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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

PWC Italien 2018 vom 23.-30. Juni in Gemona

Sieger Overall
2. Torsten Siegen, 1. Jurij Vidic, 3.Jonathan Marin
Sieger Overall
2. Torsten Siegen, 1. Jurij Vidic, 3.Jonathan Marin
Sieger Damen,
Seiko Fukuoka Naville FRA

News of the Day

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Overallwertung
1.  Jurij Vidic           SLO
2.  Torsten Siegel     DEU
3.  Jonathan Marin   FRA
9.  Ulrich Prinz         DEU
19. Stefan Bernhard DEU
21. Philipp Haag       DEU
28. Marc Wensauer   DEU
33. Andreas Malecki  DEU
36. Joachim Torn       DEU

Damen
1.Seiko Fukuoka Naville  FRA
2. Yael Margelisch           CHE
3. Méryl Delferriere         FRA

Samstag, 30.06.2018

Nachdem wir gestern die Schattenseiten des Wettkampffliegens erleben mussten und den ganzen Tag vergebens auf ein fliegbares Fenster gewartet haben, kehrte sich das Blatt heute. Mit einer Basis über 2.000m und einem irrwitzigen Race entlang der Ridge, immer im Gas und ohne einen Kreis, ging es die 95 km lange Aufgabe extrem schnell aber schweißtreibend voran. Nach einer Talquerung folgte wieder ein wildes Rennen entlang der nächsten Kante, gefolgt von einer turbulenten Wende und wieder den gleichen Weg zurück. Spätestens da waren wir alle froh, im Flachland etwas Luft zu holen, nur um sich gleich wieder die Berge zurück zu wünschen – über 10km folgte kein Steigen und fast sah es danach aus, als ob wir zu früh in der Ebene angekommen wären. Es tat sich einfach nichts. Das Feld schob sich wie so oft wieder zusammen und wie immer ging Pepe mal wieder voran. Und dann waren da auch die Bärte. Marc, Uli, Philipp, Stefan und Achim waren mit von der Partie und je länger wir im Flachland rumdümpelten, desto besser wurde es. Sogar richtig gut. Vor der vorletzten Wende kam ich mit einem Pulk ziemlich gut nach oben. Pepe flog noch eine Wolke etwas weiter vom Kurs an, die ihm am Ende 10 Minuten Rückstand kostete, weil sie nicht zog und die anschießende Linie ziemlich beschieden war, während Uli und ich mit der ersten Gruppe ziemlich unspektakulär in Reih und Glied in die „end of speedsection“ flogen. Dort mussten wir noch etwas Kurbeln, um das Ziel zu erreichen und das wohlverdiente Landebier zu trinken. Der Task war ziemlich aufreiben und erst bei der Siegerehrung kam dann die Freude über meinen zweiten Platz auf. Uli landete in dem extrem starken Teilnehmer Feld auf Rang 9, konnte aber wegen einer Reifenpanne nicht mit der Siegerehrung Teilnehmen. Das Deutsche Team belegte Rang 3 und wir sind jetzt guter Dinge, dass wir in zwei Wochen bei der EM besser als die deutschen Fußballer abschneiden.

 

Bis gleich in Portugal!

Torsten

Freitag, den 29.06.2018

No Task Today

Leider kam es auch heute nicht zu einem Lauf.

Es waren den ganzen Tag höhere Wolken präsent und im Tal lag eine fette Inversion die es auch nicht einfacher machte. Es kam zwar gegen 16 Uhr die Sonne durch, aber die Thermik entstand sehr zögerlich und so wurde der Tag nach langem warten abgesagt. Die Piloten starteten vom Startplatz Meduno und versuchten noch zurück zu kommen nach Gemona, doch keiner schaffte es, zu schwach war es. Philipp stand ca. 5 Kilometer vor Gemona und hatte es noch am weitesten geschafft. Tagessieg also für unser neues Nationalmannschafts Mitglied.

Nun hoffen wir, dass es am letzten Tag noch einen Lauf gibt.

