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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Der Einfluss von Hängegleitern und Gleitseglern auf die Avifauna

Ornithologische Bewertung von Startplatzbereichen auf ausgewählten Fluggeländen in repräsentativen Lebensraumtypen

Die gesamte Studie hier zum Downloaden im PDF-Format.

November 2003

Erarbeitet durch die

Zukunft Biosphäre GmbH

Gesellschaft zur nachhaltigen Entwicklung

Dachlmoosweg 6

83489 Bischofswiesen

Tel: +49 (0)8652 94797-0

Fax: +49 (0)8652 94797-20

E-Mail: U.Brendel@ko-mo.de

http://www.zukunft -biosphaere.de

1. Einleitung

1.1 Allgemeine Problemstellung

Der Deutsche Hängegleiterverband (DHV) ist als Beauftragter des Bundesministeriums für Verkehr für die Erteilung von Start- und Landeerlaubnissen nach § 25 Luftverkehrsgesetz zuständig. In diesem Prozess hat der DHV die Naturschutzbehörden gemäß § 16 Luftverkehrsordnung zu beteiligen. Häufig werden bei der Zulassung von Start- und Landeplätzen von Seiten der Naturschutzbehörden negative Auswirkungen auf die Vogelwelt befürchtet. Immer wieder kommt es daher im Verlauf der Verfahren zu unterschiedlichen Einschätzungen und kontroversen Diskussionen. In einigen Fällen wurden von Seiten des Naturschutzes erhebliche Störungen bis zum Abwandern von Vogelarten befürchtet. Dies betrifft vor allem den unmittelbaren Startplatzbereich. Um zur Objektivierung der Thematik beizutragen, wurde vom DHV die vorliegende Untersuchung in Auftrag gegeben.

BAUER & BERTHOLD (1996) beschreiben menschliche Freizeitaktivitäten als eine von 11 Hauptursachen für die Gefährdung von Vogelarten (vgl. Kap. 7.1). Bei 42% aller Brutvogelarten Mitteleuropas wurden Störungen verschiedenster Art als Gefährdungsursache festgestellt, doch nur bei 4% der Arten als effektiv bestandbedrohend eingestuft (BAUER & BERTHOLD 1996). In Bezug auf die Vogelwelt (Avifauna) ausgedrückt, bedeutet dies, dass Vogelarten, die in einem für sie typischen Lebensraum nicht vorkommen oder dort zwar vorkommen aber nicht reproduzieren, höchstwahrscheinlich derartigen Störfaktoren ausgesetzt sind.

Gleitschirm- und Drachenfliegen sind Sportarten, die ausschließlich in der freien Natur stattfinden, weshalb Konflikte mit der Natur und Umwelt grundsätzlich möglich sind. Veränderungen in der Abundanz, der Häufigkeit oder der Reproduktionsrate von Singvögeln werden nicht selten mit Natursportarten und deren Störwirkung auf diese Tiere in Verbindung gebracht. Dementsprechend häufig sind Untersuchungen, die einen direkten Zusammenhang zwischen Natursport und Tierwelt herausarbeiten sollten (REICHHOLF 1988; BAUER et al. 1992; INGOLD et. al. 1993; SEEWALD & OBEREDER 1994; MOSLER-BERGER 1994; ZEITLER 1995; KEMPF & HÜPPOP 1996). Dies ist nur teilweise gelungen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und liegen entweder im methodischen, finanziellen, zeitlichen oder personellen Bereich oder gar in einer Mischung aus mehreren (HÜPPOP & KEMPF 1998). Bis heute gibt es keinen gesicherten Beweis für einen negativen Zusammenhang. Einige Studien jedoch dokumentieren veränderte Verhaltensweisen bei Vögeln und legen somit negative Effekte nahe (z.B. SEEWALD & OBEREDER 1994).

