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Vor-WM in Texas 6. - 13. August 2006

Flachland in Texas
Die Gleiter glühen in der Hitze
Mit Rodenstock hat man Durchblick
Tolle Wolkenstimmung
Hoch über den Ölfeldern
Startreihenfolge am glühenden Asphalt
da kommt man ins Schwitzen....
am besten bequem und wenig Kleidung
Mini-German-Team
Jörgi hoch über Texas
Drachen-Garage
Asphalt und ewige Weite
Was ist das dort unten?
Jörg macht seine Schwalbe klar
Dämmerung in Big Spring

News of the Day

Tag 6 - Task 5 - 111 km nach Gaza-City-Airport und gecancelt

Team-D schaut bereits morgens in einen düsteren Himmel – der Rest der Gewitter, die uns gestern Nacht auf der langen Rücktour begleitet haben. Ein Punktlandewettbewerb steht um 9 Uhr an. Eine Gaudi für alle. Einmal mehr zeigen Kraig Coomber und Jonny Durand (beide Australien) wie man einen Drachen 1A beherrscht … ich bin beeindruckt. Trotzdem, Gewinner eines 600 Dollar-Schecks ist der Österreicher Salvenmoser Seppel.

Nun zum „Big task“! Kaum zu glauben, aber es klarte auf. Ein Zielflug ins 111 km entfernte Gaza wird angesetzt, nordöstlich von Big Spring. Trotz dass mich ein dusseliger Trike-Pilot schon nach 300m abwirft, komme ich komfortabel an die Wolkenbasis (2900m) und ein Pulk von 50 Piloten erreicht schnell das Startgate, 16km nach dem Start. Und dann, ja dann wurde es auf der Kurslinie schwarz, sehr schwarz. Ich erinnerte mich an den letzten Task in Florida und auch wieder kein Funkkontakt mit dem Organisator über einen eventuelle Stopp in der Luft. Erst unser Fahrer musste die verantwortlichen Jungs am Boden wachrütteln (ohne Worte). Da waren aber schon alle 30km vorm Goal und es zuckten links und rechts aus mittlerweile 2 Gewitterzellen die Blitze. Zwei Drachen kommen mir bereits wieder entgegen (Coomber und Durand) und fliegen zurück in die Sonne. Ich entscheide mich ebenfalls einen sicheren Landeplatz weit im Osten in der Nähe einer Stadt anzufliegen. Unerschrocken fliegen einige Piloten immer noch weiter in diesen Mist hinein… einfach nur krank! Höre am Funk nichts mehr aus dem Headquarter, kein Stopp der Aufgabe, keine Absage.
Bin unterdessen weit im Osten und beobachte, wie sich die Regenwand gen Süden verzieht und das Ziel erstmals frei gibt. Meine Chance, den Flugplatz nun sicher anzufliegen. Denn unter mir gibt es absolut keine gescheiten Landeplätze und im Ziel stehen die Rückholfahrzeuge. Frage mich in den letzten Tagen oft, warum man die Kurslinien nur allzu oft über unlandbares Gebiet legt. Das sollten die Tasksetter im nächsten Jahr zur WM abstellen.

Gut, ich erreiche das Ziel. Komme als letzte von ca. 25 Piloten rein. Einige haben schon längst abgebaut, sind offensichtlich ohne Scheu gradwegs durch den Regen geglitten.

Während unserer Rückfahrt erreicht uns die bereits erwartete Nachricht, dass der Task nach einem Protest von Attila Bertok (Ungarn) für nicht gültig erklärt wird. Ich hoffe nur, dass der Veranstalter daraus lernt und einmal öfter seine Piloten im Safety Comitee per Funk zu Rate zieht. Das war auch diesmal wieder daneben.

