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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Goldener Adler - Ruhpolding 2013

Bericht von Nationalteampilot Roland Wöhrle aus Ruhpolding!

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Drei angesetzte Tage, drei Tasks geflogen! Diese Ausbeute dürfte in die diesjährige Geschichte der Wettbewerbsszene eingehen. Gelungen ist dies den Ruhpoldinger Drachenflieger mit dem Wettfliegen um den Goldenen Adler.

Ein kleines, aber feines Teilnehmerfeld mit vielen Top-Piloten aus Österreich traf sich am Freitag auf dem Unternberg bei Ruhpolding zum ersten Task. Unter der gewohnt guten Regie von Dieter Kamml entstand eine Aufgabe zum Taubensee, dann zur Reichenhaller Hütte am Stauffeneck und als Schmankerl hinaus ins Flache zum Tüttensee. Ziel war am Landeplatz Bärenstüberl. Mit zwei Flexis und zwei Starren umrundeten vier glückliche Piloten den Kurs.

Optimistisch vergrößerten die Tasksetter am Freitag die Tagesaufgabe auf 120 km. Gute Thermik mit Quellwolken und Basis auf 2200 m sowie ein 20er Ostwind waren zu erwarten. Erster Wendepunkt: Eisstadion Inzell. Auf dem Rückweg entlang des Rauschbergs konnte man schon erste Abschattungen entlang der Standardroute zur zweiten Wende Hochfelln am  Unternberg ausmachen. Der direkte Weg über die Hügel war schnell, doch leider versagte der Hochfelln Gipfel jegliche Thermik. Die Ausläufer zum Bärengschwend mussten das Steigen bringen und taten dies auch, ich konnte mir die Höhe für die nächste Wende an der Hörndlwand erarbeiten. Mit 1900m Höhe musste es jetzt irgendwie über die Hügel auf den Weg zum Fellhorn gehen, der Ostwind produzierte hier zwar Turbulenzen, aber leider keine Thermik. Tief im Tale, wo ich mich schon nach einem Landeplatz umsah und wohl kein Lehrbuch eine Quelle für einen Aufwind verspricht, fand ich Steigen. Diese Höhe brachte mich auf die Nordseite zum Fellhorn, wo ich mich schon einmal vor 20 Jahre in den Abend hinein gesoart hatte. Hoch ging es auch heute nicht! Ich habe unter mir 1228 Tannenzapfen und drüben in Kössen 248 Gleitschirmflieger gezählt. Dann besann ich mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben und wagte die überfällige Querung hinüber zum Unterberghorn. Und siehe da, in Talmitte, fernab der Sackhüpfer, ging ein Bart ab der mich über den Gipfel hob. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung und die nächste Wende Kaiserfeldenhütte auf der Westseite des Wilden Kaisers anvisiert. Was für eine Kulisse! Links der Wilde, rechts der Zahme Kaiser und ich leider tief dazwischen. Mit Sicht auf´s Inntal gab es auch Sicht auf Höhe, Wende genommen und ab in die Nordseite des Zahmen Kaiser. Dort erwartete mich der Bart des Tages! Zahm, unbockig, friedlich bis zur Basis, und diese war nun geschaffen für den Kurs zur letzten Wende in Chieming weit draußen im Flachland am Ostufer des Chiemsee. Kurzum, hin bin ich gekommen, aber die Höhe für den Endanflug ins Ziel war nicht mehr zu machen, dafür war es gegen 18 Uhr zu spät. Der Magen knurrte auch schon  und rückholfreundlich an der AB Ausfahrt prangerte dieses seltsam geschwungene gelbe M. Trotzdem Tagessieg mit der weitesten geflogenen Strecke.

Der Sonntag sollte mit einer kurzen Aufgabe eine frühe Siegerehrung ermöglichen.

Für die meisten der Piloten war der Flug in der Tat sehr kurz. Und die Siegerehrung halt eben doch spät! Hier haben die Tasksetter meines Erachtens daneben gegriffen. Bei auffrischendem Ostwind lagen der erste und dritte Wendepunkt wissentlich im Lee. Der Einwand von Seppi wurde überhört. Solche Leebojen in einer Aufgabe gehören längst der Vergangenheit an!

Bei den Starren hat Toni Raumauf alle drei Tasks zugemacht und mit deutlichem Vorsprung gewonnen.

Bei den Flexis hatte ich die Nase vorn, gefolgt von Gerd Dönhuber und Seppi Salvennmoser.

Fazit: Ein unfallfreier, harmonischer Wettbewerb mit bester Organisation machen Lust auf den Goldenen Adler 2014.

Bis dann, Servus derweil!

Roland Wöhrle          

Bei den Starren:

1. Toni Raumauf
2. Roland Beutlhauser
3. Dieter Kamml
4. Rainer Rössler

Bei den Flexiblen:

1. Roland Wöhrle
2. Gerd Dönhuber
3. Joseph Salvenmoser
4. Richard Liebig
5. Matthias Kurzthaler
6. Oliver Bartelmes
7. Elmar Christel
8. Adre Djamarani
9. Günther Tschurnig
10. Jurgen Buchert