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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

World Cup Superfinal Brasilien/Valadares 17.-28.01.2017


News of the Day

Team Sieger GIN Gliders: Torsten Siegel DEU, Aaron Durogati ITA, Petra Slivova CZE, Michael Sigel CHE
Superfinal Gesamtwertung: 2 Adrian Hachen (CHE), 1 Aaron Durogati (ITA), 3 Charles Cazaux (FRA)
Damenwertung: 1 Seiko Fukuoka Naville (FRA), 2 Nicole Fedele (ITA), 3 Laurie Genovese (FRA)
Zweifacher Weltcupsuperfinale Gewinner aus Südtirol, Aaron Durogati auf GIN Gliders Boomerang 11
Team Sieger: 2 Air'G Products, 1 GIN Gliders, 3 Ozone
Siegerfeier Party Band
v. Links: Heinrich Brtetz, Peter Nägele, Jörg Nuber, Reiner Braun, Marc Wensauer, vorne Kniend: Torsten Siegel und Andreas Malecki
Torsten und Marc im Ziel
Weißer Schirm - Peter im Goal
Roter Schirm - Jörg Nuber;
Im Ziel
Startplatz Valadares
Marc tänzelnd;-)
Heinrich Bretz
Reiner Braun
Peter - Task 1 nach ca. zwei drittel vom Task
Task1 Zielanflug - mit viel Sicherheitshoehe
Task1 - Joerg beim Landen
Impressionen vom letzten Jahr
Quelle www.facebook.com/PWCA Fotos
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Samstag, den 28.01.2017

Die Ergebnisse stehen fest, wir gratulieren den Gewinnern!

Aaron Durogati (ITA) und Seiko Fukuoka (FRA) gewinnen die Gesamtwertung, Gin Gliders die Teamwertung, Torsten Siegel wird bester deutscher Pilot auf Rang 7.

Superfinale Gesamtwertung:
1 Aaron Durogati (ITA)
2 Adrian Hachen (CHE)
3 Charles Cazaux (FRA)
4 Michael Sigel (CHE), 5 Stefan Wyss (CHE) ,6 Xevi Bonet Dalmau (ESP)
7 Torsten Siegel (DEU)
41 Peter Nägele, 72 Andreas Malecki, 76 Jörg Nuber
82 Marc Wensauer, 92 Heinrich Bretz, 116 Reiner Braun

Damenwertung
1 Seiko Fukuoka Naville (FRA ) 
2 Nicole Fedele (ITA )      
3 Laurie Genovese (FRA)

Teamwertung
1 GIN Gliders
2 Air'G Products
3 Ozone

Nationenwertung
1 Frankreich
2 Schweiz
3 Italien
8 Deutschland

Freitag, den 27.01.2017

Task 9

Heute wurden erst einmal bei Ankunft auf dem Startplatz alle Schirme die ich mit dabei habe verkauft :-)

Dann ging es wieder an die Landkarte um den heutigen Task zu bestimmen. Es herrschte erst etwas Uneinigkeit mit Richard Petigal und Michael Sigel über die Länge der Aufgabe und ob wir wegen des etwas stärkeren Windes wieder einen Ziel Flug mit dem Wind machen sollen. Wir einigten uns dann auf einen Wendepunkt zu Anfang, 38 Kilometer entfernt mit einem 200 m Radius. Dann wieder 20 Kilometer Exit und wieder zu dem gleichen Turnpoint zurück und zum Schluss einen 17 km Endanflug gegen den Wind zum Ziel. Russel Ogden hatte sich super Positioniert beim raus und wieder hinein Fliegen zu der einzigen Wende, kam dort aber so früh und tief an, dass er dort Landen musste.
Ja alleine voraus wird hier sofort bestraft.
Die erste Gruppe in der ich mich mit Marc und Torsten befand, machte es besser und konnte wieder tolle Höhe machen.
Der Endanflug hatte es noch einmal in sich, denn gegen den starken Wind war häufig eine 4 er Gleitzahl auf dem Gerät zu lesen.
Mir gelang es ziemlich gut und so überflog ich hinter Stefan Wyss als zweiter die Ziellinie.
Da ich zu Anfang eigentlich gut voraus war und fleißig Leading Punkte sammelte, denke ich, dass ich auch in der Endabrechnung gut vorne bin :-)
Torsten, Marc und Peter folgten mit wenig Abstand.

