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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV

WM in Italien 16. - 30. Juli 2011

Die Sieger v.l. Christian Ciech (1) Alex Ploner (1) Primoz Gricar (3)
Die Mannschaftsweltmeister v.l. Frankreich (2) Italien (1) Österreich (3)
Gerd und Andre unter den besten 10 Piloten der Welt
Team D nach der Siegerehrung in der Villa Anita
Schöne Abschlussfeier an der Piazza in Sigillo
Christian Ciech, Flavio und der neue und alte Weltmeister Alex Ploner (ITA)
wow, gleich zwei Keulen an der Basis....wer ist das?
Briefing am Cucco Nord
Alte Gebäude
Die Kirche vom Hl. Franziskus von Assisi
Andre, bester Deutscher, auf dem 7.!
Wie die Pinguine ..
Markus Ebenfeld beim Start
Task-Briefing
Tom Weissenberger (AUT)
Mart Bosman (NED) und Amir Shalom (ISR)
Philippo Oppici "Pipo" (ITA)
Günther Tschurnig (AUT) und Gerd Dönhuber
Jeff Shapiro aus USA
Davis Straub - Oz-Reportler
Das haben wir uns verdient - Eisdiele in Fossato - The Best
Gerd Dönhuber - German Crack
Der Weltmeister auf Weltmeisterkurs - Alex Ploner aus Italien
Endlich wieder fliegen - Andre heute bester Deutscher
Primoz bekommt den Tagessiegerpreis - Eine Sonnenbrille
Was tun wir hier bei dem Wetter?!
German Girls
Tag 7: Piloten im Nebel
Da gibts doch ein Sprichwort???...na vielleicht hilfts ja und das Wetter wird schöner....:)
German-Express - Andre und Gerd mit Teamchefin Regina
Primoz, Alex, Gerd und Andre - schnelle Truppe
Startplatz am Monte Subasio
Anna und Roland
Basilika San Francesco Assisi
Landeplatz in Sigillo
Umbrien von oben
Starkwindstarts
flache Drachen - ca 50 km/h Wind
Der Weltmeister - Alex Ploner
Abheben ohne Drachen
Viel Wind
Aufbauplatz mal anders
müde Kühe
komisches Schaf
Ecki der rasende Fotoreporter
Castelluccio
lets fly
Jury-Steward Francoise Deuzeide flog mit Reginas Drachen
Markus ist begeistert - 4000 m wouwww
fetter Überflug
Gerd
Christian
der Teambus wird vollgeladen
Die FAI-Offiziellen beim Gespräch
Roland versuchts auf der Slackline
Team Germany auf der Eröffnungsfeier
Masahiro - der nette japanische Teamleader
Die Piaza - eine tolle Eröffnungsfeier mit vielen Zuschauern
Teambesprechung
Team Germany mit Teamauto
Christian mit Speedarms auf der Slackline - Ein Naturtalent
Gerd spielt am Cucco mit dem Wind
Die WM-Trophae am Cucco
Der amtierende Welti beim Spielen am Cucco
Überflüge für Fotos
Blick aus unserem Quartier auf den Cucco
Ein klasse Abbau-Rasen vor unserem Appartement - unsere Vermieterinnen finden das gut

NEWS OF THE DAY

Liebe Fans und Besucher unserer Livebericht-Erstattung, hier aus Sigillo:

Samstag 30. Juli 2011 - Siegerehrung und Abschlussfeier

Die gestrige Party bei "Cesare" war heftig. Bis morgens um halb Fünf hielten viele Piloten aus. Trotzdem waren die meisten Piloten, Teamleader, Helfer etc pünktlich um 10 Uhr morgens an der Piazza mitten in Sigillo um die Sieger zu ehren. Nach einer tollen Vorstellung einer localen Gruppe, die uns mit Fahnen und Kunststücken beglückten, fand eine feierliche Siegerehrung statt. Viele Zuschauer und auch ordentlich Presse war anwesend.

Nach einigen Reden von den Offiziellen wurde der neue und alte Weltmeister aus Italien, Alex Ploner geehrt. Vizeweltmeister wurde Christian Ciech (ITA) vor Primoz Gricar (SLO). Der Teamtitel ging ebenfalls an Italien vor Frankreich und Österreich.

Das deutsche Team schlug sich wacker. Gleich 2 Piloten unter den besten 10 Piloten der Welt. Andre Djamarani (7.) und Gerd Dönhuber (10.) Nicht mal die erfolgverwöhnte österreichische Nation konnte da mithalten. Manfred Ruhmer fand sich auf dem 6. Platz wieder. Nur die italienischen Nachbarn konnten mit 3 Piloten unter den besten 10 noch besser abschneiden. Insgesamt nahmen 150 Piloten aus 36 Nationen an den Weltmeisterschaften am Montecucco teil.

Ich möchte meinem Team für die tolle Zusammenarbeit und die gemeinsame und harmonische Zeit in Sigillo danken. Besonderer Dank gilt meiner Assistentin und guten Fee Birgit und natürlich unserem Doc Ecki, der ein paar Tage bei uns verbrachte und Roland den Hexenschuss austrieb.

Im Namen unseres Teams möchte ich auch besonders unseren Sponsoren danken:

DHV: Für die finanzielle Unterstützung
Adidas: Für die schöne Teamkleidung
VW: Für unseren schnellen Teambus
Bräuniger: Für die super Unterstützung mit Reservevarios, etc.
UK-Electronik: Für die Unterstützung im Funkbereich
e-cooline: Für die kühlende Kleidung

Und natürlich herzlichen Dank allen Fans, die uns immer die Daumen gehalten haben und viele e-mails geschrieben haben.

Viele Grüße - bereits wieder von Zuhause

Regina

Top-Ten:

1. Alex Ploner (ITA) Icaro Laminar
2. Christian Ciech (ITA) Icaro Laminar
3. Primoz Gricar (SLO) Aeros Combat
4. Koji Daimon (JPN) Aeros Combat
5. Elio Cataldi (ITA) Moyes Litespeed
6. Manfred Ruhmer (AUT) Icaro Laminar
7. Andre Djamarani (GER) Aeros Combat
8. Clauco Pinto (BRA) Icaro Laminar
9. Antoine Boisselier (FRA) Moyes Litespeed
10. Gerd Dönhuber (GER) Moyes Litespeed

Freitag 29. Juli 2011 - letzter Tag!

13:38 Uhr: Task cancelled! Die Turbulenz vor dem Start ist zu stark, der Safety Director hat den Tag abgesagt und erlaubt auch kein Freifliegen, nachdem schon gestartete Piloten über Funk davon abgeraten haben. Damit ist Alex Ploner (ITA) alter und neuer Weltmeister, das italienische Team gewinnt vor Frankreich und Österreich.

