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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Viel los bei den Drachen!
Dr. Werner Eck präsentiert den Elektro-Gleitschirm
Start frei!
Atos mit Eletroantrieb
Das DHV-Team
Die Messe
Gianni Hotz präsentiert den Spot
Hochleister mit Turm Mast R
Das iMPRESS vorgeführt von Helmut Sobek
Bautek kooperiert mit Wills Wings

Free Flight 2008 - so wars!

Text und Fotos: Benedikt Liebermeister

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Garmisch-Partenkirchen bot erneut den pittoresken Rahmen für die Free-Flight. Von 14. – 16. März präsentierte der Gleitschirm- und Drachenmarkt die umfassende Produktpalette 2008. Viel davon war bereits auf der Thermikmesse und dem Stubai-Cup zu sehen, vor allem was die Neuheiten bei den Gleitschirmen betrifft. Dies machte sich augenscheinlich auch bei den Besucherzahlen bemerkbar. Erfreulich war, dass viele Drachenhersteller den Weg zur Messe gefunden hatten. „Totgesagte leben eben doch länger!“
Natürlich war auch der DHV vor Ort. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle gaben gern zu allen Fragen des Gleitschirm- und Drachenfliegens Auskunft.
Bei strahlendem Sonnenschein war samstags auf dem Außengelände von Beginn an volles Programm. Als Publikumsmagnet am frühem Morgen erwies sich der Elektromotor für Gleitschirm- und Drachen. Dr. ing. Werner Eck und der Elektrotechniker Joachim Geiger führten die potentielle Aufstiegshilfe der Zukunft vor. Kennengelernt haben sich die beiden Tüftler bei den Nordbayerischen Drachenfliegern, ihrem gemeinsamen Verein. Dr. Eck hatte sich schon vor Jahren der Idee verschrieben, eine Aufstiegshilfe mit einem Elektromotor zu konstruieren. Mit Maschinenbau und Aerodynamik hat sich der Privatier schon Zeit seines Berufslebens befasst. Joachim Geiger stellte im DHV-Info den ersten Drachen mit Steuerung per Joystick vor („Fly by Wire“). Mit gebündelten Kräften haben sie jetzt ein Antriebsset aus Motor, Akku- und Propeller entwickelt. Des Demomuster hat 10 bis 20 Minuten Motorleistung und ermöglicht einen Höhengewinn zwischen 900 und 1200 Metern. Erzeugt wird diese Leistung durch die hochwertigen Lithium Akkus. Diese Akkus werden auch in der Autoindustrie bei Hybrid-Modellen eingesetzt und erfahren eine fortlaufende Weiterentwicklung.
Die Flugvorführungen mit Elektro-Gleitschirm und -Atos VR waren sehr überzeugend. Lärmmessungen des DHV ergaben, dass der Elektroantrieb um mehr als die Hälfte leiser ist als ein Verbrennungsmotor. Verschiedene Hersteller haben bereits ihr Interesse an einer Serienfertigung bekundet.
Das Outdoor-Showprogramm ging weiter, u.a. gaben Mike Küng, Bernd Hornböck, Tomasz Lednik, die Renegades und Manfred Ruhmer sowie Alexander Neuhaus auf dem Swift atemberaubende Demonstrationen ihrer außergewöhnlichen Kunst.
Viel zu sehen war auch in den Hallen.
Ganz neu: Der Spot Messenger, ein handliches System, über das der Pilot per Knopfdruck Positionsmeldungen via Satellit versenden kann. Interessant ist das System für den Streckenflieger, der auf einsamen Pfaden in Gebieten jenseits einer Handyabdeckung unterwegs ist. Ein großer Vorteil ist die narrensichere Bedienung: Mit der OK-Taste setzt der Pilot eine vorformulierte Nachricht – „mir geht’s gut“ - mit Positionsangabe per E-Mail und/oder SMS ab. HELP heißt z.B.: „Ich bin abgesoffen bzw. gut angekommen, bitte hol mich ab!“ Die 911 ist für den echten Notfall: Das Gerät sendet die Position mit einem dringende Hilferuf an die Rettungsleitstelle des jeweiligen Landes. Außerdem werden bei der Registrierung eingetragene Personen kontaktiert. Help und Notfallnachrichten kann der Nutzer wieder annullieren, wenn er nochmals drei Sekunden auf die entsprechende Taste drückt.
Darüber hinaus bietet der Spot eine Trackingfunktion. Ist sie aktiviert, sendet das Gerät alle 10 Minuten eine Nachricht mit der derzeitigen Position - 24 Stunden lang. Bis jetzt können die Tracks allerdings nur auf der speziellen Nutzeroberfläche des Systems www.findmespot.com eingesehen werden. Dafür aber anschaulich in Goolge-Maps dargestellt.
