X
Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

EM in der Türkei 26. August - 8. September 2012

Die Sieger: Dan Vynalnik, Alex Ploner, Primoz Gricar
Team D
Die Siegerteams - Slo/Ita/Esp
Der neue Europameister Alex Ploner aus Italien
Gerd und Christian warten nervös, ob Roland noch kommt
Regina gratuliert Alex zum Titel
Gerd zeigt Flagge
nette Zuschauer im Ziel
Tolle Landschaft und riesiges Ziel
Gespanntes Warten im Ziel!
Was für eine tolle Landschaft
Gerd im Ziel
Die ersten im Ziel waren???? Die Fahrer!
Lieber Jörgi, werde bald gesund!!!
Abendessen im Nobelhotel
Abfahrt im Bus zum Abendessen
was für eine Landewiese.....
ein glücklicher Stefan
schon wieder alle da :) - Stefan dreht zu diesem Zeitpunkt schon wieder im Ziel auf :)
Roland träumt schon weiter....
diese Italiener :)
Christian und Gerd beim fachsimpeln
fröhliche Gesichter im deutschen Team
Corinna war schnell
Konrad im Anflug
alle Germans im Ziel
zwei aerodynamische Südtiroler :)
Deutsche Hymne zum Frühstück - wer war das???
nächtliche Arbeiten im Headquarter
Roland hofft vergeblich auf weitere deutsche Piloten im Ziel
spannende Zieleinflüge - Christian Ciech und Antoine Bossilier
Roland - unser zuverlässiger Goalflieger
unsere Wachhunde vor unserem Quartier
Schafherden und Schrotflinte
Das Team
man kann sie nicht aufhalten :)
Flachländer werden einfach raufgezogen - Startplatzsuche in Kappadokien
Fliegen in Kappadokien - das wäre geil
Die heiligen drei Könige
Kappadokien....wow....sieht aus wie Schlumpfhausen
Eis für die angeschlagenen Nerven
Primoz in Endanflug
Roland beim Start
Plonski führt schon wieder
sogar Bäche und Flüsse gibts hier...
einfach idylisch hier....
Der Vulkan und eine fette Wolke.....nur am Alidag war nichts....
Corinna und Roland im Ziel - und die glückliche Teamchefin
Alex Ploner - Tagessieger 3. Task
Roland schon wieder dritter im Ziel - super!
Die Winddummys sind knapp - Tobi half kurz aus
Der Wind wird immer stärker....
Roland - Tagesdritter
Feintuning
Diese verflixte rote Fahne.....Start gesperrt wegen Seitenwind
Ausführliche Streckenplanung von Team D
Was ist das mitten drin???
Die ersten drei im Ziel: Alex, Christian, Primoz
Primoz der Primus
Teamchef AUT Stefan Wirgler mit Walter Mayer (AUT) als vierter im Ziel
flugbegeisterte Kinder überall
eine vielseitige Gegend
Andre über Kayseri
zwei begeisterte türkische Flieger aus Deutschland - Tayfun und Hamza
Die erste Aufgabe auf dem Taskboard
Sonnenuntergang am Alidag
Roland probiert Türkisch Kaffee
Die Basare von Kayseri
Die Kisten sind bereit zum Start, nur der Wind passt nicht
Roland am Vulkan auf 4700 m
Trainingstask
Team Germany
Mandatory Safety Briefing
Adem Hasgül (Organisator) beim Safety-Briefing
Team Germany vor dem Vulkan (4000m)
tolle Kostüme
17 Nationen.....
Unser Fahnenträger
deutsch/türkisches Teamfoto vor der Eröffnungsfeier
Wo ist die Seriennummer....
beim Pitchmessen
Juhuu unsere Jungs sind da - Roland und Andre
Primoz und Matjaz vom Team Timezone
Corinna im Landeanflug
Gerds Jumbolandeplatz
Konrads Landeplatz - alle wollen Drachen abbauen :)
hoch oben war Christians Landeplatz
Corinnas Drachen in Poolposition
Dancing at the Austrians Gliders :)
gemeinsames Abendessen
Adidas-Shop in Kayseri - neue Fliegerschuhe???
grasse Gegensätze....
Wo fliegen sie denn....?
Stefans Landeplatz
perfekte Landung von Gerd
wer ist der Überflieger im Hintergrund?
German Girls....
Corinna genießt den Ausblick
Christian findet den Alidag super
Gerd mit neuem Aufkleber
Konrad präpariert seinen Laminar
Stefan am Start
Primoz dreht auf...
Startbereit am Alidag
Tobi probierts auch...
Der Startplatz Alidag
tolle Aussichten
Erkundungsfahrt
Alidag von Kayseri aus....
was man alles findet...
wilde Gegend
Die Tribüne am Startplatz - Alidag
überall Plakate
Regina mit der türkischen Braut
die Hochzeitsgesellschaft
anatolischer Hochzeitstanz
wir sind da...unsere Unterkunft in Kayseri
next stop Kayseri
Fischsemmel in Istanbul
oder Maiskolben...
blaue Moschee
Wow....unser Hotel in Istanbul....klausicher!!
Istanbul
Ab gehts von Edirne nach Istanbul
Pause mit unseren VW-Bullis
So siehts in Bulgarien aus....EU???
Eng gehts her im Abteil...
Bahnverladung, ganz schön eng!
Kurz vor der Abreise - Uli mit seinem Bus

NEWS OF THE DAY

Liebe Fans und Besucher unserer Livebericht-Erstattung, hier aus Kayseri:

Im EM-Team ist: Andre Djamarani, Gerd Dönhuber, Roland Wöhrle, Stefan Boller, Christian Zehetmair, Konrad Schwab und Corinna Schwiegershausen. Betreuer und Fahrer sind: Regina Glas, Tobias Bauer, Uli Schmid

Weitere Fotos - Gesichter/Faces

Resümee von Roland:

Das Abenteuer EM in der Türkei ist Geschichte! Neun Durchgänge sind wir hier geflogen, eine selten dagewesene Anzahl an Flugtagen. Der türkische Himmel zeigte sich mit einer Ausnahme tiefblau, lediglich nach einem Kaltfrontdurchgang konnten wir Cumulusthermik auskurbeln. Die Aufgaben führten uns meist über Flachland mit eingelagerten Hügelketten, die Arbeitshöhen waren nicht immer üppig. Weil die Thermik nicht gerade im Überfluss gesäht war, bot der Pulk enorme Sicherheit. Ausreißversuche wurden oft mit baldiger Landung bestraft.
Man kann die Türken nicht gerade als Drachenfliegernation bezeichnen. Umso mehr beeindruckten die Ausrichter und Helfer dieser Meisterschaft mit perfekter Organisation und Gastfreundschaft für einen sehr gelungenen und vor allem unfallfreien Verlauf. Ein kleiner Wehrmutstropfen war der Startberg. 300 m Höhenunterschied sind für solch ein Event sicherlich etwas wenig. Manch Pilot fand sich in kürzester Zeit im Bombout wieder, wenn der Berg sich gerade mal wieder eine Thermikpause gönnte. In unserem Team herrschte über die zwei Wochen eine prima Stimmung. Mit Uli und Tobias hatten wir zwei fantastische Helfer. Das Rückholen der Piloten, die Verpflegung, die interne Organisation klappten hervorragend. Stand mal wieder ein Pilot im Bombout, war der Drachen in Windeseile ab- und für den Wiederstart aufgebaut. Mit Regina haben wir eine Fee als Teamchefin. Die organisatorische Arbeit, insbesondere die Internetberichterstattung hat sie vorbildlich mit einigen Nachtschichten gemeistert. Diesen Dreien gebührt ein ganz großes Dankeschön von der gesamten Mannschaft. Leider konnten wir deren gute Arbeit nicht mit einem Medalliengewinn in der Teamwertung honorieren. Anfangs lief es ganz gut, Tag vier mit drei ausgefallenen Piloten, konnten wir im Verlauf nicht mehr kompensieren. Schade! Eigentlich sehr schade, weil mir nahe dran waren. Nutzen wir die Zeit bis zur WM in Australien. Im fliegerischen, aber auch im mentalen Bereich. Erfolg und Mißerfolg entscheiden sich meist zu Ende eines Tasks. Hier scheint die Nervenstärke der Piloten entscheidend. Zumindest mir ist sie leider an manchen Tagen verloren gegangen.
Bis Bald daheim
Roland

Resümee von Regina:

Es war eine super organisierte EM hier in der Türkei. Die Türken waren super Gastgeber, sowie man sich es nur wünschen kann. Es gab würdige Medalliengewinner mit Alex Ploner, Dan Vynalnik und Primoz Gricar.
Unsere Piloten waren super drauf und sie konnten an einigen Tagen unter die ersten Drei fliegen und ein Erfolg schien in Reichweite. Ein rabenschwarzer Tag vermasselte allerdings diesen Erfolg. Christian war krank, Gerd und Roland standen zweimal hintereinander im Bombout. An diesem Tag punkteten Konrad und Stefan. Corinna flog außergewöhnlich gut und fuhr viele Punkte für das Team ein. Andre flog konstant gut und riskierte am letzten Tag alles!
Für Christian war seine Magen-Darm-Geschichte besonders tragisch. Hätte er an diesem Tag nur mittelmäßig gepunktet, wäre er sicher unter den ersten fünf plaziert gewesen.
Wir waren hier ein super Team, das perfekt zusammengearbeitet hat, das Glück war nicht immer mit uns, aber irgendwann kommt unsere Stunde.......vielleicht bald.

Ein großer Dank geht an meine Helfer, die super Arbeit geleistet haben, an mein Team und ganz besonders an unsere Sponsoren:

VW - für die beiden super Busse
Timezone - für die tolle Kleidung
Adidas - für die geniale Sportkleidung
Bräuniger - für die Reservevarios und Teile
UK-Elekronik - für die Helmsets
Schwenkel - für die Sommer- und Winterhandschuhe


und an alle, die uns mit ihren netten Mails, SMS etc... seelisch und moralisch unterstützt haben.
DANKE!!

Regina


8. September - Siegerehrung

Eine tolle Siegerehrung im Zentrum von Talas/Kayseri. Sogar der Sportminister der Türkei war anwesend und hielt eine Ansprache. Vorher gabs noch ein vielseitiges gutes türkisches Frühstück für alle Piloten und Helfer und auch noch viele Geschenke für alle. Die Türken waren großartige Gastgeber! DANKE!

Ein Resümee dieser EM folgt noch von Roland!