1. Alex Ploner (ITA)
2. Christian Ciech (ITA)
3. Primoz Gricar (SLO)
7. Andre Djamarani (GER)
10. Gerd Dönhuber (GER)
77. Roland Wöhrle (GER)
80. Christian Zehetmair (GER)
108. Markus Ebenfeld (GER)

13:30 Uhr: Das Race wurde weitere zwei Male nach hinten verschoben, nun soll es um 15:00 Uhr anfangen - neue Zeiten werden gebrieft, der Start ist jetzt offen!

12:15 Uhr: Alle Zeiten wurden eine halbe Stunde nach hinten verlegt auf Wunsch des Safety Committees - also geht das Race um 14.00 Uhr los!

11:50 Uhr: Es wird eine Aufgabe über 90 km um 4 Wendepunkte gestellt, der Start öffnet um 12.15 Uhr, das Race beginnt um 13.30 Uhr... es wird spannend! Das Safety-Committee ist allerdings noch am Diskutieren. Hoffentlich funktioniert das Live-Tracking besser heute!

9:30 Uhr: Zum Glück geht es zum Cucco Nord. Auch wenn das Wetter nicht eindeutig ist und die Gefahr von Überentwicklung besteht, soll eine letzte Aufgabe versucht werden.

Trepizzi oder Cucco Nord??

Für heute schauts tatsächlich mal gut aus. Zumindest am Morgen scheint schon die Sonne und der Nebel lichtet sich. Wir warten aufs Teamleaderbriefing. Mal sehen was der Wettermann sagt. Eventuell werden wir auf den Trepizzi geschickt. Ich hoffe allerdings, dass sie sich das nochmal überlegen. Die Strasse dort rauf ist eine reine Katastrophe. Bei uns wurde der Startplatz bereits in Strapazzi unbenannt!! Wenn heute geflogen wird, geben die Jungs - besonders unsere - nochmal Gas!! Drückt die Daumen!

Donnerstag 28. Juli 2011 - Regenwetter, Tag abgesagt

Heute waren wir endlich in Assisi. Allerdings nur Birgit, Andre und ich. Unser Anliegen an den Hl. Franziskus war natürlich das Wetter. Vielleicht erhört er ja unser Gebet und schickt uns für morgen nochmal einen fliegbaren Tag.

Die anderen vom Team Germany waren in Sigillo unterwegs. Gerd hat das kurze Flugfenster abgewartet und ist zweimal mit seinem Gleitschirm gestartet. Roland und Anna waren Perugia und sind eben in der Villa eingetroffen.

Wolfgang Genghammer von der Firma Skyline ist gestern abend bei uns eingetroffen und bleibt noch bis zur Siegerehrung am Samstag. Markus hat nach seinem Rettungsabgan gleichmal seinen Skylinegurt bei ihm überprüfen lassen.

Nach längerem Durchchecken seines Drachens und nach weiteren Analysen sind nun alle der Meinung, dass bei seinem gestrigen Unfall die seitliche 2 mm Unterverspannung an der Kausche gerissen ist. Diese Race-Unterverspannung sollte normalerweise nach 70 Stunden (Hersteller-Empfehlung) gewechselt werden. Markus hat diese Flugzeit bei weitem übertroffen. Der Grund wird Materialermüdung gewesen sein.

Hier wird wieder klar, wie wichtig es ist, die Unterverspannungen regelmäßig zu checken bzw. auszuwechseln.

Viele Grüße
Regina

11:30 Uhr: Wieder heißt es "Day cancelled" im zweiten Briefing, wieder keine Chance, ein paar Punkte aufzuholen - es regnet, später sollen sogar Gewitter eingelagert sein, der Himmel ist trüb. Eine letzte Möglichkeit für einen Durchgang gibt es morgen. Das Team wird nach Assisi fahren und den Hl. Franz von Assisi um besseres Wetter bitten! Wobei - war nicht Petrus dafür zuständig?


9:15 Uhr: Teamleaderbriefing. Gerade sitzen wir vor dem aktuellen Wetterbericht. Es sieht nicht besonders gut aus für heute und morgen. Sehr schade. Das nächste Teamleaderbriefing findet um 11 Uhr statt. Dann fällt eine Entscheidung, ob wir auf den Startplatz fahren oder nicht.

Mittwoch 27. Juli 2011 - Blauer Himmel, Sonne und ein paar Wolken - Durchgang abgesagt

Der heutige angesagte Durchgang über 82 km wird abgesagt. Bewölkung, zu wenig Thermik und niedrige Basis ist der Grund. Mitte des Nachmittags soll dazu noch Regen kommen.

Die meisten Piloten entscheiden sich, den Drachen runter zu fliegen. Auch das deutsche Team beschließt vor der gemeinsamen Unterkunft, zusammen mit dem Team aus USA und den Brasilianern, zu landen.

Stellungnahme zum Rettungsabgang von Markus Ebenfeld:

Markus fliegt mit seinem Icaro Laminar etwa in 500 m Höhe über unserer Unterkunft - Villa Albarosa - und setzt zu einem Wing Over an. Bereits im Ansatz bei etwa 80 - 90 km/h gibt es einen Schlag und der Drachen bricht. Markus wirft sofort den Rettungsschirm und landet fast sanft auf einer Wiese nahe der Unterkunft. Er bleibt bis auf eine kleine Schramme unterm Kinn unverletzt. Er vermutet, dass die seitliche Unterverspannung gerissen ist. Am Drachen entstand Totalschaden.

Markus berichtet selbst:

