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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Liga 2017

Bitterer Start in den Frühling

Ergebnisse

Flex
Starr


Mit Rekordbeteiligung von 43 angemeldeten Teilnehmern startete die Drachenliga in die neue Saison. Zum ersten Treffen am letzten Märztag waren zwar Campingplatz wie Thermiktreff geschlossen, aber das Business funzt, Tageskarten konnten wir  kaufen und die Auffahrt mit dem großen Bus klappte auch prima. Einen Windsack sponserten wir aus eigenen Mitteln, zu große Ansprüche an Service durften wir noch nicht stellen. Immerhin gehörte uns dann der Aufbauplatz auf der Emberger Alm allein. Wind und Wetter gut, eine Strecke war schnell gestrickt, kleine Maschen für den Anfang, wir wollen uns ja vorsichtig rein üben. Also ritsch-ratsch zwischen Höfer-Alm und Radlberger Alm. Erstmalig hatten wir Livetracking mit „Airtribune“ vereinbart. Etwa 20 Piloten hatten die Apps auf ihre Smartphones geladen und waren neugierig auf das Ergebnis. Aber zunächst mussten die gut 70 km abgeflogen werden. Das schafften fast alle und beim gemeinsamen Abendessen beim Leitner schauten wir gespannt auf den Monitor. Nichts zu sehen außer der Aufgabe, kein einziger Track! Frank ist für Livetrack zuständig und begann sich zu kümmern, derweil der Ligachef die Auswertung besorgte. Thomas Paulik schaffte die Strecke in 59 km/h als schnellster Starrflügelpilot, Herrmann Wolterhof wurde bester Flexi-Flieger.

Zum 1.April ist man auf einen Scherz gefasst. Die Windwerte waren aber nicht zum Lachen. Zwar blies es aus Süden, aber doch sehr lebhaft. Der Windsack neben der Rampe stand wie eine Eins, und zwei Starthelfer/innen waren ständig im Einsatz, die Piloten sicher in die Luft zu begleiten. Wir hatten die Aufgabe sorgfältig geplant. Außenlandungen sollten tunlichst vermieden werden, 90 Minuten zwischen Stagor und Scharnik, wer schafft in dieser Zeit die meisten Kilometer? In der Luft war es aber nicht so turbulent wie zunächst befürchtet. Natürlich hatten am Ende die Starren wieder die Nase vorn.
Ein Pilot berichtete mir, dass er seinen Partner nicht erreichen kann. Thomas Link fehlte noch. Dringende Anfrage an alle Piloten. Bis 18 Uhr letzte Landung, bis 19 Uhr letzte Rückmeldung, das war jetzt! Wir meldeten die Situation der Polizei, es wurde sofort eine Suchaktion eingeleitet. Handyortung, ein Hubschrauber mit Infrafrotkamera suchte die Gegend ab, am nächsten Tag wieder Suche mit Helikopter, ergebnislos. Statt Freude am Fliegen jetzt tiefe Sorge um unseren Fliegerkameraden. Spät abends findet ihn der Helikopter in der Nähe der Wende vor der Radlberger Alm. Thomas hat den Absturz nicht überlebt. Wir erfahren es am nächsten Morgen aus Zeitungsberichten und sind erschüttert. Auf der Nordseite des Felsgrates ist er mutmaßlich in Leeturbulenzen geraten und dort abgestürzt. Das wird untersucht werden, aber Thomas lebt nicht mehr. Furchtbar ist das für seine Familie, der unser tiefes Mitgefühl gilt.

Konrad Lüders