Endlich mal ausschlafen.......um 10 Uhr ist offizielles Frühstück, dann ist die Abschluss-Ceremonie mit Siegerehrung im Zentrum von Talas/Kayseri.
Gestern waren wir noch essen im Restaurant nicht weit von unserer Unterkunft. Wir warteten gespannt die Ergebnisse ab. Fast traute sich niemand die Seite im Internet aufzumachen. Tobi übernahm das dann......und wir waren maßlos enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Tatsächlich war noch ein Spanier bis zum Zielzylinder geflogen.... Aber wir haben wenigstens nochmal gekämpft. Die Spanier sind einfach gut geflogen. Sie haben die Medallie verdient, auch wenns uns wehtut. An unserem "schwarzer Tag" haben wir über 400 Punkte verloren, die wir nicht mehr einholen konnten. Es ist wie es ist, jetzt gilt es nach vorne zu schauen! Die WM in Australien steht im Januar an, da haben wir neue Chancen.
Viele Grüße an daheim
Regina

Gesamtwertung nach 9 Durchgängen:
1. Alex Ploner
2. Dan Vynalnik
3. Primoz Gricar
14. Roland Wöhrle
15. Christian Zehetmair
18. Corinna Schwiegershausen
19. Gerd Dönhuber
23. Andre Djamarani
42. Stefan Boller
44. Konrad Schwab

Teamwertung:
1. Italien
2. Slowenien
3. Spanien
4. Deutschland

Bericht von Christian:

Der letzte Tag der EM

Bei weiterhin beständigen Flugwetter sollte es nochmal spannend werden.  Ein abgespecktes Race auf 78 km, mit einer Wende im Osten ( ca. 45 km ) und  dann 30 km in südlicher Richtung ins Ziel.  Um 16:35 viel der Startschuß auf über 4.000 Meter und es wurde ordentlich aufs Gaspedal gedrückt.  Ich wählte heute mit Dan eine sehr gute Route, relativ weit nach links versetzt und im Prinzip reichten vier gute Bärte bis zur ersten Wende, die wir konsequent auf  ca. 3.800 Meter auskurbelten. Kurz vor der  Wende gesellten sich noch Alex und Manfred dazu, die ca. 100 Meter mehr Höhe hatten und auch dann schon direkt in den Endanflug gingen.  Dan blieb immer mehr im Hintergrund  und erwischte noch eine bessere Spur als ich und  nahm auch direkt Kurs aufs Goal. Ca. 20 Km vor dem Ziel bremste ich nochmal  ein, um mit ca. 20 Piloten die letzte Thermik vor dem Goal mitzunehmen. Dieser Pulk wählte eine ganz andere Route, nämlich rechts vom Kurs, mit wesentlich niedriger Basis, aber sehr schnell......Christian Ciech war der höchste und mit gleicher Abflughöhe segelten wir Richtung Ziel. Gerd kam ein paar Minuten später angeflogen.  Andre setzte heute alles, war der erste an der Wende, aber sehr tief und mußte dort landen. Roland, Corinna und Stefan erwischte es leider auf dem Weg ins Ziel.  Jetzt ist es relativ spät, und wir sind nach 9 geflogenen Tasks  ziemlich ausgebrannt.... Gute Nacht aus dem Morgenland
Christian 

7. September - die letzte Chance - Krimi vom feinsten

20 Uhr: Ein Krimi wie er im Buche steht!!! Stundenlanger Seitenwind am Start, beim Briefing überschlägt es die Drachen, als der Wind drehte, wollten die Gastgeber Teamfotos machen.......einfach unglaublich. Dann als schon niemand mehr dran glaubte, endlich doch noch ein Task. 78 km, eine Wende und Ziel. Dann ging es zack zack! In kürzester Zeit war das Feld in der Luft und wir im Auto Richtung Ziel unterwegs. Basis heute auf über 4000 m. Kaum im Ziel angekommen, kam Antoine Bossilier (FRA) ins Ziel geflogen, dahinter bald darauf Alex Ploner, Dan Vynalnik, Primoz Gricar und wer glaubts, unser Christian. Kurz darauf Gerd und noch immer kein Spanier in Sicht. Roland, Stefan, Corinna, Andre und Konrad landeten zu kurz. Roland kam noch 8 km vors Ziel. Jetzt geht gerade das Gerücht um, dass doch noch ein Spanier außerhalb des Zieles stand, aber noch in der Speedsection war........wir schwitzen und hoffen und warten nervös auf die Ergebnisse. Aber ob geschafft oder nicht, wenigstens sind wir geflogen und haben nichts hergeschenkt!!
Den Bericht von Christian gibts später, wenn wir die Ergebnisse haben und wir vom Essen zurück kommen!!!

9 Uhr: Heute ist nochmal ein guter Flugtag, und unsere letzte Chance für die Teamwertung! Bitte drückt alle Daumen!!!!

6. September - vorletzter Tag _ 134 km Task

Bericht von Gerd:

It ain’t over ‘till it’s over!
Der vorletzte Tag des Wettkampfs hat begonnen. Es beginnt wie jeden Tag: Frühstück, Teamleaderbriefing, Auffahrt zum Berg. Das Wetterbriefing fällt gleich aus wie jeden Tag,: We expect a sunny day, no clouds- you will see, wie es unser türkischer Wettermann täglich kurz und prägnant ausdrückt. Die Aufgabe sind 134 km. 1. Schenkel nach Südost, 2. Nordost. Das Ziel ist etwa 1,5 Autostunden entfernt. Es sieht aus als ob die Tage immer besser werden hier. Nicht nur daß die Thermik am Startberg verlässlicher zu werden scheint, auch die Beschallung des Startplatzes ist nicht mehr in Discolautstärke wie an den ersten Tagen. Heute allerdings wurde der Alidag, unser Startberg, wieder mal seinem unzuverlässigen Ruf gerecht. Die guten Startphasen waren kurz und die Steigwerte schlecht. Roland landete gleich im Bombout (nachdem er erst wieder bis zum Bombout hochgekurbelt hatte!) konnte aber erneut starten und mit der 2. Startzeit dem Feld nacheilen. Die Fliegerei dann anfangs- auch wie jeden Tag - im Pulk, der ungefähr so überfüllt ist, wie die U-Bahn in Tokio zur Rush hour. Ab der Hälfte dann leichte Auslichtung des Feldes, so dass normales fliegen möglich war. Die 2. Hälfte dann ein sehr abwechslungsreiches Gelände, wo man auch mal alleine ohne zu großes Risiko gleich am Boden zu stehen, fliegen konnte. Leider lief es nicht so optimal für unser Team und ich war der einzige im Ziel. Noch viel "leiderer" hatten die Spanier 2 im Ziel und wir verloren unseren 3. Platz an sie. Christian und Andre hatten beide Pech und landeten nur 3km vorm Ziel. Die Auffindungs- und Rückholaktionen  dauerten bis spät in die Nacht und so wird der Bericht heute kürzer gemacht!
Morgen ist der ultimative Tag! It ain’t over ‘till it’s over!!
Grüße aus Kayseri,
Gerd

23 Uhr: Die heutige Aufgabe war 134 km lang und führte uns nach Osten. Aber erstmal war es wieder der Startberg, der ziemlich Nerven kostete. Einmal den Piloten, die nicht gescheit hoch kamen und dem Bodenteam, dass schon gar nicht mehr zuschauen konnte, wenn ganze Pulks wieder nach unten drehten. Und prompt erwischte es wieder unseren Roland, der es gerade noch ins Bombout schaffte. Uli half unten schnell zusammenbauen, Tobi und ich ließen oben die Segellatten gerade so fliegen. Ruckzuck war Roland wieder startfertig und hinter den beiden Italienern Davide und Tulio wieder in der Luft. Selbst wenn Startmarshall Heather die rote Fahne für nicht startbare Bedingungen gehisst hätte, Roland hätte sie warscheinlich überrannt :)......und er hatte Glück, die Thermik ließ ihn nicht ihm Stich und er holte sogar noch den ersten Pulk ein.
Unser Team arbeite super zusammen, nur am Schluss, ein paar Kilometer vor dem Ziel, da verließ manche das Glück. Nur unser Gerd flog ins Ziel, die anderen landeten vor dem Ziel. Zu unserem Unglück erreichten zwei Spanier das Ziel.........so werden wir heute wieder Punkte verloren haben und auf Rang vier zurück fallen. Die Ergebnisse sind noch nicht online......ich trau sie mir gar nicht anschauen. Der Gewinner war heute Primoz und das Gewinnerteam Slowenien mit 4 Piloten im Ziel. Insgesamt waren  ca. 12 Piloten im Ziel. Wir sind vor einer halben Stunde erst zurückgekommen, da es beim Rückholen bereits dunkel war und die sparsamen Feldwege schwer zu finden waren. Jetzt gabs noch schnell Nudeln und Soße und ab ins Bett. Den Bericht schreibt heute noch der Gerd.

9 Uhr: Heute ist gute Thermik vorhergesagt und eine höhere Basis. Das macht Hoffnung auf eine gute Aufgabe. Gestern haben wir zwar Punkte gegenüber Spanien gutgemacht, aber nur ein paar. Wir müssen dran bleiben. Zu den Slowenen haben etwas mehr aufgeschlossen. Die fliegen hier super stark, die sind schwer einholbar. Italien fliegt sowieso in einer anderen Liga!

Gestern waren wir vom türkischen Sportminister eingeladen. Das Essen war super, in einem noblen Hotel. Für die Teams gabs kleine Geschenke und ein paar kurze aber nette Ansprachen vom Minister. Anschließend hat uns Uli noch einen Cappuccino in unserer Küche zum Nachtisch serviert, bei einem netten Plausch.

5. September - 7 Mal Alemania im Ziel!!

Bericht von Konrad:

Task 7 - "Race Day" und der direkte Weg geht doch


Schon vor dem Frühstück Cappuccino von Stefan für Zimmer 207, dann wie jeden Morgen gemütliches Team-Frühstück. Und trotzdem stieg die Anspannung nach dem Aufbauen der Drachen beim Warten auf das Briefing und den Start spürbar an. Schaffen wir es das klasse gestrige Ergebnis - Team Germany vollständig im Ziel - zu wiederholen ?
Christian - eigentlich zweiter in der Startreihenfolge - erhielt durch Blay's taktischen Verzicht das "Vergnügen" als erster zu starten. Befreiend zu sehen wie ihn die Thermik - wie alle anderen Piloten heute am Startberg - nicht im Stich ließ.
Bei meinem Start war die Phase ebenfalls gut, nur der Anschluß an den Pulk über dem Startberg gelang mir nicht. Vor Beginn des Rennens ließen sich die Piloten mit dem Wind in gutes Thermikgebiet nach Süden versetzen. So blieb - um den Pulk einzuholen - nur der direkte Weg nach Westen zur ersten Wende. Zum Glück hatten nahezu alle noch am Startberg sich befindenden Piloten diese Idee. So blieb mir das deja vu von letzter Woche erspart - keine Thermik in der Ebene zu finden um dann vor der Wende tief mit großem Umweg Rettung in den Vorbergen des Vulkans zu suchen und kurz darauf zu landen.
Mehrmals großes Aufatmen - Bärte rechtzeitig vor der ersten Wende und an der Wende mit dem Pulk ankommen - huuu. Bleibt noch anzumerken, schön war es immer wieder Corinna und den Jungs - auf dem Weg ins Ziel - zu begegnen. Und alle sind wir angekommen :-) - als erste Deutsche am heutigen "Race Day" punktgleich Christian und Andre.

