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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Groundhandling Training auf der Wasserkuppe vom 31.08-01.09.02

Als ich (Andy) die Beschreibung das erste mal auf der DHV Homepage las, dachte ich bei mir, ich wäre mit allen möglichen Techniken die mit Groundhandling zu tun haben (Rückwärtsstarttechnik in verschiedenen Varianten, Schirmkontrolle, Vorwärtsstarttechnik...) vertraut. Allerdings macht der Fortschritt nicht halt und ich entschied mich zu diesem Training anzumelden, trotz dem langen Weg in die Röhn von Peißenberg i. Obb. aus kommend auf mich zu nehmen. Das Training wird ja auch von nicht unerfahrenen Personen, Mike Küng (DHV- Testpilot und Meister der Schirmbeherrschung) zusammen mit Karl Slezak (Sicherheitsverantwortlicher beim DHV) durchgeführt.

Nun war es soweit, nachdem ich eine 5 h Fahrt am Freitag nachmittag hinter mir hatte, stand ich zum ersten mal auf der knapp 950m hohen Wasserkuppe. Mich wunderte allerdings warum gerade dieser Ort für das Groundhandling Training ausgesucht wurde da um 19.00h überhaupt kein Wind ging und dieses doch für ein Groundhandling Training nötig wäre.

Nun ich hoffte auf besseren Windverhältnissen am nächsten Tag und machte mich auf um eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Samstag der erste Tag des Groundhandling Trainings, alle Teilnehmen treffen sich um 9.00h im Seminarraum des Hotels "Peterchens Mondfahrt" auf der Wasserkuppe. Das Wetter "schön Sonnig" und eine leichte Brise Wind aus Nord ging auch schon, alles in allem sah es gut aus für diesen Tag. Im Seminarraum Begrüßte uns Karl Slezak vom DHV und erläuterte uns den Tagesablauf und das weitere vorgehen des Trainings. Es begann mit einer Demo von Mike Küng anschließend Teilnehmer- Praxistraining, Mittag, weiteres Praxistraining mit Mike, Abendessen, Theorie bzgl. des Trainings. Nachdem Karl die Trainingspunkte vorgestellt hatte, stellte sich Mike vor und erläuterte den Teilnehmern seine Vorgehensweise des Trainings und das Ziel das von seiner Sichtweise aus erreicht werden sollte: Spaß am Groundhandling Training zu haben und dieses so oft es geht zu trainieren, grundsätzlich ist beim Training alles erlaubt was Spaß macht". Für uns Teilnehmer klang das wie Musik in den noch teilweise verschlafenen Ohren doch wird es in der Praxisphase für uns ebenfalls so sein????

Karl und Mike entschieden das wir auf die große Übungswiese der dort ansässigen Flugschule gehen die im übrigen speziell für dieses Training reserviert wurde.

Nach einem kurzen Fußmarsch zur Trainingswiese, packte Mike seinen Schirm aus und bereitete sich fix (Helm, Gurtzeug, Handschuhe anziehen) auf die Demonstration der ersten steps des Groundhandlings vor.

Mike wies uns in die von Ihm bevorzugte rückwärts Starttechnik ein und erklärte uns die Vorteile aber auch alle anderen möglichen Probleme die bei einem Rückwartsstart auftreten können. Weitere Punkte waren das ein- und ausdrehen nach dem die Kappe über dem Piloten stabilisiert wurde, Tragegurte einhängen, Steuerleinen (in die richtige Hand) zu nehmen. Die Demo dauerte ca. 45 min, Mike forderte nun alle Teilnehmer auf ebenfalls unsere Schirme auszupacken und rückwärts Aufzuziehen um unsere Kenntnisstände bzgl. Rückwärtsstart / Schirmhandling zu sichten. Das Know- How der Teilnehmer war durchgehend gut, allerdings hatten sich einige Piloten ihre eigene Rückwärts Starttechnick angeeignet. Mike erklärte uns das Grundsätzlich alle Techniken möglich sind aber wir doch die von Ihm gezeigte Technik testen sollen.

Jeder der Teilnehmer probierte diese Technik natürlich aus und bei dem einen oder anderen erzeugte diese Technik Missmut da der Rückwärtsstart nicht mehr so einfach zu gestalten war als mit der eigen angeeigneten Technik. Allerdings nach 2-3h Übung war jeder Teilnehmer fest davon überzeugt die von Mike erlernte Technik ist sehr gut und erkannte auch dessen Vorzüge. Nachdem der Wind immer noch zu Wünschen ließ (sehr untypisch für die Wasserkuppe laut Ortsansässige Flieger) vertagten wir die Unterrichtung der Starkwind Technik und allen möglichen Flugzustände die in der Luft vorkommen können und am Boden effektiv trainiert werden können, auf den Sonntag mit der Hoffnung auf stärkeren Wind.

