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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Gültigkeit von ausländischen Lizenzen in Deutschland

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft im Ausland hat, darf in Deutschland gemäß der Gastflugregelung mit seiner heimischen Lizenz und der IPPI-Card der FAI, Level 4 oder 5 fliegen. Eine Halterhaftpflichtversicherung nach deutschen Bestimmungen ist obligatorisch. Die Gastflugregelung ist für Passagierflug nicht gültig. Passagierflüge mit ausländischen Passagierflugberechtigungen sind in Deutschland vom Gesetzgeber nicht erlaubt. Ausnahmen: Die voll anerkannte österreichische Passagierflugberechtigung sowie die für gelegentliche, nicht gewerbliche Flüge anerkannte Biplace-Lizenz der Schweiz.

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft in Deutschland hat, egal ob deutscher Staatsbürger oder Ausländer, benötigt eine deutsche Lizenz oder die in Deutschland anerkannte österreichische Lizenz. Piloten mit einer österreichischen Lizenz dürfen in Deutschland erst ab der Vollendung des 16. Lebensjahres fliegen. 

Eine ausländische Lizenz in Verbindung mit der IPPI-Card, wie sie für Gastpiloten (= Wohnsitz dauerhaft im Ausland) in Deutschland gültig ist, ist für diese Personen nicht ausreichend. Diese Piloten müssen die deutsche Lizenz erwerben.

Erwerb des deutschen Luftfahrerscheines (Lizenz für Hängegleiter oder Gleitsegel) für Inhaber ausländischer Lizenzen, Anrechnung ausländischer Ausbildung

Vereinfachte Ausbildung/Prüfung für Inhaber einer IPPI-Card Level 4
- Vorfliegen bei einer DHV-anerkannten Flugschule zur Feststellung des praktischen Könnens.
- Falls das praktische Können den Anforderungen an einen Piloten mit A-Lizenz nicht entspricht, eine entsprechende praktische Nachschulung.
- Fachgespräch mit dem Ausbildungsleiter oder einem beauftragtem Fluglehrer der Flugschule zur Feststellung des fachlichen Wissens.
- Falls das fachlichen Wissen den Anforderungen an einen Piloten mit A-Lizenz nicht entspricht, eine entsprechende theoretische Nachschulung.
- Theorieprüfung vor einem DHV-Pilotenprüfer im Fach deutsches und österreichisches Luftrecht.
- Praktische Prüfung vor einem DHV-Pilotenprüfer zur A-Lizenz.
Nach Einreichung der Unterlagen (Kopie der ausländischen Lizenz, Kopie der IPPI-Card, Bestätigung der Flugschule über das praktische Können/fachliche Wissen und ggf. der Nachschulungen, Pilotenprüfblatt Theorieprüfung Luftrecht, Bestätigung über die bestandene praktische Prüfung, wird dem Piloten vom DHV die beschränkte Lizenz (A-Lizenz) erteilt).

Vereinfachte Ausbildung/Prüfung für Inhaber einer IPPI-Card Level 5
Inhabern einer IPPI-Card Level 5 wird vom DHV die B-Lizenz (Berechtigung für Überlandflüge) erteilt, wenn sie:
- Die vereinfachte Ausbildung/Prüfung für Inhaber der IPPI-Card-Level 4 (siehe oben) absolviert haben.
- Die Theorieprüfung im Fach deutsches/österreichisches Luftrecht für B-Lizenz erfolgreich abgelegt haben,
- sowie den Nachweis über einen Überlandflug von mindestens 10 km Strecke erbringen.

Piloten mit schweizerischem Brevet
Das schweizerischen Brevet (Kategorie Hängegleiter oder Gleitschirm) wird als Grundlage für die Erteilung des deutschen Luftfahrerscheins anerkannt, ohne dass eine weitere praktische und theoretische Ausbildung erforderlich ist. Auch die praktische Prüfung entfällt. Zu absolvieren ist die deutsche Theorieprüfung vor einem DHV-Pilotenprüfer im Fach deutsches und österreichisches Luftrecht.
- Für die Erteilung der A-Lizenz ist die A-Theorieprüfung im Fach deutsches und österreichisches Luftrecht abzulegen.

- Für die Erteilung der B-Lizenz ist die Theorieprüfung im Fach deutsches und österreichisches Luftrecht für A- und B-Lizenz abzulegen. Voraussetzung für die Erteilung der B-Lizenz ist zudem der Nachweis von 100 Höhenflügen (Flugbuch) nach der Erteilung des Brevets.

Inhaber einer gültigen schweizerischen Doppelsitzerberechtigung Biplace Stufe 3 (Pilot-Passagier) müssen zunächst die deutsche A- oder B-Lizenz erwerben, siehe vorheriger Abschnitt (da die Passagierberechtigung als Zusatzberechtigung den Besitz der einsitzigen Grundberechtigung voraussetzt). Zur Erlangung der deutschen Passagierberechtigung ist die Theorieprüfung Passagierberechtigung im Fach deutsches und österreichisches Luftrecht abzulegen.