Herzliche Grüße aus Talas,
Konrad

Gesamtwertung nach 7 Durchgängen:
1. Alex Ploner
2. Dan Vynalnik
3. Christian Ciech
9. Roland Wöhrle
12. Corinna Schwiegershausen
16. Andre Djamarani
20. Christian Zehetmair
28. Gerd Dönhuber
35. Konrad Schwab
43. Stefan Boller

Teamwertung:
1. Italien
2. Slowenien
3. Deutschland

19 Uhr: 40 Piloten im Ziel, davon 7 deutsche! Das heißt eigentlich alle deutschen Piloten im Ziel - yipihh! Wir haben wieder Punkte auf Spanien gut gemacht! Die schnellsten zwei aus unserem Lager waren Christian und Andre, dann Roland und Gerd, dann Corinna, Konrad und Stefan. Super Teamwork am Funk! Das macht Spaß! Konrad schreibt den Bericht!

Ein ganz großes Lob muss ich jetzt mal der türkischen Organisation rund um Adem Hasgül aussprechen. Hier klappt alles wie am Schnürchen. Organisierte Auffahrt, zackige Rückholung (die wir zwar nicht nutzen, da wir unsere Autos dabei haben), kostenlose Unterkunft mit Frühstück, alles sauber und alle mögliche Unterstützung in allen anderen Dingen. Einfach Klasse! Nur die türkische Telefongesellschaft Türkcell hats nicht im Griff. Türkcell verkauft Telefonkarten, die dann gesperrt werden (mitten unter dem Wettbewerb) und bekommen das einfach nicht in den Griff. So telefonieren wir halt mit den deutschen Karten. Ich möchte nicht wissen wie die nächste Rechnung ausschaut!!

Viele liebe Grüße von unseren Team nach Deutschland. Besonders an unseren Jörgi, der krank daheim bleiben musste. An Monique, Semo und Uli, die dieses Jahr verletzungsbedingt wohl nicht mehr fliegen können. Euch allen alles Gute und baldige Genesung!


9 Uhr: Heute morgen waren unsere Piloten bereits früh auf den Beinen. Das Frühstück war schon vorbereitet, bevor Uli und Tobi und ich in die Küche kamen - wow und danke! Alle strahlen, nachdem wir mal wieder Punkte gut gemacht haben. Hoffentlich klappts heute auch wieder so gut wie gestern!!! Gleich ist Teamleaderbriefing und dann fahren wir auf den Alidag!
Bis später!
Regina

4. September - Militär und Bonbons für die Kinder

Bericht von Andre:

Team Germany komplett im Ziel

Heute gibt es Gutes zu berichten. Unser Team ist komplett ins Ziel geflogen, einfach super. Heute hat es mich erwischt, ich muss als erster raus. Ich lese zur Sicherheit noch das Interview von Thomas Suchanek mit der warmen Luft in Phase 2 die den Thermikbeginn ankündigt, doch durch einen Push aus dem Feld bleibt mir nur die Wahl starten oder hintenanstellen. Zum Glück kein Problem, heute zieht der Startbart durch trotz angekündigter stabiler Luft, so das über eine Stunde Wartezeit in der Luft einigermaßen erträglich sind. Ca. 20 Minuten bevor die erste Zeit läuft , fliegt der Startpulk zuerst in die gewohnte Richtung zur Warteposition am 6 km Startzylinder, biegt dann aber in die nahegelegenen flachen Ausläufer einer Hügelkette ab. Mit so einer langer Gleitphase habe ich nicht gerechnet und hänge ruck zuck unten drunter schon fast  im Gleitwinkelbereich zum Bombout. Doch da kommt die rettende Thermik, so fliege ich mit 6 Minuten Verspätung ab und mache mich mit Konrad und Stefan auf die Verfolgung der riesigen Startpulks. Wie die anderen Tage geht es über das grosse Flachland zwischen Hügelketten zur ersten Wende nach 30 km. Die Thermik ist endlich so konstant wie man es kennt und geht auf über 3000 m NN so das auch der Gegenwindschenkel zur dritten Wende aufgrund der Basishöhe ein Spass ist. Spannend wird noch mal der Endanflug. An der letzten Thermikquelle einer Hügelkette drehe ich mit Gerd voll auf. Es ist noch niemand im 20 km entfernten Ziel als wir abfliegen. Über Funk hören wir von Regina das einige zu kurz kommen. Jetzt nur keine schlechte Spur erwischen, doch wir können die Oberschenkel wieder entspannen. Es reicht locker. Corinna und Christian sind schon im Ziel. Jetzt kommen auch Roland, Konrad und Stefan und wir sind vollzählig, so das sich weitere Rückholeraktionen erübrigen.
Viele Grüsse aus der Türkei,
André

22 Uhr: Wir sind auf Rang 3 in der Teamwertung !!!!!!!

20 Uhr: Alle deutschen Piloten im Ziel!!!!!!!!! Als vierte ist Corinna eingeflogen, dann Christian,Andre, Gerd, Roland, Konrad und Stefan. Etwa 35 Piloten waren insgesamt im Ziel. Christian Ciech, Alex Ploner (beide ITA) waren die Ersten......Wir sind so gespannt auf die Auswertung!!! Den Bericht von heute schreibt Andre!! Jetzt gibts erstmal was zu essen.

9 Uhr: Gestern hatten wir noch ein super indisches Abendessen, gekocht von Corinna. Danke an die Köchin! Nachdem heute morgen beim Frühstück schon der Text unserer Nationalhymne geübt wurde :), Späße aus dem Leben erzählt wurden und viel gelacht wurde, ist die Stimmung wieder angestiegen. Wir haben nur noch ein Ziel: Das Podest in der Teamwertung!!!!!
Im Teamleaderbriefing teilte uns Wettbewerbsleiter Hakan mit, dass heute überall das Militär vertreten sein wird. Grund ist, dass Kinder und Jugendbanden den außenlandenden Piloten manchmal gehörigen Schrecken einjagen. Christian wurde gestern gleich mit Steinen beworfen, und das teilweise aus einer Steinschleuder!! So gehts ja auch nicht. Nur bei Gerd sind die Kinder wieder umgedreht, dabei hat er gar nichts gesagt. Aber Blicke können auch töten, besonders wenn man zu früh abgesoffen ist!!
Für heute ist wenig Wind und schwache Thermik angesagt. Wenig Thermik sind die Piloten mittlerweile gewohnt. Aber wenigsten bei schwachen Wind! Wir hoffen noch immer auf Tage wie vor dem Wettbewerb, mit 4000 - 5000 m Basen. Vielleicht haben wir ja noch Glück!
Regina

3. September - weiter gehts

Bericht von Roland:

Mia san mia!!
Tag Fünf begann für mich mit mächtig Fracksausen!! Meine letzten beiden Flüge haben ja leider in kürzester Flugzeit im Bombout geendet. Dazu kam, ich musste als Zweiter starten. Der Gipfel dann, als Swiss-Nic als erster Starter im Nirwana verschwand und alle Vorflieger ohnehin schon nirgends mehr zu sehen waren. Da stand ich nun, ohne Thermikanzeichen, die Hosen schon halb voll und wartete eigentlich nur noch auf den Push aus dem Feld, der mir noch eine Minute zum Start lassen würde. Und jetzt? Zum Glück hat Regina DHV-Info Nr. 86 mitgebracht, in dem ein geniales Interview von Klaus Tänzler mit Tomas Suchanek abgedruckt ist. Ich zog mir die Hosen hoch und wartete auf die warme Luft. Und die kam! Irgendwann nach gefühlter ewig langer Zeit. Ich fühlte, wie sie mir die Hosenbeine hoch kroch und wußte: Jetzt oder nie! Start und.....Thermik! Ich stieg. Der Tag war gerettet!
Tagesaufgabe waren 84 km über zwei Wenden, wie gewohnt erst mit Seitenwind bis zur zweiten , dann mit Rückenwind ins Ziel. Über drei Dinge habe ich mich heute gewundert. Punkt 1: Der Spitzenpulk verschenkt 18 min. und fliegt nicht zurück, um die nächste Startzeit abzuholen. Grund Primoz fliegt los, Alex Ploner fliegt los, weil er seinen direkten Verfolger nicht aus den Augen lassen will und als Folge: Alle fliegen los!!
Punkt 2: Warum drehen wir alle Bärte bis zum letzten Meterchen aus, obwohl auf dem weiteren Weg der trockene Untergrund genauso Aufwinde verspricht? Dazu gibts für mich zwei Erklärungen. Die eine ist: Wir gleiten in 3.000 m deutlich besser als es in 2.500 m vorangeht. Somit können viele Piloten, darunter leider auch Corinna, Christian und Andre die zweite Wende nicht umrunden. Der andere: Das vermutlich große Selbstbewußtsein des Spitzenpulks mit seinen Spitzenpiloten. Credo: Mia san mir, wir werden nicht eingeholt. Zum dritten: Warum hängt mich dieser Alex Ploner im Endanflug schon wieder ab? Da hatte ich fünfzig Meter mehr Höhe und lag sogar 10 km vor dem Ziel ein paar Drachennasen in Führung. Dafür gibts vermutlich ein dutzend Gründe, irgendwann komme ich da auch noch dahinter ;)
Viele Grüße aus der sonnigen, leider auch cumulusfreien Türkei.
Roland

Gesamtstand nach 5 Durchgängen:
1. Alex Ploner
2. Dan Vynalnik
3. Primoz Gricar
15. Roland Wöhrle
18. Corinna Schwiegershausen
25. Andre Djamarani

Teamwertung:
1. Italien
2. Slowenien
3. Spanien
4. Deutschland
20 Uhr:
90 km - 20 Piloten im Ziel, leider nur 1 deutscher Pilot - Roland! Roland schreibt auch den Bericht, er ist bereits dabei!

Der gestrige Ruhetag hat uns allen gut getan, jeder hat neue Energie getankt. Christian ist auch wieder fit. Rolands leichte Migräne von gestern ist auch wieder weg........es kann wieder los gehen. Wir wollen den 2. Teamplatz wieder zurückerobern, dazu haben wir noch 5 Tage Zeit. Die Spanier sind 25 Punkte voraus und die Slowenen 160 Punkte. Wir waren letztens 400 Punkte vor dem dritten Platz, also ist auch noch alles drin!!
Drückt die Daumen, dann schaffen wir es!
Regina
2. September - Restday - Ausflug nach Kappadokien

Bericht von Stefan:

Sonntagsausflug in das Land der Zipfel

Zur Halbzeit steht ein Ausflug nach Kappadokien auf dem offiziellem EM Programm. Wir satteln allerdings unseren eigenen Bus und gehen auf Teamfindungsfahrt mit Teamassistent und Chauffeur Tobi. Nur Christian lassen wir mit ausreichend Cola daheim zurück, damit er sich bis zur morgigen Aufholjagd wieder gänzlich regenerieren kann.

Unser zweiter Teamassistent Uli bewährt sich bereits bestens als Barista, Vorflieger und Thermiksucher, cross-country Bully Fahrer und Drachen auf und Abbauer, nebenbei übrigens auch als Rückholer. Nun schlägt endlich seine Stunde als Fremdenführer.

Gut 80 km sind es nach nach Göreme, das für die in Tuffstein gehauenen, fast 1000 Jahre alten Felsenkirchen berühmt ist. Wir durchstreifen das in surealer Landschaft gelegene Freilichtmuseum. Gerd durchsichtet die von Höhlen schier zerfressenen Felsformationen vor allem nach Klettermöglichkeiten - wo kann man eine neue Spur legen?