Am Ende also 4 Tasks bei den Pre-Worlds. Sieger ist der Ungar Attila Bertok (MOYES Litespeed S5), gefolgt vom Canadier Brett Hazlett (MOYES Litespeed S4.5) und dem Brasilianer Andre Wulf (AEROS Combat L). Mit den Jungs ist auch im nächsten Jahr schwer zu rechnen. Überreascht hat mich hier das brasilianische Team. Sie waren lange aus der Szene verschwunden und melden sich  eindrucksvoll zurück. Mal was anderes, als immer nur Österreich und Frankreich…
 
Team D, mit Heiko (69.) und mir (44.), ist trotz allem recht zufrieden. Es ist sehr von Vorteil, dieses Gelände vorab abgecheckt zu haben. Trotz Flachlandwettbewerb ist es nicht vergleichbar mit Australien oder Brasilien. Die Beobachter der FAI/ CIVL mussten dem Veranstalter leider häufig auf die Finger klopfen und ihnen einen langen Negativreport an die Hand geben. Mir persönlich würde es schon reichen, wenn sich die Schleppmaschinen und die Bodencrew für ca. 130 Piloten zur WM in 2007 verdoppeln würden. Das Warten in der Schlepplinie war bei der Hitze (43 C) einfach unerträglich.

Nun warte ich auf meinen Rückflug nach Frankfurt und freue mich schon auf die German Open in Berlin. Hier findet ebenfalls ein Schleppwettbewerb statt und es gibt dort weniger Schlapperschlangen …

Bis denne und danke fürŽs interessierte Lesen :o)
Jörg



Tag 5 - Task 4– längster Competition-Task in Texas - 251 km

Nur der Blick auf das Taskbord ließ einige Leute schon zusammenzucken. 356 km nach Oklahoma und als Secondary Task einen Zielflug nach Silver, 251 km kurz vor Oklahoma. Basis wurde auf 3000 m vorhergesagt doch leider leider keine Wolken. Die soll es erst weit im Norden geben. Und es ging super zäh los und obendrein tummelte man sich  kurz vor dem 24 km entfernten Startgate immer noch munter über dem Flugplatz – grad so, als hätte man eine coole 40 km-Aufgabe vor sich – unglaublich. Doch dann ging es endlich los. Einige nahmen eine Linie weiter westlich, andere die Standardroute im Osten. Die ersten 100 km hatten es beide Gruppen sehr schwer und viele mussten bereits früh runter in die Hitze und – noch viel schlimmer – runter zu den Klapperschlangen. Ja ja, richtig gelesen, die gibt es hier speziell in den Cotton-Circles zu Hauf. Es empfiehlt sich daher stets einen braunen abgeernteten Acker anzupeilen. Es sei denn, ein Dustdevil fegt hier mit aller Wucht drüber. Die gibt es hier nämlich ebenfalls reichlich.

Nach 100 km immer noch keine Wolke in Sicht und die Gruppen vielen weiter auseinander. Irgendwann waren Heiko und ich dann auch alleine, er auf der Ostlinieline, ich im Westen. Wir motivierten uns so weitere 100 km per Funk, überquerten so zwei malerisch tiefe Canyons und kamen gegen 19 Uhr recht tief. Die Sonne entwickelte keine Kraft mehr und doch… hört hört… nach 200 km die erste Wolke des Tages und verdunkelte die Szenerie, na prima! Heiko und ich schwappten auf diese Weise 300 bis 500 m über Grund dahin, und das gleich über 30 km hinweg. „Na die Farm dort nehme ich dann, liegt an einer Asphaltstraße … pip…pip …pip pip … Ok, ich nehme dann die nächste Farm…“ und so weiter, und so weiter. Vor mir dann eine große Stadt und dahinter eine schwarze Regenwand. Da hieß es nur noch abgleiten, weil ich da nun wirklich nicht rein wollte. Und wie aus dem Nichts sehe ich vor mir 3 Drachen bei Abbauen. Nene Rotor, Phil Bloom und Mike Barber stehen dort und winken mir zu. Gleite ein wenig weiter und am Ende steht meine neue persönliche Bestmarke bei Blauthermik – 214 km. Strahle wie ein Honigkuchenpferd. Heike schaffte es auf seinem Kurs 193km und Eric, unser Fahrer, war gleich zur Stelle. Es kommen tatsächlich 3 Piloten ins 252 km entfernte Ziel und der überglückliche Sieger heißt Seppi Salvenmoser aus Österreich auf seinem Moyes Litespeed S 3.5. Leider führt uns unsere Rücktour durch eine der wenigen „Dry-Countys“ – soll heißen, kein Bier weit und breit zu kaufen. Und so nuckle ich 3h lang an meinem p…warmen Camel Bag :o)

Morgen sieht es vom Wetter nicht zu klasse aus, doch hab gelernt, das bedeutet in Texas gar nichts…

