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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

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El Peñon Classic Race

El Peñon Classic Race in Mexico - Valle di Bravo

Corinnas Blog

Tag 6: 93km um 4 Wendepunkte mit Ziel am See von Valle de Bravo

Auch heute sind wir wieder hoch in die Luft über Mexico aufgestiegen und hatten zum Glück trotz mehr Wind aus Westen angenehmere Thermik als gestern. Die Aufgabe war kurz, weil die Organisatoren die Siegerehrung noch im Tageslicht am See von Valle machen wollten. Viele glückliche Gesichter gab es heute im Ziel, es war ein gelungener Wettbewerb.
Matt Barker hat den Tag gewonnen und wurde damit insgesamt 3., hinter dem Mexikaner Rudy Gotes auf Platz 2. Eindeutiger Sieger wurde Zac "Zippy" Majors. Er ist heut morgen mal "kurz" nach Mexico City zum Flughafen gefahren, um einen seiner Flugschüler abzuholen, deshalb ist er etwas verspätet in die heutige Aufgabe gestartet. Trotzdem war er uneinholbar.
Ich bin auf dem 7. Platz gelandet, nachdem ich gestern mal das Außenlanden geprobt hatte, was mich unendlich viele Punkte gekostet hat. Aber ich hatte meinen Spass, vor allem der Flug über den Vulkan Nevado de Toluca wird mir ewig in Erinnerung bleiben, ebenso wie die Freundlichkeit der Mexikaner. Alle haben mir gratuliert, dass ich der erste Drachenflieger war, der über "ihren" Vulkan geflogen ist!
Die Organisatoren waren für alles ansprechbar und sind mit jeder Kritik von unserer Seite sehr konstruktiv umgegangen. Es war eine gute Feuerprobe für die kommende Vor-WM!
Mehr wenn ich wieder Zeit habe für einen kleinen Überblick zum Abschluss, jetzt geht es erstmal zur Party!

Herzliche Grüße und besitos de Valle de Bravo,
Eure Corinna

Tag 5 - 110 km um 4 Wenden

Trotz vieler Zirren waren die Veranstalter optimistisch für einen guten Flug und setzten wieder über 100 km für uns. Tatsächlich ging es auf über 4000 m rauf, allerdings am Start mit der stärksten Turbulenz der ganzen Woche. Der Wind aus Westen war doch stärker als angekündigt.
Ich flog zusammen mit den anderen zum Race Start ab, aber in Punkto Geschwindigkeit beim Gleiten fühlte ich mich wie in einem Schirm. Das alte Segel meines Drachen hier fing ab etwa 50 km/h an zu flattern ;) Nachdem ich mich bis zur zweiten Wende "Sur" alleine durchgekämpft hatte, mußte ich durch eine Wand von Rauch fliegen Richtung dritter Wende. Im Augenblick werden hier viele Brände gelegt, um das Unterholz abzufackeln. Leider fand ich nach dem großen Canyon keinen Anschluss mehr und bin nach nur 41 km gelandet, auf 2300 m - dieselbe Höhe wie unser Startplatz!
Sofort bin ich 20cm in den Acker eingesunken, die Staubwolke war meterhoch. Ich sah etwa so aus wie Rudl, als er in Chelan gelandet war. Auch hier ist alles voller feinstem Vulkanstaub.
Auf der Rückholfrequenz konnte ich die Organisatoren problemlos erreichen, innerhalb von 40 Minuten stand der Bus bereit und brachte mich ins Ziel "Piano", wo das örtliche Dorf ein Essen für die Piloten veranstaltete. Ich weiss jetzt, dass man sich schnell anstellen muss, denn das Essen hier ist knapp berechnet und die vegetarischen Angebote sind meistens als erstes aus... Zippy und ich knabberten mal wieder an trockenen Tostadas herum.
Piano ist übrigens auch der Bomb Out vom Startplatz, ein Feld, von dem auch per Dragonfly geschleppt werden kann.