Uli-Fremdenführer muss uns leider aus Zeitgründen den Programmpunkt "unterirdische Städte" streichen, ein touristisches Muss wenn man in dieser Gegend ist - hoffentlich ergibt sich noch eine Gelegenheit. Jedoch führt er uns in sein "Tal der Zipfel", ins Pasabagi Tal. Gerd verliert beim Anblick der bizarren Felsformationen vollends die Fassung und bricht uns aus. Immer wieder erblicken wir ihn aber in hochgelegenen Höhlen oder auf alleinstehenden "Zipfeln". Nachdem rund 2000 fotographische Aufnahmen getätigt sind, nehmen wir wieder Kurs auf unseren Vulkan der alles dies erspieh.
Noch ein großzügigen Einkauf von Vorräten, der dem einer türkischen Großfamilie in nichts nachsteht und wir erreichen ermattet unser Quartier. Wie gut dass wir uns morgen wieder beim Fliegen erholen dürfen.
Viele Grüße aus Kayseri
Stefan

21 Uhr: Ein super Ausflug nach Kappadokien......Stefan schreibt gerade den Bericht. Die Bilder sind schon mal online!!

9 Uhr: Gestern hat die Pilotenparty nicht sehr lange gedauert, da es draussen empfindlich kalt wurde. Ohne Anorak oder Mütze war es wirklich frisch. Wir sind hier auf fast 1300 m. Komisch ist auch, dass es hier thermisch besser wird, wenn es richtig heiß am Tage wird. Wenn es kühlere Tage sind, dann ist es stabil, sagen die Türken. Na ja, andere Länder andere Gesetze :)
Heute machen wir einen Ausflug nach Kappadokien, zu den Tuffkegeln. Das ist eine der größten Sehenswürdigkeiten in der Türkei. Fotos bringen wir mit!!!
So ganz haben sich die Jungs noch nicht von der Niederlage erholt. Aber ein bißchen Abwechslung heute, wird allen gut tun. Dann schlagen wir morgen wieder zu :)
Bis später
Regina

1. September - Schwarzer Tag
fürs deutsche Team

22 Uhr: Das heutige Ergebnis liegt vor.......Von Platz 2 auf Platz 4 in der Teamwertung zurückgefallen, oje oje. Corinna, Stefan und Konrad haben heute fürs Team gepunktet. Corinna ist momentan beste deutsche Pilotin auf Rang 12 in der Gesamtwertung. Die Punkteunterschiede von Platz 6 bis Platz 20 sind nicht so groß, daher ist noch einiges drin. Die Durchgänge sind sehr selektiv, daher wird es die Gesamtwertung noch oft durcheinander werfen. Da ist noch einiges drin! Es führt Alex Ploner vor Primoz Gricar und Dan Vynalnik!! In der Teamwertung führt Italien vor Slowenien und Spanien.

20 Uhr: Heute können wir leider nicht so viel Positives berichten. Als erstes erwischte es gleich am Morgen den armen Christian mit Magenproblemen. Gleich am Startplatz angekommen, gab er erstmal sein Frühstück der Erde zurück. Trotz ärztlicher Versorgung wurde es nur kurzzeitig besser und pünktlich zu Briefing ging es wieder los. Er entschied sich wieder abzubauen, was total richtig war. Gerd und Roland meldeten sich 15 min. nach dem Start bereits vom Landeplatz. Uli und Tobi jagten nach unten um beim Abbauen zu helfen, die beiden waren aber bereits fertig. Dann gings im Affentempo wieder nach oben. Ruckzuck wieder aufgebaut und wieder in der Luft.........aber kurz darauf wieder die Meldung: gelandet!!! Oje oje.....dieses Spiel machten auch andere Piloten mit. Z.B. Walter Mayer aus Österreich, Davide Guiducci und Tullio Tervasoni (beide Italien) und einige andere. Andere landeten zu spät und hatten keine Chance auf einen Wiederstart. Corinna, Stefan, Andre und Konrad erwischten es besser und konnten bis zur letzten Wende fliegen. Dort landeten auch die meisten anderen Piloten. Nur vier Piloten flogen ins Ziel. Erster Primoz Gricar (SLO), zweiter Fredy Bircher (AUT (SUI), Alan Sattler (SLO) und Dan Vynalnik (CZE). Ich wartete vergeblich auf meine Piloten im Ziel, leider!!! Wie ich den Klingelton meines türkischen Handys hasse, grrrr!!!!

Heute gibt es eine Pilotenparty bei uns in der Unterkunft. Morgen ist Restday. Tobi, Uli und ich möchten nach Kappadokien fahren. Mal sehen, wer mitfährt. Die Italiener wollen auch dorthin fahren. Das wird bestimmt ein interessanter und lustiger Ausflug.
Jetzt warten wir erstmal die Ergebnisse ab. Hoffentlich gab es nicht zuviel Punkte. Den zweiten Platz in der Teamwertung werden wir hoffentlich halten können. Die drei TopTen-Plätze werden wir abgeben müssen. Aber die Abrechnung gibts zum Schluss und wir haben noch ein paar Flugtage, soweit der Wetterbericht Recht behält!!
Viele Grüße
Regina

9 Uhr: Für heute ist das selbe Wetter/Thermik/Basis wie gestern angesagt. Dazu kommt nur stärkerer Wind :( Also keine prickelnden Nachrichten. Das Team ist ein bißchen genervt, was die enge Pulkfliegerei angeht. Aber sie sind trotzdem voll motiviert, so weiter zu kämpfen wie bisher. Vielleicht gibt es ja nächste Woche mal eine Basis zwischen 4000 und 5000 m. Das wäre super! Es soll ab Montag auch besser werden. HOFFENTLICH!

31. August - Sonne Sonne Sonne - Thermik?

Bericht von Corinna:

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...

Heute darf ich den Tagesbericht schreiben, und kann nur sagen, es war vom Wetter her ganz ähnlich wie die Tage davor. Blau, recht stabil, viel Wind, zerrissene Thermik, wenig Arbeitshöhe. Geduldsarbeit und Pulkfliegen. So extrem, dass sich einige Pulks sogar eher nach unten gearbeitet haben, als dass mal einer weiterfliegt.
Schon am Start lief es zäh, der Wind frischte auf, kam oft zu stark aus West. Ich war froh, dass Heather Mull unser Launch Marshall ist - ich bin etwa 12 Bogong Cups mit ihr geflogen, und sie hat jeden Piloten unfallfrei in die Luft bekommen, kann die Bedingungen sehr gut einschätzen. Normalerweise werde ich sehr nervös, wenn wie heute ein Push existiert und die Bedingungen für meinen Start einfach nicht passen wollen. Regina und Uli hingen an meiner Unterverspannung, immer wieder hob es die linke Fläche weg. Sobald der Wind etwas nachliess und gerader wurde, lief ich los und - befand mich im ersten Pulk.
Es war recht schwierig, über dem Startberg Höhe zu machen, die Thermik war immer sehr versetzt, eher engräumig. Sobald ich knapp 2300m hatte (900m über Restart-Landeplatz), flog ich los Richtung Ridge, die den Vulkan raufführt. Zum Glück haben mir viele andere Drachen schon das spärliche Steigen angezeigt, das mich dort erwarten sollte. Es schien, als wäre der komplette Wettbewerb in diesem Monsterpulk versammelt, dabei waren wohl schon einige gelandet. Konrad hat im Bombout mit Reginas, Tobis und Ulis Hilfe seine Sachen in 10 Minuten zusammengelegt und einen zweiten Start geschafft!
Mit fast 30km/h Rückenwind - der offizielle Meteorologe hatte was von 10km/h angekündigt - ging es knapp über dem ansteigenden Terrain Richtung Startgate und erste Wende. Auch hier saßen wieder viele Piloten ab. Primoz flog voraus, drehte rechts ein und landete, ich entschloss mich schnell, nach links abzubiegen. Zusammen mit zwei anderen Fliegern konnten wir in einem Nuller driften. Nicht gerade Richtung nächster Wende, aber egal, Hauptsache in der Luft bleiben. Als unser Bart anzog, kamen auch andere Piloten dazu, unter anderem Roland. An der zweiten Wende konnten wir uns dann mit Alex, Pedro und weiteren Italienern zusammenfinden, wieder saßen etwa 5 Piloten ab.
Obwohl mir der Cross- bis Gegenwind ganz schön zu schaffen machte, konnte ich den Vorteil meiner geringen Flächenbelastung heute ausnutzen und stieg immer wieder wie ein Sektkorken zu den anderen auf, die zwar schneller gleiten und vorausfliegen, aber dann etwas länger einparken mussten. Kurz vor der dritten Wende erfuhren wir von Regina, dass Roland und ich die einzigen noch Fliegenden von Team D waren. Sie flehte uns förmlich an, wir müssten unbedingt ins Ziel segeln. Doch das war noch 25km und eine hohe Wende weit entfernt. Immerhin durfte ich mit einem knappen Dutzend Weltklassepiloten unterwegs sein. Als Davide dann tief vor dem nächsten Berg anfing einzudrehen, bog ich etwas Richtung Lee ab. Roland, Alex und zwei weitere waren schon höher weiter im Westen am Kreisen, als ich in einen 3m-Bart fuhr. Klar, schnell Roland angefunkt, schon war er über mir, und wir genossen die Belohnung des Tages. Einmal gescheit aufdrehen, dann in die hohen Hügel gleiten (die letzte Wende war auf 1750m), und ab ins Ziel! Und endlich mal keine kreischenden Kinder, sondern nur ganz nette.
Alex gewann den Tag vor Pedro und Roland, vor mir landeten noch Suan und Davide im Ziel, auch Tullio und Dan kamen noch an. Vier Italiener, aber auch zwei Deutsche ganz vorne! Andre und Gerd auf Platz 13 und 14, in der Gesamtwertung führt Alex vor Pedro und Walter Mayer, Roland auf 5., Christian 6., Gerd 10., ich 21., Andre 27., Konrad 46. und Stefan 51. Allerdings liegt alles ganz dicht zusammen, zwischen Platz 28 und Platz 15 sind kaum mehr als 100 Punkte.
Heute gab es nur 342 Punkte für den Tagessieger, da die Nominaldistanz leider auf 70 km gesetzt wurde und wir eine 59 km Aufgabe hatten, außerdem zu viele Piloten zu früh abgesessen sind. Es bleibt also weiterhin spannend! In der Teamwertung haben wir die Spanier, Österreicher und Slowenen auf den Fersen, während die Italiener heute ihren Vorsprung leicht ausgebaut haben. Haltet uns weiter die Daumen!
Ich möchte mich gerne noch bedanken für das Vertrauen von Klaus Tänzler. Er hat mich zur EM geschickt, obwohl es zu wenig Frauen sind für einen neuen Titel, und obwohl ich eine lange Verletzungspause hatte im letzten Jahr. Regina und er schienen überzeugt zu sein, dass ich dem Team hier nützen könnte, und ich freue mich wahnsinnig, dass ich heute einen kleinen Beitrag zu unseren Teampunkten geleistet habe.
Herzliche Grüße an alle, die hier mitlesen, mit uns mitfiebern und uns mit netten emails unterstützen,
Eure Corinna