Tschö Jörg

Tag 4 - Task 3

Nach dem ersten Durchgang konnte ich mich irgendwo im Mittelfeld einreihen. Platz 46 von 94 Piloten. 76 Piloten erreichten das Ziel. 2 Tage später konnten wir erneut ins 123 km entfernte Brown fliegen. Früh entwickelten sich brauchbare Thermikwolken, immer in der stillen Hoffnung, dass sie sich nicht wie gestern zu Gewittern entwickeln. Aber es ging auf. 94 Piloten auf dem Weg über die endlose texanische Weite. Riesig große Baumwollanbau-Kreise zierten den Boden, schachbrettmäßig aneinander gereiht, wirklich schön anzusehen. Zwischendurch, durch die starke Thermik hochgetragen, ein high-machender Ölgestank in 2700 m Höhe. Überall kleine Ölpumpen zwischen den "Cotton-Circles", die das Öl unaufhaltsam aus dem Boden pumpen. So´n Dingen stell ich mir auch in Belecke in den Garten ...
An diesem Tag läuft es etwas besser. Nur wenige stehen früh am Boden. Eine Wolkenstraße führt uns direkt in Ziel. Und da standen auch wieder 74 Piloten. Konnte als 36. über die Zielinie rauschen. In der Gesamtwertung von 46 auf 37 verbessert. So macht es Spaß.
Mein Teamkollege Heiko Tandeter erwischte es nicht so gut. Er kam 40 km zu kurz.

Grüße von Jörg

Tag 3 - Task 2 – Durchgang wegen Gewitter abgesagt

Schon sehr früh zeigte sich erneut im Südosten eine schnell heranziehende Wolkenlinie. Gegen Mittag zogen sich diese zu einem 7/8-Wolkenbild zusammen, kaum noch ein Sonnenstrahl erreichte den Boden. Der Task wurde erneut den Wetterentwicklungen abgeändert – diesmal Ziel Denver (ein anderes kleineres Denver) ca.111 km Richtung Nordwest.
Die kleine Gruppe der Starrflügel startet vor den Flexiblen Drachen und sind relativ schnell an der mittlerweile schwarzen Wolkenbasis. Ich stehe in einer der beiden Startlinien (je 65 Piloten) und warte geduldig auf dem kochendheißen Asphalt der Runway. Es hat im Schatten 42 C und es geht kaum ein Lüftchen. Und dass es nicht vorwärts geht, liegt an der bitteren Tatsache, dass hier nur 9 Schleppmaschinen (Dragonflys und Trikes) im Einsatz sind. Das ist für die WM im nächsten Jahr in jedem Fall zu verbessern, sonst ist die Start-Chancengleichheit nicht gewahrt und es hagelt Proteste. Sicherlich, die Bodencrew versucht uns sicher und schnell in die Luft zu bekommen, nur fehlen nach meiner Einschätzung mehr als 10 weitere Helfer. Es ist definitiv nicht wie in Quest Florida, naja, und es hat hier auch keine Startwiese, sondern pure Asphaltpiste.

Zu allem Übel haben wir von den wenigen Schleppmaschinen gestern auch noch eines gecrasht, der Pilotin Lisa fehlt zum Glück nichts.
Das führt dazu, dass die Piloten sich immer recht früh und frech in die Startlinie drängeln, um früher starten zu können… das reinste Chaos bei dieser Gluthitze.

Am heutigen Tag geht es sehr schnell, das Safety Comitee, dem ich ebenfalls angehöre, entscheidet nach einsetzendem Regen und auffrischenden Winden den Task zu canceln.
Der Wetterbericht war einmal mehr für die Füße. 120 Drachen stürmen sogleich den Hanger, um sie vorm Sturm zu schützen. Dank ausgeklügelter Drachen-Einlagertechnik passen unsere Vögel tatsächlich alle hinein. Team-D fährt nach Midland, eine größere Stadt westlich von Big-Fastfoodketten-Spring. Wir wollen endlich mal wieder was Gescheites essen…!

