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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Auch auf der
Messe zu sehen:
Der Dragonfly
im Dienste des
Naturschutzes.
Überführung von
Wildgänsen
in der
Aktion Zwerggans.
Mit dabei v.l.n.r
Dr. Wolfgang Scholze
(DAeC)
,Björn Klaassen und
Jürgen Rüdinger
(beide DHV)
Drachenflügel gab
es meist nur in
Verbindung mit
Ultraleichten
zu sehen.
Messestand von
Free Flight Pool
und DHV
Einzige Flugschule
für unseren Sport
auf der AERO:
Westallgäuer Drachen-
und Gleitschirmschule
aus Scheidegg
Noch etwas schüchtern
nähert sich der
Fliegernachwuchs dem
neuen Sport.
Die Aussicht
auf einen kostenlosen
Modelldrachenflieger
zerstreut jedoch
alle Bedenken.
Echte Profis wissen,
wo es die besten
Wurfgleiter
der Messe gibt.
Luftschiffe für
verschiedene Einsätze,
z. B. als Träger von
Videokameras.
Das große in
der Mitte soll
als Ultraleicht
zugelassen werden.
Beim DAeC Stand
gab es den
naturgetreuen Nachbau
eines Lilienthalgleiters
zu sehen.
In 2 Minuten von
den Messehallen
zum Flugfeld:
Flugshow und
Oldtimer lockten
Tausende von
Besuchern an.
Der wachsende Markt der
Geschäftsreiseflugzeuge.
Foto:Aero
Ideale Anbindung
der Messe an
den Flughafen.
Foto. Aero

Aero 2003

Mit nahezu 50 Tausend Besuchern hatte die diesjährige Luftfahrtmesse in Friedrichhafen einen

gelungenen Einstand für ihr neues Messegelände am Flughafen. Leider ist die Messe schon seit Jahren kein Treffpunkt mehr für Drachen- und Gleitschirmfliegen. Warum das so ist und warum dennoch ein Besuch lohnenswert war berichtet Charlie Jöst.

Langjährige Flieger erinnern sich:

Vor genau 12 Jahren war unsere Drachen- und Gleitschirmszene zum letzten Mal fester Bestandteil der im

2 - Jahresrhythmus stattfindenden AERO. Gewachsen und etabliert für die leichten und leisen Flieger hatte die AERO - als Ergänzung der großen Internationalen Luftfahrtausstellung ILA, früher Hannover, jetzt Berlin - schon von Anfang an die Hobbypiloten als treue Besucher angelockt. Folgerichtig war auch schon bald die wachsende Drachenflugszene, erst recht der Gleitschirmsport, anfangs gut auf der Messe vertreten.

Doch mit den wachsenden Besucherzahlen stiegen auch die Standpreise. Die Messe expandierte und zog auch immer mehr die professionelle Geschäftsreisefliegerei an. Unsere Hersteller und Flugschulen wurden immer weiter in die unattraktiven Hallenstandorte und Nischen abgedrängt. Verteilt auf 7 Hallen war auch nichts mehr zu erkennen von unserer bunten und für den Besucher eigentlich attraktiven Drachen- und Gleitschirmszene. Wir wissen, wie die Geschichte weiterging. Zuerst fand sich die Szene in Augsburg auf der INDUGA (Internationale Drachen- und Gleitschirmausstellung) ein, seit 6 Jahren auf der Free Flight in Garmisch. Wer also unseren Sport auf der AERO suchte hatte es schwer - aber er war da.

Der Free Flight Pool hatte zusammen mit dem DHV in der Halle der UL-Flieger einen großen und bunten Stand eingerichtet. Einmal, um unseren eigenen Piloten, von denen einige auch gerne die AERO besuchen, Ansprechpartner zu sein, aber noch viel mehr um den anderen Luftsportlern und reinen Fußgängern unseren Sport näher zu bringen. Zumindest am Wochenende konnten sich unsere DHV-Mitarbeiterinnen und die durch eigenes Personal unterstützenden Flugschulen über ein reges Interesse freuen. Die DHV-Infos und Aufkleber gingen weg wie nix, die leichten Styroporgleiter waren gar der Renner schlechthin. So manch entnervter Vater strahlte glücklich, als er endlich unseren Stand entdeckte, weil seine Sprösslinge irgendwo in den Hallen andere Kinder mit unseren Gleitern spielen sahen und unbedingt so einen Flieger haben wollten. Mancher unserer Piloten wünschte sich natürlich so eine großartige Szene wie auf der Free Flight - aber da stehen wohl die mittlerweile noch höheren Standpreise dagegen.

Vielleicht ließe sich mit der Messeleitung zukünftig ja ein Arrangement treffen, wenn unsere Szene geschlossen eine gesamte Halle belegen würde ?

Warum war die AERO dennoch einen Besuch wert?

Weil jeder Drachen- und Gleitschirmflieger, der über seinen Tellerrand hinausblicken möchte, auf der AERO alles findet, was das Fliegerherz höher schlagen lässt. Allein das Angebot im Segelflug ist schon einen Besuch wert. Bei den Modellfliegern wurde in einem abgesicherten Bereich Elektrokunstflug der Extraklasse geboten. Wer die Show der beiden, nur 350 Gramm schweren, Nurflügel gesehen hatte konnte nicht mehr an die Wirkung der Schwerkraft glauben. Eine federleichte Extra300 aus Depron flog in der Halle dasselbe Kunstflugprogramm wie später Weltmeister Klaus Schrodt in der großen Flugshow über dem Messeflugplatz. Und auch die war einen Messebesuch wert, wenn man nicht von vornherein gegen jede Art von Motorisierung ist. Oder hat man bei unserem Ultraleicht-Drachenschlepp schon einmal gehört, dass beide Fluggeräte im Rückenflug Höhe machen? So gesehen beim Hochschleppen des Kunstflugseglers mit der Motormaschine. Spätestens, wenn ganze Familien vollgepackt mit Flugmodellen und gasgefüllten Modellzeppelinen am Abend freudestrahlend die Messehallen verließen musste man zugeben, dass die Messe ihre Wirkung nicht verfehlte. Es wäre eigentlich schön, wenn das Drachen- und Gleitschirmfliegen auch wieder eine Heimat auf der AERO hätte.

Charlie Jöst