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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Gleitschirm Weltmeisterschaft Italien/Feltre 1.-16. Juli 2017

News of the day

Teamwertung: Slovenien, Frankreich, Schweiz
Frauen: Kari Ellis,AUS, Seiko Fukuoka Naville FRA, Silvia Buzzi Ferraris ITA
Overall: Guy Anderson GBR, Piere Remy FRA, Jurij Vidic SLO u.Honorin Hamard FRA
Yvonne Dathe
Overall: Guy Anderson GBR, Piere Remy FRA, Jurij Vidic SLO u.Honorin Hamard FRA
Die ersten zehn Herren
Die ersten 10 Damen
Frauen: Kari Ellis,AUS, Seiko Fukuoka Naville FRA, Silvia Buzzi Ferraris ITA
Jubelnde Zuschauer
Seiko Fukuolka Naville, alte und neue Weltmeisterin
Pierre Remy und Laurie Genovese
Jurij Vidic aus Slovenien, 3. Overall
Guy Anderson Großbritanien, Vizeweltmeister 2017
Kari Ellis, Australien, Vizeweltmeisterin 2017
Andreas Malecki
Honorin Hamard beim Interview im Ziel.
Hat er mit diesem Flug den Weltmeistertitel?
Zielankunft von Task 10
Claudia Bulgakov kommt spät noch ins Ziel
Aus dieser Gruppe im Piave Tal kommen die Piloten ins Ziel
21 Piloten schaffen die Thermik im Flachen
Bassano Startplatz
Torsten Siegel
Wendepunkt in Marostica, alle noch im "Race-Modus" zusammen
Yves beim Filmen
Pepe bei der Dopingkontrolle
Torsten Siegel nach der Landung
Marc Wensauer gratluliert Torsten
Weltrekordhalter freie Strecke mit 564 Km, Rafael Saladini aus Brasilien, (11h55min)
Yvonne mit Yassen Savov im Interview
Andreas Malecki startet
Martin Petz trafen wir in Bassano
Andreas Malecki startet
Vorbeiflug am Startplatz Rubbio in Bassano/Marostica
Briefing Bassano
Idris Birch und Torsten Siegel GIN Factory Pilots
Luc Armant Ozone Konstrukteuer
Ulrich Prinz
v
Petra Slivova im Ziel
yvonne Dathe glücklich im Ziel

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Sonntag, 16.07.2017

Die Gewinner der Weltmeisterschaft 2017 sind:

Frankreich gewinnt die Teamwertung vor der Schweiz und Slovenien.

Die Französin Seiko Fukuoka gewinnt bei den Damen vor der Australierin Kari Ellis und der Italienerin Silvia Buzzi Ferraris.

Der Franzose Piere Remy gewinnt bei der Gesamtwertung vor Guy Anderson aus England und den beiden Drittplatzierten Jurij Vidic aus Slovenien und Honorin Hamard aus Frankreich.

 

Resümee der WM für das deutsche Team

Yvonne Dathe schafft bei den Damen Platz 10, am letzten Durchgang kam sie gut ins Ziel und steht mit den 10 besten Damen auf der Siegerbühne.


Nach unserem desaströsen Abschneiden, wir können es immer noch nicht glauben, sind wir am Sammeln der Argumente um unser Abschneiden mit dem 18. Rang zu erklären. Auch den Favoriten aus Italien läuft es nicht viel besser, sie schneiden als 6. ab.
Torsten Siegel und Ulrich Prinz stehen am letzten Tag am Zeitradius, kommen aber die letzten 2 Kilometer nicht ins Ziel. Das heißt für Torsten von Rang 12 auf Rang 30 in der Gesamtwertung. Ulrich Prinz landet auf Rang 55, er war in der 2. Woche von einer starken Erkältung geplagt.  Marc Wensauer unser Leadingpointracer landet am Ende auf Rang 66 und Andreas Malecki, der bei schwierigen Bedingungen gut steigt, belegt Rang 74.

Unsere Piloten sind täglich super motiviert geflogen, nur das wollte in dem Gelände in Feltre und Bassano so nicht klappen. Die 2. Woche war vom Wetter sehr stabil und speziell. Die hinteren Piloten profitieren dann in den zyklischen Verhältnissen von den Markierungen der vorderen Piloten und können andere Gleitlinien fliegen. Das hätten unsere Piloten ja ebenso machen können, aber an Tagen mit sehr wenig Thermik und Abschattungen und stabilen Verhältnissen spielt der Glücksfaktor eben noch eine größere Rolle

Der nächste Einsatz der DHV-Gleitschirm Nationalmannschaft findet im Juli 2018 bei der Europameisterschaft in Portugal statt.

Harry Buntz/Teamchef

 

Samstag, 15.07.2017

Heute wurde ein kurzes Rennen angesetzt, der Nordwind war bis um 12 Uhr eher stark am Startplatz.
Die Thermik setzte sich durch und ab 13 Uhr konnte gestartet werden. Das Rennen fing um 14 Uhr an. Nach dem Start war erst einmal Höhe machen angesagt und heute ging es mal so richtig nach oben. Auf 2.500 m war es dann doch frisch. Zwischenzeitlich wünschte ich mir wärmere Kleidung. Als das Rennen los ging, waren wir schnell wieder in wärmeren Höhen. Ein paar Minuten vor Start ließ bei meiner Gruppe die Thermik etwas nach und ich war einmal mehr einige hundert Meter unter den höchsten. Die Entscheidung Flachland oder Berge hatte sich damit erledigt. An den Bergen musste ich erst einmal Höhe machen, während die anderen über Grat ankamen, ein paar Kreise drehten und weiterflogen. Mit Basishöhe ging es zur Wende. Auf dem Rückweg waren im Flachland einige tief, so fiel die Entscheidung abermals auf die Berge als Route. Etwas ungeduldig flog ich aus der ersten guten Thermik weiter (später sollten uns die Geduldigeren überfliegen). An der nächsten Ridge ging es wieder nach oben, um die Höhe für die letzten Kilometer zu tanken. Eine kleine Hügelkette vor der letzten Wende bescherte meiner Gruppe die Höhe, um das Ziel sicher zu erreichen. Ulli und Torsten hatten zuvor genau an dieser kleinen Kette  Abwind. Sie erreichten zwar die End-of-Speed-Section, doch danach mussten sie leider landen.
Für mich war das heute, nach dem gestrigen Frühstart ein versöhnlicher Abschluss.
Heute Abend ist die Siegerehrung, die geplant ab 20 Uhr mit einem Einmarsch von Pedavena City zur Brauerei erfolgt.

