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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Gesamtsieger Primoz Gricar (SLO)
2. Platz Alex Ploner (ITA)
2. Platz Michael Friesenbichler (AUT)
Tagessieger 2. Task: Gerd Dönhuber
Corinna im Nebel
Die Germans im Nebel
Briefing
Verteilung der Livetracker
Venedig...
Das große Wolkenloch
Sütiroler....(Karl Reichegger, Alex Ploner, Anton Moroder)
Fredy aus der Schweiz
Wer ist dieser Schlumpf
Christian und Fredy mit den Austrians
Einsam und verlassen....ob heute noch jemand startet
warten im warmen Auto
Gerds neue Geheimwaffe
die Tschechs
Stefan wirds warm
Nebelsuppe
rund um Bassano
in Bassano
Überdimensionaler Bonsai vor dem Hotel Garden Relais

Trofeo Montegrappa (5. - 9. April 2012)

Ergebnisse

Overall:
1. Primoz Gricar, SLO, Aeros Combat 13.5 GT
2. Alex Ploner, ITA, Icaro Laminar Z9
2. Michael Friesenbichler, AUT, Moyes Litespeed RX 3.5
4. Paolo Rosichetti, ITA, Moyes Litespeed 3.5 RS
5. Seppi Salvenmoser, AUT, Moyes Litespeed 3,5
6. Valentino Bau, ITA, Icaro Laminar 14,8
7. Jörg Bajewski, GER, Moyes Litespeed S 4,5
8. Petr Benes, CZE, Aeros Combat
9. Christian Voiblet, CHE, Aeros Combat 13.5 GT
10. Suan Selenati, ITA, WillsWing T2 144
15. Gerd Dönhuber, GER, Moyes Litespeed RS 3.5
16. Stefan Boller, GER, Aeros Combat 13 L
25. Corinna Schwiegershausen, GER, Moyes Litespeed RX 3


Damen:
1. Natalia Petrova, RUS, Aeros Combat 12.8 GT
2. Corinna Schwiegershausen, GER, Moyes Litespeed RX 3
3. Kathleen Rigg, GBR, Moyes Litespeed 3.5

9. April 2012 - 2. Durchgang - Gerd gewinnt den Tag

Nachdem am Sonntag zum Start gefahren und zwischen Schneeschauern und in den Wolken auf- und wieder abgebaut wurde, zeigte sich der Montag dann etwas versöhnlicher. Da war es nur noch kalt. Das Wasser gefror zwar in den Flaschen aber man konnte bis ins Tal sehen. Und wie fast immer in Bassano, wenn’s nicht regnet, schien sofort auch Thermik vorhanden zu sein. Also Drachen aufbauen und dann sofort wieder ins Auto zum aufwärmen und abwarten bis kurz vor Öffnung des Startfenster,s damit man noch warm genug zum Startlauf ist. Denn schnell laufen sollte man an diesem Start unbedingt können! Kurz vor Startbeginn ließ uns dann ein Hubschraubereinsatz wegen der Baumlandung eines Freifliegers nochmal eine Dreiviertelstunde warten. Der Rest verlief dann wie immer in Bassano: Start…warten an der Basis…bloß keinen auf gleicher Höhe aus den Augen lassen- und das sind meist viele…und die Sekunden bis zur Öffnung des Startgates herunterzählen…endlich geht’s los. Das Schlimmste hätten wir geschafft. Der Task führte uns- wieder typisch Bassano- einmal nach Osten an der Ridge entlang und ein bisserl ins Flache raus, an die Ridge zurück und dann nach Westen an der Kette entlang. Diesmal ging es nicht ganz so weit in den Westen wie sonst, wenigstens für die meisten nicht. Manch einsamer Cowboy flog weiter dem Sonnenuntergang entgegen…gell, Christian :). Als Abschluß dann, wie könnte es anders sein, Richtung Osten ins Flache: Wer die Abschlußtour nach Asolo und ins Ziel noch nie mitgemacht hat, war nicht beim Montegrappa Meeting. Ich hatte es an der Ridge gut erwischt und war am höchsten im Pulk. Also probieren wir es halt alleine im Flachland. Alles lief nach Plan und ich konnte die Führung nach Hause fliegen und den Tag gewinnen. Da tat’s mir dann schon ein wenig leid, daß ich beim ersten Task wegen der schlechten Vorhersage noch zuhause gewesen war. Zweiter wurde Primoz Gricar, der beim ersten Task gewonnen hatte und damit die Gesamtwertung gewann. Als dritter flog Alex Ploner ins Ziel. Jörg war auch in den Top ten dabei und wurde in der Gesamtwertung 6. und damit bester Deutscher.
Grüße aus Bassano,
Gerd

