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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

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Aeros Winterrace (16. - 23. März 2014)

Winterrace Blog

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rgebnis:

1. Tom Weissenberger AUT
2. Oleg Bondarchuk UKR
3. Seppi Salvenmoser AUT
4. Roland Wöhrle GER
15. Andre Djamarani GER
16. Hans Kiefinger GER
23. Andreas Beecker GER
25. Thomas Schreck GER
30. Rich Liebig GER
31. Katharina Dressel GER
32. Caroline Greiser GER
33. Thomas Halter GER
35. Thomas Lenz GER
37. Knud Schäfer GER

Durchgang 3 - Der Wind wird stärker!

"Wir müssen baldmöglichst starten, der Wind wird zunehmen" appellierte Matjaz beim Briefing. Noch stärker? Das fragte sich manch Teilnehmer. Passend dazu zeigte sich der Himmel garniert mit Lenticularis, die in der Ferne wie die zweite Etage des Bergpanoramas wirkten. Diskussionen bezüglich Sicherheit und Machbarkeit der Aufgabe entstanden. Nach zweitem oder gar drittem Briefing war der Task mit grösseren Radien um die Wendepunkte gekürzt, um mögliche Lee Risiken zu minimieren. Leider nahm aber der Wind am Start wie befürchtet zu, so dass sich der ein oder andere schon früh für Nichtstarten entschied. Dagegen sah es in der Luft eher ruhig aus, zumal sich zwischen den Drachen auch noch ein Gleitschirm Tandem völlig unbeeindruckt zeigte. Auch ein einheimischer Vorflieger signalisierte über Funk ruhige Verhältnisse.

Einzig der starke Wind am Startplatz. Ich entschied mich für Fliegen, und tatsächlich war die Luft über den gesamten Task ruhiger als die zwei Durchgänge zuvor. Unterdessen wurden die Verhältnisse "unten" nicht besser, inzwischen gab es sogar 45er Böen, einen Fehlstart mit zum Glück nur Rohrbruch und diverse "na ja, hätte auch schöner aussehen können" Starts. Am Ende bauten 17 Teilnehmer ihre Geräte auf dem Berg wieder ab. Sehr schade, war durch die berechtigten Zeitverzögerungen doch vielen Teilnehmern die Möglichkeit auf noch akzeptable Startbedingungen genommen worden. Andererseits hatte Matjaz, der Wettbewerbsleiter, die Verhältnisse treffend vorhergesagt.

Cirren bedeckten inzwischen komplett den Himmel, der Wind und grossflächige Thermikablösungen liessen uns trotzdem auf 1800m NN beim Warten auf den Start aufsteigen. Wie erwartet war diese Position die Höchste des ganzen Tages. Fortan war wieder Heizen angesagt. Aber wie gesagt, nicht wegen dem "Winter", sondern wegen des "Race". Vielen Dank an "Aeros" an dieser Stelle, dieser Wettbewerb ist einer der ganz Besonderen, mit dazu sehr schönen und teuren Preisen! 

Ich kann mich zunehmend für diese Art Bügeln begeistern! Die Spitze brennt dahin mit abwechselnder Führung. Etwas langsamer bei den Querungen, dann wieder mit manchmal mehr als 80 Sachen an den Felskanten entlang, aber halt immer geradeaus. Die Rechnung ist einfach: für einen Kreis in der Thermik, die durchaus manchmal 4m/s betrug, braucht man ca. 15sec. Somit bringen fünf Kreise zwar 300m Höhengewinn, aber gleichzeitig 75sec. Zeitverlust, der nur äußerst schwer wieder einholbar ist. Diese 300m mehr Höhe sind sehr schnell wieder verbraten, weil das Aufwindband an der Klippe irgendwo zwischen Grathöhe und fünfzig Meter darüber am stärksten ist. Und genau in diesem Bereich wird nach Möglichkeit geflogen. Somit hat sich längst herumgesprochen: aufdrehen "is a Schmarrn".

Die Schlüsselstelle ist wieder die Wende draussen in den Hügeln. Wie hoch muss ich an der Ridge kreisen, um wieder zurück in das Aufwindband zu kommen? Leider bin ich nicht der Höchste und habe auch keine Geduld mehr im schwächer werdenden Steigen zu verweilen und fliege mit im Führungspulk. An der Wende ist Tom Weissenberger der Höchste und riskiert als einziger den direkten Weg zurück in Richtung nächster Wende. Er liegt in der Gesamtwertung zurück und will diese sich ihm bietende Chance nutzen, um sich vom Feld abzusetzen. Hop oder Top! Lachen oder gleich am Boden stehen und...lächeln!

