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WM Tegelberg 2010
 




















Canungra Classic 13. - 20. Oktober 2007

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Siegerehrung

 

Ein spannendes Finale! Der amtierende Weltmeister Attila Bertok gewann den letzten Tag mit einer Glanzleistung und erhielt 1000 Punkte, womit er Steve Moyes auf den 3. Platz verdrängte und nur wenige Punkte hinter Jonny Durand auf dem 2. Platz landete. Auch ich konnte nochmal zwei Plätze gutmachen und schob mich auf den 8. Platz vor. Mein Drachen hier war ein Moyes Litespeed 3.5 s mit einem kompletten Carbongestell, der mich vom Handling und auch in der Gleitleistung sehr überzeugt hat. Da ich ihn im ersten Durchgang das erste Mal geflogen hab, war ich dankbar, daß Steve Moyes ihn für mich testgeflogen und eingestellt hatte.

Der Tisch mit den Pokalen und Preisen sah imposant aus. Mit einem gemeinsamen Essen und richtig guter Musik von unserer Pilotenband (Tim, Reg, Nathan und Flocki) feierten wir bis spät in die Nacht die Siegerehrung.

Auch wenn mancher der sechs Durchgänge kurz erschien von der Kilometeranzahl her, so war es doch schwierig, ins Ziel zu segeln. Tiefe Basis oder blauer Himmel und stabile Luft fordern Geduld und Kreativität beim Fliegen. Die teilnehmenden Piloten werden jedes Jahr stärker, sie kennen die Gegend gut und liefern sich ein spannendes Rennen um die vorderen Plätze. Um neue Piloten zu motivieren, gibt es im Canungra Classic Wettbewerb auch eine Floater-Klasse, eine Turmklasse sowie für australische Piloten die "Best of the rest"- Trophäe, für die ich einiges gegeben hätte! Eine Silbermünze in einer schönen Glasskulptur, die an die Top 3 Piloten vergeben wurde, welche nicht im Nationalteam oder unter den Top 20 der australischen Rangliste sind. Nicht zu vergessen die Trophäe für den Piloten, der sich vom Jahr vorher am meisten verbessern konnte. Neil Petersen gewann für seine Leistung einen Icaro Helm und wird damit nächstes Jahr sicher besser am Funk zu verstehen sein.

Für alle, die im Oktober noch etwas über zwei Wochen Urlaub nehmen können, kann ich diesen Wettbewerb sehr empfehlen, um die Winterpause zu verkürzen! Canungra und Beechmont sind sichere und schöne Fluggelände, innerhalb von einer Autostunde erreichbar vom Flughafen Brisbane. Die Aufgaben werden anspruchsvoll durch die sich ständig ändernden Wetterbedingungen, die Piloten fliegen auf hohem Niveau, sind aber auch Anfängern gegenüber total offen und hilfsbereit. Es ist leicht, sich mit einem Rückholteam zu organisieren. Und schließlich- in kaum einem anderen Wettbewerb wird soviel Wert auf den Spaß gelegt, was weit über das Fliegen hinausgeht. Ich werde sicher versuchen, nächstes Jahr wieder zum Canungra Classic Wettbewerb zu kommen.

 

 

Tag 8

 

98 Km am Ende eines Wettbewerbs ist eine stattliche Strecke. Rund 15 Piloten haben es heute ins Ziel geschafft, und es sieht ganz danach aus, als hätte Jonny Durand zum 7. Mal in Folge seinen Home-Wettbewerb gewonnen, obwohl Attila den TAg gewann und auch Steve Moyes wieder schnell im Ziel stand. Jonnys Vater hat sich in der durch einfließenden Nordwind sehr turbulenten Luft kurz überschlagen, aber der Drachen flog zum Glück normal weiter, und Big Jon segelte sogar ins Ziel!

Auch ich konnte mich gegen den 25km/h Gegenwind auf den letzten Kilometern wehren und gerade noch ins Ziel flattern, bevor der Wind noch mehr zunahm. Damit müßte ich mein Ziel erreicht haben - unter die Top Ten zu kommen, damit ich wieder einen schönen großen Kaffeebecher nach hause bringen kann, handgemacht von Jon Durand. Noch wird ausgewertet, müßte bald fertig sein, mehr news dann morgen.

 

Tag 7

 

Südost ist die beste Windrichtung hier, um eine weite Aufgabe zu fliegen. Der Himmel ist dann überzogen mit Wolkenstraßen, so auch gestern. 140km wurden deshalb gesetzt, wir sollten die Great Deviding Range überqueren nach Killarney, dann ging es weiter Richtung Nordwest zum Flugplatz von Warwick.

