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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Viel Flugbetrieb und super Wetter
Großer Andrang
Toni Bender freut sich über die XC-Erfolge
Skywalk-Team, vl. Markus Wallner, Arne Wehrlin, Manfred Kistler, Ruben Benkeser
Swing-Team, vl. Daniel Kofler, Kalle Hüglin
Advance-Team, vl. Tom Mayer, Winnie Schröder, Christian Geierstanger, Daniel Erni
UP-Team, vl. Mirjam Hempel, Christian Ederer
Turnpoint, vl. Ilona Albrecht, Sabine Bunjewatz

Super Paragliding Testival 2012

Text und Fotos Benedikt Liebermeister

Diesmal machte Kössen seinem Ruf als Mekka des Gleitschirmfliegens alle Ehre. Das Paragliding Testival 2012 war ein Riesenerfolg. Gute Flugbedingungen von Donnerstag bis Samstag brachten die Hersteller in die Zwickmühle, der Andrang der Piloten war so groß, dass so mancher in der Nacht in die Firma fuhr, um sein Testschirm-Kontingent aufzufüllen. Die Neuheiten 2012 haben die Hersteller bereits auf der Thermik präsentiert. Interessante Themen in Kössen waren unter anderem die immensen XC-Leistungen mit B-Schirmen sowie Entwicklungs-Konzepte, die sich an den Ursprüngen des Gleitschirmfliegens orientieren.

XC-Fans belagerten den Nova-Stand. Kein Wunder – wie bestellt zum Testival haben Nova-Teampiloten gleich reihenweise FAI-Dreiecke über 200 km erflogen. Der größte Erfolg gebührt dabei dem Österreicher Werner Luidolt, der mit seinem Ion 2 ein FAI über 223,9 km flog. Dies ist der bislang weiteste Flug, der jemals mit einem schulungstauglichen Gleitschirm geflogen wurde. Werner berichtete: „Piloten mit höher klassifizierten Schirmen, die ich auf dem Weg sah, waren beim Fliegen in den Hammerbärten einfach mehr beschäftigt. Ich konzentrierte mich auf die Umgebung, suchte easy das beste Steigen unter einer Wolke und drehte entspannt und schnell ohne irgendeine Störung auf.“ Da geht das 257 km FAI-Dreieck vom Landsmann Hans Trockner mit dem Mentor 2 fast ein bisschen unter. 

Nova geht noch einen Schritt weiter und forciert eine „Low-Level Initiative“ in der aktuellen Entwicklung. Der Name ist Programm, die Idee stammt übrigens schon aus dem Jahr 2005: SuSi, heißt „Super Simpel“. Einfach in der Konstruktion, geringes Gewicht, trotzdem robust und geringe Kosten. Nova-Konstrukteur Hannes Papesh geht damit zur Grundidee des möglichst einfachen Fliegens zurück. Er sagte: „Dank heutigem Know-How, bieten diese Geräte sehr hohe Sicherheit ein tolles Handling und ein Leistungsniveau, das im Gegensatz zu den Schirmen vor 25 Jahren auch wunderschöne Thermikflüge ermöglicht. Letztendlich braucht es schon sehr gute Gründe, solche Flügel nicht zu fliegen.“

Das Konzept klingt vielversprechend. Wie stehen die Mitbewerber dazu? 

Arne Wehrlin und Manfred Kistler von Skywalk sehen das Potential noch nicht. Der Mescal 4 als A-Schirm biete eine hervorragende Symbiose aus Sicherheit und Flugspaß. 
Am Rande erwähnt. Skywalk zieht um! Ende des Jahres beziehen die Chiemgauer die 1.800 qm-Halle in Marquartstein.

Swing-Chef Günther Wörl denkt gern an die Anfangszeit des Gleitschirmfliegens zurück, als Leistung im Hintergrund stand und der Sport noch eine hohe soziale Komponente hatte. Swing arbeitet demnach ebenso an einem „Super Simpel“-Konzept.

Pi (wie der 16. Buchstabe des griechischen Alphabets) heißt der SuSi von Advance, auch gut zum Bergsteigen geeignet, soll im Sommer eine Zulassung erhalten.

UP hat den SuperSicheren A-Schirm Ascent 2 im Programm und entwickelt gerade den Nachfolger Ascent 3. Allesdings wäre die Konzeption eines vom Aufbau her einfacheren und kostengünstigeren Gleitschirms für die Schulung durchaus denkbar, wie Christian Ederer berichtete.

Gradient und Niviuk definitiv nicht, stellte Ilona Albrecht von Turnpoint klar. Man sehe keinen Bedarf, man biete genügend gute Produkte an.

„Einfacher wie der XX-Lite geht’s nicht“, sagt Konny Konrad von Ozone Deutschland. Der XX-Lite kommt ohne Untersegel aus. „Wir machen wieder was Neues anstatt etwas Altes wiederzubeleben“.

AirDesign hat zwar einen Schirm, der SuSi heißt, aber der gehört eher in erfahrene Hände, da er sehr klein ist und im EN-C-Bereich liegen würde.

Viele andere Hersteller waren auch vor Ort, das Testival lief auf vollen Touren, Kössen 2012 war eine Reise wert.

Foto-News

Konny Konrad, Ozone Deutschland
Martin Gostner von AirDesign zeigt den SuSi
Der Chef: Sepp Himberger ist hochzufrieden, das Wetter gut, die Piloten zahlreich
Golf-Rasen lädt zum Landen ein
Testival am Boden und in der Luft
Elisabeth Rauchenberger vom Thermik-Magazin
Der Himmel voller Schirme