Deutscher Hängegleiterverband e.V.

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ADVANCE IOTA 28

Sicherheitsklasse 5
ADVANCE IOTA 28

Bewertung Extremflugverhalten

Sicherheitsklasse 1 Sicherheitsklasse 2 Sicherheitsklasse 3 Sicherheitsklasse 4 Sicherheitsklasse 5
Seitliche Einklapper
Frontale Einklapper
Steilspirale
Sicherheitsklasse 5
Pilotenanforderung:
Fähigkeit, Störungen im Ansatz zu erkennen, durch schnelle gezielte Reaktionen zu verhindern, bzw. deren Auswirkungen zu minimieren und kritische Folgereaktionen zu beherrschen.
Überdurchschnittliche Flugerfahrung (> 50 Stunden jährlich).

Beschreibung Geräteverhalten

Startvorbereitungen: anspruchsvoll
Startverhalten: dynamisch, gleichmäßiges Steigen, kein Führen erforderlich, gutes Feedback in der Aufziehphase, mäßiges Abfangen erforderlich, einfache Kontrollphase, geringe Geschwindigkeit
Seitliche Einklapper: Gerät klappt flächentief, moderate Dynamik, Wegdrehen insgesamt 180°-270°, (3), moderates Wegdrehen, starkes Vorschießen 75°-90° (5), sehr großer Höhenverlust 50-59 m (4), mäßige Sinkgeschwindigkeit 15-19 m/s, (2), Gegenklapper mit Richtungswechsel > 90°, (5), mit Verhängertendenz, (4), G-Last 2,5- 2,9 G, (2)
Frontale Einklapper: Gerät klappt nicht flächentief, deutliches Abkippen 45-60°, deutliches Vornicken 45-60°, hohe Dynamik, keine Drehung, (1), meist verzögerungsfreie Wiederöffnung, symmetrische Wiederöffnung, sofortiges Anfahren, großer Höhenverlust 40-49 m, (3), sehr geringe Sinkgeschwindigkeit < 10 m/s, (1)
Steilspirale: sehr schnelle Steigerung von Vsink, sehr hohe G-Last > 4,5-5 G, (4), Vsink nach 720° < 14 m/s, (1), Vsink max. sehr hohe Sinkgeschwindigkeit < 25 m/s, (4), Nach Freigeben der Bremsen, Erhöhung Vsink < 10 m/s, (4), aktive Ausleitung erforderlich, (5), Höhenverlust für Ausleitung sehr hoch > 100 m, (4)
B-Leinen-Stall: hoher Kraftaufwand, mäßiges Abkippen 15°-30°, mäßiges Vornicken 15°-30°, stabile Sinkphase, leichte Deformationstendenz, sofortiges Anfahren, 6-8 m/s, Höhenverlust bei Ausleitung 20-40 m
Ohren anlegen: Einleitung einfach, ruhige Flugphase, Ausleitung selbständig schnell, Vsink unbeschleunigt 2,5-3 m/s, Vsink beschleunigt 3,5-4 m/s, Vunbeschleunigt 3-5 km/h geringer als Vtrimm, Vbeschleunigt 0-3 km/h höher als Vtrimm
Steuerverhalten: wendig, Steuerdruckzunahme sehr deutlich spürbar, Abriss erfolgt nach längerer, deutlich spürbarer Ankündigung

Bemerkung

Seitliches Einklappen:
Der Schirm war einfach an die Obergrenze des Messfeld zu klappen. Nach der Deformation nickte der Schirm deutlich zurück und anschließend mit mäßiger Geschwindigkeit aber weit nach vorn. Indifferentes Verhalten bei den Schirmreaktionen. Der Schirm öffnete teilweise sehr sanft, Zelle für Zelle teilweise mit starkem "Aufschnalzen" (Schnalzklapper), in der Beschleunigungsphase der noch offenen Seite. Dies führte dann, ohne Pilotenreaktion, zu einem Kollabieren der gesamten Kappe. Der Schirm öffnete danach ohne Verhänger selbstständig. Es kam auch zu Gegenklappern von max. 40% die eine Verhängertendenz aufwiesen. Bei den Gegenklappern reagierte der Schirm mit einer Richtungsänderung zu erneut eingeklappten Seite.

Frontales Einklappen:
Schirm war schwer flächentief zu klappen. Öffnete schnell von der Mitte beginnend und fuhr meist sofort an. Es kam vor, dass der Schirm nach dem Öffnen kurz in den Sackflug ging und dann sofort wieder anfuhr. Dabei kam es zu einem deutlichen Vornicken.

Steilspirale:
Der Schirm war einfach in die Spirale zu bringen. Es wurden schnell hohe Sinkwerte erreicht. Nach dem Freigeben der Bremsen beschleunigte der Flügel bis zur maximalen Sinkgeschwindigkeit, spiralt stabil weiter und muss aktiv ausgeleitet werden. Die aktive Ausleitung war problemlos über kräfitgen Zug der Aussenbremse möglich.

Ohren anlegen:
Einfach

B-Stall:
Einfach, leichte Deformationstendenz zur Frontrosette nach vorne. Beobachtung während des Manövers empfohlen.

Fullstall:
Spezialtechnik nötig. Schirm muss direkt in den flachen Stall gezogen werden. Ein tiefer, stark entleerter Stall ist sehr anspruchsvoll.







Bewertung

Sicherheitsklasse 5

Gleitschirme dieser Klasse zeigten ein sehr anspruchsvolles, teilweise auch forderndes Verhalten bei einem oder mehreren der getesteten Flugmanöver, seitliche Einklapper, frontale Einklapper, Steilspirale.
Sehr anspruchsvoll heißt, dass es bei den betreffenden Manövern zu Schirmreaktion mit sehr großer Dynamik und/oder großem Höhenverlust kommen kann. Auch mit kritischen Folgereaktionen muss gerechnet werden.

Es werden hohe Anforderungen an Geübtheit und Reaktionsschnelligkeit des Piloten gestellt, der bei den betreffenden Manövern gezielt und rasch eingreifen muss, um die Kontrolle zu behalten und größeren Höhenverlust oder kritische Folgereaktionen zu vermeiden. Vor allem sollte der Pilot über die Fähigkeit verfügen, Störungen im Ansatz zu erkennen und diese durch schnelle und gezielte Reaktionen zu verhindern, bzw. deren Auswirkungen zu minimieren.