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Deutsche Drachen Nationalmannschaft
WM Tegelberg 2010
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In 18 Etappen über 1537 km - Liga-Gesamtbericht

Petrus hatte Schulden zu begleichen – nach der total verregneten Ligasaison des Vorjahres glaubten wir an den Klimawechsel und wurden nicht enttäuscht. Vorsichtshalber wurden dennoch reichlich Termine geplant: 4 verlängerte Wochenenden als Liga-Events, dazu kamen noch eine Landesmeisterschaft, die German Open und Alpen Open in die Ligawertung. Da zur Liga-Teilnahme keine Qualifikation notwendig ist, zudem Liga-Beiträge vom Vorjahr angerechnet wurden, trugen sich über 40 Piloten in die Meldeliste ein.  

Gummi-Tasks in GB

Das Quaken der Wetterfrösche vor Ostern deuteten Bernd Weist und ich als neue Liga-Chefs mit „Thermik gut“ und „starker Westwind“. Also auf nach Greifenburg, wenngleich mit deutlichem Restrisiko. 25 Liga-Piloten bauten dann auf der Emberger Alm im Vertrauen auf richtige Entscheidungen der Tasksetter ihre Fluggeräte auf. In der Liga haben wir neben WM-Teilnehmern auch im Streckenfliegen noch wenig erfahrene Piloten. Gar nicht so einfach, es Allen Recht zu machen. Jeder möchte weit fliegen, also wird die Route so gelegt, dass kritische Talquerungen vermieden werden: Matrei – Lindbrücke – GB über 114km. Am Abend strahlende Gesichter, die Aussicht aus nächster Nähe auf den tief verschneiten Alpenhauptkamm war traumhaft, auch der Rückweg  gelingt den meisten Piloten. Am nächsten Tag bei „sportlicheren“ Bedingungen werden die Flexi-Piloten etwas geschont, nur 85km, die Starren wollen draufsatteln, also noch 20km mehr. Am Abend sind wieder fast alle Starrflügler ins Ziel geflogen, bei den Flexis war es einigen Piloten in der Luft zu rappelig. Fliegen muß ja Spaß machen, und wenn sich der nicht einstellt, sollte man abbrechen.

Die Jungs sind heiß und wollen noch mehr Kilometer, also dann ins Hochpustertal mit ihnen, das sind über 160km für die Starren und 135km für die Flexis. Abends ist die Stimmung kaum zu toppen und die Superlative sind ausgeschöpft, weil wieder fast alle Piloten im Ziel stehen, auch Dirk Häffner und Georg Schumacher darunter mit ihren Turmdrachen. Stunden zuvor stand ich noch am Landeplatz und suchte mit bangem Herzklopfen den Himmel ab, ob es wohl überhaupt Jemand schaffen würde heute, und jetzt ertrage ich gern das Schulterklopfen. Viele Piloten haben ihre persönlichen Bestleistungen übertroffen, haben sich erst durch die Liga so weit fort getraut. Ulf Neumann bei den Starren und Dietrich Brockhagen bei den Flexis führen jetzt. 

Am Kandel – klein und fein

Wie ein Damoklesschwert schwebte zum 1. Mai labile Luft über Deutschland und den Alpen. Lediglich im äußersten Westen schien es eine kleine Scharte zu haben, also auf in den Schwarzwald. Unser Mut wurde belohnt, es sprangen wirklich zwei kleine und trotzdem anspruchsvolle Tasks heraus. Zum 1. Mai ging es nach der Landeplatzeinweisung zunächst höchst komfortabel mit dem Vereinsbus auf den Kandel. Bei schwachen Bedingungen wurde  dann das Elztal rauf und runter geflogen, Raffael Burri schaffte es als Einziger ins Ziel. Im Flachen ist es deutlich weniger labil, also rät uns Lokalmatador Roland Wöhrle, das Ziel nach Offnadingen zu legen – 44km. Raffael  fliegt in seinem Leben zum ersten Mal im Flachland, fliegt hoch ins Ziel, dreht um und fliegt wieder zurück nach Waldkirch, landet dort knapp vor dem einsetzenden Gewitter. Karlheinz Vogel (nomen ist omen) ist aber schneller gewesen und führt nun in der Wertung. 

Mal woanders mitmischen und nassauern

Aufgabe der Liga ist es, Nachwuchspiloten an das Niveau internationaler Wettbewerbe heran zu führen. Deshalb gehen wir zielgerichtet fremd. Die German Open, unsere eigene Meisterschaft, ist natürlich ein Muß. Seit etlichen Jahren sind wir auch regelmäßige und gern gesehene Gäste der Alpen Open in Gnadenwald. Beide Wettbewerbe sind  stets gut organisiert, es nehmen internationale Spitzenpiloten daran teil, an denen man sich messen kann, das Teilnehmerfeld ist noch überschaubar. Da es sich um FAI 2-Wettbewerbe handelt, kann man auch in der Liga bereits Punkte sammeln für die Internationale Rangliste, wichtig als Kriterium nach einer evtl. Übernahme in die Kaderauswahl. Zunächst wurden aber kleinere Brötchen gebacken, die Hessische LM sollte für die Flexis gewertet werden. Unter den 38 HG-Piloten auf der Emberger Alm waren 13 Ligisten. Unsere Piloten hatten ja über Ostern frische Erfahrungen gesammelt und mischten gut mit. Peter Friedemann kam mit jedem Durchgang besser in Form und belegte den 7.Platz, Konrad Schwab kam auf den 11.Platz. Unsere beiden Spyder-Piloten Dirk Häffner und Georg Schumacher waren dort  die besten Teilnehmer aller Turmdrachenflieger.

Fremdwettbewerbe haben gegenüber den Liga-Events den großen Nachteil der fehlenden Flexibilität. Der Ort liegt fest und auch der Zeitraum, in der Regel werden Urlaubstage beansprucht. Der Veranstalter hat einen Riesenaufwand bei der Vorbereitung - verständlich, dass nur im Extremfall abgesagt wird, zumal die Wetterprognosen über eine Woche ja nie 100%ig sein werden.  Diesem Umstand mussten die Teilnehmer an den 2. King Ludwig Open am Tegelberg Tribut zollen, an den beiden Wochen konnten insgesamt nur 2 Tasks bei den Flexiblen gewertet werden.  Leider waren die Bedingungen recht schwach und es erfüllten nur sehr wenige Piloten die Tagesaufgaben.  Gerd Dönhuber mit einem 2. Platz im ersten Durchgang und Konrad Schwab mit einem 5. Platz im zweiten Durchgang setzten als Ligapiloten durchaus Achtungszeichen.

Den Mut, trotz pessimistischer Prognosen nach Gnadenwald zu den Alpen Open zu fahren, brachte nur ein kleiner Teil der angemeldeten Piloten auf. Nordwind war gesichert, Thermik eher fraglich. Am meisten habe ich von den Tasksettern gelernt. Erstaunlich, was die aus den bescheidenen Prognosen herauslasen und wie sie eintönig grauen Himmel blau warteten, zur Verblüffung der Piloten. Es gab einen langen Zielrück über 121km zum Tschirgant mit Manfred Ruhmer im Ziel vor Gerd Dönhuber! An den beiden folgenden Tagen waren die Strecken knapp halb so lang, dafür trafen deutlich mehr Piloten das Landefeld. Peter Friedemann liegt jetzt bei den Starren vorn, Konrad Schwab mit wachsendem Vorsprung vor Carlos Weber bei den Flexi. 

Greifenburg zum Dritten

Geplant waren noch zwei Liga-Wochenenden im Juni. Gern wäre wir nach gut 10 Jahren mal wieder vom Venetberg geflogen. Alles war langfristig vorbereitet. Dann verblies jedoch zu starker Nordwind für dieses Jahr unsere Ambitionen. Also gaben wir uns noch einmal die Emberger Alm. Wegen der auch dort noch starken Nordwindkomponente hieß es zunächst den Kopf einzuziehen, also ein 80km Ritsch-Ratsch im Drautal mit fast allen Piloten im Ziel. Am nächsten Tag gab es für die meisten Teilnehmer Neuland – Querung des Gailtales zur Würmlacher Alm und dann zur Windischen Höhe über 115km. Alle Starren wieder im Ziel bis auf den bis dato führenden Peter Friedemann, der gleich nach dem Start absoff und den Frust darüber noch monatelang pflegte. Tags drauf noch einmal Sillian, und erstmals kam kein Flexi ins Ziel. Fast alle standen bei Lienz. Gegen den in der Höhe frischen NW war der Talsprung zum Hochstein nicht zu schaffen. Bei den Starren ging es besser, und Peter Friedemann machte wieder mächtig an Boden gut. 

Endspurt im Flachen

Die German Flatlands in Altes Lager sind im Hochsommer eine sichere Bank für viele Wertungsdurchgänge bei guten Streckenflugbedingungen und waren deshalb für die Starrflügelpiloten der Liga im Pflichtprogramm. Mit 6 Piloten stellte wir dann auch die Hälfte der Teilnehmer in dieser Klasse und dominierten wie bei keinem Fremdwettbewerb zuvor gegen die Lokals wie gegen ausländische Konkurrenz. Hatten wir bisher stets geschlossene Aufgaben, gab es in Altes Lager 4 Zielstrecken, drei davon über 100km. Es ging also weit übers Land, je nach Windrichtung an Berlin vorbei über die Havelseen, in die Lausitz nach Hoyerswerda, und wie bei den GO im Vorjahr  ganz weit nach Osten an die Polnische Grenze. Trotz oft zahlreicher Piloten im Ziel waren abends stets alle Piloten zurück. Gleich drei Tagessiege verdiente sich Peter Friedemann. Beim 2. Durchgang, eine traumhaft schöne Streckenführung über ausgedehnte Wälder, Tagebaue, die Lausitzer Seenplatte nach Hoyerswerda, waren gar 4 Ligapiloten in der Tageswertung vorn. 

Fazit

Bei der Vorbereitung und Durchführung erhielten wir viel Unterstützung durch die lokalen Vereine und Veranstalter – vielen herzlichen Dank dafür. Überall konnten wir erleben, dass die  „Liga“ ein Begriff  ist mit einem guten Klang! Wir hatten eine überaus erfolgreiche Saison mit 18 Durchgängen bei den Flexi und einer beeindruckenden Gesamtstrecke von 1537km, bei den Starren lag die Durchschnittsweite der 15 Tasks sogar bei 100km. Für die erfahrenen Piloten war es ein effektives Training, viele Liga-Neulinge lernten neue Fluggebiete und ‑Routen kennen und konnten ihre persönlichen Bestleistungen deutlich verbessern. Nach ihrer einhelligen Meinung wurden sie durch die Liga in ihrem Leistungsvermögen regelrecht gepusht. Hier aus einer Mail von Carlos Weber an Bernd und mich nach Abschluß der Saison: Bei mir war es die erste Liga-Saison, mir hat es super Spass gemacht, und meine Fortschritte waren diese Saison so gross wie schon seit Jahren nicht mehr. Dank der Aufgaben, die sehr gut und angemessen gestellt waren, bin ich Strecken angegangen, die ich alleine niemals versucht hätte. Und siehe da, es hat funktioniert. Das motiviert... Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein!

Ein wunder Punkt ist, dass die Teilnehmerzahl deutlich größer sein könnte. Wir haben Platz für 50 Piloten, diese Zahl haben wir nie annähernd erreichen können. Schade für die vielen ungenutzten Möglichkeiten. Es gibt doch noch viele am Streckenfliegen interessierte Drachenflieger, die gern von erfahrenen Piloten lernen und sich an größere Aufgaben heranwagen wollen. Wer wie jüngst auf der HG-Challenge in Greifenburg gezeigt, Strecken von 50km schafft, kann seine Bestleistungen in der nächsten Saison in der Liga real verdoppeln! In diesem Jahr hat das bei uns bei einigen Piloten geklappt. Also keine Scheu, meldet Euch!

Konrad Lüders

Ergebnisse

Flexible Drachen

Starrflügler

Platz

Name

Gerät

Punkte

Name

Gerät

Punkte

1

Konrad Schwab

ICARO Laminar Z9

8133

Peter Friedemann

AIR Atos VR

8897

2

Thomas Schreck

Moyes Litespeed S3,5

6163

Ulf Neumann

AIR Atos VR

7383

3

Andreas Beeker

AEROS Combat L13

5409

Bernd Weist

AEROS Phantom

7163

4

Carlos Weber

Moyes Litespeed 4

5367

Raphael Burri

AIR Atos VX

7076

5

Bernd Sommermeier

ICARO Laminar Z9

4461

Klaus Diller

AIR Atos VR

4601

 

 

 

Ligaberichte 2009

Die „Starre“ Liga bei den German Flatlands HG (26. Juli - 2. August 2009)

Zum Ende der Ligasaison war Flachlandfliegen angesagt. In der letzten Juliwoche trafen sich hierzu 30 Piloten in Altes Lager. Bei den Starrflüglern stellten 6 Ligisten fast die Hälfte des Starterfeldes. Steht Flachlandfliegen im Ruf, recht entspannt zu sein, sollten die Flatlands in diesem Jahr überaus spannend werden. Hierzu trug Petrus mit viel Thermik aber auch Windstärken ein gerütteltes Maß bei. Am ersten Wettkampftag blies es mächtig Richtung verbotene Zonen. Die senken sich nach Norden nämlich rasant ab, dramatisch die erlaubten Flüghöhen beschneidend. Also wird straffer Kantenwind in Kauf zu nehmen sein, um doch noch eine bescheidene Aufgabe zu fliegen – 54km zum Flugplatz Brandenburg.
Gut beraten ist, wer zunächst Richtung Westen die thermisch sehr aktive Waldkante nutzt, um dann optimal mit nahezu Rückenwind ins Ziel zu fliegen. Die Thermik ist gut, reicht aber selten über 1500m (wir dürfen hier bis 6500Fuß hoch, also alles im Grünen). 7 Starre schaffen die Aufgabe, darunter Rafael Burri und Peter Friedemann mit gleicher Zeit von 71Minuten. Ulf Neumann muß leider früh absitzen und  Klaus Diller hadert noch bis zum nächsten Tag mit sich, hat wohl Adaptionsprobleme ans Flachlandfliegen, traute sich mit 1400m nicht weg vom Flugplatz (oder von seiner lieben Frau?).

2. Task 101km FP Hoyerswerda

Über Nacht hat der Wind um 180 Grad gedreht und bläst wieder zu frisch für eine geschlossene Aufgabe. Also auf zu den Segelfliegern nach Hoyerwerda.
Die Wolken sind heute dick und saugen nach Herzenslust. Uns ist das Recht, müssen aber aufpassen, nicht aufgesaugt zu werden. Immerhin gibt es gute Arbeitshöhen und kaum Probleme, eine gute Spur zu finden. Obacht geben müssen wir auf die CTR Holzdorf, unser Kurs tangiert eine Ecke davon. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, spannend der Überflug über mitunter ausgedehnte Waldflächen. Die Windparks werden auch noch immer größer, zuletzt überfliegen wir in der Lausitz aktive Tagebaue. Der Zielanflug erfolgt dann in schon niedriger Höhe über eine Seenlandschaft renaturierter Tagebaue. Ich drehe trotz üppiger Reservehöhe noch zwei Kreise, um ein entzückendes Panorama aufs Videoband zu fixieren. Soviel Zeit für die Kunst muß sein! Dafür bringe ich danach den Fahrtmesser zum Anschlag.
So richtig glücklich sind die Segelflieger in Hoyerswerda nicht, als ein Drache nach dem anderen seine Höhe über dem Endteil ihrer Platzrunde abbauen. Es werden immer mehr, die dort eintreffen. Also ganz fix die Drachen zur Seite tragen und abbauen. Nachdem wir damit fertig sind, trifft über eine Stunde nach dem Letzten als 18. Zielflieger der Allerletzte ein. Andreas Beyer auf Aeros Combat entschuldigt sich aber gleich dafür, dass es bei ihm so lange gedauert hat.
Alle Liga-Piloten sind im Ziel und fahren einen grandiosen Sieg ein. Peter Friedemann, Ulf Neumann, Klaus Diller und Rafael Burri heute auf den ersten 4 Plätzen der Gesamtwertung.
Konrad Lüders

3. Task 113 km Flugplatz Kyritz.

Kurzbericht von Platzhirschen,  einer neuen Sportart und coolen Fotos.