Grüße Yvonne


Task 11
Heute wurde ein kurzes Rennen angesetzt, der Nordwind war bis um 12 Uhr eher stark am Startplatz.
Die Thermik setzte sich durch und ab 13 Uhr konnte gestartet werden. Das Rennen fing um 14 Uhr an, wir sind am Landeplatz und verfolgen das Live-Tracking und die Ankunft der Piloten am Landeplatz.
Heute Abend ist die Siegesfeier die geplant ab 20 Uhr mit einem Einmarsch von Pedavena City zur Brauerei erfolgt.
Honorin Harmad und Seiko Fukuoka kann man bei der heutigen Aufgabe, denke ich, die Weltmeistertitel nicht mehr streitig machen. Wir warten ab und berichten wieder nach den Ergebnissen.

Freitag, den 14. Juli

Task 10

Heute ging es, nach dem es bis 09.00 Uhr regnete, rüber an die Kette bei Bassano.
Rubio mit ca. 1100 – 1200 m Basis und eine Aufgabe von 58 Kilometern.
Nicht einfach aber auch wieder mit 20 Piloten im Ziel.
Nach dem die ersten 20 Kilometer eher schnell und einfach zu fliegen waren, erwartete uns bei den Startplätzen von Bassano etwas Regen und ein großes Schattengebiet. Die Piloten an den Hängen wurden durch einen Herabfallenden Regenschweif einer großen Wolke erste einmal hinaus und runter gespült. Bei Borso del Grappa konnten sich die meisten in der ablösenden Thermik durch den Abwind auf ca. 1200 m Höhe retten und weiter in den Schatten flüchten. Ja Schatten und gleichzeitig Regen der immer stärker wurde, veranlasste mich, der Sonne entgegen Richtung Asolo zu fliegen. Aber leider begleitetet mich über 20 min dieser Regen, der immer stärker wurde hinaus ins Flachland.
Erst als ich platter nass und nur noch 50 m über Grund war, traf ich die erwartetet Thermik.
Aber leider hatte ich dann etwas zu viel schiss die Thermik einzudrehen.
Einen nassen Schirm im Regen in 50 m Höhe über Grund… ich entschied mich safe im Gas zu Landen.
Denn heile schmeckt der Rotwein am Abend viel besser, als mit ner Landung im Stall, evtl. mit einer Verletzung.

So vergurkte ich auch den heutigen Tag und auch die anderen Deutschen verpassten das Ziel.

Kein guter Tag für uns.

Gruß Pepe

 

Von Yvonne

Gestern,  Freitag war da Freitag der 13? Es gab eine 56 km lange Aufgabe vom Startplatz in Rubbio aus mit Ziel am Revine Lago. Zu Beginn waren die Thermiken kräftig und zogen gut von unten durch. Dementsprechend schnell wurde die erste Wende westlich von Rubbio geflogen. Auf dem Weg nach Revine ging es über die Startplätze von Bassano. Am Oststartplatz machten wir nochmals Basishöhe und flogen an den bereits abgeschatteten Bassanohängen entlang. Am Hang nach der Drachenrampe war nicht nur keine Thermik mehr, die Wolken sorgten für abfließende Luft. Die Piloten verloren schnell an Höhe, sodass die ersten ins Flachland  abbogen. Über den Häusern drehten in sanfter Thermik die Piloten wieder auf, während inzwischen nicht nur die Hänge, sondern auch das Flachland immer mehr abschattete. Als die ersten weiterflogen, entschied ich mich noch ein paar Kreise mehr bis zur Basis aufzudrehen. Mit mir dabei war Pepe. Als wir an der Basis waren, flog ich in Kursrichtung den anderen nach, während Pepe nach Süden abflog, um in die Sonne zu kommen. Als ich den Pulk vor mir immer tiefer sah und so langsam die Sonne an den Hängen wieder zum Vorschein kam, entschied ich mich es doch noch einmal an den Hängen zu versuchen. Mit mir flogen vier andere Piloten. Doch obwohl schon Sonne auf die Wiesen schien, ging es weiter nach unten. Der große Hauptpulk flog etwas südlicher über ein Industriegebiet und die ersten Piloten schienen leichtes Steigen zu haben. Also flog ich zu ihnen. Das Steigen war sehr schwach. Am Ende landeten 130 Piloten vor, hinter und im Piave Flussbett. Lediglich 20 Piloten hatten das Glück auf ihrer Seite und konnten sich aus ca. 30 m Höhe sehr langsam wieder nach oben arbeiten. Mit viel Geduld und der entscheidenden Quentchen Glück konnten sich diese 20 Piloten ins Ziel retten. Leider war kein Deutscher Pilot mit dabei. Pepe, der eine komplett andere Route geflogen ist, hatte das Pech, dass eine Wolke die Tropfen fallen lies ihn bis zur Landung verfolgte. Zurück am Headquarter erfuhr ich dann, dass ich den Startzylinder falsch genommen hatte, was allerding bei diesem Ergebnis auch nicht wirklich mehr eine Rolle spielt. So habe ich erstmalig und  hoffentlich auch zum letzten Mal diesen Fehler begannen.
Rätselnd sitzen wir über der Formel, denn ein kleiner Thermikblubb entschied über 500 Punkte haben oder nicht haben. Unter denen, die es heute ins Goal geschafft haben sind aber auch sehr viele aus der hintersten Rangliste, was zeigt, dass der Zufall eine grosse Rolle gespielt hat.

