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WM Tegelberg 2010
 


Landeplatz St. Andre von oben

Monique ist beste Dame, Gratulation vom FAI-Präsidenten Flip Kötser

und das ist ihr Pokal....

Die Gesamtsieger

Die holländischen Meister

Dutch Open 2007

DUTCH OPEN 2007 in St. André les Alpes


Starkwind, Gewitter, Dustdevil und 3 Tasks
Ein Bericht von Monique Werner und Uli Eysel

Auch in der letzten Juli-Woche, typisch für diesen Wettbewerbs-Sommer, wechselhafte Wetterbedingungen im ohnehin für seine Turbulenzen “berüchtigten” St. André (Südfrankreich). Unter den 36 Piloten aus 6 Nationen auch 3 deutsche: Monique Werner, Uli Eysel und Jochen Zeyher.

Wie immer präsentierten sich die Holländer als freundschaftliche und liebenswerte Gastgeber. Organisation und Durchführung des Wettbewerbs waren perfekt. Und wir werden jederzeit wieder gerne an den Dutch Open teilnehmen.

Es gewinnt der Schweizer Roberto Nichele (Wills Wing T2) vor dem Holländer Andre Disselhorst  (Aeros Combat L) und dem Engländer Ron Richardson (Moyes Litespeed RS). Uli Eysel (Moyes Litespeed S4: Platz 13), Monique Werner (Aeros Combat L 12: z. Zt. „zweitbeste Frau“ in der Weltrangliste, als “beste Frau”: Platz 14), Jochen Zeyher (A.I.R.-Atos VR: als einziger Starrflügel-Pilot mit 15%-Handycap-Faktor: Platz 15).

Task 1 - 95,2 km

Bei guten Thermik- und Wind-Bedingungen führt uns die Aufgabe erst ca. 30 km nach NNO (Allos), dann ca. 35 km nach SW (Barréme), dann nach W (Allons, einem kl. Ort, 9 km östlich von St. André) und dann zum Ziel: St. André. Die Startbedingungen sind gut. Jochen nimmt die 1. Startzeit. Monique und ich können uns erst für die 2. Startzeit gut positionieren und fliegen dann gemeinsam ab. Nach ca. 5 km entscheide ich mich für die etwas weiter westlich vom Wendepunkt führende „Rennstrecke“ entlang der höher gelegenen Bergprofile (M. de C. Longue, S. de Denjuan und S. du Caduc), jedoch weniger gut landbar und dem Nachteil, dann westlich des Wendepunktes auch ausreichend Höhe haben zu müssen, um noch ca. 5 km über die hohen Berge nach Osten queren zu können. Das ging aber alles recht gut und flott, so dass ich am 1. WP schon zu den Piloten mit der 1. Startzeit aufschließen konnte. Um so mehr staunte ich, Monique ca. 1 km hinter mir zu sehen, die den zwar direkteren, aber thermisch „mühsameren“ Weg weiter östlich wählte. Erst Wolkenbasis 2.800 m und dann gegen den Wind wieder nach Westen.
Hier sah ich, dass die führenden Piloten am südlichen Ende der M. de C. Longue (im Lee des Cheval Blanc) recht niedrig flogen und entschied mich deshalb, den Cheval Blanc westlich zu umfliegen. Das gelang alles, trotz ca. 20 kmh Gegenwind, in Höhe Wolkenbasis und maximal 300 m tiefer. Auf der Westseite des Cheval Blanc angekommen, sah ich, dass die 15 km direkte Linie zur 2. Wende mitten durchs Tal, wolkenlos und ohne tragende Konturen, verlief. So entschied ich mich, noch weiter gegen den Wind vorzuhalten und dem von schönen Kumuli gesäumten Grat der M. de Coupe zu folgen, um dann, nach einem Umweg von ca. 10 km, mit Basishöhe und Rückenwind zum 2. WP zu fliegen. Das funktionierte bestens. Südlich der 2. Wende war jedoch schon dichter Dunst als Anzeichen einer sich bildenden Überentwicklung zu erkennen. Dann, auf dem Weg zur letzten Wende, wieder am Startplatz von St. André, wollte es mir nicht mehr recht gelingen, „Höhe zu machen“. Auch war ich ungeduldig, weil sich jetzt auch südöstlich von St. André eine Überentwicklung bildete. So flog ich mit nur 2.000 m zur letzten Wende ab, wagte dann aber 1,5 km vor dem WP nicht mehr den Sprung ins Lee der C. de Serres, weil der Südwind hier inzwischen auf 50 kmh angestiegen ist. So landete ich als Erster, jedoch ohne letzte Wende, auf dem Ziel-Landeplatz. Vom Landeplatz aus konnte ich dann beobachten, wie sich die Überentwicklung südöstlich von St. André vorübergehend abschwächte, während es im Westen zunehmend schwärzer wurde.
Ein paar Piloten konnten dann vom immer dunkler werdenden Westen deutlich höher zur letzten Wende abfliegen und die Aufgabe vollenden. Aber auch das war nicht lange möglich, weil sich dort ein heftiges Gewitter bildete.
Den Tag gewann Roberto Nichele vor Laurent Thevenot (sein Vater ist uns allen ja bekannt). Jochen landete (mit letzter Wende) nur 1 km vor Goal (Platz 10). Platz 11 belegte ich und Monique Platz 12.

