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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Mosel Open 2017 vom 27.-30. April an der Mittelmosel

Schirm kommt ins Ziel
Tagesaufgabe
Wer hätte das bei dem Wetter erwartet;-)
Fleißige Helfer
Organisator und Wettbewerbsleiter Oliver Blonske

News of the Day 

Eindrücke und Ausblicke vom schönen Mosel Gelände!

Video auf Vimeo von Philippe Broers

Video auf Vimeo von Uwe Tillmann


Bilder von Thomas Latzel,  Ewa Korneluk-Guzy und Uwe Tillmann

Ergebnisse:
Overall
1. Francis de Bruyn (BEL) Ozone Zeno
2. Phillipe Broers (BEL) Gin Boomerang 11
3. Christian Schlägel (GER) Ozone Enzo 2

Damen
1. Sandra Antony (FRA) Ozone M6
2. Nicole Fedele (ITA) Gin Boomerang 11
3. Yvonne Dathe (GER) Ozone Zeno

Sportklasse
1. Christian Müller (GER) Gin Carrera
2. Julian Sorg (GER) Skywalk Cayenne 5
3. Stefan Thieser (GER) MacPara Elan 2

Landesmeisterschaft NRW
1. Andreas Malecki Ozone Zeno
2. Stefan Bernhard Ozone Enzo 2
3. Jens Kierdorf Ozone Enzo 2

Landesmeisterschaft Reinlandpfalz & Saarland
1. Jean-Pierre Phillipe Ozone Zeno
2. Peter Jung Ozone Zeno
3. Christian Müller Gin Carrera

Sonntag, 30.04.2017

Dieses Jahr luden die Organisatioren Moselfalken und das Orga Team mit Heike Wilhelmi, Harry Wilhelmi und Oliver Blonske am ersten Maiwochenende wieder zu einem Klassiker unter den Wettbewerben in Deutschland - die 8. Mosel Open in Zeltingen-Rachtig an der Mittelmosel. Für diesen sehr beliebten Wettbewerb meldeten sich 228 Piloten aus 21 Nationen an, von denen sich 88 über verschiedene Kriterien qualifizierten. Über diese Kriterien sollte zum einen ein hohes internationales Niveau garantiert werden. Auf der anderen Seite sollte auch der Anspruch an einen familiären Wettbewerb und eine sportliche Landesmeisterschaft NRW, Saarland und Rheinlandpfalz erhalten bleiben.

Am Donnerstagmorgen gab es nach einer reibungslosen Einschreibung ein kurzes Safety Briefing und die Piloten wurden nach Ausgabe des erstklassigen Lunchpaketes zum Startplatz Burgen gebracht. Dieser nach Norden ausgerichtete Startplatz zeichnet sich durch seine hervorragenden Thermikqualitäten aus, hat allerdings auch seine Tücken. So bietet der Startplatz nur Platz für drei Piloten und aufgrund seiner mit 200 Höhenmetern doch recht kleinen Höhendifferenz zum Landeplatz auch gute Chancen auf einen sehr kurzen Flug. Das Startprozedere ging dank der vielen Helfer recht reibungslos vonstatten und so befanden sich bis auf einige wenige Pechvögel alle rechtzeitig in der Luft. Der Task ging über 51 km mit einem Wendepunkt im Westen nach Losheim am See. Um das Rennen fair zu gestalten, wurde ein Clockstart gewählt, bei dem sich jeder Pilot alle zehn Minuten eine Startzeit holen konnte. In der Luft war es frühlingshaft kalt und es erwarteten uns sehr labile Bedingungen mit Steigwerten bis zu 6 m/s. Dementsprechend schnell war das Rennen und der Franzose Stephane Poulin war mit einer Zeit von 1:29 h der erste von 34 Piloten, die es ins Ziel schafften.

Die Nacht war kalt und nach einem unterhaltsamen Morgenbriefing ging es zum Startplatz Klüsserath. Die Sonne versteckte sich hinter einer Schicht hoher Wolken und der Wind ließ nicht auf Soaring hoffen. Trotzdem schrieben die Tasksetter um Harry Wilhelmi, Simon Kirsch und Pepe Malecki einen Task mit 49 km nach Binningen aus. Trotz der fehlenden Sonne ging es thermisch gut nach oben und über 30 Piloten konnten die Aufgabe meistern. Schnellster Pilot war an diesem Tag der Schweizer Alfredo Studer mit einer Zeit von 1:34 h.