Gesamtwertung nach drei Durchgängen:
1. Alex Ploner (ITA)
2. Pedro Garcia Morelli (ESP)
3. Walter Mayer (AUT)
5. Roland Wöhrle (GER)
6. Christian Zehetmair (GER)
10. Gerd Dönhuber (GER)

Teamwertung:
1. Italien
2. Deutschland
3. Spanien

19 Uhr: Wir sind gerade zum Headquarter zurück gekommen mit dem Zielbus. 8 Piloten im Goal, davon 4 Italiener, 2 Deutsche, 1 Spanier und ein Tscheche! Erster im Ziel war Alex Ploner (ITA) vor Pedro Garcia Morelli (ESP) und Davide Guiducci (ITA). Roland kam als vierter rein und Corinna als sechste! Das heißt, wir behalten den zweiten Platz in der Teamwertung.
Roland ist gerade beim Messen in der Halle am Headquarter. Im Ziel konnte nicht gemessen werden, wegen des Windes. Daher sind wir unter Aufsicht nach Hause gefahren. Alle zu messenden Drachen bei uns auf dem Bus. Mit dabei Alex und Davide und der türkische Aufseher.
Dann gehen wir erstmal wieder Essen, dann kommt der Bericht von Corinna und ein paar Fotos von heute.
Bis später
Regina

9 Uhr: Um 10 Uhr nach dem Teamleaderbriefing fahren wir rauf auf den Alidag. Eine etwas höhere Basis ist angesagt, aber trotzdem wieder schwache Thermik....vielleicht etwas besser als gestern. Mal sehen!!! Wir sind auf alle Fälle optimistisch und gut gestärkt vom Frühstück (Müsli, Früchte, etc), dass Uli immer super vorbereitet. Vor allem sein Cappuccino ist ein Gedicht. Da könnte mancher Italiener noch was lernen ;)

30. August - 90 km - Roland dritter in der Tageswertung

Bericht von Roland:

Stundenlanges Grundeln und verstellbare Flossen!

69 km bin ich heute geflogen - ganz schön harte Arbeit! Vor drei Tagen wäre das noch mit 1,5 Bärten zu machen gewesen, heute brauchte es dafür Geduld, sehr viel Geduld! Tagesaufgabe war ein Zielflug mit drei Wenden über 89 km. Schon das Startprozedere war zäh. Erst grundelten die Vorflieger und als dann einer Thermik fand, gabs pünktlich Seitenwind. Somit verzögerte sich die Sache so sehr, dass die letzten Starter keine Chance mehr hatten pünktlich am Startzylinder Position einzunehmen. Ich hatte da etwas Glück und fand mich in einem Pulk mit 30 Kollegen wieder. Nicht komfortabel, aber äußerst zweckmäßig an einem blauen Tag mit eher schwacher Thermik, geringer Arbeitshöhe und einem zwanziger Seitenwind. So ging es dahin, aus einem schwachen Heber entwickelte sich Dank des Pulks immer wieder eine brauchbare Thermik. Ab und an ging der ein oder andere Kollege verloren. So richtig gesprengt hat es den Pulk 10 km vor der ersten Wende. Die Hügelkette, welche am Vortag noch prächtige Thermik auslöste, war heute eine herbe Enttäuschung. Plötzlich gab es 25 Einzelkämpfer, wodurch auch ein kleines "Datscherl" zwischen Primoz und Gerd zustande kam. Zum Glück ohne Folgen, lediglich Primoz' Flosse drehte in der Folge zeitweise aus der Waagrechten in die Senkrechte. Nach der ersten Wende war für viele Mitstreiter dann Schicht im Schacht. Die schwache Thermik verlor sich in den Hügeln. Das weitere Vorankommen war eine Geduldsfrage, Frechheit wurde in kürzester Zeit mit Landung bestraft. Ich konnte mich glücklicherweise etwas höher halten und somit die drittweiteste Strecke erfliegen. Nach der Auswertung belegen wir nach dem 2. Durchgang mit gerade noch 4 Punkten Rückstand Platz 2 hinter dem Mannschaftsweltmeister Italien. Das macht Laune auf mehr! Packen wirs an!
Viele Grüße an daheim und insbesondere ins Kinzig- und Elztal
Roland

Die Ergebnisse sind Online!!!!
Gesamtwertung nach 2 Durchgängen:
1. Alex Ploner
2. Primoz Gricar
3. CHRISTIAN ZEHETMAIR
8. ROLAND WÖHRLE
9. GERD DÖNHUBER

Teamwertung:

1. Italien
2. DEUTSCHLAND
3. Spanien

Hallo an Daheim,
heute wurde eine Aufgabe von 90 km gestellt. Zäh fing es schon am Startplatz an, Seitenwind und nur langsam kamen die Piloten in die Luft. Dann ging es so weiter......nur langsam ging es hoch, bei manchen gar nicht oder nach vielen Auf und Ab dann doch Richtung Basis. Etliche Piloten landeten im Bombout, von uns erwischte es Konrad. Leider war es für einen Wiederstart fast für alle zu spät. Am weitesten von uns kam Roland, dann Gerd usw. Ins Ziel flog heute gar kein Pilot. Wahrscheinlich war der Spanier Pedro Garcia Morelli der Tagessieger mit 3 km vor dem Ziel. Mehr weiß ich noch nicht, da ich gerade mit der letzten Fuhre am Headquarter angekommen bin. Wir gehen jetzt essen, dann schreibt Roland seinen Bericht.
Fotos folgen nach dem Essen, sorry. Mein Magen knurrt....der hat seit heute morgen nichts mehr bekommen :)
Viele Grüße
Regina

29. August - Christian auf Rang 3 - Team D auf Rang 2

Der Bericht von Gerd:

Window und Auto OPEN!

Das Race beginnt!! Die Vorhersage ist nach dem abendlichen Frontdurchgang gut, die Wolkenbasis natürlich dementsprechend tiefer und der Wind ist auf ein erträgliches Maß zurückgegangen. Endlich ein normaler Wettbewerbstag: Rauffahren, aufbauen, Task programmieren und auf den Start warten. Leider hat unser Fahrer Tobi nicht damit gerechnet, daß moderne Autos mitdenken (um uns das Leben zu erleichtern). Nachdem er den Kofferraum zugemacht hatte, hielt es das Auto für eine gute Idee abzusperren damit auch nichts gestohlen wird. Wahrscheinlich wollte der VW Bus auch den Schlüssel vor Diebstahl bewahren, denn der lag noch im Kofferraum. Das rief den lokalen VW Dealer (und etwa 100 VW Schlüssel) auf den Plan, da die elektronischen Diebstahlsicherungen nicht so einfach auszutricksen waren. Aber pünktlich zum Window open war auch das Auto wieder open!!!
In der Luft war’s dann doch ziemlich windig, so dass uns der Versatz das Warten aufs Startgate nicht langweilig werden ließ. Die erste Hälfte des Rennens lief für die meisten noch recht gut, einzig ein langes Stück Flachland machte manchen Probleme. Von der 2. Zur 3. Wende war mit Rückenwind und über Hügeln ein rechter Genuss. Aber die folgende Querung des Flachlands, quer oder schräg gegen den Wind, je nachdem ob man den Umweg ein Stück zurück über die Hügel in Kauf nehmen wollte, hatte es in sich. Hier zu tief zu sein oder die Querung falsch anzusetzen hatte bei einer Windgeschwindigkeit von 30-35km/h ernste Folgen: meistens die unmittelbare Landung. Blöderweise machten spätestens hier alle Teamgefährten außer Christian einen Fehler, glücklicherweise für uns auch fast alle anderen. So ergab es sich, dass nur 4 Piloten im Goal landeten. Christian wurde 3.! Mir wurde ein kleiner Abstecher unter ein harmloses Wölkchen zum Verhängnis, da die Abdrift vom Kurs größer war als der Höhengewinn. Roland, Andre und Corinna hatten auch kein Glück und Konrad stand bei der 3. Wende. Stefan hatte das größte Pech und mußte schon an der 2. Wende die Segel streichen. Aber der Tag war nicht so schlecht für uns, denn mit Einzelergebnissen von Platz 3 Christian, Platz 11 Gerd, Platz 18 Roland, Platz 23 Corinna, Platz 39 Andre, Platz 42 Konrad, und Platz 50 Stefan sind wir im Moment in der Teamwertung 2. hinter Slowenien und vor Österreich. Und bei der Wettervorhersage werden wir wohl noch viele Tage haben es besser zu machen als heute.

Grüße aus der Türkei,

Gerd


21 Uhr: Die Ergebnisse sind raus.....Team D auf Rang hinter Slowenien und vor Österreich und Italien!!!!!

13:30 Uhr: Window is open - Aufgabe 87 km
Die ersten im Ziel: Primoz Gricar, Aeros Combat 13.5 GT (SLO), Alex Ploner, Icaro Laminar (ITA) und Christian Zehetmair, Aeros Combat 13.5 GT (GER)............yeahhh Christian dritter und nur vier Piloten insgesamt im Ziel. Alle deutschen Piloten bis zur letzten Wende gut dabei. Das sieht nicht schlecht aus.....warten wir die Ergebnisse ab. Gerd schreibt den heutigen Bericht.

9 Uhr: Gerade habe ich mit Konrad das Wetter in "xcskies" gecheckt. Für heute wird gute Thermik prognostiziert. Die Basis ist etwas weniger hoch als die vergangenen Tage, ca 3.600 m. Zur Info: Der Landeplatz liegt bereits auf etwa 1300 m, der Startplatz auf 1750 m. Gestern hat es noch heftig geregnet, die Luft ist wieder staubfrei und es hat etwas abgekühlt. Gleich ist Teamleaderbriefing, mal sehen, was es neues gibt und ob sie die selben Wetterprognosen haben wie wir.
Bis später
Regina

28. August - Durchgang abgesagt!!!

Hamam
Neugierig wie wir sind, nahmen Andre und ich das Angebot für einen Aufenthalt in einer Hamam Sauna gerne an. Dort angekommen, trafen wir auch schon auf ein Dutzend anderer Piloten. Wie bei einem Schulausflug wurde die Männerhorde die Treppe aufwärts, schön geordnet in einer Reihe, in die Kabinen geführt. Die für jeweils drei Personen, relativ dunkel und eng aneinander gereiht, nicht gerade einladend wirkend. Die Tür ging zu und Wolfi Siess, Andre und ich sahen uns etwas irritiert an.........und was kommt jetzt....???...... Hosen runter....... und umziehen. Vermutlich wären wir in weiblicher Begleitung etwas entspannter gewesen.....aber alles halb so wild, und nach dem Umziehen marschierten wir auch schon direkt in das Dampfbad mit anschließender, wohltuender Körperreinigung. Mit türkischem Tee, ätherischen Ölen und kleinen Massagen wurden wir für mehrere Stunden bestens versorgt . Daheim wartete auch schon der Rest des Teams auf uns. Sie zogen es heute vor, die Basare von Kayseri zu besuchen. Mit einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag in einer gemütlichen Runde ausklingen. Morgen wird es wahrscheinlich den ersten Durchgang bei dieser EM geben.
Beste Grüsse
Christian


15 Uhr: Die Veranstalter haben alle Piloten und Helfer zum Haman eingeladen. Das ist ein türkisches Dampfbad mit Peeling und Massage. Natürlich streng getrennt - Männlein-Weiblein. Von uns gehen Andre, Christian und Uli mit. Bin gespannt was die Jungs erzählen. Der Rest vom Team, Corinna, Roland, Gerd, Stefan, Konrad, Tobi und ich fahren in die Altstadt von Kayseri, einfach um die Häuser ziehen.... Jede Menge Gewürzläden, Gold, Teppiche, Klamotten, etc....gibts zu sehen.

