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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV
Das Ziel bleibt unberührt am heutigen Tag
ein flaches Dreieck
Ein Bett im Kornfeld
Viele Atosse im Ziel
traumhafte Ziellandewiese
Die Drachen sind startbereit

Starrflügel-Cup 2022 - Bösingen

Intern. Starrfügel-Cup/Rigid Cup 2022 Bösingen

Video 2021 von Charlie Jöst auf youtube

Termin: 28. - 31. Juli 2022 (Ausweichtermin 25. - 28. August 2022)

Veranstalter und Ausrichter: 

Drachenfliegerverein Bösingen e. V.
Brühlweg 22
D-78554 Aixheim
E-Mail: info@dfvb.de
Internet: www.dfvb.de

Ort: 
Sonderlandeplatz Bösingen-Dunningen
48°13'42" N, 8°32'13" E
Höhe MSL: 2.264 ft / 690m
Richtung der Landebahn: 088° / 268° rwN (09 / 27)
Platzrunde UL: Nord, Orte nicht überfliegen!
Platzrunde Drachen: Süd
Bahn-Länge: 410 x 30 m
Bahnbelag: Gras
Frequenz: 134,005 MHz

Programm:
Mittwoch, 27. Juli 2022 - tagsüber Training bzw. freier Schleppbetrieb, Einschreibung von 18 - 21 Uhr, evt. Briefing/Einweisung 20:30 Uhr.

Donnerstag, 28 Juli 2022 - Briefing um 11 Uhr - 1. Durchgang ab 12 Uhr

Freitag, 29. Juli 2022 – Briefing um 11 Uhr – 2. Durchgang ab 12 Uhr

Samstag, 30. Juli 2022 – Briefing um 11 Uhr – 3. Durchgang ab 12 Uhr,

Sonntag, 31. Juli 2022 – Briefing um 11 Uhr – 4. Durchgang ab 12 Uhr (anschließend Siegerehrung) 


Wettbewerbsleiter: Uwe Krenz

Auswerter: Willi  Kuck

Alles im Ländle

Deutsche Meisterschaft 2021 der Starrflügler in Bösingen

Ein Bericht von Jochen Zeyher

Nachdem die für Mai geplanten Deutschen Meisterschaften an der Emberger Alm ein weiteres Mal der unsicheren Coronalage zum Opfer fielen, konnte zumindest für einen Teil der Flieger, nämlich die Piloten der Starrflügelklasse FAI5, endlich, nach 3 Jahren Zwangspause, doch wieder eine Meisterschaft durchgeführt werden.

Dazu wurde der traditionelle Starrflügel-Cup, der letztes Jahr schon in Bösingen gastierte und, weil's so schön war, dieses Jahr gleich wieder dort stattfinden sollte, kurzerhand zur Deutschen Meisterschaft aufgewertet. Im Vorjahr hatten die Bösinger bewiesen, dass sie es können, mit vielen fleißigen Helferchen, einem perfekten UL-Schleppbetrieb und natürlich einem großartigen Fluggelände zwischen Schwarzwald und Alb. So war es nicht verwunderlich, dass die Maximalzahl an Teilnehmern schnell überbucht war, obwohl diese mit 40 Piloten für den kleinen Flugplatz schon optimistisch hoch angesetzt worden war.  Der Termin näherte sich, Corona hielt stand, aber die Wetterprognosen waren, wie so oft in diesem Jahr, alles andere als optimistisch: Wind nicht zu knapp aus West, eventuell gepaart mit abschirmenden Überentwicklungen und Gewittern. Doch das Organisationskomitee mit DHV-Teamchefin Regina Glas und DFVB-Vorstand Holger Hüneke ließ sich nicht irre machen, sah die Chance auf Wertbares und gab das GO für die GO. Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, denn der Ausweichtermin Ende August wäre komplett ins Wasser gefallen.

10 Sekunden bis zum Start
Und alle alle kamen, brachten Wettbewerbshunger und gute Laune mit und beim Einschreiben am Vorabend des Events gab es ein großes Hallo, nachdem man sich oft lange nicht mehr gesehen hatte. Im ersten Briefing lüftete der Schleppexperte Jürgen Rüdinger das Geheimnis, wie man 40 Leute in kürzester Zeit in die Luft bringt: „Das Trike verweilt nach dem Ausrollen 10 Sekunden am Boden, bis der nächste Pilot eingehängt ist, dann geht's schon wieder in die Luft.“ Anerkennendes Gelächter, und Ansporn, dieser Vorgabe wenigstens nahe zu kommen. Der Rahmen war gegeben, jede Menge Startwagen mit persönlichem Helfer ermöglichten stets 4 startbereite Piloten. Der souveräne Wettbewerbsleiter und frühere Mitkonkurrent Uwe Krenz stellte die Aufgabe des ersten Wettbewerbstages vor:  Ein Zielflug über ca. 90 km zum Flugplatz Seissen in der Nähe von Ulm ist in kürzester Zeit zu absolvieren. Der starke Wind lässt keine geschlossene Aufgabe zu, was leider erhöhten Rückholaufwand für das Bodenpersonal bedeutet.