Nach dem der Task am 27. Juli abgesagt war sind die meisten Piloten gestartet um vor dem wahrscheinlich bald einsetzenden Regen noch etwas zu fliegen. Nach etwa einer halben Stunde Thermikfliegen bei wenig Wind und eher mäßigen Steigen bin ich dann von der Wolkanbasis mit über 100 km/h Richtung Privatlandeplatz nahe unserer Residence Alba Rosa geflogen. In etwa 300-500 m Höhe habe ich den Drachen wieder auf normale Fluggeschwindigkeit gebracht um dann erneut zu beschleunigen und einen Wingover zu fliegen. Nach dem Umsetzten der Geschwindigkeit in Höhe kurz vorm Erreichen des Scheitelpunktes, habe ich die Basis dosiert nach vorne geschoben um den Wingover zu schließen. Dabei ist der Drachen mit einem lauten Knall über mir zusammengeklappt und ich habe sofort meine Rettung geschmissen.
Grundsätzlich halte ich es auch nach diesem Unfall für sinnvoll mit einem Drachen im Sinne eines Sicherheitstrainings extreme Flugzustände zu üben. An stark thermischen und  turbulenten Tagen kann es genauso passieren, dass sich der Flügel steil aufstellt oder aggressiv über die Fläche abtaucht. Wer hier schon vorher unter kontrollierten Bedingungen (wenig Wind, ruhige Luft und ausreichende Höhe über Grund) ausreichend Erfahrung gesammelt hat, wie man auf extreme Fluglagen des Flügels richtig reagiert, wird meiner Meinung nach insgesamt die Unfallgefahr deutlich reduzieren. Natürlich hat man beim Üben ein erhöhtes Risiko gegenüber dem Normalflug und ich bin meinen Wingover auch nicht geflogen, weil ich da noch irgendetwas üben müsste, sondern einfach weil es schön ist und Spaß macht. Es sei denn man fällt runter.
Warum ist mein Flügel zerbrochen und vor allem was können ich und andere Piloten daraus lernen, um ähnliche Unfälle in Zukunft möglichst zu vermeiden? Piloten, die provozierte extreme Flugmanöver strikt ablehnen, sind vielleicht der Meinung, dass so ein Unfall beim normalen Fliegen nicht passiert wäre. Aber diese Betrachtungsweise greift meiner Meinung nach zu kurz.
Mit ziemlicher Sicherheit war ein Vorschaden an der linken seitlichen Unterverspannung die Unfallursache. Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass mir der Unfall nicht beim Fliegen etwa über felsigem Gelände mit wenig Höhe über Grund oder bei viel Wind passiert ist. Viel besser wäre es natürlich gewesen, wenn ich den Schaden schon vor dem Flug entdeckt hätte, vor allem, weil ein kompletter Satz nagelneuer Unterverspannungen bei mir im Auto liegt.
Die Kräfte die bei einem Wingover in der oben beschriebenen Flugphase auf einen Drachen einwirken, sind sicher viel geringer, als sie bei den Schlägen, die man doch immer wieder bei höheren Fluggeschwindigkeiten in unruhiger Luft oder auch bei sehr starker aber ungleichmäßiger und zerrissener Thermik abbekommt, auftreten. Auch die dünne Renn-Unterverspannung mit 2 mm ist laut Christoph Krazner immer noch so überdimensioniert ausgelegt, dass sie selbst ein aggressives Vorschieben des Steuerbügels bei Tempo hundert ohne Verformung oder Schädigung verkraftet. Und das habe ich natürlich nicht gemacht, sondern die Geschwindigkeit unten möglichst weich in Höhe umgesetzt und dann oben die Basis sachte nach vorne geschoben. Eine Krafteinwirkung, die eine intakte Unterverspannung zum zerreißen bringt, führt in der Regel dazu, dass die Schlaufe unterhalb der Presskausche nicht mehr annähernd rund ist, sondern oval verformt wird. Eine entsprechende Verformung war bei der gerissenen Verspannung allerdings nicht zu erkennen. Da die Schlaufe aus zwei Kabeln besteht, verteilt sich die Last und es wirken hier auf den einzelnen Kabelstrang geringere Kräfte ein, als auf den einfachen Kabelstrang der Unterverspannung im Bereich zwischen den beiden Kauschen. Es ist also zu erwarten, dass ein Riss einer intakten Unterverspannung bei Überlastung nicht innerhalb der Schlaufen erfolgt. Trotzdem war ein Strang der Schlaufe direkt unterhalb der Kante der schlaufenseitigen Pressung abgerissen. Insgesamt ist wohl davon auszugehen, dass die einwirkenden Kräfte nicht außergewöhnlich hoch waren und eine Vorschädigung des Kabels direkt im Bereich der Kante der Kauschenpressung als wahrscheinlichste Ursache in Frage kommt.
Wie hätte ich diesen Unfall vermeiden können? Ohne Wingover wäre vielleicht erst einmal nichts passiert und ich hätte unter Umständen den Schaden beim nächsten Aufbauen bemerkt. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich zwar schon immer mal wieder die Unterverspannung genau anschaue und auch mit der Hand abfahre um zu spüren ob irgendwo eine Litze heraussteht, aber nicht routinemäßig vor jedem Flug. Außerdem war der Riss so knapp an der Pressung, dass ich hier zumindest mit den Fingern wahrscheinlich nichts hätte tasten können und vermutlich auch nichts gesehen hätte, da die gerissenen Litzen vielleicht mit ihren offenen Enden direkt an der Pressung aufgestanden waren und gar nicht nach außen abgestanden haben. Bliebe noch ein vorsichtiges hin und her Biegen des Kabels direkt hinter der Pressung, um zu sehen, ob alle Litzen noch in Ordnung sind, aber davon rät zumindest Christof eher ab, da zumindest ein zu starkes Biegen in diesem Bereich unter Umständen sogar überhaupt erst eine Schädigung verursachen kann. Vielleicht waren auch nur innen liegende Litzen gebrochen und man hätte von außen gar nichts gesehen, so dass man das Kabel eigentlich hätte vorsichtig etwas aufdrehen müssen, um den Schaden überhaupt zu entdecken. 
