X
Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Liga 2015

Liga 2015 - Ausschreibung 

HG-LIGA-Finale bei der Challenge (20. - 24. Juli 2015)

Endergebnis

Die Teilnahme an der Challenge in Greifenburg wurde für zahlreiche Ligapiloten zum Hit, weil an 5 aufeinanderfolgenden Tagen geflogen werden konnte. Das gab es bei der Challenge noch nie zuvor. Wegen der guten Wetterprognose waren schon vor dem angesetzten Ligatermin (ab Donnerstag) viele Ligapiloten angereist, um neben der Challenge zu trainieren. Wir flogen die Aufgaben der Challenge mit oder stellten uns anspruchsvollere Aufgaben, z.B. am Mittwoch eine über 166km mit Querung ins Gailtal. In der subtropisch schwülwarmen Luft wurde mit Schwitzkur bestraft, wer sich vor dem Flug zu dick anzog. Nach der Landung war vor dem Abbau erst mal eine kalte Dusche fürs körperliche Gleichgewicht ratsam. Die für den Nachmittag angesagten Gewitter kamen zwar zuverlässig, aber zum Glück deutlich später.
Dann nahm die Labilität jedoch noch zu, so dass Petrus nur noch einen Wertungsflug zuließ, am Donnerstag über 43km, eine gemeinsame Aufgabe für Challenge und Liga. Angesichts der labilen Wetterlage eine angemessen kurze Strecke. Von den 7 Ligateilnehmern der Challenge flog Thomas Diederich als Zweiter ins Ziel, Andreas Kimmich kam als Fünfter an. Kaum die Drachen abgebaut, donnerte es danach noch heftiger als schon an den Abenden zuvor.
Am Freitag konnte zum Abschluss der Challenge nur noch ein Abgleiter verbucht werden. In der Gesamtwertung schlugen sich die Ligapiloten beachtlich. Andreas Kimmich belegte den dritten Platz. Leider gab es keine Einzelwertung in den Klassen. Christof Knatz und Dietmar Sauter hätten weitere Podestplätze gehabt.
Die Prognose für die folgenden Tage war denkbar schlecht, so dass wir uns entschieden, die Liga 2015 damit zu beenden.  Wir hatten somit insgesamt 9 Durchgänge an 4 Terminen, ein ordentliches Ergebnis, wenn man die Pleite vom Frühjahr mit gleich 3 Streichterminen in Rechnung stellt.
Die Siegerehrung, gemeinsam mit der Challenge, wurde so auch zur Werbeaktion für die Liga 2016. Gleich mehrere Challenge-Teilnehmer bekundeten mir danach ihr Interesse und avisierten eine Teilnahme an der Liga im kommenden Jahr. 

Konrad Lüders

Drachenliga – wieder in den Dolos (26.-28. Juni 2015)

vorläufige Ergebnisliste (mit Streicher) nach 8 Durchgängen

Föhnige Nordlage, wir entscheiden uns für den Kronplatz. Klare Sicht bis zum Horizont, der Wind lässt die Startfähnchen lustig flattern und zaust an den Wolken. Kein Vorflieger da, die Tüten kneifen offensichtlich. Andi Beeker hält das Gewarte nicht mehr aus und baut seine makellose Absauferserie aus. Doch dann geht es plötzlich. Über der Seilbahn tropft in kürzeren Abständen eine Thermikblase nach oben und nimmt immer einen kleinen Drachenpulk mit sich. Die Bergkette südlich vom Kronplatz hat die Richtung zum 1.Wendepunkt beiToblach und genügend Schotter für kräftige Aufwinde. Diese streiten sich mit dem Nordwind um die vorherrschende Richtung. Es rupft also immer mal am Drachenflügel. Über den tiefblauen Pragser Wildsee ist mit Rückenwind Toblach schnell erreicht. Peter Lippert landet dort, nicht ermangels Thermik sondern E-Power. Sein Compeo meldet sich noch artig: „Batterie 1 und 2: 0% Ladezustand“. Dann erlischt die Anzeige. Zum nächsten WP geht es über die Lüsner Alpe nach Rodeneck. Davor lauert jedoch das Lee vom Kronplatz auf Opfer. Dietmar Sauter trifft es voll, mit Gleitzahl 2 geht es im Konturenflug hangabwärts zum Bombout bei San Vigilio. Im Ziel, dem Landeplatz Pfalzen ist es stark thermisch, 6 Piloten turnen sich runter, es gibt Verletzte, zum Glück sind es nur Drachen.