Den Nachmittag des Samstag trainierten alle Teilnehmer des Seminars wie besessen (es machte allen sehr viel Spaß) weiter, um das neu erlernte von Mike wie Rückwärts aufziehen, Leinen sortieren, Kontrolle des Schirmes, Schirm am gewollten Platz ablegen nach aufziehen... möglichst perfekt umzusetzen. Mike machte auch mehrmals die Runde und wies jeden Piloten auf seine Fehler hin und gab jedem Teilnehmer gute Tipps wie sein persönliches Groundhandling verbessern kann. Das ganze wurde teilweise per Video dokumentiert. Am Abend waren alle so geschafft so das wir den Theorieblock auf Sonntag verschoben hatten.

Am Sonntag morgen nach dem es in der Nacht geregnet hatte und der Wind sehr stark zugenommen hatte, trafen wir uns wieder im bereits bekannten Seminarraum um den heutigen Tagesablauf zu besprechen. Nach Vorstellung des Programms und einer Diskussion über den entfallenen Theorieblock sollte es zum zweiten Teil des Trainings gehen. Allerdings war der Wind zum Groundhandling sehr grenzwertig mit der Tendenz zur Wind abnahme, was aber im Moment für uns bedeutete, das wir zuerst den Theorieblock mit Fragen über die Rechtliche Situation beim Groundhandling Training mit Karl unterhielten. Anschließend stellten wir noch unsere offenen Fragen an Mike die beim einen oder anderen noch aufkamen. Mike demonstrierte allen Teilnehmern noch drei kurze Videos über seinen Höhenreckord beim Absprung aus einem Ballon und Figuren die er bereits bei verschiedenen Events geflogen hat.

Um die Mittagszeit ließ der Wind wie bestellt nach und Mike wies uns nochmals darauf hin das der Wind im Grenzbereich des Groundhandlings ist. Als Tipp gab uns Mike mit, das jeder immer den Wind gut beobachtet damit es beim Groundhandling keine plötzliche Überraschung gibt. Der Sicherheitsgedanke während dieses Trainings an beiden Tagen war sehr groß geschrieben und von Mike und Karl auch immer in Erinnerung gerufen worden.

Mike demonstrierte uns an diesem Tag wie die Starkwind Rückwärtsstart Technik sowie seitliche Einklapper mit Stabilisierung und Öffnung, B-Stall, Frontstalls, Ohren anlegen... am Boden zu simulieren sind und wie man Praxis nah diese zustände wieder beendet. Diese Anleitung war sehr beeindruckend, da einige von uns nicht wussten das all diese Flugzustände gefahrlos am Boden trainiert werden können und dem Piloten eine sehr gute Übungsvariante bietet um seinen Schirm später in der Luft zu beherschen.

Um 16.00h sammelten wir uns nochmals im Seminarraum (diesmal in der ortsansässigen Flugschule) um ein Resüme zu ziehen. Durchweg war die Resonanz auf das zwei Tage Groundhandling Training sehr positiv. Alle Teilnehmer dankten Mike, Karl und allen Helfern des DHV für dieses Training, das jedem von den Teilnehmern den Horizont erweitert und die Möglichkeit aufgezeigt hat mit dem Schirm am Boden umzugehen. Zum Abschluß überreichte Karl noch jedem Teilnehmer eine Urkunde über die Teilnahme an diesem Training.

Persönlich danke ich Mike Küng, Karl Slezak und allen Helfern vom DHV für die Geduld, Offenheit und Tatkräftigkeit die Sie allen uns "Alltagspiloten" entgegengebracht haben. Mike danke ich im besonderen da er sehr viel von seinem können und Tricks an uns weitergab und jeden von uns während der praktischen Übungen mit Rat und Tat unterstützt hat. Generell kann ich nur jedem Piloten empfehlen an solch einem Training teilzunehmen egal ob nun mit Mike Küng oder von einem der organisierten Trainings der Groundhandlings Teilnehmer in eurem Verein (Es waren viele Vorstände von Vereinen dabei) teilzunehmen.

Ihr werdet nicht glauben was alles mit dem Schirm am sicheren Boden möglich ist.

Ich jedenfalls werde nun so oft es geht mein Groundhandling Fähigkeiten trainieren.

Vielen Dank und weiter so

Andreas (Andy) Quattrer aus Peißenberg