Die 2 mm Unterverspannung besteht aus deutlich weniger Litzen als das 2,5 mm Kabel und der Litzendurchmesser ist etwas größer. So ist das 2 mm Kabel wegen seiner dickeren Einzellitzen zwar vollkommen ausreichend stabil bezüglich Zugbelastung, allerdings auch anfälliger gegenüber Knickbelastung, da die dünneren Litzen des 2,5 mm Kabels flexibler sind und nicht so leicht brechen, bzw. pro gebrochener Litze nicht so viel Festigkeit des ganzen Kabels verloren geht. Je nach Hersteller wird empfohlen die 2 mm Unterverspannung nach 50 bis 70 Flugstunden zu wechseln. Dies ist allerdings eher eine Empfehlung vom Rechtsanwalt, um die Hersteller aus der Haftung rauszubekommen und wird kaum helfen, entsprechende Schäden oder Unfälle zu vermeiden. Ich müsste dann die Kabel alle 10 Flüge wechseln, viele Piloten finden es ja schon übertrieben, die Kabel alle zwei Jahre beim Check auszutauschen. Die Menge der Flugstunden spielt bei der Stabilität des Kabels außerdem gar keine Rolle, solange alle Litzen und die Pressungen intakt sind. Entscheidend ist vielmehr die Unversehrtheit des Kabels. Ein Schaden durch Knicken oder ungünstiges Belasten des Kabels, zum Beispiel weil sich die Unterverspannung beim Aufbauen um das Trapezeck gewickelt hat oder einfach beim Transport gequält worden ist, kann natürlich auch bei einem nagelneuen Kabel jederzeit auftreten.
Die dünneren Kabel werden im Wettbewerbsbereich verwendet, um den Luftwiderstand weiter zu reduzieren. Berechnung scheinen allerdings zu ergeben, dass die theoretische Reduzierung des Luftwiderstandes selbst bei Geschwindigkeiten um 100 km/h so gering ausfällt, dass 3-4 maliges Kopfdrehen weil man doch mal aufs Instrument schaut (besonders mit den „aerodynamischen“ Helmen  von Icaro) diesen minimalen Vorteil schon wieder zunichte macht. Pilotenentscheidungen, Körperhaltung und die Wahl der richtigen Spur sind sicherlich viel entscheidender für gutes Gleiten. Es handelt sich hier wahrscheinlich eher um einen psychologischen als um einen aerodynamischen Vorteil. Wills Wing etwa rüstet deshalb seine Wettbewerbsdrachen nur noch mit 2,5 mm Kabeln aus.
Der Schrumpfschlauch im Bereich der Kauschen hat, laut Manfred Ruhmer, keine Schutzfunktion für das Kabel selbst, sondern soll nur verhindern, dass das Segel schwarzen Flecken bekommt. Man verliert damit allerdings die Möglichkeit das Kabel in diesem Bereich auf Schäden zu überprüfen.
Mein nächster Drachen hat auf jeden Fall eine Unterverspannung mit 2,5 mm Durchmesser ohne Schrumpfschlauch im Bereich der Trapezecken, weil ich der Überzeugung bin, dass das zumindest für Vielflieger das die sinnvollere Variante ist. Ich habe eh nie wirklich an einen Vorteil geglaubt, aber weil es alle haben, wollte ich es letztendlich dann auch, schön blöd. Außerdem werde ich die Unterverspannung vor jedem Flug gründlich überprüfen. Wenn es doch wieder einmal passieren sollte, dass sich das Kabel beim Aufbauen ums Trapezeck gewickelt hat oder es sonst irgendwie zu einer Knickbelastung gekommen ist, werde ich ganz besonders genau hinschauen und nach einem wiederholten offensichtlichen Knickbelastung im Bereich der Kauschen die Verspannung vorsichtshalber wechseln, auch wenn kein Schaden zu erkennen ist.
Vielleicht machen sich die Hersteller auch Gedanken über eine weniger anfällige Lösung im Bereich der Pressungen oder sogar über die Möglichkeit, ganz andere Materialien zu verwenden, die es dann erlauben ohne erhöhtes Risiko dünnere Unterverspannungen, vielleicht sogar mit Profil, zu verwenden und so den Widerstand doch wirksam zu senken. Ein leiser Helm, so dass man das Instrument auch bei höheren Geschwindigkeiten noch hört oder ein Visier mit Display (gibt es wohl schon für Schifahrer) wäre allerdings wahrscheinlich die viel einfachere und wohl auch effektivere Maßnahme, um den Luftwiderstand im Schnellflug zu senken, weil man dann nicht mehr den Kopf drehen muss um auf das Instrument zu schauen.
Und natürlich an alle, die die Rettung noch nie gebraucht haben: Jeder sollte seine ausreichend große Rettung mindestens einmal pro Jahr oder wenn sie nass geworden ist unbedingt neu packen. Es ist sicher kein Fehler, das Werfen der Rettung immer wieder möglichst detailliert mental durchzugehen, vor dem Packen die Rettung wirklich zu werfen oder während eines Fluges den Griff zur Rettung zu üben. Und auf keinen Fall Faxen in mit weniger als 200 m Höhe über Grund, weil dann die Rettung wahrscheinlich niemanden mehr rettet.
Bei mir hat der Container zum Gurtzeug gepasst und nicht zur Rettung. Das schien mir irgendwie logischer und hat, wie man sieht, auch sehr gut funktioniert. Die Gesetzeslage ist wohl noch eine andere, aber was nützt es, wenn auf dem Grabstein steht, dass Rettung und Container gütesiegelkonform waren.
Fehler zu machen ist menschlich und an unseren Drachen gibt es eigentlich keine Teile die irgendwie unwichtig wären, da muss eben alles funktionieren. Zu viel Routine ist gefährlich, weil man dann anfängt potentielles Risiko zu verdrängen. Ich hätte es vorher doch etwas albern gefunden, nach jedem Aufbauen wie ein A-Schein Schüler um meinen ganzen Drachen zu hüpfen und jedes Schräublein zu überprüfen. Aber eine regelmäßigere Kontrolle macht eben doch Sinn. Den gleichen Fehler zweimal zu machen, ist allerdings bescheuert. Am besten ist es, die anderen die Fehler machen zu lassen, um dann für sich selbst die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Aber der Mensch ändert sich meistens dann doch erst, wenn es weh tut oder zumindest viel Geld kostet.
Ich habe mich immer sehr wohl und sicher unter meinem Z9 gefühlt. Schade, dass ich ihm ein so jähes Ende bereitet habe, aber vielleicht basteln die Jungs von Icaro mir ja die paar heilen Knochen von meinem alten Recken in den neuen Flügel, dann lebt der sozusagen noch etwas weiter. Auf jeden Fall freue ich mich schon wieder auf den Tanz mit der Luft und wünsche euch happy landings und schöne Flüge.