Für den Samstag zeigten sich die Wettergötter besonders gnädig und zumindest am Boden war es deutlich wärmer als die letzten Tage. Die Organisation entschied sich wieder für den Startplatz Burgen und die Tasksetter dachten sich ein besonderes Schmankerl aus. Von Burgen nach Cochem, wieder zurück bis nach Mehring und ins Goal in Zeltingen-Rachtig vor unserem HQ am Kloster Machen - insgesamt 79 km.

Die Startbedingungen waren etwas schwieriger als am ersten Tag, dank der vielen Helfer klappte es abermals ziemlich gut. Der Tag entwickelte sich besser als gedacht und bei einer Basis um 2.000 m, wenig Wind und sehr guten Steigwerten, wurde die Aufgabe vom Schnellsten in einer Zeit von 2:15 h abgeflogen. Gewonnen hat den Durchgang Christian Schlägel, der sich mit einer schnellen Zeit und viel Führungsarbeit die meisten Punkte erarbeitet hat. Die Organisatoren empfingen die glücklichen Piloten mit guter Stimmung, lauter Musik und kühlem Landebier, wobei für manche ein Tee zum Aufwärmen vermutlich besser gewesen wäre ;). Von 88 Piloten wurde die Aufgabe von 53 erfolgreich geflogen.

Für Sonntag war sehr starker Ostwind vorhergesagt. Trotzdem fanden sich die Piloten pünktlich zum Briefing ein, während das Taskkommite am Startplatz die Flugbedingungen abschätzte. Da das Wetter aber keinen sicheren Durchgang zuließ, wurde der Tag gegen Mittag gecancelt. Somit war die 8. Mosel Open mit 3 tollen Tasks beendet. Am Abend ging es zur Siegerehrung und Party in der Waldhütte. Damit fand dieser tolle Wettbewerb einen würdigen Abschluss.

Grüße
Martin Petz

Freitag, 28.04.2017

Task 2 - Another day in paradise an der Mosel.

Nach dem aufregenden Task 1 gestern waren wir alle gespannt, was der heutige Tag für uns bereit halten würde. Die Windsituation war am Morgen noch nicht ganz deutlich, sodass das Taskkommittee schon vor dem Morgenbriefing zum Startplatz Klüsserath gefahren war um die Situation vor Ort besser beurteilen zu können. Der Morgen begann sonnig mit blauem Himmel, schon einige Grad wärmer als der eisige gestrige Tag, aber die Vorhersage versprach uns eine fast geschlossene Wolkendecke schon zur Mittagszeit mit nordwestlichen Winden. Olli, unser Wettbewerbsleiter, wollte keine Zeit verlieren. Wir warteten alle ready bei den Bussen und als das Go vom Taskkommittee kam fuhren wir los nach Klüsserath. Eine One-Way-Aufgabe erwartete uns, Start in Klüsserath, dann nach Nordosten die Mosel entlang, an Cochem vorbei bis zum Ziel in Binningen - etwas mehr als 46km. Wie hier so üblich, wieder ein elapsed time race mit 7 Startfenstern alle zehn Minuten, beginnend um 12:00 Uhr. Gestern hatte ich gelernt, dass es wichtig ist trotz der vielen Startfenster gleich vorne mit dabei zu sein um genügend Leading Points zu bekommen. Fehlende Führungspunkte sind nur schwer durch eine schnelle Zeit wettzumachen. Also früh starten, mit dem Führungspulk aufdrehen und das Ding von vorne fliegen.

Nun ja, der Plan war gut, nur an der Durchführung haperte es noch ein wenig. Es begann damit, dass ich erst im letzten Shuttle einen Platz zum Startplatz bekam, sodass ich gerade noch zum Ende des Briefings ankam. Dann ging ich erst einmal auf Schirmsuche und als ich endlich fertig zum Start war hatte ich einen solchen Knoten in der Bremsleine, dass ich den Platz wieder räumen musste und schliesslich als einer der Letzten in die Luft kam. Alle weg, Mist… Mit zwei anderen Leidensgenossen versuchten ich nun zügig Höhe zu machen, was anfangs nur zäh gelang. Endlich an der Basis, konnte ich das Startfenster um 12:40 nehmen, das hieß, die ersten waren schon 40 Minuten vor mir unterwegs. Meine Kollegen waren nicht sehr hilfreich was das Tempomachen betraf. Also beschloss ich alleine loszuziehen, um das Feld von hinten aufzurollen. Nach den ersten 10km wurde es besser, da ich nun Anschluss bekam und die Strecke gut markiert war. Das ist der grosse Vorteil des späten Startens. Ich versuchte, sowenig wie möglich zu drehen, nur in die besten Bärte einzusteigen, die schwachen im Geradeausflug zu nehmen und konzentrierte mich auf eine saubere, direkte Linie. Episches Wetter, ab der Hälfte der Strecke eine geschlossen Wolkendecke mit sehr labiler Luft darunter. Unglaublich, dass die Atmosphäre auch ohne direkte Sonneneinstrahlung noch soviel Thermik produzieren kann! Da keine Sonne mehr schien, flog ich hauptsächlich nach den Wolken und die Rechnung ging auf. Kurz vor dem Endanflug hatte ich die Führungsgruppe eingeholt und konnte die Aufgabe in der schnellsten Zeit des Tages, beenden. Leider reichte es nur für Platz 2 in der Wertung, da ich keine Führungspunkte bekam - aber das wusste ich ja schon vorher. Es war ein weiterer super spannender Renntag an der Mosel in einer atemberaubenden Umgebung. Tolle Landschaft, nette Leute, guter Wein und ein perfekt organisierter Wettbewerb. Grosses Lob an das Organisationsteam!