Bis bald

Jörg


Tag 1 - Task 1

Hallo aus Texas,

viele Piloten waren schon ein paar Tage vor dem Wettbewerb nach Big Spring, Texas gekommen, um ein paar Runden am Himmel zu drehen oder ihre Geräte einzufliegen. Mehr kann man hier auch beim besten Willen nicht machen. Sorry, Fast Food essen, dass geht schon noch...Allein Wills Wing, der US-Drachenhersteller ist aus Kalifornien mit 25 Drachen auf dem Anhänger angerist. So habe ich zusammen mit Luis aus Kolumbien 4 Stunden im Hangar damit verbracht unsere neuen Talon 2 flugfertig zu bekommen. Na ja, aber das ist ein anderes Thema.
Wichtiger, um sich eine Vorstellung von den Gegebenheiten hier zu machen, ist die Tatsache, dass der Hangar neben unserer Betonstartbahn liegt, die durchaus verkehrsflugzeugtauglichen ist und unmittelbar neben einem Gefaengnis fuer illegale Mexikaner. Da soll man kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man den Jungs die Freiheit des Fliegens vor Augen haelt.
Der erste Task war heute ein 123 km Zielflug. Leider gibt es nicht so viele Dragonfly (Schleppflugzeuge), dass alle Piloten zumindest die letzte Startzeit nehmen konnten. Als Joerg den Startzylinder verlies, konnte ich mich grad ausklinken und mit 4 weiteren Piloten konnten wir uns bei anfänglich sehr schwacher Thermik hochkaempfen und die Basis von 2500 m erreichen (Big Spring liegt auf 770m). Von da an gings ueber Baumwoll- und Oelbohrfelder Richtung Nordwesten entlang einer der Strassen, die von Big Spring aus in alle Himmelsrichtungen verlaufen.
Viel zu erleben gabs auf der Strecke nicht, ausser der Erfahrung, die Joerg, ich und andere Piloten nacheinander machen mussten, dass es ueber der einzigen Ortschaft auf der Strecke ueberhaupt gar kein bisschen hoch ging....Wenn man dies entweder wusste oder die lehrreiche Erfahrung gemacht hatte, gings von da an auf die letzten 40 km unter blauem Himmel. Da musste ich noch mal ein bischen rumbasteln bis ins Ziel, einem Sportflughafen in Brown. Joerg war in 2h 27 im Ziel, ich in 2h 34. Beim naechsten Task soll´s dann schon schneller werden. Hoffentlich ohne sich zu verheizen....Trotzdem, einen Burger haben wir uns noch so eben verdient.

Bis bald,

Heiko

 

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Vor-WM in Texas 6. - 13. August 2006

Flachland in Texas
Die Gleiter glühen in der Hitze
Mit Rodenstock hat man Durchblick
Tolle Wolkenstimmung
Hoch über den Ölfeldern
Startreihenfolge am glühenden Asphalt
da kommt man ins Schwitzen....
am besten bequem und wenig Kleidung
Mini-German-Team
Jörgi hoch über Texas
Drachen-Garage
Asphalt und ewige Weite
Was ist das dort unten?
Jörg macht seine Schwalbe klar
Dämmerung in Big Spring

News of the Day

Tag 6 - Task 5 - 111 km nach Gaza-City-Airport und gecancelt

Team-D schaut bereits morgens in einen düsteren Himmel – der Rest der Gewitter, die uns gestern Nacht auf der langen Rücktour begleitet haben. Ein Punktlandewettbewerb steht um 9 Uhr an. Eine Gaudi für alle. Einmal mehr zeigen Kraig Coomber und Jonny Durand (beide Australien) wie man einen Drachen 1A beherrscht … ich bin beeindruckt. Trotzdem, Gewinner eines 600 Dollar-Schecks ist der Österreicher Salvenmoser Seppel.

Nun zum „Big task“! Kaum zu glauben, aber es klarte auf. Ein Zielflug ins 111 km entfernte Gaza wird angesetzt, nordöstlich von Big Spring. Trotz dass mich ein dusseliger Trike-Pilot schon nach 300m abwirft, komme ich komfortabel an die Wolkenbasis (2900m) und ein Pulk von 50 Piloten erreicht schnell das Startgate, 16km nach dem Start. Und dann, ja dann wurde es auf der Kurslinie schwarz, sehr schwarz. Ich erinnerte mich an den letzten Task in Florida und auch wieder kein Funkkontakt mit dem Organisator über einen eventuelle Stopp in der Luft. Erst unser Fahrer musste die verantwortlichen Jungs am Boden wachrütteln (ohne Worte). Da waren aber schon alle 30km vorm Goal und es zuckten links und rechts aus mittlerweile 2 Gewitterzellen die Blitze. Zwei Drachen kommen mir bereits wieder entgegen (Coomber und Durand) und fliegen zurück in die Sonne. Ich entscheide mich ebenfalls einen sicheren Landeplatz weit im Osten in der Nähe einer Stadt anzufliegen. Unerschrocken fliegen einige Piloten immer noch weiter in diesen Mist hinein… einfach nur krank! Höre am Funk nichts mehr aus dem Headquarter, kein Stopp der Aufgabe, keine Absage.
Bin unterdessen weit im Osten und beobachte, wie sich die Regenwand gen Süden verzieht und das Ziel erstmals frei gibt. Meine Chance, den Flugplatz nun sicher anzufliegen. Denn unter mir gibt es absolut keine gescheiten Landeplätze und im Ziel stehen die Rückholfahrzeuge. Frage mich in den letzten Tagen oft, warum man die Kurslinien nur allzu oft über unlandbares Gebiet legt. Das sollten die Tasksetter im nächsten Jahr zur WM abstellen.

