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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV

Liebe Gleitschirmpilotin, lieber Gleitschirmpilot

Du stehst am Beginn einer großartigen Leidenschaft, die Dich ein Leben lang begleiten kann. Wir vom DHV möchten Dir einige Tipps und Anregungen für Deinen Weg zum sicheren Piloten geben.

Sichere Selbsteinschätzung – The human factor
Wir möchten gerne Klartext reden, ok. Du hast jetzt den Schein, aber Dein Weg zum selbständigen Piloten hat gerade erst begonnen. Deine Lizenz ist die Eintrittskarte in einen Sport, der Training und Weiterbildung zwingend verlangt, damit das Risiko vertretbar bleibt. In der Flugausbildung hast Du die Grundlagen gelernt. In der Prüfung hast Du gezeigt, dass Du sie beherrscht. Das befähigt Dich, in einem einfachen, vertrauten Fluggebiet bei ruhigen Wetterbedingungen sicher zu fliegen. Jeder weitere Schritt, wie Thermikfliegen, Soaring, Starkwind-Starts, anspruchsvolle Fluggelände, usw. erfordert von Dir gezieltes Training, am besten unter professioneller Anleitung.  Dafür hat der DHV mit den Flugschulen ein Fortbildungs- und Trainingskonzept geschaffen. DHV-SkyPerformance und DHV-Sicherheitstrainings


Sicherheit = Risikobewusstsein
Jeder Flugsport beinhaltet Risiken. Von einem mündigen Piloten wird erwartet, dass er sich seiner Risiken bewusst ist. Je geringer die Erfahrung, desto größer muss der Sicherheitspuffer gewählt werden. Besonders Anfänger machen oft den Fehler, ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Bitte akzeptiere, dass Du noch viel lernen musst. Überfordere Dich nicht mit zu hoch gesteckten Zielen. Eine solide Flugtechnik benötigt viel Training. Fang am besten gleich damit an. Eine sichere Einschätzung von Wetter, Gelände-Topografie und Flugbedingungen ist eine Sache von Jahren, nicht von Wochen. Weil Du diesbezüglich noch wenig Erfahrung hast, ist eine defensive und sicherheitsbewusste Einstellung gerade in der Anfangsphase besonders wichtig. 

Unfälle beim Gleitschirmfliegen sind fast ausschließlich auf Fehler oder Fehleinschätzungen der Piloten zurückzuführen. Fehler kann man nur durch Training und Lernen vermeiden. Wie bei anderen Outdoor-Sportarten ist Vernunft und Sicherheitsbewusstsein der Schlüssel zur Minimierung des Risikos.

Wir möchten Dir auch klar folgendes sagen: Wenn Du zu wenig Zeit hast um Dich fortzubilden und zu trainieren, empfehlen wir die kompetente Betreuung von Fluglehrern für Deine Flugaktivitäten. Wer wenig fliegt, fliegt am sichersten, wenn er die Angebote der Flugschulen von Fluglehrer-geführten Touren, Reisen und Fortbildungskursen wählt. 

Keine Experimente mit dem Wetter
Deine Flugausbildung hat unter sicheren Wetterbedingungen stattgefunden. Die Einschätzung der meteorologischen Flugbedingungen, bisher von Deinen Fluglehrern getroffen, liegt nun bei Dir. Informiere Dich bestmöglich über das zu erwartende Flugwetter. Dazu gehört eine seriöse Vorbereitung mit gleitschirm-spezifischen Wetterinfos, die Du auf der Wetterseite von www.dhv.de findest. Hole Dir vor Ort unbedingt den Rat erfahrener Piloten. Die örtliche Flugschule ist die ideale Anlaufstation für Infos und Fluggebietseinweisung. 

Ein Tipp, der gerade für Einsteiger sehr wichtig ist. Wenn Du am Startplatz ankommst, nicht sofort an die Startvorbereitungen gehen. Such Dir einen ruhigen Platz, setz Dich ein paar Minuten hin. Beobachte und höre was der Wind macht, wie die Wolken ziehen, sich das Wetter entwickelt. Schau, wie es anderen Piloten in der Luft geht. Sieht das ruhig und kontrolliert aus oder unruhig und ruppig? Frage Dich bewusst, ob Du bei dem was Du siehst mit Spaß in der Luft sein wirst und die Verhältnisse und Dein Fluggerät sicher beherrscht. 