Wieder und sowieso ein Traumtag zum Fliegen. Relativ flott konnte der Startplatzradius von 5 km verlassen werden.
Go West in Obama Manier. Vor mir Lukas B. , wer kennt ihn nicht, den braungebrannten Sonnyboy mit Sonnenbrille und den kurzen Höschen. Das war schon mal was, den Lokal Matador vor sich zu haben. Der 1. Waypoint FP Lüsse. Ein Ort des Schreckens. Der Luftraum  übervoll mit Segelfliegern, die mit unserer Spezies nichts am Hut haben, und uns mehr oder weniger als Schmeißfliegen betrachten. Über Platz gute Thermik, gute Höhe, aber man stelle sich vor, ein Heer von Platzhirschen, die ohne Konzept, ohne erkennbare Drehrichtung, aus allen Richtungen über unser zartes Geschlecht herfallen. Hier noch ausreichend Höhe tanken zu wollen ist glatter Selbstmord. Also verlasse ich diese brandgefährliche Zone in Richtung Ziel, leider aber in einer nicht gerade berauschenden Höhe, jedoch immer in guter Hoffnung dieselbe noch zu finden.
Wer kennt sie nicht, die Leiden eines Drachenfliegers, der auszog um Strecke zu fliegen und der Vorhang öffnet sich nicht. Meine Rückholerin fordert immer wieder das gleiche: Landeplatz an einer ausgebauten Straße, daneben eine mittelgroße Ortschaft mit Straßennamen fürs Navi. Ab sofort war ich gezwungen diese geforderten Plätze anzufliegen, Höhe sehr niedrig.
Nun ist eine neue Sportart geboren. Dorf Hopping in 150 – 200 mtr. Höhe. Beim 8. Dorf konnte ich sogar die Uhrzeit am Kirchturm ablesen, und ich dachte mir noch, jetzt musst du dich aber beeilen. Es hat mich geschüttelt vor Lachen, aber plötzlich eine Marienerscheinung (katholischer Ausdruck) in Form einer mächtigen Thermikblase in Bodennähe. 1900 mtr. am Stück, ein Himmelsgeschenk. Noch 20 km zum Ziel, Endanflugrechner sagt ok. Und heim ins Reich der Goalis. Der Lukas B. landet eine halbe Stunde später. Mensch bin ich gut. Kyritz, ein herrlicher Flugplatz mit Runway und geteerten Rollbahnen, mittendrin wir kleinen Fliegerlein. Auch Filmleute waren da, die eine Dokumentation über unser Fliegen machen wollen. Die Einzelporträt-Fotos waren nicht einfach, denn wir sollten alle einen coolen Gesichtsausdruck mimen. Lachen verboten. Nun stelle man sich K. H. Vogel vor, mit kurzen Hosen, einen ausgefransten Maurerhut auf den Kopf und dazu ein cooler Blick in die Kamera. Genial oder? Übrigens, was ist ein Rolling Stones Porträt ?
Ulf Neumann

15ter und letzter Ligadurchgang in Altes Lager.

Heute haben wir wieder Rennpilotenwetter in Altes Lager. Gute Thermik, anfangs mit Wolken, später blau, sowie ein 25km/h Wind aus West lassen uns optimistisch auf den Tag schauen.
Die Anfangseuphorie verführte dazu, über ein 100km Dreieck nachzudenken. Später wurde dieser Plan fallengelassen und für den heutigen Tag ein Zielflug über 117km zum Örtchen Wellmitz ausgeschrieben. Dieses liegt fast an der Polnischen Grenze, dort wo die Neiße in die Oder fließt.
Im Südwesten kann man bereits die angekündigte Zirrenbewölkung mit großflächiger Abschattung erkennen, die uns keine Wahl zu einer geschlossene Aufgabe gibt.
Da ich nach Startreihenfolge der vorletzte Starter war, durfte ich mich nirgends groß aufhalten, da die Abschattung immer näher kam.

Anfangs konnte ich mich nicht so richtig entscheiden, welche Wolkenstraße ich anfliegen sollte, da aber auch Rafael Burri sich für die südlichere entschied, folgte ich ihm.
Erstaunt war ich allerdings, dass Rafael nach 8 km wieder umdrehte und an den Flugplatz zurückflog. Ohne darüber nachzudenken flog ich immer weiter nach Osten, bis ich auf  Höhe von Tropical Island war, danach musste ich die südöstliche  Wolkenstraße verlassen und weiter nach Nordosten zur nächsten Wolkenstraße abgleiten. Unter mir zahlreiche „Gurkenflieger“ auf den großen Gurkenäckern im Spreewald.
Da ich zwischen den beiden Wolkenstraßen ziemlich verhalten flog, wurde ich von der Abschattung eingeholt. Direkt am südlichen Ende des Schwielochsees flog ich in eine kleine Ablösung rein. Am Anfang ging es recht zäh, aber stetig nach oben. Dieser Bart war meine Rettung und trug mich bis auf 1.500 Meter. Das reichte dann, um das ca.12 km lange Waldstück  bis kurz vor Wellmitz zu überfliegen und  ins Ziel zu segeln.

Die Liga 2009 war mit seinen 15 Durchgängen bei den Starren ein voller Erfolg.
Mein Dank geht an die beiden Ligachefs Prof. Dr. Konrad Lüders und Bernd Weist, sowie Ulf Neumann, Karl-Heinz Vogel, Klaus Diller und Rafael Burri mit denen ich sehr viel Spaß gehabt habe.
Peter Friedemann

Liga in Greifenburg 12.-14. Juni 2009

Freitag, 12.06.2009
Wie wird sich das Wetter zum WE wohl entwickeln? Dies war die große Frage für unseren Ligadurchgang. Am Mittwoch wurden noch fleißig Wetterkarten studiert und es wurde schnell klar, dass das geplante Ziel, der Venet,  wohl nicht in Frage kommt. Auch ein Ausweichen nach Ruhpolding und in den Schwarzwald wurde diskutiert. Der vorhergesagte Starkwind vereitelte auch dort diese Pläne. Also ging’s wieder mal in das allseits bekannte Fluggebiet nach Kärnten. Da aber eine föhnige Nordwestlage angesagt wurde, hatten Konrad und ich bei dieser Entscheidung schon ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mit bangem Herzen sind wir am Freitag dann auf den Berg gefahren. Wie wird sich wohl der angesagte starke Nordwestwind entwickeln?  Unter Berücksichtigung aller Wetterinfos und nach Beratung mit den Locals wurde eine, wie sich später herausstellen sollte, fast perfekte Aufgabe erstellt. Aufgrund der zu befürchtenden Turbulenzen im Westen, blieben wir nur im unteren Teil des Drautales.

Um 12:30 hieß es dann „ the window is open“. Es wurde zügig gestartet und um 13:00 Uhr war auch ich „airborn“. Hab auch gleich einen guten Lift erwischt, welcher mich bis zur Basis auf rund 2900m brachte. Meine Befürchtungen in der Höhe auf ruppige Verhältnisse zu treffen, bestätigte sich glücklicherweise nicht.
Schnurstracks ging’s zur 1. Wende Weneberger Alm. Kaum 20 min später befand ich wieder im Hausbart an der Emberger. Nochmal richtig Höhe getankt und weiter ging’s im Direktflug zur 2. Wende „Rottenstein“.  Die Thermik war richtig gut und das Sinken zwischen den Bärten hielt sich in Grenzen.
In der Annahme, der Startbart stünde immer noch zuverlässig, ging’s wieder mit Vollgas zurück. Klaus Diller flog in meiner Nähe und beobachtete diesen  „Sturzflug“. Aber die Rechnung ging auf und an der Emberger brachte mich die Thermik wieder zügig nach oben.
Mit reichlich Höhe startete ich die Talquerung auf nahezu direktem Weg zur 3. Wende Schloss Stein. In komfortabler Höhe erreichte ich die andere Talseite und somit stellte auch diese Wende kein größeres Problem dar.
Die letzte Thermik drehte ich in den kleinen Vorbergen am Reisskogel aus. Mit einer Abflughöhe von 2900m sollte auch die 4. Wende Lindner Alm problemlos erreichbar sein. Die Kette am Weissensee entlang ging wie erwartet gut und der Höhenverlust bis zur Wende entsprach meinen  Vorstellungen. Jedoch nach Umrundung der Wende kamen mir doch Zweifel. Reicht die Höhe wirklich bis ins Ziel? Etwas vorsichtiger flog ich die Kette unter Grat wieder zurück. Es wurde etwas ruppiger und ich fürchtete schon, größere Sinkgebiete anzutreffen, welche eine Außenlandung kurz vor dem Ziel bedeuten könnten. Die Spannung stieg. Endlich ergab meine Peilung das Startzeichen für einen sicheren Final glide. Muss wohl noch was an meiner Höhenabschätzung feilen, denn 600m über dem Landeplatz ist doch etwas viel Reserve.
Es ist immer ein tolles Gefühl im Ziel zu stehen. Für mich war es ein schöner und relativ ruhiger Flug. Es hat alles gepasst und auf dem ganzen Flug hatte ich, anders als erwartet, keine allzu großen Turbulenzen.  Auch der Höhenwind entwickelte sich im Drautal nicht so stark wie angesagt. Ein guter Start ins Liga-WE.

Bernd Weist

Samstag, 13.06.2009
Am zweiten Tag schien der Nordwind abgeschwächt zu sein, um uns dann aber um so mehr beim Pilotengrill (Strommasten beim Kärntner A. äh Nase) durchzubeuteln. Die Thermikbedingungen am Start waren sehr selektiv. Ich konnte sofort nach dem Start rechts in einen Bart einsteigen, der bis zur Basis durchzug, aber viele andere Ligisten hatten einen schwierigeren Anfang, kämpften vebissen gegen das Absaufen und wurden zumindest moralisch von den Supportern am Startplatz Daumen drückend unterstützt. Peter Friedemann half auch das nicht. Der Leader bei den Starren umflog alle Bärte und landete so deprimiert, daß er ein paar Glas Bier einem noch möglichen Wiederstart vorzog. Der Task ging zur Weneberger Alm auf der Südseite des Gailtals und dann zur Windischen Höhe - eine Strecke die viele von uns höchstens aus dem DHV-XC kannten. Die Querung über das Gailtal zum dritten Wegpunkt wurde vom Höhenwind unterstützt, so daß man kaum Höhe verlor. Dort angekommen hatte man die Wahl wieder zum Massiv Richtung Greifenburg zurückzufliegen oder sich an der Südkette des Gailtals an den Karawanken entlang zu hangeln. Soweit ich mich erinnere, haben sich alle für die erste Option entschieden, da eine schöne Wolkenstrasse über der Kette stand. Sobald man südlich am Weissensee ankam, ging es an dieser entlang mit sehr guten Gleitwerten bis zur Windischen Höhe und zurück. Ich hatte nirgendwo ein Problem und war fast so schnell wie die Starren im Ziel. Könnte mich echt daran gewöhnen.
Andreas Beeker

Sonntag 14.06.2009
Das Tor zum Himmel, oder die Kunst, gleich auf den Boden der Irdischen zu landen.So könnte man den Task in Greifenburg  leicht ironisch bezeichnen. Das Wetter war traumhaft wie immer, die Stimmung nicht ganz so tolle. Die Megaturbulenzen  am Kärntner Himmel und die Bergtour mit Bölk Stoff am Abend zuvor gingen schon arg an die Substanz. Aber an diesen Sonntag musste einfach geflogen werden.
Ein flaches  120 km Dreieck  über Silian und Weissensee Brücke war angesagt. Das Aufdrehen am Start war relativ einfach, die Reise zum Anna Schutzhaus problemlos. Dort angekommen, wollten mich die Thermikgötter nicht unbedingt in ausreichender Höhe zur großen Querung Zettersfeld sehen. Ungeduldig wie immer, Klappen zurück,  mit Vollspeed an die gegenüber liegende Kante. Dort tief angekommen erinnerte mich diese Art von Fliegerei an Hangkanten Schruppen im Flachland. Zum Tannenzapfenzählen hatte ich auch keine Lust, da mich schon ein wenig der Frust gepackt hatte. Aber irgendwie und irgendwo blubberte dann doch so ein kleines Bärtchen. Endlich  genug Höhe, Flug zum Hochstein-Haus.
Hier wohnt der Oberboss der Thermikgötter, und der war richtig gut drauf. Mit 3500m  und Waschmaschinen-Romantik nach Sillian. Durch die ewigen Rüttelreflexe und Turnstunden im Trapez reißt mir das Fixierungsseil am Gurt und der Reißverschluß platzt auf wie bei einer Bordsteinschwalbe. Da hat man fast keine Lust zum Weiterfliegen. Aber plötzlich hat sich der Oberboss vom Hochsteinhaus wieder gemeldet. Vielleicht hat ihn seine Alte geärgert, und er musste seinen Frust einfach zum Himmel blasen, und da war ich und der Friedemanns Peter. 3950m, das ist doch mal was. Jetzt gehört uns das Drautal und alles drum herum. Ich wählte nun den direkten Weg über die schroffen Berge der Lienzer Dolomiten, wohl wissend, dass die schattigen Nordhänge nicht gerade thermikfreundlich sind. Aber öfter mal was Neues. Der Friedemanns Peter hat sich mittlerweile an meinen Kielrohr festgebissen, ich denke, das gigantische Panorama hat ihn auch verführt. Urplötzlich steht eine mächtige Wolke vor uns schräg unten, und das Wunder von Lienz nimmt seinen Lauf. Genau mittig der Wolke öffnet sich ein blauer Kreis, ja logisch nix wie durch. Das wäre das Fliegerfoto des Jahrhunderts geworden. Diese Faszination kann ich nicht beschreiben, da fehlen mir einfach die literarischen Fähigkeiten. Kurz gesagt , einfach oberaffengeil.
Die Flugaufgabe ging dann so aus: nach erneuter Talquerung bei Irschen Ziel erreicht, der Friedemanns Peter blieb auf der schattigen Südseite und hat den allerletzten  Glücksbart erwischt, um dann als Erster locker ins Ziel zu segeln. Nun ist er wieder vorne in der Gesamtwertung.
Herzlichen Glückwunsch!
Ulf Neumann