Morgen gibt es dann den letzten Lauf. Insgesamt hatten wir super Tolles Wetter für ein Superfinale :-) und Torsten und Peter waren hier sehr konstant immer gut Positioniert. Glückwunsch an die beiden.

Bis Morgen Gruß Pepe

Donnerstag, den 26.01.2017

Task 8

Heute mit neuem Schwung hinauf auf den Berg.
Es gab mal wieder eine kürzere Aufgabe. 104 Kilometer sollten im Zickzack mit dem Wind geflogen werde.
Ich verlor wieder etwas den Anschluss zu Anfang und eierte immer so 2-3 Kilometer hinterher. Es gab aber auch nirgends eine Verschnaufpause :-) für die erste Gruppe. Immer tuto Gas.
Erst zur Hälfte des Rennens konnte ich mit einer guten Linie und zwei guten Bärten etwas aufschließen. Doch 15 km vor dem Ziel verlor ich wieder mega Zeit, gerade als ich so nah gekommen war.
So manche Linien gehen ja gar nicht…. Erst super Hoch, um dann direkt wieder in den Keller zu fallen. Manno… :-)
Zum Schluss hatte ich noch das Pech mit einer sehr schlechten Linie zum Ziel….. wäre fast gestanden an der Speed-sektion.
Konnte mich gerade so in die ESS rein mogeln und ganz zart noch Höhe machen.
Glück gehabt.
Das hatte leider Torsten heute nicht. Er stand kurz vor der Ziellinie.
Kurz nach mir kamen dann der Peter und Jörg mit nur wenig Abstand. Marc hatte leider wieder das Pech nicht auf das Hochplateau zu kommen. Er brauchte drei Anläufe und ließ so mal ganz locker 45 min liegen…
Es ist hier echt schon gemein wie unterschiedlich die Momente manchmal sind. Die ersten hebt es super an und die nächsten fallen in ein Luftloch :-D

Tja dieses Jahr zeigt sich Valadares von einer anderen Seite. Kein Bart ist wirklich toll, es hebelt einen ständig aus und die Linien sind so krass unterschiedlich…. 10 m neben dir hämmert es rauf und wenn du hin fliegst, diese 10 m, fällst du runter ha ha…

Gruß Pepe

Mittwoch, den 25.01.2017

Task 7

In Westernfilmen sieht man oft Gestrüppkugeln durch verlassene Städte rollen. Laut Wikipedia heißen sie ‚Ruthenisches Salzkraut‘. Und genau wie dieses Ruthenisches Salzkraut sind wir heute nach der ersten Wende durch die Luft geflogen. Ein riesiger Ball aus Gleitschirmen, der rumwaberte und alles verschlang. Jeder der sich etwas weiter entfernte wurde bestraft. Es gab einfach kein Entkommen und immer wieder waren die Bärte links oder rechts von der Linie oder das Steigen hinter uns besser. Das Resultat nach 120 Kilometern: 44 Piloten innerhalb einer Minute im Ziel, davon viele zeitgleich. Wenn das so weitergeht, müssen wir noch Zehntelsekunden einführen. Mit sieben (!) anderen Piloten durfte ich am Ende Rang 4 Teilen, Peter kam auf Platz 48, Jörg 50  und Heinrich 84.