Akzeptiere, dass andere – vielleicht Erfahrenere – noch sicher fliegen können, wenn die Bedingungen für Dich schon zu anspruchsvoll sind. Kritisch sind nicht nur die bekannten Wettergefahren wie Föhn und Gewitter. Besonders bei starken, windzerrissenen Thermikverhältnissen passieren die meisten Unfälle.  

Wenn Du Dich bei zweifelhaften Bedingungen gegen einen Flug entscheidest, hast Du alles richtig gemacht und Du wirst Anerkennung von echten Piloten erfahren. Besonders in Gruppen ist eine solche Vernunftentscheidung manchmal nicht einfach. Man will nicht als Weichei dastehen und entscheidet sich, trotz eigener Bedenken, zum Start. Das ist eine böse Falle, die manchmal zu Unfällen führt, in jedem Fall aber zu einem Flug voller Angst und Unsicherheit. Deshalb nie gegen eigene Bedenken starten!

Dein Gleitschirm – Sicherheit hat Priorität!   
Gleitschirme der Klasse LTF/EN A haben sie sich im Bereich der Einsteiger und Gelegenheitsflieger zu Recht fast völlig durchgesetzt. Gerade in der Anfangsphase sind Fehler beim Fliegen nicht immer zu vermeiden. Unerwartete Turbulenzen, nicht erkannte Lee-Bereiche, Fehleinschätzung der Wetterentwicklung, Flugfehler, die zu einem extremen Flugzustand führen. Da zahlt es sich aus, mit einem maximal sicheren Gleitschirm zu fliegen. Fehlerverzeihendes Steuerverhalten, wenig dynamische Reaktionen bei Klappern oder Strömungsabrissen und vergleichsweise einfache Korrekturmöglichkeiten sind für den Piloten ein unschätzbarer Sicherheitsgewinn.

Auch viele langjährig erfahrene Piloten lieben das entspannte Fliegen mit den A-Gleitern. In der Thermik oder beim Soaring gibt es kaum erfliegbare Leistungsunterschiede zu höher klassifizierten Modellen. 

Auch hier ein offenes Wort: Besser fliegen heißt, ein besserer Pilot werden, mit Training und Fortbildung. Ein leistungsstärkerer Gleitschirm bringt einem schwachen Piloten höchstens in Gefahr. Es ist Fakt, dass der größte Teil der Gleitschirmflieger mit einem A-Schirm leistungs- und sicherheitsmäßig am besten bedient ist. Der Umstieg auf einen zu anspruchsvollen Gleitschirm führt schnell zur Überforderung- und ist eine der häufigsten Unfallursachen.

Gleitschirmfliegen- Hochleistung ist Nebensache
Unser Sport hat viele Facetten und jeder Pilot ist frei, seine Lieblingsbeschäftigung zu finden. Die Piloten-Community achtet den Flieger, der ruhige Abgleiter bevorzugt genauso wie den Streckenflug-Crack. 

Viele Piloten suchen vor allem das Naturerlebnis des lautlosen Schwebens in ruhiger Luft über der Landschaft- und sind glückliche Menschen. Mit der Hike&Fly-Bewegung der letzten Jahre hat dieser Ursprungsgedanke des Gleitschirmfliegens eine große Renaissance erfahren. Dank moderner Leichtausrüstungen wird die Kombination von Bergwandern und Gleitschirmfliegen- besonders in den ruhigeren Herbstmonaten- immer beliebter.

Soaring, das Fliegen im ruhigen, laminaren Hang- oder Küstenaufwind und sanfte, turbulenzarme Thermikflüge sind für die meisten Piloten die Krönung ihres Sports. Wenn der Aufwind soft unter den Flügel greift und die Kreise Dich langsam über den Startplatz tragen- unvergleichlich, süchtig machend, immer wieder spannend und doch- mit dem entsprechenden Können, sicher und kontrolliert.   

Perfekte Schirmbeherrschung durch intensives Training und umfassendes meteorologisches Wissen braucht, wer starke Thermik zum Streckenfliegen nutzen will. Neben Genuss und Naturerlebnis stehen hier sportlicher Wettkampf, Leistungswille, und eine gewisse Risikobereitschaft in der Auseinandersetzung mit den oft turbulenten Elementen im Vordergrund. Die Spitzenleistungen der Top-Piloten, Strecken von bis zu 500 Kilometern, finden Anerkennung und Bewunderung. Jedem sollte aber bewusst sein, dass dies die anspruchsvollste Disziplin des Gleitschirmfliegens ist und nur durch entsprechendes Training sicher gemeistert werden kann.