Task 4 - 110 km mit 3 Wendepunkten

Wir sind hier die Versuchskaninchen für die Vor-WM, also durften wir neue Wendepunkte und Routen ausprobieren, um zu sehen, ob so eine Aufgabe sicher machbar wäre für die WM. Mit Wetterbedingungen wie gestern schon - schöne Wolken und hohe Basis, ich konnte bis auf maximal 4900m steigen. Aber ich bin auch recht vorsichtig und langsam unterwegs gewesen, da unter uns kilometerweit nur Wald, Canyons oder bebaute Flächen waren.
Die erste Wende war Divisadero und sehr leicht zu erreichen, aber die zweite Wende brachte uns in Neuland. Ich habe weit Richtung Süden gegen den Wind vorgehalten, um per Bergflanke wieder an die Basis zu kommen und mich damit an einer Wolkenstraße entlanghangeln zu können.
Als nächstes ging es zur dritten Wende Richtung Vulkan Nevado de Toluca. Der Radius war etwa 6 km vom Vulkan entfernt, aber ich hatte schon vorm Flug beschlossen, dass ich unbedingt versuchen wollte, den Nevado von oben zu sehen, wenn es das Wetter zuläßt. Also flog ich auf die Südwestflanke des Vulkans, stieg zur Basis auf und glitt die letzten Kilometer in den Krater! Jetzt weiss ich, wie Roland, Gerd und die anderen Jungs sich in der Türkei über dem Vulkan gefühlt haben müssen - einfach wunderschön, ein aufregendes Abenteuer und ein einmaliger Blick! Zum Glück hat meine GoPro funktioniert, so dass ich ein paar Fotos vorab aus dem Film ziehen konnte für Euch.
Lange konnte ich nicht drüberbleiben, denn es war blau direkt überm Nevado, die Thermik stieg ringsherum auf. Also flog ich weiter Richtung Ziel, was auf einem Airstrip etwa 20km südlich vom Vulkan war. Acht Piloten waren schon im Ziel, aber ich trug das breiteste Grinsen des Tages! Rudy sagt, noch niemals vorher ist jemand mit Drachen über dem Krater des Nevado geflogen!
Zippy war mit 1h50min der Tagesschnellste, aber ihm schien die Höhe zu schaffen zu machen, im ZIel war er kaum ansprechbar und auf der Rückfahrt schlief er ein. Ich hatte Glück - weder Kopfschmerzen, noch Übelkeit, noch Konzentrationsprobleme hatte ich und fühlte mich sehr gut. Aber ich bin auch nie lange über 4500m geblieben vorsichtshalber.
Im Ziel empfingen uns Leute aus dem nächstgelegenen Dorf und organisierten ein kleines Grillfest inklusive Getränke für uns alle. Wir wäre auch eingeladen gewesen, in heissen Quellen zu baden, die etwa 45 Minuten Fahrtzeit entfernt waren. Es muss eine sehr schöne Badanlage sein, aber leider mussten wir direkt zurückfahren. "Direkt", nun ja, für 45km Luftlinie nach Valle mußten wir einmal um den Vulkan herumfahren und brauchten für etwa 120km Straße zweieinhalb Stunden... War mir egal, für mich hat sich der Tag gelohnt! 


Tag 3 - 
83 km mit 4 Wendepunkten

Der Tag gestern war vom Wetter überschätzt worden, also wurde heute weniger gesetzt, es sollten möglichst viele Piloten ins Ziel an den See nach Valle kommen. Das wurde erreicht, es waren etwa 12 Piloten im Ziel, mehr als die Hälfte vom Feld. Zippy hat wahrscheinlich den Tag gewonnen. 

Gestartet wird immer als Race, denn wir sind nur 25 Piloten. Der Wind steht jeden Tag mit etwa 20-30 km/h auf den Startplatz, aber da wir von 2300m starten, muss man trotzdem kräftig rennen. Der Hausbart ist bisher immer zuverlässig gewesen. Es gibt auf unseren Strecken einige Bärte, die wirklich stationär zu sein scheinen. 

Was did Piloten hier aber als "Konvergenz" bezeichnen, bedeutet nicht eine Linie mit durchgängigem Steigen von 1-3m. Eher dass auf einer Linie einige sehr starke Bärte aufgereiht sind. Aber daneben oder dazwischen geht es auch mächtig nach unten. Ich hatte heute -11m auf meinem Vario stehen und wäre fast nach der ersten Wende gelandet... danach bin ich so hoch aufgestiegen, wie ich die Kälte ausgehalten habe, also etwa auf 4500 m. Ich kam gegen 16.00 Uhr ins Ziel, zu dem Zeitpunkt waren einige Wolken sichtbar mit Basis im Universum! 

Eine Kaltfront ist uns sehr nahe, deshalb hat es labilisiert. Aber hier gehen scheinbar nur trockene Fronten durch, wir werden auch diesmal keinen Regen bekommen. 

Landeplatzmäßig sieht es hier ähnlich aus wie in der Türkei oder in Kroatien. Es gibt immer Ecken, die man nur sehr hoch überfliegen sollte. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Vor-WM mitzumachen, denn die Fliegerei hier ist sehr technisch. Enge, starke Bärte, gute und nicht so gute LInien, die sich täglich anders anordnen, Talwindsysteme und Düsen... es gibt eine Menge zu lernen, um bei der WM zuversichtlich zu fliegen. Manfred Ruhmer hat hier vor vielen Jahren übrigens schon den Sol-Wettbewerb geflogen (und gewonnen natürlich), er kennt die Ecke recht gut. 

