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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV

Empfehlungen zur Auswahl des Rettungsgerätes

In der GS-Unfallstatistik 2003, veröffentlicht im DHV-Info 127, waren die Verletzungsfolgen bei Landungen am Rettungsgerät beschrieben. Es hatte sich gezeigt, dass zu hohe Anhängelasten an Rettungsgeräten in der Regel zu harten Landungen mit manchmal gravierenden Verletzungen des Piloten führen.
Viele Piloten haben daraufhin angeregt, die Betriebsgrenzen aller mustergeprüften Rettungsgeräte in einer Übersicht darzustellen.

Die folgende Tabelle zeigt diese Betriebsgrenzen.
In der Spalte „maximal zulässige Anhängelast“ ist die gemäß Musterprüfung höchste erlaubte Zuladung für das Rettungsgerät aufgeführt. Die maximal zulässige Anhängelast entspricht entweder der beim Festigkeitstest ermittelten Gewichtsgrenze oder der ermittelten Anhängelast bei 6,8 m/sek. falls diese geringer ist als die Festigkeitsgrenze.  Die maximal zulässige Anhängelast darf nicht überschritten werden.

In der Spalte „Anhängelast bei 6,8 m/sek.“, ist die Anhängelast aufgeführt, bei der das Rettungsgerät bei der Messung auf dem Testwagen, die höchste zulässige Sinkgeschwindigkeit von 6,8 m/sek. aufgewiesen hat.
Um bei der Landung am Rettungsschirm das Verletzungsrisiko aufgrund der erhöhten Sinkgeschwindigkeit möglichst gering zu halten, empfiehlt der DHV:
Das Startgewicht des Piloten sollte ca. 25% niedriger liegen als die Anhängelast bei 6,8 m/Sek.

Errechnet sich: Anhängelast b. 6,8 m/sek.   x 75 = empfohlene Anhängelast 
                                                   100

Damit ist eine Sinkgeschwindigkeit zwischen 4,5 und 5,5 m/sek. zu erreichen, ohne dass das Öffnungsverhalten des Rettungsgerätes negativ beeinflusst wird.

Vor 1997 wurden teilweise maximal zulässige Anhängelasten veröffentlicht, die höher lagen als die Anhängelast bei 6,8 m/sek. Die Angaben sind in der Tabelle in Klammern aufgeführt und mit * gekennzeichnet.
Mit einer Änderung der Bauvorschriften im Jahr 1997 wurde vorgeschrieben, dass die maximal zulässige Anhängelast grundsätzlich nicht höher sein darf, als die Anhängelast bei 6,8,m/Sek.

Bei steuerbaren Flächen-Rettungsgeräten wird die Sinkgeschwindigkeit nicht auf dem Testwagen ermittelt (das ist nicht möglich), sondern bei einem Testflug durch einen DHV-Testpiloten. In der Tabelle ist jeweils der höchste Sinkwert beim Testflug angegeben. Diese Werte sind mit ** gekennzeichnet.