Landebier am Flugplatz Seissen
Edelvorflieger Reinhard Pöppl, zig-facher Streckenflugmeister und in afrikanischer Thermik gestählt, macht sich kurz vor dem Feld auf den Weg. Sein Ziel ist sein Heimatflugplatz in Forst. Immerhin schlappe 230 km, so schlecht kann der Tag nicht sein. Um es vorweg zu nehmen, er schafft es auch, bis auf ein paar Kilometerchen. Der Schlepp hinter dem UL bei diesen Bedingungen gestaltet sich unruhig, zahlreiche Sollbruchstellen quittieren ihren Dienst vorzeitig. Dennoch kommt das Feld zügig in die Luft und die Piloten machen sich auf die Reise. Die Zeit wird individuell beim Verlassen des Startzylinders genommen. Die Thermik ist im Mittel nur mäßig, mit einer Basishöhe von meist unter 2000m ist die Arbeitshöhe nicht richtig komfortabel. Einmal daneben gegriffen in der Auswahl der nächsten Thermikquelle und schon kann es richtig eng werden. Daher heißt die Devise hoch bleiben, und sich nicht von einem glücklichen Hammerbart zum Race-Modus verführen lassen. Eines der prominenten Opfer der wechselhaften Verhältnisse wird Markus Baisch, der den Titel 2018 am Kandel holte und sich seither lässig auf dem Thron sonnt. Dort würde er auch gerne bleiben, legt in seinem jugendlichen Übermut aber eine Schippe zu viel drauf, was ihn nach gut der Hälfte der Strecke zu Boden zwingt. Besser machen es die alten Kämpen, die in stattlicher Zahl, immerhin 15 Piloten, das Ziel Seissen erreichen. Ein sehr unscheinbares Flugfeld, aus der Luft fast nicht als solches zu identifizieren, weil die überdimensionale Ziellinie mitsamt DHV-Vorstand und Filmer Charlie und Regina noch im Auto steckte, und das im Stau. Mit knapp 60 km/h Schnittgeschwindigkeit waren die Drachen einfach zu schnell. Zu ihrer großen Freude fanden die Piloten aber reichlich Landebier vor, welches Alfred vorsorglich an seinem Heimatflugplatz deponiert hatte. So wurde die Wartezeit auf die Rückholung nicht lange, die Ziellinie kam auch noch und das Filmteam konnte noch die letzten Zielflieger einfangen. Während der 2-stündigen Heimfahrt kamen dann auch schon die Ergebnisse des Tages mit den 3 Schnellsten Jochen, Alfred und Andreas.

Der Tag der Ausländer
Optimistisch ging es in den zweiten Tag: Es sollte weniger Wind haben, vielleicht könnte man eine geschlossene Aufgabe stellen, das wäre schön. Der Wind war tatsächlich schwächer, aber so schwach auch wieder nicht, dafür war die Thermik umso schwächer. Immer wieder schoben sich Abschirmungen vor die Sonne und störten unseren Thermikmotor. Letztlich, nach mehreren Umplanungen, hieß die Aufgabe wieder: Zielflug Seissen. Da wurde taktiert, wieder eingelandet, geschoben, wieder gestartet in der Hoffnung, das optimale Fenster zu erwischen. Man sollte ja meinen, dass die einheimischen Überflieger da vielleicht kleine Vorteile herausziehen könnten, aber weit gefehlt: Das Podium machten der Richie aus Österreich vor Konrad aus Italien und dem fast eingedeutschten Tiroler Toni unter sich aus. 64 km kam der Tagessieger weit, da waren nicht viele Punkte zu erwarten. Überhaupt hatten nur 15 Piloten die Mindeststrecke verlassen, so viele wie gestern im Ziel standen. Vortagessieger Jochen musste nach 52 Kilometern teils tiefster Gangart vor einem rabenschwarzen Gewitter landen, baute in ungeahnter Schnelligkeit seinen Drachen ab, und wollte den regenscheuen Vogel vor dem drohenden Wolkenbruch bewahren. Der nahegelegene Schuppen erwies sich als uneinnehmbar, da von Dorngestrüpp überwuchert (aber kein Dornröschen zu sehen :)). Da klingelt das Handy und der Toni ist dran: „Mir san in 2 Minuten bei dir!“ Und tatsächlich, da erscheint ein überlanger Sprinter auf dem Feldweg, ohne Dachträger, aber hinten schaut noch ein bissl was von Tonis Atos raus. Ein Volltreffer, Drachen und Pilot gerettet! Wie kam's? Der quirlige Vorstand der Wolkenkratzer namens 'Pegel' hatte neben der Arbeit den Task im Livetracking verfolgt, kannte Toni von seinem letztjährigen Kössen-Aufenthalt am „action hill“ und war kurz nach Tonis Landung zu dessen Verblüffung zur Stelle. Und es kam noch besser: Nachdem Jochen eingepackt und das erste Landebier eingenommen war, kam Meister Pöppl des Wegs, geschickt koordiniert von unserer Leitstelle in Bösingen. Reinhards Plan war ein weiterer home run, wie schon 2 Tage zuvor. Nach einem heftigen Guss und weiteren Landebieren wurde umgeladen und weiter gings in äußerst kurzweiliger Fahrt nach Bösingen.