Markus

 

11:55 Uhr: Der Tag wird abgesagt, die Front kommt zu schnell rein.

11:15 Uhr: Alle haben hoffnungsvoll aufgebaut, doch der Himmel ist nun komplett bewölkt und 50 km westlich zieht Regen auf. Es zeigt sich nur sehr schwache Thermik im abgeschatteten Tal. Mal sehen, wie die nächste Entscheidung aussieht.

9:30 Uhr: Es geht auf den Cucco Süd. Meine realistische Einschätzung ist, dass wir rauffahren, aufbauen und dann können die Piloten noch eine halbe Stunde freifliegen, bis die ersten Regenwolken in der Gegend aufziehen. Das ergibt sich zumindest aus dem Wetterbericht im Briefing. Aber mal sehen, man kann sich auch täuschen. Vorallem die Wetterfrösche irren sich ja manchmal ;).
Das deutsche Team fährt bereits nach oben. Unsere Jungs sind wirklich eifrig, diszipliniert und voll motiviert. Macht richtig Spaß!!!!

8:50 Uhr: Ich habe gerade den Wettbewerbsleiter Francesco Rinaldi getroffen, er ist sich nicht sicher bzw. er glaubt nicht, dass es heute einen Durchgang geben könnte. Der Wetterbericht ist zu schlecht, obwohl im Moment die Sonne scheint und nur ein paar Wolken den blauen Himmel trüben. Warten wir mal das Wetterbriefing ab. Bis später - Regina

Dienstag 26. Juli 2011 - Strahlend blauer Himmel und wenig Wind - 114
km Task


Bericht von Roland:

Hallo vom Cucco,
 
es wurde tatsächlich mal wieder geflogen!!!
Zum zweiten Durchgang hatten wir, man kann es kaum glauben, so gut wie keinen Höhenwind. Als Aufgabe wurde uns ein 111 km Flug über vier Wenden gestellt. Start am Cucco Süd mit Zylinder an den Windrädern und erster Wende nach Süden, dann zurück über einen Wendepunkt nahe dem Startplatz, um nicht mit der CTR Perugia in Konflikt zu geraten. Die dritte Wende lag nördlich von Gubbio, von dort ging es der Ridge entlang nach Gualdo Tandino und dann ins Goal.
Pünktlich zur ersten der zwei Startzeiten hatten Christian und ich uns mit Manfred R. und sonstiger Prominenz etwas abseits des Getümmels an Zylinderrand und Basis mit komfortablen 400 m mehr Höhe vermeintlich bestens positioniert. Nach dem Start gab Mandi das Tempo vor. Mit 100 Sachen gings hinüber Richtung Wende, aber leider nicht zur nächsten Thermik. Zwischenzeitlich war der Megapulk in die Megathermik gefahren und unser Megavorsprung ...verpufft.
Mir hat ein Bärtchen auf dem Rückweg zum Start mit int. sechs Metern wieder Anschluss verschafft Die Querung über das Hügelland nach Gubbio war mit den letzten Sonnentrahlen das geringere Problem. Dort angekommen war es vollkommen abgeschattet, so dass sich nahezu das gesamte Teilnehmerfeld über den Dächern von Gubbio wiedertraf. Wäre die Sonne nicht ohnehin verborgen gewesen, der Riesenpulk hätte Strassen und Gassen abgedunkelt. Irgendwo hat´s dann doch wieder etwas angehoben, und ein kurzer Sonnenspot verschaffte den meisten auch wieder Abflughöhe an die Basis. Diese reichte um die letzte Wende zu nehmen. Die Wissenden flogen nun auf direktem Weg über´s Flache ins Ziel. Die Mutigen hintendran. Die Zögerlichen folgten der Ridge ins Ziel. Ich folgte den Memmen der Ridge entlang und machte mit ihnen noch ein paar Angstkreise im Nullschieber und flog dann ins Ziel.
Das Hauptfeld kam im Stile von Gleitschirmwettbewerben innerhalb von Minuten ins Goal, von Platz 3 bis 49 im 800 Punkte Bereich. Dadurch gab es wenig Verschiebungen in den Gesamtplatzierungen. André konnte seinen fantastischen 7. Platz halten. Gerd rutschte zwar auf den 10. zurück, trotzdem eine unglaublich gute Position für unseren (Fast)Neuling! Christian erflog mit seinem 23. Platz wertvolle Teampunkte. Markus konnte den Fauxpas vom ersten Durchgang mit dem CTR Einflug wieder zurecht rücken. Ich war wie gesagt mit den Memmen, konnte aber trotzdem meine Platzierung auch etwas verbessern.
In der Teamwertung hat sich so gut wie gar nichts geändert. Wir sind weiterhin neunter auf Tuchfühlung zum Vierten!
 
Hoffen wir auf weitere Durchgänge!
 
Viele Grüsse nach Zuhause.
 
Roland
 
Gesamtwertung nach 2 Durchgängen
1. Alex Ploner (ITA)
2. Christian Ciech (ITA)
3. Primoz Gricar (SLO)
7. Andre Djamarani (GER)
10. Gerd Dönhuber (GER)

Teamwertung ist noch nicht fertig!

16.00 Uhr:
Vor ein paar Tagen habe ich dem Team versprochen, dass ich sie zum Eis einlade, wenn alle ins Ziel fliegen. Markus hat bereits aus der Luft beim Zielüberflug runtergefunkt: Yuhuu jetzt gibts ein Eis :) Also fahren wir schnurstracks nachdem wir die Drachen aufgeladen haben und die Tracks ausgelesen haben, in die Eisdiele nach Fossato.

15:40 Uhr: Alex Ploner und Christian Ciech sind die ersten im Ziel, dicht gefolgt von Primoz. Aber auch Gerd, Christian, Andre und Roland kommen nicht viel später, ein spannender Tag mit vielen Piloten sicher im Ziel! Auch Markus kommt an - Team Germany komplett im Goal! (Mir blutet das Herz, dass ich nicht dabeisein kann... aber ganz dicker Glückwunsch an unsere Jungs, toll gemacht! Corinna).

Nur der Server fürs Live-Tracking war auch heute komplett überfordert, selbst bei einigen Top-Piloten wurde die Distanz falsch oder gar nicht angezeigt. Trotzdem Kompliment an Organisator Flavio für die Leistung, jedem der knapp 150 Teilnehmer ein geladenes, eingeschaltetes und funktionierendes Tracking-Gerät anzuhängen!

11:45 Uhr: 114 km um 4 Wendepunkte sollen die Piloten heute fliegen, unter anderem bis ins Tal von Gubbio. Der Kurs bewegt sich nie allzu weit weg vom Ziel am Cucco-Hauptlandeplatz in Villa Scirca, um die Piloten immer in Funk-Distanz zu behalten, falls es doch noch überentwickeln sollte. Es ist recht kühl in der Höhe und labil.

Da die Vorhersage für die kommenden Tage nicht viel besser ist, wird es interessant heute in der Luft, jeder Fehler kann die Rangliste komplett durcheinanderwürfeln! Viel Spaß beim spannenden Lifetracking später - Startgates der Aufgabe sind um 13.20 und 13.40 Uhr! Das Fenster ist offen.

9:15 Uhr:
Es geht auf den Cucco Süd-Start. Briefing ist um 11:30 Uhr. Der Wind ist heute sehr schwach, allerdings besteht Gewittergefahr am Nachmittag. Drückt uns die Daumen, dass es einen guten Durchgang gibt und dass unsere Jungs gut dabei sind.

8:45 Uhr:
Es ist kaum zu glauben, die Sonne scheint und fast kein Wölkchen ist am Himmel. So wie der Himmel strahlt, strahlen auch die Gesichter hier im HQ. Die Organisatoren sind zuversichtlich und alle anderen auch: Heute wird endlich wieder geflogen!!!

Wo? Um 9 Uhr ist Teamleaderbriefing und wir werden es bald erfahren!!!

Montag 25. Juli 2011 - Durchgang abgesagt!

14:30 Uhr:
Irgendwie sind wir zu spät dran, um noch so weit zu fahren. Außerdem kommen wir von unserer Slackline nicht los. Christian meinte, bevor nicht jeder von uns einmal vor und zurück kommt, können wir nicht nach Hause fahren :) Also es hilft nichts, wir müssen trainieren. Birgit und ich wollen auch noch ein bißchen radeln aber sie hatte einen Platten gefahren und ich habe irgendwie beim Ein- und Ausbauen meines Hinterrades alle Gänge verstellt. Gerd ist ein Allroundtalent und repariert uns die Räder, so dass wir startbereit sind.

14:00 Uhr:
Wir fahren nach Assisi. Vielleicht hilft uns ja der Heilige Franz von Assisi und wir können endlich fliegen.

