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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

DHV
06.06.2012

Neuer Schwarzwaldrekord im Gleitschirmfliegen

Samuel Blocher fliegt mit seinem Gleitschirm über 200 Kilometer von Oppenau in die Nähe von Augsburg. In der Gleitschirmszene ist er kein Unbekannter, den Schwarzwald kennt er wie seine Westentasche. Etwas Sonne, schwacher Westwind und aufziehende Schleierwolken waren für den Tag angesagt - unter diesen Voraussetzungen nicht an einen Rekordflug zu denken. Samuel startete am Samstag, den 2. Juni, kurz nach 11 Uhr am Oppenauer Startplatz Rossbühl nahe der Schwarzwaldhochstrasse. Die Route führte ihn erst über den Schliffkopf und weiter nach Baiersbronn. Dort standen satte Cumuluswolken, welche kräftigen Aufwind bescherten. Mit guter Ausgangshöhe und  Rückenwind hielt er Kurs auf Dornstetten, Horb, Hechingen und schließlich in Richtung Schwäbische Alb. Auf der Alb bildeten sich die vorhergesagten Schleierwolken, die es der Sonne schwer machten, gute Thermik zu produzieren. So war der Flug bei Bad Urach schon fast beendet, und Angst über ein mögliches „Absaufen“ machte sich bei ihm breit. Doch nach kurzer Suche über der Ortschaft konnte Samuel einen Thermikschlauch ausfindig machen, der ihn vor einer frühen Landung rettete. Wieder zurück auf 2.200 m „musste ich erst mal durchschnaufen und einen Schluck trinken“, so Blocher. Weiter ging die Reise an der Schwäbischen Alb entlang, welche für den Schwarzwälder als Fluggebiet durchaus noch bekannt ist. Je weiter es jedoch in Richtung Osten ging, desto mehr beflog er neues Terrain. Als schließlich das Ulmer Münster zu erkennen war, wusste Samuel, dass er an diesem Tag schon viel weiter gekommen war, als er sich erhofft hatte. Mit ein paar Kreisen über Ulm genoss er die Aussicht auf Münster und Donau, bevor er die Landesgrenze in das benachbarte Bundesland Bayern überflog. Der letzte Teil seiner Reise führte entlang der Donau und an Günzburg vorbei.

Langsam ließ die Kraft der Sonne merklich nach und so landete Samuel kurz vor 19 Uhr glücklich und sicher in Erlingen, 20 Kilometer nördlich von Augsburg. In den 7,5 Stunden Flugzeit hat sich Samuel insgesamt 18.000 Höhenmeter erkämpft und mit einer Strecke von 207,4 km einen neuen Schwarzwald-Rekord aufgestellt. Er ist somit auch der erste Gleitschirmpilot, der von einem Startplatz im Schwarzwald aus die 200-km-Grenze geknackt hat. Sowohl von Advance, für deren XC-Serial Team Samuel fliegt, als auch von seinen Schwarzwälder Flugkollegen und seinem Heimatverein, den "Oppenauer Gleitschirmfliegern", hat er viele Glückwünsche und so manchen Kommentar auf der XC-Online-Plattform erhalten. Die Spitzenleistung ist jedoch nicht die Einzige, die der Oppenauer Verein zu bieten hat: XC-Team Kollege Bernd Dieterle ist in den letzten Tagen eine Strecke von 136 km bis an das Schweizer Bodenseeufer geflogen. Es bleibt also spannend, welche Grenzen die Schwarzwälder noch  überfliegen werden.

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