Wettbewerbsneuling fliegt zum Tagessieg

Der dritte und letzte Wettbewerbsdurchgang musste die Entscheidung bringen. Wie ein deja-vu zum Vortag musste das geplante Dreieck schließlich, wer glaubt's, einem Zielflug nach Seissen weichen. Vorflieger Reini, der den Abend vorher nach der feuchtfröhlichen Fahrt noch lange mit abenteuerlichsten Fliegergeschichten ausgedehnt hatte, musste nach wenigen Kilometern Tribut zollen. Sein Wingman Thomas Sterzing kam bis in Zielnähe, Chapeau. Die Führenden, Alfred und Jochen, meinten sich taktisch kontrollieren zu müssen und verzockten. Alfred noch mittelprächtig, Jochen unterirdisch. Das war die Stunde der Überraschungen. Lokalmatador Rafael Burri flog an die 70 km, gefolgt vom größten Starrflügelproduzent des Universums und Inhaber der Formel Atos, Felix Rühle. Und einer, den keiner auf der Rechnung hatte, flog tatsächlich ins Ziel, Ralf Lerch. Ihn konnte niemand kennen, da er, obwohl nicht mehr zum Nachwuchs gehörig, zum ersten Mal an einem Wettkampf teilnahm. Wir sind gespannt, was da noch kommt, Ralf! In seiner Aufregung und Unerfahrenheit übersah Ralf dann auch noch die von der rechtzeitig ins Ziel geeilten Regina ausgerollte Ziellinie und brachte sich so um die Ovationen und erfrischenden Getränke. Die einzige Dame im Feld, Tina Weikard, zeigte auf mit Platz 5 noch vor dem halbstarren Roland mit seinem Moyes. Markus Baisch flog „hoim“ und war wieder zufrieden.
Jetzt begann das große Zusammenzählen und es ging knapp daher. Wie so oft zeigte sich, dass wenige hundert Meter, die man locker hätte machen können, wenn man's nur vorher gewusst hätte, über Platz und Podium entscheiden können. So trennten Platz 2 von Platz 4 gerade mal 5 Punkte. Deutscher Meister 2021 ist Rafael Burri, der sich den Titel mit Konstanz verdient erflogen hat. Glückwunsch an Rafael und den DFV Bösingen, der sich selber nicht besser hätten belohnen können für all die Mühen, die die Ausrichtung einer Meisterschaft so mit sich bringt. Auf Platz 2 landet Altmeister Jochen Zeyher ganz knapp vor Alfred Mayer auf Platz 3.  Der Blechplatz mit nur 1 Pünktchen Rückstand geht an Lothar Braun.

Die Siegerehrung mit vielen Preisen und nachhaltigen Holzmedaillen beschließt diese Meisterschaft, die mit dem Wetter noch Glück hatte, wenn man den Verlauf des Sommers betrachtet. Rafael darf jetzt thronen, vielleicht wird er auch mal gefragt, was Manfred Ruhmer (x-facher Weltmeister) den Alex Ploner gefragt haben soll, als der zum ersten Mal Weltmeister wurde: Fließen bei dir auch schon die Millionen auf's Konto? 













 







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Der Flugplatz
Deutscher Meister 2018 Markus Baisch
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Start frei