Gleich am Anfang machte ich den Fehler des Tages- ich flog zum abgeschatteten Start zurück, weil ich dachte, noch mehr Höhe machen zu müssen für die erste Querung. Bei diesem Manöver verlor ich leider die ganzen Topleute, natürlich konnte ich sie nicht einholen und hatte einen langen, einsamen Flug, der zum Glück letztlich ins Ziel führte, wo ich den Rest meines Teams traf. Es ist wirklich überraschend, wie gut an manchen Tagen die Flugbedingungen hier sind, es macht viel Spaß, zwischen Bergen, Hügeln und Flachlandfliegerei zu springen

 

Tag 5 und 6 abgesagt wegen zu starken Windes

Hier unten ist alles etwas anders als auf anderen Wettbewerben, jeder hat nicht nur Spaß beim Fliegen, sondern auch beim Rahmenprogramm. Als gestern abgesagt wurde, sind wir in den OReilly´s Nationalpark gefahren, wo man auf Hängebrücken durch die Baumwipfel laufen kann und hungrige Papageien auf einem landen.

Auf der Rückfahrt haben wir für abends unseren "Red Faces Act" einstudiert, jedes Team muß sich etwas lustiges einfallen lassen. Unser "Mamma Mia", frei nach Abba umgedichtet, hat den ersten Preis gewonnen. Man beachte besonders die Gitarrenhälse!

Aber auch der "Lucky Landowner Draw" ist bemerkenswert. Immer wenn man auf einem Feld landet, versucht man den Farmer zu erreichen, seinen Namen und Adresse aufzuschreiben, denn am Ende des Bewerbs gibt es eine Verlosung mit tollen Preisen für die Landbesitzer. Ich hoffe, mein Farmer vom zweiten Tag gewinnt, der war rührend bemüht, daß ich sicher nach Hause komme und hat sich sehr gefreut, als ich ihm von der Verlosung erzählt habe. Ein guter Weg, wie wir als Flieger einen positiven Eindruck hinterlassen können!

 

Canungra Cup

Vom 13.-20. Oktober findet im südlichen Queensland der Canungra Classic Wettbewerb statt. Morgens wacht man vom Gezeter der Papageien auf, die sich bereitwillig per Hand mit Sonnenblumensamen füttern lassen. Ein kleines Paradies- jedenfalls wenn man nicht den riesigen Spinnen begegnet...

Zur Zeit wird es nachts angenehm kühl, tagsüber erreichten die Temperaturen etwa 30 Grad. Es gibt zwei Startplätze, beide etwa 500m über NN, was fast auch über Grund ist, denn man ist hier nur 30 km von der Küste (Surfers Paradise) entfernt. Die Hauptwindrichtungen West und Südost sind damit abgedeckt. Die Landschaft ist hügelig, Richtung Süden werden die Berge auch höher, nach Norden hin fliegt man im Flachland. Das Wetter ändert sich schnell, sodaß man auch für kleine Aufgaben häufig sehr lange braucht. Ein ideales Training, um das schnelle Umschalten während eines Fluges zu lernen.

62 Piloten, darunter das australische Nationalteam sowie Attila Bertok, amtierender Weltmeister, sorgen für einen spannenden Wettbewerb. Tim Cummings und Mike Zupanc sind experimentierfreudige Technikfreaks, die unter anderem hier den ersten nur mit GPS gewerteten Bewerb aller Zeiten veranstaltet hatten. Zur Zeit arbeiten sie an einem Programm namens Fixed Total Validity, das die schlechtesten 20 % der Punkte eines jeden Piloten eliminiert.

Mit Jonny Durand, der die letzten 6 Jahre diesen Bewerb gewann, Steve Moyes und Dave Seib hat Attila starke Konkurrenz und es verspricht interessant zu werden.

 

Tag 1

Nordwestwind gibt Mt Tamborine als Startplatz zu. Der Wind scheint zunächst sehr stark zu sein, weshalb nur eine kurze Zielrück-Aufgabe über 55 km gestellt wird. Es geht Richtung Westsüdwest, die Bärte stehen wie gewohnt über Misery, Beaudesert und Mt Mahomet. Die Basis wurde höher als erwartet, sodaß ein Drittel des Feldes am Nachmittag im Ziel stehen. Der Seewind kam allerdings mit großer Wucht herein und hat den späteren Piloten das Landen erschwert.

