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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
Die Top Ten Piloten - Sieger Manfred Ruhmer, Primoz Gricar auf Rang 2 und Petr Benes auf Rang 3.
Siegerehrungen
Ein Dank an alle fleissigen Helfer
die jungen erfolgreichen Piloten

Pre-Worlds Tolmezzo/Italien vom 27. Juli - 4. August 2018

offizielle Homepage

Ergebnisse

Task 7 -  strahlendblauer Himmel und gute Vorhersage

Briefing um 8 Uhr fällt heut aus, so bleibt mehr Zeit zum frühstücken. Zum Abschluss fahren wir dann sogar fast pünktlich zum Startplatz in Meduno. Jetzt merkt man den Piloten die anstrengenden Tage so langsam an, alles geht etwas ruhiger von statten. Gegen 12 Uhr steht die Aufgabe über 124 km, trotz abendlicher Siegerehrung relativ lang. Frühes Startgate  gegen 13:10, bei guten Bedingungen sollten wir rechtzeitig wieder in Tolmezzo sein. Die Aufgabe: Von Meduno die Rennstrecke bis Aviano- zurück bis Gemona- Tolmezzo- Gemona- Wende 12 km im Flachen und Endanflug über ca 8 km. Primoz düst als zweiter hinter Mandi ins Ziel, Ciech, Benes und Weissenberger folgen im Sekundentakt. Oliver fliegt mit 3:26 h als 23zigster und ich als 30zigster ins Ziel. Richi und Jörg müssen nach 66/68 km leider vorzeitig landen. Leider kann ich meinen Fehler vom Vortag nicht ausbügeln, trotz allem behalten wir dank Primoz und Ollis guter Leistung Platz 4 in der Teamwertung.

Mit 45 Piloten im Ziel ist das eine super gelungene Aufgabe. An der Stelle ein Lob an Suan und an das Task und Safety-Komitee. Alle Piloten laufen gelassen mit einem Grinsen über den Landeplatz. Die Siegerehrung wird dann Italienisch perfekt mit viel Lob und parlare professionell durchgezogen. Ein schönes Zeichen vom Veranstalter ist auch, dass jeder Fahrer, Helfer(in) persönlich angerufen und geehrt wird. Die Mädels und Jungs haben einen tollen Job gemacht. 

Bei den Frauen gewinnt Kathleen Rigg  (GBR) vor Yoko Sano (2) und Corinna Schwiegershausen (3). Corinna ist vorzeitig abgereist. Für die jungen Piloten (unter 30) gibt es eine eigene Wertung: 1. Arne Tänzer, 2. Marco Laurenzi, 3. Damian Zahn, alle drei super sympathische Piloten. 

Bei der Ehrung der 10 besten Piloten verstummt der Applaus nicht mehr, es stehen 8 Nationen auf der Bühne, wobei die Tschechen mit zwei Piloten ein Ausrufezeichen setzen. Der Sieger Manfre Ruhmer hat zudem noch Geburtstag und erhält Zusatzapplaus.

Primoz unterstreicht seine super Leistung mit Platz 2 vor Petr Benes auf Platz 3.

Die Deutschen Piloten: Teamwertung Platz 4

Primoz Gricar 2.
Georg Schweier 33.
Richi Liebig 38.
Oliver Salewski  39.
Jörg Bajewski 44.
Jonas Willemeit 84.
Ulrich Schneider 91.
Corinna Schwiegershausen 95 (nach zwei Durchgängen abgebrochen)

Kleine Anektode zum Schluss:

Nach der Siegerparty wollte ich Sonntag früh nach einer ungemütlichen Nacht im Auto heimfahren.  Cappuccino und Brioch im Cafe, noch kurz tanken, im Einkaufsmarkt noch ein paar spezielle italienische Leckereien einkaufen-  und dann springt die Saukarre einfach nicht mehr an. Der ADAC hilf mir so gut es geht weiter. Aber außer Abschleppen geht am Sonntag nichts. So genieße ich einen zusätzlichen Urlaubstag mit E -Bike, Gewitter, guter italienischer Küche und genügend Zeit fürs Bericht schreiben.

