Flugberg des Monats Oktober 2001
Vogelsang/Bayrischzell
Thermikrevier über dem Sudelfeld
Kurzinfos
Wohin zum Fliegen, wenn die Bergbahnen wegen Revision geschlossen haben? Oder aber der Abendflug im Sommer schon vor fünf Uhr nachmittags an den geschlossenen Pforten der Talstation endet?
Ein Fluggebiet muß her, daß nicht nur mit dem Auto schnell zu erreichen ist, sondern wo man am besten auch gleich bis vor den Startplatz fahren kann. Kann man sich dann auch noch sicher sein, daß es Wind aus der "falschen" Richtung eigentlich nicht gibt, weil in zwei Richtungen gestartet werden kann, ist das perfekte Fluggelände gefunden.
Der Vogelsang oberhalb von Bayrischzell hat all diese Vorteile zu bieten und ist dadurch für "zu spät gekommene" oder "Revisionsgenervte" eine Top-Adresse. Aber auch Streckenflieger und "ostwindgeschädigte" Piloten vom nahen Wallberg oder der Hochries lassen sich gerne an den Hängen des Sudelfelder Skigebietes blicken, um von hier aus nach Osten in Richtung Tirol oder nach Westen ins Oberinntal und das Engadin Kilometer und Punkte zu sammeln.
Kommt man über Bayrischzell gefahren, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Landeplatz. Meistens finden sich andere Piloten, mit denen sich eine Fahrgemeinschaft hoch zur Waller Alm organisieren lässt. Als Alternative bietet sich Autostop oder - ein echter Nervenkitzel- die Mitfahrt auf einem der Feuerstühle bis zu den Startplätzen an.
Die Zufahrtsstraße bis zum Parkplatz an der Waller Alm ist durchgehend asphaltiert, so daß sich niemand Sorgen um sein vierrädriges Vehikel machen muss. Maut ist für den Weg auf den Berg auch nicht zu entrichten, lediglich an der Waller Alm ist ein Obulus von 5.- DM für Start und Landung und ein Eintrag ins Flugbuch fällig.
Auch wenn die Startplätze eigentlich alle fluggeigneten Windrichtungen abdecken, sollte man nicht vergessen, dass man sich im Einflussbereich eines Passwindes befindet. Die aus dem Inntal kommende Luft fließt nicht selten auch bei überregionalem Westwind über das Sudelfeld hinab nach Bayrischzell. Besonders am späten nachmittag sind dann am Vogelsang schwierige Luftverhältnisse keine Seltenheit. Steht der Wind an den Startplätzen nicht ganz deutlich auf West ist man in diesem Fall an den Nordost-Hängen des Seeberges oder der Konvergenzthermik direkt über Bayrischzell am Besten aufgehoben.
Der Gleitschirm-Startplatz nach West sollte in jedem Fall nur bei anstehendem Wind aus West und nur von sehr routinierten Piloten genutzt werden.
Torsten Hahne
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