13 Uhr: Task gecancelt......Der Durchgang wurde wegen immer stärker werdenden Westwind abgesagt. Am Boden sollte es bis zum späten Nachmittag über 50 km/h Südwind haben.....das ist zuviel!

8 Uhr: Soooo.....endlich gehts los. Gestern war das erste Teamleaderbriefing, Details wurden geklärt, heute morgen ist nochmals Teamleaderbriefing mit großem Wetterbericht für heute und die kommenden Tage. Roland, Gerd, Christian, Konrad und Stefan sind gestern noch den Trainingstask mitgeflogen. Allerdings mit ein bißchen Sightseeing über den Vulkan davor.
Jetzt gehen wir frühstücken, dann um 9 Uhr Teamleaderbriefing und um 10 Uhr fahren wir auf dem Alidag.


27. August - Mandatory Safety Briefing und Trainingstask

Trainingstag - Tanz auf dem Vulkan

Der Veranstalter will heute Wettbewerbsbetrieb proben. Angeregt von Rolands gestrigen Erlebnissbericht sind wir alle allerdings vor allem heiß darauf, den Vulkan zu übersteigen. Heute werden wir die letzte Gelegenheit haben den Fastviertausender in Ruhe zu erkunden, allein schon weil für den Wettbewerb eine Höhenbegrenzung von 4225m gesetzt ist. Christian beweist erstmal, dass man auch auf dem Gleitschirmlandeplatz in der Stadt landen kann, wenn man muss.

Mit aber nur ein wenig Fleißarbeit ist unsere Aufgabe ein überraschend leichtes Spiel und Funksprüche wie "wow was für ein Farbenspiel " oder "wie in längst vergessenen Träumen" sind zu hören. Aber auch "melde Dich mal, dass ich weiß dass Du noch bei Bewusstsein bist". Aus der Perspektive von 4800m Höhe sind die Dimensionen dieser Landschaft kaum mehr zu ermessen: Hier ein korallenartiger, länglicher schwarzer Haufen (20km lang?), dort am Rücken des Vulkans ein paar Kegelchen (300m hohe Berge?)  und woanders eine Rinne in der Ebene (200m tiefer canyon?). Alles wirkt wie eine erdachte Landschaft aus einem Fantasy Scenario. Hoffentlich ergeben sich diese Eindrücke nicht aus dünner Luft. Trotz bemühter Selbstbeobachtung fliege ich sicherheitsbedacht wieder weit runter, "gründele" lieber auf unter 4000m herum. Genug Höhenaklimatisierung für heute.

Ordnungshalber fliegen wir fast alle nun die Testaufgabe ab, ein 58km Ziel-rück Task. Scheinbar eine Kleinigkeit, doch auf dem Rückweg setzt plötzlich starker Südwind ein, genau entgegengesetzt des bisherigen Windsystems. Roland erhascht scheinbar die daraus resultierende Konvergenz und muss 10km in seinem Endanflug 3m/s steigen verwundert hinnehmen. Ich, ein wenig später, werde weit raus ins Flachland geweht wo ich mich schließlich bei ein paar Hügeln über einen Steinbruch in Steinstaubthermik festbeiße. Baufahrzeuge lösen spektakulär sichtbare Thermikblasen aus die es aber leider allesamt verweht. Schlussendlich muss ich mich dem Feierabend im Steinbruch um punkt 18:00Uhr anschließen.

Gelandet, den Mond im Rücken sehe ich von meinem riesigen, irreal gelegenen Feld weit in die Ebene hinaus die durch Vulkan, Startberg und weit entfernte Hügelketten hinter Kayseri begrenzt ist. Staubwirbelstürme ziehen darüber hinweg, Fahrzeug ziehen kilometerlange, durch die unterg hende Sonne illuminierte Staubfahnen hinter sich her. Ein hilfsbereiter Mulireiter, scheinbar aus dem nichts gekommen, schaut von seinem Tier auf mich herab und verschwindet wieder gen Sonnenuntergang. Arbeiter kommen von den Werkscontainern her um mich zum Tee zu laden. Bin ich doch zu lange zu hoch geflogen? Glücklicherweise kommt kurz nach Sonnenuntergang auch Tobi um mich von diesem verwunschenen Ort sicher heim zu führen.  Gerade recht um pünktlich zum Geburtstagsessen einzutreffen, dass Corinna unserem Uli und uns allen bereitet hat.
Stefan

10 Uhr: Heute morgen gab es nach dem Frühstück erstmal das Safety-Briefing für alle Piloten. Wer hier nicht dabei ist, darf beim Wettbewerb nicht mitmachen!! Anschließend gab es für ein Mannschaftsbriefing für die deutschen Piloten. Der genaue Ablauf wurde besprochen, Organisation,Rückholung, Funktaktik, etc. Uli unser Fahrer und Helfer hat heute Geburtstag und gibt Kaffee und Kuchen am Spätnachmittag aus. Alles Gute Uli!!!
Ein Teil des Teams geht einkaufen, Geld wechseln, ausruhen, etc......der Rest geht fliegen.

Weiteres später!!!
Regina


26. August - Pitch-Messung, Fliegen
und Eröffnungsfeier

Wer misst misst Mist

22 Uhr: Nach einem anstrengenden Tag sitzen wir nun in unserem Guesthouse und schnaufen nochmal durch. Heute morgen sind wir gleich in die Sporthalle in Talas/Kayseri gefahren um die Pitchmessungen hinter uns zu bringen. Schließlich wollten wir ja nochmal fliegen. Aber wie so oft, zog sich diese Prozedur in die Länge und das gewaltig. Laut FAI sollen wir dort unsere Drachen aufbauen, entweder selber messen oder auch beim Messen vom "Profi" unterstützt werden. Diese Unterstützung fiel mäßig aus. Näheres will ich jetzt gar nicht beschreiben.....sonst.....!!!
Aber egal, irgendwann wars vorbei und wir haben die Jungs nochmal auf den Berg gefahren. Roland und Andre waren scharf ohne Ende, die Gegend zu erkunden. Sie sind ja erst gestern abend angekommen. Roland hats dann super erwischt, er war auf sage und schreibe 4.962 m und die Wolkenbasis war damit noch lange nicht erreicht. Er meinte, die Wolke war bestimmt auf 6.000 m. Genüßlich musste er sich daher erst einmal eine Zigarette nach der Landung anzünden. Das sehe ich bei Roland äußerst selten :) Normalerweise braucht er da einen Cappuccino, aber den gibts ja hier nicht, leider! Dann hats aber "pressiert", denn die Eröffnungsfeier war für 19 Uhr in Kayseri angesagt. Gemeinsam fuhren wir mit den offiziellen Bussen in die Stadt. Hier fand dann der offizielle Teil der Europameisterschaft statt, mit vielen Ansprachen in Türkisch und dann auch auf Englisch. Ein bißchen langatmig, wir hatten Durst und Hunger und den ganzen Tag nichts gescheites gegessen und es hatte noch immer über 30 Grad am Abend (untertags hatte es gar mal 38 Grad). Nach musikalischen Darbietungen und einheimischen Tänzen war die Feier bald vorbei, wir schnappten uns noch schnell einen Snack und ab gings nach Hause. Morgen ist Mandatory-Safety-Briefing um 8:45 Uhr, danach gibts noch ein Teambriefing und dann schauen wir mal, ob wir nochmals einen Flug machen.
Gute Nacht - bis morgen
Regina

7 Uhr: Seit gestern abends um 22 Uhr ist das deutsche Team komplett. Heute morgen nach dem Frühstück fahren wir in die Sporthalle von Kayseri um die Drachen zu vermessen und die letzten Aufkleber auf den Drachen aufzukleben. Dann fahren wir zügig auf den Berg um nochmal einen Trainingstag zu nutzen. Roland und Andre sind heiß darauf, die Gegend zu erkunden. Am Abend findet dann die Eröffnungsfeier in Kayseri statt. Bin mal gespannt, was die Türken auf die Beine stellen. Uns gefällt es super hier.
Viele Grüße
Regina

25. August - Einschreibung

Hallo aus Kayseri,
Sonne und blauer Himmel - ob es immer so aussieht in Kayseri? Unser Samstag fing mit der Einschreibung an. Erst hieß es, ab 10 Uhr, dann wurde es aber doch 13 Uhr, bis alle Organisatoren organisiert waren. Halbwegs zügig haben wir die Formalien erledigt, alles unterschrieben, Wendepunkte auf unsere Compeos und Garmins geladen, und sind dann endlich rauf auf den Berg gefahren. Nachdem ich mich gestern erstmal von dem Nachtflug und kaum Schlaf regeneriert habe, viel Wasser getrunken und lecker gekocht und gegessen habe, konnte ich es heute gar nicht erwarten, endlich in die Luft zu kommen.
Zwischen Start auf 1700 m liegen nur 400 m "Luft" bis zum Landeplatz. Nicht viel Zeit, um lange zu suchen. Zum Glück bin ich gleich in eine kleine Thermik gestartet und habe mich zusammen mit Gerd, Matjaz und Primoz geduldig raufgearbeitet. Wir hatten ganz optimistisch einen 100 km Zielrück gesetzt und sind zusammen mit Eduardo optimistisch in die Hochebene rausgeglitten. Der nächste Bart ging nochmal auf 2200m, dann wurde das Gelände stetig höher, die Thermik hörte früher auf, und der Wind nahm bis auf 25km/h aus NW zu. Nachdem Primoz und Eduardo schon an einem Steinbruch nichts mehr gefunden hatten und landen mußten, sind Gerd und ich noch ein paar km weitergeglitten und neben einer neuen Hauptstraße gelandet. Bei immer noch 20km/h am Boden eine lockere "Storchenlandung"! Gerd hatte mir über Funk von unten genau die Windrichtung und Stärke durchgegeben, auch dass es recht turbulent unten war, also war ich gewarnt und bin mit guter Geschwindigkeit stabil in den Bodeneffekt.
Kaum hatten wir fertig gepackt, kamen auch schon Tobi, Regina und Christian, um uns abzuholen. Christian war wenige Km vorher gelandet, Konrad und Stefan hatten es nicht ganz so weit geschafft, waren aber auch gut und sicher gelandet - Konrad war gleich von vielen Kindern umzingelt worden, die erstmal alles anschauen - und auch anfassen! - wollten. Er meinte, es sei nicht leicht gewesen, alles beieinander zu halten. So eine Attraktion "fällt" ihnen nicht alle Tage vor die Füße! Auf meinem Feld kam niemand angerannt, dafür hat mich fast jeder vorbeirasende LKW-Fahrer laut angehupt ;) Wenn Andre und Roland nachher noch ankommen, sind wir endlich vollzählig und können morgen nach den Pitchmessungen hoffentlich noch einen schönen, relaxten Teamflug zusammen unternehmen. Das Gelände hier ist sehr interessant, es ist wie alle Gelände, in denen ich bisher war, zusammengewürfelt. Hohe Berge, ein einzelner Vulkankegel, dann Hügel, dann Hochebene mit Canyons, dann wieder höhere Berge, dazu Inversionen und stabile Luft, manchmal viel Wind, und leider auch sehr viele, große Steine auf vielen Landewiesen. Wir hätten vielleicht Theo Klafsky mitnehmen sollen, falls mal jemand von uns die Carbon-Basis härter aufsetzen muss beim Landen ;) Wir sind gut aufgestellt mit unserem Team, aber die Italiener sind mit Full Task Force hier, die neun von den top 11 Piloten ihrer nationalen Rangliste sind hier - alle in den Top 50 der Weltrangliste, mit Alex und Christian Ciech auf Platz 1 und 2... sehr beeindruckendes Team! Wir werden es nicht leicht haben, aber auch wir sind alle hochmotiviert, hier gut zu fliegen, um für Australien zu trainieren! Dust Devils gibt´s hier jedenfalls auch! Mein Flug gibts unter http://xc.dhv.de/xc/modules/leonardo/index.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=362869

