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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

Liga 2016

Ligatreffen German Open 4.-8. 5. 2016 in Greifenburg

Gesamtwertung

Die Liste war voll, Nachrücker standen Schlange. Einige Ligapiloten rutschten noch rein ins Feld der 90 Teilnehmer, 6 weitere wollen außer Konkurrenz mitfliegen. Schöner blauer Himmel am ersten Tag, aber viel Wind. Die Drachen werden auf den Busanhänger gepackt und wenige Minuten später wieder abgeladen. Dünhofen jun. macht Kulleraugen. Das Sicherheitskomitee nebst Wettbewerbsleitung muss sich wohl erst noch einlaufen. Was also anfangen mit dem schönen Nichtflugwetter? Andi Beeker macht erfolgreich Werbung für die körperliche Ertüchtigung. Es geht in die Pirknerklamm zum Klettern. Unsere Alpinisten Andi und Moritz nehmen die Neulinge in die Mitte und klopfen kluge Sprüche im Takt der fallenden Schweißtropfen.  Beruhigend, dass der Klettersteig in bester Verfassung ist. Solide Griffe und Tritte, dicke Stahlseile und der neue Klettergurt spenden Vertrauen, wenn man senkrecht neben Wasserfällen hoch steigt oder in schwindelnder Höhe die Klamm überquert. Dann ein softer Abstieg durch den Wald und Softeis zum Abschluss des Abenteuers.

Dann kein Wind mehr, der Himmel grau, Regina Glas managed den Aufbauplatz, auf dem sich die Drachen drängeln. Was planen, wird es mehr als ein Abgleiter? Mein Smartphone zeigt Wolkenlücken im Osten, wir haben Ostwind! Wirklich wird es oben rasch blauer, also eine mutige Aufgabe gestellt: Kreuzeckrunde! Die Starren ziehen zuerst los, für die Flexis wird es spät, erst 14.15 Uhr ist der Racestart. Die Wolken ziehen gut, mit Rückenwind sind wir ruck-zuck überm Zettersfeld. Dann legt Petrus den Schalter um, und wer nicht synchron auf Sparflamme geschaltet hat, steht bald ernüchtert neben der Möll auf einer grünen Wiese. Ich soare eine gute halbe Stunde  im Talwind und warte auf eine warme Luftblase. Ein kurzer Sprung zur nächsten Rippe, dann wiederholt sich das Spielchen, Carsten Muth leistet mir Gesellschaft. Erst das Reißeck reißt uns ganz nach oben auf 3000m. Das sollte reichen bis ins Ziel, meine ich. Carsten dreht am Kreuzeckmassiv noch ein paar Sicherheitshöhenkreise, auf die ich besser nicht verzichtet hätte. Ein paar Kilometer weiter erweist sich die Luft als deutlich weniger tragfähig, ich komme mit knapper Not ins Ziel. Joachim Waibel und Carsten sind schon da, Christof Knatz mit respektabler Leistung auf seinem Turmdrachen landet 2km zu kurz. Bei den Starren haben es Dirk Todzy und Eckard Wozny geschafft. Thomas Paulik, vor Freude über das nahe Ziel, achtet nicht auf den Compeo-Pfeil und wutscht knapp am letzten WP vorbei.