Mein Fazit für die kommende WM:

Das Friaul ist eine wunderschöne aber auch sehr anspruchsvolle Ecke zum Fliegen. Das Konzept mit dem Standort in Tolmezzo und möglichst vielen Startoptionen verursacht lange, aufwändige Fahrzeiten und bringt den Organisator an seine Grenzen. Die ausgewiesenen Landeplätze sind auf jeden Fall zu überarbeiten, einige sind definitiv nicht als Wettbewerbs Landeplatz geeignet. Die vier verletzten Piloten beim Task in Tarviso sind vier zuviel und dem ungeeigneten Landeplatz geschuldet. Mit 108 Piloten waren wir meiner Meinung nach auch an der oberen Grenze. Die bisher geplante Obergrenze von 150 Piloten halte ich eher für gefährlich und sollte vom Veranstalter überdacht werden. Ansonsten bin ich noch bei keinem anderen Wettbewerb so abwechslungsreich geflogen wie hier im Friaul.
Gruß aus Tolmezzo, Semo

Task 6 - Primoz nun auf Rang 2 in der Gesamtwertung

Bericht kommt heut von Richi:
Heute wurde für die Auffahrt Pünktlichkeit verlangt, um 8:45 Uhr soll Abfahrt sein. Nach italienischer Pünktlichkeit wurde  um 9:15 Uhr abgefahren. In Moduno oben angekommen, starker Rückenwind und Lentis am Himmel. Das geht nie, dachten wir. Dann sagte der Meetdirector Suan, "Briefing in 30 Minuten", jeder dachte noch, ist ne Aufbauübung und es wird abgesagt. Zehn Minuten später sagte Suan "before briefing, set up your glider". Da wurden die Piloten nervös. Es wurde eine Flachland- Aufgabe ausgeschrieben. Zick-Zack-Kurs über 83 km. Nachdem am Start 108 Piloten im Jojo-Effekt eine Stunde auf den Start warten, wurde anschließend im Flachland um jeden Meter gekämpft. Von den Wetterbedingungen war alles geboten, Sonne, bedeckt und Regen aus scheinbar nicht vorhandenen Wolken. Wir Deutschen blieben im Flachland, wobei Semo am weitesten flog. Jedoch kann er keine Punkte für s Team einfahren, da er voll durch die Geierflugschutzzone geflogen ist. Teamscoremäßig hst uns der Tag heut wahrscheinlich nach hinten geworfen. Morgen wird nochmal ein guter Tag, sind auf die Aufgabe sehr gespannt. Danach ist Siegerehrung. 

Viele Grüße von Rich Liebig

Task 5
Bericht von Semo:
Gestern waren ein paar Piloten zu hoch und haben den Luftraum verletzt. Nach den Penalteis für die Luftraumvertletzungen haben wir uns um 3-4 Plätze nach vorne geschoben. Kurzfassung der heutigen Aufgabe: Start Valsecca-Greifenburg-Lienz-Villach-LP Segelflugpöatz Villach-opt 138 km. Nach dem Start  hatte ich wegen Abschattungen große Probleme wieder hoch zu kommen. Kurz vor dem zweiten Startfenster hatte ich dann auch die Höhe um abzufliegen und flog größtenteils solo hinterher. Ab dem Anna Schutz Haus und in Richtung 2. Wende am Zettersfeld war es dann aufgrund des startken Nordwindes sehr  turbulent. Der Nordwind mit ca 25 km/h hat viele Piloten zum Landen gezwungen. Am Zettersfeld angekommen, war die Thermik mit 3-4 m dann super ruhig. Rückflug aus 3500 m übers Anna-Schutz-Haus, Reiseckgruppe- noch zwei mal aufdrehen- dann Abgleiten ins Ziel. Primoz war als Zweiter super schnell im Ziel, Richi und ich kommen ca 15 min später am Segelflugplatz in Villach an.

1. Manfred Ruhmer (AUT)
2. Primoz Gricar (GER)
3. Petr Benes (CZE)

Zwischenwertung Overall Team  GER:

Primoz 3.
Semo 12.
Richi 24.
Jörg 43.
Oliver 49.

Es gab viele Diskussionen, ob die Bedingungen heute noch fliegbar waren und es hagelte herbe Kritik an der Organisation und dem Safety-Komitee. Morgen ist Rest Day mit Briefing um 9 Uhr angesagt. Da werden sicher viele weitere Diskussionen in Punkto Sicherheit im Wettbewerb folgen.
Gruß aus Tolmezzo von Georg Schweier (Semo).