Viele Grüße
Corinna

14:30 Uhr: Die Piloten starten zu einem weiteren Flug. Heute schauts etwas stabilder aus, aber die ersten Piloten drehen fleissig auf.  Unser Team entscheidet sich, einen Wendepunkt im Südosten anzufliegen. 50 km hin und wieder zurück zum Landeplatz, die Italiener und Slowenen haben das selbe vor. Der Flug hört bei den meisten nach 30 km auf. Das Rückholteam wird gleich gefordert, aber in kürzester Zeit sitzen alle wieder im Auto und es geht zurück ins Quartier.

10:00 Uhr: Die Einschreibung beginnt. Heute werden wir nach der Einschreibung wieder fliegen gehen. Oben werden wir schon mal die Drachen vermessen, um dann nochmal in die Sporthalle zu gehen und es nachprüfen zu lassen. .....bis später!

9:30 Uhr: Die Spedition bringt eine Monsterbox zum Headquarter. Was ist da wohl drin?? Die österreichischen Drachen!!! 15 Männer laden die Box aus!

9:00 Uhr: Unsere türkischen Freunde bereiten im Headquarter immer ein türkisches Frühstück vor. Für 2 Euro kann man sich den Bauch vollschlagen mit Oliven, Gurken, Honig, Frischkäse und frischen Brot. Dazu gibt es türkischen Kaffee oder Tee. Da eine Küche da ist, darf man sich auch das eigene Frühstück machen. Es ist alles da. Wir haben noch Müsli und jede Menge Früchte besorgt und Uli hat seine eigene Cappuccinomaschine mitgebracht. Und sogar Milchschaum gibt es dazu :)

24. August - Das Team wird langsam komplett

19:00 Uhr: Ein kleiner Einkaufsbummel in Kayseri um fürs Abendessen einzukaufen. Corinna und Uli kochen für alle. Nudeln mit Gemüse. Aaahhh gut, endlich mal wieder Abwechslung zum türkischen Essen. Obwohl wir bisher total zufrieden waren mit dem Essen. 

12:00 Uhr: Abfahrt zum Startplatz. Wieder ein wunderschöner Flugtag, nur leider keine Wolken aber gute Thermik.

9:00 Uhr: Gerd, Christian, Konrad und Corinna sind heute Nacht mit dem Flugzeug eingetroffen. Roland und Andre kommen morgen abend. Bald sind wir komplett.
Heute nachmittag werden wir wieder fliegen!

23. August - Flugtag

Nachdem nun alles vorbereitet ist, wird es Zeit, dass wir mal in die Luft kommen.....Um 12 Uhr luden wir die Drachen aufs Dach. Stefan ist ja der einzige Teampilot, der bereits in Kayseri ist. Aber so kommen auch die Teamchefin und die Helfer mal in die Luft. Mit auf den Berg fahren auch Pietro Garcia Morelli aus Spanien, Sergey aus Russland und Primoz Gricar aus Slowenien. Pietro und Primoz waren bereits letztes Jahr hier und konnten uns gute Tipps geben.
Der Wind war die meiste Zeit aus Ost, also seitlich und so ab 13 Uhr kamen ordentliche Ablösungen nach oben. Der Startplatz ist gigantisch... Die Basis war um 3000 m und es war gute Thermik bis 17 Uhr. Der Landeplatz war nicht so prickelnd bei der Windrichtung und selbst Tobi mit dem Gleitschirm hatte so seine Probleme im Lee. Wir werden da noch beim Veranstalter nachhaken.
Heute abend, bzw. heute nacht kommen unsere Teammitglieder Corinna, Gerd, Christian und Konrad. Wir freuen uns auf sie.......
Nun erst mal duschen, essen und auf den Flieger warten!!!!
Viele Grüße aus Kayseri
Regina

22. August - Erster Tag in Kayseri

Merhaba.....ahhhh.....auschlafen, was für ein Luxus. Alles was wir bisher auf unserer Reise erlebt haben, war umrahmt von einer unglaublichen Gastfreundschaft der türkischen Bevölkerung. Es fing im Autozug an. Die türkischen Reisenden gaben uns alle möglichen Tipps zu unserer Reise, luden uns zum Essen ein, etc......Jetzt sind wir in Kayseri und können hier kostenlos im Clubhaus wohnen. Eine perfekte Anlage mit Mehrbettzimmern, Küche, Headquarter im Nachbarhaus und Start- und Landeplatz in der Nähe. Gestern Nacht sind wir hier vor dem Haus angekommen und gleich zu einer Hochzeitsfeier eingeladen worden. Wir bekamen Essen, Süßigkeiten, Getränke und mussten mit den Gästen tanzen. Alles unglaublich!!!! Schon wieder wurde es spät, bis wir im Bett landeten. Aber Stefan wird Euch von gestern noch mehr erzählen.....

Heute sind wir erstmal einkaufen gegangen. Voräte auffüllen, Tanken und natürlich rauf auf den Startplatz gefahren. Ein unglaublicher Ausblick vom Alidag....ein Vulkan mit fast 4000 m ist etwa 20 km entfernt. Die Aussicht ist so ganz anders, sowas habe ich noch nie gesehen....siehe Bilder. Die Stadt erkunden macht auch Spaß. Hier gibt es alles, auch wenn wir mitten in Anatolien sind. Überhaupt sind die Türken sehr modern, nicht so, wie es sich alle immer vorstellen. Shoppingmalls, öffentliche Toiletten, die mehr an Paläste erinnern und tip top sauber!!! Gemüse und Obst wie im Paradies. Essenslokale mit allen möglichen Köstlichkeiten auch für Vegetarier!
Wir sind alle begeistert......!!!!!

Nachmittags haben wir unsere Autos präpariert, den Funk eingebaut, die Kühlboxen bereits aufgefüllt, etc....etc. Wir sind parat, morgen machen wir den ersten Flug.....die ersten Piloten (Spanien, Italien, Türkei...) sind bereits eingetroffen. Unsere Jungs, Gerd, Christian, Konrad und unsere weibliche Toppilotin Corinna Schwiegershausen treffen morgen nacht mit dem Flugzeug in Kayseri ein. Roland und Andre kommen am Samstag......

Gülle Gülle
Regina


21. August - Willkommen im Orient

Was für ein Frühstück: Im gepflegten metropolitischen Ambiente (Das Hotel ist eine Nobelabsteige direkt am Flughafen) laben wir uns an lokalen Köstlichkeiten. Und alles für nur 45 Euro die Nacht? Ein Blick auf die Preisliste des WOW-Hotels eröffnet uns dass unser Jörg ein rechtes Schnäppchen ergattert hat: Zimmerpreis normal gebucht 280-300 Euro! Zeitig wollen den Bosporus queren, denn dieses Nadelöhr kann für manche unerwünschte Fahrstunde sorgen. Aber Regina hat unsere Reise perfekt vorbereitet: Wir fahren zu den "Zuckertagen", den 3 Feiertagen im Anschluss des Ramadan und dies bedeutet Maut- und verkehrsfreie Autobahnen. Wir queren die Brücke vom Okzident zum Orient und durchfahren die kaum enden wollenden Satelitensiedlungen von Istanbul.

Gut 800km noch bis zum Ziel. Kurz vor Bolu gönnen wir uns eine Pause auf einer Raststätte die sich als große, sehr schicke Shoppingmall entpuppt. Ein Adidas Outlet bringt uns auf den Gedanken unseren neuen Teamkollegen Konrad "nachzukleiden", leider aber hat man hier wohl unsere Teamuniform nicht im Sortiment. Nach Südumfahrung von Ankara verlassen wir die Autobahn um nun 222 km die 4spurig ausgebaute Landstraße mit aber einem guten 90 km/h Schnitt abzuschaukeln.

19:30, endlich, aus endloser Hügellandschaft erhebt sich ein knapp 4000 m hohes, von der untergehenden Sonne illuminiertes Bergmassiv -  davor die Ausläufer eines Canions und ein nicht enden wollendes Meer aus steinernen Wohnsäulen - Kayseri. Bis wir diese Stadt durchquert haben, ist es tiefste Nacht. Wir irren noch ein wenig umher bis wir schließlich in einen beleuchtet Hof einfahren in der Hoffnung jemanden um Rat fragen zu können.
Und tatsächlich empfängt uns eine lebhafter Trubel, jedoch keine Flieger- sondern eine Hochzeitsgesellschaft. Sogleich werden wir vom Bruder der Braut eingeladen dem Henna-Fest beizuwohnen, dass traditionell zwei Tage vor der eigentlichen Hochzeit stattfindet. Welch freudige Überraschung, dass der Festsaal Tage später das Headquater der EM sein wird und das Nachbargebäude unsere Unterkunft ist. Schnell lassen wir uns vom Hausmeister einquartieren um die Einladung zum Henna-Fest dankend anzunehmen, das für uns alle das erste mal ist - Rechtzeitig, um noch vor dem Auftritt der Braut uns ein wenig von deren Bruder einführen zu lassen. Wäre die Feierlichkeit nicht von ohrenbetäubender Musik begleitet hätten wir ihn auch sehr gut verstanden, er wohnt nämlich mit seiner Familie, wie also auch der Braut in Wien.  Herzlich werden wir aufgenommen, mit Henna beschenkt und, maßgeblich vom Onkel Hassan, zum Tanzen vorgeführt. Mit dröhnenden Ohren beziehen wir bald dennoch unser Nachtlager, dass nach drei durchreisten Nächten für fast drei Wochen nun unser festes Heim sein wird.

