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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Die Nikolai-Kirche
Charlie Jöst, DHV-Vorsitzender
Wolfgang Tiefensee begrüßt die Delegierten
Charlie Jöst dankt Wolfgang Tiefensee
DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler
Frank Herr, 2. Vorsitzender
Uli Schmottermeyer, Sicherheits/Geländevorstand
Jürgen Rüdinger, Technikvorstand
Ralph Schlöffel, Sportvorstand
Waldemar Obergfell, ehemaliger Ausbildungsvorstand
Dr. Dirk Aue, Finanzvorstand
Peter Cröniger, neuer Ausbildungsvorstand
Breite Zustimmung

Jahrestagung 2010 in Leipzig

Text und Fotos Benedikt Liebermeister

Zum Sportlertreffen

Photogallery am Ende des Textes

Konstruktive Tagung in Ostmetropole

Die erste DHV-Jahrestagung im Osten. Eingeladen hatte der Luftsportverein Neuseenland Leipzig. Die Stadt war eine Überraschung. Eine Metropole im Aufbruch. Ein Weihnachtsmarkt mit Eventcharakter. Geschichte zum Anfassen. Im Zentrum die Nikolai-Kirche, der Beweis, dass Gebete Berge versetzen können. Von hier nahm die friedliche Revolution 1989 ihren Anfang. Das Grab Johann-Sebastians Bachs und der Auerbach-Keller. Dort verführte Fausts Mephisto Goethes Studenten.
Ein mehr als würdiger Rahmen für die Jahrestagung 2010.
Christian Müller, der Kopf der Organisation des Luftsportvereins Leipzig und der DHV-Vorstand Charlie Jöst eröffneten die Veranstaltung. Flugschulchef Thomas Post hatte eine grandiose Idee. Er gewann den ehemaligen Bundesverkehrsminister und Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee für eine herzliche Begrüßung. Tief beeindruckt zeigte sich Herr Tiefensee vom Einführungsfilm Charlie Jösts: „Am liebsten würde ich diese fantastischen Bilder einige Minuten nachwirken lassen. Mich fasziniert diese Leichtigkeit, das unbeschwerte Spielen in den Aufwinden. Gleichzeitig spüre ich das Abenteuer und habe großen Respekt vor dem Mut der Piloten.“
Die Gelegenheit zum ersten „Flug“ bot ihm Ulrich Rüger im ActiveFly-Simulator. Herr Tiefensee hat Talent, gekonnt meisterte er seinen ersten Einklapper.
Schwung brachten die Bornaer Tanzelfen in die Tagung. Mit anhaltendem Beifall quittierten die Delegierten die akrobatische Vorstellung.
Der offizielle Teil der JHV begann mit der Feststellung der Regularien. Die Versammlung war beschlussfähig, die Tagesordnung wurde angenommen und das Protokoll 2009 genehmigt. Da die Delegierten im Vorfeld schriftliche Tätigkeitsberichte erhalten hatten, hoben die Vorstände nur die Besonderheiten hervor.

Wetterpech bestimmte die Flugsaison 2010. Besonders Pech hatten die Drachen-Damennationalmannschaft und die Starrflügler bei ihrer WM am Tegelberg. Top organisiert und kein einziger Durchgang. Ein großes Dankeschön sprach der DHV-Vorsitzende Charlie Jöst dem Organisator Benno Osowski und seinem Team aus. Die Piloten aus aller Welt behielten den Tegelberg in guter Erinnerung.
 „Wir wollen kein Fahrrad der Lüfte sein“, betonte der Vorsitzende hinsichtlich befürchteter Deregulierungstendenzen des Verkehrsministeriums. „Wir wollen weiterhin einen hohen Sicherheitsstandard gewährleisten und dem Segelflug gleichberechtigt den Luftraum nützen. So wie sich das über viele Jahre bewährt hat.“ Mit einem Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DHV-Geschäftsstelle, die Regionalberäte und seine Vorstandskollegen schloss Charlie Jöst seine Ausführungen.

„Mit 34.330 Mitgliedern hat der DHV den höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht“, stellte der DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler mit Stolz fest. Mitgliederstärke sei entscheidend für gute Konditionen bei Versicherungen. Ein starker Verband bilde eine starke Lobby für die Freiheit des Gleitschirm- und Drachenfliegens. Sehr zufrieden äußerste sich Klaus Tänzler über die PR-Erfolge in TV- und Printmedien. Gleitschirm-Biwakfliegen in n-tv und erstklassige Veröffentlichungen in Fit for Fun sowie der Süddeutschen Zeitung über Drachenfliegen erreichten ein Millionenpublikum.

Jugendförderung liegt dem zweiten Vorstand Frank Herr besonders am Herzen. Nikolaus Kurcz von der DHV Jugend gab einen Überblick über erfolgreiche Projekte 2010 (Event im Zillertal, Doppelsitzerflüge, Schnupperkurse etc.) und stellt das Konzept 2011 vor.

Der DHV sieht sich als Verbraucherschutzorganisation im Sinne der Mitglieder. 2010 standen die beliebten Wendegurtzeuge auf dem Prüfstand. „Leider haben wir erhebliche Mängel in der Start- und Abflugphase festgestellt“, berichtete Sicherheits/Geländevorstand Uli Schmottermeyer. Erfreulich sei die Umsetzung der Alpengeländedatenbank mit 1.900 Fluggebieten. Neue Perspektiven biete die E-Aufstiegshilfe. Der DHV sei bemüht, die 3. Startart beim Bundesministerium für Verkehr genehmigen zu lassen.