 Dem Rest unserer Truppe wurde leider das wirre Thermikspiel hier in Valadares zum Verhängnis. Der Tag sah eigentlich extrem gut aus. Mehr Wind, aber nette Cumulswolken wo das Auge hinblickte. Die waren aber nur Kulisse. Wahrscheinlich genau wie bei Westernfilmen nur Fassaden aufgestellt werden. Sieht nett aus, ist aber nichts dahinter. Beim Start, der eigentlich immer zuverlässig ist und viele Thermikschläuche anbietet, brauchten wir fast die gesamte Zeit, um endlich mal nach oben zu kommen. Einige mussten das Race deutlich tiefer angehen oder wurden so weit vom Wind versetzt, dass sie eine deutlich schlechtere Route mit Gegenwind zum ersten Zylinder fliegen mussten. Da ich Pepe und Marc noch nicht gesehen habe, vermute ich mal, dass ihnen das zum Verhängnis geworden ist. Den ersten und letzten richtig netten Bart hatten wir an der ersten Wende und ich konnte tatsächlich mal unter den Wolken langfliegen. Eine nette Abkühlung, bevor das altbekannte ‚Such die Thermik Spiel‘ wieder losging. 25 km vor dem Ziel führte dann sogar Klaudia Bulgakow das Feld an, wurde aber von dem Gestrüpballen bald wieder verschlungen.

 So langsam geht das Super Finale jetzt auf die Zielgerade. Morgen wird der zweite Streicher aktiv und danach werden noch mal 50% vom drittschlechtesten Ergebnis abgezogen. Dadurch können noch mal Größere Veränderungen im Ranking entstehen, wobei Aaron mittlerweile sehr gut positioniert ist und kaum schlechte Ergebnisse hat. Aber bei diesen Bedingungen darf man Valadares keinen Augenblick trauen!

Bis morgen

Torsten

Montag, den 23.01.2017

Task 6

Hallo aus Valadares. Nach dem gestrigen teilweise sehr langen Tag für einige, die im Nirgendwo gelandet waren, gab es heute am Montag einen zick-zack Kurs – erst nach Nordost, dann zurück über den Startplatz nach Süden und wieder zurück in die End of Speed Section am Ibituruna Startberg (wie bei Task 3). Kurz nach der ersten Wende wurde es schon spannend, ich war recht tief und musste mich entscheiden: rechts einer 6er Gruppe hinterher oder links wieder etwas zurück und abseits vom Kurs...? Für mich sah es links besser aus also entschied ich mich dafür. Tatächlich ging dort nach etwas Suchen ein immer besser werdender Bart los, der uns wieder ins Rennen zurückbrachte. Die Gruppe die rechts geflogen ist, fand nichts und ist vermutlich irgendwo im Nirgendwo gelandet... Genau das macht das Gebiet hier aus – es kann sich hier schnell viel drehen. Meistens ist es am besten im Pulk zu bleiben (was allerdings auch nicht immer eine Garantie ist nicht abzustehen). Ca. 10 KM vor dem Ziel wurde es dann nochmal spannend: viele vom Führungspulk sind sehr offensiv Richtung End of Speed geflogen. Unsere kleinere und defensivere Gruppe ist bei 1.400 los; allerdings hatte der Führungspulk viel Sinken, sodass wir sehr froh waren, nochmal auf einen 5 m Bart zu treffen. So konnte ich nochmal ein paar hundert Meter machen, um in den Endanflug zu gehen. Der Führungspulk war etwas zu offensiv losgeflogen und musste kurz vor dem End of Speed Sektor nochmal mühsam Höhe machen, während ich mit Vollgas den Task beenden konnte. Für mich gab es heute somit nach harter Arbeit ein Spitzenergebnis mit Platz 20 und ich konnte mich Overall auf Platz 50 verbessern. Kurz dahinter kamen Torsten und Marc ins Ziel, etwas später Reiner und danach Jörg. Da ich mir keinen weiteren Streicher leisten kann, werde ich weiterhin etwas mehr auf Sicherheit fliegen und dennoch versuchen vorne mit dran zu bleiben :-)

Am Dienstag gibt es nach 6 anstrengenden Flugtagen einen Tag Pause den hier sicher jeder gut brauchen kann.