Am Samstag ist Kaltfront angesagt, schon morgens ziehen Dunstfelder auf. Wir wollen einen Wandertag nach Sand in Taufers machen. Am Landeplatz dort herrscht noch eifriger Flugschulbetrieb, beachtlich ist der Frauenanteil bei den GS-Eleven. Am Berg ist nicht weniger los, wir haben unseren Spaß bei den Startübungen der Flugschüler. Ein bisschen Sport muss aber doch sein, meint Karl Bloder, und wir wandern ein Bachbett hoch und bewundern einen Wasserfall nach dem andern. Der Rest des Tages wird buchstäblich vergessen – erst eine ausgedehnte Siesta im Bergrestaurant, dann gemeinsames Abendessen im Rathaus von Brixen.

Am Sonntagmorgen blauer Himmel und wieder Nordwind. Die Thermikblasen werden wieder gezaust. Die Lokals starten und drehen auf, die 18 Ligapiloten zaudern. Andi baut ganz hinten auf, nur nicht noch einmal absaufen! Ein Race über 75km steht auf dem Taskboard, immer schön an der Ridge zwischen Kronplatz und Toblach hin und her, damit keiner außenlanden muss (abends steht die Heimfahrt auf dem Programm). Der Ligachef plant 3Std. Flugzeit ein und setzt mit 16.30Uhr das Wertungsende. In der Luft ist es echt sportlich. Auf Kammniveau klammert man sich an die Basis. Wehe dem, der nicht voll auftankt, wenn mal ein Sprung zur nächsten Ridge anliegt. Das Lee schlägt brutal zu. Besonders die Gegenwindstrecken fordern Opfer. Immerhin schaffen es 5 Piloten ins Ziel. Alfred Mayer als Einziger der  Starrflügelpiloten bleibt dabei unter der Zeitvorgabe. Andi (endlich mal wieder im Ziel), Frank, Dietmar und dem Ligachef schneidet allerdings das Auswerteprogramm, wie zur Strafe für die Bummelei beim Starten, den Trackfaden in der Luft ab.
 Die Versprengten sind rasch eingesammelt, tjüs bis zum nächsten Treffen bei der HG-Challenge in Greifenburg!
Konrad Lüders

Ergebnisse nach 6 Durchgängen

Die Drachenliga in Pfalzen

Fronleichnam-Donnerstag bot Anlass zur Planung von 4 Flugtagen. Möglichst weit weg von der G7-Gipfel-Flugverbotszone trafen wir uns in Pfalzen. Der Startplatz Platten erforderte einiges sportliches Engagement, das Fluggerät musste ein paar Höhenmeter durch Muskelarbeit gewinnen. Dafür erwartete uns ein schöner, angenehm ebener und steiler Wiesenstartplatz mit viel Aufbaufläche.

„Man kann hier auch absaufen“! Den Worten aus dem Munde von lokal Karl Reichegger wurde nicht viel Bedeutung beigemessen, wir waren hungrig auf Streckenflüge. Eine kleine Aufgabe von 43 km zwischen Antenne Terenten und Kirchturmspitze Rasun im Antholzer Tal sollte bei der angesagten schwachen Thermik doch zu schaffen sein. Seitenwind am Startplatz kostete Nerven. Andi Beeker wollte seine schonen, sprang früh los und schlug als Erster auf dem Landeplatz bei Pfalzen auf, zwar samtweich aber total unfroh. Immerhin konnte er sich mit anderen Absäufern trösten. Markus Baisch zischte bei seiner Ligapremiere gleich auch als Erster in 56 Minuten auf seinem Atos um das Dreieck. Frank Frankus hatte mehr vom Flug und brauchte als einziger Flexi-Zielflieger genau zwei Stunden. Abends Pizza in der Fliegerbar am LP.

Weniger feuchte Labilität  versprach der Freitag, und wir verdoppelten die Streckenlänge, die Kirchturmspitze von San Martin im Gsieser Tal kam als WP Richtung Osten dazu. Oft Seitenwind am Startplatz zerrte wieder an den Nerven. Andi startete zwar gewohnt sicher, hatte sich wohl auch an seine Absaufer gewohnt und praktizierte den fünften in Folge. „Jumbo“ Thorsten zeigte den Vorteil von Rädern, indem er den Starthang in Bauchlage auf dem frisch getrockneten Heu weit hinunter rollte, dabei laut schreiend, um dann doch noch glücklich abzuheben. Der Ligachef startete wie stets als Letzter, verließ eine Stunde nach Abflugzeit den Startzylinder, verhedderte sich darauf in  den Wendepunkten seiner eigenen Aufgabe und landete auf halber Strecke. Thorsten entschloss sich nach überwundenem Startschreck zu einer Radonkur und landete im Gsiesertal (bekannt für hohe Konzentrationen des radioaktiven Edelgases). Heißes Race – Jan Woernle war turmlos nur 120Sekunden langsamer als Alfred Mayer  auf Atos, wenige Sekunden später trafen  4 weitere Starrflügler ins Ziel.