Stefan Bernhard

update 12 Uhr:

46 Kilometer sind im Moment geplant, ob das Wetter für diesen Flug aureicht, läßt sich die nächsten Stunden auf der Live Tracking Seite verfolgen oder dann danach im Replay anschauen.

Donnerstag, 27.04., Task 1

Seit Jahren schon genießt der Wettbewerb im schönen Moseltal einen geradezu legendären Ruf. Diesmal haben auch wir ihn erhört und die Reise von der Schwäbischen Alb ausnahmsweise mal in Richtung Norden angetreten. 10 cm Neuschnee vor der Haustür haben zumindest den Abschied von daheim leicht gemacht. Ob das Wetter weiter nördlich für einen Wettbewerb gut genug sein würde, stand auf einem anderen Blatt. Vor Ort angekommen, konnten wir uns nicht recht vorstellen, bei durchschnittlichem Wetter an diesen kleinen Flußschleifen mit 90 Piloten fliegen zu können. Aber immerhin ist die Landschaft toll, die Dörfchen lieblich, die Weingüter zahlreich, die Straßen trocken und der Empfang in der schönen Klosteranlage Machern durch die Führungscrew Heike und Olli herzlich. Man traf viele bekannte Gesichter aus der Liga und von internationalen Comps. Olli erzählte begeistert, dass sein Wettbewerb diesmal so viel Zuspruch fand, dass der Eintrittslevel oberhalb von Platz 400 der Weltrangliste lag. Das ist eine beachtliche Pilotenqualität, hat aber auf der anderen Seite den Nachteil, dass viele langjährige Teilnehmer nicht dabei sein konnten.

Das Briefing am Donnerstag früh im Klosterkeller wurde von Olli mit den Worten eröffnet „Heute hats Nordwind. Da gehen wir zum Startplatz Burgen. Und der ist richtig scheiße.“ Nun gut. Die steile Waldschneise überraschte uns dann eher positiv, ist sie doch unserer eigenen am Hohenneuffen nicht unähnlich. Aber wie sollen fast 90 Piloten bei drohenden Überentwicklungen in akzeptabler Zeit hier raus? Die perfekte Organisation setzte auf Speed: Die Übergabe des formidablen Lunchpaketes wurde gleich mit dem Sign-In gekoppelt, der Task war bereits am Vorabend geplant und aufs Board geschrieben und für den Start in drei Reihen untereinander standen mindestens vier Helfer pro Schirm zur Verfügung. Das wäre sogar für den PWC beachtenswert und hat wunderbar funktioniert. Ein clock-started Race mit sechs Gates im 10-Minuten-Abstand sorgte zusätzlich für ein entspanntes Startprozedere. Um noch mehr PWC-Feeling aufkommen zu lassen, gab es eine Priority List, nach der die 15 nach Weltrangliste besten anwesenden Piloten das Recht eingeräumt bekamen, ihren Startzeitpunkt nach Gutdünken zu wählen. Kurz überlegte ich mir, ob es arg affig wäre, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Als die Warteschlange im Wald aber immer länger wurde, stiegen ein paar der U-15-er seitlich über das ebenfalls nach PWC-Vorbild per Absperrband markierte Startgate. Sofort stoppte uns Meetdirector Olli. Ich traute mich zu rufen „Ich bin aber ein Top 15 Pilot!“- was auch sofort die gewünschte Wirkung zeigte. Beim Schirmaufziehen dachte ich noch „Warum reißt du Angeber wieder so die Klappe auf?“ – denn solch proletenhaftes Gebaren wird üblicherweise bestraft. Und prompt hatte ich meine Steuerleine verloren. Der überschießende Zeno beförderte mich dann auch in einem erstaunlichen Hechtsprung den steilen Hang hinunter. In meinem Brustkorb knackte es beim Aufprall vernehmlich und auf die Frage der herbeieilenden Helfer, ob alles ok sei konnte ich nicht verbal antworten, sondern nur mit hochgerecktem Daumen. Zum Glück blieb keine Zeit für Wehleidigkeit und sobald ich wieder Luft bekam, war ich auch schon gestartet.

