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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Peter Jung gewinnt in einem dramatischen Finale die Deutsche Meisterschaft

6. Internationale German Open

Lienz/Österreich (DHV) – Herzschlagfinale in Lienz: Der 44-Jährige Peter Jung zog am letzten Tag der 6. Internationalen German Open noch an seinen Landsmännern Ulrich Prinz und Marc Wensauer vorbei und gewann die Deutsche Meisterschaft. Bei den Damen setzte Ewa Wisnierska ihre Siegesserie bei den German Open Veranstaltungen fort und verteidigte ihren Titel.

Peter Jung aus Rheinland-Pfalz ist neuer Deutscher Meister im Gleitschirmfliegen. In einem dramatischen Finale besiegte er die bis dahin führenden Piloten Marc Wensauer und Ulrich Prinz und gewann zum ersten Mal in seiner Wettkampfkarriere den deutschen Meistertitel. „Ich bin unglaublich glücklich über diesen Erfolg“, berichtete ein sichtlich erschöpfter Jung nach der Landung. Als Zweiter überflog der Hauensteiner im letzten und entscheidenden vierten Durchgang die Ziellinie und musste dort lange auf die Ankunft der Verfolger warten. Zusammen mit dem amtierenden deutschen Meister Oliver Rössel hatte sich Peter Jung vom Führungspulk getrennt. Die beiden flogen eine deutlich längere, aber thermisch aktivere Route vom Rotenkogel Richtung “Böses Weibele“. „Wir standen unheimlich unter Druck, da wir wussten: Sobald die anderen an der Nordseite steigen, haben wir schlechte Karten und müssen extrem schnell fliegen, um den Anschluss wieder herzustellen. Ich habe den Pulk dann irgendwann aus den Augen verloren und weder Oliver noch ich wussten, wie die Sache ausgeht. Erst als wir uns im Endanflug befanden und der Pulk uns entgegen kam wussten wir, dass ihre Route nicht aufgegangen war und sie einen gewaltigen Umweg fliegen mussten, um die Boje zu holen“, sagte Peter Jung. Mit seiner taktischen Entscheidung sicherte sich der 44-Jährige Pfälzer die Deutsche Meisterschaft und feierte damit einen seiner größten Erfolge neben der Qualifikation für die Deutsche Nationalmannschaft im letzten Jahr.

Ulrich Prinz und Marc Wensauer auf Platz zwei und drei
Den bis dahin dominierenden Piloten Ulrich Prinz und Marc Wensauer gelang zumindest noch eine Schadensbegrenzung. Dank ihres Vorsprungs aus den ersten drei Läufen landeten sie auf Platz zwei und drei. Beide Piloten lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen und es sah lange danach aus, als würden sie den Sieg unter sich ausmachen. „Wir haben uns am Ende zu sehr aufeinander konzentriert und die anderen Piloten aus dem Auge verloren“, sagte Marc Wensauer, der mit 50 Punkten Vorsprung vor Ulrich Prinz als Führender ins letzte Rennen ging. „Nachdem ein paar Verfolger die deutlich kürzere Route einschlugen, bin ich erst einmal mitgezogen. Als dann auch Ulrich mitkam, war klar, dass wir es jetzt zusammen probieren. Normalerweise findet man in einer so starken Gruppe meistens eine Thermik, aber an dem Tag ging dort gar nichts. Uns blieb also nichts anderes übrig, als das Tal wieder zu queren und mit deutlichem Rückstand die Verfolgung aufzunehmen“, sagte Marc Wensauer, der am Ende noch von Ulrich Prinz überholt wurde. „Wenn man den letzten Durchgang in betracht zieht, dann ist mein zweiter Platz ein sehr schönes Resultat“, sagte Prinz im Rückblick auf die Deutsche Meisterschaft. „Was mich vor allem freut ist die Tatsache, dass ich jetzt auch in schnellen Endanflügen sehr gut geworden bin und den Speed halte“, sagte Ulrich Prinz in Hinsicht auf das World Cup Finale, das in zwei Wochen im italienischen Poggio Bustone stattfindet und bei dem er und Marc Wensauer teilnehmen werden.

Peter Jung auch international an der Spitze
Peter Jung, Ulrich Prinz und Marc Wensauer durften bei der internationalen Preisverleihung zum zweiten Mal ihre Podiumsplätze einnehmen, da keinem der 23 angereisten ausländischen Gäste der Sprung in die Top fünf gelang. Radek Vecera aus Tschechien landete als bester ausländischer Gast auf Rang acht. Lediglich in der Serienklasse, bei der nur mustergeprüfte Schirme zugelassen sind, mussten die deutschen Piloten das Podium räumen. Hier siegte der Italiener Alessandro Leonardi vor den deutschen Jörg Nuber und Reiner Braun.

Ewa Wisnierska siegt souverän bei den Damen
Deutschlands Ausnahmepilotin und mehrfache World Cup Siegerin Ewa Wisnierska zeigte auch bei der German Open einmal mehr Ihr Können: Nach vier Durchgängen gewann sie mit über 700 (!) Punkten Vorsprung vor Ewa Korneluk-Guzy die Deutsche Meisterschaft. Ewa erreichte in allen vier Läufen das Ziel und flog damit in der Gesamtwertung bei den Männer auf Platz 16. Einziger Wehmutstropfen: Den Sieg bei der 6. Internationalen German Open verpasste sie denkbar knapp und musste sich mit gerade einmal zwei Punkten der Tschechin Zdenka Chromcova geschlagen geben.

Lienz - Austragungsort der 6. Internationalen German Open
Lienz war vom 08.08. bis 18.08. der Austragungsort der sechsten internationale German Open. Insgesamt absolvierten die 84 Piloten aus acht Nationen vier Wertungsflüge zwischen 42 und 87 Kilometern Länge. In dem hochalpinem Gelände kämpften sie um den höchsten nationalen Titel im Gleitschirmsport und die internationale Wertung.
Nachdem die ersten beiden Tage wetterbedingt abgesagt wurden, besserte sich die Situation und die Piloten starteten in Folge jeden Tag zu einem Wertungsflug, wobei die Organisatoren einen Durchgang aus Sicherheitsgründen wegen hoher Windgeschwindigkeiten stoppten. Am Ende wurden vier Läufe gewertet. „Ich bin glücklich, dass wir endlich wieder eine gültige Deutsche Meisterschaft hatten“, sagte Ligachef Dieter Münchmeyer. „ Während der letzten Wettbewerbe verfolgte uns das schlechte Wetter und es kamen keine Flüge zustande. Hier in Lienz war es endlich möglich, vier hochwertige Durchgänge zu fliegen. Vor allem freut es mich aber, dass der Wettbewerb ohne Unfälle zu Ende ging und die österreichische Organisation sehr gut mit uns zusammengearbeitet hat“, sagte Münchmeyer und zog damit ein positives Resume der 6. Internationalen German Open.

Ergebnisse und Bilder:
https://www.dhv.de/web/?id=5273
https://www.dhv.de/web/?id=5267

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