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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Austrian Open (8. - 10. Juli 2016)

Austrian Open, Sillian/ Kärnten

offizielle Webseite

Ergebnisse

Der Blick um 7.00 Uhr vom Campingplatz Richtung Himmel zeigte sich strahlend blau. Die Tage davor waren entweder mit kräftigem Nordwestwind durchsetzt oder bei unterschiedlich bewölktem Himmel kam der Wind aus unterschiedlichen Richtungen, welches das Starten am Thurntaler in rund 2.400 m Höhe nicht besonders vereinfachte. Manfred Ruhmer verkündete bereits einen Tag vorher in geselliger Runde am Landeplatz Heinfels, dass es am Sonntag sehr gute Bedingungen geben werde.
Um etwa 9.00 Uhr wurden die Drachen auf die Autos oder Anhänger verladen und deren Besitzer  auf allradtaugliche Fahrzeuge verteilt. Die Auffahrt zum Startplatz gestaltete sich als sehr abenteuerlich. Über 50 Piloten aus verschiedenen Nationen, darunter die Piloten der Deutschen Drachenliga, bauten ihre Drachen am Start auf und waren sichtlich begeistert über den perfekt anstehenden Wind aus südlicher Richtung und die wahnsinnig gut ausschauenden Thermikwolken. Der Task von 127 km wurde beim Briefing erklärt. Nach dem Einfliegen in den Startzylinder ging es mit Beginn des Rennens zum 59 km entfernten Wendepunkt „Gitschberg Liftstation“, dann zurück zum Wendepunkt „Böses Weiberle“ mit einem Radius von 8 km und dann wieder zum Landeplatz Heinfels. Eine anspruchsvolle Aufgabe fand ich.
Nach einem gelungenen Start hatte ich nach kurzer Suche sofort Thermikanschluss. Piloten um mich herum kurbelten ebenso fleißig nach oben. Die Thermikgüte war außerordentlich gut. Mit teils 3 bis 4 m integriertem Steigen freuten sich bestimmt auch andere Piloten in meinem Umfeld. In ausreichender Höhe angekommen sah ich bereits die ICARO-Piloten auf mich zuheizen. Das Rennfenster war eröffnet. Ohne zu zögern hatte ich mich der Gruppe angeschlossen und versuchte mit meinem MastR mitzuhalten. Es funktionierte ganz gut und hatte soweit alle im Blick. In einem Wettbewerb ist man in der Luft häufig nie allein und man verspürt eine gewisse Sicherheit, vor allem, wenn man noch nicht allzu oft auf Strecke gegangen ist wie ich. Die Piloten vor mir zeigten mir den Lift nach oben zuverlässig an. In 3300 m war eine Suche nach Thermik schließlich kaum mehr notwendig. Das Steigen nahm  ich im Geradeausflug mit und bin gefühlt schnell unterwegs. Insgesamt zwei Talquerungen überflog ich problemlos mit nur jeweils etwa 500m Höhenverlust. Auf meiner Route entdeckte ich Christof mit seinem MastR. Im Wettbewerb waren wir als einzige Piloten mit unseren Turmdrachen am Start. Kurz vorm dritten Talsprung überholte er mich weit über mir und flog zur Wende Gitschberg. Bei der Querung verliere ich allerdings schnell Höhe und komme in den Talwind hinein. Es war extrem turbulent im Schatten der Bergflanke. Zum Landeplatz Pfalzen bin ich leider nicht mehr gekommen und nahm mir die nächste Wiese die optimal zu erreichen war. Nach meiner ersten Außenlandung bei Altes Lager ist das nun meine zweite Außenlandung, die allerdings in turbulenter Luft sehr anspruchsvoll war.
Auf dem Landeplatz Pfalzen sind letztlich 12 Drachen gelandet, so dass man mich nur noch nebenbei von der Straße aufsammeln musste. Und so ging es mit 47 km Flugstrecke und 2:12 Flugzeit im Gepäck wieder zum Landeplatz Heinfels. Am Abend versammelten sich wieder fast alle außengelandeten Piloten am Landeplatz. Dank der erstklassigen Bewirtung vom Sillianer Drachenfliegerclub wurde der Durst gelöscht und der große Hunger gebändigt. Am Abend fand dann noch die große Siegerehrung statt.
Vielen Dank an die Organisatoren des Sillianer Drachenfliegerclubs für den großartig gelungenen Wettbewerb!

LG Mareen