11:48 Uhr: Alle stehen in der Wolke und leichtem Regen auf dem Startplatz. Schließlich wird auch dieser Tag abgesagt wegen des schlechten Wetters. Jetzt heißt es, gute Laune behalten für die wenigen verbleibenden Flugtage...

10:15 Uhr: Die Piloten sollen am Start warten auf weitere Entscheidungen und noch nicht aufbauen, da es immer noch leicht regnet.

9:30 Uhr: Als ich gestern um 12 Uhr Mitternacht ins Bett ging, war sternenklarer Himmel. Heute morgen konnte ich es nicht glauben, aber es ist schon wieder total bewölkt. Verflixt nochmal, kann sich das Wetter nicht endlich mal etwas freundlicher zeigen. Die Jungs werden schon depressiv :( und ich auch.

Jetzt sitze ich im Headquarter und die Stimmung hier ist trotzallem positiv. Wir werden aller Voraussicht nach zum Cucco Nord fahren. Das habe ich zumindest bei den Organisatoren mitbekommen. Die ersten blauen Löcher sind auch schon zu sehen. Ich hoffe, es gibt einen Task.

Bis später
Regina

Sonntag 24. Juli 2011 - Task gecancelt

11:15 Uhr: Leider regnet es und der Tag wurde abgesagt, für morgen soll die Windrichtung drehen auf Nordost und es wird geplant, zum Tre Pizzi Startplatz am Monte Gemmo zu fahren.

9:15 Uhr: Im Teamleaderbriefing wurde die schwierige Wetterlage für heute erklärt. Da es evt. eine Chance für einen kleinen Task gibt, ist für 11 Uhr nochmals ein Teamleaderbriefing angesetzt.

Bis später
Regina


Bericht von Andre:

Nachdem wir unsere Flug-Federn gestern endlich lüften konnten, werden wir mit Donnergrollen und leichtem Regen in unseren Bettfedern geweckt.
Der Tag wird beim Teamleaderbriefung um 9.00 Uhr abgesagt, so dass wir uns mit gestutzten Flügeln wie normale Touristen fühlen. Nach dem morgendlichen kurzen Sportprogramm mit Slackline laufen und. Ping Pong spielen, entscheiden wir uns gegen Mittag, die am Berg gelegene historische Altstadt Gubbio anzuschauen. In den Gassen und über den Dächern können wir das italienische Flair aus unveränderten Naturstein Häusern, Klostern und Kirchen aufnehmen. Die letzten Höhenmeter zur Basilica erreichen wir mit einer Art offener Käfigseilbahn auf den Gipfel der Hügelkette. Das Wetter ist inzwischen besser geworden und während wir den Rundblick geniessen, fliegt schon ein Drachen 80 Meter über unsere Köpfe. Wir gondeln wieder nach unten, noch etwas Shopping, Eis essen und fahren zurück, so dass es noch für einen Abendflug für Gerd und Roland reicht. Abends geht’s dann noch auf die Party mit dem Motto „kubanische Nacht“.

Viele Grüsse nach Deutschland

Andre

Samstag 23. Juli 2011 - Tag gecancelt


Bereits am Morgen weckte uns Donner und Regen. Und die Wettervorhersage für heute und morgen ist sehr flieger-unfreundlich. So wurde der heutige Tag bereits beim Teamleaderbriefing um 9 Uhr abgesagt.

Das Team nutzt die Zeit, um Assisi mal von unten anzuschauen und ein bißchen im Internet zu surfen. Leider ist das Internet im HQ extrem überbelastet und daher sehr langsam, bzw. dauernd am abstürzen.

Freitag 22. Juli 2011 - Die Deutschen gut dabei

Gerd berichtet:

Endlich! Der Wettergott hat Mitleid mit uns- die Sonne lacht und der Wind ist weniger geworden. Für einen Start am Cucco ist es allerdings immer noch zu windig. Also wird der ganze Tross zum Monte Subasio nach Assisi, ca 1 Stunde entfernt, geschickt. Mit einem Ausdruck der Route und trotz 2 Navis (in einem Auto), die in unterschiedliche Richtungen zeigen, finden wir den Start. Der ist, ähnlich wie am Cucco, perfekt: Eine riesengrosse Wiese und ein strammer Wind steht an. Ein Paragleiter will gleich mal testen wie viel Humor die Drachenflieger haben und er startet direkt vor den aufgebauten Drachen. Nach dem Abheben geht`s gleich rückwärts über und fast auf die Drachen. Gottseidank kommt er doch noch irgendwie weg- jetzt zwischen den Drachenpiloten topzulanden wäre auch keine gute Idee. Da hätten die Sanitäter dann gleich mal was zu tun. 12.30 Uhr, die Aufgabe steht fest: 121 km, teils die Ridge entlang aber auch mit einer Wende draußen im Flachland- gegen den Wind. Könnte nicht so easy werden. Es sollte sich dann auch herausstellen, dass zur falschen Zeit am falschen Platz (also tief) zu sein einem den Spass ganz schön verderben konnte. Nämlich gleich die erste Wende, bei der man einen längeres Gleitstück von der Kante weg hatte, sollte zum Massengrab werden. Danach ging`s zurück zum Startplatz und von dort gegen den 25er Wind ins Flache. Da ein grosser Teil des Wegs auch noch abgeschattet war, waren die Nerven beim Rausgleiten schon etwas angespannt. Letztendlich ging`s aber dann doch gut und der Rest war dann „a gmahde Wiesn“- wieder zurück zur Ridge- ein Stück entlang- Höhe machen und als Belohnung ein geiler Finalglide. Für manche ein super Flug, aber leider viele auf der Strecke geblieben- im wahrsten Sinne des Wortes.  Vom Team D waren leider nur 2 im Ziel- die dafür aber gut. Ich auf Platz 3 (Flügel an Flügel mit Alex Ploner) und André auf Platz 7- nach einem kleinen Umweg beim Endanflug. Roland hat leider nach der 1. Wende schon landen müssen- wie auch Markus und Christian, ein weiteres Opfer, das der Windgott gefordert hat. Hoffentlich wird er damit besänftigt und wir kriegen besseres Flugwetter für den Rest des Wettbewerbes.

Grüsse aus Italien,
Gerd

17.50: Primoz ist erster im Ziel, gefolgt von Alex Ploner und Gerd Dönhuber fast gleichauf! Andre Djamarani kommt als 5. über die Ziellinie! Zwei Deutsche unter den Top 5 hat es schon lang nicht mehr gegeben bei einer Weltmeisterschaft, Glückwunsch an die Racer! Leider stehen Roland, Christian und Markus schon vorm Ziel am Boden.

17.15: Der Führungspulk ist 30 km vorm Ziel, Andre Djamarani und Gerd Dönhuber sind dabei!