Am Samstag öffnete die Kronplatz-Bergbahn nach der Revision. 20 Ligapiloten und einige Liga-Gäste fuhren neben zahlreichen Mountain-Bikern auf den Berg. Gigantische Aussicht auf das Pustertal, den Alpenhauptkamm, die Dolomiten. Ein Lokalpatriot zeigte uns, wie man es macht, wenn man nach Norden starten muss – man fliegt auf die Südseite und dreht dort auf. Klingt ganz einfach, aber bei Thermikpech ist das eine Einbahnstraße mit Notlandewiese weitab vom Schuss. Also Respekt vor Andi, der wieder früh startet, diesmal aufdreht! Alle sind erleichtert, die Absaufserie scheint unterbrochen. Etwa die Hälfte des Feldes ist schon unterwegs, als es einen Fehlstart gibt. Drache und Pilot müssen erst geborgen und versorgt werden. Das kostet Zeit, die in Anbetracht des kurzen Wetterfensters den noch nicht gestarteten Piloten eine Erfüllung der Aufgabe nicht mehr ermöglicht. Also keine Wertung. Abends gießt es lange und ergiebig, Blitz und Donner, das volle Programm. Die Prognose für den kommenden Tag ist sehr schwach, viele Piloten wollen schon abends fahren, also wird der Sonntag abgesagt und für den Ferienrückreisestau am Brenner genutzt. In drei Wochen treffen wir uns wieder.

Konrad Lüders

Die Liga auf der Hessischen LM

„Alle guten Dinge sind drei“, meinte Petrus und strich das gute Wetter aus den ersten drei geplanten Ligaterminen. Die Hessische Meisterschaft stimmte ihn endlich etwas versöhnlicher.
Der Ligachef zum Ende des ersten Briefings: „Die Ligapiloten bitte ich noch dazubleiben!“ Kaum einer entfernte sich, die 23 angereisten Ligisten stellten über 2/3 des Teilnehmerfeldes bei den Drachen! Wetter gut und ebenso die Stimmung. Allerdings war zunächst langes Warten angesagt, die Thermik setzte erst spät ein. Andi Beeker hielt es nicht lange genug aus und hatte dann viel Zeit zum Abbauen auf dem Landeplatz. Weltmeisterin Corinna, auch früh gestartet, verbrachte das Warten auf bessere Thermik lieber in der Luft. Dann brach der blaue Streifen über dem Startplatz auf und ließ die Sonne ihr Werk tun. Wir bedankten uns mit schnellen Zeiten über den  50km Ritsch-Ratsch.  Ex-Ligist Kajo Clauß auf Combat beeindruckte mit fast 55km/h, nur Peter Friedemann war mit seinem Atos noch schneller. 7 Ligapiloten unter den ersten 10 bei den Flexi, 5 bei den Starren. Wir liefern nicht nur die Punkte, holen sie uns auch!  Abends Debriefing und gegenseitiges Schulterklopfen.
Am zweiten  Tag Zitterpartie – wird es einen gültigen Durchgang geben?  Glück hatte, wer überhaupt nach dem Start aufdrehen konnte. Corinna hatte wieder einmal das Glück der Tüchtigen und schaffte als Einzige bei den Flexis das Ziel vor Jan und Michael, die bei km 30 abhocken mussten. Die Starren kamen besser zurecht mit den schwachen Bedingungen. Andreas Kimmich fehlte nur eine Sekunde zum Tagessieg.
Der Freitag war ein echter Regentag. Die Landwirte waren heilfroh darüber, die Ligapiloten trafen sich zum Debriefing. Der Ligachef hatte sich mit einem Vortrag über Aufgabenstellung, Wertungsmodus nach GAP und Endanflugtaktik den mehrfach geäußerten Problemen der Ligapiloten gestellt. Anschließend gemeinsames Abendessen.
Die Hessenmeisterschaft konnte sogar noch mit einem weiteren Durchgang beendet werden. Das Wetter war ähnlich schwach wie zwei Tage zuvor. Alle warteten auf Thermik und startbare Bedingungen. Erst als Corinna sich fertig machte, kam Bewegung in die Reihen. Corinna kommt bekanntlich mit schwachen Bedingungen am besten zurecht, jeder würde sich gern an sie anhängen. Sie schüttelte als spröde Schöne jedoch alle Annäherungsversuche ab und landete wiederum als Einzige im Ziel. Lediglich Kajo hing bis zum Schluss an ihrem Rockzipfel, musste selbigen aber 2km vor dem Ziel fahren lassen. Trotzdem reichte sein Punktevorsprung vom ersten Durchgang zum Gesamtsieg vor Corinna und dem Ligachef. Bei den Starren  verlor Harald seine gute Gesamtplatzierung durch einen Absaufer. Sein bisheriger zweiter Platz wurde dann von Alfred übernommen. Herzliche Gratulation!
Die Hessische war zwar vorbei, wir hatten aber noch den Sonntag geplant. Wieder gutes Wetter auf der Alm! 15 Ligapiloten waren bei der Stange geblieben und lieferten sich ein spannendes 2-Stunden-Rennen. Wer fliegt ab Fensteröffnung in 2 Stunden die größte Strecke zwischen Radlberger Alm und Weneberger Alm? Bedingung für eine volle km-Wertung ist der rechtzeitige Einflug in den Zielzylinder. Wer noch unterwegs in der Luft gestoppt wird, bekommt 10% abgezogen, wer außen landet wird mit 20% Penalty bestraft. Die Drohung wirkte, nur Karl und Moritz riskierten zuviel, die anderen trafen rechtzeitig das Ziel. Alfred schaffte 86 km, Jan mit seinem neuen Moyes RX kam auf beachtliche 69km und Dietmar schaukelte (diesmal auf Zephir CX) über 43km zum Landeplatz.