Grüße Yvonne

Donnerstag, den 13. Juli

Schlaaaaand!
Tätätätääääää! Nach den beiden etwas abschweifenden Berichten hatte ich ja schon angedroht, dass wir ab heute wieder etwas über den Task schreiben. Eigentlich hätte es Pepe verdient, da er die Mutter aller Routen und Linien auspackte und damit das ganze Deutsche Team für einen Tag auf die Gewinner-Straße brachte. Noch vor dem Rennbeginn schlossen wir eine Wette ab, dass ich über die Berge fliegen würde und wie der Teufel das Weihwasser das unsägliche Flachland meiden werde. Doch wie immer kam alles ganz anders: die Berge waren abgeschattet, während auf der direkten Route über das Flachland schönste Cumuluswolken standen. Laut Meetdirektor Maurizo Bottegal war es unmöglich, die Zylinder direkt zu nehmen; aber Pustekuchen! Während Frankreich und die Schweiz geschlossen die Bergroute wählten, schossen Pepe, Marc, Ulli, Yvonne und ich über das Flachland. Und es ging ab wie Schmitz Katze. Schon nach der ersten Wende war unser Vorsprung beträchtlich, da die Bergroute nicht zog und alle tief ins Flachland rausgespült wurden. Pepe zog immer tapfer vorweg, wir hinterher. Die vorletzte Boje mit viel Gegenwind konnten wir noch gut nehmen, während alle Nachkommenden deutlich mehr Problem hatten. Dann ging es wieder zurück, wo dunkle Wolken und sichtbarer Regen auf uns wartetet. Eine kleine Ridge verhalf uns noch etwas weiter und zum ersten Mal verloren wir Pepe, der mit etwas mehr Höhe einen Leebart suchte, während Marc, Ulli und ich die Ridge weiter soarten, bevor der Task gestoppt wurde. Da wir nur eine kleine Gruppe bildeten, sind wir ziemlich sicher alle 4 in den Top Ten und vielleicht noch besser. Yvonne hielt ebenfalls tapfer mit und nach acht Durchgängen dürfen wir uns heute zum ersten Mal richtig feiern.
Da uns jetzt die Sonne aus dem Auspuff scheint (O-Ton O. Blonske) kann die letzten zwei Tage eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und morgen wird dann ziemlich sicher Pepe schreiben – Hut ab vor seiner Leistung heute!
Bis dann
Torsten

Von Andreas Malecki  -  Task 9

Anfangs hieß es noch, wir gehen an die vordere Kette auf Rubio.
Am Morgen dann die Info, Wetter dramatisch anders und wir bleiben am Monte Avena.
Erst sollte es den Hammertag geben und nu Basis kaum über Startplatz und früh Abschattungen und evtl. sogar Regen.
Nun ja, mittlerweile nehmen wir es halt wie es kommt. Hi hi…
Bei der Teambesprechung für den 56 Kilometer Task fragte mich dann Torsten, „wir werden sicherlich an den Bergen zu den großen Radien im Osten fliegen…. Oder“!?
Meine knappe Antwort, „mit Sicherheit nicht“ :-)
Torsten: „ich fliege auf jeden Fall an den Bergen“
Pepe: „Wetten nicht“
Torsten: „Ok 1 GT“
Nach dem Start und ca. zwei Kilometer Richtung erster Wende über dem Flachland… (Außer mir wollte eigentlich das ganze Deutsche Team an der Bergkette fliegen) drehte ich mich um und schaute, wer mir denn so alles ins flache folgt…
Huch… das ganze Deutsche Team war wie an der Perlenkette aufgereiht, um die Kurze gerade im Flachland zu nehmen.
Marc funkte kurz darauf, Harry das ganze Deutsche Team zusammen im Flachen.
Wir hörten hinterher das die Gesichtszüge des Teamchefs kurzzeitig entgleisten.
Aber direkt schon in der ersten Thermik juchzte ich und schrie ein kurzes „Wette gewonnen“ zu Torsten hinüber :-) Und nun auch erkannten selbst die Teams der Schweiz und Frankreich, die an der Bergkette flogen, dass sie nichts mehr mit dem Ausgang des Rennens zu tun haben werden :-) Zu gut lief es im flachen. Drehen selten und nur gute Linien machten das vorankommen mehr als easy. Es ging immer knapp an der Basis und mindestens halb gas weiter, der zweiten und dritten Wende entgegen. Erst die Vorletzte Wende bei Kilometer 37 ließ die niedrig fliegenden abtropfen und das ganze Deutsche Team kam ohne große Probleme da wieder raus. Doch nun kamen auch wir in die große Abschattung und in den daraus fallenden Regen.
Der Task wurde dann sehr schnell gestoppt und ein Traumergebnis für die Deutschen war das Resultat.
Torsten und ich gewannen Punktgleich den Lauf, Marc wurde dritter und Ulli fünfter :-)
Besser geht es wohl kaum und das erste Mal war der Teamchef Happy über die Liste.
Nun hoffen wir, dass wir noch ein wenig das Teamresultat verbessern können, an den letzten beiden Tagen die noch folgen.
Gruß Pepe

update 15:00

Der heutige 55 km Task vom Monte Avena wurde gegen 14:25 wegen Regen gestoppt.

Mittwoch, den 12. Juli

[Video des Tages]

Hallo,
heute noch einmal ein Buchtipp, den wahrscheinlich die meisten schon kennen. Der Klappentext von Sven Regeners „Herr Lehmann“ beginnt damit: „Durch jahrelange, ausgefuchste Ausweichmanöver und heroische Trägheit hat der arglistfreie, bis ins Mark ambitionslose Bierzapfer Herr Lehmann erfolgreich Ansprüche von Eltern, Vermieter, Nachbarn und Frauen ausgesessen. Nun, wir schreiben das Jahr 1989, lebt er weitgehend störungsfrei in seiner Eineinhalbzimmerwohnung in Kreuzberg, wenn er nicht in die nächste Kneipe geht. Doch plötzlich bricht eine unvorhergesehene Störung nach der anderen in seinen heißgeliebten Alltagstrott ...“
Und schon haben wir den Einstieg für den heutigen Task hergeleitet. Da eine WM-Titelverteidigung nur noch möglich ist, wenn das gesamte Teilnehmerfeld (außer uns) morgen früh mit einer heftigen Grippe aufwacht, haben wir uns mit unserem Schicksal abgefunden und tragen es leidlich. Für Marc, Pepe und Ulli ging es heute dann auch da weiter, wo wir gestern aufgehört haben: nach einem guten Start und nettem Rennen über die ersten beiden Bojen waren wir bester Dinge, bis, ihr könnt es bestimmt schon erahnen, eine Abschattung das Feld munter durchmischte. Ich hielt mich eisern mit der Stabileine an der Ridge und konnte Ulli noch in die Augen sehen, bevor er wie alle anderen Deutschen wegsackte und aus meiner Sicht verschwand. Warum ich dem Schicksal entging, wissen die Götter. Und dann trat, im Vergleich zu den letzten Tagen,  eine „unvorhergesehene Störung nach der anderen“ ein: mehr oder weniger überall, wo wir mit der ersten Gruppe hinflogen, ging es aufwärts. Egal, ob Sonne, Schatten, Gegenwind, Routenwahl… alles war perfekt und das bis ins Ziel. Etwas verwirrt von der plötzlichen Veränderung, schaute ich mit unserer Gruppe, die einen schönen Abstand herausgeflogen hatte, mit einem kühlen Landebier der Zielankunft des Hauptfeldes zu.