Drachenliga - Alpen Open in Gnadenwald 29. Mai - 1. Juni 2009

Task1  „Petrus war wieder eine Diva“

Mit dem Freitag wurde im Vorfeld gleich der erste Wettbewerbstag wegen straffen Nordwindes gecancelt, die Restprognose der Wetterfrösche sah so traurig aus, dass deutlich weniger Teilnehmer anreisten, als im Vorjahr. Immerhin waren es dann doch knapp über 40 Piloten der FAI-Klassen 1 und 5, die am Samstag blaue Flecken im ansonsten grauen Morgenhimmel suchten. Obwohl es die nicht gab, fuhren wir nach optimisierendem Wetterbriefing auf die Seegrube, die heute Platz genug für alle bot. Da es im Westen angeblich besser sein sollte, wurde die Aufgabe als Zielrück mit dem Tschirgant als WP weitestmöglich nach Westen gezerrt. Schlappe 121 km, die Mienen der Teilnehmer eine Kombination aus Verwunderung und Sarkasmus. Eine erste Vorfliegerin erwischte dann doch wirklich einen Aufwind, worauf Manfred Ruhmer nicht lange wartete und mit seinem Start das Feld aufmischte. Die spärlichen Thermikansätze verebbten aber recht bald wieder, wodurch sich über ein Drittel der Teilnehmer im Bombout wieder fanden. Dort rieben sie sich baff erstaunt die Augen, weil urplötzlich der Himmel blau wurde, die Sonne sich Bahn brach und Thermikblasen produzierte. Die verbliebenen 10 Starter fanden also sich rasch verbessernde Bedingungen vor. Die Thermik wurde immer stärker, aber auch turbulenter. Ich gehörte wegen meiner Videopassion wie meist zu den  Spätstartern und somit den Glücklichen, die sich auf die Verfolgung von Ruhmer &Co. machten, die 45Minuten früher abgeflogen waren. Über den ersten WP, dem Liebherr-Hotel auf der Seefelder Hochebene ging es zur Hohen Munde, Holzleitensattel zum 2.WP am Tschirgant. Ich konnte mehrfach bestes Steigen nutzen, so dass ich bald auf dem Rückweg war. Dabei wurde es immer bockiger, weil der Nordwind auffrischte und sich mit der starken Thermik nicht gut vertragen wollte. Ich verpasste eine Möglichkeit, vor der Hohen Munde noch einmal aufzudrehen, danach ging es aber rasant abwärts. Wegfliegen vom Lee ins Flache wurde „belohnt“ mit echten Turnübungen am Trapez. Meine schlimmen Vorahnungen über die Windverhältnisse unterhalb der Seefelder Hochebene wurden bei der Landung bestätigt – echtes Aua, viel Schrott aus Alu und Camcorder. Andere Teilnehmer hatten ähnliche Erfahrungen. Natascha Petrova zeigte mir später, dass ihr Compeo ein maximales Fallen von -17m/s gespeichert hatte.
Manfred Ruhmer hatte es aber wieder gepackt, gefolgt vom stark auftrumpfenden Liga-Piloten Gerd Dönhuber mit dem zweiten Achtungszeichen nach seiner guten Platzierung bei den German Open. Die anderen Flexi-Piloten kamen nicht ins Ziel. Von den Starren Ligisten konnte gar nur Rafael Burri Streckenkilometer abrechnen.
Konrad Lüders

Task 2   „Ein Tasksettertrainingstag“
oder  „Das alltägliche Wunder vom Regengnadenwald“
9:00Uhr; 8/8.-Bewölkung
Der Flugtag beginnt mit einem Wetterbriefing welches mit dem Resümee endet: Keine nutzbare Thermik, dafür aber eventuell empfindlicher Ostwind sowie Schauertendenz. Gnadenwald-erprobte Piloten wissen aber natürlich: Dies ist längst kein Grund, den Task abzusagen. Lediglich der Bus zur halbstündigen Ausflugstor nach Innsbruck zur Bahn auf die Seegrube wird abbestellt.
12:00Uhr; 7/8.-Bewölkung
Es regnet nicht. Die wohlorganisierte Auffahrt zur nur 650m höher gelegenen Hinterhornalm mit den 30 flexiblen stirnrunzelnden Piloten wird eingeleitet.
13:30 Uhr; 6/8.-Bewölkung
Briefing am Startplatz: eine Ritschratschaufgabe an der Hauptkette soll es geben, nach Westen bis zur Seegrube und ein paar wenige km gen Osten. Und kurz vorm Ziel sind in der Nähe des Landeplatz noch zwei Wenden zu nehmen um dem Publikum die siegreichen Piloten auf den letzten Kilometern vorzuführen. Die ca.70km sind nach Gnadenwalder Tradition sofort nach dem Briefing anzugehen. Jedoch will bei den Bedingungen keine rechte Unruhe aufkommen. Zwar wird ein Gleitschirm recht thermikfrei im Hangaufwind nach oben geschaukelt, doch dient die Rampe dem Großteil der Piloten nur als Sitzgelegenheit.
14:30 Uhr; 8/8-Bewölkung
Die Fensteröffnung 13:45 am Boden wird weiterhin strikt ignoriert, die Veranstalter verlegen die erste der 3 Startzeiten  in der Luft von 14:45 auf 15:00 Uhr und schließlich eine halbe Stunde später auf 15:15, die Strecke wird anbei um 20 km gekürzt, da es bei dem Wendepunkt Seegrube augenscheinlich regnet.
15:15 Uhr; 8/8. Bewölkung
Nun soll das Pilotenvolk endlich in Schwung gebracht werden: Eine einzige Startzeit um 16:00 Uhr scheint das letzte Wort zu sein. Also gilt es, die schön trockene Rampe zu räumen.
Es wird ernst: Direkt neben der Rampe platziert habe ich den Vorzug des baldigen Startes (bevor es regnet?). Doch 400 der 650 Höhenmeter sind schnell verspielt, ich habe aber das Glück einen sanften Leebart bei stetigem Blick auf die Landemöglichkeit zu ergattern, 5 Piloten darunter auch Stephan und Rainer hatten dies jedoch nicht.
16:00 Uhr
Langsam kommt doch Wettkampfstimmung auf. Tatsächlich hat sich der große Rest des Starterfeldes an der virtuellen Startlinie positioniert, Sonnenflecken machen sich vermehrt breit und 2m/s Steigen sind nicht nur im Hangaufwind möglich. Die Aufgabe scheint plötzlich leicht. Die Herausforderung lautet nun: Wie viele Kreise sind nötig um den Task zu fliegen, ohne zu tief zu gründeln und ggf. ein Lee zu erwischen. Das Spektrum dabei ist groß. Meine unzähligen Kreise waren allemal übertrieben, da Herr Tim Grabowski mit nur 3 Kreisen auszukommen wusste. Dennoch wurden an der östlichsten nicht in Hangnähe liegende Wende doch auch 1/4 der forschen Piloten ausgesiebt.
Die Aufgabe von 48km war in weniger als 50min bewältigbar, auch Gerd Dönhuber als bester Deutscher auf Platz 4 hat es uns gezeigt. Knapp die Hälfte der Piloten hat es, wenn vielleicht auch 20min später geschafft bei strahlendem Sonnenschein, unter der lautstarken Ankündigung des Redners am Festzelt von den Zuschauern bejubelt die Ziellinie zu überfliegen.
Mal wieder hat sich das Wunder vom Regengnadenwald uns offenbart, durch welches aus dem klarsten Regenwassertag ein brauchbares Tasklein erwachsen kann.
Stefan Boller

Task 3 „Mit Finderglück zum Sieg“
Für Montag war das beste Wetter des ganzen Bewerbs vorhergesagt. Wenn die Prognosen so gut zutreffen sollten, wie an den vorherigen Tagen, hieße das, es würde mit Sicherheit der schlechteste werden. So war’s dann auch. Der Morgen war noch strahlend schön wolkenlos, aber am Vormittag überzog sich der Himmel und es sah nicht gut aus. Jedoch besserte es sich im Laufe des Tages etwas und ein kurzer 36 km-Task ging sich aus. Der starke Talwind machte es etwas tricky, da man zwar teils gut im Hangwind soaren konnte, aber man sich nicht dazu verleiten lassen durfte, zu tief zu kommen. Die Endanflüge waren dementsprechend spannend. Einige Piloten erreichten zwar den Landeplatz, aber für die Ziellinie reichte es dann manchmal nicht mehr ganz. Tim Grabowski wollte bei den Starren nach 2 Siegen an den vorigen Tagen für Spannung sorgen und platzierte sein GPS wegen einer gebrochenen Halterung 2 km vor dem Ziel irgendwo im Wald. Nach anfänglicher Verzweiflung, konnte ich ihn überreden, die eher nicht vorhandene Chance zu nutzen und das Gerät zu suchen. Wir nahmen mein Backup und suchten zu viert die Spur ab. Nach einer dreiviertel Stunde ein Freudenschrei von Tim. Er hatte es tatsächlich gefunden!!! Es gab zwar seltsame Geräusche von sich, war aber äußerlich bis aufs Display unverletzt. Nach einem Reset schien es wieder geheilt zu sein, und der Flug konnte ausgelesen werden. Der Jubel war groß und es fiel uns natürlich schwer, mit der Feier bis nach der Siegerehrung zu warten. Tim, du solltest es vielleicht mal mit Lottospielen probieren….
Gerd Dönhuber

Fazit: Man kann das Wetter auch schön warten! Wer hätte denn unmittelbar vor dem Termin mit 3 Wertungsflügen gerechnet??? Man war an jedem Tag dicht vor dem Abbruch. Die deutschen Teilnehmer – größtenteils Ligapiloten (gar keine Kaderpiloten unter den Flexis !?) mischten sich gut ins Internationale Feld. Dass Tim Grabowski bei den Starren siegte, verwunderte weniger als der zweite Platz von Gerd Dönhuber knapp hinter dem 8fach-Weltmeister Manfred Ruhmer. Bei allen drei Durchgängen war Gerd ganz vorn, wünschen wir uns und ihm, dass das zur Regel wird.
In der Gesamtwertung der Liga konnte Peter Friedemann bei den Starren seinen Vorsprung ausbauen. Bei den Flexi führt nach rekordverdächtigen 15 Durchgängen weiter Konrad Schwab mit komfortablem Vorsprung vor Carlos Weber.

 

Drachenliga - Hessische Landesmeisterschaft 17. - 23. Mai 2009

Ziemlich eng wurde es auf dem Aufbauplatz an der Emberger Alm. 38 Piloten traten an zum Kampf um den Hessischen Meistertitel, darunter 13 Ligapiloten als Gäste. Diesmal sollte es sich lohnen, weil Petrus nach der Pleite der Vor-WM vom Tegelberg wieder gute Laune hatte.  In der Luft ging es dann noch deutlich enger zu, weil die Gleitschirme vom oberen Startplatz aus gestartet, auch ihren Wettbewerb bestritten. Am Himmelfahrtswochenende kamen dann noch viele Freiflieger dazu, es war eine sehr dicke Suppe über der Emberger Alm.

Durch die Osterdurchgänge hatten die Ligisten sich schon gut auf die traditionellen Aufgaben eingestellt, und Wettbewerbsleiter Manfred Vaupel hielt sich ziemlich gut an unsere Vorgaben von Ostern, hatte aber wohl  auch etwas Angst, seine Schützlinge aus dem Drautal heraus fliegen zu lassen. Nur beim dritten Durchgang ließ er die Zügel lockerer und stellte Schloß Heinfels als Wendepunkt einer größeren Aufgabe. Bei den optimalen Bedingungen fanden 18 Piloten, darunter 5 Ligisten, den Weg über die 130km wieder zurück. Peter Friedemann kam immer besser in Form und schaffte sogar die drittbeste Zeit. Auch am folgenden Durchgang wurde er Dritter. Konrad Schwab war bisher immer mit guten Zeiten im Ziel gewesen, beim 5. und damit letzten Durchgang wollte er es richtig krachen lassen, aber dann fehlten ihm 50 Höhenmeter und er musste sich knapp vor der Ziellinie eine Wiese suchen. In der Gesamtwertung rutschte er dadurch ab auf den 11. Platz. Einstellig auf dem 7.Platz landete Peter Friedemann. Er hat jetzt den richtigen Biß und Selbstvertrauen für die nächsten Liga-Durchgänge. Wieder sehr beachtlich  schlugen sich unsere „Türmer“ Dirk Häffner  und Georg Schumacher. Mit ihrer Platzierungen (17. und 21.) waren sie die besten Teilnehmer unter den Turmfliegern. Ich selber flog die letzten beiden Aufgaben für die Liga-wertung mit und war zufrieden mit meinen Zeiten. Ein bisschen weiter hätte es aber schon noch gehen können…
In der Liga-Gesamtwertung nach nunmehr schon 12 Wertungsflügen konnte Konrad Schwab seine Führung ausbauen. Carlos Weber rutschte vor Thomas Schreck auf den dritten Platz.
Konrad Lüders

 

Drachenliga am Kandel am ersten Mai-Wochenende

Die Drachenliga am Tegelberg (2. King Ludwig Open - intern. German Championship 2009)

German Open 2009 – Durchgänge flexible Drachen am 7.5. und 9.5. - aus der Sicht eines Ligapiloten

1.Task am Donnerstag den 7.5.09 : blauer Himmel keine eine einzige Wolke, Aufgabe ist ein 130km Ritsch-Ratsch, zuerst nach Hindelang. Für den ersten Streckenabschnitt gibt es wenig Alternativen - entweder über die hohen Berge oder die flachen. Danke dem Ligachef für's Aufzeigen der richtigen Lösung!

Bin spät gestartet und das Steigen musste am Tegelberg erarbeitet werden. Am Säuling Teamwork mit Luis bis ich aus dem Bart fiel und wieder tiefer einsteigen durfte. Mit knapper Gipfelhöhe war die Entscheidung klar – nicht an die Grosse Schlicke zu den Tannheimer Bergen queren - sondern Richtung Falkenstein die kleineren Vorberge entlang fliegen. An der Südseite des Alatsees die große Überraschung – mit über 5 m/s Steigen die Eintrittskarte ins Tannheimer Tal. Dort tat ich mir schwer, das teils gute Steigen zu zentrieren und so ging's stetig bis knapp vor den Oberjochpass Richtung Boden. Der starke Talwind machte die Landung leicht. Beim Abbauen konnte ich sehen und lernen, wie durch Geduld 2 Drachenflieger Kreis um Kreis stiegen und dann über das Tannheimer Tal Richtung Wende überquerten.

Luxuriös ging das Flugabenteuer zu Ende – Konrad Lüders hat mich abgeholt – Dankeschön !

Zum Samstag den 9.5. fällt mir ein: Glück, Geduld, bloß nichts verschenken, Teamwork und die Luft ist draußen.