Gewonnen hat Lokalmatador Jonny Durand.

 

Tag 2

Der Himmel ist mit lauter schönen Cumulus-Wolken bedeckt, was auf Südostwind deutet, entsprechend fahren wir auf den Beechmont Start. Dort erwartet uns allerdings eine Überraschung, denn ein Nordwestwind bläst konstant von hinten über unsere Köpfe. Also ist Warten und Ausharren angesagt. Hin und wieder haut sich ein Gleitschirmflieger raus und steigt gut weg, aber für Drachen ist an Start noch lange nicht zu denken.

Irgendwann werden die Ablösungen stärker und gegen 12.00 Uhr mittags wird es tatsächlich phasenweise startbar. Also gehen alle Piloten auf Kurs von der 80km Aufgabe über eine Wende zum Lake Moogera. Die Strecke führt über die höheren Berge und bietet wunderschöne Szenerie. Leider sind die Tage hier noch sehr kurz, um 18 Uhr geht die Sonne unter, sodaß es für uns recht spät wurde. In der letzten Thermik, 10 km vorm Ziel, schwebe ich mit Steve Moyes und Jonny langsam los. Die beiden gleiten wesentlich besser als ich gegen den Wind, sodaß sie es knapp ins Ziel schaffen, ich aus Sicherheitsgründen jedoch vor dem letzten Hügel mit der großen Stromleitung drauf umgedreht bin, um sicher auf einem großen Feld zu landen.

Wieder gewinnt Jonny den Tag, gefolgt von Steve, ich schaffe es, unter die Top Ten vorzurücken.

 

Tag 3 führt uns wieder auf Mt Tamborine und verspricht, der beste Tag zu werden. wieder gibt es 80 km über zwei Wenden mit Ziel in Rathdowney. Schon am Startgate wird gepokert, einige Piloten warten, was sich jedoch für den Weltmeister Attila und Dave Seib nicht ausgezahlt hat. Sie stehen nach wenigen km am Boden, während Jonny und Steve Moyes tatsächlich das Feld von hinten aufrollen konnten. Im Ziel sind etwa 20 glückliche Piloten.

Der Flug führte uns durch eine wunderschöne Kulisse von großen Steinbergen, sanften Hügeln und Flachland. Da wir die ganze Zeit im Blauen geflogen sind, war es unterwegs nötig, das Tempo öfter zu wechseln und nicht zu tief zu kommen.

Tag 4

Wegen des starken Nordwestwindes wird auf Tamborine Start eine 56km Aufgabe gesetzt. Eigentlich hätte der Tag auch abgesagt werden können, denn in den Hügeln landen ist bei 30 km/h sehr unangenehm. Dennoch starten fast alle Piloten früher oder später. In der Luft ist es sehr turbulent, die Bärte sind eng und zerrissen, es macht nicht wirklich Spaß, bei diesen Bedingungen zu fliegen. Ich entscheide mich für eine Sicherheitslandung auf einem großen, offenen Feld, denn ich gehe nicht gerne Risiken ein. Dave Seib hat wahrscheinlich den Tag gewonnen, denn er ist ins Ziel geflogen. Er war auch der Pilot, der am Start gepuscht hat, um die Leute in die Luft zu bekommen. Die meisten, darunter auch Jonny, sind nicht weiter als zum ersten Wendepunkt in Hillview gekommen. Da die Nominaldistanz aber sehr gering hier gesetzt wurde, kann es durchaus viele Punkte für den Tag geben.

Für morgen verspricht das Wetter eine südöstliche Strömung, die uns dann wieder zum Beechmont Start bringen würde. Und hoffentlich mit weniger Wind!

 

Tag 5

Heute ist der Wind noch stärker als gestern, also wurde der Tag gleich abgesagt. Das ist besonders gut im Hinblick auf heute Abend, denn seit Jahren findet die "Red Faces Night" statt, wo die Piloten-Teams aufgefordert werden, einen lustigen, peinlichen Beitrag zu leisten, ein Song, ein Theaterstück, es wird immer sehr komisch. Unser Team hat eben den Abba-Song "Mamma Mia" umgetextet und geprobt mit Papp-Gitarren, freut Euch auf die Fotos von heute Abend!

Morgen soll der Wind nachlassen und verspricht, der längste Flug der Woche zu werden, vielleicht schaffen wir sogar wieder 200 km.

 

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