Stefan

20. August - Istanbul – Zuckertage

Was sind Zuckertage?? Ich weiß es jetzt....das sind die drei Tage nach dem Fastenmonat Ramadan. An diesen Tagen gibt es überall süße Sachen wie Kuchen, Süßigkeiten, etc.....Vor allem für Kinder sind diese Köstlichkeiten überall frei zu haben. Und an diesen Tagen ist auch die Autobahn für alle frei, keine Maut....nichts! Wir hatten morgens um 8 Uhr freie Fahrt von Edirne nach Istanbul und waren bereits vor Mittag in unserem Hotel am Flughafen. Jörg hat sich vor unserer Reise noch kundig gemacht, um ein gut erreichbares Hotel in Istanbul zu finden, wo wir auch einen bewachten Parkplatz für unsere VW-Busse haben werden. Wir müssen auf unsere wertvolle Fracht schon aufpassen. Schließlich müssen wir unsere Flugausrüstung gut nach Kayseri bringen.

Nachdem wir alles – Gepäck samt Autos - im Hotel verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Die „Taksi“fahrer geben hier alles.....wir fuhren im Vettelstil ins Zentrum. Dort war das wahre Leben. Wegen der Feiertage war es überall übervoll.....Frauen, Männer, Kinder, Oma und Opas, Touristen, Marktschreier, Teppichverkäufer.....einfach alles war auf der Straße. Wir hatten Mühe uns nicht zu verlieren, als wir durch die Basare zogen. Uli zog uns runter ans Meer zu Galantanbrücke, denn da soll es die besten Snacks geben. Vor allem die legendäre Fischsemmel hatte es ihm angetan. Stefan und Tobi probierten sie auch gleich aus, ich zog einen gegrillten Maiskolben und ein Sesamkringel vor.  Dann machten wir uns auf den Weg zur Hagia Sofia, die erste christliche Kirche außerhalb vom christlichen Reich. Diese wurde dann von den Moslems in eine Moschee umgebaut. Jetzt ist es ein Museum. Einfach ein gewaltiger Bau! Von dort mussten wir natürlich noch unbedingt zur blauen Moschee und vorher noch in die Wasserzysterne von Istanbul. Wie die Japaner haben wir die Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Uli hat den Reiseführer gespielt, er war bereits letztes Jahr ein paar Wochen in der Türkei unterwegs und kennt sich gut aus. Ziemlich müde ließen wir uns am Abend wieder vom Taksi zum Hotel zurückfahren, um noch irgendwo einen Happen zu ergattern. Wir sind ins Bett gefallen wie ein Stein!

Viele Grüße aus dem Orient
Regina

20. August - Edirne - Istanbul

Früh gehts los in Edirne, damit wir noch Zeit haben, ein bißchen Istanbulluft zu schnuppern. Es ist Feiertag, der Ramadan ist vorbei und die Zuckertage haben angefangen. An Feiertagen ist die Autobahn mautfrei, und früh schlafen noch alle Türken. Freie Bahn nach Istanbul. Wir wollen die blaue Moschee, etc sehen.......mehr später!
Regina

19. August - Gleise...Gleise...Gleise


Zu sechst wäre es wahrlich eng in der Kabine. Alle Pritschen heruntergeklappt kann und muss man sich mit allen Vieren in drei Dimensionen bewegen, eben wie in einer Raumkapsel. In der mittleren Schlafetage ist es sehr luftig und mit traumhafter Aussicht, schöner als Cabrio-fahren. Nur aufpassen muss man, dass man nicht aus dem Fenster rollt. Die Nacht ist dann doch zuviel Wind um die Ohren und ich ziehe MikeyMouse-Gehörschutz auf um einer Mittelohrentzündung vorzubeugen. Das Fenster zu schließen geht nicht, sonst würde die Raumkapsel überhitzen.

Frühstück im Optima express: Für viele die erste Zigarette bei sehr, sehr süßlichem Filterkaffee. Zwei türkisch stämmige sprechen uns im tiefsten Salzburger Dialekt an. Der Eine macht uns neugierig auf eine Ballonfahrt durch die Tuffsteinhöhlenlandschaft von Kapadonien, was nun auch auf die to-do Liste unserer Reise kommt. Als willkommene Alternative zum OptimaExress Frühstück folgte ich einer Einladung zu Reisröllchen in Weinblättern. 4 Türken (davon 2 köln-türken) sind für Ihre Urlaubs und Familienbesuchtour mit Köstlichkeiten von Ihren in Deutschland zurückgebliebenen Frauen großzügig ausgestattet worden. Zwei von Ihnen nehmen den OptimaExpress bereits hartnäckig zum 10.mal. So hatte ich auch ein leckeres vegetarisches Schmankerl für unsere Teamcheffin hamstern dürfen.

Bald stehen wir eine Stunde auf freier Strecke an der Grenze zu Bulgarin nicht weit also vor Sofija. 2:30h hinter dem Reiseplan. Ein Italiener führt seinen 8 jährigen ohne Reisepapiere von Grenzkontrolle zu Grenzkontrolle. Und da die Grenzbeamten einfach nicht die Aussage des Vaters ausreichen will, dass man für kleine unter 10 Jahren alte Italiener keinen Ausweiß bräuchte, zieht dies jeweils einige Telefongespräche mit der Mutter und Verwaltung nach sich. In Bulgarien müssen wir nun auch noch unseren "Speisewagen" abkoppeln, angeblich wegen defekter Bremsen.  Um 21 Uhr sind wir endlich an bulgarisch türkischen Grenze. Nur noch 20 min Fahrzeit stehen aus bis Erdine. Sollten wir doch noch heute ins Hotelbett schlüpfen dürfen sofern man uns noch reinlässt? Diese Hoffnung zerstören uns jedoch die bulgarischen Grenzbeamten mit einem "Problemfall" der sich wohl, wie schon der Italienische Papa zuvor Freikaufen muss. Eine an bulgarischen Grenze leider sehr gängige Praxis. Von unserem türkisch stämmigen Salzburger lassen wir uns noch ein paar Schauergeschichten von der Willkür bulgarischer Beamten auf dem Landweg mit dem Auto erzählen, vor dem er insbesondere wegen seines Audi Q7 zurückschreckt. Und wir freuen uns sogleich über die vergleichlich unbedeutenden Problemchen bei der Reise mit dem OptimaExpress.

Zu guter Letzt nimmt auch die Türkische Polizei ein Stündchen in Anspruch und wir landen um 3:30Uhr nach kurzer Irrfahrt in Erdine in dem glücklicherweise noch offenem Hotel. Die Reisedauer des OptimaExpress variiert aufgrund solcher unüberaschenden Unwägbarkeiten um viele Stunden. Unser türkisch-Salzburger Busfahrer hat bei seinen bisher 3 Fahrten 24h, 34h und eben diesmal 36h Fahrzeit zu verbuchen. Mit allen drum und dran dauerte die Reise von Villach bis Edirne 42h. Diese Etappe ist nun vollbracht.
Stefan

18. August 2012 - Die Rehböcke bellen uns in den Tag

Punkt 5 Uhr starten wir die erste Etappe gen Kayseri, von Waakirchen nach Villach. Regi, Tobi, Uli und ich waren alle schon längst vorher wach. Wären wir doch auch nur schon vorher gefahren! Tobi verzieht unenspannt das Gesicht als wir bereits nach ein paar km Autobahn im ersten Stau stehen - Der Zug in Villach wartet nicht und fährt nur einmal die Woche. Ohne eine erfolgreiche Stauumfahrung über den Katschbergpass und noch ein paar km Landstrasse vor Villach hätten wir wohl mit unseren zwei VW Bussen doch eine abenteuerliche  Balkantour mit schikanierenden Grenzbeamten erfahren dürfen. Um 9:30 sind wir aber am Bahnhof. 12:22 ist zwar erst Abfahrzeit, aber 3h werden von der Optimaexpress -Crew zum Einchecken gefordert. Das geplante gemütliche Frühstück muss leider ausfallen. Nur um allzeit bereit zu sein irgendwann zum Einfahren in den Autowagon aufgefordert zu werden.

Mit 20 Minuten Verspätung startet unsere Zeit- und Raumfähre schließlich gen Osten. Nach 32h in der Kapsel hoffen wir 1400 km entfernt wohlbehalten wieder ihr entsteigen zu dürfen. Kosmonaut Jörg, den wir leider auf der deutschen Erde haben zurücklassen müssen hatte uns Reiseberichte vorgelegt nach denen uns ein entbehrungsreicher Trip erwarten dürfte: Enge Kabinen die von sehr starken Gebrauchsspuren geprägt seien und eine Servicekabine die von Rauchschwaden kontaminiert sei und auch nur die notwendigste Kosmonautennahrung zu bieten hätte. überhaupt würde die gesamte Raumfähre von diversen eingefressenen Düften und Säften zersetzt sein.
Wir haben leider keine Zeit mehr unsere Nahrungsreserven aufzufüllen, und so steht uns wohl eine entbehrungsreiche Zeitreise bevor. Doch bleiben die schlimmsten Erwartungen glücklicherweise unerfüllt. Die Kabinen vom VEB Bauzen gefertigt, zeugen auch nach jahrzehntelanger Nutzung vom Einfluss östlicher robuster Qualitätsarbeit und auch eine Bordnahrungversorgung ist bedingt möglich. Wir sind erleichtert. 18Uhr - vor Zagreb - fast eine Stunde Wartezeit was sich ja vielleicht noch mit der Passkontrolle rechtfertigen lässt. Jedoch werden auch nicht nachvollziehbare Standzeiten auf irgendwelchen Bahnhöfe zur leidigen Gewohnheit. Kroatien, Slowenien, Serbien Bulgarien und Türkei -  eure Grenzen wollen wir noch alle noch überschreiten. Jetzt wird die Sollfahrzeit von 32h verständlich.
Stefan


17. August 2012 -Tag 10 vor dem EM-Start

Endlich geht es los:
Regina und Uli haben unsere Teambusse in einer Ganztagesaktion von unserem Sponsor Volkswagen aus Wolfsburg abgeholt. Der sämtliche "Kleinkram" ist erledigt. Und auch ein Teammitglied ist noch "mal eben" ersetzt worden: Unsere Nummer Zwei in Deutschland, Jörg musste krankheitsbedingt schweren Herzens Regina den Auftrag geben einen Ersatz für Ihn auszuerwählen. Wenigstens haben haben Jörg und ich es noch auf den letzten Drücker vollbracht für das Team individuelle Hemden und Logos für die Vögel auf den Weg zu bringen wodurch alle Piloten auf Ihrem Segel nun das Konterfei unseres lieben Fliegerkameraden Jörg in Kayseri  durch die Gegend und ins Ziel fliegen werden. Alle mit dem Flugzeug anreisenden Piloten haben Ihr Gepäck heute bei Regina abgeliefert, und so auch Konrad Schwab, der dabei sein darf anstelle von Jörg die Deutsche Hängegleiterflagge hochzuhalten. Schweren Mutes, ohne Jörg bin ich nun leider der einziger Pilot, der mit dabei ist den Transport der gesamten Ausrüstung auf dem Landweg in den Osten mit zu begleiten.r noch alle noch überschreiten. Jetzt wird die Sollfahrzeit von 32h verständlich.
Stefan



Bildergallery (Fotos: Tobias Bauer, Stefan Boller, Regina Glas, Corinna Schwiegershausen, Gerd Dönhuber, Konrad Schwab)