Vom Tegelberg aus war gut zu sehen, dass der Säuling Pause machte. Mal schauen, ob der Thermikofen am Alatsee wie vorgestern aktiv war ? War er - und die Strecke zum Edelberg war mit Drachen und Gleitschirmen markiert. Zurück zum Tegelberg - nahezu problemlos. Mit ausreichender Höhe über dem Schloss war das thermisch unterstützte Aufsoaren (oder umgekehrt ?) nicht schwierig – zur Wende Buchenberg und dann zurück. An den Hügeln am Bannwaldsee löste die Thermik mit dem Ostwind in Richtung Wende zum Falkenstein ab. Dort schon recht tief - nordseitig im Bayerischen Wind an den Vorbergen zur Wende – oder südseitig in der Sonne? Südseitig hat's jedenfalls funktioniert und der Rückflug zum Landeplatz am Tegelberg war: diese Wiese als Plan B Landewiese ? Nein die Höhe reicht – die nächste vielleicht ? In dieses schwache Steigen einsteigen – nein, besser lieber mit minimaler Geschwindigkeit geradeaus. So hat's gerade zur Landewiese am Tegelberg gereicht – sagenhaftes Gleiten beim langsamen Fliegen – vielen Dank Z9 ! Die beiden fehlenden Wendepunkte gibt's vielleicht beim nächsten Mal?
Konrad Schwab


Die Drachenliga am Kandel

Sonntag, 3. Mai 2009
Wieder strahlende Sonne am frühen Morgen. Da wir das schon kennen, und das, was wahrscheinlich bald folgen könnte, beeilen wir uns heute besonders. Der Vereinsbus der Kandeler Drachen- und Gleitschirmflieger steht heute schon um 9 Uhr  für uns am Landeplatz zum Aufladen bereit. Beein-druckend, wie uns der heimische Verein unterstützt. Die Liga ist als Gast hier, wir bezahlen keine Landegebühr und der Bus ist auch quasi kostenlos. Dazu erhalten wir von Roland Wöhrle, Frank Frankus und Klaus Willmann wertvolle Tips für die Auswahl der Routen. Heute sollen die höheren Berge schnell verlassen werden. Zunächst ins noch hügelige Vorland und dann ins Flache – Zielflug nach Offnadingen über 44km. Bei schwacher Thermik und Basis kaum über 1500m erweist sich die-ser vergleichsweise kurze Task doch als harte Nuß. Ulf Neumann hat sein GPS falsch programmiert und findet den ersten Wendepunkt nicht, wartet ständig auf einen Piloten, der ihn hinführt. Dann hat er einen gefunden, doch dieser wartet ständig darauf, daß Ulf doch endlich losfliegen möge. So stel-len sich beide gegenseitig ein Bein.
Nach gut anderthalb Stunden taucht Karlheinz Vogel als Erster über dem Ziel auf. Ich stehe auf ei-nem ganz kahlen Feld, Auto auf einem schmalen Feldweg neben mir, und schwenke den Windsack über dem Kopf. Karlheinz fliegt in 500m Abstand über mich hinweg und landet neben dem Ort auf einem Maisfeld. Natürlich landen die anderen Zielflieger auch auf diesem Acker mit dem Erfolg, daß bald der Bauer kommt und Bares sehen will. Ich kann den Preis auf die Hälfte runter handeln, kostet dann noch etwa zwei Biere je Pilot. Roland Wöhrle und Raffael Burri vermeiden die Unannehmlich-keiten von Landegebühren wie Rücktransport, drehen über dem Ziel wieder auf und fliegen die Stre-cke zurück. Das klappt gerade noch so. Als wir wieder in Waldkirch eintreffen, schüttet es bereits aus vollen Kannen.
Fazit: Auch eine kleine Strecke kann sehr selektiv sein, wenn das Wetter mal weniger üppig mit Thermik und Basishöhen aufwartet. Jedenfalls hat sich Karlheinz wieder den ersten Platz erobert.
Die nächsten Ligatreffen gibt es anläßlich der German Open, Hessischen LM und den Alpen Open. Mal sehen, wie die Ligisten da mitmischen werden.
Konrad Lüders

Samstag, 2. Mai 2009
Morgens strahlte uns wieder die Sonne vielversprechend vom blauen Himmel und bald standen die Drachen säuberlich darunter auf dem Kandel-Startplatz. Es zeigten sich aber recht bald Anzeichen dafür, daß Petrus heute mal seine Muskeln spielen lassen wollte. War schon die Wetterprognose geeignet, überbordenden Optimismus zu dämpfen, kondensierte östlich vom Startplatz Wasserdampf bereits in größeren Mengen. Da es aber weniger abschattete als am Vortag, wurde in der Hoffnung auf ein paar mehr Piloten im Ziel als gestern heute noch einmal die gleiche Aufgabe gestellt: Das Elztal aufwärts nach Oberprechtal, zurück zum Tafelbühl, wieder Oberprechtal und Kandel Landeplatz. Sehr zügig wurde gestartet, auf der „Hühnerleiter“ standen meist 3 Piloten Schlange, und nach 20Minuten waren alle in der Luft. Eine halbe Stunde später schubste aber Petrus die  Atmosphäre regelrecht um. Überall ausgeprägte Überentwicklungen. Mit dem ersten noch fernen Donnerschlag gab es auch die ersten Landemeldungen. Alle Piloten landeten rechtzeitig. Also heute leider keine Wertung. Vielleicht klappt es morgen wieder besser.
Konrad Lüders  

Freitag, 1 Mai 2009
„Alles raus zur großen Maidemonstration!“ so fuhr es  mir heute durch alle Glieder, als sich genau um 7 Uhr mit schmetternden Fanfarenklängen, großen Trommeln, und Tschingdarassabum ein Getöse durch das friedlich schlummernde Städtchen Waldkirch Bahn brach. Genau die gleichen Melodien und Rhythmen wie früher (in der DDR), aber es waren nicht FDJ-ler in blauen Blusen, sondern ca. 50 Männer, Frauen und Kinder, die sich in mittelalterlicher bunter Heroldstracht diesen Spaß erlaubten.
Immerhin war der Himmel blau und verhieß wieder einen Flugtag. Nach ausgiebigem Wettercheck hatten wir uns diesmal für den Kandel entschieden. Das war das am weitesten westlich gelegene Fluggebiet in unserem Fundus und von dort sollte die Wetterbesserung nach ein paar Regentagen kommen. Die war nun also da wie erwartet. Lokalchef Frank Frankus wies uns in die Anflugregeln des Landeplatzes ein und dann durften wir unsere Drachen auf den Vereinsbus aufladen, nicht auf irgendein Vehikel, sondern einen piekfeinen VW T5!  Oben auf dem Kandel bestätigten sich pessimistische Vorahnungen bezüglich der Windrichtung – die war falsch herum, und alle Windsäcke zeigten uns ihre Mäuler. Da es sonst nichts zu tun gab, wurden immerhin erst einmal die Drachen aufgebaut. Dann tauchte Champion Roland Wöhrle auf, verbreitete Optimismus und schon schwächelte der Rückenwind. Eine kleine Aufgabe wurde gestellt: Das Elztal hoch und wieder runter, zwischendurch noch ein kleiner Zacken, insgesamt 53km. Dann setzte eine startbare Phase ein und hielt wacker durch, bis auch der letzte Pilot die „Hühnerleiter“  absolviert hatte, also Drachen erst hochschleppen und dann locker durchlaufen. 2 Starthelfer des örtlichen Vereins leisteten dabei gute Unterstützung. Thermik war da, aber sie lief einem nicht gerade nach. Vor manchen Piloten spielte sie verstecken, so daß es diesmal einige Absaufer gab. Die Basis war tief, jeder Sprung zur nächsten Rippe mußte gut abgewogen werden. Als Erster kam Peter Friedemann ins Ziel, aber ohne den zweiten WP geschafft zu haben. Als sogar Roland Wöhrle mit einer Wiese im schönen Elztal vorlieb nehmen mußte, schwanden die Hoffnungen, daß ein Pilot die Aufgabe heute schaffen würde. Und es schaffte sie doch einer – Raffael Burri mit seinem Atos VX. Den hatte er sich diesmal als Geheimwaffe mitgenommen. Bis dato auf Extaccy hatte er bei den Durchgängen in Greifenburg nur hinterher geschaut, aber jetzt mal den Spieß umdrehen können. Morgen soll es noch besser werden, mal sehen, was sich machen läßt .

Konrad Lüders 

 

Drachenliga zu Ostern in Greifenburg

Ergebnisse
Flex
Starr

 

Starker Auftakt - Die Drachenliga zu Ostern in Greifenburg

Kaum tauchte der Ostertermin am 14Tage-Prognosehorizont von GFS auf, scrollten Bernd Weist und ich uns täglich durch die bunte Vielfalt der TOP-Karten. Ziemlich spannend und aufregend für uns beide, erstmals einen Wettbewerb der Liga zu leiten. Ablenkung von der Nahe-Null-Prognosesicherheit boten handfestere Beschäftigungen: Aus einer Sammlung von igc-Dateien alter Ligadurchgänge mit dem neuen Auswerteprogramm Maxpunkte 6 von Dietrich Münchmeyer wurden als Trockentraining Wertungen simuliert. Wendepunktlisten mußten umgeschrieben, Landkarten kopiert werden. Dann waren solche wichtigen Dinge zu erledigen wie Korrespondenz mit Landesluftfahrtbehörden, Bürgermeistern, Bergbahnen, Taxiunternehmen. Eine Menge Papierkram war zu bewältigen - Entwurf und Druck von Taskboards, sign in – sign out –Listen, Startlisten usw. usf. I-Punkt war letztlich die Besorgung einer zünftigen Tröte fürs Signal zum Briefing.  Mit diversem Büromaterial füllte das schon eine solide Kiste aus. Zwischen all diesen Besorgungen konnten wir freudig registrieren, dass die Wetterfrösche nicht von der Prognose einer schönen Hochdruckbrücke über Mitteleuropa ablassen wollten, selbst als sich der Karfreitag schon auf übermorgen genähert hatte. Also wurde zum Sammeln getrommelt – wir treffen uns in Greifenburg!

Petrus hatte ja Wetterschulden vom Vorjahr wieder gut zu machen an der Liga – und er wird großzügig sein, wie sich schon andeutete. Somit standen am Karfreitag hoffnungsvoll  25 Ligapiloten zum ersten Durchgang der Saison  auf der Emberger Alm. Rasch waren die Formalitäten abgehakt wie Wahl des Sicherheitskomitees, Rückmeldemodus etc. und eine gleiche Aufgabe für beide Wertungsklassen festgeklopft: Matrei – Lindbrücke – Greifenburg über 114km. Gestartet wurde als Race, zuerst die Drachen, eine Viertelstunde später die Starren. Bemerkenswert übrigens, dass in der Startphase der Wettbewerber die zahlreichen Gleitschirmpiloten sehr diszipliniert warteten, bis ich ihnen als Startleiter den Start frei gab, wenn sich bei den Drachen gerade mal eine Lücke auftat.

Auf Strecke war der lebhafte Südwestwind hilfreich am Berg, dort ging es gut voran. Allerdings machte er die Querung vom Zettersfeld über das Mölltal auf dem Rückweg zum Knackpunkt. Gleich 5 Flexis landeten bei Nikolsdorf  (im Kärntner A.) – natürlich nicht auf dem Segelflugplatz, wie die Piloten gleich bei der Rückmeldung beteuerten. Als Erster zischte unser Oldie Karlheinz Vogel nach 2 Stunden ins Ziel und deklassierte damit regelrecht die Verfolger. Bei den Flexis hatte Konrad Schwab die beste Spur erwischt. Nicht nur die 14 Zielflieger waren glücklich, auch Robert Mayer freute sich über seinen neuen persönlichen Streckenrekord.  Mit Bernd Weist hatte ich verabredet, dass er in der Wertung mitfliegen soll. Ich selber bereitete die Auswertung vor. Damit gab es dann doch Probleme. Bis weit nach Mitternacht kämpften wir gegen die Tücken der Software.

Wieder blauer Himmel am Samstag, jedoch dämpfte der aufgefrischte Südwestwind etwas den Optimismus. Immerhin war der Himmel dadurch nahezu frei von Gleitschirmen. Gestern waren bei den Starren „zu viele“ Piloten im Ziel, also wurden trotz schwächerer Bedingungen noch 20km draufgesattelt: Radlberger – Matrei – Weissenseebrücke – Greifenburg. Um Steuerbügel wie Segelflieger zu schonen, wurde für die Flexis Anna Schutzhaus anstelle Matrei als 2. WP gewählt, immerhin 85km Strecke. Die hatten es aber in sich. Schon der erste WP war eine harte Nuß. Hinter dem Stagorgipfel war der Himmel wolkenfrei und der straffe Wind zerpflückte jede Thermikblase. 3 Flexipiloten war die Rappelei nicht geheuer, drehten vor der Wende bei und segelten zur gemütlicheren Gestaltung des Nachmittags zurück zum Landeplatz. Die anderen bewiesen Stehvermögen. Wieder waren fast alle Piloten im Ziel! Schnellster bei den Starren war Ulf Neumann in knapp 2 Stunden, fast gleichzeitig mit Dietrich Brockhagen, der bei den Flexis den Tagessieg für sich verbuchte.
Wenn  viele Piloten im Ziel landen, ist es besonders bitter, frühzeitig absitzen zu müssen. Pechvögel gibt es immer, und niemand ist davor gefeit. Nun hatte es einen Liga-Neuling gleich beide Male nacheinander erwischt und er teilte mir deutlich geknickt mit, dass solch Wettbewerb wohl doch nichts für ihn sei. Ein Liga-Chef muß auch Seelenklempner sein können, und ich versuchte mich darin nach besten Kräften. Aus eigenen Erfahrungen im Absaufen kann ich da reichlich beisteuern.

Wie lang darf ein Task sein bei der Liga? Eine Grenze setzt die Sportordnung dafür nicht. Ich blickte am Sonntagmorgen in die Augen der Fliegerfreunde, die fordern noch mehr Kilometer! Die sollen sie haben, zumindest als Aufgabe: Zettersfeld-Sillian-Zettersfeld-Radlberger-Irschen-Greifenburg – 160km!  So einen langen Kanten gab es schon lange nicht mehr bei einem Ligadurchgang. Den Flexis wurde der letzte WP erlassen, immerhin blieben noch 135km zu fliegen. Race mit gleicher Startzeit für beide Klassen! Etwas bange war es mir schon, so große Aufgaben zu stellen. Das Leistungsvermögen unserer Ligisten ist doch recht unterschiedlich. Wir haben WM-Teilnehmer darunter und auch solche Piloten, die noch nie einen Hunderter geflogen sind. Allen muß man es irgendwie gerecht machen.  Also eine große Strecke, aber ohne größere Hürden. Deshalb zwingend Zettersfeld als WP auf Hin-und Rückflug. Da ist die Talquerung zum Hochstein (und zurück) am sichersten. 

Die Starterei klappte wie am Schnürchen. Alle konnten schnell aufdrehen und rechtzeitig vor der Startzeit Höhe machen. Kaum zu glauben, dass dann ein paar Stunden später wieder fast alle Piloten im Ziel standen. Auch zwei Turmdrachen waren darunter. Georg Schumacher und Dirk Häffner mit ihren Spyder 15 schafften das Husarenstück. Ulf Neumann und Dietrich Brockhagen verbuchten jeweils ihren zweiten Tagessieg. Karlheinz Vogel musste jedoch viele Federn lassen.  Mit Riesenvorsprung erreichte er als Erster den vorletzten Wendepunkt an der Radlberger Alm und zischte  schon in Richtung Landeplatz. Als er kurz davor bemerkte, dass es ja noch eine weitere Wende in Irschen gab, war die schöne Höhe bereits verheizt...
Am Abend taten nicht nur den Piloten die Schultern weh vom Fliegen, auch die vom Teamchef, und zwar vom Schulterklopfen als Dank für die tolle Aufgabe. Begeistert waren  die meisten Liga-Newcomer über den längsten und schönsten Flug in ihrem Fliegerleben. Nie hätten viele sich eine solche große Aufgabe zugetraut, so weit in unbekanntes Gelände zu fliegen, schwärmten vom Blick auf die verschneiten bizarren Gipfel der Lienzer Dolomiten,...

Auch der Pechvogel vom Vortag hatte glänzende Augen und meinte, dass er nun doch dabei bleiben wollte.
Ein Unfall, der glücklicherweise glimpflich ausging, muß leider erwähnt werden: Ein Starrer der Liga kollidierte beim Thermikkreisen in großer Höhe mit einem Gleitschirm. Nach etlichen Trudelumdrehungen konnte der  Starrflügelpilot jedoch sein nur leicht beschädigtes Fluggerät stabilisieren und landete umgehend, ebenso wie der Gleitschirmpilot.

Am Ostermontag legte Petrus eine Ruhepause ein, heftiger Ostwind ergab kaum startbare Phasen. Als es zunehmend abschattete, wurde der Durchgang früh gecancelt. Eine Stunde später regnete es.
Ein optimaler Auftakt war das für die Liga gewesen. Am ersten Mai treffen wir uns erneut, alle wollen wieder dabei sein!
Wenn das Wetter es gut meint mit uns, ist es leicht, einen Wettbewerb zu leiten. Ich würde zwar viel lieber selber mitfliegen, aber Einer muß halt die Fäden führen. Jahrelang habe ja ich vom Einsatz Anderer profitieren können. Umso schöner, wenn sich dann Tage nach dem Treffen gleich mehrere Piloten bei Bernd und mir bedanken. Z.B. so: „Ich bin seit vielen Jahren immer bei den Hessischen dabei und versuche übers Jahr ein paar Pünktchen im OLC zu machen... Aber wie schon gesagt, ich bin noch nie so weit und so lange geflogen wie bei dem Ritt nach Silian + zurück! Allein dafür hat sich die Liga schon rentiert! Und es kommen ja noch viele Termine bei bestem Wetter! ;-)“

Das walte Hugo!
Konrad Lüders
 

 

 

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In 18 Etappen über 1537 km - Liga-Gesamtbericht

Petrus hatte Schulden zu begleichen – nach der total verregneten Ligasaison des Vorjahres glaubten wir an den Klimawechsel und wurden nicht enttäuscht. Vorsichtshalber wurden dennoch reichlich Termine geplant: 4 verlängerte Wochenenden als Liga-Events, dazu kamen noch eine Landesmeisterschaft, die German Open und Alpen Open in die Ligawertung. Da zur Liga-Teilnahme keine Qualifikation notwendig ist, zudem Liga-Beiträge vom Vorjahr angerechnet wurden, trugen sich über 40 Piloten in die Meldeliste ein.  

