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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Wallberg, Hausberg im Tegernseer Tal
DHV-Vorstand
Drachenfliegen war einst gefährlich, wie der DHV-Ehrenvorsitzende Peter Janssen an seinem ehemaligen Sitzbrett demonstriert.
WM-Sieger-Starr Tim Grabowski (3. v.l.), Norbert Kirchner Silber (2. v.l.), Regina Glas Teamchefin (4. v.l.) und Corinna Schwiegershausen Bronze, 5. v.l.)
EM-Gold-GS Torsten Siegel (2. v.r.), Bronze Yvonne Dathe, Teamchef Harry Buntz (1. v.r.)
DHV-Vorsitzender Charlie Jöst
DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler
2. Vorsitzender Frank Herr
DHV-Technikvorstand Dieter Münchmeyer
DHV-Sicherheits/Geländevorstand Roland Börschel
DHV-Sportvorständin Yvonne Dathe
DHV-Finanzvorstand Dr. Dirk Aue
DHV-Ausbildungsvorstand Peter Cröniger
Applaus

Jahrestagung 2014 am Tegernsee

Text und Fotos Benedikt Liebermeister

Zum Sportlertag

Photogallery am Ende des Textes

Konstruktive, harmonische Tagung an der Wiege des DHV

Der DHV tagte am Tegernsee. Das hat Geschichte. Vor 35 Jahren wurde der DHV gegründet, im selben Jahr eröffnete die erste Geschäftstelle im Privathaus des Vorsitzenden Peter Janssen in Tegernsee. Seitdem hat die DHV-Geschäftsstelle das Tegernseer Tal nie mehr verlassen. Peter Janssen zählt zu den Pionieren im Drachenflugsport. Bereits 1974 flogen er und Heini Gottschlicht mit selbstgebauten Rogallos vom heimischen Wallberg. Das Equipment war abenteuerlich, das Risiko hoch. Mit der Gründung des DHV wurden die neuen Fluggeräte verstärkt bezüglich Flugverhalten und Sicherheit getestet und verschärfte Richtlinien für die Pilotenausbildung bestimmt. 

1982 fliegt zum ersten Mal ein Gleitschirm vom Wallberg. Das Gerät von Noldi Kummer, Gründungsmitglied des örtlichen Clubs, die Drachen- und Gleitschirmflieger Tegernseer Tal (DGCTT), hatte 5 Zellen, einen Gleitwinkel von 1:1 und war ursprünglich als Sprungschirm eingesetzt. Das Ergebnis war noch unbefriedigend. Auf die Frage, wie der Flug war, antwortete er: „Die ham mi alle ausglacht, des mach i nimmer. Da bleib i beim Drachenfliegen". 1987 war die Zeit reif. Aus dem Gleitwinkel 1:1 war 1:4 geworden, der DHV und auch der Tegernseer Club nahmen die Gleitschirmflieger offiziell auf. 

Seitdem haben beide Fluggeräte eine rasante Entwicklung genommen. Aus den Drachen sind Starrflügler entstanden, mit einer Gleitleistung von 1:20. Ein moderner Schirm liegt bei 1:10. In beiden Sportarten fliegen Deutsche Piloten um die Spitze mit und haben 2014 so richtig abgeräumt. Bei der Weltmeisterschaft in Annecy holte Tim Grabowski Gold auf dem Starren, sein Teamkollege Norbert Kirchner und das Team errangen die Silbermedaille. Die mehrmalige Weltmeisterin Corinna Schwiegershausen vervollständigte den Medaillenspiegel mit Bronze. 

Ebenso die Gleitschirme. Mit Torsten Siegel hat Deutschland seit 1992 wieder einen Europameister, das Team flog auf Platz Zwei und Yvonne Dathe gewann Bronze. Beide Teams ziehen unter Fanfarenklängen in die Halle ein und werden von den Delegierten begeistert gefeiert. 

Ebenso Sport auf höchstem Niveau zelebrierten Footwork Deluxe. Die drei Jungs aus Berlin explodierten im Breakdance, bis die Halle tobte.