Im Zuge von Anträgen zur Zulassung von Geländen für Außenstarts und –landungen von Gleitschirmen oder Hängegleitern bestehen zwischen Sportlern und Naturschützern häufig kontroverse Auffassungen bezüglich den Auswirkungen des Flugbetriebs auf die Natur, vor allem auf die Vegetation und die Vogelwelt (= Avifauna).

In diesem Zusammenhang werden nicht nur die direkten (z.T. messbaren) Effekte auf die Bodenvegetation im Startplatzbereich diskutiert, sondern vor allem das Störpotenzial des Flugsports auf die Brutvögel der unmittelbaren und näheren Umgebung.

Definition Störung (nach Schaefer 1992):Als Störung bezeichnet man allgemein jede nicht zur normalen Umwelt von Organismen, Populationen oder zum normalen Haushalt von Ökosystemen gehörenden Faktor, der reversibel oder irreversibel Veränderungen in den Eigenschaften dieser Systeme bewirkt.

Erschwerend wirkt in diesem Themenkreis die Tatsache, dass sich noch immer viele Natursportler nicht über die möglichen Effekte ihres Sports auf Pflanzen und Tiere bewusst sind, weil zum einen Informationen über die entscheidenden Vernetzungen in den natürlichen Lebensläufen fehlen oder die Auswirkungen nicht augenblicklich auftreten (SEEWALD & OBEREDER 1994). Andererseits fehlt von Seiten des Naturschutzes häufig die Bereitschaft, diese Wissenslücken auf Seiten der Sportler zu schließen und offensive Aufklärungsarbeit zu leisten. Darüber hinaus weisen bis heute nur wenige Studien, welche sich im weiteren Sinne mit dem Thema „Störungsproblematik bei Vögeln“ befassen, auf Lösungswege für ein möglichst harmonisches Miteinander von Mensch und Tier hin (z. B. BRENDEL et al. 2000).

Die vorliegende Studie soll zur Objektivierung dieses sehr vielschichtigen Themenbereichs beitragen und helfen, bei zukünftigen Geländezulassungen in vergleichbaren Lebensräumen für Naturschutz und Sport eine Vorabeinschätzung der Situation vor Ort zu gewährleisten.

1.2 Aufgabenstellung durch den Auftraggeber

HÜPPOP & KEMPF (1998) erarbeiteten einen Maßnahmenkatalog für die Durchführung einer wissenschaftlich korrekten Studie zur Untersuchung der Auswirkungen des Flugsports auf die Avifauna. Beide Autoren strichen heraus, welchen enormen zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand ein solches Projekt in Anspruch nehmen würde.

Unter diesen Voraussetzungen sowie vor dem Hintergrund der unter Kap. 1.1 beschriebenen Problematik wurde der Zukunft Biosphäre GmbH durch den Deutschen Hängegleiterverband der Auftrag erteilt, ein Gutachten zur Einschätzung der Auswirkungen von Hängegleiten und Gleitsegeln auf die Avifauna im jeweiligen Startplatzbereich zu erarbeiten. Die Studie sollte dabei einzelne Fragen dieses Themenkomplexes besonders beleuchten.

Ziel des vorliegenden Gutachtens war:

1. Erarbeitung eines ornithologischen Gutachtens für 10 verschiedene Fluggelände in Deutschland, die möglichst repräsentativ für einen bestimmten Lebensraumtyp sind. 2. Für eine objektive Bearbeitung sollten die Einzelgutachten möglichst an anerkannte, unabhängige Gutachter vor Ort mit hoher Ortskenntnis und entsprechender fachlicher Erfahrung vergeben werden. 3. Erfassung aller im Untersuchungsgebiet auftretenden (Brutvogel, Durchzügler, Nahrungsgast usw.) Vogelarten unter besonderer Berücksichtigung der Rote Liste Arten.4. Klärung der Frage, ob (Sing-)Vögel im unmittelbaren Startplatzbereich brüten (= Leitthema des Gutachtens).5. Ermittlung der Siedlungsdichte aller im Untersuchungsgebiet nachgewiesenen Brutvogelarten.6. Beurteilung, in wieweit das vorgefundene dem zu erwartenden Arteninventar entspricht.7. Vergleich der gefundenen Ergebnisse mit bisherigen Studien.8. Einschätzung der Übertragbarkeit der Ergebnisse.