Gummi-Tasks in GB

Das Quaken der Wetterfrösche vor Ostern deuteten Bernd Weist und ich als neue Liga-Chefs mit „Thermik gut“ und „starker Westwind“. Also auf nach Greifenburg, wenngleich mit deutlichem Restrisiko. 25 Liga-Piloten bauten dann auf der Emberger Alm im Vertrauen auf richtige Entscheidungen der Tasksetter ihre Fluggeräte auf. In der Liga haben wir neben WM-Teilnehmern auch im Streckenfliegen noch wenig erfahrene Piloten. Gar nicht so einfach, es Allen Recht zu machen. Jeder möchte weit fliegen, also wird die Route so gelegt, dass kritische Talquerungen vermieden werden: Matrei – Lindbrücke – GB über 114km. Am Abend strahlende Gesichter, die Aussicht aus nächster Nähe auf den tief verschneiten Alpenhauptkamm war traumhaft, auch der Rückweg  gelingt den meisten Piloten. Am nächsten Tag bei „sportlicheren“ Bedingungen werden die Flexi-Piloten etwas geschont, nur 85km, die Starren wollen draufsatteln, also noch 20km mehr. Am Abend sind wieder fast alle Starrflügler ins Ziel geflogen, bei den Flexis war es einigen Piloten in der Luft zu rappelig. Fliegen muß ja Spaß machen, und wenn sich der nicht einstellt, sollte man abbrechen.

Die Jungs sind heiß und wollen noch mehr Kilometer, also dann ins Hochpustertal mit ihnen, das sind über 160km für die Starren und 135km für die Flexis. Abends ist die Stimmung kaum zu toppen und die Superlative sind ausgeschöpft, weil wieder fast alle Piloten im Ziel stehen, auch Dirk Häffner und Georg Schumacher darunter mit ihren Turmdrachen. Stunden zuvor stand ich noch am Landeplatz und suchte mit bangem Herzklopfen den Himmel ab, ob es wohl überhaupt Jemand schaffen würde heute, und jetzt ertrage ich gern das Schulterklopfen. Viele Piloten haben ihre persönlichen Bestleistungen übertroffen, haben sich erst durch die Liga so weit fort getraut. Ulf Neumann bei den Starren und Dietrich Brockhagen bei den Flexis führen jetzt. 

Am Kandel – klein und fein

Wie ein Damoklesschwert schwebte zum 1. Mai labile Luft über Deutschland und den Alpen. Lediglich im äußersten Westen schien es eine kleine Scharte zu haben, also auf in den Schwarzwald. Unser Mut wurde belohnt, es sprangen wirklich zwei kleine und trotzdem anspruchsvolle Tasks heraus. Zum 1. Mai ging es nach der Landeplatzeinweisung zunächst höchst komfortabel mit dem Vereinsbus auf den Kandel. Bei schwachen Bedingungen wurde  dann das Elztal rauf und runter geflogen, Raffael Burri schaffte es als Einziger ins Ziel. Im Flachen ist es deutlich weniger labil, also rät uns Lokalmatador Roland Wöhrle, das Ziel nach Offnadingen zu legen – 44km. Raffael  fliegt in seinem Leben zum ersten Mal im Flachland, fliegt hoch ins Ziel, dreht um und fliegt wieder zurück nach Waldkirch, landet dort knapp vor dem einsetzenden Gewitter. Karlheinz Vogel (nomen ist omen) ist aber schneller gewesen und führt nun in der Wertung. 

Mal woanders mitmischen und nassauern

Aufgabe der Liga ist es, Nachwuchspiloten an das Niveau internationaler Wettbewerbe heran zu führen. Deshalb gehen wir zielgerichtet fremd. Die German Open, unsere eigene Meisterschaft, ist natürlich ein Muß. Seit etlichen Jahren sind wir auch regelmäßige und gern gesehene Gäste der Alpen Open in Gnadenwald. Beide Wettbewerbe sind  stets gut organisiert, es nehmen internationale Spitzenpiloten daran teil, an denen man sich messen kann, das Teilnehmerfeld ist noch überschaubar. Da es sich um FAI 2-Wettbewerbe handelt, kann man auch in der Liga bereits Punkte sammeln für die Internationale Rangliste, wichtig als Kriterium nach einer evtl. Übernahme in die Kaderauswahl. Zunächst wurden aber kleinere Brötchen gebacken, die Hessische LM sollte für die Flexis gewertet werden. Unter den 38 HG-Piloten auf der Emberger Alm waren 13 Ligisten. Unsere Piloten hatten ja über Ostern frische Erfahrungen gesammelt und mischten gut mit. Peter Friedemann kam mit jedem Durchgang besser in Form und belegte den 7.Platz, Konrad Schwab kam auf den 11.Platz. Unsere beiden Spyder-Piloten Dirk Häffner und Georg Schumacher waren dort  die besten Teilnehmer aller Turmdrachenflieger.

Fremdwettbewerbe haben gegenüber den Liga-Events den großen Nachteil der fehlenden Flexibilität. Der Ort liegt fest und auch der Zeitraum, in der Regel werden Urlaubstage beansprucht. Der Veranstalter hat einen Riesenaufwand bei der Vorbereitung - verständlich, dass nur im Extremfall abgesagt wird, zumal die Wetterprognosen über eine Woche ja nie 100%ig sein werden.  Diesem Umstand mussten die Teilnehmer an den 2. King Ludwig Open am Tegelberg Tribut zollen, an den beiden Wochen konnten insgesamt nur 2 Tasks bei den Flexiblen gewertet werden.  Leider waren die Bedingungen recht schwach und es erfüllten nur sehr wenige Piloten die Tagesaufgaben.  Gerd Dönhuber mit einem 2. Platz im ersten Durchgang und Konrad Schwab mit einem 5. Platz im zweiten Durchgang setzten als Ligapiloten durchaus Achtungszeichen.

Den Mut, trotz pessimistischer Prognosen nach Gnadenwald zu den Alpen Open zu fahren, brachte nur ein kleiner Teil der angemeldeten Piloten auf. Nordwind war gesichert, Thermik eher fraglich. Am meisten habe ich von den Tasksettern gelernt. Erstaunlich, was die aus den bescheidenen Prognosen herauslasen und wie sie eintönig grauen Himmel blau warteten, zur Verblüffung der Piloten. Es gab einen langen Zielrück über 121km zum Tschirgant mit Manfred Ruhmer im Ziel vor Gerd Dönhuber! An den beiden folgenden Tagen waren die Strecken knapp halb so lang, dafür trafen deutlich mehr Piloten das Landefeld. Peter Friedemann liegt jetzt bei den Starren vorn, Konrad Schwab mit wachsendem Vorsprung vor Carlos Weber bei den Flexi. 

Greifenburg zum Dritten

Geplant waren noch zwei Liga-Wochenenden im Juni. Gern wäre wir nach gut 10 Jahren mal wieder vom Venetberg geflogen. Alles war langfristig vorbereitet. Dann verblies jedoch zu starker Nordwind für dieses Jahr unsere Ambitionen. Also gaben wir uns noch einmal die Emberger Alm. Wegen der auch dort noch starken Nordwindkomponente hieß es zunächst den Kopf einzuziehen, also ein 80km Ritsch-Ratsch im Drautal mit fast allen Piloten im Ziel. Am nächsten Tag gab es für die meisten Teilnehmer Neuland – Querung des Gailtales zur Würmlacher Alm und dann zur Windischen Höhe über 115km. Alle Starren wieder im Ziel bis auf den bis dato führenden Peter Friedemann, der gleich nach dem Start absoff und den Frust darüber noch monatelang pflegte. Tags drauf noch einmal Sillian, und erstmals kam kein Flexi ins Ziel. Fast alle standen bei Lienz. Gegen den in der Höhe frischen NW war der Talsprung zum Hochstein nicht zu schaffen. Bei den Starren ging es besser, und Peter Friedemann machte wieder mächtig an Boden gut. 

Endspurt im Flachen

Die German Flatlands in Altes Lager sind im Hochsommer eine sichere Bank für viele Wertungsdurchgänge bei guten Streckenflugbedingungen und waren deshalb für die Starrflügelpiloten der Liga im Pflichtprogramm. Mit 6 Piloten stellte wir dann auch die Hälfte der Teilnehmer in dieser Klasse und dominierten wie bei keinem Fremdwettbewerb zuvor gegen die Lokals wie gegen ausländische Konkurrenz. Hatten wir bisher stets geschlossene Aufgaben, gab es in Altes Lager 4 Zielstrecken, drei davon über 100km. Es ging also weit übers Land, je nach Windrichtung an Berlin vorbei über die Havelseen, in die Lausitz nach Hoyerswerda, und wie bei den GO im Vorjahr  ganz weit nach Osten an die Polnische Grenze. Trotz oft zahlreicher Piloten im Ziel waren abends stets alle Piloten zurück. Gleich drei Tagessiege verdiente sich Peter Friedemann. Beim 2. Durchgang, eine traumhaft schöne Streckenführung über ausgedehnte Wälder, Tagebaue, die Lausitzer Seenplatte nach Hoyerswerda, waren gar 4 Ligapiloten in der Tageswertung vorn. 

Fazit

Bei der Vorbereitung und Durchführung erhielten wir viel Unterstützung durch die lokalen Vereine und Veranstalter – vielen herzlichen Dank dafür. Überall konnten wir erleben, dass die  „Liga“ ein Begriff  ist mit einem guten Klang! Wir hatten eine überaus erfolgreiche Saison mit 18 Durchgängen bei den Flexi und einer beeindruckenden Gesamtstrecke von 1537km, bei den Starren lag die Durchschnittsweite der 15 Tasks sogar bei 100km. Für die erfahrenen Piloten war es ein effektives Training, viele Liga-Neulinge lernten neue Fluggebiete und ‑Routen kennen und konnten ihre persönlichen Bestleistungen deutlich verbessern. Nach ihrer einhelligen Meinung wurden sie durch die Liga in ihrem Leistungsvermögen regelrecht gepusht. Hier aus einer Mail von Carlos Weber an Bernd und mich nach Abschluß der Saison: Bei mir war es die erste Liga-Saison, mir hat es super Spass gemacht, und meine Fortschritte waren diese Saison so gross wie schon seit Jahren nicht mehr. Dank der Aufgaben, die sehr gut und angemessen gestellt waren, bin ich Strecken angegangen, die ich alleine niemals versucht hätte. Und siehe da, es hat funktioniert. Das motiviert... Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein!

Ein wunder Punkt ist, dass die Teilnehmerzahl deutlich größer sein könnte. Wir haben Platz für 50 Piloten, diese Zahl haben wir nie annähernd erreichen können. Schade für die vielen ungenutzten Möglichkeiten. Es gibt doch noch viele am Streckenfliegen interessierte Drachenflieger, die gern von erfahrenen Piloten lernen und sich an größere Aufgaben heranwagen wollen. Wer wie jüngst auf der HG-Challenge in Greifenburg gezeigt, Strecken von 50km schafft, kann seine Bestleistungen in der nächsten Saison in der Liga real verdoppeln! In diesem Jahr hat das bei uns bei einigen Piloten geklappt. Also keine Scheu, meldet Euch!

Konrad Lüders

Ergebnisse

Flexible Drachen

Starrflügler

Platz

Name

Gerät

Punkte

Name

Gerät

Punkte

1

Konrad Schwab

ICARO Laminar Z9

8133

Peter Friedemann

AIR Atos VR

8897

2

Thomas Schreck

Moyes Litespeed S3,5

6163

Ulf Neumann

AIR Atos VR

7383

3

Andreas Beeker

AEROS Combat L13

5409

Bernd Weist

AEROS Phantom

7163

4

Carlos Weber

Moyes Litespeed 4

5367

Raphael Burri

AIR Atos VX

7076

5

Bernd Sommermeier

ICARO Laminar Z9

4461

Klaus Diller

AIR Atos VR

4601

 

 

 

Ligaberichte 2009

Die „Starre“ Liga bei den German Flatlands HG (26. Juli - 2. August 2009)

Zum Ende der Ligasaison war Flachlandfliegen angesagt. In der letzten Juliwoche trafen sich hierzu 30 Piloten in Altes Lager. Bei den Starrflüglern stellten 6 Ligisten fast die Hälfte des Starterfeldes. Steht Flachlandfliegen im Ruf, recht entspannt zu sein, sollten die Flatlands in diesem Jahr überaus spannend werden. Hierzu trug Petrus mit viel Thermik aber auch Windstärken ein gerütteltes Maß bei. Am ersten Wettkampftag blies es mächtig Richtung verbotene Zonen. Die senken sich nach Norden nämlich rasant ab, dramatisch die erlaubten Flüghöhen beschneidend. Also wird straffer Kantenwind in Kauf zu nehmen sein, um doch noch eine bescheidene Aufgabe zu fliegen – 54km zum Flugplatz Brandenburg.
Gut beraten ist, wer zunächst Richtung Westen die thermisch sehr aktive Waldkante nutzt, um dann optimal mit nahezu Rückenwind ins Ziel zu fliegen. Die Thermik ist gut, reicht aber selten über 1500m (wir dürfen hier bis 6500Fuß hoch, also alles im Grünen). 7 Starre schaffen die Aufgabe, darunter Rafael Burri und Peter Friedemann mit gleicher Zeit von 71Minuten. Ulf Neumann muß leider früh absitzen und  Klaus Diller hadert noch bis zum nächsten Tag mit sich, hat wohl Adaptionsprobleme ans Flachlandfliegen, traute sich mit 1400m nicht weg vom Flugplatz (oder von seiner lieben Frau?).

2. Task 101km FP Hoyerswerda

Über Nacht hat der Wind um 180 Grad gedreht und bläst wieder zu frisch für eine geschlossene Aufgabe. Also auf zu den Segelfliegern nach Hoyerwerda.
Die Wolken sind heute dick und saugen nach Herzenslust. Uns ist das Recht, müssen aber aufpassen, nicht aufgesaugt zu werden. Immerhin gibt es gute Arbeitshöhen und kaum Probleme, eine gute Spur zu finden. Obacht geben müssen wir auf die CTR Holzdorf, unser Kurs tangiert eine Ecke davon. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, spannend der Überflug über mitunter ausgedehnte Waldflächen. Die Windparks werden auch noch immer größer, zuletzt überfliegen wir in der Lausitz aktive Tagebaue. Der Zielanflug erfolgt dann in schon niedriger Höhe über eine Seenlandschaft renaturierter Tagebaue. Ich drehe trotz üppiger Reservehöhe noch zwei Kreise, um ein entzückendes Panorama aufs Videoband zu fixieren. Soviel Zeit für die Kunst muß sein! Dafür bringe ich danach den Fahrtmesser zum Anschlag.
So richtig glücklich sind die Segelflieger in Hoyerswerda nicht, als ein Drache nach dem anderen seine Höhe über dem Endteil ihrer Platzrunde abbauen. Es werden immer mehr, die dort eintreffen. Also ganz fix die Drachen zur Seite tragen und abbauen. Nachdem wir damit fertig sind, trifft über eine Stunde nach dem Letzten als 18. Zielflieger der Allerletzte ein. Andreas Beyer auf Aeros Combat entschuldigt sich aber gleich dafür, dass es bei ihm so lange gedauert hat.
Alle Liga-Piloten sind im Ziel und fahren einen grandiosen Sieg ein. Peter Friedemann, Ulf Neumann, Klaus Diller und Rafael Burri heute auf den ersten 4 Plätzen der Gesamtwertung.
Konrad Lüders

3. Task 113 km Flugplatz Kyritz.

Kurzbericht von Platzhirschen,  einer neuen Sportart und coolen Fotos.