Im Anschluss eröffnete der DHV-Vorsitzende Charlie Jöst mit Gastgeber Martin Walleitner, dem 1. Vorsitzenden des DGCTT, die DHV-Jahrestagung. Der offizielle Teil begann mit der Feststellung der Regularien. Die Versammlung war beschlussfähig, die Tagesordnung wurde angenommen, das Protokoll 2013 genehmigt und Petra Aichele zur Protokollführerin gewählt. Da die Delegierten im Vorfeld schriftliche Tätigkeitsberichte erhalten hatten, hoben die Vorstände nur die Besonderheiten hervor.

Den Anfang machte der Vorsitzende Charlie Jöst. 1996 hat er die Vorstandschaft übernommen. Seitdem ist der Verband um 10.000 auf über 37.000 Mitglieder angewachsen. „Davon habe ich früher geträumt. Jetzt denke ich auch anders. Wir haben mit überlaufenen Fluggeländen zu kämpfen." Die einzige Lösung sei die Erschließung neuer Fluggelände. Dabei baue er auf die Hilfe der Vereine. Der DHV sichere finanzielle Unterstützung zu. 
Leider nehmen Kollisionen zwischen Gleitschirm- und Drachenfliegern zu. Deshalb die dringende Bitte des DHV-Vorsitzenden: „Bitte helft alle mit, Kollisionen zu vermeiden, gegenseitige Rücksichtnahme ist lebenswichtig!" 

Mit Freude erfüllte DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler, dass der DHV an seinem 35. Geburtstag so gut dasteht. Großen Anteil hätten daran die Arbeit der Vereine und der Flugschulen. Der Sport ist darauf angewiesen, dass ausgebildete Piloten weiterlernen. Ein Instrument dazu sei die SkyPerformance-Initiative. Ein Wermutstropfen ist die Unfallstatistik. Probleme entstehen deshalb auch mit Versicherer HDI. Das komplette Versicherungsangebot kommt auf den Prüfstand. Der DHV ist bemüht, günstige Versicherungskonditionen zu bewahren. Eine Bewusstseinsveränderung sei bei den Piloten notwendig, um Unfallzahlen zu reduzieren. „Doch der DHV hat einen langen Atem", sieht der Geschäftsführer positiv in die Zukunft.

Neue Medien liegen dem 2. Vorsitzenden Frank Herr besonders am Herzen. Jetzt stellte er das DHV-Info als E-Paper vor. Traditionell ist der 2. Vorsitzende Schirmherr der Jugend. So dankte er DHV-Jugendmanager Nikolaus Kurcz für sein hohes Engagement. Die zahlreiche Veranstaltungen waren sehr gut besucht, vom Sicherheitstraining am Idrosee über die Ausflüge in die Dolomiten und ins Zillertal. Auch 2015 steht eine Menge an.

„2013 und 2014 waren für die Technik zwei außergewöhnliche Jahre", berichtete Technikvorstand Dieter Münchmeyer, „eine gesetzliche Neuerung verlangt, dass eine Musterprüfung nur von einer akkreditierten Prüfstelle durchgeführt werden kann. Diese Akkreditierung nahm sehr viel Zeit in Anspruch." Anhand des Akkreditierungsbescheides erläuterte er den enormen Umfang der Prüfungen der DHV-Musterprüfstelle. Die Urkunde erhielt der DHV zum 19.8.2014. 

Ausbildungsvorstand Peter Cröniger will den Ausbildungsstandard weiter anheben. „Wenn man wächst, muss man auch Standards steigern“. Seit seinem Amtsantritt hat 2010 hat er eine Menge bewegt, wie Weiterentwicklung der Starttechnik beim Gleitschirm, ergonomische Steuergriffe, neuer Input beim Tandemfliegen, um nur einiges zu nennen. Für Drachen hat er im Sommer 2014 eine neue Lehrmethodik erarbeitet, geplant ist auch ein Kompetenzteam Drachenfliegen. Im DHV wird Regina Glas das Koordinationszentrum für das Drachenfliegen führen.

Frischgebackene A-Scheinpiloten werden regelmäßig vom DHV nach der Qualität ihrer Flugschule befragt. Am besten abgeschnitten haben die Flugschulen Pappus, Freiraum und Airtouch. „Motivation ist der Schlüssel zum unserem Erfolg,“ freute sich Achim Joos über die hervorragende Platzierung seiner jungen Flugschule.