Der Nachteil des Systems? Das Gerät an sich ist erschwinglich – ca. 180 Euro, vertrieben von Icaro (www.fly-and-more.com). Doch der Pilot hat laufende Kosten, ca. 65 Euro pro Jahr für die OK- und HELP-Funktion, ca. 32,50 Euro zusätzlich pro Jahr kostet die Trackingfunktion.
Bei den Drachen boomts! Wills Wings und Moyes (Vertrieb Skyline) rüsten ihre Hochleister T2 und Litespeed RS mit Carbonflügelrohren und -swivles aus. Wills Wings Drachen werden in Deutschland, Österreich und Italien von Airwave vertrieben. Bautek ist eine Kooperation mit Wills Wings und dem holländischen Vertriebspartner Seagull Aviation eingegangen. Seagull bedient die Niederlande, Belgien und den Norden Deutschlands.
Aeros baut neben den Rennmaschinen Combat 12-14 einen serienmäßigen Startwagen. Gerade bei Winden- und UL-Schlepp hat sich diese Startart sehr bewährt. Myth heißt das neue, leichte aber auch aerodynamische Gurtzeug der ukrainischen Firma. Einfachheit ist Trumpf beim VQ von A.I.R. Ein Flaschenzug spannt alle Rippen auf einmal und erleichtert den Aufbau. Den Flaschenzug möchte A.I.R in Zukunft bei allen Geräten einbauen. DHV-Gütesiegel (3) hat der C4 von Airborne in den Größen 13.5 und 14, zu kaufen bei Plusmaxx.
Einen Hochleister mit Turm baut Icaro. „Zurück zu den Wurzeln mit neuer Technologie“, erklärt Wolfgang Kaiser von Icaro Deutschland. Der Mast R besticht durch einfaches Handling und unproblematische Landeeigenschaften gepaart mit ansprechender Leistung. Der Laminar Z9 deckt den High End Bereich ab.
In Bearbeitung ist die DHV-Zulassung des Space 14 von Seedwings. Angestrebt ist DHV 1-2, ein Gerät für die Schulung wie für den Genusspiloten. Schnell ausverkauft waren die Basisräder für die Carbonspeedbar. Einen Schulungsdrachen mit sagenhaften 17 Kilo entwickelt der Schweizer Thomas Kehren, das Gerät ist bereits im DHV-Zulassungsverfahren.
Die Entwicklung schreitet auch bei den Varios voran. Neu auf dem Markt ist Skytraxx, das gleichnamige Gerät bietet GPS und Logger. Das IQ Competino + lässt sich auf einem hochauflösenden Grafikdisplay ablesen und zeichnet bis zu 300 Stunden IGC-konforme Flugdaten auf. G-Kräfte ermittelt der XC-Trainer_3DG auf drei Achsen. Wem schlecht wird beim Spiralen, der weiß anschließend warum. Uwe Renschler hat das CroMo auf Solar aufgerüstet.
Die aktuellen Gleitschirme sind ausführlich auf dem Stubai-Cup und der Thermik besprochen worden. Ein paar Worte zum Trend bei Gleitschirm-Gurtzeugen. Wer Leistung will, muss wohl vollverkleidet fliegen! Nahezu jeder Hersteller hat jetzt ein „Boot“ im Programm und strebt meist eine Zulassung an. Woody Valley (Vertrieb Turnpoint) bietet das X-rated 4 wahlweise mit Platz für zwei Rettungen an. Der Beinsack abnehmbar ist beim Skywalk- Cult XC, dem iMPESS von Advance sowie dem Racer (Skyline).
In die andere Richtung geht das Wende/Leichtgurtzeug. Rucksack und Gurtzeug in einem scheinen immer mehr Abnehmer zu finden. Sup-Air (Aerosport) bringt das Hybrid mit integriertem Rettungscontainer und Airbag, Charly das One ebenfalls mit Airbag. Woody Valley legt sehr viel Wert auf das Tragesystem und hat das Voyager entworfen. Interessant ist die Neuentwicklung von Ava Sport. Mit dem Rescue Catapult System (RCS) löst der Pilot das Rettungssystem mit Hilfe einer Feder zwischen Sitz und Rettungscontainer aus. Das System kann beidhändig betätigt werden, der Beinstrecker wird gleichzeitig getrennt.
Auch für Schulen stellt die Free Flight eine Plattform dar. Werbung für Reisen und Schulung machten die Westallgäuer Flugschule, Blue Sky aus Silian, Flugschule Tegernsee, die Delta-Flugschule Condor, die Harzer Gleitschirmschule, die Flugschule Salzburg und die Flugschule Wasserkuppe. Kompatibilitätsprüfungen führte die Flugschule Achensee durch. Die Flugschule Chiemsee hat ein neues Cockpit mit höhenverstellbarer Instrumententafel für sitzende und liegende Piloten entwickelt.
Ein interessantes Vortragsprogramm wurde jeden Tag auf der Bühne in Halle Drei geboten. Dort fand auch die Siegerehrung des German Cups und der Ligagewinner 2007 statt.
Die Produkte für 2008 wurden auf drei Messen/Events ausführlich vorgestellt. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Saison 2008 auch genug Gelegenheiten zum Fliegen bereit hält!