Wie schon erwähnt lief es für die restlichen Piloten aus dem deutschen Team weniger gut. Zwar waren alle im Ziel, aber der Zeitabstand war ziemlich groß und im Gegensatz zum World Cup fallen hier die Punkte deutlicher ab. Zum Trost und Abschluss des Berichtes daher noch eine Textzeile von Sven Regener, der mit der Band „Element of Crime“ auch lyrisch ansprechende Musik produziert und in dem Lied „Delmenhorst“ trefflich singt:  „Erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß.“
Morgen gibt es dann wieder normale Berichte!
Torsten

Dienstag, den 11. Juli 2017

[Video des Tages]

Hallo,

zusammen mit Harry waren wir gerade noch in der Buchhandlung, um für jeden unserer Piloten eine Ausgabe von Albert Camus „Der Mythos von Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde.“ zu erwerben. Pflichtlektüre, die bis Morgen früh vor dem nächsten Start zu lesen ist. Die Essenz: „Dem Absurden kann man sich nicht entziehen! Für Camus befindet sich der Mensch in einer absurden Situation. Das Absurde besteht in dem Spannungsverhältnis zwischen der Sinnwidrigkeit der Welt einerseits und der Sehnsucht des Menschen nach einem Sinn bzw. sinnvollem Handeln. Welche Konsequenzen sind aus dieser Situation „ohne Hoffnung“ zu ziehen?“
Nach dem heutigen Tag sind wir genau dort angekommen. Sinnwidrigkeit der Bedingungen und die Sehnsucht nach normalen Verhältnissen. Marc spürte das recht früh und ging mit einer der ersten Gruppen unter, während Pepe, Ulli und ich im vermeintlich letzten Bart eines besseren belehrt wurden. Mit der Aussicht, noch auf die erste Gruppe aufzuschließen, ging es aus einen extrem guten Bart mit einer GZ unter 10 ins Ziel zur letzten, nur 3km entfernten Boje. Und dann umrundete ich auf einmal mit Joachim Oberhauser die Kirchturmspitze von Bassano, während Pepe und Ulli am Bergfuß von Bassano ums Überleben kämpften. Unnötig zu erwähnen, dass ständig kleinere Pulks höher passierten, was das Zentrieren im Nullschieber nicht entspannter machte. Nach einer Viertelstunde kam dann doch noch mal die Sonne, verhöhnte die gelandeten Piloten, während wir in einem irrwitzig verdrehten Bart nach oben schossen und bis zum Ziel mit dem schrillen Varioton kämpften. Für Pepe und Ulli ging es über die Bergroute leider nicht mehr aus, beide standen denkbar knapp vor dem Ziel (Ulli fehlten 15m).
Mit nur einer späten Zielankunft arbeiten wir uns im Team heute weiter nach hinten. So langsam wird es bitter, wir versuchen aber nicht unterzugehen. Denn darin gleichen wir nach Camus’ Interpretation der mythologischen Figur des Sisyphos, dessen Tun gerade in seiner äußersten und beharrlichen Sinnlosigkeit als Selbstverwirklichung erscheint: „Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...]“
Wir rollen also morgen den Felsen wieder auf den Berg! Bis dann
Torsten

Update 9 Uhr

Heute versuchen wir es wieder vom Startplatz Rubbio bei Bassano mit einem 53 km Task. Mal sehen wie lange das Wetter heute hält... Bis später

 

 

Team Deutschland
Marc Wensauer
Ulli Prinz
Idris Birch
Joanna Di Grigoli
Brasil Style
Yvonne Dathe
Yvonne Dathe
Yvonne Dathe

Montag, den 10. Juli 2017

[Video des Tages]

Task 6  -  Ja wenn es nicht so gewittrig wäre… :-)

Heute auf nach Bassano zum Startplatz auf den Rubbio.
Es sah ganz gut aus, doch leider kamen die Gewitter zu früh. Der Start wurde von 12.45 Uhr auf 12.50 Uhr verschoben und genau die 5 Minuten fehlten nach dem Stoppen für einen gültigen Lauf.
Denn genau um 13.50 Uhr wurde wegen einer schwarzen Wand der heutige Task gestoppt. Bis dahin war es gut bis sehr gut für mich… Wir hatten 35 Kilometer zurückgelegt und ich befand mich ganz vorne.
Aber man sollte vorne sein, wenn es zählt und nicht wenn es nicht zählt…. :-)
Morgen wieder auf ein Neues
Gruß Pepe

update 9 Uhr:
Aufgrund der Wetterlage fahren wir heute nach Bassano zum Startplatz Rubbio. Das Livetracking wird von dort starten, in Feltre wird früher Niederschlag erwartet. Später mehr.
Grüße

Sonntag, den 09. Juli 2017  (Restday)

Die Nacht brachte uns viele Blitze und starken Regen, der der Organisation das Konzert mit einem früheren Ende bescherte. Das Wetter lässt vielleicht einen kleinen Flug zu, den die Organisation mit einer kleinen Show für das Publikum am Landeplatz nutzt, um dort die vielen Zuschauer, Festzeltbesucher und Fans zu unterhalten.
Auch wir genießen den Tag mit Aktivitäten, die unsere Piloten gestärkt in den morgigen Tag starten lassen:
Pepe fliegt seinen Spaß-Zeno, Torsten wird einen Schirm konstruieren, Ulli erholt sich von seiner Erkältung und Yves und Ewa arbeiten an den schönen Aufnahmen und Bildern.
Teamchef und Assistentin testen einen neuen Doppelsitzer-Single Skin Schirm und machen noch ein paar Bilder fürs Web hier. Schönen Sonntag und dann bis in aller Frische am Montagabend mit mehr Neuigkeiten.

