte durch gezielte Einsparungen gemildert aber nicht gänzlich aufgefangen werden. Die negative Bilanz war geplant und wurde durch einen Teil der umfassenden Rücklagen abgedeckt. Doch erscheint Licht am Horizont. 2010 wird die schwarze Null angepeilt. Ingesamt steht der Verband auf einem soliden finanziellen Fundament.

Die Kassenprüfer Bettina Stang und Henry Maek gaben ihren Kassenprüfbericht ab und empfehlen uneingeschränkt die Entlastung des Vorstands. Die Delegierten entlasten mit einer Gegenstimme den Vorstand. Die Kasse 2009 werden Hermann Klein und Jürgen Müller prüfen.
Der Vorsitzende Charlie Jöst wird einstimmig im Amt bestätigt. Neuer Sportvorstand ist Ralph Schlöffel.
Mit wenigen Gegenstimmen genehmigen die Delegierten den Wirtschaftsplan 2010 mit einer kleinen Änderung. Der Etat der Jugend wird auf Bestreben Matthias von Neckers auf 18.000 Euro aufgestockt.

Folgende Anträge fanden die Zustimmung der Delegierten: Aufhebung des Beschlusses der letzten Jahrestagung „Veröffentlichung der Delegiertennamen im Internet“, Antrag zur Geschäftsordnung auf Behandlung der Anträge zur Ausrichtung der Jahrestagung 2010 nach dem Wirtschaftsplan 2010, beide von der Vorstandschaft, Hans Bausenweins Antrag auf einen Deutschen Meister in der Serienklasse und Henry Maeks Empfehlung auf das Tragen von Integralhelmen bei Schlepp-Starts.
Gleich drei Vereine bewarben sich um die Jahrestagung 2010. Kurpfälzer Gleitschirmflieger Heidelberg, Luftsportverein Neuseenland Leipzig und Gleitschirm-Fliegerfreunde Rhein-Mosel-Lahn. Das Rennen machte Leipzig. Konstruktiv und  intensiv tagten der Vorstand und die Delegierten, verdient war der Sturm aufs reichhaltige Buffet. Gestärkt waren sie bereit für die DHV-Party mit Open End!




 

Die Jahrestagung in Bildern

Athletisches Tanztheater
"Das war klasse!"
Der Vorstand
Volle Zustimmung
JA!
Würdigung eines großen Mannes
Gemeinsam sind wir stark
DHV-Ehrenvorsitzender Peter Janssen
Das dienstälteste Kommissionsmitglied Noldi Kummer tritt ab
Alex Ploner im Flug
Charlie dankt Alex für die wertvolle Unterstützung
Rudl Bürger übergibt an Peter Achmüller
Die Brüder Strasilla
Matthias von Necker
Nikolaus Kurcz
Kassenprüfer Bettina Stang und Henry Maek
Die nächste JHV ist in Leipzig (Foto Jörg Bajewski)
Der Samerberger Bürgermeister Huber
Dr. Dietrich Erhard (Gleitschirm- und Drachenfliegerclub Hochries)
Dieter Kattenbeck (Gleitschirm- und Drachenfliegerclub Hochries)
Die Hochries (mit Drachen- und GS-Landeplatz) im Zuckerguss