Für den zweiten Durchgang kündigt Dietrich Münchmeyer einen ganz großen Task an. Es sollen 185km werden, zuerst weit hinter Sillian hinaus und dann zur Georgi-Kapelle vor der Windischen Höhe.  Sillian wird für die Flexi zum Massengrab. Die Wolken breiten aus und schatten effektiv ab. 2/3 der Teilnehmer landen folglich bei 60km, fast alle anderen fliegen ins Ziel. Entsprechend   unterschiedlich fällt das Urteil über die gestellte Aufgabe aus. Immerhin klappt es mit dem Rücktransport. Carsten heuert den Dünhofen-Bus an, der für 80km nur schlappe 20Euro je Passagier haben will! Sollte die Wettbewerbsleitung das nicht zum Anlass nehmen, in Kooperation mit der Taxifirma zukünftig den Rücktransport zu gewährleisten? 4 Starre der Liga sind aber im Ziel, am schnellsten Thomas Paulik. Von den Flexis  kommt Herrmann Wolterhoff mit 83km noch am weitesten.
Beim letzten Durchgang sollen viele Piloten im Ziel stehen, die Aufgaben werden optimal gestaltet: für die Starren erst Sillian, dann über das Defereggental nach Matrei und zurück nach Greifenburg. Die Flexis sollen zur Oblaser Alm vor Matrei fliegen, dann über die Gerlamoos-Kirche ins Ziel. Mein Vorschlag zu einem Rekordversuch über 100km ZR findet keine Akzeptanz. Die Starren sind bei guten Startbedingungen schnell weg, für die Flexis ist eigentlich noch viel Zeit und demzufolge keine Starthektik. Ich starte aber gleich nach den Starren, warte am Stagor unter der Wolke und fliege dann als ersten WP doch Gerlamoos an. Ich hatte diesen WP zusätzlich aufgenommen und versuche mich nun alleine an der Rekordstrecke. Unterwegs halten die dunklen Wolken ihr Versprechen und saugen kräftig. Einem Gleitschirmflieger wird das fast zum Verhängnis. Zwischen Matrei und Lienz müssen etliche Piloten zusehen, wie er aus einer Wolke runter spiralt und nach schier endlosen Drehungen in einer Schneerinne aufschlägt und noch tief darin runter rutscht. Als ich später im Ziel landete, hatten andere Piloten schon den Vorfall gemeldet. Carsten Muth war aber umgehend im Iseltal gelandet und hatte der Bergrettung die Koordinaten der Unfallstelle übermittelt, die gleich einen Hubschrauber losschickte. Zum Glück war der Pilot unverletzt geblieben und konnte alleine absteigen. Der Landeplatz war dann gut gefüllt mit glücklichen Zielfliegern.
Den ersten Applaus bei der Siegerehrung bekommt ein Liga-Pilot, Carsten Muth für seinen vorbildlichen Beitrag zur Rettung des Gleitschirmpiloten. Auf den Plätzen 1,2,3 der Deutschen Meisterschaft FAI 1 stehen keine Ligapiloten, aber dafür auf den Plätzen 11,12,13, was nur intern Beachtung findet. Auch unsere Starrflügler landen zweistellig, der Weg zur Spitze ist noch lang, aber wir sind auf dem besten Weg dorthin. In drei Wochen treffen wir uns wieder.
Konrad Lüders

p.s. Ein neuer Geschwindigkeitsrekord über 100km Zielrück von 48,65km/h fand inzwischen Anerkennung.


Drei Ostereier für die LIGA

Gesamtwertung nach 3 Durchgängen

Grauer lässt sich ein Karfreitag-Morgenhimmel nicht ausmalen, als sich die Drachenliga am letzten Wochenende in Greifenburg zum ersten Durchgang einfand. „Wir machen erst mal den Papierkram“, fand ich, und verteilte Wendepunktkarten an die gut 20 Angereisten, als würde es gerade nicht nach Regen aussehen. Was nun, Ski und Rodel gut, aber Fliegen?? „Wir fahren erst mal hoch!“ Den Aufbauplatz hatte Wolfgang Sattlegger extra für uns hergerichtet, die Rampe war frei und der Meter Schnee von der Pistenraupe glatt gebügelt. Ein paar Piloten standen unschlüssig herum und machten Kulleraugen, als ich verkündete, dass aufgebaut werden soll. Frank und Christof hatten sich fürs Skilaufen entschieden, die anderen packten gehorsam ihre Drachen aus. Der Einzige, der an Thermik glaubte, war mein Bauch. Er sollte Recht bekommen. Nicht die Sonne sorgte für Aufwind, sondern die hohe Labilität unter der geschlossenen Schichtbewölkung. Bald konnten sich ein paar Schirme halten. Die DHV-Jugendlichen waren ja auch da und reckten ihre Flügelchen. „Was  die können, können wir auch!“ Eine kleine Aufgabe wurde kundgetan, 43km zwischen Gaugen und Scharnik, immer in Hangnähe, Basis bei 2000m! Immerhin stand ständig Startwind an, das Fähnchen lockte zuverlässig zum für die Mehrzahl von uns ersten Start in die Saison. Wie durch ein Wunder ging es hier und da aufwärts, nur ein Pilot musste nach dem Start abhocken. 6 Piloten schafften die Strecke in etwa einer Stunde, wobei die Starren deutlich die Nase vorn hatte.  Thomas Paulik war sogar mit einem Schnitt von 53km/h unterwegs, wer hätte das noch am Morgen geahnt! Weil sich die Sonne den ganzen Tag nicht gezeigt hatte, gingen wir abends gemeinsam um Essen ins „Sunshine“.