Samstag, den 08. Juli 2017

[Video des Tages]

Ein super Tag! ... Denkste...

Am Morgen starrten wir voller Erwartung auf die hohe Basis: Wo die letzten Tage die Wolken manchmal knapp um den Start auf 1400m hingen, waren sie diesmal auf über 2700m! Es versprach ein super Race-Day zu werden und eine 82Km Aufgabe wurde ausgeschrieben.
Nach dem Briefing hatte man noch fast 2 Stunden Zeit bis zum Startzylinder, und so starteten erst nur wenige Piloten. Eine Stunde vor dem Race ging auch ich raus, und kam auch zügig an die Hohen Berge, wo es herrlich kühl und frisch war. Schnell kam die Höhenwarnung von meinem Instrument: "Vorsicht: Maximale Höhe von 2.900 m nicht überschreiten". Alles sprach für ein tolles Rennen, und schon ging es los: Bis zum nahegelegenen ersten Turnpoint glitten alle im Vollgas dahin, dann ging es weiter zum zweiten Punkt zurueck zu den Bergen.
An der ersten Flanke erwarteten wir Aufwind, aber nichts rührte sich. Also weiter zur nächsten Rippe... wieder nichts. Nun wurden wir Misstrauisch, aber es half nichts: Die Sonne steht voll auf dem Südhang, es ist 1:30 Mittags, am nächsten Hang *MUSS* was gehen. Tat es aber nicht. Zurueck ging nun auch nicht mehr, und schon fanden sich mehr als 100 Piloten knapp über dem Boden. Die ersten gingen nach ein paar Kreisen zum Landen, die Höheren versuchten noch ein paar Nullschieber zu erreichen. Allerorten wurde Ballast-Wasser abgelassen... Nur ein paar gelang die Flucht aus diesem Desaster, darunter auch mir.

Ein paar wenige Piloten waren spät gestartet, und sie kamen erst nicht gut hoch und waren zu Rennbeginn noch zurueck. Sie konnten in Ruhe beobachten, wie 100 Piloten am Boden standen und sich nun Alternativen suchen. über Umwege und in den Hohen Bergen bleibend hangelten sie sich von Gipfel zu Gipfel - 6 von Ihnen erreichten einige Stunden später dann das Ziel. Adrian Hachen aus der Schweiz gewann.  
Ich hatte Glück, dass ich mit 4 weiteren Versprengten eine kleine Gruppe bilden konnte. Da wir an den Bergen immer gleich unten abtropften verzogen wir uns in Flachland und glitten dort mühselig von Ort zu Ort wo wir zähe Bärtchen fanden die uns immer ein kleines Stück weiter brachten. Um 5 Uhr war es dann auch für mich vorbei: Unsere Gruppe zerlegte sich und jeder blieb woanders stecken.

Wir hoffen, dass nach dem Ruhetag sich auch das Wetter wieder etwas erholt, und wir nächste Woche wieder normal hier fliegen können.
Viele Grüsse, Ulli

Task 5
Die heutige Aufgabe hatte eine Länge von 74 Kilometern.
Ich ging wieder sehr früh an den Start und konnte direkt überm Monte Avena bis auf 2300 m Aufdrehen. Nun ging es mit Vollgas zu den hohen Bergen um mich dort für den Luft-Start zu platzieren. Ich kam mit 2000 m an und drehte direkt mit 3 m/s weiter an den Wolken hoch bis 2700 m.
Man was für ein Hammertag. Aufpassen mit dem Höhenlimit von 2900 m dachte ich noch.
Und mein Schirm flog auch wieder, nachdem er wieder vermessen werden musste.
Einige Leinen verändern sich irgendwie ständig an meinem Schirm und die letzten Läufe zog er wieder einseitig weg. Nach der Feinjustierung heute Morgen am Startplatz fliegt er aber wieder schön. :-)

Nun kamen auch immer mehr Piloten und so war ich nicht mehr ganz alleine dort an den schönen Wiesenhängen auf 2400 m. Auf die Idee, das unter 2000 m gerade eine 15 ner Gruppe um Xevi Bonnet und Alex Schalber ums absaufen kämpfte, kam ich überhaupt nicht. Ich dachte nur immer, die sind aber spät gestartet und schaffen es nicht mehr in time zum Startradius. Das es unten herum mega stabil ist, bekam ich gar nicht mit. Um 13.30 Uhr ging es zum Startradius mit 2700 m Basis. Vollgas weiter Richtung zweiter Wende im Osten immer an den Bergen entlang…. aber halt, hier stimmt was nicht…. wieso macht es an den Hängen keinen pieps… was ist denn hier los!?
Mittlerweile war diese 15er Gruppe mit absoluten Toppiloten schon gelandet und hatte nicht einmal den Startradius nehmen können!? Manno nun waren der ganze erste Pulk nur noch 100 m über Grund und ein Déjà-vu von gestern kam bei mir hoch. Ich kämpfte ums Überleben in schwächstem Steigen und wechselte einmal den Bart, weil unten welche kurz hoch ploppten und der Fehler war getan…
Dieser plopp war ein Plopp und so landete ich zwischen Stromleitungen. Gut das die nächsten 30 min keiner um mich herum war. Ich hätte fast meine ganze Ausrüstung in klump geschlagen…. so sauer war ich selten über dieses Unvermögen meinerseits, den Bart verloren zu haben.
Natürlich überlebten 40 Piloten und natürlich schafften es 6 Piloten ins Ziel. Tolle Leistung von allen, die an dem heutigen schwachen Tag so weit kamen. Und allerhöchsten Respekt an Adrian Hachen, der sogar noch 16 min Vorsprung im Ziel hatte und den Task verdient gewann.
Das deutsche Team hatte wieder ein extrem schlechtes Resultat, nur Ulli kam 52 Kilometer weit. Alle anderen standen früh wie die 110 anderen Piloten.

Morgen am Sonntag ist erst einmal ein Tag Pause und dann geht es Montag wieder weiter, mit hoffentlich mehr Sonne im Auspuff.
Gruß Pepe
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Morgen ist Rest-Day, das heißt nach 5 Wettbewerbstagen und einem Trainigstag in Reihe dürfen sich die Piloten ein wenig entspannen. Der Wetterbericht sagt ab Montag wieder bessseres  Wetter an, morgen soll es schon früh gewittern.