Task 4

Bericht von Richi:
Heute war der 4. Durchgang, Gestartet wurde an der Grenze zu Österreich Stadtplatz Valsecca, auf 1800 m, wieder eine super Aufgabe erst nach Norden ins Drautal, dort dann von der Emberger Alm nach Lienz und zurück zum Goal fast bis nach Villach. Eine anspruchsvolle Aufgabe, da die Kreuzeckgruppe im Lee lag. Viele Piloten kamen mit den Turbulenzen nur schwer zurecht, Primoz, Semo und Richi flogen über die Südseite des Drautals zürück ins Goal. Dies ist ein Test für die im nächsten Jahr stattfindende WM. Man strebt an, möglichst viele Startplätze  im Friaul zu nutzen. Und in Italien läuft das so: 8 Uhr morgens zum Headquarter auf dem Marktplatz in Tolmezzo, dann werden die Drachen aufgeladen und um 9 Uhr sollte abgefahren sein.

Italienisch pünktlich wird dann um 9:30 Uhr gefahren, der Transport-Konvoi von 10 Fahrzeugen fährt dann durch die Stadt zum - nein zum nicht Start - es wird erst einmal getankt. Dann wird ein bis eineinhalb Stunden durch die Berge gefahren. 

Es ist schon immer wieder interessant wie die Cracks fliegen, da werden Flugzonen für Greifvögel durchflogen, Flughöhen nicht beachtet, obwohl alles mindestens fünf Mal erklärt wird. Heute gab’s dann auch Penalties für die Luftraumverletzungen. Mal schauen was die nächsten Tage bringen, trotz anspruchsvoller Landeplätze in dieser wunderbaren Gegend hat ein jeder ein Grinsen im Gesicht.
Viele Grüße
Rich Liebig

Task 3 - "ambitioniert abgebrochen"

Bericht von Oliver Salewski: 
Nach zwei Tagen Start von Meduno (bzw drei wenn man den Trainingstag mit einrechnet) sind wir am dritten Wettbewerbstag nach Gemona gefahren. Auch wenn es etwas näher an Tolmezzo liegt, war die Auffahrt wieder langwierig. Die Idee der Wettbewerbsleitung, die Weltmeisterschaft nächstes Jahr über drei Länder zu erstrecken (Italien, Österreich, Slowenien) ist sehr schön, aber durch die Lage des Headquarters in Tolmezzo mit viel Fahrerei verbunden. Viele Piloten sind dadurch schon etwas genervt, aber ich versuche weiter positiv zu bleiben und die tolle Landschaft zu genießen und mich auf die anspruchsvollen Aufgaben zu konzentrieren.

Gestern sollte es also von Gemona nach Tolmin in Slowenien gehen. Leider bauten sich schon vor Race-Start dicke, dunkle Wolkentürme in Richtung der Route auf. Ich schaltete meinen Funk auf die Saftey-Frequenz um, auf der dann auch gleich der Abbruch der Aufgabe durchgesagt wurde. Also Beine aus dem Gurtzeug und strampeln, so bekamen es alle mit und es wurde noch ein schöner Genussflug. Heute gehts zum dritten Startplatz und es soll über die nächste Ländergrenze nach Österreich gehen.
Viele Grüße von Oliver Salewski

Task 2 - aufwändige Organisation

Bericht von Semo:
Beim täglichen Briefing um 8 Uhr...... und das in Italien... das muss man sich mal geben, werden erst mal die Einsprüche und 100% Penalties zu dem Einflug in das verbotene Greifvogelschutzgebiet vom Vortag besprochen. Jeder betroffene Pilot bekommt die Gelegenheit, sein GPS anzugeben und nachzuweisen, dass die Wertung über die Live Tracker geändert werden muss. So wird die Wertung nochmal kräftig durchgemischt. Dann verzögerte Auffahrt wie am Vortag zum Startplatz Meduno. Bei der Auffahrt zum Startplatz sehen wir windverblasene Wellenwolken in den höheren Bergen. Am Start hat’s dann noch Warmluftbewölkung, die sich aber rasch auflöst. Um 12 Uhr wird bei Briefing die Aufgabe bekannt gegeben. Von Meduno am bekannten Militär-Airport Aviano vorbei nach Vittorio Veneto und an der Hügelkette zurück zum Goal in Bordano, ingesamt 111 km. Von Bassano bis Aviano kenne ich die Gegend von früheren Wettbewerben. Wenn’s gut geht ist das eine Rennstrecke. Von Medunu bis Aviano ist Neuland, aber relativ überschaubar. Vor dem Start um 13:35 gehts schon mal auf 2.500 m - zum Vortag schon mal 1000 m höher.