Wichtiger Hinweis:

Bei der Synthese der Ergebnisse, der Einschätzung der Übertragbarkeit sowie der Ableitung von naturschutzfachlichen Empfehlungen war der Auftragnehmer auf eine gewissenhafte Kartierarbeit der Gutachter sowie auf objektive Auskünfte der Geländehalter angewiesen.

 

2. Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie wurde der Frage nachgegangen, ob Vögel im unmittelbaren Bereich von Startplätzen brüten bzw. in welcher Siedlungsdichte sie dort vorkommen. Darüber hinaus wurde das jeweils vorkommende komplette Artinventar sowie alle großräumig die Untersuchungsfläche nutzenden Vogelarten erhoben. Auf Grundlage der verwendeten Methode konnte gezeigt werden, dass die Avifauna in den meisten Untersuchungsgebieten von den Gutachtern als ausgewogen und (nahezu) vollzählig bewertet wird. Auch in langjährig beflogenen Gebieten ist im jeweiligen Startplatzbereich kein negativer Effekt des Flugbetriebs auf die oben genannten Parameter zu erkennen.

Den fehlenden Nachweis einzelner Vogelarten, welche im jeweiligen Lebensraumtyp zu erwarten gewesen wären, führen die Gutachter weniger auf den Flugbetrieb als vielmehr auf die verwendete Methodik, mögliche Lebensraumzerstörungen vor Ort sowie andere Gefährdungsfaktoren zurück.

In einigen Fluggeländen wird im Zusammenhang mit der Sicherung der dort vorkommenden Vogelarten ein Erhalt der jeweiligen Vegetationsstruktur als wichtiger eingestuft als eine Reduzierung der Auswirkungen des Flugbetriebs. 

Die Siedlungsdichte der in den Untersuchungsflächen festgestellten Brutvogelarten liegt für die allermeisten Vogelarten in einem tolerierbaren Streubereich um den jeweils für ME angegebenen Maximalwert in anderen geeigneten Habitaten. In wenigen Fällen weichen diese Vergleichswerte deutlicher ab, was in erster Linie Rückschlüsse auf teilweise ungünstige Lebensraumbedingungen für die Vogelwelt im unmittelbaren Startplatzbereich zulässt. Dies als Folge des Flugbetriebs einzuordnen ist ohne weitere Untersuchungen unzulässig. Folgeuntersuchungen zur Klärung diesbezüglich offener Fragen scheinen gebietsweise sinnvoll.

Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf vergleichbare Fluggelände ist nur bedingt möglich. Allerdings sind – unter ähnlichen Rahmenbedingungen - grundsätzliche Aussagen bezüglich dem zu erwartenden Arteninventar, der Siedlungsdichte und der Empfindlichkeit gegenüber dem Flugbetrieb denkbar.

Aussagen zum Bruterfolg und weiteren fortpflanzungsbiologischen Faktoren, ebenso wie Einschätzungen zu verhaltensphysiologischen Parametern als Reaktion auf den Flugbetrieb waren nicht Zielsetzung dieser Studie.

Darüber hinaus wurde im Rahmen dieser Untersuchung der jeweilige status quo dokumentiert, weshalb keine Prognosen hinsichtlich der Entwicklung innerhalb der Untersuchungsflächen im Zuge möglicher Veränderungen (z.B. Flugbetrieb, Lebensraumzustand) getroffen werden konnten.

