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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Bregenzerwald-Cup 2005

klirrende Kälte
Da oben spielt die Musik
Sigma 6 - Advance
Zoom Race - Gin
Tattoo und Mamboo - Nova
Buzz - Ozone
Stratus 5 - Swing
Trango 2 - UP
Poison - Skywalk

Videoclips

Text und Fotos: Benedikt Liebermeister

Wer am letzten Januarwochenende nicht am Diedamskopf war, hat wirklich was verpasst! Märchenhaft verschneite Winterlandschaft in strahlendem Sonnenschein bot eine traumhafte Kulisse für den zweiten Bregenzerwald-Cup. Alle Hersteller waren vertreten. Von Depression keine Spur. Fast jeder hatte neue Produkte zu bieten und sie auch gleich zum Probefliegen mitgebracht. Weltcupsieger, Europameister und Konstrukteure gaben bereitwillig Auskunft dazu. Perfekte Rahmenbedingungen hatte das bewährte Organisationsteam um Jodok Moosbrugger geschaffen. Laufend wurde über die Windrichtung und –stärke am Start informiert. Getrennte Start- und Landeplätze für Profi- und Genusspiloten sorgten für relativ kontrollierte Flugbewegungen.
Der einzige Wermutstropfen: Aufgrund der schlechten Wetterprognosen hielt sich der Besucherandrang in Grenzen. Wirklich schade, eine bessere Gelegenheit, sich frühzeitig über den Markt 2005 zu informieren und die Geräte gleich – kostenlos! – Probe und Vergleich zu fliegen, gibt es in diesem Jahr nicht mehr.
Natürlich war es saukalt. Kein Wunder, ist schließlich auch Winter. Für was hat denn Jeder die sündteuren Funktionsklamotten. Außerdem waren viele Zelte  beheizt und der glitzernde Schnee lud ein zur Aufwärmrunde mit Alpin- oder Langlaufski.
Vom Fliegen abgehalten hat die Kälte Keinen. Denn, wer den Temperaturen trotzte, wurde mit einem grandiosen Erlebnis belohnt. Faszinierende Formationen zauberten die Promotion-Teams in den Himmel. Um jede Sekunde kämpften die Profis beim Speedrun mit Touch and Go. Abgeräumt hat dabei Swing mit Marco Hierling auf Platz eins vor Konstrukteur Michael Hartmann und seinem Bruder Daniel Hierling (alle Stratus 5).

Acro-Fans kamen voll auf ihre Kosten. "Mad Mike" Küng, "Acrominator" Markus Gründhammer, die U-Turn-Truppe, die Renegades, die Acro-Teams von Sky Paragliders, Salomon und Paratech tumbelten und ass-choppten, was die Tücher hergaben. Leider waren nicht nur Profis am Werk und nur viel Glück bewahrte den ein oder anderen Hobbykünstler vor ernsthaften Verletzungen. Glück hatte auch ein Promo-Team, das sich im Landeanflug massiv in die Quere kam. So wurde nur ein Zelt und die Fahnen der „Konkurrenz“ plattgemacht. Sichtlich peinlich war es auch dem Piloten, der das Dach eines mehrstöckigen Hotels als Landeplatz auserkoren hatte. Die Feuerwehr befreite ihn schließlich aus seiner misslichen Lage.

Was gab’s alles zu sehen? Hier ein kurzer Abriss über die aktuellen Entwicklungen. Ein Trend lässt sich kaum feststellen. In allen Kategorien wurde fleißig konstruiert. Den größten Absatz bieten die 1-2er, für Vielflieger und die Sportklasse des DHV-Online Contests sind die 2er ideal. Auch die 2-3er haben treue Fans.
Was lange währt, wird endlich gut – der Sigma 6 (DHV 2). Das Handling vom 4er verbunden mit der Sicherheit des 5ers neben besserer Leistung zeichnen ihn aus, meinte Kari Eisenhut, Cheftestpilot der Firma Advance. Vorsorglich aufgerüstet hat die Konkurrenz.
Der Zoom (-Race, 2) von Gin/Aerosport bekam zur Leistungssteigerung dünne Leinen verpasst. Dank neuentwickelter Aramid-Wettkampfleinen ist nach 100 Stunden nur eine Überprüfung und kein Austausch nötig. Nova hat den Aeron durch den Tattoo (2) ersetzt. Vor allem am Handling hat Hannes Papesh gefeilt. Als Leistungsfetischist gilt er sowieso. Drei 1-2er hat Ozone/Aerosport: Geo (1-2) für die Bergsteiger, Buzz für die Genießer und Rush für die Ambitionierten. Nahezu die gesamte Palette erneuert hat Swing. Arcus 4 (1-2), Astral 4 (2), Cirrus 4 (2-3) sowie die Wettkampfmaschine Stratus 5. Kuna heißt der neue 1er von UP, Trango 2 der aktuelle 2-3er und Targa 2 der Nachfolger des World Cup Winners. Jet-Flaps baut Skywalk auch in den Tandem Join’t (1-2) ein. Außerdem in den Poison, geplant ist DHV 2-3. Am Nevada arbeitet Gradient/Turnpoint, bald soll er mit einem 2-3er im OLC mitmischen. Tempus ist der 1er und Tempest der 2er von Windtech/Skyline. Mit dem Core und dem Pure hat Skyline auch zwei neue GS-Gurtzeuge im Programm. Die griechische Göttin der Gerechtigkeit Nemesis stand Pate für den aktuellen 1-2er von Wings of Change. Airwave bringt den Mustang (2), Paratech den P 80 (2) und als Tandem den P Bi 5 (1-2). Aus Brasilen kommt Sol mit Synergy (2), Ellus (1-2) und Tandem Kangaroo (2). U-Turn setzt auf den Bodyguard (1) mit AFS – automatischer Flugstabilisierung. Tandem U2 (1-2) und 2er Free Force ergänzen das Angebot. Wie das Schwert des legendären König Artus schneidet der Excalibur (2-3) durch die Luft. Fly Market vertreibt den Hochleister von Independence. Thesis nennt Pro Design seinen 1er. Einen neuen 2er hat Xix mit dem Form 3 und Freex mit dem Arcane (S hat 2-3). Mit dem Spider (1-2) kehrt Firebird auf den Markt zurück, der Tandem Twix (1-2) hat den bewährten Reißverschluss. Icaro hat jetzt den Ice in L (2) und den Einsteiger Cyber 2 in S zugelassen. Auf das Bewährte vertraut Sky Paragliders und lässt die Palette noch ein Jahr am Markt. Ava hat das Gurtzeug Scandal entwickelt, doch leider hatten die Bulgaren keins dabei.
Viel Neues für 2005, viel probezufliegen im Frühjahr!
Der Bregenzerwald-Cup war ein gelungener Saisonauftakt.






Gallery

Cirrus 4 - Swing
Tandem Joint - Skywalk
Nevada - Gradient
Tempus - Windtech
Nemesis - Wings of Change
Mustang - Airwave
P 80 - Paratech
Ellus - Sol
Bodyguard - U-Turn
Thesis - Pro Design
Spider - Firebird
Arcane - Freex
Targa 2 - UP
Rush - Ozone
DHV-TV mit Europameister Chrigel Maurer
Sky Paragliders
Jodok Moosbrugger und Team
Renegades (Foto: Burkhart Martens)
Michi Kobler - Xix
Ice - Icaro
Geo - Ozone
Mike Küng (Foto:MMK-Team)