Kurz vor Öffnung des Startfensters schattet es ab und ich fliege 700 m tiefer los und wieder mal hinter dem Pulk her, der mit maximaler Höhe loszieht. Dank einer guten Thermik kann ich meine Fehler etwas ausgleichen und etwas aufzuholen. Es ist echt cool, wieder mal mit so vielen Drachen unterwegs zu sein. Wir fliegen an einer beeindruckenden Landschaft mit wild eingeschnittenen Seitentälern und türkisblauen Speicherseen vorbei. Im Hintergrund sieht man sogar die Dolomiten. Bei Revine treffe ich auf Jörg und kreise mit ihm bis zur Basis die hier bei 1600 m liegt. Jörg fliegt mit zwei anderen Piloten direkt über die vorgelagerte Hügelkette zur 1. Wende, ich wechsle die Talseite zu den höheren Bergen wo ich stärkere Thermik erwarte. Letztendlich waren beide Routen gleich schnell, wir treffen uns wieder an der Hügelkette zwischen Revine und Aviano. Ca 19 km vor dem Startplatz Meduno, der am Rückweg liegt, kann ich in einem 3-4 m Bart besser steigen und mich absetzen. In Meduno schiebt es mich dann nochmal mit 3-5 m wieder nach oben, die Basis ist jetzt wieder bei 2400-2500 m. Ich fliege mit 600 m über Goal und 21 km Entfernung ab und ärgere mich schon kurz danach, nicht bis an die Basis gedreht zu haben. Die Ankunftshöhe schwankt von 600 bis 250 m, letztendlich komme ich nach 30 km mit 300 m glücklich übern Ziel an. Belohnt wird der Flug mit einem Sprung in das kühle angenehme Nass in dem Pool, den die Jungs vom Wettbewerb aufgestellt haben. Primoz ist als siebenter super schnell dabei und schon eine Weile im Ziel, Richi, Oliver und Jörg folgen in kurzen Abständen. Um die 60 Piloten sind insgesamt zufrieden im Goal, es herrscht ausgelassene Stimmung nach einem perfekten Flugtag.

Cristian Chiech gewinnt den Task mit 2 Std.51 min, gefolgt von Mandi ((Manfred Ruhmer ) und Balasz (HUN) ......Der Retransfer nach Tolmezzo geht leider  immer noch sehr zäh. Ein netter Italiener vom Komitee bringt uns nach Tolmezzo  und wir beschließen den Abend bei Pizza, Pasta Wein und dem  italienischen Ambiente.

An den Veranstalter und vor allem an Suan Selenati von meiner Seite ein dickes Lob für die aufwendige Organisation und der gelungenen Aufgabenstellung. Es wird sich zeigen, ob das aufwändige Konzept mit vielen möglichen Optionen in dieser Form umzusetzen ist.
Viele Grüße von Semo

Vor-WM Tolmezzo, Eröffnung

 

Nur vier Tage nach der Europameisterschaft in Krushevo geht es gleich weiter mit der Vor-WM in Tolmezzo. Suan Selenati hat die nordostitalienischen Alpen mit seinen langen Streckenflügen beworben. Am Start sind die deutschen Piloten:

 

Primoz Gricar

Jörg Bajewski

Corinna Schwiegershausen

Oliver Salewski

Georg Semo Schweier

Richard Liebig

Jonas Willemeit

Dietrich Brockhagen und 

Ulrich Schneider

 

Nach der Einschreibung wird schon am Trainingstag mit Ziel in Bordano klar, dass es kein leichter Wettbewerb wird. Der Hauptlandeplatz ist ein recht langes, aber schmales Feld, in das man tief über ein grosses Weinfeld anfliegen muss. Hohe Bäume schirmen den Talwind ab und sorgen am Boden für Turbulenz. Entsprechend sahen die Landungen vieler Piloten aus - dem Rotor entkommen auch die Top-Leute nicht. 