Viele Grüße

Peter

Task 6 von Pepe

Heute gab es einen 94 Kilometer Lauf.
Es war deutlich besser als gestern und es gab mal richtige Thermik. :-)
Die Aufgabe, ein Dreieck um Ibiturina -unseren Startberg – herum und Ziel in Valadares. Kurz vor der ersten Wende machte ich mal alles richtig, als die erste Gruppe ziemlich tief kam. Ich flog die Schattengrenze ab und erreichte die erste Wende fast 800 m höher als alle andern. So konnte ich mich alleine fast 2-3 Km absetzen und hatte zudem noch immer eine komfortable Höhe. Klar wurde ich wieder eingeholt, doch Leadingpunkte bleiben erst einmal auf der Guthabenseite. Der restliche Part war dann wieder etwas zäh, da wieder einige Cirren die Sonnenstrahlen etwas eindämpften. Mir gelang dann, mit den ersten in den Zielanflug zu gehen. Doch leider konnte ich die End of Speed nicht machen, da ich mich nicht auf der letzten Rippe ein paar Meter vor der ESS in den Hang bohren wollte. Die anderen, Torsten und Marc mit dabei, flogen ein paar Zentimeter über den Sattel und konnten noch einmal die nötige Höhe erkurbeln, um die letzten 200 m zur Zeitnahme zu schaffen. Wieder einmal fehlte das Quentchen…

So gab es zumindest am Abend noch eine nette Party, denn der nächste Tag ist Flugfrei.

Bis Mittwoch, Gruß Pepe

Sonntag, den 22.01.2017

Task 5

Alter Schwede, was ein Tag. Es ist mittlerweile 9 Uhr abends und während ich das schreibe, sitzen noch einige Piloten im östlichen Nirvana und warten auf zwei Rückholbusse (in einem davon sitzt Jörg), die gerade eine Rast eingelegt haben. Das wird eine lange Nacht. Marc hat sich auf einer Flussinsel eingenistet und bis Semi die Straße erreicht, dürfte der in der Nähe gelegene Nachtclub aufmachen. Den Burschen ist das massive Cirrenfeld am ersten Turnpoint zum Verhängnis geworden, durch das wir uns verbissen gekämpft haben. Ich war mir mehr als einmal sicher, dass wir die Ziellinie nicht sehen werden, aber irgendwie kam aus dem Schatten doch noch etwas Steigen. Die vereinzelten Pulks verschmolzen nach der ersten Wende zu einer großen Gaggle. Kurz vor dem Ziel kam endlich die Sonne wieder raus und damit bessere Steigwerte und eine Schar von Vögeln, die nochmal einen guten Bart markierten. Zusammen mit Aaron und 6 weiteren Piloten drehten wir ein wenig, flutschten über die letzte Ridge und dann ging es im Lee in Speedflyer Manier ins Ziel. Die Höhe reichte gerade noch für eine Landevolte, während es für Titelanwärter Luca Donini und vier andere Piloten vor dem Goal endete. Aaron setzte ein weiteres Ausrufezeichen und dürfte mit seinem Tasksieg jetzt führen, da Stefan Wyss mit über einer halben Stunde Rückstand einflog.

Innerhalb von vier Minuten waren 40 Piloten im Ziel (darunter auch Peter) und dann ging langsam die Schere auf. Aber Pepe und Reiner waren sicher froh, dass ihnen das Rückholen erspart blieb.

Vollkommen verrückt war die Tat von Tim Bollinger: er flog gleich zu Beginn völlig alleine eine südwestliche Route und erst kurz vor dem Ziel war es möglich, zu ihm aufzuschließen. Bei den heutigen Bedingungen eine unglaubliche Leistung!

Wir sind gespannt, ob wir morgen, vor dem Restday, wirklich 140 km fliegen. Das war zumindest der Plan der Organisation, aber die Bedingungen sollten sich dann bitte etwas verbessern und Marc müssen wir wahrscheinlich eine Kaffeemaschine ins Cockpit bauen.