Gut, ich erreiche das Ziel. Komme als letzte von ca. 25 Piloten rein. Einige haben schon längst abgebaut, sind offensichtlich ohne Scheu gradwegs durch den Regen geglitten.

Während unserer Rückfahrt erreicht uns die bereits erwartete Nachricht, dass der Task nach einem Protest von Attila Bertok (Ungarn) für nicht gültig erklärt wird. Ich hoffe nur, dass der Veranstalter daraus lernt und einmal öfter seine Piloten im Safety Comitee per Funk zu Rate zieht. Das war auch diesmal wieder daneben.

Am Ende also 4 Tasks bei den Pre-Worlds. Sieger ist der Ungar Attila Bertok (MOYES Litespeed S5), gefolgt vom Canadier Brett Hazlett (MOYES Litespeed S4.5) und dem Brasilianer Andre Wulf (AEROS Combat L). Mit den Jungs ist auch im nächsten Jahr schwer zu rechnen. Überreascht hat mich hier das brasilianische Team. Sie waren lange aus der Szene verschwunden und melden sich  eindrucksvoll zurück. Mal was anderes, als immer nur Österreich und Frankreich…
 
Team D, mit Heiko (69.) und mir (44.), ist trotz allem recht zufrieden. Es ist sehr von Vorteil, dieses Gelände vorab abgecheckt zu haben. Trotz Flachlandwettbewerb ist es nicht vergleichbar mit Australien oder Brasilien. Die Beobachter der FAI/ CIVL mussten dem Veranstalter leider häufig auf die Finger klopfen und ihnen einen langen Negativreport an die Hand geben. Mir persönlich würde es schon reichen, wenn sich die Schleppmaschinen und die Bodencrew für ca. 130 Piloten zur WM in 2007 verdoppeln würden. Das Warten in der Schlepplinie war bei der Hitze (43 C) einfach unerträglich.

Nun warte ich auf meinen Rückflug nach Frankfurt und freue mich schon auf die German Open in Berlin. Hier findet ebenfalls ein Schleppwettbewerb statt und es gibt dort weniger Schlapperschlangen …

Bis denne und danke fürŽs interessierte Lesen :o)
Jörg



Tag 5 - Task 4– längster Competition-Task in Texas - 251 km

Nur der Blick auf das Taskbord ließ einige Leute schon zusammenzucken. 356 km nach Oklahoma und als Secondary Task einen Zielflug nach Silver, 251 km kurz vor Oklahoma. Basis wurde auf 3000 m vorhergesagt doch leider leider keine Wolken. Die soll es erst weit im Norden geben. Und es ging super zäh los und obendrein tummelte man sich  kurz vor dem 24 km entfernten Startgate immer noch munter über dem Flugplatz – grad so, als hätte man eine coole 40 km-Aufgabe vor sich – unglaublich. Doch dann ging es endlich los. Einige nahmen eine Linie weiter westlich, andere die Standardroute im Osten. Die ersten 100 km hatten es beide Gruppen sehr schwer und viele mussten bereits früh runter in die Hitze und – noch viel schlimmer – runter zu den Klapperschlangen. Ja ja, richtig gelesen, die gibt es hier speziell in den Cotton-Circles zu Hauf. Es empfiehlt sich daher stets einen braunen abgeernteten Acker anzupeilen. Es sei denn, ein Dustdevil fegt hier mit aller Wucht drüber. Die gibt es hier nämlich ebenfalls reichlich.