Gruß Pepe

Donnerstag, den 28.06.2018

No Task today

Am Mittwoch waren die Prognosen schon sehr bescheiden. Starker Wind aus Nord Ost und am Mittag und Nachmittag gesellten sich noch einige Schauer und Überentwicklungen dazu.
So unternahmen Peter, Reiner und ich eine Fahrradtour und kamen danach auch zu unserem großartigen kleinen See, in dem die Fische bis auf 30 cm an dich herankommen und einige Turtles ab und an an die Oberfläche kommen um zu schauen was so abgeht…
Philipp erwartete uns dort (er hat kein Bike dabei) und so genossen wir noch etwas das kühle Nass.
Nun war auch schon wieder eile angesagt, da dass Fußball Spiel gegen Korea bevorstand. Aber das hätte man sich auch kneifen können…. Kopfschütteln bei allen Zuschauern, wie kann eine Mannschaft in nur 4 Jahren derartig den Hunger und Biss verlieren…
Nun ja die Fahnen werden derzeitig in Deutschland abgebaut und wir sind ganz froh, etwas weiter entfernt zu sein von der sicherlich dramatischen Presseberichterstattung  :-)
Später ging es mit Freunden zu den nächsten Spielen über und der Abend endete um 1 Uhr in der Nacht bei einem Umtrunk in meinem Camper :-)

Der schlaf war tief aber deutlich zu kurz. Es gab beim morgentlichen Briefing erneut eine frühe Absage wegen des Windes und der dichten Bewölkung. Später um 16 Uhr haben wir unsere Jährliche World Cup Versammlung an dem wieder einiges neues abgesprochen und oder in die Wege geleitet wird.
Danach wird von den Veranstaltern noch ein gemeinsames Pasta Essen angeboten.
Für die nächsten zwei Tage sind die Wetterprognosen wieder deutlich besser und wir werden wieder fliegen :-)

Bis dahin Gruß Pepe

Mittwoch, den 27.06.2018

Zu viel Wind heute, keine Wettbewerbsaufgabe für die Piloten.

Wir hoffen es läuft für unseren Jungs morgen besser als der Nationalmannschaft von Jogi heute.

2018-06-27 - Paragliding World Cup : Gemona, Italy - Day 4 [09:19]

The forecast this morning is for strong north/north east wind with ground speeds of 30km/h plus. The day is cancelled due to the dangerous conditions.

Tomorrow the briefing will be at 0900 - see you then.

Dienstag, den 26.06.2018

Task 3
Da der heutige Wetterbericht etwas mehr Wind vorher sagte, wurden alle Piloten um 9.30 Uhr in einer 2 stündigen Fahrt nach Meduno gekarrt :-)
Dort wurde dann die interessanteste Aufgabe der Woche gesetzt.
102 Kilometer galt es zu umrunden und sowohl die Berge als auch das Flachland wurden bereist.
Da in der Höhe noch etwas Nordwind präsent war, war die Luft auch manchmal etwas komisch… und nicht unbedingt geordnet :-)
Im ersten drittel gelang es mir ganz gut weit vorne zu sein, doch ab da führte eigentlich nur noch einer… Honorin Hamard hatte es zu seinem Geburtstag wohl etwas eiliger und führte das Feld nun mit einigem Vorsprung an. Er hatte eine große Bergkette in der zweiten Reihe dazu genutzt, uns ein paar Kilometer abzujagen. Danach ging es noch einmal über 40 Kilometer ins Flache und auch dort flog er sehr überzeugend und hatte immer einige Meter mehr Luft unter dem Popo :-) So gelang es ihm, sich selbst ein nettes Geschenk zu machen und er gewann den Lauf mit 2 ½ Minuten Vorsprung vorm zweiten. Achim, Stefan und ich kamen ca. 4 min nach ihm ins Ziel, wobei Achim und ich es fast nicht geschafft hätten. In Kirchturmhöhe hatten wir noch einiges zu tun, um doch noch die Ziellinie zu überfliegen. Aber happy kamen wir beide dann doch noch ins Ziel.
Da Honorin einige Punkte mehr bekam als die anderen, veränderte sich die Overall Liste kaum und Torsten bleibt auf dem zweiten Platz. Ich konnte mich wieder etwas nach oben kämpfen und befinde mich zusammen mit Philipp Haag nun auf dem 23 Platz.

Für die nächsten zwei Tage ist erst mal etwas mehr Nordwind angesagt. Mal schauen ob wir da fliegen werden.