Indes bleibt mir nur der Umweg ins sichere Aufwindband und ein Blick zurück zeigt das Gefolge. Der weitere Weg ist wieder Standard, einzig die Frage: hat es diesem Salzburger Nockerl gereicht oder nicht. Ist er noch im Rennen und gewinnt die 1000.- Euro Preisgeld für den Sieger oder steht er am Boden? Ich habe genügend Zeit zum Rechnen und kalkuliere den Punkt, wo wir ihn treffen müssten, wenn er es tatsächlich geschafft hat. Wir sind dort, aber nicht er. Wir sind weiter, aber er kommt nicht. Wir sind an der vorletzten Wende und er hat sie gerade umrundet! Gratuliere! Mut hat sich gelohnt!

Der selbsternannte "Tourist" im Feld Oleg Bondartschuk, seines Zeichens Weltmeister 2005 in Hay/Australien wird Zweiter, gefolgt von Seppi Salvenmoser. Sie dürfen sich über ein grosszügiges Preisgeld freuen. Mir bleibt "nur" der undankbare Vierte, aber ein schönes Gemälde der Socci entschädigt und wird sicher irgendwann mal richtig wertvoll ;-) 

Besonderen Dank gilt an Matjaz und sein Team, die wieder einmal einen hervorragend organisierten Wettbewerb durchgeführt haben.

See you next year!

Roland  

3. Durchgang - 21. März 2014

Die Sonne scheint, es ist morgens wieder etwas diesiger aber heute sind sich alle sicher, dass sie noch mal so richtig angreifen werden. Pustekuchen. Es „pustet“ am Start so sehr, dass sich einige Piloten dagegen entscheiden zu starten. Der Task ist eine Endloskombination aus Predmeja (Ridge-Ende nordwestlich des Startplatzes), Podnanos (Antennen) und Goce (im Tal vorgelagertes Dorf) und weil wegen bedenklicher Lee-Situation die Radien der Wendepunkte nochmals geändert werden, lernen alle heute ausführlich, ihr GPS zu programmieren. Insgesamt sind 112 km heute zu bewältigen. Am Himmel stehen Bilderbuch-Lentis und nachdem wir Hasenfüße aus Berlin einige wackelige Starts gesehen haben und ein Pilot sich bei einem Fehlstart Kielrohr und Segel zerlegt hat, ist die Entscheidung gefallen und wir bauen ab. Nicht gerade die leichteste Entscheidung, vor allem wenn man unten am Landeplatz die fröhlichen Ins-Ziel-Flieger trifft. Offensichtlich war es heute „smooth“ in der Luft und die meisten sind wieder mal nur geradeaus geflogen. Gewonnen hat den Tag Tom Weissenberger (AUT) und damit ist er auch Sieger in der Gesamtwertung, gefolgt von Oleg Bondarchuk (UKR) und Joseph Salvenmoser (AUT) und Roland Wöhrle (GER) auf dem 4. Platz.
Caroline

2. Wettbewerbstag - Donnerstag 20. März

Das Wetter sieht bei anfänglicher Morgeneuphorie doch eher nach einem kleinen Task aus. Wind SüdWest mit stabiler Wetterlage. Letztendlich kommt alles anders. Die Höhen sind für das Race nicht schlecht. Manche erledigen die Aufgabe mit durchschnittlich 1000m Höhe, andere drehen tatsächlich auf 1800 auf und gehen dann auf "Reise". (Wie sie das gemacht haben ist mir ein Rätsel). Der Task wird mit 62 km angesetzt. Einmal Richtung Westen nach Predmeja, dann zu den Antennen, über das Tal zurück Richtung Predmeja entlang der Ridge zum 3. Wendepunkt und dann queren nach Süden zur vorgelagerten kleinen Bergkette über die Kirche von Goce und ins Goal. Die Profis reiten das ganze in weniger als einer Stunde ab. Wir Flachlandflieger brauchen zwar ein wenig länger, sind aber beharrlich. Caroline, Knud, Thomas und ich treffen uns öfter mal auf dem Weg und zeigen uns die Bärte. Vor allem der letzte mit Blick auf die 4. Wende lässt uns zu der späten Stunde alles rausholen. 1350 m. Mehr scheinen nicht drin zu sein. Wir wählen unterschiedliche Routen für die Endstrecke. Letztendlich liegen unsere Landewiesen gar nicht so weit von einander. Knud verpasst den 4. Wendepunkt knapp, weil sein GPS den Geist aufgibt, schafft es aber zum Landeplatz, Thomas und Caroline nehmen gemeinsam eine üppige Wiese, ich such mir ein holpriges Feld aus, was als einziges für mich noch nach dem Wendepunkt erreichbar ist. Welch ein Glück, dass ich mit 2 m im Goalradius stehe. Geflogen sind wir Flachlandflieger heute alle prima. Gewinner des Tages und am schnellsten ist Joseph Salvenmoser (AUT) mit 52 Minuten, dicht gefolgt von Roland Wöhrle (GER) und Vanni Accattoli (ITA). Insgesamt kommen 27 Piloten ins Ziel. Beachtlich ob der Wetterprognose. 