Ich bin hier übrigens mit einem "vintage Litespeed" unterwegs. Ein geliehener Drachen von einem mexikanischen Piloten. Keine Carbonrohre, kein Zoom-Trapez, und ein Segel, das sicher 500 Stunden drauf hat (und mehr Risse als mein RX nach der Adlerattacke)... auf Deutsch: ein Truck! Auch wenn ich damit keinen Schnitt machen kann, bin ich froh, dass ich hier mitfliegen kann, ohne die schwere Kiste mitschleppen zu müssen. 

Auf dem Weg zum Start mußten wir heute wieder mal einparken und warten, denn die Straße wird gerade ausgebessert. Das Aufbauen und die Vorbereitungszeit ist dadurch manchmal etwas stressiger. Es wäre auf jeden Fall möglich, früher als um 12.30 Uhr (heute) zu starten. 

Wenn die Front morgen durch ist, hoffe ich, dass die Luft wieder klarer ist, damit ich für Euch noch ein paar Fotos aus der Luft machen kann.

Besitos,

Corinna

Tag 2 - 146 km mit 4 Wendepunkten

Weil gestern das Wetter unterschätzt worden war beim Tasksetting, wurde heute eine größere Aufgabe gesetzt und das Ziel an einen See nördlich von Toluca, etwa 30km von Valle, gelegt. Ich merkte schon am Start, dass der Tag nicht so gut war wie erwartet, es ging nicht so hoch rauf und auch die Steigwerte waren geringer. 

Da wir schon um 17.30 wegen der Rückholung die Aufgabe gestoppt bekommen jeden Tag, war es nicht viel Zeit von der Fensteröffnung um 13.30 Uhr. Bloss ein Pilot hat es ins Ziel geschafft, Rudy Gotes, David Segura muss kurz vorher gelandet sein. Zippy und Matt Barker sind etwa 16km vorm Ziel gestanden, ich bin in Valle am See gelandet, 31km zu kurz. 

Ein anstrengender, aber schöner Tag, der uns nicht nur in die Berge, sondern auch ins flachere Land geführt hat und auf der 2500m hohen Ebene von Toluca im Ziel hätte enden sollen!

Tag 1 - 90 km

Valle de Bravo, Austragungsort der kommenden Weltmeisterschaft 2015. Um den Piloten schon jetzt anzubieten, das Gelände kennenzulernen, haben die Organisatoren der nächsten WM in Mexiko zum Testwettbewerb eingeladen. 2 Stunden westlich von Mexico City liegt das Gelände in vulkanischem Gebiet an einem großen Stausee - das Naherholungsgebiet der reichen Mexikaner aus der Stadt. 

Ich wurde direkt am Airport abgeholt und hatte das Glück, dass ich mir vom Mitorganisator Rudy Gotes, der auch eine Drachenflugschule hier führt, einen Litespeed 3,5s ausleihen konnte. Nur nicht schon wieder Kiste schleppen, dachte ich! Aber als ich das Segel des Drachen heute am Start sah, hätte ich zumindest eins meiner alten Segel mitbringen sollen ;) 

Die Fahrt von Valle zum Peñon ist ebenso im Startgeld von 220€ enthalten wie die Rückholung, Wasser und Lunch am Start, ein gemeinsames Abendessen gestern und eine Party zum Schluss am Samstag für alle. Für wenig Geld kann man sich hier sehr gut ernähren, Quesadilla mit Nopal und scharfer Salsa Verde ist mein tägliches Frühstück, dazu frisch gepresster Orangensaft.

Am Start El Peñon, auf 2300m NN, wehte heute ein beachtlicher Wind, aber alle Starts sahen sehr sauber aus. Ich wurde mit ins Task und auch Safety Committe gewählt, wir setzten eine kleine Aufgabe über 90 km und 3 Wendepunkte. 19 Piloten nehmen in der offenen Klasse und 6 Piloten in der Sportklasse teil. 

In der Luft ging es um den Start herum zuverlässig senkrecht nach oben, allerdings verbunden mit einiger Turbulenz. Bei 20 km/h Wind konnten wir dennoch gute Schnittgeschwindigkeiten erwarten, denn die Basis (es blieb blau in unserer Gegend) sollte über 4200 m hoch steigen - ich bin sogar einmal auf 4500 m gewesen und werde morgen wärmere Handschuhe anziehen.

Zippy (Zac Majors, USA) gewann den Tag mit großem Vorsprung. Dank Gap 2011 hat er noch mehr Leading Points als sonst bekommen. Auch David Segura (Mex) wurder Zweiter vor Rudy Gotes (Mex) und Matt Barker, ich bin auf dem 5. gelandet. 

Das Ziel war am See von Valle. Zum Glück ist der Wasserstand gerade sehr niedrig, so dass eine bequeme Landefläche zur Verfügung steht. 

Wir werden bis Samstag wohl jeden Tag hier fliegen, das Wetter ist sehr zuverlässig.

Herzliche Grüße und Besitos aus Mexico,

Corinna