Konrad Lüders

 


Streckenflugtraining in der Drachenliga

Auch in diesem Jahr gibt es für ambitionierte Piloten wieder diese Möglichkeit, das Streckenfliegen gemeinsam zu trainieren.  Aufgabe der Liga ist es, Piloten an das Streckenfliegen unter wettbewerbsmäßigen Bedingungen heranzuführen bzw. darin zu qualifizieren. Unter der Anleitung des Ligachefs sowie etlicher „alter Hasen“ des Drachenflugsports haben schon viele Wettbewerbsneulinge ihre Leistungsgrenzen erweitern können, neue Fluggebiete kennen gelernt und sind weiter geflogen als je zuvor. In dieser Gemeinschaft macht das Streckenfliegen und das damit verbundene sportliche Wetteifern deutlich mehr Spaß, als es der Hausberg bieten kann, von dem man sich gelegentlich fortstiehlt.
Somit ist die Drachenliga insbesondere erste Adresse für Piloten, die Lust haben auf Streckenfliegen, aber die Teilnahme an großen zentralen Wettbewerben (noch) scheuen. Ausländische Piloten sind in diesem Sinne herzlich eingeladen, an der Liga teilzunehmen. Eine Mitgliedschaft im DHV ist hierbei nicht notwendig.
Liga-Events finden nur bei gutem Wetter statt bzw. wir fahren dem guten Wetter entgegen, da wir nicht an ein Fluggebiet gebunden sind. Ligadurchgänge haben sozusagen Wettergarantie, Regentage am Berg sind dadurch selten.
Es wird in drei Klassen gewertet – Turmdrachen, turmlose Flexible und Starrflügler. Der Ligabeitrag beträgt 90 Euro, wovon u. a. Kosten für Auffahrten und Start-/Landegebühren, Wettbewerbsbüro, Pokale und Siegerpreise bestritten werden.
Es sind 5 Treffen geplant und zusätzlich die Teilnahme an der offenen Hessischen LM und dem „Goldenen Adler“. Beim letzten Termin sind wir mit den Challenge-Teilnehmern gemeinsam in Greifenburg:

1. Termin  03.04. - 06.04.  (Ostern) Greifenburg
2. Termin  17.04. - 19.04  offen
3. Termin  01.05. - 03.05.  offen
4. Termin  13.05. - 17.05.  Hessische LM, Greifenburg
5. Termin  04.06. - 07.06.  „Goldener Adler“ Ruhpolding
6. Termin  26.06. - 28.06.  offen
7. Termin  23.07. – 26.07. HG-Challenge, Greifenburg