Am Samstag besorgte Blicke auf die Wolkenfetzen, die sich unangenehm eilig Richtung Süden bewegten. Erst am Nachmittag sollte es ruhiger werden. Also fuhren wir auf in den Nebel und konnten von oben auf die untere Wolkenschicht schauen, die sich mühselig auf Startplatzhöhe hocharbeitete. Ein paar mutige Schirmflieger starteten und schossen fast senkrecht nach oben. Wir beschlossen, erst spät zu starten, vielleicht geht Petrus dann die Puste aus. Für die 60km werden wir nicht viel Zeit brauchen, dachten wir, aber Petrus neckte uns dann. Die Startphasen waren knapp, kurz mit langen Rückenwindpausen. „Dusty!“ alle rannten zu den Drachen, während eine Schneestaubwolkenspirale  über den Starthang wirbelte. Es waren schon 7 Piloten gestartet, was tun? Wir berieten – abbrechen oder nicht? Per Funk konnte ich  Fredi erreichen: „Es ist bockig, aber nicht so schlimm“, also kein Abbruch. Dann hatte Petrus Mitleid und tauschte die brodelnde Luftmasse aus gegen blauen Himmel und zähmbare Bärte. 15 Piloten schafften die Aufgabe, eitel Freude über den zweiten Flugtag. Das musste gefeiert werden, also gemeinsames Dinner im Nobelrestaurant Leitner.

Der Sonntag sollte sich auch als fliegbar erweisen. Es wurde wieder eine Geduldsprobe – stabile Luft und hohe Abschirmungen drückten die Steigwerte in den Nachkommabereich. Die Hälfte der Teilnehmer traf sich nach kurzem Abgleiter  auf dem Landeplatz wieder. Die Glücklicheren schafften es einen oder zwei Wendepunkte weiter. Alle recht bald wieder unten!? Nein, von Andreas Kimmich fehlt noch die Rückmeldung. Es dauert an, wir werden unruhig, telefonieren, keine Antwort. Der Landeplatz ist schon geräumt, alle haben längst abgebaut und trinken Landebier, plötzlich kommt er angeschwebt und ist gleich darauf umringt. Andreas hat die 60km in drei Stunden geschafft und sieht geschafft aus, aber glücklich.
Wir wollen Petrus nicht in Versuchung bringen, gegen die schlechte Prognose seiner Jünger zu verstoßen. Der Stau im Osterverkehr scheint dagegen sicher.  Abends kann ich die Freunde gerade noch zu einem ausführlichen Debriefing überreden, dann sind sie nicht mehr zu halten und fahren heim zu Muttern.

Konrad Lüders


Liga 2016
 - Ausschreibung 

Streckenflugtraining in der Drachenliga!

Auch in diesem Jahr gibt es für ambitionierte Piloten wieder diese Möglichkeit, das Streckenfliegen gemeinsam zu trainieren.  Aufgabe der Liga ist es, Piloten an das Streckenfliegen unter wettbewerbsmäßigen Bedingungen heranzuführen bzw. darin zu qualifizieren. Unter der Anleitung des Ligachefs sowie etlicher „alter Hasen“ des Drachenflugsports haben schon viele Wettbewerbsneulinge ihre Leistungsgrenzen erweitern können, neue Fluggebiete kennen gelernt und sind weiter geflogen als je zuvor. In dieser Gemeinschaft  macht das Streckenfliegen und das damit verbundene sportliche Wetteifern deutlich mehr Spaß, als es der Hausberg bieten kann, von dem man sich gelegentlich fortstiehlt.
Somit ist die Drachenliga insbesondere erste Adresse für Piloten, die Lust haben auf Streckenfliegen, aber die Teilnahme an großen zentralen Wettbewerben (noch) scheuen. Ausländische Piloten sind in diesem Sinne herzlich eingeladen, an der Liga teilzunehmen. Eine Mitgliedschaft im DHV ist hierbei nicht notwendig.
Liga-Events finden nur bei gutem Wetter statt bzw. wir fahren dem guten Wetter entgegen, da wir nicht an ein Fluggebiet gebunden sind. Ligadurchgänge haben sozusagen Wettergarantie, Regentage am Berg sind dadurch selten.
Es wird mit Faktoren gewertet – Turmdrachen, turmlose Flexible und Starrflügler. Der Ligabeitrag beträgt 110 Euro, wovon u. a. Kosten für Auffahrten und Start-/Landegebühren, Wettbewerbsbüro, Pokale und Siegerpreise bestritten werden.
Es sind 5 Treffen geplant und zusätzlich die Teilnahme an der German Open und der Austrian Open
1. Termin                    25.03. - 28.03.            (Ostern) Greifenburg
2. Termin                    15.04. - 17.04             offen
3. Termin                    03.05. - 08.05.            German Open, Greifenburg
4. Termin                    26.05. - 29.05.            offen
5. Termin                    10.06. - 12.06.            offen
6. Termin                    01.07. - 03.07.            Austrian Open, Sillian
7. Termin                    08.07. – 10.07.           Ersatztermin AO / offen

Weitere Informationen zur Liga 2016 mit Hinweisen zur Einschreibung, außerdem Berichte aus den vergangenen Liga-Jahren findest Du unter www.dhv.de
Konrad Lüders