 

3. Projektvorbereitung

3.1 Auswahl der Fluggelände

Die Fluggelände wurden unter Anwendung eines bestimmten Kriterienkataloges festgelegt: Zunächst musste das Fluggelände in einem charakteristischen Lebensraumtyp liegen. Zusätzlich sollte es sich dabei um einen möglichst „wertvollen“ Biotoptyp handeln. Die Einordnung erfolgte dabei nach POTT (1996). Darüber hinaus wurden bewusst Gebiete ausgesucht, in denen aus naturschutzfachlicher Sicht seit längerem zwischen DHV und Geländehaltern einerseits bzw. Naturschutz andererseits Uneinigkeiten bezüglich der Geländezulassung bestanden. Beispiele hierfür sind die Fluggelände in Neidlingen, Gangelsberg und Getelo.

Weitere Kriterien waren:

· Flugbetrieb seit mehreren Jahren, um sicher  zu gehen, dass etwaige negative Effekte des Flugbetriebs auf die Avifauna in jeden Fall bereits wirken

· Bereitschaft der Geländehalter zur Kooperation

· Vollständige Abdeckung möglichst aller Regionen innerhalb des DHV

 

3.2 Auswahl der Gutachter

Die Auswahl der Gutachter erfolgte nach folgendem Ausswahlkriterien:

Kriterium 1: Detaillierte Ortskenntnis aufgrund eines bereits in der Vergangenheit durchgeführten ornithologischen Gutachtens.

Kriterium 2: Empfehlung durch die Vogelwarte Radolfszell (Herr Prof. Hans-Günther Bauer)

Kriterium 3: Ortskenntnis durch Wohnort in unmittelbarer bzw. mittelbarer Geländenähe.

Kriterium 4: Wirtschaftlichkeit der Bearbeitung (kurze Anreisewege)

Unter Anwendung dieses Kriterienkataloges wurden folgende Einzelgutachter angeschrieben und um die Abgabe eines Angebots zur Bearbeitung gebeten:

Name des Fluggeländes, Name des ornithologischen Gutachters sowie ggf. der jeweiligen Institution

Getelo: Dipl.-Biologe Klaus – Dieter Moormann 

Altes Lager: Dr. Susanne Oehlschläger, Uni Potsdam

Jenzig: Dr. Jochen Wiesner 

Gangelsberg: Dr. Ortwin Elle, Uni Trier

Schriesheim: Dr. Ortwin Elle, Uni Trier

Gschasi: Dipl.-Biologe Martin Boschert, Bioplan GbR

Neidlingen: Dipl.-Biogeograph Rolf Eberhardt, Zukunft Biosphäre GmbH

Schrattenbach: Dipl.-Biogeograph Rolf Eberhardt, Zukunft Biosphäre GmbH

Einkorn: Dipl.-Biogeograph Rolf Eberhardt, Zukunft Biosphäre GmbH

Jenner: Dipl.-Biogeograph Rolf Eberhardt, Zukunft Biosphäre GmbH

Die räumliche Nähe der Untersuchungsgebiete Jenner, Einkorn, Neidlingen und Schrattenbach zum Firmensitz legte nahe, diese Fluggelände von einem Mitarbeiter der Zukunft Biosphäre GmbH zu bearbeiten.

 

4. Methodische Bearbeitung

4.1 Erhebungsmethodik

Bei der Auswahl einer entsprechenden Methodik wurde darauf geachtet, diese so zu wählen, dass Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Flugbetriebs auf die Vogelwelt im Startplatzbereich möglich sind. Darüber hinaus sollten trotz begrenzter zeitlicher und finanzieller Mittel fundierte Aussagen zu dieser Thematik getroffen werden können. Ausgehend von der Annahme, dass im Startplatzbereich das Störungspotenzial auf die Avifauna jeweils am größten ist, wurde eine Methodik gewählt, mit deren Hilfe man die Artenzusammensetzung sowie die jeweiligen Individuendichte in diesem Bereich gut dokumentieren kann.