Lassen wir uns überraschen

Torsten

Samstag, den 21.01.2017

Task 4.

Heute etwas stärker von den Bedingungen und mit 101 Kilometer einen Hauch länger als zuvor :-)

Nachdem ich gestern etwas frustriert war über mein Fliegen, ging ich heute hoch motiviert und voller Tatendrank in den Lauf. Ich wählte erstmals einen neuen Gewichtsbereich für meinen Schirm… und schon lief es etwas besser. Von Anfang an, ließ ich die erste Gruppe nie aus den Augen und befand mich meist in einer guten Position, um attackieren zu können. So gelang es mir, ab der Hälfte des Rennens, immer hoch und einen Hauch hinter den Ersten zu fliegen. Diese Position konnte ich bis zum Schluss halten und erflog einen zweiten Platz am Schluss, ohne großartig riskant in den Endanflug zu gehen. :-)
Torsten und Marc folgten mit sehr kurzem Abstand zu mir.

Overall befinde ich mich nun auf Platz 20 und komme damit meinem persönlich gesteckten Ziel etwas näher.

Bis morgen Gruß Pepe

Freitag, den 21.01.2017

Hallo,

der Landeplatz 4 km vor der ‘End of Speed Section’ war gut gewählt: eine große Wiese, das Gras nicht zu hoch und direkt am Rand eine Straße mit schattigen Bäumen. Was will man mehr? Als ich kurz vor dem Boden aus dem Beinsack rausgehe, schaut ein einsame Kuh desinteressiert zu mir herüber und ein paar Reiher flattern davon. Dann zieht der Schirm und das Vario presst einen schwachen Piepston heraus. Aber das Spiel kenne ich: Hoffnung schüren und dann doch am Boden stehen. Und der Landeplatz ist erstklassig – also nicht mit mir! Als es etwas mehr piepst, drehe ich doch noch mal eine Runde und dann noch eine. Die Kuh schaute jetzt etwas interessierter zu mir hoch, was mich etwas motiviert. Also die Beine noch mal rein, den Versatz mitnehmen und die Landewiese nicht aus den Augen lassen. Als sich dann noch ein paar Vögel zu mir gesellen wird es ernst: da geht tatsächlich noch was. Um es jetzt kurz zu machen: ich komme wieder auf knapp 1.400 m, nach der ‘End of Speed Section’ zieht genau in meiner Höhe ein Bart, den Luc und einige andere nicht mehr erwischen und rettet mich ins Ziel. Eine Tat, die heute 109 (!) Teilnehmern und leider auch allen anderen deutschen Piloten verwehrt bleibt. Lediglich 19 Piloten dürfen ein kühles Landebier genießen, während der Rest die Rückholer auf die Probe stellt.

Der Task war mit einem 52 km großen Startzylinder so gesetzt, dass man eine deutlich geringere Distanz fliegen musste, wenn man gleich zu Beginn möglichst lange am Radius entlangfliegt. Der Haken dabei: die Strecke führte über das Hügelland südlich des Flusses, was für seine schwachen Bedingungen bekannt ist. Als dann noch der Start vor Fensteröffnung auf über 1 ½ Stunden gelegt wird, bricht Panik aus. Ein Les Mans Start wie aus dem Bilderbuch. Wir hechten zu unseren Gurtzeugen und hauen uns raus! Nach der Flussquerung läuft es langsam dahin, aber gar nicht so schlecht wie erwartet. Beim Start bin ich etwas niedrig, finde mit ein paar Jungs aber einen netten Bart abseits des großen Pulks, den wir länger ausdrehen. Denn vor uns liegt eine große Abschattung und der ganze Pulk ist mittlerweile verdächtig tief. Letztendlich landet dort fast das gesamte Feld, während wir uns ziemlich tief retten können, an den Granitfelsen nach oben schießen und etwas entspannter in einem kleinen Pulk weiterfliegen. Beim Rückweg haben wir 7 km Vorsprung, der Dank der östlichen Routenwahl ziemlich schnell aufgebraucht ist. Es geht im Hasenstil nach vorn, dreimal fliege ich wieder zurück und irgendwann kam ich bei der Kuh an. Aber das habe ich ja schon erzählt.