Katharina

Nomen est Omen!

Aeros Winter Race heißt der Wettbewerb hier. "Winter" passt eher nicht, aber mit dem "Race" ist es heute voll aufgegangen! 53km betrug die Aufgabe, und Tagessieger Seppi Salvenmoser machte sie in 52 Minuten zu! Panel to the Metal, oder anders gesagt: Kreisen verboten!

Als die ersten Starter heute zügig aufdrehten, raufte sich Matjaz, der Wettbewerbsleiter schon die Haare. Die heutige Aufgabe war viel zu kurz . Niemand erreichte gestern das Ziel, die heutige Wetterprognose war nicht besser, somit begnügte man sich auf diese kurze Distanz. 

Erst ging's nach West zur ersten Boje, zurück am Startplatz vorbei nach Ost, dann wieder in die andere Richtung mit Talquerung zur dritten Wende. Wer bis hierher Kreise in der Thermik gesetzt hatte, wurde zwar mit Höhe belohnt, gleichzeitig aber mit uneinholbarem Rückstand bestraft! 

Der letzte Wendepunkt der Aufgabe lag auf der gegenüberliegenden Talseite im Hügelland. Jetzt musste tatsächlich Höhe gemacht werden, und das nicht zu knapp. Der Südwest Wind blies hier von einem Hochplateau ins Tal hinunter und verursachte ein kräftiges Lee, was vielen Piloten zum Verhängnis wurde. Sie konnten teilweise nur um wenige Meter das Ziel nicht erreichen. Sehr schade, es wäre für einige Piloten die erste Zielankunft gewesen.

Viele Grüße in die Heimat

Roland

1. Durchgang - Mittwoch, 19. März

Start am Kovk, die Flachlandratten rotten sich in der hintersten Ecke zusammen…Task 1: ca. 82 km Richtung Antennen/Podnanos, dann rüber zum Lijak nach Nova Gorica, zurück auf die andere Seite nach Goce und Landeplatz.... Start 13 Uhr. Die Piloten hauen sich einer nach dem anderen zügig raus und dümpeln in niedriger Höhe überm Grat herum. Wir Berliner zögern noch, weil wir weder im dichten Pulk noch bei schwachen Bedingungen fliegen wollen. Thomas und Knud entschließen sich dann aber doch, zu starten, wir Mädels hauen uns zum Schluss raus. In dem Moment kommt der Führungspulk von der ersten Wende zurück und es wird wieder voll am Hausberg. Ich finde bald einen schönen Bart, in dem ich mich flugs nach oben schraube. Höre später von Knud und Thomas, dass ich durch meine engen Kreise die anderen aus Versehen aus der Thermik geboxt habe. Ohje, da muss ich noch mehr üben, flach im Pulk zu kreisen. Bei 1300 m flieg ich ab nach Westen und gleite einem Geier hinterher, der eine ganz gute Linie gewählt hat. Auf der anderen Seite geht es am Anfang noch ganz gut, bin auch mit genug Höhe angekommen, aber der Auftrieb ist an dieser Wand eher rar. Komme schnell unter Grat und hangel mich noch zur ersten Wende. Auf dem Rückweg muss ich landen und fliege so nah wie möglich an Andreas Beeker heran, dessen Drachen ich auf der Wiese erkannt hab. Bin etwas enttäuscht, dass ich nicht defensiver geflogen bin (also immer mit Maximal-Höhe), aber fröhlich, weil ich dennoch eine Stunde in der Luft war und gut gelandet bin. Als ich mit dem Zusammenpacken fertig bin, huscht schon der Rückholbus um die Ecke. Leider hat man heute einige frustrierte Gesichter gesehen, da der Tag nicht so ganz hielt, was er versprochen hat. Tagesgewinner ist Oleg Bondarchuk (UKR) mit 33km. Wer detaillierte Ergebnisse wissen möchte, findet diese hier: http://hg.sffa.org/aeros_wr/?year=2014. 
Caroline