Zur Abschätzung eines „normalen“ Arteninventars können bei Singvögeln revier- und brutanzeigende Verhaltensweisen herangezogen werden (BIBBY et al. 1995). Aus diesem Grund wurden an 10 Startplätzen (Fluggeländen) innerhalb von charakteristischen bzw. aus ökologischer Sicht besonders hochwertigen Lebensräumen  brutanzeigende Merkmale von Vögeln dokumentiert. Als ornithologische Erhebungsmethode wurde die rationalisierte Revierkartierung nach BIBBY et al. (1995) ausgewählt. Charakteristisch für diese Methode sind drei Geländebegehungen, bei denen jede Beobachtung eines revieranzeigenden Vogels als Kennzeichen für ein entsprechendes Territorium dokumentiert wird.

Als Termine für die drei Begehungen wurden folgende Zeiträume vorgesehen:

o Ende März / Anfang April

o Ende April / Anfang Mai

o Anfang Juni

Für jedes Untersuchungsgebiet wurde das unmittelbar vom Gleitsegel / Hängegleiter – Startplatz beeinflusste Gebiet untersucht.

Die Größe der untersuchten Flächen sollte mindestens 4 bis 10 ha betragen (vgl. BIBBY et al. 1995). Die kleinste untersuchte Fläche war Schrattenbach mit 6,6 ha, die größte im Fluggelände Altes Lager mit 144 ha. Die endgültige Festlegung erfolgte dabei aufgrund der exakten Geländekenntnis durch die Gutachter vor Ort. In diesem Zusammenhang waren die Hauptabflugrichtungen der Gleitsegler und Hängegleiter zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass das Untersuchungsgebiet in den meisten Fällen keine runde Form darstellte, sondern eher die Form einer Ellipse aufwies, wobei der Startplatz zu einer Seite hin verschoben ist.

 

Die erfassten Beobachtungen wurden in Karten mit einem Maßstab von ca. 1 : 2.500 eingetragen. Hierzu wurden von der Zukunft Biosphäre GmbH Orthophotos bzw. Topographische Karten des Gebiets zur Verfügung gestellt.

Alle vorkommenden Vogelarten wurden kartographisch erfasst. Beobachtungen großräumig aktiver Arten, z.B. Wanderfalke,  Rauhfusshühner etc..., die nicht als Brutvogel erfasst werden konnten, sollten von den Gutachtern ebenfalls dokumentiert werden.

Die drei Kartierungsgänge sollten entsprechend markiert werden, z.B. durch unterschiedliche Farben. Simultan singende Individuen wurden als solche gekennzeichnet (z.B. durch eine gestrichelte Linie).

Von den vorkommenden Arten wurde nach Abschluss der Geländearbeit eine digitale Artenliste erstellt. Grundlage hierfür war eine entsprechende Excel-Tabelle der Vogelschutzwarte Garmisch (Referat 5/8, Außenstelle des Landesamtes für Umweltschutz in Bayern).

Für das jeweilige Untersuchungsgebiet wurde für jede dort vorkommende Vogelart getrennt eine Artkarte erstellt, welche die revieranzeigenden Verhaltensweisen während des gesamten Untersuchungszeitraumes für die entsprechende Vogelart auflistete. Grundlage hierfür waren die Orthophotos bzw. Topographischen Karten. Die Artkarten liefen bei der Zukunft Biosphäre GmbH zusammen und wurden dort in ein Geographisches Informationssystem (GIS) überführt. Anschließend erfolgten die Einzelauswertungen sowie deren Synthese für den vorliegenden Schlussbericht.

