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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV
20.11.2019

Wissenschaftliche Studie zu Retter-Auslösungen

Bei den DHV-Regionalversammlungen wurde sie schon vorgestellt: Die Studie des britischen Professors Dr. Matt Wilkes von der Universität Portmouth über Pilotenverhalten bei der Auslösung des Rettungsgerätes. Die Studie vertieft und erweitert Erkenntnisse, die der DHV vor einigen Jahren bei den Versuchen im G-Force-Trainer gesammelt und veröffentlicht hat. Diese Studie ist gerade eben als Video veröffentlicht worden. Super-interessant und auch mit durchschnittlichen Englisch-Kenntnissen gut zu verstehen. Hier der Link zu dem Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=-HS1ppN6vw4&feature=youtu.be

Kurze Zusammenfassung:
- 85% der Versuchspersonen greifen intuitiv an den Bereich der Hüfte, wenn sie den Rettergriff fassen wollen- und zwar unabhängig davon, wo sich dieser tatsächlich befindet.
- 70% der Probanten ziehen den Griff nach oben, Richtung Schultern. Dies ist die mit Abstand häufigste intuitive Zugrichtung. 
- Wenn der Retter mit der intuitiv gewählten Zugrichtung nicht ausgelöst werden kann (blockiert) wird ein Wechsel der Zugrichtung unter Streß meist nicht vorgenommen. Die Piloten versuchen dann durch stärkeres Ziehen eine Auslösung zu erreichen. Das reicht bis zur Handlungsunfähigkeit, wenn der Retter auf diese Weise nicht herauskommt.  
- Herausziehen und Werfen des Innencontainers in einem Zug ist besser, als Herausziehen und der Versuch mit Schwung-holen eine höhere Wurfenergie zu erreichen.
- Lange Verbindungen zwischen Auslösegriff und Innencontainer sind ein echtes Sicherheitsproblem, weil dadurch nur mit geringer Energie geworfen werden kann.
- Gurtzeug-eigene Innencontainer haben bei der Auslösung deutliche Vorteile.
- Frontcontainer können kritisch sein, wenn sie schlecht am Gurtzeug fixiert sind.

Link zu den DHV-Auslösetests im G-Force-Trainer:
Gurtzeuge Allgemein
Verkleidete Gurtzeuge

 

 

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