Roland Börschel, Gelände und Sicherheitsvorstand, sieht auch das Problem vieler Piloten in überlaufenen Geländen und fordert Solidarität unter den Piloten. Schaffung neuer Gelände und Ausbau bestehender hat in den nächsten Jahren Vorrang. "Die DHV-Safety-Tests sind eine gut dokumentierte Informationsquelle zum Schirmverhalten, es geht darum, den Piloten eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben", betonte er.

Der WM-Sieg bei den Starrflüglern und der EM-Titel für die Gleitschirmflieger erfüllen Sportvorständin Yvonne Dathe mit großem Stolz. Dazu kommen zahlreiche Rekorde im DHV-XC. Der Sport hat im Verband einen großen Stellenwert

Positiv abgeschlossen hat die DHV-Geschäftsstelle das Wirtschaftsjahr 2013. Resümee des Finanzvorstands Dr. Dirk Aue: „Der Pilotenverband DHV hat ein wirtschaftlich solides Fundament und nimmt seine Aufgaben in der Piloten-Interessenvertretung, der Flugsicherheit, dem Mitgliederservice sowie in den ministeriellen Beauftragungen hinsichtlich Ausbildung und Geländezulassung vollumfänglich und unabhängig wahr.“ Aufgrund schwacher Zinserträge sei der geplante Neubau einer Geschäftsstelle eine sichere Investition.

Die Kassenprüfer Uwe Preukschat und Engelbert Kohler gaben einen ausführlichen Prüfbericht ab. Uneingeschränkt empfahlen sie die Entlastung des Vorstands. Die Delegierten leisteten einstimmig Folge. Die Kasse 2014 prüft Uwe Preukschat, unterstützt von Lothar Schweizer.

Frank Herr und Dieter Münchmeyer wurden einstimmig in ihren Ämtern als 2. Vorsitzender und Technikvorstand bestätigt.

Der Antrag zur Errichtung einer DHV-Geschäftsstelle wird einstimmig angenommen, der Antrag auf einen Pilotenvertreter aus dem DHV XC mit im Sportfachausschuss mit drei Gegenstimmen. 

Ohne Gegenstimme genehmigten die Delegierten den Wirtschaftplan 2015. 

Ort der nächsten Hauptversammlung: Region Rhön, Organisator DHV 

Konstruktiv und intensiv tagten der Vorstand und die Delegierten, verdient war der Sturm aufs reichhaltige Buffet. Gestärkt waren sie bereit für die DHV-Party mit Open End.

 

 

 

Die Jahrestagung in Bildern

Beste Gleitschirmschulen (v.l.) Airtouch, Dirk Geisler-Lange, Pappus, Harry Huber, Freiraum, Achim Joos (v.l.)
Achim Joos, FS Freiraum: "Motivation ist unser Schlüssel zum Erfolg"
Breite Zustimmung
GS-Europameisterin 1992 Babsi Lacrouts
Anfänge des Drachenfliegens am Wallberg
Die Kassenprüfer entlasteten den Vorstand
Kassenprüfer 2015 Lothar Schweizer
Footwork Deluxe
Breakdance in Perfektion
Pure Dynamik
Der Rottacher Bürgermeister Christian Köck ist ein Fan der Drachen- und Gleitschirmflieger
190 DHV-Infos in Reih und Glied (Foto Eberhard Dengler)
Das möchten wir auch mal! (Foto Eberhard Dengler)
Vorstand DGCTT Martin Walleitner begrüßt die Delegierten
WM Sieger Tim Grabowski auf dem Weg
Karl Slezak, DHV-Sicherheit und Technik, stellt seinen Mitarbeiter und Testpilot Simon Winkler (li) vor.
Niki Kurcz macht klasse Arbeit in der DHV-Jugend
Teamchefin Regina Glas (li) mit Corinna Schwiegershausen, Bronzemedaille (Foto Eberhard Dengler)
Sturm auf Buffet (Foto Eberhard Dengler)
HG Nationalteam (Foto Eberhard Dengler)