Wichtiger Hinweis:

Störungsökologisch relevante Verhaltensweisen der Brutvögel (z.B. Stressparameter, Fluchtreaktionen usw.) als Reaktion auf Flugobjekte konnten aufgrund der verwendeten Methodik weder erfasst noch bei der Auswertung berücksichtigt werden. Darüber hinaus können im Rahmen dieser Studie ebenfalls keine Aussagen bezüglich der Auswirkungen des Flugbetriebs (= Anfahrt, Vorbereitung, Start, Flug, Landung und Abfahrt) auf folgende Parameter angestellt werden:

· Nistplatzwahl

· Schlupfrate (Anzahl geschlüpfter Jungvögel pro Gelege)

· Aufzuchtrate

· Bruterfolg (Anzahl flügger Jungvögel pro Nest)

· Anzahl Brutabbrüche

Vergleich von Abundanzwerten

Trotz der geringen Größe der Untersuchungsfläche werden im Zusammenhang mit dem jeweiligen Arteninventar meistens Abundanzwerte als Vergleichswerte herangezogen. Dazu ist zum einen zu bemerken, dass aufgrund der vorgegebenen Methodik nur die mindestens vorhandene Anzahl an Brutpaaren oder Revieren dokumentiert werden konnte (vgl. Kap. 7.2). Die Abundanzwerte wurden für die höchste Paar- oder Revieranzahl jedes Nachweises berechnet.

Zum anderen wurden die so ermittelten Abundanzen in der Regel mit Höchstwerten der Siedlungsdichte in für die jeweilige Vogelart geeigneten Lebensräumen (LR) > 100ha (nach BEZZEL 1985 bzw. 1993) verglichen, die von diesen Vogelarten in vergleichbaren Lebensräumen festgestellt wurden. Der Vergleich mit größeren Untersuchungsflächen erscheint angebracht, da es sich bei den meisten der vorliegenden U-Gebiete um kleinflächige Landschaftsausschnitte aus größeren, weitgehend homogenen Landschaftstypen handelt.

Es ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass für häufige Arten auf größeren Flächen laut BEZZEL (1982) Abundanzangaben +/- genaue Schätzwerte sind, die vor allem bei Erhebungen aller Arten auf reich strukturierten Probeflächen mit Fehlern behaftet sind.

4.2 Projektabwicklung

Jeder Bearbeiter erstellte für sein Beobachtungsgebiet einen digitalen Schlussbericht auf Basis seiner Beobachtungen. Nach erfolgter Auswertung der Daten und Einzelberichte aus den Beobachtungsgebieten erhielten alle Gutachter eine Rohfassung des jeweils sie betreffenden Kapitels im Schlussbericht. Hierbei sollten die darin enthaltenen Schlussfolgerungen von den Partnern nochmals kritisch auf deren Gültigkeit für das jeweilige Untersuchungsgebiet  geprüft werden. Nach abschließender Korrektur wurde der Schlussbericht dem Auftraggeber überreicht.

4.3 Erklärung von Abkürzungen

ME = Mitteleuropa

S-D = Süddeutschland

M-D = Mitteldeutschland

N-D = Norddeutschland

BY = Bundesland Bayern

BW = Bundesland Baden-Württemberg

RP = Bundesland Rheinland-Pfalz

NS = Bundesland Niedersachsen

BB = Bundesland Brandenburg

TH = Bundesland Thüringen

DHV = Deutscher Hängegleiterverband

LuftVG = LuftVerkehrsGesetz

Ø = durchschnittlich

LR = Lebensraum

BP = Brutpaar(e)

RL = Rote Liste

RLD = Rote Liste Deutschland

 

5. Ergebnisse der Einzelerhebungen

Im Folgenden werden die einzelnen Untersuchungsgebiete vorgestellt und bezüglich Flugbetrieb, geographischer Lage, Flächengröße, ökologischer Bedeutung, Naturausstattung sowie Art und Ausmaß menschlicher Nutzungen genauer beschrieben.

Darüber hinaus wird die während der drei Geländebegehungen dokumentierte Avifauna in Art und Siedlungsdichte vorgestellt und im Zusammenhang mit dem Flugbetrieb abschließend diskutiert und bewertet.

Die gesamte Studie hier zum Downloaden im PDF-Format.