8. April 2012 - Task abgesagt!!

Der Blick aus dem Fenster lässt einen wunderschönen Tag in Venedig erahnen, Venedig unter einer morbiden melancholischen Glocke aus Dunst und leichtem Regenschleier. Doch diese Rechnung haben wir ohne die Tasksetter gemacht. Wo der Gleitschirmtask schließlich um 10 Uhr bereits abgesagt ist, haben die Drachen sich auf dem Berg zum Briefing einzufinden.
"Wer fährt auf den Berg durch Nebel und Wind,
es ist der Flieger, denn er folgt blind.
Er denkt, wer nimmt mich hier auf dem Arm,
noch sitzt er im Auto, noch ist ihm warm"!
Oben angekommen hat man endlich mal die Chance als erster aufzubauen (bereits aufgebaute Drachen würde man sowieso nicht im Nebel sehen). Endlich zeigt sich einmal, wer welche Literatur beim Fliegen so bei sich führt, wer die beste Standheizung und wer eine gute Stereoanlage im Fahrzeug installiert hat. Leichter Schneefall setzt ein. Jedoch pünktlich zum Briefing (was im Nebel jedoch erst gefunden werden musste) erscheint es plötzlich: Das Wolkenloch mit freier Sicht in die Poebene. Man versichert uns, dass Nebel und Schnee gar nicht das Problem des Tages sein werden, sondern nur der Nordwind. In genau einer Stunde würde uns die Sonne scheinen.
 "Willst, feiner Flieger, das Goal bald sehen?
Meine Starthelfer werden Dich warten schön.
Mein Wettermann führet den nebligen Rhein,
er wieget und tanzet und singet dich ein."
Sogleich zu Briefingende schließt sich das motivierende Wolkenloch wieder. Jene die den Hoffnungstrahl zum Anlass nehmen aufzubauen, werden damit belohnt, dass sie dem stärker werdenden Schneefall mit einem Dach über dem Kopf trotzen konnten. Endlich die befreiende Absage, auch in der Poebene draussen wird sich kein Sonnenstrahl mehr einstellen, die Zelte werden abgebaut. Vom Tag bleibt noch Zeit für einen Bummel durch das Auststellungszelt und durch Bassano.

 "Dem Flieger grauset´s;
er baut ab geschwind.
Er trägt´s auf den Armen, 
bei ächzendem Wind.
Erreicht den Wagen mit Müh und Not.
In seinem Gesicht, die Nase ist Rot."
Stefan

6. April 2012 - 1. Durchgang..... Erwarte nichts … 

The same procedure like every Bassano-year? – Si ! … zumindest kenne ich kein Grappa-Meeting, dass man nicht schon mindestens 1 Woche vorher mit unzähligen semiprofessionellen Wetterkartenanalysen per Telefon, Mails oder Rauchzeichen nervenaufreibend begonnen hätte. Fahren wir oder nicht?... Wenn ja, wann? Urlaubstag sparen oder nicht? Warten auf ein finales nächstes Wetterupdate, ob die Sonnen beim Teletubbi-Wetter nicht doch noch mehr erstrahlt. 
Mit einem Tag wetterwirksamer Verspätung also doch noch Abreise zum seinerzeit ersten europäischen Saisonstart-Meeting (diesen Titel hat nun verdientermaßen Vipava/ Slowenien mit seinem Winter-Airrace inne!). Stefans Instinkt sollte wieder einmal Recht behalten haben. Selbst bei übelster Wetterprognose setzte sich die Drachenkarawane am frühen Freitag Morgen nach Aufruf des Meetdirektors Richtung Col Campeggia in Bewegung. Immer noch skeptisch trugen die 82 Piloten ihre Schwalben durch den dichten Nebel auf den Starthügel. Eine 50:50-Chance war das schlichte Meinungsbild, sollte sich der Nebel lichten bzw. die Basis 100 bis 200 Meter anheben.
Und wie es am Grappa immer so ist, blitze plötzlich unter „Hurra“-Rufen das sonnendurchflutete Flachland zwischen Wolkenfetzen hervor! Sogleich wurde ein Task gesetzt. Da man der aus Norden herannahenden dichten Wolkenfront nicht gar so trauen wollte, setzten Ciech, Ploner und Co die Wenden allesamt ins Flachland. Fonte (südöstlich) – Breganza (westlich) – San Petro In Gu (südöstlich) und heim ins EXPO-Gelände am Garden Relais; macht summa summarum 72km Race to Goal. Am Startzylinder kamen wir leicht verstreut aufgefächert auf knapp 1200 m und die erste Boje war schnell erreicht. Einige Heizkisten zogen jedoch bedenklich tief ihre Bahn weiter Richtung 2. Wende und es verwunderte nicht, dass sie sich gleich zwei weitere Wenden sparten und ad hoc im Expo-Gelände landen mussten. Glorreiches Prominentensterben gleich am ersten Task … Mann-o-Mann!
Handbremse war angesagt und ein Tross von 20 Drachen nutzte jeden Hauch einer erdenklichen Thermik Richtung Westen, weit der Hügelkette vorgelagert. Pechschwarz zog aus Nord die Wolkendecke heran. Hier ging es über dem netten Stadtmauerstädtchen Marostica mit gutem Steigwert nochmal auf knapp 1400m, bevor das lange Gleiten gegen den auffrischenden Westwind zur Breganza-Boje begann. Kein Steigen mehr, kein dynamisches Aufwindband konnte unsere Talfahrt stoppen und unsere 7-Mann-Truppe landete zeitgleich nach der eingenommenen Wende auf dem nächstgelegenen landbaren Acker (ringsherum nur Weinanbau… puuuh!). Nach ca. 20 Minuten staunten wir nicht schlecht, als 4 klitzekleine Drachen unser Feld gen 3. Wende passierten, sichtlich erkennbar, wie stark der Gegenwind zu sein schien. Dieses waren Primoz und die beiden Schweizer Fredy Bircher und Roberto Nichele (Nic) und der Tscheche Petr Benes. Sie kamen noch bis knapp vor die 3. Wende und machten den Tagessieg unter sich aus. Niemand erreichte an diesem Tag das Ziel, das bei den letzten Landungen schon längst von einem heftigen Regenschauer heimgesucht wurde. Niemand hätte auch nur im Entferntesten daran gedacht, bei dieser Prognose weiter als zum Landeplatz fliegen zu können. Bassano eben … same procedure like every year!
Viele Grüße
Jörg

 


Fotos von Jörg Bajewski, Corinna Schwiegershausen, Stefan Boller