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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
20.02.2012

Windenschlepp mit Umlenkrolle

Umlenkrolle ULRfKV-1

Nachdem nun die Umlenkrolle ULRfKV-01 für den Gleitsegel-Windenschlepp alle technischen und praktischen Prüfungen erfolgreich bestanden hat, wird sie bei allen Veranstaltungsterminen des DHV-Schleppbüros eingesetzt. Jeder der sich darüber informieren möchte, kann jeweils vor Ort die Möglichkeiten nutzen, damit selbst zu schleppen oder sich schleppen zu lassen. 

Beim Windenschlepp mit einem Umlenkrollensystem steht die Schleppwinde nur einige Meter neben dem startenden Piloten. Das Umlenkrollensystem wird am üblichen Standort der Schleppwinde aufgebaut.

Am Umlenkrollensystem befindet sich eine bidirektionale Funkfernsteuerung, die von der Winde aus bedient wird. Über sie wird die Kappvorrichtung ausgelöst, der Seilwinkelwarner aktiviert, der bei  60° Seilwinkel dem Windenführer ein akustisches Signal übermittelt und die gelbe Rundumleuchte gesteuert.

Der wesentliche Sicherheitsgewinn bei dieser Schleppmethode mit der Umlenkrolle besteht darin, dass der Windenführer den Startvorgang aus unmittelbarer Nähe sehen, abbrechen und beeinflussen kann und so in der Lage ist, einen optimalen Sicherheitsstart unter den gleichen Windbedingungen durchzuführen, wie sie auch der Pilot vorfindet.

Damit sollten künftig Kavalierstarts und Sackflüge in Bodennähe der Vergangenheit angehören, die häufig deshalb entstanden sind, weil völlig unterschiedliche Windverhältnisse zwischen Startplatz und Winde vorherrschten und den Windenführer hinsichtlich des Sicherheitsstarts überforderten. Aus 800 Metern Entfernung oder mehr, kann man die Windverhältnisse (z.B. thermische Ablösungen) am Startplatz leider nicht immer richtig einschätzen!

Deshalb hat das DHV-Schleppbüro alternativ zum Umlenkrollensystem auch noch eine Video-Fernübertragungsanlage bauen lassen. Mit dieser kann der Windenführer auf dem Monitor an der Winde den Startvorgang des Piloten und den Windsack sehen. Sie funktioniert auch noch bei sehr langen Schleppstrecken (>1300 Meter). Diese Anlage wird ebenfalls bei allen Veranstaltungen des DHV-Schleppbüros vorgeführt werden.

Am Samstag, den 25.02.2012 soll auf dem Segelfluggelände Grifte/Edermünde das Umlenkrollensystem zusammen mit einem Seilrückholsystem eines namhaften Windenherstellers vorgeführt werden. Es ist eine Premiere, die dem Windenschlepp neue Impulse geben kann. Der übliche Seilrückholer könnte dann eingespart werden, da das Schleppseil direkt nach dem Ausklinken wieder bis zum Startplatz zurückgezogen werden kann.

Dazu wird das  Schleppseil von der nichtbenutzten Seiltrommel mit dem Betriebsschleppseil nach oben gezogen und nach dem Ausklinken bereits in der Luft wieder bis zum Startplatz zurück gezogen. Der Verein könnte dadurch Benzinkosten sparen, die Umwelt schonen und eine hohe Schleppfrequenz mit nur einem Schleppseil erreichen. Allerdings funktioniert dieses System nur bei Schleppwinden, bei denen die zweite Seiltrommel nicht während des Schlepps  festgestellt werden muss und die über einen Freilauf verfügen, wie z.B. die stationären Schleppwinden K6S oder BM 2-Compact.

Anmerkung: Die Seilrückholsysteme befinden sich zur Zeit noch in der Erprobung.

Die nächste Vorführung findet am Samstag, den 03.03.2012 auf dem Segelfluggelände Neresheim anläßlich einer EWF-Pflichtfortbildung statt.

Alle weiteren Termine des DHV-Schleppbüros sind hier zu finden.

Horst Barthelmes
DHV-Schleppbüro

 

 

 


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