Freitag, den 07. Juli 2017

[Video des Tages]

Hallo,

heute reißt sich keiner darum einen Tagesbericht zu schreiben. Der Grund: keiner von uns hat es geschafft, dem Massenbombout zu Rennbeginn nach der ersten Wende zu entkommen. Nach einem nervenaufreibenden Start mit einfach zu vielen Piloten zwischen Wolkenfetzen und der steilen Ridge (ein chinesischer Pilot musste dort auf 2.000m landen, weil er nicht mehr vom Hang wegkam, weil ein Pilot neben ihm keinen Platz gelassen hat), ging es über den Startplatz zurück. Bis dahin war noch alles im Lot und Marc, Ulli und ich guter Dinge. Pepe war den Start auf der östlichen Ridge angegangen und etwas ab vom Schuss, aber eine leichte Streuung ist für die Teamwertung immer gut. Und dann ging es nach Süden an die vermeintlich zuverlässige zu soarende Ridge zum ersten Wendepunkt. Aber der Talwind war nicht an und die Abschattung einer Überentwicklung weit im Osten erstickte die Thermik im Keim. Mit über 100 Piloten an der Ridge war es meist unmöglich, die zwischenzeitlichen Nullschieber zu halten. Aus lauter Verzweiflung habe ich mich zurückfallen lassen, um wenigstens die Chance zu wahren, mit weniger Piloten vielleicht doch zu drehen. Ulli und Marc waren vorne dabei, ich im Mittelfeld und Pepe gleich dahinter. Aber es ging einfach nicht. Ein letzter Versuch abseits der Ridge brachte mir noch mal hundert Meter, aber als der Bart dann nachließ und ich 50 Meter verlor, entschied ich mich mit den obersten Piloten zum Abgleiten. Ein Fehler, wie Luc mir danach berichtete. Er kam extra zu uns und als wir weg waren, zog der Bart noch mal an und ermöglichte es ihm, zum Startplatz zurückzufliegen und im Talwind aufzusoaren. Eine Gruppe von 15 Piloten konnte dadurch weiterfliegen, bevor der Task dann wegen weiteren Überentwicklungen und Regen auf der Strecke gestoppt wurde.

Für die Einzelergebnisse ist der Tag nicht weiter schlimm und es ändert kaum was am Ranking. In der Nationenwertung ohne Streicher haben wir aber ein Desaster, da Frankreich, Slowenien und die Schweiz jeweils zwei Piloten vorne hatten. Wir kontrollieren jetzt auf Platz 10 Korea hinter uns und rätseln noch immer, warum es so gekommen ist. Die Titelverteidigung ist in weite Ferne gerückt und wir werden jetzt die Taktik  umstellen und wenn möglich, unsere Chancen besser nutzen. Das bedeutet, dass wir weniger verhalten Fliegen bzw, extrem verhalten, wenn es darauf ankommt und das Team aufsplitten. Da die nächsten Tage weiter sehr unvorhersehbare Wetterbedingungen für die Rennen voraussagen, brauchen wir jetzt definitiv Glück und einen langen Atem. Wir rechnen noch mit sieben Durchgängen und ganz so schlecht wie heute fliegen wir normalerweise nicht – schauen wir mal.
Drückt uns die Daumen!
Torsten

Von Yvonne
Am heutigen Freitag wurde eine 82 km weite Aufgabe ausgeschrieben. Die Wolken quollen hinter dem Startberg Monte Avena schon früh nach oben. Wir erwarteten einen labilen Tag. Nach dem Start platzierten sich die Piloten an der nördlichen Bergkette, um auf das Öffnen des Startzylinders zu warten. 13:30 Uhr öffnete das Startgate. Der Pulk flog in Richtung Startplatz vor, um die vermeintlich „sichere“ Route zum ersten Wendepunkt Süd-Östlich von Feltré zu nehmen. Die Kante zur Wende lag im Schatten. Ich selbst versuchte jeden Meter mitzunehmen. An der Wende drehten ein paar Piloten und konnten ein paar Meter Höhe machen. An der Ridge zurück nach Osten, kam der gesamte Pulk tief. Verzweifelt suchten verschiedene Gruppen im Tal nach einem Aufwind. Als die Sonne hinter den Wolken wieder zum Vorschein kam, waren nur noch eine Handvoll Piloten in der Luft. 15 Piloten schafften es weiter zu fliegen, bis um 15:32 Uhr der Task wegen Überentwicklung gestoppt wurde. Primos Susa aus Slovenien erreichte als weitester rund 50 km.

Gruß Yvonne

update:18 Uhr
Der Task wurde um 15:32 gecancelt. Bei der ersten Talquerung standen 80 Prozent der Piloten, wegen zu wenig Thermik. Eine kleine Gruppe konnte weiterfliegen bis der Lauf gestoppt wurde.

13:00: Das 82 km Race to Goal ist in vollem Gange. Livetracking-Links siehe in der Linkleiste rechts.

 

 

Ulrich Prinz
Marc Wensauer
Torsten Siegel
Ulli Prinz im Hintergrund, vorne Andreas Malecki oder kurz "Pepe"
Andreas Malecki
Yvonne Dathe
Andreas Maleckis Schirm
rechts Wetterbriefing und im Vordergrund Meet Director Maurizio Bottegal
Meet Director Maurizio Bottegal erklärt die Tagesaufgabe beim Briefing
Yvonne Dathe startet
Ulrich Prinz
Fachgespräche vor dem Start
Nationalmannschaft Deutschland bei der Eröffnungsfeier
Teamfahrzeuge von Volkswagen
Headquarter der WM
Einschreibung des Teams
Kontrolle der Unterlagen
Andreas Malecki
Teamwork
Ozone Enzo 3

Donnerstag, den 06. Juli 2017

[Video des Tages]

Nachdem unsere Vermieter uns ein lecker italienisches Abendessen serviert haben, reicht die Energie noch für einen Bericht von Pepe und mir. Pepe hat auf seinem Blog den Tag schön zusammengefasst: „Am heutigen Tage gab es trotz einer fetten Inversion im Tal, eine sehr lange Aufgabe mit 118 Kilometern. Gerade zu Anfang war es sehr schwer, die Position für einen guten Start hin zu bekommen. Aber ab 13 Uhr, als das Race begann, war auch die Thermik etwas zuverlässiger und das Vorankommen zur ersten Wende Richtung Trento klappte ganz gut."