Wieder und sowieso ein Traumtag zum Fliegen. Relativ flott konnte der Startplatzradius von 5 km verlassen werden.
Go West in Obama Manier. Vor mir Lukas B. , wer kennt ihn nicht, den braungebrannten Sonnyboy mit Sonnenbrille und den kurzen Höschen. Das war schon mal was, den Lokal Matador vor sich zu haben. Der 1. Waypoint FP Lüsse. Ein Ort des Schreckens. Der Luftraum  übervoll mit Segelfliegern, die mit unserer Spezies nichts am Hut haben, und uns mehr oder weniger als Schmeißfliegen betrachten. Über Platz gute Thermik, gute Höhe, aber man stelle sich vor, ein Heer von Platzhirschen, die ohne Konzept, ohne erkennbare Drehrichtung, aus allen Richtungen über unser zartes Geschlecht herfallen. Hier noch ausreichend Höhe tanken zu wollen ist glatter Selbstmord. Also verlasse ich diese brandgefährliche Zone in Richtung Ziel, leider aber in einer nicht gerade berauschenden Höhe, jedoch immer in guter Hoffnung dieselbe noch zu finden.
Wer kennt sie nicht, die Leiden eines Drachenfliegers, der auszog um Strecke zu fliegen und der Vorhang öffnet sich nicht. Meine Rückholerin fordert immer wieder das gleiche: Landeplatz an einer ausgebauten Straße, daneben eine mittelgroße Ortschaft mit Straßennamen fürs Navi. Ab sofort war ich gezwungen diese geforderten Plätze anzufliegen, Höhe sehr niedrig.
Nun ist eine neue Sportart geboren. Dorf Hopping in 150 – 200 mtr. Höhe. Beim 8. Dorf konnte ich sogar die Uhrzeit am Kirchturm ablesen, und ich dachte mir noch, jetzt musst du dich aber beeilen. Es hat mich geschüttelt vor Lachen, aber plötzlich eine Marienerscheinung (katholischer Ausdruck) in Form einer mächtigen Thermikblase in Bodennähe. 1900 mtr. am Stück, ein Himmelsgeschenk. Noch 20 km zum Ziel, Endanflugrechner sagt ok. Und heim ins Reich der Goalis. Der Lukas B. landet eine halbe Stunde später. Mensch bin ich gut. Kyritz, ein herrlicher Flugplatz mit Runway und geteerten Rollbahnen, mittendrin wir kleinen Fliegerlein. Auch Filmleute waren da, die eine Dokumentation über unser Fliegen machen wollen. Die Einzelporträt-Fotos waren nicht einfach, denn wir sollten alle einen coolen Gesichtsausdruck mimen. Lachen verboten. Nun stelle man sich K. H. Vogel vor, mit kurzen Hosen, einen ausgefransten Maurerhut auf den Kopf und dazu ein cooler Blick in die Kamera. Genial oder? Übrigens, was ist ein Rolling Stones Porträt ?
Ulf Neumann

15ter und letzter Ligadurchgang in Altes Lager.

Heute haben wir wieder Rennpilotenwetter in Altes Lager. Gute Thermik, anfangs mit Wolken, später blau, sowie ein 25km/h Wind aus West lassen uns optimistisch auf den Tag schauen.
Die Anfangseuphorie verführte dazu, über ein 100km Dreieck nachzudenken. Später wurde dieser Plan fallengelassen und für den heutigen Tag ein Zielflug über 117km zum Örtchen Wellmitz ausgeschrieben. Dieses liegt fast an der Polnischen Grenze, dort wo die Neiße in die Oder fließt.
Im Südwesten kann man bereits die angekündigte Zirrenbewölkung mit großflächiger Abschattung erkennen, die uns keine Wahl zu einer geschlossene Aufgabe gibt.
Da ich nach Startreihenfolge der vorletzte Starter war, durfte ich mich nirgends groß aufhalten, da die Abschattung immer näher kam.

Anfangs konnte ich mich nicht so richtig entscheiden, welche Wolkenstraße ich anfliegen sollte, da aber auch Rafael Burri sich für die südlichere entschied, folgte ich ihm.
Erstaunt war ich allerdings, dass Rafael nach 8 km wieder umdrehte und an den Flugplatz zurückflog. Ohne darüber nachzudenken flog ich immer weiter nach Osten, bis ich auf  Höhe von Tropical Island war, danach musste ich die südöstliche  Wolkenstraße verlassen und weiter nach Nordosten zur nächsten Wolkenstraße abgleiten. Unter mir zahlreiche „Gurkenflieger“ auf den großen Gurkenäckern im Spreewald.
Da ich zwischen den beiden Wolkenstraßen ziemlich verhalten flog, wurde ich von der Abschattung eingeholt. Direkt am südlichen Ende des Schwielochsees flog ich in eine kleine Ablösung rein. Am Anfang ging es recht zäh, aber stetig nach oben. Dieser Bart war meine Rettung und trug mich bis auf 1.500 Meter. Das reichte dann, um das ca.12 km lange Waldstück  bis kurz vor Wellmitz zu überfliegen und  ins Ziel zu segeln.

Die Liga 2009 war mit seinen 15 Durchgängen bei den Starren ein voller Erfolg.
Mein Dank geht an die beiden Ligachefs Prof. Dr. Konrad Lüders und Bernd Weist, sowie Ulf Neumann, Karl-Heinz Vogel, Klaus Diller und Rafael Burri mit denen ich sehr viel Spaß gehabt habe.
Peter Friedemann

Liga in Greifenburg 12.-14. Juni 2009

Freitag, 12.06.2009
Wie wird sich das Wetter zum WE wohl entwickeln? Dies war die große Frage für unseren Ligadurchgang. Am Mittwoch wurden noch fleißig Wetterkarten studiert und es wurde schnell klar, dass das geplante Ziel, der Venet,  wohl nicht in Frage kommt. Auch ein Ausweichen nach Ruhpolding und in den Schwarzwald wurde diskutiert. Der vorhergesagte Starkwind vereitelte auch dort diese Pläne. Also ging’s wieder mal in das allseits bekannte Fluggebiet nach Kärnten. Da aber eine föhnige Nordwestlage angesagt wurde, hatten Konrad und ich bei dieser Entscheidung schon ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mit bangem Herzen sind wir am Freitag dann auf den Berg gefahren. Wie wird sich wohl der angesagte starke Nordwestwind entwickeln?  Unter Berücksichtigung aller Wetterinfos und nach Beratung mit den Locals wurde eine, wie sich später herausstellen sollte, fast perfekte Aufgabe erstellt. Aufgrund der zu befürchtenden Turbulenzen im Westen, blieben wir nur im unteren Teil des Drautales.

Um 12:30 hieß es dann „ the window is open“. Es wurde zügig gestartet und um 13:00 Uhr war auch ich „airborn“. Hab auch gleich einen guten Lift erwischt, welcher mich bis zur Basis auf rund 2900m brachte. Meine Befürchtungen in der Höhe auf ruppige Verhältnisse zu treffen, bestätigte sich glücklicherweise nicht.
Schnurstracks ging’s zur 1. Wende Weneberger Alm. Kaum 20 min später befand ich wieder im Hausbart an der Emberger. Nochmal richtig Höhe getankt und weiter ging’s im Direktflug zur 2. Wende „Rottenstein“.  Die Thermik war richtig gut und das Sinken zwischen den Bärten hielt sich in Grenzen.
In der Annahme, der Startbart stünde immer noch zuverlässig, ging’s wieder mit Vollgas zurück. Klaus Diller flog in meiner Nähe und beobachtete diesen  „Sturzflug“. Aber die Rechnung ging auf und an der Emberger brachte mich die Thermik wieder zügig nach oben.
Mit reichlich Höhe startete ich die Talquerung auf nahezu direktem Weg zur 3. Wende Schloss Stein. In komfortabler Höhe erreichte ich die andere Talseite und somit stellte auch diese Wende kein größeres Problem dar.
Die letzte Thermik drehte ich in den kleinen Vorbergen am Reisskogel aus. Mit einer Abflughöhe von 2900m sollte auch die 4. Wende Lindner Alm problemlos erreichbar sein. Die Kette am Weissensee entlang ging wie erwartet gut und der Höhenverlust bis zur Wende entsprach meinen  Vorstellungen. Jedoch nach Umrundung der Wende kamen mir doch Zweifel. Reicht die Höhe wirklich bis ins Ziel? Etwas vorsichtiger flog ich die Kette unter Grat wieder zurück. Es wurde etwas ruppiger und ich fürchtete schon, größere Sinkgebiete anzutreffen, welche eine Außenlandung kurz vor dem Ziel bedeuten könnten. Die Spannung stieg. Endlich ergab meine Peilung das Startzeichen für einen sicheren Final glide. Muss wohl noch was an meiner Höhenabschätzung feilen, denn 600m über dem Landeplatz ist doch etwas viel Reserve.
Es ist immer ein tolles Gefühl im Ziel zu stehen. Für mich war es ein schöner und relativ ruhiger Flug. Es hat alles gepasst und auf dem ganzen Flug hatte ich, anders als erwartet, keine allzu großen Turbulenzen.  Auch der Höhenwind entwickelte sich im Drautal nicht so stark wie angesagt. Ein guter Start ins Liga-WE.

Bernd Weist

Samstag, 13.06.2009
Am zweiten Tag schien der Nordwind abgeschwächt zu sein, um uns dann aber um so mehr beim Pilotengrill (Strommasten beim Kärntner A. äh Nase) durchzubeuteln. Die Thermikbedingungen am Start waren sehr selektiv. Ich konnte sofort nach dem Start rechts in einen Bart einsteigen, der bis zur Basis durchzug, aber viele andere Ligisten hatten einen schwierigeren Anfang, kämpften vebissen gegen das Absaufen und wurden zumindest moralisch von den Supportern am Startplatz Daumen drückend unterstützt. Peter Friedemann half auch das nicht. Der Leader bei den Starren umflog alle Bärte und landete so deprimiert, daß er ein paar Glas Bier einem noch möglichen Wiederstart vorzog. Der Task ging zur Weneberger Alm auf der Südseite des Gailtals und dann zur Windischen Höhe - eine Strecke die viele von uns höchstens aus dem DHV-XC kannten. Die Querung über das Gailtal zum dritten Wegpunkt wurde vom Höhenwind unterstützt, so daß man kaum Höhe verlor. Dort angekommen hatte man die Wahl wieder zum Massiv Richtung Greifenburg zurückzufliegen oder sich an der Südkette des Gailtals an den Karawanken entlang zu hangeln. Soweit ich mich erinnere, haben sich alle für die erste Option entschieden, da eine schöne Wolkenstrasse über der Kette stand. Sobald man südlich am Weissensee ankam, ging es an dieser entlang mit sehr guten Gleitwerten bis zur Windischen Höhe und zurück. Ich hatte nirgendwo ein Problem und war fast so schnell wie die Starren im Ziel. Könnte mich echt daran gewöhnen.
Andreas Beeker

Sonntag 14.06.2009
Das Tor zum Himmel, oder die Kunst, gleich auf den Boden der Irdischen zu landen.So könnte man den Task in Greifenburg  leicht ironisch bezeichnen. Das Wetter war traumhaft wie immer, die Stimmung nicht ganz so tolle. Die Megaturbulenzen  am Kärntner Himmel und die Bergtour mit Bölk Stoff am Abend zuvor gingen schon arg an die Substanz. Aber an diesen Sonntag musste einfach geflogen werden.
Ein flaches  120 km Dreieck  über Silian und Weissensee Brücke war angesagt. Das Aufdrehen am Start war relativ einfach, die Reise zum Anna Schutzhaus problemlos. Dort angekommen, wollten mich die Thermikgötter nicht unbedingt in ausreichender Höhe zur großen Querung Zettersfeld sehen. Ungeduldig wie immer, Klappen zurück,  mit Vollspeed an die gegenüber liegende Kante. Dort tief angekommen erinnerte mich diese Art von Fliegerei an Hangkanten Schruppen im Flachland. Zum Tannenzapfenzählen hatte ich auch keine Lust, da mich schon ein wenig der Frust gepackt hatte. Aber irgendwie und irgendwo blubberte dann doch so ein kleines Bärtchen. Endlich  genug Höhe, Flug zum Hochstein-Haus.
Hier wohnt der Oberboss der Thermikgötter, und der war richtig gut drauf. Mit 3500m  und Waschmaschinen-Romantik nach Sillian. Durch die ewigen Rüttelreflexe und Turnstunden im Trapez reißt mir das Fixierungsseil am Gurt und der Reißverschluß platzt auf wie bei einer Bordsteinschwalbe. Da hat man fast keine Lust zum Weiterfliegen. Aber plötzlich hat sich der Oberboss vom Hochsteinhaus wieder gemeldet. Vielleicht hat ihn seine Alte geärgert, und er musste seinen Frust einfach zum Himmel blasen, und da war ich und der Friedemanns Peter. 3950m, das ist doch mal was. Jetzt gehört uns das Drautal und alles drum herum. Ich wählte nun den direkten Weg über die schroffen Berge der Lienzer Dolomiten, wohl wissend, dass die schattigen Nordhänge nicht gerade thermikfreundlich sind. Aber öfter mal was Neues. Der Friedemanns Peter hat sich mittlerweile an meinen Kielrohr festgebissen, ich denke, das gigantische Panorama hat ihn auch verführt. Urplötzlich steht eine mächtige Wolke vor uns schräg unten, und das Wunder von Lienz nimmt seinen Lauf. Genau mittig der Wolke öffnet sich ein blauer Kreis, ja logisch nix wie durch. Das wäre das Fliegerfoto des Jahrhunderts geworden. Diese Faszination kann ich nicht beschreiben, da fehlen mir einfach die literarischen Fähigkeiten. Kurz gesagt , einfach oberaffengeil.
Die Flugaufgabe ging dann so aus: nach erneuter Talquerung bei Irschen Ziel erreicht, der Friedemanns Peter blieb auf der schattigen Südseite und hat den allerletzten  Glücksbart erwischt, um dann als Erster locker ins Ziel zu segeln. Nun ist er wieder vorne in der Gesamtwertung.
Herzlichen Glückwunsch!
Ulf Neumann

