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Warnung

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Datum15.04.2011
BezugFür alle Gleitschirm-Gurtzeuge mit Beinsack und/oder Front-Cockpit
 

Am 2.4.2011 war es erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen, weil der Pilot wegen unverschlossener Beingurte während des Fluges aus seinem Gurtzeug (Advance Impress 2+) gestürzt war. Bereits im Sommer 2010 hatte sich, unter fast identischen Umständen, ein tödlicher Unfall ereignet (Gurtzeug: GIN Genie Race).

Beide Piloten hatten Gurtzeuge mit Beinsack und Frontcockpit verwendet. Aus dem Ausland sind mindestens zwei weitere tödliche Unfälle mit Gurtzeugen dieser Bauart bekannt sowie eine Reihe von glimpflich verlaufenden Vorfällen.

Nach dem tödlichen Unfall 2010 hat der DHV in einem Unfallbericht ausführlich über die bestehende Problematik informiert. In Kurzform:
Wenn Frontcockpit und Beinsack vor dem Start geschlossen werden, ist dem Piloten die Sicht auf seine Brust- und Beingurte nicht mehr möglich. Eine optische Kontrolle der Verschlüsse kann nicht erfolgen. Durch den kompakt sitzenden Beinsack und das Frontcockpit, hat der Pilot zudem das Gefühl, sicher im Gurtzeug fixiert zu sein, auch dann, wenn weder Brust- noch Beingurte geschlossen sind. Ausführlicher Bericht

Piloten, die solche Gurtzeuge verwenden, müssen sich dieser besonderen, bauartbedingten Gefahr bewusst sein. Beim Startcheck sollte nicht nur eine optische Kontrolle der Gurte erfolgen. Die Verschlüsse sollten unbedingt auch mit den Händen kontrolliert werden. Wenn sich mindestens ein weiterer Pilot am Startplatz befindet, sollte ein Partnercheck, die Kontrolle der Gurtverschlüsse durch eine weitere Person, vorgenommen werden.

Der DHV fordert alle Gleitschirmflieger auf, Piloten mit diesem Gurtzeugtyp einen Partnercheck vor dem Start anzubieten.

Gmund, 15.04.2011

Karl Slezak
DHV-Flugsicherheit und Technik

 
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