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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Die Sieger der Flexiblen Wertung
Gerd Dönhuber
Jörg unterwegs
Landeplatz Loser
flexible Steuerbügel und rasanter Start
Jörgi findet noch Schnee
Altaussee
Gerd "springt" ab
Jörg startet
die Rampe
Achim startet
Fachgespräch Gerolf und Gerd
Loser "Wanderbus" für den Pilotentransport
Parkplatzaufbau am Loser
Blick in das Fluggebiet
Flug entlang des Alpenhauptkammes
Landeplatz Loser
Seilbahntransport zum Feuerkogel
fröhliche Helferinnen

Loser Open 2015 (4. - 7. Mai 2015)

offizielle Homepage

Gerd Dönhuber berichtet:


Mein Fliegerspezi Günther "Tschu" Tschurnig rief mich letzte Woche an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte vom 4.-7. Juni in sein Hausgebiet an der Grenze von Oberösterreich und Steiermark für einen Wettbewerb zu kommen. Da ich von dem Klippenstart am Feuerkogel, welcher neben dem Loser auch als Startberg dienen sollte, eh schon Fotos gesehen hatte und dort unbedingt mal hin wollte, meldete ich mich gleich an. Auch Jörgi (Bajewski) und Achim (Vollmer) fanden die Idee gut und kamen mit.

Die Vorhersage war, zumindest für die ersten 2 1/2 Wettbewerbstage, recht gut und so fanden sich 34 Flex-Piloten und 7 Starrflügel am Donnerstag vormittag in Altaussee am Landeplatz ein. Am Start stellte sich raus, dass wir wohl den Wecker besser etwas früher gestellt hätten, da der Berg, wie von Tschu prophezeiht, pünktlich zum Takeoff den Rückenwind einschaltete.
Die Wartephasen waren lang, so dass mancher schon seine heimatverbundene Seite beim Gstanzl-Singen auslebte. Gottseidank wurde letztendlich aus dem Berg doch kein Musikantenstadl sondern wir wurden doch alle in die Luft entlassen.

Die Gegend zeigte sich von ihrer besten Seite und so war denjenigen von uns, die hier noch nie waren, schon nach der Hälfte des 120 km Kurses schwindlig vor lauter Seen, Tälern und (antennenbestückten) Bergen. Ich erwischte es zwar sehr gut und schaffte es auch eine Zeit lang ohne einen lokalen Guide vor mir die richtigen Abzweigungen zu nehmen, jedoch war auch am oberen Ende des Thermikfahrstuhls der Blick über das vor mir liegende großteils schneebedeckte Felsplateau des Dachsteins und der Gedanke an eine Landung dort recht unangenehm. Nachdem ich losgeglitten war und auch kein Gasthaus dort erkennen konnte, überdachte ich meine Entscheidung nochmals und zog es vor umzudrehen und einen einheimischen Führer zu nehmen. Diese zeigten mir, daß meine Bedenken unbegründet waren und wir problemlos zur letzten Wende und ins Ziel fliegen konnten. Erster im Ziel war Seppi Salvenmoser, der aber den Exit-Start im Relax-Mode nach Gefühl geflogen war. Leider hatte ihn sein Augenmaß getäuscht und der Start war ungültig. Einige andere waren im Herdentrieb gefolgt und erlitten leider dasselbe Schicksal. Darunter war auch Tom Halter, der an diesem Tag wirklich sensationell gut geflogen ist und eigentlich als 3. in den Zielkreis flog! Schade, Tom. Gewonnen hat den Tag der Local Günther Tschurnig vor Raimund Kaiser und mir.

Am nächsten Tag wurde die Briefing- und Startprozedur um eine Stunde vorverlegt, so dass der Start diesmal reibungslos verlief. Die Prognose kündigte sehr gute Bedingungen an, so daß ein Task über 181 km mit Wende am Alpenhauptkamm gemacht wurde. Der erste Schenkel verlief in dieselbe Richtung, so dass wir hier schon wußten was uns erwartet. Allerdings war die Wende diesmal etwas weiter weg und die Windrichtung anders. Ein blaues Loch ließ die Höhe beim Rückweg von der 1.Wende schmelzen und so fanden sich einige, darunter ich, beim lowsafe in vom Talwind verblasener Thermik wieder. Das kostete viel Zeit und Nerven und ließ die Motivation schwinden. Die Aussicht in einer der schönsten Fluggebiete Österreichs an den Alpenhauptkamm zu fliegen lud die Akkus aber wieder auf und belohnte uns mit einem unglaublichen Anblick. Der Rückweg über den nun schon bekannten Dachstein verlief diesmal ohne erhöhten Puls.

Tom Weissenberger, auch ein exzellenter Kenner des Gebiets, spielte diesmal seine Routine aus und gewann den Tag mit Vorsprung. Zweiter wurde Walter Mayer und danach überquerte ich die Linie. Achim und Jörg flogen auch auf die Zielwiese und machten das deutsche Team komplett.

Am Samstag änderte sich die Windrichtung und ich freute mich zu hören, dass der Feuerkogel als Start angepeilt wurde. Der Aufwand dort hinzufahren und die Drachen in die Bahn zu verladen machte mir angesichts der Vorfreude auf den Klippenstart nichts aus. Die Prognose war wiederum recht gut und so wurde eine 120 km Aufgabe gestellt. Tom Weissenberger war offensichtlich mit dem Task nicht zufrieden und zweifelte die Kompetenz der Tasksetter an. Die Aufgabe wurde beibehalten und 8 Piloten beendeten diese im Ziel. Tom und ich flogen fast den kompletten Task in Sichtweite und zum Schluss trennte uns nur 1 Minute. Thomas Fraissl wurde Dritter. Achim war auch im Ziel, nur Jörg musste leider außenlanden.

Der letzte Tag brachte entgegen den Erwartungen nochmals gutes Wetter (4 von 4 Wettbewerbstagen geflogen......nein, nicht Australien oder Mexiko, sondern in den Alpen! Aber um eine zeitige Heimreise zu ermöglichen wurden heute nur 73 km ausgeschrieben. Der Wind war schwächer als erwartet, die Bärte besser-ein perfekter Abschluss!

Tom hat sich vor versammelter Mannschaft für sein gestriges Fehlverhalten entschuldigt- ein schöner Zug von ihm! Ich fand einen recht guten Rhythmus und konnte die Aufgabe ohne große Probleme beenden. Zu meiner Freude war ich sogar der 1. Flexi im Ziel und gewann den Tag. In der Gesamtwertung lag ich damit auch an 1. Stelle vor Ferdinand Spindler und Günther Tschurnig. Achim Vollmer wurde 5. und Jörg Bajewski den 7. Platz.
Bei den Starren gewann Herbert Novak vor Arnold Nadlinger und Richard Herzog.

Jetzt hieß es den idyllischen Zeltplatz an unserem See, der genauso gut irgendwo in Kanada liegen könnte, verlassen und wieder die Heimreise anzutreten. Die Erinnerung an diese vier perfekten Wettbewerbstage werden bestimmt beim nächsten Mal alle Teilnehmer, und hoffentlich noch mehr, wieder in die Steiermark in dieses atemberaubend schöne Gebiet locken.

Gerd