Später am HQ musste erst einmal alles getrocknet werden. Ulli wurde leider in bester Position mit einem Kaltluftausfluss der fetten Wolke in ein Tal gedrückt, in dem es außer Bäumen nichts gab. So suchte er sich den niedrigsten aus und landete sicher in ihm. :-)
Die Reparaturen am Schirm laufen gerade …zum Glück waren es nur ein paar Leinen, die wir gut selber spleißen können.“

Ullis Schirm passt jetzt wieder und die Ergebnisse sind raus. Ich konnte mit etwas Glück dem Speedgliding Abschnitt von Ulli entgehen (Marc leider nicht ganz so gut) und durfte mich am Ende über Rang 13 freuen. Es gab nur 610 Punkte für den gestoppten Task und die Punktabstände sind allgemein sehr gering. Da wir die Tage weiterhin fliegbare, aber durchwachsene Bedingungen erwarten und die WM gerade erst begonnen hat, sind wir zuversichtlich, Tag für Tag weiter nach vorne zu kommen.
Bis morgen
Torsten

Bericht von Pepe, Task 3
Am heutigen Tage gab es trotz einer fetten Inversion im Tal, eine sehr lange Aufgabe mit 118 Kilometern.
Gerade zu Anfang war es sehr schwer, die Position für einen guten Start hin zu bekommen. Aber ab 13 Uhr, als das Race begann, war auch die Thermik etwas zuverlässiger und das Vorankommen zur ersten Wende Richtung Trento klappte ganz gut. Ich hatte dann einmal etwas mehr Höhe machen wollen und verlor prompt den Anschluss an die erste Gruppe. So hatte ich mir nach 40 km ca. 3 - 4 km Rückstand eingefangen.
Doch auf dem Weg zurück Richtung Feltre braute sich eine fette Wolke über uns zusammen, aus der es dann dicke Tropfen regnete. Der ganze erste Pulk und auch die darauffolgenden Piloten stoppten den Lauf und gingen sicher zum Landen. Erst dann wurde auch offiziell der Lauf gestoppt. Blitz und Donner begleiteten die meisten Piloten bei ihrer Landeplatzsuche. Mir gelang es einigermaßen trocken den Boden zu erreichen, doch dann setzte starker Regen ein und meine Ausrüstung wurde ziemlich feucht eingepackt. Später am HQ musste erst einmal alles getrocknet werden.

Ulli wurde leider in bester Position mit einem Kaltluftausfluss der fetten Wolke in ein Tal gedrückt in dem es außer Bäumen nichts gab. So suchte er sich den niedrigsten aus und landete sicher in ihm. :-)
Die Reparaturen am Schirm laufen gerade …zum Glück waren es nur ein paar Leinen, die wir gut selber spleißen können.

Die Wolke sah gar nicht so wild aus beim Vorbeifliegen, anscheinend hatte sie sich dann doch sehr schnell zu einer Zelle entwickelt. Aber die meisten Piloten hatten sehr gut und schnell das Weite gesucht und sich zum Landen entschieden. Der Task zählt, bring aber nicht volle Punkte für die ersten. So ca. um die 600 – 700 Pkt.
Gruß Pepe

update 16 Uhr

Der Task wurde gestoppt als die Piloten wieder in Feltre zurückkamen, ungefähr bei der Hälfte Distanz der Aufgabe. Als die Piloten landeten gab es einige Tropfen, an manchen Stellen floß Kaltluft aus und es regnete stärker.

Der heutige Task läuft, eine 117 km Aufgabe vom Monte Avena Richtung Westen Richtung Levico im Val Sugana, zurück nach Osten Richtung Belluno, zum Monte Grappa und ins Ziel bei Feltre. Livetracking siehe Linkliste rechts.

Mittwoch, den 05. Juli 2017 - Task 2: Start am Monte Avena

[Video des Tages]

Nach dem sehr leckeren Pilotenessen heute Abend, fühle ich mich ausreichend gestärkt, um über den heutigen Tag zu berichten. Tatsächlich war ich heute ziemlich platt im Ziel, denn die 98 km Aufgabe, mit dem Wechsel aus Flachland und Bergen, war stellenweise sehr schwierig und zäh. Außerdem waren wir nie allzu hoch, so dass uns die mediterrane Sonne gut durchgaren konnte. Zum Schluss der Aufgabe war etwas Herz gefragt. Wer hier mehr riskierte, wurde mit einer besseren Zeit belohnt. Das deutsche Team kam gut durch mit 4 Piloten unter den Top 20 und rückte damit auf Rang 4 gesamt vor. 

Bis Morgen

Marc

In der "Replay" Funktion des Live-Tracking kann man den spanischen Piloten Xavier Dalmau gut beobachten, wie er die Wende im Flachen zuerst über die Berge zurückfliegt, um dann den Flachlandradius der 3. Wende zu nehmen. Am Ende wurde er vom Führungspulk wieder eingeholt, aber so hat er sich die meisten Führungspunkte ergattet.

Dienstag, den 04. Juli 2017 - Task 1: Ausflug nach Bassano

[Video des Tages]

Da das Wetter heute eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Überentwicklung (Gewitter) in Feltre hatte, beschloss die Organisation, heute in Rubbio, nahe Bassano zu starten.
Wir kennen den Startplatz ja gut von zahlreichen Läufen bei der Trofeo Montegrappa, und so war auch der Task keine Überraschung: Einmal Richtung Asolo nach Osten, dann am Startplatz vorbei nach Westen und wieder zurück nach Asolo bevor es ins Ziel ging: insgesamt 78 km Race to Goal

Die Route ließ nicht viele Optionen offen, und so folgten dem Führungspulk eine laaange Kette von Piloten und Grüppchen. Nur ein paar wenige Piloten versuchten konsequent im Flachland zu fliegen, statt am Hang, aber das war die langsamere Option.  Der Weg zum letzten Wendepunkt schob  noch einmal alles zusammen und so kamen alle in einem riesigen Pulk auf einmal ins Ziel: 80 Piloten in nur 5 Minuten.