13.50: Team D ist komplett in der Luft, Startfenster sind 14.30, 14.50 und 15.10 Uhr.

13.00: Die Aufgabe steht, 121 km Zickzack um vier Wendepunkte Richtung Süden mit Ziel am Hauptlandeplatz vom Monte Subasio. Die südlichste Wende ist Spoleto. Um 14.30 Uhr geht das erste Startfenster auf. Seid gespannt auf das Live-Tracking!

10.25: Das Team ist unterwegs nach Assisi. Der Monte Subasio Start liegt nahe des Flughafens Perugia, aber zum Glück wird dieses Jahr für die WM der Luftraum freigegeben ohne Einschränkungen wie letztes Jahr! Hoffen wir, dass die Piloten endlich eine erste WM-Runde fliegen können!

8:55 Uhr:
So wie es im Moment aussieht, fahren wir gleich nach dem Briefing nach Assisi zum Monte Subasio. Dort könnte der Wind etwas schwächer sein. Es steht aber noch nicht 100% fest. Aber ich muss parat sein, daher gibts erst später News!!

Bis dann
Regina

Donnerstag, 21. Juli 2011


Also auch heute wars wieder nichts mit einem Durchgang. Der starke Wind ist zwar fliegbar aber für einen Task zuviel. Aber unsere Jungs sind fast alle in der Luft um wenigstens ein bißchen die Flügel zu lüften.

Ein Dankeschön an Jörg Bajewski, der uns noch Luftaufnahmen vom Montecucco vom letzten Jahr geschickt hat. Leider konnte er nicht mehr kurzfristig für Corinna einspringen, da die Zeit zu knapp war. Schade Jörgi!

Gute Besserung von hier aus an Corinna, die uns die neuesten News (siehe unten) von zuhause aus reingestellt hat. So funktioniert halt Zusammenarbeit. Ein SMS vom Startplatz an Corinna und in wenigen Sekunden stehts schon im Netz :)

Viele Grüße aus Sigillo 

Regina

Letzte News: Auch heute wird der Tag abgesagt, weil der Wind weiterhin zunimmt und zu stark für eine Wettbewerbsaufgabe mit 150 Piloten ist. Die Vorhersage für morgen ist jedoch vielversprechend!

Neuigkeiten vom Start: Briefing auf 12.30 Uhr verschoben, wahrscheinlich doch zuviel Wind! Nächstes Update nach dem Briefing!

Donnerstag 21.07.2011 - Es geht los!

Im Teamleaderbriefing heute um 9 Uhr gabs den aktuellen Wetterbericht. Immer noch Wind aber ein bißchen weniger. Also gehts endlich los. Der Startplatz heute ist Cucco-Süd und das Piloten-Briefing findet um 12 Uhr auf dem Berg statt. Unsere Jungs sind startbereit und fahren wahrscheinlich schon Richtung Berg.

Gestern hatte es teilweise geregnet und unser Team unternahm außer ein paar Einkäufe nicht viel. Statt dessen checkten sie nochmals Funk und Helmsets und die Gurtzeuge. Später trocknete es ab und wir turnten alle auf der Slackline herum um unser körperliches und seelisches Gleichgewicht zu trainieren :). Am Abend gab es lecker Spagetti bei Anna und Roland auf der Terasse.

Internet funktioniert hier manchmal ganz schlecht, so dass es manchmal ein bißchen dauert, bis wir hier schreiben können. Also bitte Geduld!!!

Drückt uns heute die Daumen, dass wir fliegen können und das die Jungs gut dabei sind!!!!

Regina

Mittwoch 20.07.2011 - Durchgang abgesagt

Leider ist auch heute zu viel Wind und auch Regen in Sigillo, daher ist auch der heutige Tag gecancelt.

Team Germany unternahm gestern eine Tour nach Castelluccio.. Wir waren wohl die einzigen, die einen super Flugtag hatten. Niemand anderer aus dem Wettbewerbsfeld war dort. Aber das könnte sich in den nächsten Tagen ändern ;). Die Gegend um Castelluccio ist traumhaft. Die verschiedenen Farbenspiele haben uns alle begeistert. Blaue und rote Wiesen direkt nebeneinander.....Toplanding direkt neben dem Auto....etc.....schaut Euch unsere Bildergallerie rechts unten an, dann seht ihr, wie schön es dort ist. Markus konnte gar auf 4000 m steigen und zeigte uns bei der Landung begeistert die Anzeige auf seinem GPS. Castelluccio ist ca. 100 km vom Montecucco entfernt und die Fahrzeit beträgt 2 Stunden. Der Weg war es wert!!!!

Am Abend war dann Party angesagt. Ein Pilotenessen in Branca auf einem Schloss war der Höhepunkt am Abend.

Heute schauen wir mal, was wir machen können. Es hat ziemlich abgekühlt und der Wind blässt kräftiger als gestern. Also......fliegen wird wohl in dieser Umgebung nirgens möglich sein. Dann können wir ja die X-Alps am Computer verfolgen ;)

Viele Grüße aus Bella Italia
Regina

Dienstag 19.07.2011 - Durchgang abgesagt

Heute morgen wurde im Teamleaderbriefing der heutige Tag abgesagt. Die Windprognosen für die nächsten Tage sind nicht so hoffnungsvoll für den Wettbewerb.

Aber wir haben bereits am Reserveprogramm getüftelt. Ein uns bekannter Pilot wohnt in Casteluccio und den werden wir besuchen. In Castelluccio soll heute der Wind passen und wir wollen ja fliegen, was sonst :)

Ich muss los, die Jungs warten bereits auf mich mit unserem VW-Bus!!! Vielen Dank an dieser Stelle an VW Wolfsburg, die uns wieder einen Teambus zur Verfügung gestellt haben.

Viele Grüße aus dem HQ
Regina


Montag 18.07.2011 - "Trainingstask"

Der anhaltende Wind zwingt uns noch, unsere Geduld zu trainieren. An einen Probe-Durchgang ist heute nicht zu denken ... und evt. auch Morgen nicht! So sitzen wir im Teamleaderbriefing und diskutieren eifrig die Neuerungen und alten Streitpunkte der Local Regulations und Scoring-Regeln. Das ist nach dem "Testlauf" vom letzten Jahr die erste Drachen WM, bei der alle Piloten mit einem Live-Tracking ausgestattet sein werden. ... nicht nur aus Sicherheitsaspekten interessant! Auch in den anderen Bereichen der passiven Sicherheit (Helm-Norm, Pitch-Messung) scheinen die Organisatoren es ernst zu meinen!

Ich bin heute über Nacht angereist und auf eine hochmotivierte Mannschaft gestoßen. Alle haben sich gut eingewöhnt und sind bis auf kleinste "Wehwehchen" topfit. Also erst mal sehr entspannt für mich! ... und das soll so auch so bleiben!

