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Deutscher Gleitschirm- und Drachenflugverband e.V.

DHV
14.09.2012

Dolomiten-Fluggebiete in Gefahr, wichtige Mitteilung des italienischen Verbandes FIVL

In der letzten Saison gab es ernsthafte Probleme in den Dolomiten, speziell im Bereich Canazei-Col Rodella-Pordoi-Marmolada. Die Anwesenheit von hunderten Piloten aus ganz Europa im Luftraum verursachten Gefahren für Hubschrauber Such- und Rettungsflüge. Einige Gleitschirmflieger flogen nahe an die Helikopter heran und hinderten diese an ihrer Arbeit. Verletzte mussten gefährlich lange, teilweise in Lebensgefahr, auf Hubschrauber-Bergung warten, weil die Unfallstelle wegen der vielen Gleitschirmpiloten nicht angeflogen werden konnte. In den Monaten September/Oktober 2011 wurden ca. 70 Gleitschirm- und Drachenpiloten im Raum Canazei von Helikoptern nach Unfällen geborgen. Im gleichen Zeitraum waren aber auch sehr viele Hubschraubereinsätze für verunfallte Alpinisten und Mountainbiker erforderlich. Diese wurden oft behindert, durch Piloten, die sich falsch verhielten und die Regeln nicht respektierten.

Es besteht das große Risiko, dass die Dolomiten von den Behörden als Gebiet für Gleitschirm- und Drachenfliegen gesperrt werden.
Die Provinz Trentino und die ansässigen Fliegerclubs haben ein Dokument erstellt, in dem mehrsprachig die wichtigsten Sicherheitsregeln aufgeführt sind.
Hier das Dokument

Hier eine Zusammenfassung:

1. Die Notrufnummer in Italien ist 118
2. Wenn ein Rettungshelikopter im Anflug ist (Farbe: rot oder gelb), muss der Luftraum sofort im Umkreis von 2 km frei gemacht werden.
3. Alle Piloten werden gebeten, den Anflug eines Rettungshelikopters über Funk weiterzugeben, damit der Luftraum so schnell wie möglich frei wird.
4. Alle Piloten werden gebeten, bei Anflug eines Rettungshelikopters mittels „Ohrenanlegen“ allen anderen Piloten in der Luft zu signalisieren, dass der Luftraum sofort freigemacht werden muss.
5. Befindet sich ein Helikopter im Schwebeflug über Grund, muss das nicht heißen, dass er die Unfallstelle erreicht hat und nun das Gebiet nicht weiter abfliegt. Oft muss der Helikopter im Schwebeflug warten, weil die Unfallstelle wegen der Gleitschirmpiloten in der Luft nicht erreicht werden kann.
6. Am Landeplatz in Canazei können Piloten rote und grüne Rauchpatronen erhalten. Wenn ein Unfall geschehen, der Pilot in Gefahr ist oder medizinische Hilfe benötigt, die rote Rauchpatrone aktivieren. Ist keine Hilfe erforderlich, die grüne Rauchpatrone aktivieren oder den Gleitschirm sofort zusammenlegen.

 

Danke für Eure Hilfe

Luca Basso
President FIVL