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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Projektbeschreibung Fußstart Schwäbische Alb für Gleitschirmflieger

Eine Initiative der Vereine, Flugschulen und Gleitschirmpiloten der Schwäb. Alb sowie des Deutschen Hängegleiterverbandes e.V.; Februar 2001

Kurzbeschreibung der Situation auf der Schwäb. Alb:

Seit über 15 Jahren wird mit Gleitschirmen an den wenigen Geländen der Schwäb. Alb geflogen. In der Region Stuttgart/Schwäb. Alb leben zur Zeit ca. 5000 Piloten. Die Piloten sind zu 90% im DHV organisiert. Von diesen Piloten sind viele wiederum in örtlichen Flugvereinen zu Hause.

Weniger für Drachenflieger aber insbesondere für Gleitschirmflieger bestehen auf der Alb kaum Möglichkeiten, den Luftsport auszuüben. Obwohl das Relief hervorragende Bedingungen für den lautlosen Luftsport bietet, existieren nicht genügend Startplätze. Die Geländezulassung scheiterte in der Vergangenheit hauptsächlich an den Bedenken des Naturschutzes. Aber auch Gemeinden und Forstbehörden waren oftmals nicht von dem Luftsport zu überzeugen.

Lösungsansätze:

Aus diesem Grund bildete sich die Interessensgemeinschaft „Fußstart Schwäb. Alb“, die sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzt. Wesentlicher Bestandteil dieser Konzeption ist die Einbeziehung des Naturschutzes bei der Suche nach geeigneten Standorten. Nicht gegeneinander, sondern miteinander sollen gemeinsam getragene Lösungen gefunden werden.

An wenigen Beispielen ist dies bereits auf der Alb geglückt. Im Frühjahr 2000 konnte im Landkreis Esslingen ein ehemaliges Drachenfluggelände neu für den Gleitschirmflugbetrieb durch einen Verein zugelassen werden. In Zusammenarbeit mit Naturschutz, Forst und Gemeinde konnte an einer geeigneten Stelle eine Schneise für Fußstarts mit Gleitschirmen angelegt werden.

Naturschutz:

Die Schwäb. Alb ist ein bedeutendes Zentrum für den Naturschutz. Insbesondere die waldfreien Hänge mit ihren einzigartigen Wacholderheiden sind die charakteristischen Lebensräume für diese süddeutsche Region. Dabei handelt es sich häufig um artenreiche Biotope mit seltenen, für den Naturschutz bedeutsamen Arten.

Auch aus anderen Studien (®Gutachten) wurde deutlich, dass pauschale Beurteilungen mit Einzelfaktoren nicht Ziel führend sind. Vielmehr ist die spezielle Situation vor Ort in einem komplexen Zusammenwirken verschiedener Parameter zu berücksichtigen.

Der Gewöhnungseffekt und die Beschaffenheit der Geländestruktur sind offensichtlich wichtige Faktoren für die Reaktion von Wildtieren.

Geländebeschreibungen:

Die Interessensgemeinschaft hat verschiedene, mögliche Startplätze für Fußstarts in den Landkreisen Göppingen, Esslingen und Reutlingen beschrieben. Dabei wurde der Naturschutz besonders berücksichtigt. Für fast jedes Gelände existiert eine naturschutzfachliche Beschreibung mit Ansätzen zur Konfliktlösung.

Pflege der Landschaft:

Viele Naturschutzgebiete auf der Schwäb. Alb sind durch menschliche Tätigkeiten und Nutzungen (Mahd, Beweidung, Brennholznutzung) entstanden. Die Gefährdung dieser für den Naturschutz und die Artenvielfalt wertvollen Flächen besteht weniger in ihrer Übernutzung, als vielmehr in der völligen Nutzungsaufgabe. Die Bewirtschaftung lohnt sich in vielen Fällen nicht mehr und der hohe Handarbeitsanteil kann weder finanziell noch personell geleistet werden. Im Zuge der Sukzession wachsen viele Standorte zu.

Alternativen zur Pflege und zum Erhalt der wertvollen Lebensräume müssen aus landschaftspflegerischen Gesichtspunkten gesucht werden. Diese Alternativen sind umso nachhaltiger, je mehr ein Nutzungsinteresse die Triebfeder zu ihrem Erhalt ist. Die Nutzung von offener Landschaft, Trockenrasen und Heideflächen kann durchaus auch in einer Freizeitnutzung, z.B. dem Hängegleiten/Gleitschirmfliegen zusammen mit einer aktiven Pflege der Landschaft durch die Piloten kombiniert werden.

Wissenschaftliche Begleitung:

Gleichzeitig wird an eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts gedacht. Modellhaft könnten verschiedene Startplätze bei der Einrichtung und Pflege und der Flugbetrieb aus naturschutzfachlichen Gesichtspunkten begleitet werden. Durch die Mitarbeit im Naturschutz seitens der Piloten und die Zusammenarbeit mit dem Naturschutz könnten gemeinsame Projekte entstehen. Dies wäre ein positives Beispiel für gelungene Kooperation und Versachlichung der Thematik.

Information für Piloten:

Angestrebt wird die Herausgabe eines Fluggeländeführers. Durch Informationen können die Piloten gelenkt werden. Anfahrt, Zugang und Auflagen für die Gelände werden entsprechend dargestellt. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Naturschutz und den Gemeinden notwendig.

Miteinander:

Der lautlose mit Wind- und Sonnenenergie betriebene Luftsport soll langfristig an der Schwäb. Alb zu Hause sein. Die Freizeitgestaltung der kurzen Wege und die Erholung vor Ort ist unter anderem Ziel der Agenda 21.

Wesentlich ist die Einbeziehung aller Gruppen in der Region. Dieses Projekt ist ein Beitrag hierzu.