Wir werden gebeten, pünktlich um 18.50 Uhr zum Safety Briefing in der Mehrzweckhalle von Tolmezzo zu sein, da es einiges zu Besprechen gibt und die Eröffnungsfeier auf dem Hauptplatz pünktlich um 20.00 Uhr anfangen soll. Klar, mit deutscher Pünktlichkeit sitzen wir alle um 19.00 Uhr in der Halle - und warten eine geschlagene Stunde, bis es endlich losgeht. Suan stellt die Mitorganisatorin Barbara Sonsogni vor und weist auf einige Besonderheiten der Gegend hin. 

Um 21.15 Uhr fängt die Eröffnung auf dem Hauptplatz von Tolmezzo schliesslich an, wo auch jeden Morgen das Pilotenbriefing stattfindet. Da es hiess, es gäbe ein Essen für die Piloten, haben viele von uns ein Loch im Bauch und schielen während der öffentlichen Ansprachen hungrig auf das Büffet. Es ging dann zu wie am Startgate - wer sich strategisch günstig positioniert hat, bekam einen Happen ab, alle anderen mussten sich ihre eigene Pizza suchen, denn nach nur 10 Minuten war das komplette Essen abgeräumt! Eine Band spielt laut und lange und beschallt den ganzen Ort.

 

Task 1 - 111 km über 4 Wendepunkte

Bericht von Corinna:
Der erste Tag der Vor-WM bringt uns nach dem Briefing um 8 Uhr am Headquarter zum Startplatz von Meduno. Von Tolmezzo aus ist die kürzeste Route recht kurvenreich und führt über schmale Bergstrassen in knapp zwei Stunden zum Start. Da ich noch nie vor Ort war, habe ich unterwegs einige Male gezweifelt, ob wir richtig abgebogen sind. Dann die zweite Herausforderung: finde Deine Startnummer! Dank des unermüdlichen Einsatzes von Trudy und ihren Starthelferinnen haben irgendwann alle Piloten ihren Platz in der Startreihenfolge lokalisiert.

Da die Basis tief ist und für den späteren Nachmittag im Bergland Überentwicklungen vorhergesagt sind, entscheidet man sich für eine 111 km Aufgabe um 4 Wendepunkte hauptsächlich ins Flache, erst die vorletzte Wende ging in die Berge. Als ich beim Bordano Ziel anmerkte, dass es mir unsicher erschien, dort zu landen, empfahlen mir die Veranstalter, einfach im trockenen Flussbett daneben zu landen. Bloß nicht die Karbonbasis auf die Steine absetzen, sonst könne sie zerbrechen.

Die Bedingungen sind schwierig, starke Turbulenz am Startplatz und tiefe Wolken verleiten doch einige Kollegen immer mal wieder in den Nebel. Schliesslich wird gestartet. Schon auf dem ersten Schenkel müssen viele Piloten landen. Wie Jonny Durand bereits am Vortag bemerkte, wurde ein gesperrter Luftraum zum Problem für all diejenigen, die tief kamen in einem Bereich, in dem der einzig mögliche Landeplatz nur mit Durchflug dieser Zone erreichbar sein würde. Entsprechend gab es dann gleich im ersten Durchgang acht Nullrunden selbst für so hochrangige Piloten wie den Tschechen Dan Vhynalik und dem Italiener Davide Guiducci. 

Da ich alleine recht weit ins Flache rausflog, war ich dem Feld hinterher. Die Wolken türmten sich schon düster auf, als meine nächste Wende in die Berge gehen sollte, also entschloss ich mich für die sichere Variante und bin lieber im Flachen gelandet. Ich fand ein schönes, grosses Feld, was im Sommer in dem Gelände recht selten ist, da die meisten Felder in diesem Jahr mit ca 4 m hohem Mais, mit Sonnenblumen oder Weinreben (an Metallstäben) bepflanzt sind. 

Zurück im Headquarter hörte ich, dass etwa 20 Piloten ins Ziel geflogen sind, darunter unser Primoz - Gratulation! Gewonnen hat den Durchgang souverän Altmeister Manfred Ruhmer mit satten 9 Punkten Vorsprung vorm Zweitplatzierten. 
Viele Grüße von Corinna