Bereits unmittelbar vor dem Startplatz ging es ordentlich thermisch und fast alle Startenden waren im Nu an der Luftraumuntergrenze, die hier dank Frankfurt-Hahn bei nur 1370m MSL liegt. Der anfangs blaue Himmel hatte sich bereits mit potenten Cumuli gefüllt, aus denen es ringsum bereits regnete. Der 50km-Oneway-Task gen Süden war allerdings clever gesteckt, man konnte im großen Startzylinder den Schauern gut ausweichen und war dort – nur ein paar hundert Meter nördlich des Startplatzes – auch bereits außerhalb des Luftraumes und durfte somit beliebig aufdrehen. Mein Problem war das heute vorgeschriebene Links-Kurbeln, konnte ich mich mit meiner geprellten Rippe doch nur rechts im Gurtzeug anlehnen. Im 10-Min-Rhythmus starteten die einzelnen Pulks. Ich nahm das zweite Gate (um endlich geradeaus fliegen zu dürfen) mit einer sehr großen Gruppe und flog als erster los. Das ist ziemlich gescheit, wenn man sich in einem Gebiet überhaupt nicht auskennt. So arbeitete ich mich eher rechts der Mosel im Slalom um Regenschauer und Schneegestöber von Schleife zu Schleife, während der große Pulk auf der anderen Seite besser voran kam. Ich ärgerte mich bereits, als meine drei Mitflieger und ich dank ein paar 5-Meter-Bärten plötzlich immer besser lagen und sich der große Pulk dann auch noch in einer schattigen Moselschleife festbiss. Nach der halben Strecke gab es einen Wendepunkt etwas westlich und hier zeigte sich der wirkliche Vorteil unserer Linie. Während wir den Radius im Vorbeiflug mitnahmen, musste der große Pulk noch gegen den Wind vorhalten. Die letzte Hürde vor dem Ziel bildete der Hunsrück, vor dessen schwierig landbarer Waldfläche wir bereits im Briefing gewarnt worden waren. Mit dieser Ansage im Hinterkopf und der mittlerweile auf 7/8 gewachsenen Bewölkung drehten wir mit einigem Respekt an der Waldkante auf. Zwei meiner Begleiter flogen mit 300m über Goal ab um die letzten 5 km in Angriff zu nehmen. Wir zwei anderen flogen noch ein Stück westlich in die Sonne und drehten auf 500m über Ziel weiter und flogen dann los. Irgendwie hatten wir Bedenken, dass im abgeschatteten Lee des Kammes noch großes Sinken lauern könnte. Diese waren aber unbegründet, denn selbst mit Dreiviertel-Gas ging es bis zum Ziel mit teilweise 4m Steigen nach oben, so dass ich tatsächlich 1.300 m über dem Landeplatz am Ufer des Losheimer Sees ankam. Neben meinen drei Begleitern war bereits einer im Ziel: Stephane Poulain aus Frankreich hatte uns unbemerkt eine viertel Stunde abgenommen.

Zwar dauerte es dann fast eine halbe Stunde bis die Nächsten ins Ziel kamen. Dennoch war es spannend, ob Piloten von deutlich späteren Gates es schaffen würden, bei besser werdenden Bedingungen deutlich schnellere Zeiten zu fliegen. So kam Martin Petz, der als Einziger gleich am Start abgesoffen war und daher sehr spät zum zweiten Mal startete und das vorletzte Gate nahm, recht früh ins Ziel. Er wurde schon als Sieger gehandelt, aber da es auch bei clock started Races ordentlich Leadingpoints für die ersten gibt, änderte sich an den ersten Plätzen doch nichts mehr. Stephan wurde mit seinem Enzo Erster, Francis de Bruyn aus Belgien Zweiter auf Zeno, Sandra Antony aus Frankreich auf M6 Dritte und erste Dame und ich wurde Vierter.

Jörg Nuber

update:14 Uhr

Für heute ist eine 51km Aufgabe ab Burgen bis Losheim am See über den Hunsrück ausgeschrieben. Wenig Wind, eine hohe Basis und etwas Sonne lassen auf einen tollen Flugtag hoffen. Das Race kann im Livetracking mitverfolgt werden.

 

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Eindrücke und Ausblicke vom schönen Mosel Gelände!

Video auf Vimeo von Philippe Broers

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