Drachenliga - Alpen Open in Gnadenwald 29. Mai - 1. Juni 2009

Task1  „Petrus war wieder eine Diva“

Mit dem Freitag wurde im Vorfeld gleich der erste Wettbewerbstag wegen straffen Nordwindes gecancelt, die Restprognose der Wetterfrösche sah so traurig aus, dass deutlich weniger Teilnehmer anreisten, als im Vorjahr. Immerhin waren es dann doch knapp über 40 Piloten der FAI-Klassen 1 und 5, die am Samstag blaue Flecken im ansonsten grauen Morgenhimmel suchten. Obwohl es die nicht gab, fuhren wir nach optimisierendem Wetterbriefing auf die Seegrube, die heute Platz genug für alle bot. Da es im Westen angeblich besser sein sollte, wurde die Aufgabe als Zielrück mit dem Tschirgant als WP weitestmöglich nach Westen gezerrt. Schlappe 121 km, die Mienen der Teilnehmer eine Kombination aus Verwunderung und Sarkasmus. Eine erste Vorfliegerin erwischte dann doch wirklich einen Aufwind, worauf Manfred Ruhmer nicht lange wartete und mit seinem Start das Feld aufmischte. Die spärlichen Thermikansätze verebbten aber recht bald wieder, wodurch sich über ein Drittel der Teilnehmer im Bombout wieder fanden. Dort rieben sie sich baff erstaunt die Augen, weil urplötzlich der Himmel blau wurde, die Sonne sich Bahn brach und Thermikblasen produzierte. Die verbliebenen 10 Starter fanden also sich rasch verbessernde Bedingungen vor. Die Thermik wurde immer stärker, aber auch turbulenter. Ich gehörte wegen meiner Videopassion wie meist zu den  Spätstartern und somit den Glücklichen, die sich auf die Verfolgung von Ruhmer &Co. machten, die 45Minuten früher abgeflogen waren. Über den ersten WP, dem Liebherr-Hotel auf der Seefelder Hochebene ging es zur Hohen Munde, Holzleitensattel zum 2.WP am Tschirgant. Ich konnte mehrfach bestes Steigen nutzen, so dass ich bald auf dem Rückweg war. Dabei wurde es immer bockiger, weil der Nordwind auffrischte und sich mit der starken Thermik nicht gut vertragen wollte. Ich verpasste eine Möglichkeit, vor der Hohen Munde noch einmal aufzudrehen, danach ging es aber rasant abwärts. Wegfliegen vom Lee ins Flache wurde „belohnt“ mit echten Turnübungen am Trapez. Meine schlimmen Vorahnungen über die Windverhältnisse unterhalb der Seefelder Hochebene wurden bei der Landung bestätigt – echtes Aua, viel Schrott aus Alu und Camcorder. Andere Teilnehmer hatten ähnliche Erfahrungen. Natascha Petrova zeigte mir später, dass ihr Compeo ein maximales Fallen von -17m/s gespeichert hatte.
Manfred Ruhmer hatte es aber wieder gepackt, gefolgt vom stark auftrumpfenden Liga-Piloten Gerd Dönhuber mit dem zweiten Achtungszeichen nach seiner guten Platzierung bei den German Open. Die anderen Flexi-Piloten kamen nicht ins Ziel. Von den Starren Ligisten konnte gar nur Rafael Burri Streckenkilometer abrechnen.
Konrad Lüders

Task 2   „Ein Tasksettertrainingstag“
oder  „Das alltägliche Wunder vom Regengnadenwald“
9:00Uhr; 8/8.-Bewölkung
Der Flugtag beginnt mit einem Wetterbriefing welches mit dem Resümee endet: Keine nutzbare Thermik, dafür aber eventuell empfindlicher Ostwind sowie Schauertendenz. Gnadenwald-erprobte Piloten wissen aber natürlich: Dies ist längst kein Grund, den Task abzusagen. Lediglich der Bus zur halbstündigen Ausflugstor nach Innsbruck zur Bahn auf die Seegrube wird abbestellt.
12:00Uhr; 7/8.-Bewölkung
Es regnet nicht. Die wohlorganisierte Auffahrt zur nur 650m höher gelegenen Hinterhornalm mit den 30 flexiblen stirnrunzelnden Piloten wird eingeleitet.
13:30 Uhr; 6/8.-Bewölkung
Briefing am Startplatz: eine Ritschratschaufgabe an der Hauptkette soll es geben, nach Westen bis zur Seegrube und ein paar wenige km gen Osten. Und kurz vorm Ziel sind in der Nähe des Landeplatz noch zwei Wenden zu nehmen um dem Publikum die siegreichen Piloten auf den letzten Kilometern vorzuführen. Die ca.70km sind nach Gnadenwalder Tradition sofort nach dem Briefing anzugehen. Jedoch will bei den Bedingungen keine rechte Unruhe aufkommen. Zwar wird ein Gleitschirm recht thermikfrei im Hangaufwind nach oben geschaukelt, doch dient die Rampe dem Großteil der Piloten nur als Sitzgelegenheit.
14:30 Uhr; 8/8-Bewölkung
Die Fensteröffnung 13:45 am Boden wird weiterhin strikt ignoriert, die Veranstalter verlegen die erste der 3 Startzeiten  in der Luft von 14:45 auf 15:00 Uhr und schließlich eine halbe Stunde später auf 15:15, die Strecke wird anbei um 20 km gekürzt, da es bei dem Wendepunkt Seegrube augenscheinlich regnet.
15:15 Uhr; 8/8. Bewölkung
Nun soll das Pilotenvolk endlich in Schwung gebracht werden: Eine einzige Startzeit um 16:00 Uhr scheint das letzte Wort zu sein. Also gilt es, die schön trockene Rampe zu räumen.
Es wird ernst: Direkt neben der Rampe platziert habe ich den Vorzug des baldigen Startes (bevor es regnet?). Doch 400 der 650 Höhenmeter sind schnell verspielt, ich habe aber das Glück einen sanften Leebart bei stetigem Blick auf die Landemöglichkeit zu ergattern, 5 Piloten darunter auch Stephan und Rainer hatten dies jedoch nicht.
16:00 Uhr
Langsam kommt doch Wettkampfstimmung auf. Tatsächlich hat sich der große Rest des Starterfeldes an der virtuellen Startlinie positioniert, Sonnenflecken machen sich vermehrt breit und 2m/s Steigen sind nicht nur im Hangaufwind möglich. Die Aufgabe scheint plötzlich leicht. Die Herausforderung lautet nun: Wie viele Kreise sind nötig um den Task zu fliegen, ohne zu tief zu gründeln und ggf. ein Lee zu erwischen. Das Spektrum dabei ist groß. Meine unzähligen Kreise waren allemal übertrieben, da Herr Tim Grabowski mit nur 3 Kreisen auszukommen wusste. Dennoch wurden an der östlichsten nicht in Hangnähe liegende Wende doch auch 1/4 der forschen Piloten ausgesiebt.
Die Aufgabe von 48km war in weniger als 50min bewältigbar, auch Gerd Dönhuber als bester Deutscher auf Platz 4 hat es uns gezeigt. Knapp die Hälfte der Piloten hat es, wenn vielleicht auch 20min später geschafft bei strahlendem Sonnenschein, unter der lautstarken Ankündigung des Redners am Festzelt von den Zuschauern bejubelt die Ziellinie zu überfliegen.
Mal wieder hat sich das Wunder vom Regengnadenwald uns offenbart, durch welches aus dem klarsten Regenwassertag ein brauchbares Tasklein erwachsen kann.
Stefan Boller

Task 3 „Mit Finderglück zum Sieg“
Für Montag war das beste Wetter des ganzen Bewerbs vorhergesagt. Wenn die Prognosen so gut zutreffen sollten, wie an den vorherigen Tagen, hieße das, es würde mit Sicherheit der schlechteste werden. So war’s dann auch. Der Morgen war noch strahlend schön wolkenlos, aber am Vormittag überzog sich der Himmel und es sah nicht gut aus. Jedoch besserte es sich im Laufe des Tages etwas und ein kurzer 36 km-Task ging sich aus. Der starke Talwind machte es etwas tricky, da man zwar teils gut im Hangwind soaren konnte, aber man sich nicht dazu verleiten lassen durfte, zu tief zu kommen. Die Endanflüge waren dementsprechend spannend. Einige Piloten erreichten zwar den Landeplatz, aber für die Ziellinie reichte es dann manchmal nicht mehr ganz. Tim Grabowski wollte bei den Starren nach 2 Siegen an den vorigen Tagen für Spannung sorgen und platzierte sein GPS wegen einer gebrochenen Halterung 2 km vor dem Ziel irgendwo im Wald. Nach anfänglicher Verzweiflung, konnte ich ihn überreden, die eher nicht vorhandene Chance zu nutzen und das Gerät zu suchen. Wir nahmen mein Backup und suchten zu viert die Spur ab. Nach einer dreiviertel Stunde ein Freudenschrei von Tim. Er hatte es tatsächlich gefunden!!! Es gab zwar seltsame Geräusche von sich, war aber äußerlich bis aufs Display unverletzt. Nach einem Reset schien es wieder geheilt zu sein, und der Flug konnte ausgelesen werden. Der Jubel war groß und es fiel uns natürlich schwer, mit der Feier bis nach der Siegerehrung zu warten. Tim, du solltest es vielleicht mal mit Lottospielen probieren….
Gerd Dönhuber

Fazit: Man kann das Wetter auch schön warten! Wer hätte denn unmittelbar vor dem Termin mit 3 Wertungsflügen gerechnet??? Man war an jedem Tag dicht vor dem Abbruch. Die deutschen Teilnehmer – größtenteils Ligapiloten (gar keine Kaderpiloten unter den Flexis !?) mischten sich gut ins Internationale Feld. Dass Tim Grabowski bei den Starren siegte, verwunderte weniger als der zweite Platz von Gerd Dönhuber knapp hinter dem 8fach-Weltmeister Manfred Ruhmer. Bei allen drei Durchgängen war Gerd ganz vorn, wünschen wir uns und ihm, dass das zur Regel wird.
In der Gesamtwertung der Liga konnte Peter Friedemann bei den Starren seinen Vorsprung ausbauen. Bei den Flexi führt nach rekordverdächtigen 15 Durchgängen weiter Konrad Schwab mit komfortablem Vorsprung vor Carlos Weber.

 

Drachenliga - Hessische Landesmeisterschaft 17. - 23. Mai 2009

Ziemlich eng wurde es auf dem Aufbauplatz an der Emberger Alm. 38 Piloten traten an zum Kampf um den Hessischen Meistertitel, darunter 13 Ligapiloten als Gäste. Diesmal sollte es sich lohnen, weil Petrus nach der Pleite der Vor-WM vom Tegelberg wieder gute Laune hatte.  In der Luft ging es dann noch deutlich enger zu, weil die Gleitschirme vom oberen Startplatz aus gestartet, auch ihren Wettbewerb bestritten. Am Himmelfahrtswochenende kamen dann noch viele Freiflieger dazu, es war eine sehr dicke Suppe über der Emberger Alm.

Durch die Osterdurchgänge hatten die Ligisten sich schon gut auf die traditionellen Aufgaben eingestellt, und Wettbewerbsleiter Manfred Vaupel hielt sich ziemlich gut an unsere Vorgaben von Ostern, hatte aber wohl  auch etwas Angst, seine Schützlinge aus dem Drautal heraus fliegen zu lassen. Nur beim dritten Durchgang ließ er die Zügel lockerer und stellte Schloß Heinfels als Wendepunkt einer größeren Aufgabe. Bei den optimalen Bedingungen fanden 18 Piloten, darunter 5 Ligisten, den Weg über die 130km wieder zurück. Peter Friedemann kam immer besser in Form und schaffte sogar die drittbeste Zeit. Auch am folgenden Durchgang wurde er Dritter. Konrad Schwab war bisher immer mit guten Zeiten im Ziel gewesen, beim 5. und damit letzten Durchgang wollte er es richtig krachen lassen, aber dann fehlten ihm 50 Höhenmeter und er musste sich knapp vor der Ziellinie eine Wiese suchen. In der Gesamtwertung rutschte er dadurch ab auf den 11. Platz. Einstellig auf dem 7.Platz landete Peter Friedemann. Er hat jetzt den richtigen Biß und Selbstvertrauen für die nächsten Liga-Durchgänge. Wieder sehr beachtlich  schlugen sich unsere „Türmer“ Dirk Häffner  und Georg Schumacher. Mit ihrer Platzierungen (17. und 21.) waren sie die besten Teilnehmer unter den Turmfliegern. Ich selber flog die letzten beiden Aufgaben für die Liga-wertung mit und war zufrieden mit meinen Zeiten. Ein bisschen weiter hätte es aber schon noch gehen können…
In der Liga-Gesamtwertung nach nunmehr schon 12 Wertungsflügen konnte Konrad Schwab seine Führung ausbauen. Carlos Weber rutschte vor Thomas Schreck auf den dritten Platz.
Konrad Lüders

 

Drachenliga am Kandel am ersten Mai-Wochenende

Die Drachenliga am Tegelberg (2. King Ludwig Open - intern. German Championship 2009)

German Open 2009 – Durchgänge flexible Drachen am 7.5. und 9.5. - aus der Sicht eines Ligapiloten

1.Task am Donnerstag den 7.5.09 : blauer Himmel keine eine einzige Wolke, Aufgabe ist ein 130km Ritsch-Ratsch, zuerst nach Hindelang. Für den ersten Streckenabschnitt gibt es wenig Alternativen - entweder über die hohen Berge oder die flachen. Danke dem Ligachef für's Aufzeigen der richtigen Lösung!

Bin spät gestartet und das Steigen musste am Tegelberg erarbeitet werden. Am Säuling Teamwork mit Luis bis ich aus dem Bart fiel und wieder tiefer einsteigen durfte. Mit knapper Gipfelhöhe war die Entscheidung klar – nicht an die Grosse Schlicke zu den Tannheimer Bergen queren - sondern Richtung Falkenstein die kleineren Vorberge entlang fliegen. An der Südseite des Alatsees die große Überraschung – mit über 5 m/s Steigen die Eintrittskarte ins Tannheimer Tal. Dort tat ich mir schwer, das teils gute Steigen zu zentrieren und so ging's stetig bis knapp vor den Oberjochpass Richtung Boden. Der starke Talwind machte die Landung leicht. Beim Abbauen konnte ich sehen und lernen, wie durch Geduld 2 Drachenflieger Kreis um Kreis stiegen und dann über das Tannheimer Tal Richtung Wende überquerten.

Luxuriös ging das Flugabenteuer zu Ende – Konrad Lüders hat mich abgeholt – Dankeschön !

Zum Samstag den 9.5. fällt mir ein: Glück, Geduld, bloß nichts verschenken, Teamwork und die Luft ist draußen.