Task 2 - 87,8 km

Heute gilt es, erst nach Thoram-Haute zu fliegen, wieder zurück zum Start, dann nach NO zum Lac d. Allos, und wieder nach SW zum Ziel bei Thorame-Basse.
Auch heute fliege ich erst mit der 2. Startzeit ab. Und das auch noch niedriger als die ca. 15 Piloten mit der 1. Zeit. Aber kurz vor der 1. Wende geht es mit 5m Steigen zur Wolkenbasis und dann zügig weiter. (Monique, die noch eine Helikopter-Bergeaktion eines verunglückten Gleitschirm-Piloten abwarten muss, kann erst die 3. und damit letzte Startzeit nehmen.) Das nächste Problem habe ich erst am 3. WP, kurz vor dem Lac d. Allos. Weil dieser See auf 2.200m Höhe liegt, umgeben von 2.500m hohen Bergen, gilt es, hier möglichst hoch hinzufliegen. 2 km davor merke ich jedoch, dass ich dort so niedrig ankomme, dass ich riskiere, am See landen zu müssen. Also kehre ich wieder um und fliege gut 3 km zurück, um jetzt maximal aufzudrehen und den WP erneut anzufliegen. Diesmal mit 300 Höhenmetern mehr. Das reicht aus, aber hat mich einige wertvolle Minuten gekostet. Der Rückweg gelingt wieder problemlos. So lande ich heute mit der viert-schnellsten Zeit im Ziel (= Platz 5).
Heute gewinnt Mart Bosmann vor Tanno Rutten und Andre Disselhorst (drei Holländer). Monique landet als 10. (von 13) auch im Ziel. Mit der letzten Startzeit musste sie sich bei zunehmend schlechter werdenden Bedingungen durchkämpfen. Jochen musste leider schon nach knapp 40 km landen (Platz 29).

Task 3 - 115,5 km

Die größte Aufgabe dieses Wettbewerbs!
Erst geht es wieder nach Thoram-Haute, dann 15 km westlich nach Tartonne, dann nördlich zur Domillouse und von dort ca. 50 km zurück zum Landeplatz La Mur, ca. 2 km nördlich von St. André.
Heute gelingt es Monique, Jochen und mir, mit der ersten Startzeit los zu fliegen. 3 km vor der 1. Wende haben wir Wolkenbasis und erreichen als Erste WP 1. Dann fliegen wir auf unterschiedlichen Wegen, jedoch maximal ca. 3 km voneinander entfernt, die 15 km zur 2. Wende. Kurz danach treffen wir uns wieder über dem Gipfel des Cheval Blanc. 2 weitere Piloten sind zu uns gestoßen. Hier entscheide ich mich, - das sollte sich sehr bald aber als Fehlentscheidung herausstellen -  zum nordwestlich im Tal vorgelagerten M. del Ubac zu fliegen. Komme dort auch über Grathöhe an, der jedoch bei südlichem Talwind nicht trägt. Hier halte ich mich noch ca. eine halbe Stunde in zerrissener Leethermik, komme aber nicht weiter und muss dann dort landen. Schade. Ich hätte bei den anderen bleiben sollen, die sich zwar langsam, besonders an der Schlüsselstelle des Tete de L’ Estrop, aber vorsichtig am hohen Relief weitergetastet haben. So erreichten sie alle die Wende an der Domillouse und konnten auch wieder zurück fliegen. 12 Piloten landen im Ziel. Es gewinnt Roberto Nichele (Schweiz) vor Ron Richardson (England) und Mart Bosmann (Holland). Jochen wird 9. Monique landet, nach 105,4 km, 10 km vor dem Ziel, weil ihr letzten Endes die Höhe zum sicheren Überfliegen der letzten unlandbaren Kilometer fehlte (das ist Platz 14.) Meine nur 53 geflogenen km reichen immerhin noch für Platz 15.

Task 4

Endlich versprach die Wetterprognose schwächer werdenden Wind, und so wurde Task 4 gestartet. Doch der starke Höhenwind setzte sich auch in den Niederungen durch und sog die Luftmassen aus den Tälern mit sich. Während die ersten ca. 20 Piloten schon gestartet waren, wurde auf den umliegenden Berggipfeln ein Ansteigen der Windgeschwindigkeiten von 20 auf 50 kmh gemessen. Als dann der Neuseeländer Phil Southward, verursacht durch starke Seitenwind-Turbulenzen, beim Start crashte, wurde der Task, noch vor Beginn des 1. Startgates, in der Luft abgesagt. Phil hatte glücklicherweise „nur“ Aluminium zerbrochen. Viel spektakulärer traf es da Monique. Sie wurde bei ihrer Landung, am ohnehin für seine Turbulenzen bekannt-berüchtigten Landeplatz, in ca. 7 m Höhe von einem Dustdevil gepackt und, trotz reaktionsschnellem Gegensteuern, äußerst unsanft zu Boden geschleudert. Doch auch sie erschien abends zur gelungenen Siegerehrung mit Grillfest und ließ sich von ihrem Missgeschick nichts anmerken.

 

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Deutsche Teilnehmer:

Monique Werner
Uli Eysel
Jochen Zeyher