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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV
Projektpartner v.l.: Dr. Vogel (Nationalpark), Bj. Klaassen (DHV), J. Grab (Nationalpark), H. Achatz (Falkenhof Lenggries), D. Kluge (DAeC) I. Papert, U. Brendl (Nationalpark), K. Stanggassinger (Drachenflieger), W. Nöhrig (Gleitschirmflieger) (Foto: B. Mensing)

Ausgezeichnet! - „Luftige Begegnungen“ jetzt offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Pressemitteilung vom 19.07.2013

Das Projekt „Luftige Begegnungen“ des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV), des Deutschen Aeroclubs (DAeC) und des Nationalparks Berchtesgaden wurde am 19. Juli 2013 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Eiskletter-Weltmeisterin Ines Papert übergab den Preis im neuen Nationalpark-Zentrum „Haus der Berge“ in Berchtesgaden.

„Luftige Begegnungen“ mit Steinadlern, Bussarden und Geiern erleben Luftsportler beim Fliegen sehr oft. Häufig kreisen Gleitschirme und Drachen Flügel an Flügel zusammen im Aufwind. Fühlen sich die Vögel durch die Flieger gestört oder sind sie einfach nur neugierig? Um mehr über die Gründe für die gemeinsamen Flüge zu erfahren, haben der DHV und der DAeC das Projekt „Luftige Begegnungen“ im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Ziel der Aktion ist es, die Piloten für die Belange des Naturschutzes zu sensibilisieren, sie für die Artenvielfalt zu begeistern und eine Datengrundlage zu schaffen, die wissenschaftlich ausgewertet werden kann. Unterstützt wird das Projekt vom Nationalpark Berchtesgaden und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Menschen zusammenzuführen hilft Artenvielfalt zu erhalten. Es ist ein super Projekt geworden“, fasste Dr. Michael Vogel, Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, die Kooperation zwischen Fliegern und Naturschützern zusammen. „Daraus entsteht eine echte Win – Win Situation“, sagte Dr. Vogel. „Die jahrelange, intensive Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Luftsportlern hat mit den ‚Luftigen Begegnungen‘ ihr Meisterstück gefunden“.

Prominente Preisverleiherin war die Eiskletter-Weltmeisterin Ines Papert aus Bayerisch Gmain, die im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade den Preis – einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht – an Björn Klaassen (DHV), Jochen Grab (Nationalpark) und Denise Kluge (DAeC) vergab. „Wir sind Teil der Natur und die Natur ist Teil von uns“, erklärte Papert, die selbst begeisterte Gleitschirmfliegerin ist. „Mein Anliegen ist es, der Natur ihren Spielraum zu lassen, als Mensch nicht zu stören und gleichzeitig Akzeptanz für Natursportarten zu schaffen. Daher übergebe ich gerne diesen Preis“.

„Auge in Auge mit dem König der Lüfte ist das Schönste, was Piloten erleben können. Das ist Gänsehautfeeling pur“, beschrieb Korbinian Stanggassinger, Vorstand der Berchtesgadener Drachenflieger, die zum Teil atemberaubenden Begegnungen mit Steinadlern und anderen Vögeln die Sicht der Luftsportler. Damit die gemeinsamen Flüge möglichst störungs- und konfliktfrei verlaufen, engagieren sich die  Luftsportler für das Projekt „Luftige Begegnungen“.

Alle Piloten können über das Eingabeportal auf www.luftige-begegnungen.de ihre Flüge und die Beobachtungen eingeben. So lässt sich feststellen, welche Vogelarten gesichtet werden und wie sich die Tiere verhalten.

Das Interesse bei den Piloten ist groß: Inzwischen wurden über 1.300 Flüge gemeldet. „Für Piloten ist es wichtig zu wissen, wo wir uns im „Wohnzimmer“ bestimmter Arten aufhalten und entsprechend Rücksicht geboten ist. So kann der Sport naturverträglich ausgeübt werden“, erläuterte der Projektleiter Björn Klaassen, Umweltreferent des DHV, das Projekt. Damit leisten DHV, DAeC und Nationalpark Berchtesgaden einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Der Nationalpark Berchtesgaden steht den Projektpartnern DHV und DAeC wissenschaftlich zur Seite und bewertet die Begegnungen zwischen Vögeln und Fliegern. „Die Piloten sollen künftig selbst einschätzen lernen, ob sie stören oder nicht“, erläuterte Nationalpark-Mitarbeiter Jochen Grab. Dabei gelte es, das Verhalten von Vögeln bei Begegnungen mit Luftsportlern richtig interpretieren zu können. „Die Ergebnisse des Projektes fließen in die Ausbildung für angehende Luftsportler ein, die damit schon von Anfang an auf ein naturverträgliches Ausüben ihres Sportes hin geschult werden“, so der Greifvogel-Experte.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen. Interessierte Einzelpersonen, ehrenamtlich Tätige und Institutionen die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Forschungs-, Bildungs- oder Naturschutzmaßnahmen einsetzen, sind eingeladen sich an dem fortlaufenden Wettbewerb zu beteiligen. Die Jury entscheidet etwa halbjährlich über die Auszeichnungen. Seit Juni 2012 werden beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet und offiziell vorgestellt. Mehr Infos unter www.luftige-begegnungen.de und www.un-dekade-biologische-vielfalt.de