Vom Tegelberg aus war gut zu sehen, dass der Säuling Pause machte. Mal schauen, ob der Thermikofen am Alatsee wie vorgestern aktiv war ? War er - und die Strecke zum Edelberg war mit Drachen und Gleitschirmen markiert. Zurück zum Tegelberg - nahezu problemlos. Mit ausreichender Höhe über dem Schloss war das thermisch unterstützte Aufsoaren (oder umgekehrt ?) nicht schwierig – zur Wende Buchenberg und dann zurück. An den Hügeln am Bannwaldsee löste die Thermik mit dem Ostwind in Richtung Wende zum Falkenstein ab. Dort schon recht tief - nordseitig im Bayerischen Wind an den Vorbergen zur Wende – oder südseitig in der Sonne? Südseitig hat's jedenfalls funktioniert und der Rückflug zum Landeplatz am Tegelberg war: diese Wiese als Plan B Landewiese ? Nein die Höhe reicht – die nächste vielleicht ? In dieses schwache Steigen einsteigen – nein, besser lieber mit minimaler Geschwindigkeit geradeaus. So hat's gerade zur Landewiese am Tegelberg gereicht – sagenhaftes Gleiten beim langsamen Fliegen – vielen Dank Z9 ! Die beiden fehlenden Wendepunkte gibt's vielleicht beim nächsten Mal?
Konrad Schwab


Die Drachenliga am Kandel

Sonntag, 3. Mai 2009
Wieder strahlende Sonne am frühen Morgen. Da wir das schon kennen, und das, was wahrscheinlich bald folgen könnte, beeilen wir uns heute besonders. Der Vereinsbus der Kandeler Drachen- und Gleitschirmflieger steht heute schon um 9 Uhr  für uns am Landeplatz zum Aufladen bereit. Beein-druckend, wie uns der heimische Verein unterstützt. Die Liga ist als Gast hier, wir bezahlen keine Landegebühr und der Bus ist auch quasi kostenlos. Dazu erhalten wir von Roland Wöhrle, Frank Frankus und Klaus Willmann wertvolle Tips für die Auswahl der Routen. Heute sollen die höheren Berge schnell verlassen werden. Zunächst ins noch hügelige Vorland und dann ins Flache – Zielflug nach Offnadingen über 44km. Bei schwacher Thermik und Basis kaum über 1500m erweist sich die-ser vergleichsweise kurze Task doch als harte Nuß. Ulf Neumann hat sein GPS falsch programmiert und findet den ersten Wendepunkt nicht, wartet ständig auf einen Piloten, der ihn hinführt. Dann hat er einen gefunden, doch dieser wartet ständig darauf, daß Ulf doch endlich losfliegen möge. So stel-len sich beide gegenseitig ein Bein.
Nach gut anderthalb Stunden taucht Karlheinz Vogel als Erster über dem Ziel auf. Ich stehe auf ei-nem ganz kahlen Feld, Auto auf einem schmalen Feldweg neben mir, und schwenke den Windsack über dem Kopf. Karlheinz fliegt in 500m Abstand über mich hinweg und landet neben dem Ort auf einem Maisfeld. Natürlich landen die anderen Zielflieger auch auf diesem Acker mit dem Erfolg, daß bald der Bauer kommt und Bares sehen will. Ich kann den Preis auf die Hälfte runter handeln, kostet dann noch etwa zwei Biere je Pilot. Roland Wöhrle und Raffael Burri vermeiden die Unannehmlich-keiten von Landegebühren wie Rücktransport, drehen über dem Ziel wieder auf und fliegen die Stre-cke zurück. Das klappt gerade noch so. Als wir wieder in Waldkirch eintreffen, schüttet es bereits aus vollen Kannen.
Fazit: Auch eine kleine Strecke kann sehr selektiv sein, wenn das Wetter mal weniger üppig mit Thermik und Basishöhen aufwartet. Jedenfalls hat sich Karlheinz wieder den ersten Platz erobert.
Die nächsten Ligatreffen gibt es anläßlich der German Open, Hessischen LM und den Alpen Open. Mal sehen, wie die Ligisten da mitmischen werden.
Konrad Lüders

Samstag, 2. Mai 2009
Morgens strahlte uns wieder die Sonne vielversprechend vom blauen Himmel und bald standen die Drachen säuberlich darunter auf dem Kandel-Startplatz. Es zeigten sich aber recht bald Anzeichen dafür, daß Petrus heute mal seine Muskeln spielen lassen wollte. War schon die Wetterprognose geeignet, überbordenden Optimismus zu dämpfen, kondensierte östlich vom Startplatz Wasserdampf bereits in größeren Mengen. Da es aber weniger abschattete als am Vortag, wurde in der Hoffnung auf ein paar mehr Piloten im Ziel als gestern heute noch einmal die gleiche Aufgabe gestellt: Das Elztal aufwärts nach Oberprechtal, zurück zum Tafelbühl, wieder Oberprechtal und Kandel Landeplatz. Sehr zügig wurde gestartet, auf der „Hühnerleiter“ standen meist 3 Piloten Schlange, und nach 20Minuten waren alle in der Luft. Eine halbe Stunde später schubste aber Petrus die  Atmosphäre regelrecht um. Überall ausgeprägte Überentwicklungen. Mit dem ersten noch fernen Donnerschlag gab es auch die ersten Landemeldungen. Alle Piloten landeten rechtzeitig. Also heute leider keine Wertung. Vielleicht klappt es morgen wieder besser.
Konrad Lüders  

Freitag, 1 Mai 2009
„Alles raus zur großen Maidemonstration!“ so fuhr es  mir heute durch alle Glieder, als sich genau um 7 Uhr mit schmetternden Fanfarenklängen, großen Trommeln, und Tschingdarassabum ein Getöse durch das friedlich schlummernde Städtchen Waldkirch Bahn brach. Genau die gleichen Melodien und Rhythmen wie früher (in der DDR), aber es waren nicht FDJ-ler in blauen Blusen, sondern ca. 50 Männer, Frauen und Kinder, die sich in mittelalterlicher bunter Heroldstracht diesen Spaß erlaubten.
Immerhin war der Himmel blau und verhieß wieder einen Flugtag. Nach ausgiebigem Wettercheck hatten wir uns diesmal für den Kandel entschieden. Das war das am weitesten westlich gelegene Fluggebiet in unserem Fundus und von dort sollte die Wetterbesserung nach ein paar Regentagen kommen. Die war nun also da wie erwartet. Lokalchef Frank Frankus wies uns in die Anflugregeln des Landeplatzes ein und dann durften wir unsere Drachen auf den Vereinsbus aufladen, nicht auf irgendein Vehikel, sondern einen piekfeinen VW T5!  Oben auf dem Kandel bestätigten sich pessimistische Vorahnungen bezüglich der Windrichtung – die war falsch herum, und alle Windsäcke zeigten uns ihre Mäuler. Da es sonst nichts zu tun gab, wurden immerhin erst einmal die Drachen aufgebaut. Dann tauchte Champion Roland Wöhrle auf, verbreitete Optimismus und schon schwächelte der Rückenwind. Eine kleine Aufgabe wurde gestellt: Das Elztal hoch und wieder runter, zwischendurch noch ein kleiner Zacken, insgesamt 53km. Dann setzte eine startbare Phase ein und hielt wacker durch, bis auch der letzte Pilot die „Hühnerleiter“  absolviert hatte, also Drachen erst hochschleppen und dann locker durchlaufen. 2 Starthelfer des örtlichen Vereins leisteten dabei gute Unterstützung. Thermik war da, aber sie lief einem nicht gerade nach. Vor manchen Piloten spielte sie verstecken, so daß es diesmal einige Absaufer gab. Die Basis war tief, jeder Sprung zur nächsten Rippe mußte gut abgewogen werden. Als Erster kam Peter Friedemann ins Ziel, aber ohne den zweiten WP geschafft zu haben. Als sogar Roland Wöhrle mit einer Wiese im schönen Elztal vorlieb nehmen mußte, schwanden die Hoffnungen, daß ein Pilot die Aufgabe heute schaffen würde. Und es schaffte sie doch einer – Raffael Burri mit seinem Atos VX. Den hatte er sich diesmal als Geheimwaffe mitgenommen. Bis dato auf Extaccy hatte er bei den Durchgängen in Greifenburg nur hinterher geschaut, aber jetzt mal den Spieß umdrehen können. Morgen soll es noch besser werden, mal sehen, was sich machen läßt .

Konrad Lüders 

 

Drachenliga zu Ostern in Greifenburg

Ergebnisse
Flex
Starr

 

Starker Auftakt - Die Drachenliga zu Ostern in Greifenburg

Kaum tauchte der Ostertermin am 14Tage-Prognosehorizont von GFS auf, scrollten Bernd Weist und ich uns täglich durch die bunte Vielfalt der TOP-Karten. Ziemlich spannend und aufregend für uns beide, erstmals einen Wettbewerb der Liga zu leiten. Ablenkung von der Nahe-Null-Prognosesicherheit boten handfestere Beschäftigungen: Aus einer Sammlung von igc-Dateien alter Ligadurchgänge mit dem neuen Auswerteprogramm Maxpunkte 6 von Dietrich Münchmeyer wurden als Trockentraining Wertungen simuliert. Wendepunktlisten mußten umgeschrieben, Landkarten kopiert werden. Dann waren solche wichtigen Dinge zu erledigen wie Korrespondenz mit Landesluftfahrtbehörden, Bürgermeistern, Bergbahnen, Taxiunternehmen. Eine Menge Papierkram war zu bewältigen - Entwurf und Druck von Taskboards, sign in – sign out –Listen, Startlisten usw. usf. I-Punkt war letztlich die Besorgung einer zünftigen Tröte fürs Signal zum Briefing.  Mit diversem Büromaterial füllte das schon eine solide Kiste aus. Zwischen all diesen Besorgungen konnten wir freudig registrieren, dass die Wetterfrösche nicht von der Prognose einer schönen Hochdruckbrücke über Mitteleuropa ablassen wollten, selbst als sich der Karfreitag schon auf übermorgen genähert hatte. Also wurde zum Sammeln getrommelt – wir treffen uns in Greifenburg!

Petrus hatte ja Wetterschulden vom Vorjahr wieder gut zu machen an der Liga – und er wird großzügig sein, wie sich schon andeutete. Somit standen am Karfreitag hoffnungsvoll  25 Ligapiloten zum ersten Durchgang der Saison  auf der Emberger Alm. Rasch waren die Formalitäten abgehakt wie Wahl des Sicherheitskomitees, Rückmeldemodus etc. und eine gleiche Aufgabe für beide Wertungsklassen festgeklopft: Matrei – Lindbrücke – Greifenburg über 114km. Gestartet wurde als Race, zuerst die Drachen, eine Viertelstunde später die Starren. Bemerkenswert übrigens, dass in der Startphase der Wettbewerber die zahlreichen Gleitschirmpiloten sehr diszipliniert warteten, bis ich ihnen als Startleiter den Start frei gab, wenn sich bei den Drachen gerade mal eine Lücke auftat.

Auf Strecke war der lebhafte Südwestwind hilfreich am Berg, dort ging es gut voran. Allerdings machte er die Querung vom Zettersfeld über das Mölltal auf dem Rückweg zum Knackpunkt. Gleich 5 Flexis landeten bei Nikolsdorf  (im Kärntner A.) – natürlich nicht auf dem Segelflugplatz, wie die Piloten gleich bei der Rückmeldung beteuerten. Als Erster zischte unser Oldie Karlheinz Vogel nach 2 Stunden ins Ziel und deklassierte damit regelrecht die Verfolger. Bei den Flexis hatte Konrad Schwab die beste Spur erwischt. Nicht nur die 14 Zielflieger waren glücklich, auch Robert Mayer freute sich über seinen neuen persönlichen Streckenrekord.  Mit Bernd Weist hatte ich verabredet, dass er in der Wertung mitfliegen soll. Ich selber bereitete die Auswertung vor. Damit gab es dann doch Probleme. Bis weit nach Mitternacht kämpften wir gegen die Tücken der Software.

Wieder blauer Himmel am Samstag, jedoch dämpfte der aufgefrischte Südwestwind etwas den Optimismus. Immerhin war der Himmel dadurch nahezu frei von Gleitschirmen. Gestern waren bei den Starren „zu viele“ Piloten im Ziel, also wurden trotz schwächerer Bedingungen noch 20km draufgesattelt: Radlberger – Matrei – Weissenseebrücke – Greifenburg. Um Steuerbügel wie Segelflieger zu schonen, wurde für die Flexis Anna Schutzhaus anstelle Matrei als 2. WP gewählt, immerhin 85km Strecke. Die hatten es aber in sich. Schon der erste WP war eine harte Nuß. Hinter dem Stagorgipfel war der Himmel wolkenfrei und der straffe Wind zerpflückte jede Thermikblase. 3 Flexipiloten war die Rappelei nicht geheuer, drehten vor der Wende bei und segelten zur gemütlicheren Gestaltung des Nachmittags zurück zum Landeplatz. Die anderen bewiesen Stehvermögen. Wieder waren fast alle Piloten im Ziel! Schnellster bei den Starren war Ulf Neumann in knapp 2 Stunden, fast gleichzeitig mit Dietrich Brockhagen, der bei den Flexis den Tagessieg für sich verbuchte.
Wenn  viele Piloten im Ziel landen, ist es besonders bitter, frühzeitig absitzen zu müssen. Pechvögel gibt es immer, und niemand ist davor gefeit. Nun hatte es einen Liga-Neuling gleich beide Male nacheinander erwischt und er teilte mir deutlich geknickt mit, dass solch Wettbewerb wohl doch nichts für ihn sei. Ein Liga-Chef muß auch Seelenklempner sein können, und ich versuchte mich darin nach besten Kräften. Aus eigenen Erfahrungen im Absaufen kann ich da reichlich beisteuern.

Wie lang darf ein Task sein bei der Liga? Eine Grenze setzt die Sportordnung dafür nicht. Ich blickte am Sonntagmorgen in die Augen der Fliegerfreunde, die fordern noch mehr Kilometer! Die sollen sie haben, zumindest als Aufgabe: Zettersfeld-Sillian-Zettersfeld-Radlberger-Irschen-Greifenburg – 160km!  So einen langen Kanten gab es schon lange nicht mehr bei einem Ligadurchgang. Den Flexis wurde der letzte WP erlassen, immerhin blieben noch 135km zu fliegen. Race mit gleicher Startzeit für beide Klassen! Etwas bange war es mir schon, so große Aufgaben zu stellen. Das Leistungsvermögen unserer Ligisten ist doch recht unterschiedlich. Wir haben WM-Teilnehmer darunter und auch solche Piloten, die noch nie einen Hunderter geflogen sind. Allen muß man es irgendwie gerecht machen.  Also eine große Strecke, aber ohne größere Hürden. Deshalb zwingend Zettersfeld als WP auf Hin-und Rückflug. Da ist die Talquerung zum Hochstein (und zurück) am sichersten. 

Die Starterei klappte wie am Schnürchen. Alle konnten schnell aufdrehen und rechtzeitig vor der Startzeit Höhe machen. Kaum zu glauben, dass dann ein paar Stunden später wieder fast alle Piloten im Ziel standen. Auch zwei Turmdrachen waren darunter. Georg Schumacher und Dirk Häffner mit ihren Spyder 15 schafften das Husarenstück. Ulf Neumann und Dietrich Brockhagen verbuchten jeweils ihren zweiten Tagessieg. Karlheinz Vogel musste jedoch viele Federn lassen.  Mit Riesenvorsprung erreichte er als Erster den vorletzten Wendepunkt an der Radlberger Alm und zischte  schon in Richtung Landeplatz. Als er kurz davor bemerkte, dass es ja noch eine weitere Wende in Irschen gab, war die schöne Höhe bereits verheizt...
Am Abend taten nicht nur den Piloten die Schultern weh vom Fliegen, auch die vom Teamchef, und zwar vom Schulterklopfen als Dank für die tolle Aufgabe. Begeistert waren  die meisten Liga-Newcomer über den längsten und schönsten Flug in ihrem Fliegerleben. Nie hätten viele sich eine solche große Aufgabe zugetraut, so weit in unbekanntes Gelände zu fliegen, schwärmten vom Blick auf die verschneiten bizarren Gipfel der Lienzer Dolomiten,...

Auch der Pechvogel vom Vortag hatte glänzende Augen und meinte, dass er nun doch dabei bleiben wollte.
Ein Unfall, der glücklicherweise glimpflich ausging, muß leider erwähnt werden: Ein Starrer der Liga kollidierte beim Thermikkreisen in großer Höhe mit einem Gleitschirm. Nach etlichen Trudelumdrehungen konnte der  Starrflügelpilot jedoch sein nur leicht beschädigtes Fluggerät stabilisieren und landete umgehend, ebenso wie der Gleitschirmpilot.

Am Ostermontag legte Petrus eine Ruhepause ein, heftiger Ostwind ergab kaum startbare Phasen. Als es zunehmend abschattete, wurde der Durchgang früh gecancelt. Eine Stunde später regnete es.
Ein optimaler Auftakt war das für die Liga gewesen. Am ersten Mai treffen wir uns erneut, alle wollen wieder dabei sein!
Wenn das Wetter es gut meint mit uns, ist es leicht, einen Wettbewerb zu leiten. Ich würde zwar viel lieber selber mitfliegen, aber Einer muß halt die Fäden führen. Jahrelang habe ja ich vom Einsatz Anderer profitieren können. Umso schöner, wenn sich dann Tage nach dem Treffen gleich mehrere Piloten bei Bernd und mir bedanken. Z.B. so: „Ich bin seit vielen Jahren immer bei den Hessischen dabei und versuche übers Jahr ein paar Pünktchen im OLC zu machen... Aber wie schon gesagt, ich bin noch nie so weit und so lange geflogen wie bei dem Ritt nach Silian + zurück! Allein dafür hat sich die Liga schon rentiert! Und es kommen ja noch viele Termine bei bestem Wetter! ;-)“

Das walte Hugo!
Konrad Lüders