Nach 100 km immer noch keine Wolke in Sicht und die Gruppen vielen weiter auseinander. Irgendwann waren Heiko und ich dann auch alleine, er auf der Ostlinieline, ich im Westen. Wir motivierten uns so weitere 100 km per Funk, überquerten so zwei malerisch tiefe Canyons und kamen gegen 19 Uhr recht tief. Die Sonne entwickelte keine Kraft mehr und doch… hört hört… nach 200 km die erste Wolke des Tages und verdunkelte die Szenerie, na prima! Heiko und ich schwappten auf diese Weise 300 bis 500 m über Grund dahin, und das gleich über 30 km hinweg. „Na die Farm dort nehme ich dann, liegt an einer Asphaltstraße … pip…pip …pip pip … Ok, ich nehme dann die nächste Farm…“ und so weiter, und so weiter. Vor mir dann eine große Stadt und dahinter eine schwarze Regenwand. Da hieß es nur noch abgleiten, weil ich da nun wirklich nicht rein wollte. Und wie aus dem Nichts sehe ich vor mir 3 Drachen bei Abbauen. Nene Rotor, Phil Bloom und Mike Barber stehen dort und winken mir zu. Gleite ein wenig weiter und am Ende steht meine neue persönliche Bestmarke bei Blauthermik – 214 km. Strahle wie ein Honigkuchenpferd. Heike schaffte es auf seinem Kurs 193km und Eric, unser Fahrer, war gleich zur Stelle. Es kommen tatsächlich 3 Piloten ins 252 km entfernte Ziel und der überglückliche Sieger heißt Seppi Salvenmoser aus Österreich auf seinem Moyes Litespeed S 3.5. Leider führt uns unsere Rücktour durch eine der wenigen „Dry-Countys“ – soll heißen, kein Bier weit und breit zu kaufen. Und so nuckle ich 3h lang an meinem p…warmen Camel Bag :o)

Morgen sieht es vom Wetter nicht zu klasse aus, doch hab gelernt, das bedeutet in Texas gar nichts…

Tschö Jörg

Tag 4 - Task 3

Nach dem ersten Durchgang konnte ich mich irgendwo im Mittelfeld einreihen. Platz 46 von 94 Piloten. 76 Piloten erreichten das Ziel. 2 Tage später konnten wir erneut ins 123 km entfernte Brown fliegen. Früh entwickelten sich brauchbare Thermikwolken, immer in der stillen Hoffnung, dass sie sich nicht wie gestern zu Gewittern entwickeln. Aber es ging auf. 94 Piloten auf dem Weg über die endlose texanische Weite. Riesig große Baumwollanbau-Kreise zierten den Boden, schachbrettmäßig aneinander gereiht, wirklich schön anzusehen. Zwischendurch, durch die starke Thermik hochgetragen, ein high-machender Ölgestank in 2700 m Höhe. Überall kleine Ölpumpen zwischen den "Cotton-Circles", die das Öl unaufhaltsam aus dem Boden pumpen. So´n Dingen stell ich mir auch in Belecke in den Garten ...
An diesem Tag läuft es etwas besser. Nur wenige stehen früh am Boden. Eine Wolkenstraße führt uns direkt in Ziel. Und da standen auch wieder 74 Piloten. Konnte als 36. über die Zielinie rauschen. In der Gesamtwertung von 46 auf 37 verbessert. So macht es Spaß.
Mein Teamkollege Heiko Tandeter erwischte es nicht so gut. Er kam 40 km zu kurz.

Grüße von Jörg

Tag 3 - Task 2 – Durchgang wegen Gewitter abgesagt

Schon sehr früh zeigte sich erneut im Südosten eine schnell heranziehende Wolkenlinie. Gegen Mittag zogen sich diese zu einem 7/8-Wolkenbild zusammen, kaum noch ein Sonnenstrahl erreichte den Boden. Der Task wurde erneut den Wetterentwicklungen abgeändert – diesmal Ziel Denver (ein anderes kleineres Denver) ca.111 km Richtung Nordwest.
Die kleine Gruppe der Starrflügel startet vor den Flexiblen Drachen und sind relativ schnell an der mittlerweile schwarzen Wolkenbasis. Ich stehe in einer der beiden Startlinien (je 65 Piloten) und warte geduldig auf dem kochendheißen Asphalt der Runway. Es hat im Schatten 42 C und es geht kaum ein Lüftchen. Und dass es nicht vorwärts geht, liegt an der bitteren Tatsache, dass hier nur 9 Schleppmaschinen (Dragonflys und Trikes) im Einsatz sind. Das ist für die WM im nächsten Jahr in jedem Fall zu verbessern, sonst ist die Start-Chancengleichheit nicht gewahrt und es hagelt Proteste. Sicherlich, die Bodencrew versucht uns sicher und schnell in die Luft zu bekommen, nur fehlen nach meiner Einschätzung mehr als 10 weitere Helfer. Es ist definitiv nicht wie in Quest Florida, naja, und es hat hier auch keine Startwiese, sondern pure Asphaltpiste.