Mit besten Fliegergrüßen aus Umbrien!

Ecki

Hallo aus dem Headquarter in Sigillo,

nach einer fantastischen Eröffnungsfeier im Zentrum von Sigillo gestern abend fand heute morgen um 9 Uhr fand bereits das Mandatory-Safety-Briefing für alle Piloten am Landeplatz statt. An diesem Briefing müssen alle Piloten teilnehmen, ansonsten werden sie disqualifiziert. Natürlich waren wir alle pünktlich anwesend. Seit 11 Uhr sitzen Ecki und ich nun im Teamleader-Briefing. Heiße Diskussionen über Regeln, Pitchmessungen, ect halten uns hier noch fest. Unsere Jungs haben die Aufgabe, ihre Funkausrüstung samt Helmset zu testen. Es ist sehr wichtig, dass das beim Wettbewerb reibungslos funktioniert, da jede Information wichtig sein kann. Anschließend werden sie wohl die letzten Sonnenstrahlen am Pool ausnutzen, da Regen vorhergesagt ist. Wie lange wir hier noch festsitzen, wissen wir noch nicht. Im Moment ist es 14 Uhr und langsam haben wir Hunger und Durst. Mal sehen, was wir noch alles diskutieren.

Grüße aus unserem Kellerraum im Headquarter

Regina 

 

Sonntag 17.07.2011 - Eröffnungsfeier

Am Freitag sind die meisten des deutschen Teams in Sigillo-Umbrien-Montecucco-Italien eingetroffen. Heute am Sonntag werden wir an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Die italienischen Gastgeber überraschen mit Perfektion. Aber überall wo Flavio Tebaldi die Finger im Spiel hat, ist alles perfekt organisiert. Hoffentlich hat er auch Petrus im Griff, damit wir schöne Durchgänge fliegen werden.

Unser Team:
Roland Wöhrle - Der Routinier und Deutschlands Nr. 1
Gerd Dönhuber - Das Kraftpaket
Andre Djamarani - Die Rakete
Christian Zehetmair - Vollgasflieger
Markus Ebenfeld - Der Vogelmensch mit den meisten Flugstunden von allen

Birgit Selbherr - fleissigste Helferin aller Zeiten
Ecki Schröter - Super-Doc und Seele des Teams
Regina Glas - Teamchefin

Corinna kann uns leider hier nicht unterstützen, da sie sich vergangene Woche am Knie verletzt hat. Alles Gute von hier aus!

Gestern fand die Einschreibung und die Pitchmessung aller Drachen statt. Anschließend nutzten die Piloten noch die Zeit für einen Abendflug mit anschließender Landung vor unserem gemütlichen Quartier - Villa Albarosa.

Allgemein ist tolle Stimmung hier und wir werden alles tun, damit das so bleibt.

Liebe Grüße aus Sigillo

Regina

Hallo Deutschland,

am Donnerstag 14.7, gemütlich mittags um 12 Uhr bei frischen 14 Grad in Ösiland losgegondelt und fünf Stunden später auf der Höhe von Rimini bei brüllenden 37 Grad erst mal eine Stunde in den Stau gestellt. Aso in Italien ist richtig Sommer, aber die Bergschuhe waren dann doch ein bisserl zu warm.
Als Vorhut des Deutschen Teams hab ich dann am Freitag ausprobiert, ob es Spaß macht, sich in der voll klimatisierten Sporthalle von Sigillo vier Stunden bei der Sprogmessung anzustellen und dann noch bis um fünf Uhr nachmittags die Einschreibungszeremonie von A bis G zu durchlaufen. Es macht keinen Spaß, aber ich bin nach insgesamt 7 Stunden zumindest froh, dass es endlich rum ist.  Anschließend geht es auf die Suche nach unserem Quartier Residence Albarosa, zu deutsch Pension Morgenröte, allerliebst mit großem Garten und Swimmingpool, hat sie wirklich schön ausgesucht die Regina. Bis dann die zweite und dritte Welle da ist, ist es auch schon fast Mitternacht, der Teambus mit Andre, Christian und Gerd wurde durch den übermäßigen Stoffwechsel seiner Besatzung scheinbar desöfteren zum Anhalten gezwungen.
Am nächsten Morgen geht es dann für die anderen zur fröhlichen Sprogmessrunde, während Birgit mich schon mal auf den Monte Cucco hochkutschiert. Ich habe nämlich keine Ahnung, ob mein Drachen nach der gestrigen Rumschrauberei überhaupt noch gescheid geradeaus fliegt und habe deshalb beschlossen zu Testzwecken einen morgendlichen Abgleiter zu machen. Um kurz nach zehn gestartet und dann doch bis halb fünf durchgeflogen, das Projekt Abgleiter war dann aufgrund der Fluglust des Piloten einfach nicht durchführbar. In der Luft ist es eh lässiger als in der Gluthitze am Boden und wer weiß schon, ob wir hier am Cucco noch mal so schön wenig Wind (20-30 km/h) bekommen, also habe ich die guten Bedingungen gleich mal voll ausgekostet. Abends landen dann auch Gerd und Christian direkt an der Residence, Roland mit seiner Liebsten ist auch angekommen und Team Germania ist jetzt vollzählig.
Sonntags ist dann doch eher viel Wind und außerdem Loopingverbot und damit eh fad, also bleiben die meisten am Boden. Gerd will es trotzdem wissen und übt gleiche mal Landen bei Starkwind und strammen Ablösungen. „Jo mei, im Endanflug hob i donn doch dengt, dos es bessa gwen war om zum landn“. Abends geht es dann zur großen Eröffnungsfeier mit mystischem Rätsel in bewegten Bildern und viel Feuerwerk.
Heute Morgen noch das Mandatory Safety-Briefing und vom Wetterfrosch die Vorschau, dass es in den nächsten Tagen erst mal nix wird mit fliegen, wegen viel Wind und einer durchziehender Störung. Naja, wenigsten lernen wir dann vielleicht endlich mal auf der Slackline zu gehen, die Amis sind da eindeutig besser. An den Drachen und Gurtzeugen wird auch ganz wild und eifrig rumgebastelt, aber komisch, bei mir funktioniert alles und so ganz ohne Aufgabe habe ich mich dann eben entschlossen, diesen ersten Bericht zu schreiben. Hoffentlich gibt es bald einen Task, denn den ganzen Tag am Pool der Hautalterung massiven Vorschub zu leisten wird schnell langweilig. Dieses mal bekommt das gesamte Teilnehmerfeld von 150 Piloten Livetracker, so dass man jedes Rennen direkt am Bildschirm mitverfolgen kann, für den ein oder anderen vielleicht eine ganz willkommene Abwechslung vom tristen Arbeitsalltag.  

Liebe Grüße
Markus