Die nächsten Tage versprechen ähnliche Flugbedingungen und wir bringen jetzt erst einmal unsere T-Shirts in die Wäscherei. Der Verbrauch ist exorbitant – es ist verdammt heiß hier!

Bis morgen

Torsten

Donnerstag, 19. Januar 2017

Hallo,

verdammt, war das heiß heute. Nachdem es beim Start diesmal deutlich entspannter und höher im Startzylinder zuging, rechneten wir alle mit einem schnellen Race. Doch ziemlich bald wendete sich das Blatt und die Basis war da, wo wir nicht waren. Dafür konnten wir die landschaftlichen Details aus der Nähe betrachten. Reizvoll, aber es fehlte doch etwas an Entspanntheit und Muse. Zudem sorgte ein Cirrenfeld dafür, dass die befürchteten Überentwicklungen ausblieben und damit auch die entsprechenden Steigwerte. So ging es nach der ersten Wende bei brütender Hitze zäh über das brasilianische Hügelland. Zu den schwachen Steigwerten gesellten sich noch Linien, die selbst bei Rückenwind die Gleitzahl auf unter 5 reduzierten. So viel wie heute bin ich wahrscheinlich noch nie zu einem Bart zurückgeflogen oder in vermeintlich besseres Steigen abseits des Kurses.

Einem Pulk von 5-6 Piloten gelang es, sich nach einem Drittel des Rennes abzusetzen, darunter auch Pepe. Mit Marc flog ich in dem dröge dahingleitenden Verfolgerpulk, aber heute war es unmöglich irgendwie aufzuholen. Mit 10 Minuten Rückstand kamen wir auf Platz 11 und 12 ins Ziel. Pepe setzte auf einen Tasksieg, hatte dann aber wohl eine ziemliche Baustelle, musste die ersten drei passieren lassen und handelte sich 25 Minuten Rückstand ein. Heinrich, Jörg und Reiner flogen ebenfalls ins Ziel und nur Peter war das Goal verwehrt.

Zu ihm gesellten sich viele namhafte Piloten und nach zwei Außenlandungen dürfte es für Honorin schwierig werden, das Triple zu holen. Titelverteidiger Stefan Wyss hingegen scheint weiter auf der Überholspur zu fliegen. Aber der Wettbewerb hat ja gerade erst begonnen und wir rechnen weiter mit vielen Flügen, sodass wir wahrscheinlich zwei Streichresultate haben. Es ist also noch alles möglich!

Bis morgen

Torsten

Mittwoch, den 18.01.2017

Task 1

Heute zum ersten Tag gab es bei schönstem Wetter eine 80 km Aufgabe. Es ging im Zick Zack mit dem Wind Richtung Süden. Und genau als die Piloten nach dem Start die beste Position finden mussten, gab es den großen Schatten. Dieser hätte fast den Marc gefressen und auch alle anderen hatten ihre liebe Mühe, die passende Abflughöhe zu bekommen. So hinkten gleich zu Anfang, einige der guten Piloten hinten dran. Leider auch ich…
Die ersten 40 Kilometer waren die Führenden immer so 4 – 5 Kilometer voraus und sammelten fleißig ihre wohlverdienten Leading Points. Es dauert 40 km bis ich aufschließen konnte :-) doch zum Glück konnte ich aufschließen. Bei Torsten war es genau andersherum. Er war ständig in der führenden Gruppe, bis kurz vor Schluss, wo er niedrig für 10 Minuten auf die nächste Ablösung warten musste.
Beim Endanflug war natürlich die stärkste Thermik wie an der Perlenkette aneinander gereiht…. immer dann wenn man es nicht braucht, ha ha…
Ich kam mit 1 min und 14 sec Rückstand zum ersten als 20 ter ins Ziel, verlor dann aber noch einmal 5 Plätze, durch die fehlenden Führungspunkte zu Anfang des Rennens.
Peter Nägele wurde 44 ter und Torsten 47 ter.
Gewonnen hatte dank der Leading Points Tim Bollinger.
Der Tag war toll zu fliegen und macht Appetit auf den zweiten Lauf :-)