Die Strategie des DHV in der Konkurrenzsituation der drei Prüfstellen umriss Technikvorstand Jürgen Rüdinger. „Der DHV wird die Musterprüfstelle weiterführen. Das angestellte und damit unabhängige Prüfpersonal arbeitet für die Musterprüfstelle und auch das Referat Sicherheit und Technik.“ Außerdem überlege der Vorstand ernsthaft das bewährte DHV-Gütesiegel wiederaufleben zu lassen. Als Premium-Siegel zusätzlich zur normalen Musterprüfung.

„Eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort“, umschrieb Sportvorstand Raph Schlöffel den DHV-XC. Mit 60.000 Einreichungen hätte der beliebte Online-Contest einen neuen Rekord gebrochen. Der Deutsche Gleitschirm- und Drachensport könne sich sehen lassen. Die Nationalteams beider Kategorien flögen an der Spitze mit.

"Der hohe Standard der Deutschen Ausbildung ist nicht zuletzt auf die Flugschulbewertungen zurückzuführen. In den letzten 8 Jahren kamen über 8.000 Auswertungsbögen zum DHV zurück“, zog Ausbildungsvorstand Waldemar Obergfell Bilanz. Die Flugschulen könnten sich vergleichen und sich aufgrund des Feedbacks verbessern. Schlechte Flugschulen würden durch den DHV kontrolliert.
Im Ranking der Flugschulen die drei besten, zwei waren punktgleich, deshalb sind es vier: Air-touch von Jochen Henrichs, Heinz Fischers 1. DAeC Gleitschirmschule, die Flugschule Oberberg mit Arno Gröbner und die Flugschule active zone von Markus Berghaus. Das Erfolgskonzept: „Die Flugschüler sind Freunde, nicht Kunden!“

Die Kennzahlen für 2009 gab Finanzvorstand Dirk Aue. Dem Ertrag von 2.737.489 Euro stünden Aufwendungen von 2.824.063 gegenüber, der Unterschuss sei 86.574 Euro. Somit würde der genehmigte Unterschuss von 280.000 um 193.000 Euro gemildert. „Ein dickes Lob an die Geschäftsführung für dieses Ergebnis!“ Und es kommt noch besser. Die Hochrechnung für das Jahr 2010 prognostiziere einen Gewinn von 30.000 Euro. Damit wäre die Kompensation der Technik-Verluste erreicht.

Die Kassenprüfer  Hermann Klein und Jürgen Müller gaben ihren Prüfbericht ab und empfahlen uneingeschränkt die Entlastung des Vorstands. Die Delegierten leisteten ihnen einstimmig Folge. Die Kasse 2010 prüfen werden Lothar Schweizer und Jürgen Müller.
Die Vorstände Finanz Dr. Dirk Aue und Sicherheit/Gelände Uli Schmottermeyer wurden einstimmig im Amt bestätigt.

Ein Kopf an Kopf Rennen lieferten sich Waldemar Obergfell und Peter Cröniger um den Posten des Ausbildungsvorstands. Bei zwei derart hochkarätigen Kandidaten fiel die Wahl schwer. Mit 79 zu 60 Stimmen setzte sich Peter Cröniger durch. Charlie Jöst dankte Waldemar Obergfell ganz herzlich für 12 Jahre ehrenamtliches Engagement im DHV-Vorstand. Minutenlanger Applaus der Delegierten.

Mit wenigen Gegenstimmen genehmigen sie den Wirtschaftsplan 2011.
Der Antrag Georg Sichmas „Der offizielle Teil der Jahrestagung wird künftig zu Beginn der Versammlung abgehalten, das Rahmenprogramm wird im Anschluss daran präsentiert“ wurde mehrheitlich abgelehnt.
Zwei Clubs bewarben sich um die Jahrestagung 2011. Mit 104 Stimmen wurde der Bamberger Gleitschirmclub zum Ausrichter der nächsten Jahrestagung gewählt. Der DGFC Südschwarzwald erhielt 38 Stimmen.
Konstruktiv und intensiv tagten der Vorstand und die Delegierten, verdient war der Sturm aufs reichhaltige Buffet. Gestärkt waren sie bereit für die DHV-Party mit Open End!

Die Jahrestagung in Bildern

Die Kassenprüfer entlasten den Vorstand
Neuer Kassenprüfer Lothar Schweizer
Neuer Kassenprüfer Jürgen Müller
Würdevoller Rahmen
v.l. Thomas Post (Flugschule Leipzig), Klaus Tänzler, Wolfgang Tiefensee, Organisator Christian Müller, Charlie Jöst
Edel. Wempe-Passage
Außergewöhnlicher Weihnachtsmarkt, Vogelhäuser
Nikolaus Kurcz, DHV-Jugend-Manager
Volles Haus
DHV-Flugschul-Ranking 2010
v.l. FS active zone, 1. DAeC Gleitschirmschule, FS Obernberg, FS Air-touch: „Die Flugschüler sind Freunde, nicht Kunden!“
Viel Applaus für exzellente Ausbildung
Bornaer Tanzelfen
DHV-Justiziar Dr. Eick Busz