Free Flight Gallery

DHV-Geschäftsführer Klaus Tänzler im Gespräch mit World-Cup Siegerin Ewa Wisnierska und Weltmeisterin Corinna Schwiegershausen
Messegeplauder zwischen Wettkampfprofis, li: Olly Rössel (Sieger World Cup)
Der Ava Boss erklärt das RSC
Es funktioniert!
Elektorschirm
Elektro-Atos
Rauchiger Abgang!
Mutiges Mädchen
Acro-Stars
X-Alps GZ in peppigem Design
Auch bei SOL fliegt man vollverkleidet
Racer von Skyline
Eine Messe zum Relaxen
Wer hats erfunden?
Top Design
Gut beraten beim DHV
HG GZ Myth
Startwagen von Aeros
Thermore Jacket von Advance, passt sich Wärme und Kälte automatisch an
Energy2 von Icaro
Seedwings hat Softshell im Drachen-Design
Flugschule Achensee
Flugschule Chiemsee
Blue Sky aus Silian
Flaschenzug beim Atos VQ
Flugschule Tegernsee
Aircotec
Das ONE von Charly Produkte
Die German Cup Sieger und Liga Gewinner
Staunendes Publikum
Westallgäuer Flugschule
Plusmaxx mit Helm, der den Funk fest eingebaut hat
Skytrexx
Richard Gallon übt schon für die Liga
Leichtgurtzeug Nanga von UP
Uwe Renschler hat das Cro Mo mit Solar ausgerüstet
Monika Eller arbeitet mit der FS Wasserkuppe zusammen
Das Voyager von Woody Valley
Das Hybrid von Sup Air