Zu allem Übel haben wir von den wenigen Schleppmaschinen gestern auch noch eines gecrasht, der Pilotin Lisa fehlt zum Glück nichts.
Das führt dazu, dass die Piloten sich immer recht früh und frech in die Startlinie drängeln, um früher starten zu können… das reinste Chaos bei dieser Gluthitze.

Am heutigen Tag geht es sehr schnell, das Safety Comitee, dem ich ebenfalls angehöre, entscheidet nach einsetzendem Regen und auffrischenden Winden den Task zu canceln.
Der Wetterbericht war einmal mehr für die Füße. 120 Drachen stürmen sogleich den Hanger, um sie vorm Sturm zu schützen. Dank ausgeklügelter Drachen-Einlagertechnik passen unsere Vögel tatsächlich alle hinein. Team-D fährt nach Midland, eine größere Stadt westlich von Big-Fastfoodketten-Spring. Wir wollen endlich mal wieder was Gescheites essen…!

Bis bald

Jörg


Tag 1 - Task 1

Hallo aus Texas,

viele Piloten waren schon ein paar Tage vor dem Wettbewerb nach Big Spring, Texas gekommen, um ein paar Runden am Himmel zu drehen oder ihre Geräte einzufliegen. Mehr kann man hier auch beim besten Willen nicht machen. Sorry, Fast Food essen, dass geht schon noch...Allein Wills Wing, der US-Drachenhersteller ist aus Kalifornien mit 25 Drachen auf dem Anhänger angerist. So habe ich zusammen mit Luis aus Kolumbien 4 Stunden im Hangar damit verbracht unsere neuen Talon 2 flugfertig zu bekommen. Na ja, aber das ist ein anderes Thema.
Wichtiger, um sich eine Vorstellung von den Gegebenheiten hier zu machen, ist die Tatsache, dass der Hangar neben unserer Betonstartbahn liegt, die durchaus verkehrsflugzeugtauglichen ist und unmittelbar neben einem Gefaengnis fuer illegale Mexikaner. Da soll man kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man den Jungs die Freiheit des Fliegens vor Augen haelt.
Der erste Task war heute ein 123 km Zielflug. Leider gibt es nicht so viele Dragonfly (Schleppflugzeuge), dass alle Piloten zumindest die letzte Startzeit nehmen konnten. Als Joerg den Startzylinder verlies, konnte ich mich grad ausklinken und mit 4 weiteren Piloten konnten wir uns bei anfänglich sehr schwacher Thermik hochkaempfen und die Basis von 2500 m erreichen (Big Spring liegt auf 770m). Von da an gings ueber Baumwoll- und Oelbohrfelder Richtung Nordwesten entlang einer der Strassen, die von Big Spring aus in alle Himmelsrichtungen verlaufen.
Viel zu erleben gabs auf der Strecke nicht, ausser der Erfahrung, die Joerg, ich und andere Piloten nacheinander machen mussten, dass es ueber der einzigen Ortschaft auf der Strecke ueberhaupt gar kein bisschen hoch ging....Wenn man dies entweder wusste oder die lehrreiche Erfahrung gemacht hatte, gings von da an auf die letzten 40 km unter blauem Himmel. Da musste ich noch mal ein bischen rumbasteln bis ins Ziel, einem Sportflughafen in Brown. Joerg war in 2h 27 im Ziel, ich in 2h 34. Beim naechsten Task soll´s dann schon schneller werden. Hoffentlich ohne sich zu verheizen....Trotzdem, einen Burger haben wir uns noch so eben verdient.

Bis bald,

Heiko

 

Deutsche Teilnehmer in Texas:

Jörg Bajewski
Heiko Tandeter

 

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