Bis später Gruß Pepe

Montag, den 25.06.2018

Nach dem Spiel Deutschland gegen Schweden, dass wir alle gemeinsam mit italienischer Unterstützung verfolgten, war mein Pensum an Stresshormon für den Monat eigentlich erreicht. Aber der Endanflug mit den ersten Jungs über 10 km zur „End Of Speed Section“ und dann weiter ins Ziel setzte heute noch mal eins drauf. Wohl wissend, dass am Ende des Wettbewerbs wahrscheinlich nur ein paar Punkte die besten Piloten trennen wird, gab keiner den Beschleuniger auch nur einen Zentimeter frei. Was daraus folgte war ersichtlich: es sah danach aus, dass wir am Ende die Ziellinie gegen den starken Wind von der falschen Seite zu Gesicht bekommen. Und für Julien Wirtz, Honorin Hamard und Joachim Oberhauser wurde das auch bittere Wahrheit, während der Rest von uns ähnlich wie Kroos ein Wunder vollbrachte und im letzten Moment noch das rettende Ufer erreichte. Wenn das hier mit dem Fliegen und Fußballspielen so weitergeht, muss ich Baldrian in meinen Camelbak bzw. am Abend ins Bier machen.

Dem irrwitzigen Endanflug war ein Rennen vorausgegangen, das angesichts der Wetterprognosen und des Regens am Morgen wohl kaum jemand für möglich gehalten hat. Da das Flachland zunehmend sonnig wurde, setzten die Tasksetter die Bojen geschickt im Flachland und lotsten uns mit ihrer Wahl zu den sonnigen Ecken, abseits der Regenschauer. Nach der ersten Boje schob sich das Feld zusammen und keiner machte einen Alleingang. Keiner? Okay, Pepe konnte es nicht lassen und zusammen mit Martin Petz und drei anderen wagemutigen Piloten zog er davon. Schuld war ein Glückspfennig, den er am Startplatz gefunden hat und der für heute Glück bedeuten sollte. So einem Glückspfennig sollte man aber nicht immer trauen. Martin musste landen, während Pepe wie immer eisern kämpfte um dann als Besenwagen bis ins Ziel flog.

Und eine Truppe von Schweizern flog Richtung Adria unter einer Konvergenz wie vom Hafer gestochen. Lag aber nicht ganz auf der Linie und am Ende mussten sie sich ins Feld einreihen, dass nach unserer Ankunft in einem riesigen Schwarm über das Ziel einbrach. Darunter waren auch alle anderen deutschen Piloten, so dass wir zusammen auf einen gelungen Tag anstoßen durften.

Ich bringe jetzt langsam meinen Puls runter und wir hoffen, dass wir morgen vom Nordföhn geschützt sind und ein wenig in den Bergen fliegen dürfen. Für Mittwoch haben wir den Tasksettern bereits gesagt, dass wir spätestens um 16:00 Uhr vor dem Fernseher sitzen müssen. So oder so, es bleibt alles spannend!

Bis dann
Torsten

Sonntag, den 24.06.2018

Task 1

Eine gemütliche Anreise am Freitag, bei windigem Nord-Ost-Wind in den Alpen, ließ mein Vertrauen in einen fliegbaren Tag am Samstag nicht unbedingt aufkeimen. Doch der Nordost ließ etwas nach und so konnte ich mich mit den anderen 7 Deutschen etwas einfliegen :-)
Zusammen mit Reiner Braun gingen wir sogar ins Flachland bis nach Udine und waren dem Meer gar nicht mehr allzu weit entfernt. Es war nur bitter kalt in der Luft, so dass nach 2 ½ Std. die Lust auf Wärme am Landeplatz doch sehr ausgeprägt war :-)

Heute zum ersten Lauf war es zu Anfang dichter bewölkt und wir alle hatten den Eindruck, an den Startplatz fahren lohnt eigentlich nicht. Doch der Tag wurde immer besser und so hatten wir eine nette 60 Kilometer Aufgabe, die zu 80 % übers Flachland führte. Mir gelang es zu Anfang, ziemlich weit vorne zu sein und so sammelte ich fleißig Leadingpunkte, die werde ich auch brauchen, da ich zum Ende des Rennens 2 min auf die ersten verlor. Torsten machte es besser und kam als dritter in die End of Speed. Mit vorne dabei waren auch noch Ulli Prinz, Stefan Bernhard und Martin Petz. In den ersten 2 Minuten kamen auch fast 50 Piloten ins Ziel.
Die Liste für den heutigen Lauf ist aber noch nicht draußen, so gibt es die Final Results etwas später.

Nachtrag:
Torsten wurde 8 ter und ich liege einen Punkt dahinter auf Platz 11 zusammen mit Stefan Bernhard :-)
Results findet ihr hier:
pwca.org/results/results

Gruß Pepe