Inhaber einer gültigen schweizerischen Doppelsitzerberechtigung Biplace Stufe 1  (Pilot-Pilot) müssen zunächst die deutsche A- oder B-Lizenz erwerben, siehe vorheriger Abschnitt (da die Passagierberechtigung als Zusatzberechtigung den Besitz der einsitzigen Grundberechtigung voraussetzt). Zur Erlangung der deutschen Passagierberechtigung muss der Pilot
- die Prüfungsvoraussetzungen für die Prüfung zur Doppelsitzerberechtigung Katergorie Bi 3 nachweisen,
- die Theorieausbildung zur deutschen Doppelsitzerberechtigung absolvieren,
- die theoretische und praktische Prüfung zur deutschen Doppelsitzerberechtigung ablegen.

Piloten mit ausländischer Lizenz ohne IPPI-Card

A.) Der Pilot sendet dem DHV Kopien seiner Lizenz sowie der Ausbildungsnachweise (Flugbuch, Ausbildungsbuch). Aus diesen Dokumenten muss hervorgehen, welchen Umfang (Anzahl der Flüge, Höhenunterschied, Art der Flugübungen, Startart, Theorielektionen, Fluglehrerbestätigung) die ausländische Ausbildung gehabt hat. Der DHV prüft, welche Teile der ausländischen Ausbildung auf die deutsche Ausbildung angerechnet werden und was in einer deutschen Flugschule noch zu absolvieren ist. Dies teilt der DHV dem Piloten schriftlich mit. Dabei gilt das Prinzip, dass alles anerkannt wird, was auch für die deutsche Ausbildung vorgeschrieben ist und nur das Fehlende nachgeholt werden muss.

B.) In einer deutschen Flugschule absolviert der Pilot die noch erforderliche praktische und theoretische Ausbildung. Dabei gilt natürlich, dass die vom DHV festgelegte "Rest-Ausbildung" als Mindestausbildung zu verstehen ist, die erweitert werden kann, falls dies notwendig ist und vom Ausbildungsleiter weitergehender Ausbildungsbedarf festgestellt wird.

C.) Theoretische und praktische Prüfung vor einem DHV-Prüfer sind in jedem Fall zu absolvieren.

Anerkennung ausländischer Ausbildung (ohne erfolgte Lizenzerteilung), 

Gemäß Ausbildungs- und Prüfungsordung des DHV, können im Einzelfall, auf Antrag, Ausbildungsteile, die in einer ausländischen Flugschule absolviert worden sind, auf die deutsche Ausbildung angerechnet werden. Voraussetzung ist die Gleichwertigkeit der ausländischen Ausbildung zur deutschen Ausbildung. Der Antragsteller hat den Nachweis der Gleichwertigkeit, in Hinsicht auf

- den Status der ausländischen Flugschule und Fluglehrer (zugelassen/registriert beim nationalen Mitgliedsverband der EHPU),

- der Fluglehrerbetreuung (gleichwertig zur deutschen Ausbildung, insbesondere Betreuung durch 2 Fluglehrer bei Höhenflügen)

- und der Ausbildungsinhalte (insbesondere Höhendifferenzen bei Ausbildungsflügen und Inhalte der theoretischen und praktischen Ausbildung) zu erbringen.

Fehlende Ausbildungsteile müssen bei einer deutschen Flugschule absolviert werden. Die Flugschule legt, aufbauend auf die Ausbildung im Ausland, ein Trainingsprogramm fest, das den Flugschüler zur Prüfungsreife bringt.

Erwerb der deutschen Passagierflugberechtigung für Piloten mit ausländischer Passagierflugberechtigung (ausgenommen AT und CH)

Da die Passagierflugberechtigung eine Zusatzberechtigung ist, benötigt ein ausländischer Pilot immer zunächst eine deutsche einsitzige Lizenz (mindestens beschränkte Lizenz). Hierzu gelten die Vorgaben oben.

Die Voraussetzungen für den Ausbildungsbeginn zur Passagierflugberechtigung sind:

-       -  2 Jahre Besitz der (ausländischen) einsitzigen Lizenz + 200 Flüge (Flugbuchnachweis)

-       -  praktischer Eingangstest vor einem berechtigten DHV-Prüfer. Dieser ist immer erforderlich, auch wenn der Bewerber bereits viel Tandem-Flugerfahrung mit seiner ausländischen Lizenz nachweisen kann.

Die Ausbildung zur deutschen Passagierflugberechtigung kann reduziert werden. Der Umfang der Reduzierung hängt von der im Ausland durchgeführten Ausbildung zur Passagierflugberechtigung ab, sowie vom Nachweis von Passagierflug-Erfahrung. Dies ist immer eine Entscheidung im Einzelfall. Für europäische Passagierflugberechtigungen, die von einem EHPU-Mitgliedsverband ausgestellt worden sind, gilt, vorbehaltlich einer Überprüfung der Ausbildungsdokumentation: Die vorgeschriebenen Ausbildungsflüge (25) in einer deutschen Flugschule müssen vollständig absolviert werden. Die 15 Höhenflüge im Flugauftrag zum Abschluss der Ausbildung können erlassen werden.
Die Prüfungen in Theorie und Praxis müssen vollständig abgelegt werden. Theorieprüfung in deutscher Sprache.

Stand Juni 2018 

Fragen zur Ausbildung: ausbildung@dhv.de