Bis morgen Gruß Pepe

Dienstag, den 17.01.2017

Die Anreise von Sonntag auf Montag klappte ganz gut.
Nirgends gab es Probleme und auch die Ausrüstung kam mit mir an.
So konnte ich gestern noch einiges wichtiges erledigen (pre paid chip fürs Phone, Wasser kaufen usw.) bevor ich dann ziemlich müde ins Bett fiel.
Heute kam ich dann dazu, mich hier vor Ort etwas einzufliegen mit meinem Zeno.
Seltsam, …. denkt man hier in der Luft….sooooo viele Einsteiger Schirme gemischt mit dem altbewährten Enzo 2 und einigen Boom 10 und sieben Boom 11.
Denn gegen die Wettkampfschirme sieht der Zeno echt wie ein sehr niedrig Klassifizierter Schirm aus :-)
Aber gut fliegen muss er, der Zeno und sonst nix…. :-)
Also es ist noch nicht jeder davon überzeugt, dass der Zeno hier konkurrenzfähig sein wird. Dieses muss er erst noch in den nächsten 11 Tagen unter Beweis stellen und ab morgen wird es dann ernst. Der erste Lauf des Superfinales von der Saison 2016 wird wie gewohnt im Januar 2017 ausgetragen und startet morgen.
Mit dabei von den Deutschen sind, Torsten Siegel, Marc Wennsauer, Reiner Braun, Jörg Nuber, Heinrich Bretz, Peter Nägele und ich.
Gleich geht es noch zum ersten offiziellen Briefing und danach auf die Eröffnungszeremonie.
Hoffe es wird nicht zu spät, denn ich bin noch ziemlich müde, von den letzten Wochen der Arbeit :-)

Bis morgen Gruß Pepe

Montag, den 16.01.2017

Das Wettkampf-Jahr 2017 startet mit dem World Cup Superfinale am 17.01.2017 in Governador Valadares (Brasilien), wobei sich die ganze Weltelite dort vor Ort die Ehre geben wird. Die Nr. 1 im Segel hatte der Schweizer Stefan Wyss letztes Jahr im Januar in Mexico erobert. Als Titelverteidiger ist er neben Honorin Hamard aus Frankreich einer der Top-Favoriten. Honorin könnte als amtierender Welt- und Europameister das Triple als erster Pilot schaffen. Nie zuvor hat es das gegeben, dass ein Pilot zeitgleich alle drei großen Titel gewinnen konnte. Aber im Teilnehmerfeld gibt es einige große Namen, die ihm die begehrte Nr. 1 für die kommende Saison streitig machen können.

Das Fluggebiet ist neben Valle de Bravo (Mexico) und Roldanillo (Kolumbien) eines der wetterbeständigsten Gebiete in unserer Winterzeit. Mit Tages-Durchschnittswerten von 32-34 Grad, bleibt die lange Hose nach der Anreise dort meist im Schrank und wird erst nach 14 Tagen für die Rückreise wieder gebraucht.

Die Leistung der Schirme hat sich indes kaum verändert. Topaktuell werden dort der neue Boomerang 11, der Enzo 2 und der neue Streckenschirm Zeno von Ozone vertreten sein. Gespannt ist jeder auf die Leistung des Boomerang 11 und wie das Abschneiden des Zeno im Vergleich zu den anderen beiden Wettkampfsicheln sein wird. Einfacher zu fliegen wird der Zeno mit seiner gemäßigten Streckung von unter 7 aber auf jeden Fall sein.

Ich werde euch dann wieder Tag für Tag auf meinem Blog auf dem Laufenden halten.

Bis dahin Gruß Pepe