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Deutscher Hängegleiterverband e.V.

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Einfluss von Gleitsegelflügen auf Wiesenvogelbestände

Gutachterliche Stellungnahme zum Einfluss von Gleitsegelflügen (Paragliding) auf Wiesenvogelbestände bei Getelo (Landkreis Grafschaft Bentheim); Klaus-Dieter Moormann; 13.07.2000:

Einleitung:

Start- und Landeplatz der Paragleiter bei Getelo liegen an einem Geesthang am Rande des Wiesenvogelgebietes Nr 17 Itterbeck Süd aus dem kreiseigenen Feuchtwiesenprogramm.

Untersuchungsmethodik:

Es wurden 3 Flächenkontrollen zur Inventarisierung durchgeführt. Die Erfassung erfolgte mit Hilfe von Fernglas und Spektiv und wurde möglichst punktgenau in die Karten übertragen.

Ergebnisse:

Insgesamt konnten 20 Vorkommen des Brachvogels, 65 Vorkommen des Kiebitzes und jeweils 6 der Uferschnepfe und des Austernfischers ermittelt werden. Für Wachtel und Rebhuhn gelangen jeweils 6 Nachweise, für die Schafstelze 10.

Das Untersuchungsgebiet erlangt besondere Bedeutung für Wiesenvogelvorkommen auf Grund der umfangreichen Anzahl von Brachvogel und Uferschnepfe.

Einflüsse der Gleitflüge auf die Wiesenvögel:

Während der beiden Beobachtungstage konnten keine Verhaltensbeeinträchtigungen bei den Wiesenvogelarten Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe und Austernfischer festgestellt werden. Nur die sich im unmittelbaren Start- und Landebereich aufhaltenden Kiebitze (2) und Brachvogel (1) wichen auf Nachbarflächen aus und hielten einen Abstand von ca. 100 m zur Start- und Landebahn ein. Eines der beiden Kiebitzpaare siedelte sich in der Umgebung der Start- und Landebahn an, das andere konnte sich trotz des Flugbetriebs im Bereich der Steigbahn halten. Die Brachvögel führten trotz des Gleitflugbetriebs auf den sich westlich an die Steigbahn anschließenden Flächen Junge.

Bei einer Flughöhe von über 200 m verhielten sich die Wiesenvögel in der weiteren Umgebung völlig normal und nahmen vom schwebenden Gleitflieger offenbar keine Notiz.

Stellungnahme zum Gleitflugbetrieb bei Getelo:

Der Gleitflugbetrieb wirkte sich allenfalls im unmittelbaren Start- und Landebereich geringfügig auf die Wiesenvögel aus. Allerdings ist sicherzustellen, dass die Gleitflüge außerhalb des Start- und Landebereichs in Höhen von mind. 200 m über dem Erdboden erfolgen und eine Landung in der weiteren Umgebung des Start- und Landebereichs ausgeschlossen werden kann.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der geringe Einfluss der Gleitflugaktivitäten nicht auf andere Fluggeräte übertragen werden kann. So dürften das recht langsame Gleiten, das Fehlen von Motorengeräuschen und ausreichende Flughöhen wesentlich zur Unbedenklichkeit des Gleitfliegens beitragen.