Insgesamt landeten 126 (von 146) Piloten im Ziel am Garden Relais, was schon für viele glückliche Gesichter sorgte. Die unglaublich engagierte Organisation bot uns dann auch hier wieder eine Überraschungsparty, mit Essen und einem Freibier: Alle waren happy! :-)

Das Deutsche Team hat sich einigermaßen wacker geschlagen (Ulli auf Platz 6. und zeitlich nur knapp dahinter Torsten und Marc),  das Slovenische Team belegte die Plätze 2,3 & 4 und übernimmt erstmal die Führung. Aber es kommen ja noch einige Tasks und wir fliegen uns erst so richtig ein! ;-)

Gruss, Ulli

Ergebnisse

Montag, den 03.Juli 2017 - Trainingstask

Heute fand der offizielle Trainingstask der WM Monte Avena 2017 in Feltre/Italien statt. Sowohl die Organisatoren, als auch wir bekamen die Gelegenheit die Abläufe nochmals zu überprüfen, bevor morgen der erste Wettbewerbstask gestartet wird. Die Tasksetter überlegten sich eine etwa 70 km lange Aufgabe entlang der Ridge. Zunächst ging es nach Osten. Die Wende lag etwa in der Mitte des Tales. Anschließend ging es nach Westen, die Wende lag westlich des Startberges. So gab es theoretisch zwei Optionen: eine direkt über das Flachland oder wieder zurück an die Ridge. Einige versuchten es über das Flachland, was heute allerdings nicht so gut ging. Viele mussten im Tal landen. Die sichere Variante über die Berge war wohl auch die schnellere, zumindest heute. Es flogen nicht alle die Aufgabe zu Ende. Manche Piloten wollten ihre Kräfte für die  anstehenden Tage sparen und kürzten dementsprechend ab.
Wir sind gespannt, was Wetter und Tasksetter für uns in den nächsten Tagen bereit halten - drückt uns die Daumen!

Sonntag, den 02.Juli 2017

Update 24 Uhr;-)

Eine Eröffnungsfeier, die ich so in meiner langjährigen Gleitschirm Wettbewerbs Erfahrung selten so gesehen habe. Eine ganze Stadt auf den Beinen, winkend an den Fenstern und die Straßen entlang säumend, dazu Applaus und Jubelrufe an alle Nationen, die mit dem Korso durch die Straße ziehen.

Ein Festplatz mit riesigen LED Monitoren und eine Bühne die Rockstars sonst betreten. Eine schöne Stimmung in der Altstadt von Feltre am Plazzo Maggiore. Kurzweile Reden der Ehrengäste von der FAI, Politik und der Clubs und Verbände mitten in Feltre.

Folkloregruppen, Fahnenschwinger und Trommleraufmärsche in historischen Gewändern, dazu eine Lichtshow an den Palazzi bei Dunkelheit, angefangen bei Leonardo da Vinci bis zum italienischen Volkshelden der Drachenszene Angelo d’Arrigo.

Danach gab es ein leckeres italienisches Buffet für die Piloten und die vielen italienischen Helfer. Es herrschte eine Stimmung ausgelassener Vorfreude auf die nächsten 12 Tage Weltmeisterschaft.

 

update 18 Uhr: Nach diversen Briefings und einem Flug für die Kameras sind wir auf dem Weg zur Eröffnungsfeier.

Bericht von Pepe:

Nachdem sich die Anreise mit 16 Stunden am Freitag und Samstag doch ziemlich zog und ich bei Ankunft im German HQ noch nicht mal Zeit für nen Kaffee hatte :-)

… ging es direkt weiter zur Registrierung.
Wiegen, Dokumente checken, Upload der Wendepunkte und der aktuellen Lufträume… usw.
Danach schnell auf den Berg um das kurze Zeitfenster bis zum erwarteten Gewitter am frühen Nachmittag noch in flieg barer Luft zu genießen.
Alles klappte ganz hervorragend…. bis ja… bis auf das Berichte schreiben, denn dafür war erst am heutigen Sonntag Zeit.

Das Team besteht aus unserem Teamchef Harry Buntz, Helferin und gute Seele Birgit Selbherr, dem Kameramann Yves Jonczyk, Kamerafrau Ewa Korneluk, Piloten/in Yvonne Dathe, Torsten Siegel, Ulli Prinz, Marc Wensauer und Andreas Malecki (Pepe)

Heute gibt es das Safety Briefing und die Eröffnungszeremonie.
Morgen dann den offiziellen Trainingslauf und am Dienstag hoffentlich den ersten Task.

Maximal 10 mögliche Läufe sind dann drin.
Das Wetter scheint für die erste Woche erst einmal ziemlich durchwachsen zu sein. Evtl. scheint heute auch noch ein kurzer Trainingsflug möglich zu sein :-)

Gruß Pepe

 

Samstag, den 1. Juli 2017

Heute ist unser Team vollständig vor Ort. Der Wettbewerb hat seinen Anfang genommen, die Einschreibung der Nationen hat heute stattgefunden. Wir nutzten die Zeit uns in unserer Unterkunft einzurichten und konnten heute  aus der Luft einiges entspannt abfliegen und uns die Gegend anschauen. Das Wetter hielt ein bißchen länger als der Wetterbericht vorgab, in den Bergen regnete es ab 15 Uhr, am Abend gewitterte es dann wieder im ganzen Tal.

Da der Tourismusverein von Belluno als Hauptsponsor bei der WM schon über ein Jahr Werbung für das Event macht und der Gleitschirmsport in Norditalien sehr beliebt ist, wird es mit Sicherheit eines der großen Medienspektakel der Gleitschirmszene in diesem Jahr.
Neben den örtlichen Medien haben wir auch wieder unsere bewährte Photo- und Filmcrew dabei, damit wir unsere Webseiten mit Videos und mit Bildern versorgen können.

 

 

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Deutsches Nationalteam 2017

Yvonne Dathe
Torsten Siegel
Ulrich Prinz
Marc Wensauer
Andreas Malecki
Harry Buntz/Teamleader
Birgit Selbherrr
Team Assistenz
Ewa Korneluk-Guzy/Photographer
Yves Jonczyk/Kameramann
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