Die kleine Acro-Szene in Deutschland sammelt hochtalentierte, meist junge Pilotinnen und Piloten, die Spaß am „Kurvenfliegen“ haben. Wie in anderen Sportarten auch, ist „Acro“ der High-End-Bereich, wo mit intensivstem Training und perfekter Motorik an den richtig anspruchsvollen Moves gefeilt wird. Das geht nicht ohne ein Risiko, das bei weitem höher ist als beim klassischen Gleitschirmfliegen. Da die luftrechtlichen Vorschriften in Deutschland echte „Aerobatic“ nicht erlauben, trainiert die Szene aus Sicherheitsgründen meist über Wasser. 

Flugbetreuung- für alle, die außer Fliegen noch etwas anderes zu tun haben
Wer Verpflichtungen in Familie und Beruf hat und auch noch anderen Hobbys frönt, kommt meist weniger zum Fliegen, als er möchte. Die Unfallstatistik zeigt, dass Wenigflieger ein höheres Unfallrisiko haben. Gleitschirmfliegen ist zu anspruchsvoll- vom ruhigen Gleitflug abgesehen- um so „ganz nebenbei“ betrieben zu werden. 

Was in anderen Sportarten völlig selbstverständlich ist, setzt sich auch beim Gleitschirmfliegen immer mehr durch. Küstensoaring in Südafrika, Thermikkurs in Annecy, Dünenfliegen in Dänemark, nach Slowenien an die Lijak-Ridge zum Easy-Streckenflugkurs; Flugbetreuung + Flugtraining unter dem Guiding kompetenter, gebietskundiger Fluglehrer ist die sicherste Art den Sport auszuüben. Sich ganz auf’s Fliegen konzentrieren, interessante Fluggebiete und neue Fliegerfreunde kennenlernen ist hier die Devise. Das schwierige Metier, Wetterbeurteilung und Geländewahl, erledigen die Profis- und die Piloten lernen dabei. Mit dem Coach am Funk, der auch in der Luft hilft, die Thermik zu finden, zu zentrieren und aufzudrehen und der immer ein wachsames Auge auf der Wetterentwicklung hat, fliegt es sich ungleich entspannter. Den Tag ausklingen lassen in einer Runde Gleichgesinnter und die Erfahrungen bei einem Gläschen diskutieren- auch das gehört zu den Erlebnissen der Flugbetreuung, die viele nicht mehr missen wollen. 

Die Flugschulen haben ein riesiges Angebot, oft in Verbindung mit integrierten Fortbildungen wie SkyPerformance-Training, Thermiktraining oder Streckenflugtraining. Eine umfassende Übersicht zu den Betreuungs-, Reise- und Fortbildungsangeboten der DHV-Flugschulen findest Du auf www.dhv.de unter Travel & Training.

Training- fang gleich damit an
Du hast für die Prüfung Starts, Flugübungen und Landungen trainiert. Dieses Training hat funktioniert, deshalb hast Du jetzt Deine Lizenz erhalten. Lass jetzt nicht locker! Wir wissen, dass eine längere Flugpause nach dem Scheinerhalt nicht gut ist. Du solltest dranbleiben. 

Nutze Deine Flüge bewusst zum Training. Jeder Start, jede Landung bringt Dich weiter. Geh an einen Übungshang und verfeinere Dein Gefühl für Starts in den unterschiedlichen Gelände- und Windbedingungen. 

Es gibt kaum etwas Cooleres als richtig souveränes Groundhandling. Vielleicht hast Du in Deiner Schulung bereits eine gute Einweisung ins Handeln am Boden bekommen. Dann weißt Du, dass darin das Geheimnis guter Schirmbeherrschung liegt. Check die Video-Tutorials des DHV auf Youtube, und lass Dich von einem SkyPerformance-Trainer coachen. Such Dir eine geeignete Wiese und fang mit dem Training an. 

In den DHV SkyPerfomance Centern findest Du speziell für Fortbildungskurse ausgebildete Fluglehrer. Diese haben neben einem sehr guten persönlichen Flugkönnen auch eine hohe pädagogische Kompetenz. Ein Thermik- und Flugtechniktraining ist für neue A-Schein-Inhaber der ideale erste Fortbildungsschritt, um zu lernen, in thermischen Bedingungen sicher zu fliegen.

Wir empfehlen auch, baldmöglichst ein DHV-zertifiziertes Sicherheitstraining zu besuchen. Vor allem dann, wenn die fliegerischen Pläne in Richtung Thermik- und Streckenflug gehen.